Die Zwei von der Talkstelle

Gespräche aus der Selfpublisher- und Buchbubble

Astrid Behrendt und der Drachenmond Verlag: Mit Leidenschaft und Schmuckausgaben zum Erfolg

Als sie ihren Drachenmond Verlag 1996 gründete, war vom großen Drachenhype weit und breit noch nichts zu sehen. Über 20 Jahre lang hat Gründerin und Geschäftsführerin Astrid Behrendt an ihr Unternehmen geglaubt und trotz Rückschlägen nicht aufgegeben.

07.08.2025 61 min

Zusammenfassung & Show Notes

Als sie ihren Drachenmond Verlag 1996 gründete, war vom großen Drachenhype weit und breit noch nichts zu sehen. Über 20 Jahre lang hat Gründerin und Geschäftsführerin Astrid Behrendt an ihr Unternehmen geglaubt und trotz Rückschlägen nicht aufgegeben. Dann kam der große Erfolg!
Doch es ist nicht allein der Buchtrend 'Drache', der den Büchern im Drachenmond Verlag begeisterte Fans beschert! Mit Herzblut, Menschlichkeit und einer unglaublichen Liebe zum Buch erschafft das Team wunderschöne Juwele für die Leser:innen.
In dieser Podcastfolge berichtet Drachenhüterin Astrid von den Hintergründen, der Verkaufsstrategie und verrückten Ideen rund um ihren Drachenmond Verlag. 

Gespräche über das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern, egal ob Selfpublishing oder Verlag. 


Als sie ihren Drachenmond Verlag 1996 gründete, war vom großen Drachenhype weit und breit noch nichts zu sehen. Über 20 Jahre lang hat Gründerin und Geschäftsführerin Astrid Behrendt an ihr Unternehmen geglaubt und trotz Rückschlägen nicht aufgegeben. Dann kam der große Erfolg!

Doch es ist nicht allein der Buchtrend 'Drache', der den Büchern im Drachenmond Verlag begeisterte Fans beschert! Mit Herzblut, Menschlichkeit und einer unglaublichen Liebe zum Buch erschafft das Team wunderschöne Juwele für die Leser:innen.

In dieser Podcastfolge berichtet Drachenhüterin Astrid von den Hintergründen, der Verkaufsstrategie und verrückten Ideen rund um ihren Drachenmond Verlag.

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'Xerubian' von Andreas Hagemann:
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Transkript

Vera
00:00:00
In Folge 274 haben wir Astrid Behren zu Gast. Sie ist Gründerin und Geschäftsführerin vom Drachenmond Verlag und wir sprechen mit ihr, wie das 1996 begann, welchen durchaus harten Weg sie gehen musste, bis so ein Verlag wirklich zu tragen beginnt.
Tamara
00:00:20
Wir haben über kreative Marketingoptionen gesprochen, über die Relevanz des Buchhandels als Kanal, über Leidenschaft und Begeisterung und ich habe so ein bisschen den Glauben an das Verlagswesen zurückgewonnen. Die zwei, Hier ist Folge 274 von die 200-Talk-Stelle. Mir gegenüber sitzt Vera Nentwig. Ich bin Tamara Leonhardt. Und ja, hi.
Vera
00:01:05
Ja, hi. Du hast doch vergessen, dass wir der Podcast sind. Ja, siehst du. Schreiben und veröffentlichen von Büchern im Self-Publishing-Unverlag.
Tamara
00:01:14
So viel zu meinem heutigen Zustand.
Vera
00:01:19
Ja, ich dachte, nach den letzten Malen, das wäre so drin.
Tamara
00:01:23
Ja, nee, mein Geist ist nicht ganz anwesend. Ich werde auch hier nach direkt wieder mich in die Horizontale begeben.
Vera
00:01:30
Oh, Mensch, ja, das tut mir leid zu hören. Ja, das spricht ja dann für eine dynamische Folge. Da muss unser späterer Gast alles ausreißen. Ja, gebe denn neben der Krankheit Neues in deinem aufregenden Schriftstellerinnenleben.
Tamara
00:01:52
Naja, also den Plot für das neue Buch habe ich fertig. Die B-Cheats sind fertig ausgefüllt. Außerdem hatte ich nebenbei noch eine Idee für ein Sachbuch, das ich auch ganz dringlich schreiben muss.
Vera
00:02:07
Okay.
Tamara
00:02:08
Und wofür ich gerade fleißig am Ideen und Gedanken sammeln bin. Und ja, ich hoffe, dass ich ganz schnell wieder fit werde, weil übermorgen bin ich eigentlich auf einem Festival.
Vera
00:02:22
Oh, ja, dann.
Tamara
00:02:23
Also als Zuschauerin natürlich, aber...
Vera
00:02:27
Ja, da muss ich jetzt ein bisschen pflegen später.
Tamara
00:02:30
Genau, das ist, was bei mir gerade so passiert.
Vera
00:02:33
Unsere Gespräche sind doch auch immer der Geneso zuträglich.
Tamara
00:02:37
Ja, ich schätze auch, mir ist deswegen ganz heiß.
Vera
00:02:44
Naja, ich kann auch nicht viel dazu beitragen und werde schon eine schwierige Woche. Ich war am Samstag hier auf der Preisverleihung in Krefeld, wurde der Fantastikpreis der Stadt Krefeld verliehen im Rittersaal der Burg Linn. Die Theresa Hannig hat den zugesprochen bekommen.
Tamara
00:03:06
Ja, habe ich gesehen. zu Gast.
Vera
00:03:08
Und ja, das war dann, habe ich gedacht, da fahre ich mal hin, ist ja um die Ecke. Und ja, ich habe ja dann auch in unserer beiden Namen habe ich sie kräftig geknuddelt und beglückwünscht.
Tamara
00:03:21
Sehr gut.
Vera
00:03:22
Und ja, ich saß, das war sehr witzig, das wurde ja auch im Jugendpreis vergeben, und neben mir setzte sich ein sehr aufgeregter Mann hin und ich fragte ihn dann, ob er mit irgendwen der nominierten verwandt sein. Das war der Vater, einer der für den Jugendpreis nominierten. Ach, und er war so herrlich aufgeregt und hat ständig seine Tochter fotografiert.
Tamara
00:03:46
War er doch der Vater? Ich dachte, die Wendung kam jetzt, er sah nur alt aus.
Vera
00:03:52
Nein, nein, so einfach nicht.
Tamara
00:03:53
Und war selbst nominiert.
Vera
00:03:55
Nein, nein, nein, Gott sei Dank. Er war der Vater. Aber es war so herrlich zu sehen, wie aufgeregt und warm.
Tamara
00:04:03
Schön.
Vera
00:04:05
Habe ich auch gedacht, es ist schön, wenn die jungen Menschen da erst Preise bekommen. Insofern war das schön. Ansonsten bin ich mehr so in der Hardau-Zweifel-Phase. Treuen höher und höher, wir kennen das ja von mir. Ja, da muss ich mich jetzt noch ein bisschen rauskennen.
Tamara
00:04:29
Ja, da müssen wir dich rausholen, sag, was du brauchst.
Vera
00:04:32
Ja, wenn ich das wüsste. Dass ich das wüsste. Nein, ich muss auch sagen, ich habe mir das so angeguckt, auch mit dem Preis, der Preisverleihung oder in den letzten Tagen irgendwie, ich stand in der Zeitung ständig, wurden irgendwelche Lesungen angekündigt in Locations, wo ich auch immer mal lesen wollte und das sind dann immer, irgendwelche Preisträgerinnen oder alles so unter großem literarischen Titel. Alle denken mich ja, wo rühre ich mich denn ein? Klar, ich schreibe jetzt momentan ja nur in Anführungszeichen meine Kosi-Krimis. Ist man da irgendwie eine andere Klasse? Eine Klasse tiefer oder so?
Tamara
00:05:21
Ja, tiefer nicht, aber es ist halt, ich denke, die Frage ist doch, was ist das, was du möchtest? Also ich sehe ja, Da ganz verschiedene Kategorien, was man wollen kann und ich finde nichts besser oder schlechter als das andere, aber du kannst sagen, ich will möglichst viel Einkommen generieren, idealerweise sogar davon leben, dann musst du natürlich anders schreiben, als wenn du sagst, ich will mich künstlerisch ausdrücken, ich will meine Seele in das Buch hineingeben. Nein geben, das ist ja dann einfach, oder wenn du halt sagst, ich will Preise abräumen, dann musst du das Schreiben auch anders angehen, als wenn du möglichst eine breite Masse erreichen willst. Also ich glaube nicht, dass das eine besser ist als das andere, aber du musst dich halt fragen, was für dich in Anführungszeichen Erfolg bedeutet.
Vera
00:06:15
Ich weiß nicht, ich habe ein bisschen Gefühl, dass du es zu optimistisch siehst. Also ich nehme schon immer eine Graduierung wahr. Also wenn ich mir jetzt so diverse Locations zum Beispiel angucke, die würden mich, da kann ich noch so erfolgreich sein, mit meinem Cozy-Quarm würden sie mich nicht einladen.
Tamara
00:06:34
Ja, weil das nicht deine Zielgruppe ist.
Vera
00:06:37
Das weiß ich nicht, ob das nicht meine Zielgruppe ist oder ob das da nicht so eine, ich meine, wir hatten ja letzte Woche auch mit der Kaschka schon das Thema. Und ich meine, wenn wir jetzt mal unsere Gäste der letzten Wochen sehen mit der Martina Hefner oder auch Dinscher, die ja auch Preisträger sind und sicherlich eher literarisch schreiben und durchaus auch davon leben. Also das ist ja jetzt kein Widerspruch.
Tamara
00:07:02
Ja, aber guck mal, die leben doch auch ganz viel von Förderungen, die sie bekommen, von Stipendien und so weiter. Das kannst du nicht mit jemandem vergleichen, der sagt, ich lebe wirklich ausschließlich von meinen Büchern und dafür muss ich halt drei, vier Bücher im Jahr raushauen. Also die bekommen ja viele Gelder von irgendwelchen Kulturunterstützungen, eben weil es nicht die Art Buch ist, die du in der Art und Weise verkaufst, wie jetzt so eine Sport-Romance oder so ein Küstenkrimi oder sowas. Das ist das, was die großen Massen lesen. Da kannst du das Geld über die Bücher generieren oder du sagst, ich will mich eher kulturell betätigen und das soll jetzt nicht abwertend gegenüber den Küstenkrimis sein, aber da sitzt du halt dann Monate oder Jahre da und feilst an jedem Wort und dafür bekommst du dann eben Stipendien und Kulturförderungen.
Vera
00:08:03
Ja, du hast natürlich recht letztlich. Ich weiß nur gar nicht, wo ich da sein will oder wo ich bin.
Tamara
00:08:11
Was macht dich denn glücklich rund um Bücher?
Vera
00:08:14
Reich und berühmt werden, weißt du noch.
Tamara
00:08:16
Ja, dann hast du doch deine Antwort. Dann musst du lesen, was möglichst viele kaufen wollen, schreiben.
Vera
00:08:25
Ja, ich könnte auch einen deutschen Buchpreis gewinnen. Das würde auch funktionieren. Oder?
Tamara
00:08:31
Probieren kann man alles.
Vera
00:08:32
Ja, mit meiner Meinung nach.
Tamara
00:08:33
Ich glaube nur, dass du auf dem Weg dahin wahrscheinlich sehr viel Frust hast, weil du ja dieses lange an einem Buch arbeiten und recherchieren und über jedes Wort nachdenken nicht gerade genießt.
Vera
00:08:46
Ja, da merkst du mein Dilemma. Ja, ich weiß es gerade überhaupt nicht. Ich bin gerade etwas orientierungslos. Naja, und ja, hier kriege ich jetzt den Übergang zu unserem Gast.
Tamara
00:09:02
Aber apropos Lesen und Genießen, mir ist noch was eingefallen, was ich noch erzählen wollte. Und zwar habe ich am Wochenende spontan noch auf Lese-Hits eine Leserunde eingerichtet. Ich habe ehrlich gesagt jetzt noch gar nicht wieder geguckt, ob es schon Bewerbungen gibt, weil ich ja flach gelegen habe. Aber den Link mache ich mal in die Shownotes. Die startet, ich glaube, am 16. August. Und ich freue mich natürlich über Menschen, die da teilnehmen. Ich verlose auch ein paar Farbschnittbücher an interessierte Teilnehmende. Und natürlich darf jeder, der das Buch einfach so liest, sich da auch aktiv beteiligen. Da freue ich mich sehr.
Vera
00:09:41
Ja, sehr schön. Die Plattform habe ich mir noch gerne angeguckt. Ich freue mich, was auch noch mal machen. Ja gut, dann weiß ich jetzt recht nicht, wie ich jetzt den Übergang zu unserem Gast bekomme.
Tamara
00:09:52
Farbschnitt-Ausgabe, war das nicht das Stichwort?
Vera
00:09:54
Ah, okay. Ja, gut. Ja, wäre jetzt irgendwie zu profan, aber egal.
Tamara
00:10:02
Ei, ei, ei.
Vera
00:10:04
Also wir freuen uns jetzt einfach auf unseren Gast. Ja, ich bin sicher, dass das heutige Gespräch meine etwas depressive Anfangsstimmung beheben wird und mich sehr aufheitern wird, denn wir bewegen uns jetzt mal in die Verlagswelt. Bei ihr haben schon zahlreiche Autorinnen und Autoren, die bei uns zu Gast waren, ihre Bücher verlegt. Kain Meier, Mira Valentin, April Winter, Elvira Zeissler, zuletzt Liane Marx war ja bei uns. Sie alle haben ihre Bücher im Drachenmuth Verlag herausgegeben und heute ist die Gründerin und Geschäftsführerin da, Astrid Bären ist da. Hallo Astrid.
Astrid
00:10:47
Hallo, ich freue mich sehr hier zu sein.
Tamara
00:10:49
Hallo, schön, dass du da bist.
Vera
00:10:51
Jetzt habe ich durchaus mit Überraschung gelesen, dass du deinen Verlag 1996 bereits gegründet hast. Hast du den Drachenhype vorhergesehen oder nur herbeigehofft?
Astrid
00:11:04
Ich warte seit 30 Jahren, dass der endlich mal passiert ist. Also ich feiere das sehr, weil wir hatten so lange wirklich kein einziges Buch, was mit Drachen zu tun hat. Und ich dachte immer, oh Leute, wir bräuchten mal ein paar Drachenbücher. Wobei die Britta Strauß hatte uns mit dem Smaragdrachen ja ein bisschen erhört. Und das waren früher tatsächlich eher so Randfiguren, was ich sehr schade fand. Deshalb, also von meiner Seite aus, alle Daumen hoch, ich feiere das sehr.
Vera
00:11:29
Aber was hat dich dann 1996 dazu gebracht, den Verlag Drachenmond zu nennen?
Astrid
00:11:35
Ich hatte ein, mein Kinderzimmer ging, also wie soll ich es sagen, der Vollmond schien wunderbar auf den Boden meines Kinderzimmers. Und weil ich eine große Sternguckerin war, habe ich nächtelang am Fenster gehockt. Und ich sage mal, vom Naturell her wäre ich, glaube ich, eher auf der Sonnenseite, Löwe und so. Und fand aber, dass gerade der Mond mit meiner Vorleibe für alles Fantastische und was so zwischen Himmel und Erde schwebt, sehr gut zusammenpasst. Und ich... Immer so gehofft, dass vielleicht doch mal so ein Drache im Garten landet. Da waren Leute drauf. Es könnte vielleicht inzwischen auch etwas aufsehen sorgen. Aber irgendwie war die Kombination von Drache und Mond eben jetzt auch im Bereich der Fantastik für mich total treffend.
Vera
00:12:25
Also es war für dich klar, dass es die Fantastik sein sollte?
Astrid
00:12:28
Ich habe tatsächlich nicht unbedingt mit viel Fantastik angefangen. Das waren Reiseberichte. Wobei ich schon mit meinen Märchengeschichten, die ich anfangs geschrieben habe, begonnen habe, was aber noch in relativ kleinen Rahmen war. Aber damals hatte die Fantastik, behaupte ich jetzt mal, auch noch nicht, wir sind ja immer noch sehr nischig unterwegs, aber früher war es ja noch nischiger, da gab es so die paar Klassiker, aber ansonsten wurde man da ja sehr belächelt und meine Geschichten waren da auch eher, wo ich gesagt habe, naja, das sind halt schöne Märchengeschichten, aber da war ja sowieso alles, was mit Fantastik zu tun hatte, Kinderbuch, das ist ja eh nicht ernst zu nehmen und da wird man sehr viel belächelt und getätschelt und ich freue das sehr, dass sich diese Entwicklung so schön gestaltet, dass man eben sagt, ja, das hat seine Berechtigung auch auf dem Moment.
Vera
00:13:19
Aber ich muss ehrlich sagen, wenn jetzt Menschen zu mir kommen und es passiert tatsächlich hier und da, da wir ja beide im Self-Publishing zu Hause sind, aber auch nicht, dass dann schon mal Menschen zu mir kommen und sagen, ja, sie würden gerne einen Verlag gründen. Und also ich neige dazu, die Hände über den Kopf zusammenzuschlagen, macht was Gescheites.
Astrid
00:13:38
Ja, mit Recht. Als ich damals angefangen habe, da gab es das Modell Self-Publishing einfach noch überhaupt nicht. Also da gab es natürlich die Verlage, die dann ihre Hoheit hatten und es gab ja überhaupt keine Möglichkeiten, auf sich bekannt zu machen. Weil es gab keine sozialen Medien, es gab ja nichts. Und ich habe die ersten Geschichten auf der, also erst mal per Hand krickelt und dann auf der Schreibmaschine meiner Mama und dann auf der elektrischen Schreibmaschine und dann irgendwann auf dem Computer von meinem Vater, schwarzer Bildschirm, grüne Schrift. Naja, also das Umfeld war schon sehr abgesteckt. Mein Opa war im Verein Hürther Künstler und hat da Ausstellungen gemacht. Und da habe ich dann irgendwann gesagt, ach komm, das möchte ich jetzt auch mal machen, weil ich sehr gerne fotografiert habe, habe Fotoausstellungen gemacht und habe da so die ersten Werke einfach mal ausgelegt. Und ich hatte von meinen Großeltern so als vorab zu irgendeinem kleinen Erbe 3000 Mark bekommen. Und da habe ich gesagt, so, und damit drücke ich jetzt mein erstes Buch, was eine Märchengeschichte war. Und noch ein Gedichtband. Spoiler, Gedichte liefen schon immer sehr schlecht. Es hat sich nicht geändert, aber man war ja ambitioniert und habe dann aber natürlich auch sehr schnell gemerkt, puh, das ist alles sehr teuer und habe dann irgendwann wirklich hier nächtelang gesessen und habe so kleine Märchengeschichten per Word irgendwie gesetzt, nicht schön, und habe die getackert und habe die geschnitten und habe dann also wirklich so kleine Heftchen einfach unter die Leute vertickt. Er hatte das aber alles schon richtig ordentlich mit ISBN, da habe ich mich also sehr schlau gemacht, was man denn da machen muss. War auch damals, dass ich gesagt habe, nee, du machst jetzt nicht nur 100 ISBN, du hast ja was vor. Also man kann ja eine, 10, 100, 100 ausnehmen. Und natürlich habe ich gesagt, ich nehme die 1.000. Und ja, wir brauchen inzwischen schon mehr. Ich glaube, man braucht schon eine gewisse Portion Wahnsinn und das Gefühl... Einfach mal machen, weil so viel Ahnung von Business hatte ich natürlich auch nicht. Es gab ja noch nichts, wo man selber was machen konnte. Ich hatte einen Bekannten, der hat dann diese Satzplatten dafür gemacht, aber da hatte ich natürlich kaum wirklich Möglichkeit, da selber irgendwas zu gestalten. Also dieses überhaupt selber was machen können, das kam erst für mich, als ich InDesign entdeckt habe und dann mich wirklich reingefuchst habe. Aber ich habe von klein auf wirklich jeden Schritt gelernt und bin da reingewachsen, was ich für mich als großen Vorteil sehe, weil ich eben viele Dinge mal ausprobiert habe oder eben weiß, okay, das funktioniert oder boah, nee, tut es nicht oder habe ich alles schon probiert. Also wenn jetzt jemand kommt und mir sein super doll Gedichtband anbietet, Nein, danke. Und das war, gut, ich habe zwischendurch dann auch zwei Kinder bekommen, eine Tierfamme in Namibia betreut. Also das war schon ein langer Weg. Und vor zehn Jahren war so mein Knackpunkt, wo ich gesagt habe, so jetzt ganz oder gar nicht. Also vorher war sehr viel Trial and Error, einfach mal ausprobieren. Aber der Markt musste sich ja erst entwickeln. Es gab ja nichts.
Vera
00:16:45
Also wenn du sagst, vor zehn Jahren war so der Knackpunkt, Das heißt, war das der Punkt, wo das anfing, auch irgendwie wirtschaftlich interessant zu werden oder ...
Astrid
00:16:54
Das wäre schön gewesen. Das war natürlich auch die Hoffnung. Aber ich glaube, man kann schon sagen, dass ich jetzt eigentlich seit 96 jeden Cent, den ich hatte, irgendwie in meine Bücher gesteckt habe. Weil natürlich, also es ist ein Unterschied, ob ich jetzt alleine in meinem Kämmerlein sitze und das Buch, was ich da drucke, nur seine Druckkosten reinholen muss. Weil man vielleicht mit dem Auto dann den Deal hat, pass auf, du kriegst hier XY Bücher. Ich war für mich klar, dass ich nie ein Druckkostenzuschussverlag sein wollte. Ich wollte ja immer ein wichtiger Verlag sein. Das heißt, man hat da vielleicht gesagt, ja, du kriegst natürlich dann, wenn dich die Bücher verkaufen, das Geld, aber du kriegst jetzt keine riesen Vorschüsse, weil das Risiko gar nicht tragen. Aber da habe ich das alles noch vom Schreibtisch aus gemacht. Das heißt, ich hatte keine Lagerkosten oder es hat zumindest eine Weile gedauert, bis ich den Lagerraum dann hatte. Und man hat trotzdem die Korrektoren und die Lektoren, aber das war alles in einem ganz kleinen Bereich. Das ist heute nicht mehr vergleichbar, wo wir natürlich Personal haben und die Räumlichkeiten. Das muss dann ja alles irgendwo mitfinanziert werden. Aber so mit der Wirtschaftlichkeit, das ist noch nicht sehr lange, dass ich sagen kann, okay, da können wir von leben und da kann ich auch andere Leute mitfinanzieren. Das hat schon eine Weile gedauert. Da war Corona auch nicht sehr hilfreich. Es lief vorher gut, ich sage mal 2018 war dann so, wo ich gesagt habe, okay, das geht jetzt in eine gute Richtung. 2019 war super, bam, dann kam Corona, da habe ich gedacht, um Himmels Willen. Wobei, bei Corona hatten die Leute Zeit und Geld. Das war eine gute Kombination. Uns fehlten nur die Messen. Und die Messen hatten für uns ein riesiger Wirtschaftsfaktor, weil du da halt nicht diese riesen Margen an den Vertrieb abgeben musstest. Aber noch schlimmer war für uns der Ukraine-Krieg. Da haben wir absolut gemerkt, wupp, im Shop ging die Bestellung runter. Die Leute hatten alle Angst, dass sie ihre Lebensmittel oder ihr Benzin nicht zahlen konnten und haben dann sich sehr gut überlegt, brauche ich jetzt diese Buchbox oder nicht. Und da war ja, also das war nicht gut, aber irgendwie als wir dann zum ersten Mal wieder auf der Leipziger Buchmesse waren, hat es so einen Schalter umgelegt und, Auch wenn die Lage sehr schwierig war, habe ich mir ja damals gesagt, diese Schmuckausgaben, das müssen wir machen, volles Risiko. Und da habe ich mein Bauchgefühl zum Glück mal wieder den richtigen Riecher gehabt. Und da muss man schon eine Portion Wahnsinn haben, um zu sagen, ich mache das jetzt einfach mal, weil das Umfeld nicht unbedingt so positiv darauf reagiert. Aber zum Glück hat es funktioniert.
Tamara
00:19:15
Ja, und vor allem brauchst du eine Riesenportion Leidenschaft. Wenn ich jetzt mal überlege, wie viele Jahre das von Anfang an waren bis jetzt, da nicht irgendwann zu sagen, komm, ist gut jetzt.
Astrid
00:19:28
Ich glaube, das ist der Punkt, wo ich am meisten stolz darauf bin, dass ich nie aufgegeben habe. Weil es gab sehr viele Gelegenheiten, wo man sich eigentlich gedacht hat, warum tust du dir das alles an? Und das war früher eher so, naja, ich sag mal, vielleicht die fehlende Wertschätzung oder dieses ständige Belächeltwerden. So, ach ja, ist ja süß, was du da machst, ist ja nett. Also wo eigentlich überhaupt nicht ernst genommen wird, wobei meine Eltern mich immer massiv positiv und emotional da unterstützt haben. Also das war jetzt nicht, dass ich da viel Geld bekommen hätte. Im Gegenteil, ich habe mir das selber erarbeitet, aber dass man schon gemerkt hat, wow, die finden toll, was man das macht. Und zwar verlauft ja dann nicht immer so, auch in anderen Bereichen, aber es ist natürlich halt, ja, was anderes, wenn man dann denkt, puh, gerade wenn man zwei kleine Kinder hat und denkt, oh, ich habe da jetzt eigentlich weder Zeit noch Energie oder irgendwas für, aber es muss da schon so eine kleine Flamme in einem brennen, die im Idealfall irgendwie halt auch genährt wird, wo man sagt, doch, doch, doch, das ist toll und das mache ich. Und da war es für mich sehr hilfreich, dass ich dann eben irgendwann auch, was da aber tatsächlich vor diesen zehn Jahren war, wo es für mich der Knackpunkt war, wo ich gesagt habe, also ganz oder gar nicht, die Kinder sind ein bisschen älter. Und was willst du denn? Also 20 Jahre ist ja so eine Marke. Das ist jetzt für mich mit den 30 Jahren nächstes Jahr auch, wo ich da gesagt habe, also... Machst du es jetzt richtig oder lass es bleiben? Da habe ich einfach gedacht, doch, hast du eigentlich schon Bock. Und jetzt hättest du auch die Zeit, weil die Kinder sind etwas älter, das funktioniert jetzt. Ja, und seitdem habe ich keinen Urlaub mehr gehabt und eigentlich durchgearbeitet jeden Tag und habe nicht viel geschlafen. Aber das Rezept dafür sind, glaube ich, auch die richtigen Leute. Weil es muss sich gegenseitig beflügeln. Also wenn ich dann, also ich sage gerne, ich sitze mich gern für jemanden, den ich mag, um drei Uhr nachts am PC. Aber wenn man Wünsche wahrmachen kann, dann beflügelt das schon sehr. Und ich kann ja viele Leute glücklich machen damit. Ich kann die Autorinnen und Autoren glücklich machen, ich kann das Lesepublikum glücklich machen. Und wenn man dann auf einer Messe steht und die Leute haben Herzlichen in den Augen und das sind Leute, die mich nicht unbedingt kennen. Also die müssten da nicht rumschleiben und sagen, ah ja, hast du das schön gemacht, Tetschel, Tetschel. Sondern die sind dann wirklich begeistert. Das beflügelt total. Also das finde ich toll.
Vera
00:21:44
Du redest dann jetzt von den Autorinnen und Autoren, die du jetzt da gerade angesprochen hast, du hast vorhin gesprochen, mittlerweile Team. Wie ist denn der Verlag jetzt aktuell aufgestellt? Wie viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hast du?
Astrid
00:22:00
Ich glaube, wir haben inzwischen an die 16 Mitarbeiter. Wir haben im letzten Jahr wirklich, also das sind nur die Festen, wir haben im letzten Jahr ordentlich aufgestockt, weil, Wir hatten vor zwei Jahren, da war nach der Frankfurter Buchmesse Alarm. Da sind wir so überrollt worden mit Bestellungen, was natürlich total großartig war. Aber gerade auch mit den Weihnachtsbestellungen hatten wir da quasi 15.000 Bücher zu versenden. Und wir waren noch nicht mal eine Hand von Leuten da im Laden. Das heißt, ich habe faktisch sechs Wochen eigentlich im Laden gelebt und von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts gestanden und Pakete gepackt mit Herrn Corinna. Das war eine tolle Zeit, das war sehr schön. Jegliche Pizzaboten hatten die Adresse im Schlaf. Aber es funktioniert natürlich nicht, weil ich ja nur ein paar andere Aufgaben zu tun habe. Aber man muss auch erst mal eben halt das Geld haben, um Mitarbeiter einstellen zu können.
Vera
00:22:50
Ja, klar.
Astrid
00:22:50
Vorher war das halt nicht machbar. Und da haben wir jetzt eben das Glück gehabt, dass wir gesagt haben, so, wir brauchen jetzt Mitarbeiter. Die müssten aber auch erst mal eingelernt werden. Und gerade Wachstum ist eine ganz tolle Sache, aber man muss eben auch hinterherkommen. Und das war für mich wirklich, wirklich eine harte Zeit, weil mein Arbeitsplatz, Pensum ist ja nicht weniger geworden, nur weil jetzt neue Mitarbeiter dazu gekommen sind. Im Gegenteil, das ist ja deutlich gestiegen, weil ich denen ja dann erstmal noch parallel irgendwie erklären muss, was sie denn tun sollen und die einarbeiten soll. Und das ist sehr herausfordernd. Und letztendlich sind es ja sogar zwei Geschäfte. Wir haben einmal den Verlag und wir haben einmal den Laden. Und das hat alles seine Berührungspunkte. Aber es ist eine Handvoll von Leuten, das muss alles koordiniert werden, diese ganzen Signieraktionen und eben an welche Termine. Und ich habe jetzt mit dem Christian Handel und dem Felix Koch zwei Leute, die mich bei der ganzen Projektorga unterstützen, wo wir eben die ganzen Abwicklungen hier, wann, wo, wann kommt das Manuskript, wo geht es dann hin und so weiter, damit da irgendwie ein bisschen mehr Ruhe reinkommt oder wir einfach mehr Hirnzellen haben, um das dann zu organisieren. Den großen Vorteil, dass mein Kernteam hier auch mit meinen besten Freunden aus meinem langjährigen Umfeld sind, was natürlich toll ist, weil wir haben viel zu tun, aber es fühlt sich nicht zwingend nach Arbeit an und das ist sehr schön.
Vera
00:24:09
Also ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es auch so Schallgrenzen gibt. Wenn man so über die zehn Mitarbeiter kommt, dann hat man ja auch arbeitsrechtlich ganz andere Anforderungen und dass man dann sehr viel mit Mitarbeiterorganisationen und solchen Sachen zu tun hat.
Astrid
00:24:24
Wir haben natürlich noch die externen Cover-Designer, die Lektoren, die Korrekturte, das muss halt alles irgendwie koordiniert werden. Und deshalb, ja, da ist dann irgendwann, wenn man das Emoji mit dem explodierenden Kopf ist, kommt das der Sache schon recht nah ab. Also das ist wirklich eine große Herausforderung, wo ich dann eben auch den Autoren letztens noch gesagt habe, liebe Leute, wenn irgendwas mal länger dauert, wir müssen uns ja auch erstmal irgendwie organisieren. Und nochmal, ich habe seit zehn Jahren keinen Urlaub gemacht, ich arbeite jeden Tag durch. Irgendwo muss ich dann auch mal sagen, ich gehe jetzt heute mal und grabe im Garten bis in die Erde um. Ich muss mal kurz hier durchschnaufen. Das ist schon herausfordernd. Also ohne Leidenschaft funktioniert das nicht.
Vera
00:25:02
Jetzt muss ich das so jetzt noch mal ein bisschen zeitlich einordnen. Dann habe ich das jetzt richtig verstanden, dass das gerade mit dem Co-Mitarbeiter-Zahl jetzt vor zwei Jahren erst anfing?
Astrid
00:25:11
Das hat eigentlich, also vor letztes Jahr haben wir ein bisschen aufgestellt. Vorher waren wir eher so fünf Leute. Letztes Jahr haben wir noch so zwei, drei dazu. Aber das Gro ist tatsächlich so in den letzten zwölf Monaten dazugekommen.
Vera
00:25:28
Oh, wow. Ist der Drachen-Hype, oder?
Astrid
00:25:33
Naja, wir haben gemerkt, es ist einem das überhaupt nicht machbar. Und es war für mich auch ein Grund zu sagen, dass wir zum Beispiel die Schmuckausgaben auch für den Handel freigeben, zumindest von unseren Hausautoren. Weil einmal verzeihen einem es die Leute vielleicht, wenn man sagt, wir sind ja total überrannt worden. Wir kommen nicht so schnell hinterher, aber die Leute sind Amazon gewöhnt und dass sie schnell ihre Sachen bekommen. Und da kann ich nicht nach sechs Wochen sagen, ach, tut mir leid, wir haben zu wenig Leute, konnten wir dir noch nicht zusenden. Dann vergrästigt man sich die Leute, das wollte ich nicht. Also habe ich gesagt, wir müssen auf der einen Seite mehr Leute haben, die unsere Online-Bestellungen bearbeiten können. Das muss alles schneller gehen und dafür braucht man halt Leute. Manchmal haben die vielleicht nicht so viel zu tun, aber in den Spitzenzeiten müssen die natürlich da sein.
Vera
00:26:16
Ja, klar. Jetzt will ich aber noch ein bisschen sortieren. Ich suche ja immer noch nach dem Geheimrezept, um reich und berühmt zu werden.
Astrid
00:26:26
Ah!
Vera
00:26:30
Jetzt hast du gesagt, so vor zehn Jahren warst du, jetzt gebe ich richtig Gas. Was sind denn aus deiner Sicht jetzt rückschauend die wesentlichen Schritte, die du gemacht hast, die dann zu dem heutigen Erfolg geführt haben?
Astrid
00:26:43
Eine große Portion Mut und Risikobereitschaft auf jeden Fall. Ich bin jemand, der nicht sagt, ich sitze jetzt erstmal hier und spare mir 100.000 Euro an, sondern ich sage, ich will das Projekt umsetzen und ich werde einen Weg finden, das zu tun. Also erstmal machen. Und es war natürlich ein totaler Gamechanger, da Social Media sich so, ja, überhaupt erstmal aufgetan hat. Man hat Gleichgesinnte gefunden und man hat offensichtlich ein Produkt gefunden, wo die Leute Bock drauf hatten. Es war für mich total erhellend, dass ich irgendwann gemerkt habe, wow, da sind Leute, die wissen es zu schätzen, wenn ich ein Innenlayout eines Buches individuell mache, wenn ich das schön mache, wenn ich da Zeit rein investiere. Das ist nicht nur irgendwie Spielerei, sondern die Leute wertschätzen das. Oder der Größte, ja, ich glaube, das Größte war bei uns, dass ich wirklich gesagt habe, wir machen jetzt diese Hardcover-Schmuckausgaben. Oder bei uns gibt es, ich glaube, als einzigen Verlag eine Farbschnittgarantie. Weil ich sage, wir haben sehr viele, sehr treue Kunden. Wenn ich jetzt für irgendeine Messe 15 Bücher raushaue, dann können die die vielleicht nicht alle auf einen Schlag kaufen, aber ich möchte ja nicht einmal ein super schönes Buch ankündigen und mache es dann weniger schön, wenn es mehr Leute haben will. Das kapiere ich nicht. Und diesen künstlichen Druck, nur in Erstauflage, nur in Erstauflage, das mag ich nicht. Ich finde, das ist kein schöner Umgang mit den Kunden. Mag sein, dass mir da vielleicht irgendwelche Verkäufe entgehen, aber ich habe lieber eine zufriedene Kundschaft, weil wir auch natürlich oft rückgespiegelt bekommen von irgendwelchen Buchhändlern, die sagen, na toll, die Leute bestellen die Bücher, dann kommen sie zurück, sehen es keinen Fahrstift, lassen sie es zurückschicken. Habe ich ja nichts von. Also, ich freue mich, wenn die Leute Bücher haben wollen und dann kriegen sie es genau so, wie wir es angekündigt haben. Weil es schadet einem Buch ja nichts, wenn es schön ist. Ich habe das feste Vertrauen, dass die Geschichten es wert sind, gelesen zu werden und dass man sich auch damit belohnt und dass die toll sind. Aber bis man diese Belohnung bekommt und Zeit hat, dieses Buch zu lesen, vergeht ja manchmal ein bisschen Zeit. Und wenn man sich dann aber schon daran erfreuen kann, wie wunderschön dieses Buch aussieht, also in der heutigen Welt, glaube ich, ist jeder Funken Freude, den man bekommen kann, ein guter. Und deshalb lege ich da viel Wert darauf, dass das einfach wunderschöne Bücher auch sind, selbst wenn man sich die einfach nur hinstellt und Freude daran hat, finde ich völlig in Ordnung. Und bei uns dürfen ja auch die Autoren Mitspracherecht haben. Das heißt. Alle sollen letztendlich sagen können, wow, das ist das schönste Buch in, außen und überall, was wir jetzt machen konnten. Sei mit einem schönen Buchsatz, mit einem schönen Cover und dem Ganzen. Und ich glaube, dass eben, also das war letztendlich nur möglich, weil meine Druckerei mich auch so unterstützt hat, weil ich gesagt habe, ich habe einen Plan, ich weiß, der wird funktionieren, aber ich habe keine 150.000 Euro. Wie sieht es denn aus? Kriegen wir das hin, dass ich nach der Buchmesse bezahle? Gott sei Dank haben sie sich darüber eingelassen, weil wir schon sehr lange zusammenarbeiten. Und das hat dann funktioniert. Aber man muss natürlich sehr viel in Vorkasse gehen.
Vera
00:29:40
Ja genau, dieser wirtschaftliche Aspekt, das interessiert mich natürlich, weil so Farbschnittaufgaben sind ja auch nicht so preiswert zu produzieren. Kannst du das mal so ein bisschen konkretisieren, was das wirklich konkret für dich geheißen hat?
Astrid
00:29:55
Ich sage mal, wir könnten ohne den Buchhandel überleben, aber wir könnten nicht ohne unseren Onlineshop überleben. Weil alles, was über den Vertrieb rausgeht, da kann man ja 60 Prozent sowieso schon mal vom Ladenpreis wegstreichen. Und dann hat man ja noch selber die Kosten und die Druckkosten. Ja, das ist massiv gestiegen. Also je nachdem, wenn das ein dickes Buch ist, da bewegt man sich. Es kommt halt immer auf die Ausstattung an. Wie dick ist das Buch? Da hat man eine Veredelung dabei. Es ist ein Hardcover. Aber früher hat man vielleicht eine Tausenderauflage schon mal mit einem Buch für 2.000 Euro gemacht. Und je nachdem, was das jetzt für ein Klopper ist, kann man auch schon mal mit 8.000 Euro. Also es kommt immer darauf an, was man da reingibt. Und dann, wenn das halt Titel sind, wo man sagt, oh, weiß ich nicht, vielleicht unbekannte Autorin, da muss man halt schon vorsichtig sein, weil wenn das über den Vertrieb dann eher Verlust bringt, das ist schwierig. Also das würde bei uns nicht funktionieren, wenn wir nicht diese tolle Community hätten, die eben auch auf unsere Feste kommt, die den Online-Shop bespielt. Nur mit dem Handel wäre das überhaupt nicht machbar.
Vera
00:30:58
Ja, also das ist auch das, was ich so wahrgenommen habe. Das heißt, euer eigener Verkaufskanal, ob es jetzt Online-Shop ist oder auch der Laden oder die Events, das ist euer Hauptkanal.
Astrid
00:31:10
Ja, also ich finde es natürlich auch sehr schön, weil wir die Kontrolle darüber haben, wie wir die Sachen rausschicken. Das heißt, unsere Bücher werden alle nochmal in ein Cover-Poster eingepackt und es wird wirklich liebevoll versendet. Da kommt noch eine Karte dazu, sodass man halt schon ein bisschen das Gefühl hat, man beschenkt sich jetzt selber oder wir machen ja auch die Drachenpost oder eben Päckchen, die man für liebe Menschen versenden kann. Aber das Buch in sich, das ist nicht einfach nur was, was ich jetzt hier in den Pappkarton schmeiße und irgendwo in den Briefkasten werfe, sondern das wird wirklich gewertschätzt. Ich glaube, das kommt bei den Leuten schon an. Also wir kriegen unheimliche Rückmeldungen von den Leuten, die sagen, oh wow, das ist so schön verpackt, das ist ja wirklich toll. Und natürlich ist man mit dem Porto da auch in Konkurrenz mit Amazon. Man kann bei uns versandkostenfrei innerhalb von Deutschland bestellen. Das ist ein riesengroßer Posten, der dann natürlich verloren geht, wo ich aber sage, das sind für mich letztendlich dann Marketingkosten. Ich habe immer noch mehr davon, wenn die Leute das bei uns bestellen und die Autoren kommen und können signieren. Und das bietet man eben auch an mit den Signaturen zu den Neuerscheinungen. Und das ist schön und das ist auch nötig.
Vera
00:32:18
Ja, gut. Jetzt ist es natürlich, wenn man ja so mit Autoren, Autorinnen spricht, gerade mit den Beginnenden, dann ist es immer schon so der große Traum, das Buch im Buchhandel zu sehen. Und auf eurem Verlagsprofil hast du geschrieben, inzwischen hat sich mein großer Traum erfüllt, dass unsere Drachen auch in freier Wildbahn, sprich in den Buchhandlungen, gesichtet werden können. Daraus lese ich, dass das nicht so selbstverständlich ist. Wie ist es dir denn gelungen, in Buchhandlungen zu kommen?
Astrid
00:32:52
Selbstverständlich ist das überhaupt nicht. Und auch ich war eine Autorin, die mit ihrem Buch in eine Meiersche Buchhandlung gegangen ist und der gesagt wurde, es tut mir leid, wir haben keinen Platz. Wo ich natürlich dachte, hm, okay, Meiersche Buchhandlung Köln hat keinen Platz für mein Buch. Okay, das sind natürlich Dinge, die ein Buch prägen. Ich kann niemanden zwingen, die Bücher irgendwo hinzustellen. Wir haben zum Glück viele Fans, die in Buchhandlungen arbeiten, was natürlich wahnsinnig hilft. Es gibt aber auch Ketten, die sagen, nö, nö, wir bestellen hier von oben herab und was du kleiner Buchhändler willst, interessiert uns überhaupt nicht. Aber ... Ja, es hilft natürlich, wenn man Titel im Programm hat, die sehr gefragt sind. Die Astra von der Liane Maas hat dann natürlich auch sehr geholfen. Das heißt aber ja noch lange nicht, dass einfach alles eingekauft wird, was man so hat. Wir haben bei uns, was da auch etwas hinderlich ist, nicht so wahnsinnig lange Vorlaufzeiten. Das hat bestimmt auch was damit zu tun, dass die Autorinnen sehr gerne auch auf Social Media die ganzen Erstehungsprozesse begleiten. Und da ist es natürlich schwierig, wenn man sagt, ah, guck mal hier, ich mache dies und jenes fürs Buch und dann, ach, übrigens erscheinen in zwei Jahren. Also wir arbeiten immer noch ein bisschen daran, die Zeiten hinzubekommen, dass wir eine längere Vorlaufzeit haben. Aber eigentlich ist es bei uns nicht, dass das Buch quasi fertig ist und wir sagen, so, jetzt warten wir aber noch zwei Jahre, damit überall die Plattformen das hinbekommen. Weil wir das ja eben auch mit unserem Shop begleiten und dann in sehr enger Zusammenarbeit mit den Autorinnen jeweils.
Vera
00:34:21
Aber vielleicht, wenn ich da mal reinhaken, da muss man vielleicht für die Hörerinnen erklären, sondern du zielst da auf diese Vorschauzeiträume ab, die so der Buchhandel hat. So im halben Jahr im Voraus wollen die Titelvorschau haben.
Astrid
00:34:32
Ja, noch viel länger. Also wir haben das mal gemacht, da war es, glaube ich, das Bucher von Thalia, die wollten also mindestens ein oder anderthalb Jahre, und da habe ich gesagt, um Himmels Willen, also da weiß ich teilweise noch gar nicht, was die Autoren abgeben, oder dann ist das Buch nachher doppelt so lang oder halb so kurz.
Vera
00:34:46
Da sind sie mittlerweile kürzer, das kann ich dir verraten, weil ich für den Self-Publisher-Verband die Titelvorschau betreue, also so ein halbes Jahr. Ja, also jetzt momentan gerade war der Termin für die sogenannte dritte Reise, also für die, die jetzt gerade noch so im Sommer kommen. Und dann ist im September, Oktober ist der Termin fürs Frühjahr, also so ein halbes Jahr. Aber das ist für das Self-Publishing auch schon zu lang. Also ich weiß auch nicht, im halben Jahr, abgesehen davon, dass ich ein halbes Jahr vorher Cover, ISBN und alles ja haben müsste, was bei manchen Self-Publishing-Dienstleern überhaupt nicht geht.
Astrid
00:35:19
Ja, genau das Ding.
Vera
00:35:20
Aber du hast ja die ganze Zeit auch schon von Vertrieb gesprochen. Wie genau sieht denn der Vertrieb bei euch aus?
Astrid
00:35:26
Wir sind absolut glücklich bei Runge. Kann ich jedem nur wärmstens empfehlen. Wir leben die absolut professionell super toll in der ganzen Zusammenarbeit. Also das ist absolut toll. Und wir haben, wenn wir bei der Druckerei einen Auftrag auslösen, dann geht eben ein Teil an Runge, die dann die ganzen Buchhandlungen oder Barsortimente bedienen und der andere Teil geht dann zu uns, wo wir dann natürlich anhand der Vorbestellerzahlen sehen, was brauchen wir für die Signieraktionen, was brauchen wir für die Messen oder was hat eben der Handel schon vorbestellt. Da ist immer ein bisschen Lottospiel, weil der Handel ja gerne quasi so eine Woche vor Erscheinungstermin erstmal ordert. Das ist nicht so gut für die Auflagenplanung, Aber so grob kalkulieren muss man dann.
Vera
00:36:10
Also das heißt, Runge macht für euch die Lagerhaltung und den Versand. Und Rechnungsstellung wahrscheinlich. Also das administrative. Das ist aber kein Verlagsvertretung, die die Buchhandlung besorgt.
Astrid
00:36:25
Nein, das haben wir gar nicht.
Vera
00:36:27
Das habt ihr gar nicht. Also das heißt, ihr hofft darauf, dass die Buchhandlungen sonst wie irgendwie von euch erfahren und dann bestellen.
Astrid
00:36:34
Das in der Tat, genau. Wir sind auch inzwischen, ich weiß, es gibt ja dieses VLB-Tix. Das ist ja das nächste Projekt, was wir in Angriff nehmen. Ich sage immer, wir haben noch unheimlich viel Potenzial. Wir haben jetzt erst mal, dadurch, dass wir eben unser Personal aufgestockt haben, zum Beispiel diese Hörbuchsparte viel mehr in Angriff nehmen können. Aber es war halt vorher unheimlich viele Sachen, wo man per Chaosmanagement irgendwie versucht hat, okay, was ist jetzt am wichtigsten? Und da waren das halt natürlich immer die Bestellungen, die bei uns direkt reingekommen sind. Und der Rest lief so ein bisschen unter Fernalifen. Und deshalb ist es jetzt eine sehr spannende Zeit, wo man echt gucken kann, okay, was haben wir bis jetzt vernachlässigt und was können wir jetzt einfach noch weiter besser bespielen?
Vera
00:37:12
Also wenn du sagst, vorher betickst, macht ihr den auch gar nicht? Habt ihr denn bisher so klassische gedruckte Verlagstorschau oder macht ihr die gar nicht?
Astrid
00:37:20
Haben wir auch nicht gehabt.
Vera
00:37:21
Okay, das ist jetzt mal interessant. Das heißt, ihr habt wirklich mehr so auf eure eigenen Kanäle gesetzt und auf Hörensagen.
Astrid
00:37:31
Ja, tatsächlich.
Tamara
00:37:32
Ja, du hast ja vorhin ein ganz interessantes Stichwort schon gesagt, eure Feste. Da habe ich jetzt hier auch gerade von Instagram ein Bild offen vom Vorabend des Sommerfestes und das ist ja unglaublich. Eine riesen Schar Menschen vor einem Herrenhaus, alle tragen lange Abendkleider. Also das ist ja wirklich eine Art und Weise, Interesse zu wecken, was man jetzt glaube ich so bei anderen Verlagen nicht so mitkriegt.
Astrid
00:38:00
Also das war auch eine Aktion, die wir schon etwas länger geplant haben und das war unser Mondscheinball. Ich hatte da den Autoren noch gesagt, das müsst ihr gar nicht vorher posten, weil es ist eine verlagsinterne Veranstaltung. Das Ganze hat eine Geschichte. Ich bin ein riesiger Fan von Burgen. Wir haben ehrlich gesagt auch einen Businessplan in der Tasche, wie wir eine Book bauen könnten. Ein kompletter Veranstaltungskonzept. Und es gab sogar sehr rational denkende Menschen in durchaus hohen Positionen, die gesagt haben, würde ich sofort reininvestieren. Das hatte uns damals leider auch Corona ausgebremst. Also verrückte Ideen habe ich noch so ein paar in petto. Aber wir haben 2019 diese Burg mal angeguckt. Ich kenne die Besitzer davon schon über längere Zeiten. Und dann habe ich gedacht, oh, wäre das cool, wenn wir hier mal ein Fest machen könnten. Dann kam Corona, war alles in weite Ferne gerückt. Und 2021 war noch gedacht, oh, wäre das doch schön. Und 2023 habe ich dann gesagt, weißt du was, wir machen das jetzt einfach mal. Wir buchen diese Burg und machen da ein Event. Wie auch immer das dann aussehen wird. Und das haben wir getan. Und es war von mir ein Dankeschön an die Autorinnen und Autoren des Verlages. Es konnten leider nicht alle kommen, aber man hat ja gesehen, es war schon eine bunte Schar. Und wir haben eine WhatsApp-Gruppe, wo ich immer sage, das ist unser Lagerfeuer. Und das war jetzt unser echtes Lagerfeuer, wo es mir sehr wichtig war. Gerade, wo es ja dann eben dieses 30-Jährige Jubiläum nächstes Jahr gibt, mal ein bisschen Hintergrundwissen, also was so hinter den Kulissen alles so passiert, zu vermitteln. Wie sind wir jähngekommen? Was sind so die aktuellen Herausforderungen, mit denen wir es auch zu tun haben? Und wo wollen wir hingehen? Also ein großes Dankeschön, wo es auch eine Möglichkeit gab, dass sich alle einfach mal aufgebrezelt haben, weil es Spaß macht, wo wir eben mit der Anna Jay eine Fotografin hatten, die Bilder gemacht hat, die man dann auch bei irgendwelchen Social-Media-Postings nutzen konnte, wo wir einfach mal eine richtig coole Zeit zusammen hatten. Und auf den Festen haben die Autorinnen und Autoren selten Zeit, sich untereinander mal auszutauschen. Weil klar, da kommen die Gäste, was großartig ist. Wir hatten ja am Folgetag da unser Sommerfest. Ich glaube, wir hatten 600 Leute da. Das heißt, da ist keine Zeit mal miteinander zu quatschen oder Dinge auszuhacken und mir war es wichtig, dass wir wirklich mal intern sind, wo man sich noch besser kennenlernen kann und mir ist es immer ein Anliegen, dass man sich untereinander auch kennt, weil natürlich hat man die eine Person, die vielleicht wahnsinnig viele Bücher verkauft und die andere, die vielleicht sagt, ich würde ja gerne. Aber wenn man sich kennt und mag und gegenseitig vielleicht auch unterstützen kann, dann ist dieser Neidfaktor vielleicht auch ein bisschen weniger, weil man es sich mehr gegenseitig gönnt. Und ich bin immer der Fan, dass man miteinander Dinge angeht und nicht das Heilfischbecken da auspackt. Und von daher, glaube ich, war das einfach eine tolle, runde Veranstaltung, wo man eben die Drachenfamilie nochmal so ein bisschen für sich hat. Das war sehr schön.
Tamara
00:40:51
Aber ihr habt ja eben auch die öffentlichen Events. Also auf eurer Website gibt es ja an eigenen Punkt-Events. Die nächsten, die jetzt anstehen, sind das Geisterfest im Drachennest und das Winterfest im Drachennest. Das heißt, da ladet ihr einfach Lesende und AutorInnen ein, einander zu treffen.
Astrid
00:41:07
Genau, wir haben verschiedene Events bei uns. Das letzte war jetzt eben das Sommerfest und das kostet keinen Eintritt. Wir bitten immer darum, dass man so ein Ticket bucht, damit wir ungefähr wissen, wie die Verpflegungslage dann aussehen sollte. Und wir freuen uns natürlich über alle von unseren Drachen, die kommen. Die kriegen dann ihre Signiertische, die können ihre Bücher signieren. Wenn es ein kleineres Event ist, gibt es auch noch Lesungen dabei. Das war jetzt beim Sommerfest nicht möglich. Eventuell schieben wir auch noch das ein oder andere Event spontan dazwischen. Wir hatten auch schon Übernachtungen bei uns im Laden in Kombination dann mit dem Besuch von einer Autorin oder von dem, der Christian Handel war zum Beispiel auch schon mal da oder die Nina Blasjon macht mit der Drachenakademie ab und an Schreibworkshops. Also versuchen schon die Location da auch zu nutzen, um da coole Sachen mitzumachen. Und ja, dann können die Leute kommen, können in allen Büchern stöbern und schauen und können sich auch einfach mit den Autorinnen unterhalten und das finde ich halt schön. Man ist nicht irgendwo im Elfenbeintouren, sondern man ist nahbar und hat dann auch den direkten Kontakt zu den Fans. Das tut, glaube ich, allen sehr gut.
Vera
00:42:10
Auf jeden Fall. Ich liebe es. Du auch, Tamara. Vielleicht sollten wir mal so ein Zwei von der Talkstelle festdachten. Ich weiß nicht, welche Location passen könnte, sondern alte Tanzzeile vielleicht. Aber jetzt muss ich nochmal so, ich bin ja immer zuständig für die harten Themen. Es gibt noch zwei Dinge, die bei Verlagen natürlich von Interesse sind. Das eine, was ich immer höre, gerade wenn ich so diskutiere mit Autoren, Autorinnen, die so, ich sag mal, in Kleinstverlagen verlegen, wo ich dann, die ich ja mehr vom Selbstpersicht umkomme, schon manchmal die Frage stelle, macht das überhaupt Sinn? Und dann ist immer der eine Argument, das kommt. Ja, aber die Verlage machen ja Marketing. Jetzt hast du ja schon ein paar deiner speziellen Marketing-Sachen, die ja wirklich für euch sehr speziell sind, erzählt, was du darüber raus, was für Marketing, wenn ich jetzt ein Buch bei dir verlegen würde, welches Marketing würdest du für mein Buch machen?
Astrid
00:43:13
Wir machen als erstes, das ist mir immer wichtig, einen Ankündigungspost, gerne dann in Kombination natürlich mit den Autorinnen, wo man das erstmal ankündigt. Ich werte es durchaus auch als Marketing, dass ich mit den Autorinnen überlege, wie können wir das schönstmögliche Buch machen. Das heißt, die haben mit Wahrheit, was die Coverdesigner angeht, die dürfen die Farbstimmotive mitbeschreiben und alles in diese Richtung. Also dass ich halt sage, erstmal muss das Buchprojekt wirklich toll sein und aussagekräftig und wunderschön. Dann haben wir bei uns die Möglichkeiten auf unseren Social-Media-Kanälen, dass es zum Beispiel diese Takeovers gibt. Das heißt, wir haben jetzt, glaube ich, bei Instagram eine Reichweite von 42.000 Followern. wie auch immer oder wie viele dann wirklich ausgespielt werden, sei da hingestellt, aber das heißt, die Autorinnen können, einen Tag oder ein Wochenende den Kanal übernehmen, können alles über ihr Buch erzählen, was sie da gerne zeigen möchten. Wir haben Beiträge, wo wir zum Beispiel das Layout von den Büchern nochmal zeigen. Wir machen da gerne auch, dass wir Zitate zeigen oder dass es manchmal gemeinsame Lesungen gibt oder dass eben die Autoren sagen, so, ich mache jetzt hier eine Online-Lesung. Da sind wir absolut offen. Es gibt natürlich manche, die sagen, ich bin da eher schüchtern oder mir fällt nichts ein oder ich will nicht. Aber jeder, der sagt, hey, ich habe Ideen und ich möchte, was kann ich machen? Da stellen wir unsere Plattform auch sehr gerne zur Verfügung oder wir moderieren mal ein Gespräch. Also da sind wir total frei. Auf der anderen Seite haben wir eben die Möglichkeit, wenn wir diese Feste haben, dass wir das als Lesungsort bereitstellen. Wir haben oft Anfragen von irgendwelchen Buchhandlungen, wo wir dann an die Autorinnen vermitteln, wer zu den Lesungen gehen möchte. Wir haben, dass wir auf den Buchmessen regelmäßig Abfragen machen. Jeder von den Autorinnen, der vor Ort ist, kann dann Lesungsspots haben, wann auch immer sie da sind. Also, dass man die Möglichkeit hat, vor Ort dann auch sein Buch mitzubewerben und natürlich kommen die Bücher mit. Oder wenn wir auf irgendwelchen Messen sind, dass die Autoren dann auch mit einem Stand sein können und dann natürlich auch nochmal eine größere Chance haben, ihre Bücher zu zeigen. Wir haben manchmal, dass wir noch Leseproben beilegen oder dass wir irgendwelche Flyer oder irgendwas mit beilegen. Was mir auch wichtig ist, ist, dass wir, wenn es um Verlagsladen, Drachenpost oder wo auch immer, dass man also jetzt nicht nur sagt, oh, das ist der Bestseller, wir packen jetzt nur diesen Bestseller ein, sondern gerade, wenn die Leute Wunschlisten äußern, dass wir natürlich gucken, dass wir auch die Titel, die vielleicht nicht so bekannt sind und im Fokus sind, empfehlen, weil wir sagen, hey, das ist auch ein tolles Buch und dass wir halt auch schon wirklich explizit schauen, dass die Titel, die vielleicht nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen, dass die trotzdem aber auch präsent sind.
Vera
00:45:57
Ich denke jetzt schon, dass diverse Hörer und Hörerinnen unseres Podcasts spätestens an dieser Stelle sagen, so, jetzt müssen wir unbedingt mein neues Drachenmanuskript an den Drachenmundverlust schicken. Wenn man aber auf eurer Webseite guckt, da steht ja, ihr wollt gar keine Manuskripte mehr, ihr habt genug.
Astrid
00:46:13
Also ich habe...
Vera
00:46:14
Hat der überhaupt eine Chance oder nimmt der nur Agenten? Wie geht das?
Astrid
00:46:17
Wobei. Ich habe noch nie eigentlich wirklich Bücher oder Manuskripte gesucht, weil ich meist entweder die Leute angefragt habe, so hey, hast du Lust, dass wir das zusammen machen? Jetzt haben wir natürlich schon auch einen großen Stamm an Autorinnen und Autoren, die produktiv sind und was schreiben. Wir haben... Ein riesen Fundus an E-Mails mit Manuskripten, die ich gerne mal abarbeiten würde. Das heißt, das ist natürlich schwierig, wenn wir da pro Tag 20 E-Mails bekommen. Und auch jetzt bekommen wir sehr viele E-Mails, auch wenn da steht, wir nehmen nichts an. Ich bin nicht jemand, der irgendwas löscht und ich sage, man kann uns gerne was schicken, aber es braucht einfach Geduld, bis ich da rangucke. Und ich behaupte mal, selbst bei einer Auflage von nur 1.000 Büchern ist inzwischen irgendein Projekt kaum unter 10.000 Euro zu realisieren. Das heißt, so eine Entscheidung mache ich nicht zwischen Tür und Angel, da muss ich schon mal mich mal hinsetzen und sagen, okay, kriegen wir das hin oder nicht. Und ja, also generell, wenn uns jemand irgendwas anbietet, sei es auf einer Messe, sei es per E-Mail, wie auch immer, ich würde nicht bei neuen Autorinnen oder Autoren einen Mehrteiler nehmen. Und bitte, liebe Leute, tut es nicht, weil es macht einfach keinen Sinn, wenn man dann mit einem Dreiteiler oder bestens noch einem Fünfteiler kommt. Der Knaller war mal ein Neunteiler, weil das funktioniert nicht. Es gibt so viele Leute, die sagen, ich lese die Reihe, wenn sie fertig ist, weil wer weiß, ob die fertig geschrieben wird. Wir haben oft genug, dass eben von Band 1 auf Band 2 man zwei Drittel der Leute verliert. Und wie viele sollen für Band 3 noch übrig bleiben? Ich hatte früher den Anspruch, jede Reihe fertig zu machen. habe ich auch gemacht, hat aber sehr viel Geld gekostet und das ist irgendwann nicht mehr wirtschaftlich. Das geht nicht. Es funktioniert nicht. Und deshalb sage ich immer, bitte mit einem Einzelband, der bei uns ins Verlagsprogramm passt, wenn man dann Geduld hat, okay, mal gucken, was passiert. Aber auch das Handbuch fürs Mandoline spielen oder das Tagebuch einer polnischen Pflegekraft, das landet auch alles bei uns. Das mag alles sehr spannend und wichtig sein, aber nicht bei uns.
Vera
00:48:22
Wie viele Verlagsplätze pro Jahr habt ihr denn überhaupt?
Astrid
00:48:26
Ha, schwierig. Ich muss gestehen, da kommt mir immer mal wieder in die Quere, dass ich eben oft sage, wenn ich das machen will, dann kriege ich das schon irgendwie hin. Und wir haben jetzt gerade tatsächlich auch die Situation, dass ich gesagt habe, lass mal ein bisschen Gas geben, lass mal gucken, was geht denn da. Das muss aber eben auch umsetzbar sein. Ich habe jetzt seit Anfang des Jahres, lerne ich mir ein eigenes Buchsatzteam an, damit ich das nicht mehr alles nur alleine machen muss. Und das braucht natürlich ein bisschen Zeit, weil ich da den Anspruch habe, dass es auch wirklich toll ist. Und wenn das alles läuft, kann man da wahrscheinlich noch ein bisschen mehr Gas geben. Ich möchte gerne eine Mischung machen aus neuen Titeln, vielleicht aus ein paar Klassikern, die wir nochmal in einer schönen Ausgabe machen. Kann ich gar nicht so sagen. Also wir hatten im Schnitt die letzten zwei, drei Jahre so um die 50 Titel, aber es könnte sein, dass das noch mehr werden. Es ist aber, man muss immer gucken. Ja, ich denke auch.
Vera
00:49:25
Und wie viele davon sind dann Neuautoran?
Astrid
00:49:27
Puh, das kann ich jetzt gar nicht so genau beziffern. Es sind immer mal welche dabei, aber jetzt genau wie viele jetzt neu sind, weil es ist halt, was sind jetzt genau Neuautoren? Sind das welche, die auch ein neues Manuskript haben oder so Neuautoren, wo ich zum Beispiel mit Elvira Zeissler jetzt nochmal eine Neuausgabe mache oder einfach nochmal...
Vera
00:49:46
Elvira Zeissler ist keine Neuautorin.
Astrid
00:49:48
Also wenn man die Debütanten nimmt, nicht so viele, ich kann es gerade nicht benennen, weiß ich nicht. Also wir haben durchaus einige in Planung, aber der Mehrteil sind schon die stehenden.
Vera
00:50:03
Man sagt ja, das ist gerade so bei den Verlagen, dass die maximal nur einen Platz, wo man vielleicht mal zwei für Neurator haben.
Astrid
00:50:10
Das würde ich noch nicht mal sagen. Also wenn mich das Manuskript wirklich dann anfixt und ich sage, okay, das klingt super, das ist toll und man versteht sich auf einer menschlichen Ebene dann auch gut, ist das jetzt kein Hindernisgrund.
Vera
00:50:20
Aber ich frage mich natürlich, wie viele weitere Variationen von Drachen kann das eigentlich noch geben?
Astrid
00:50:26
Ja, wir machen ja auch nicht nur Drachen. Also würde ich jetzt wahnsinnig viel Geld scheffeln wollen, dann wissen wir alle, das Rezept ist ganz einfach. Da müsste ich jetzt auf Dark Romance umsatteln. Das möchte ich nicht. Kann jeder machen, wie er mag, aber ich möchte es nicht. Und ich bin sehr dankbar, dass ich das bis jetzt nicht brauchte. Und da muss man da vielleicht ein bisschen langsamer vorangehen. Aber ich mag sehr gerne die Ideen, die so ein bisschen nicht 0,8,15 sind. Wir hatten mal eine Zeit, da war irgendwie gefühlt jedes Manuskript irgendwas mit Dämonen, dann kam jedes Manuskript irgendwas mit Engeln und ja, auch das hässliche Entlein, dass den Millionär trifft, das ödet mich an, das ist langweilig und wenn halt irgendwann mal eine coole Idee um die Ecke kommt, dann sage ich auch, wow, okay, dass wir die Staubchronik von der Lynn Wiener damals gemacht haben, das ist ja auch nicht so die klassische Fantasy, wo ich aber gesagt habe, ich finde es großartig, ich kann dir nicht versprechen, ob das bei uns ankommt, aber ich finde es gut, also wenn du möchtest, lass es uns probieren. Da bin ich eigentlich, möchte ich mich auch gar nicht so festlegen, weil selbst wenn mir jemand ein super tolles Exposé irgendwo pitcht, wenn der stilfürchterlich ist, da bringt auch das tolle Exposé nichts. Es muss halt irgendwie alles stimmig sein und deshalb sage ich immer, wenn du Geduld hast, probier es und dann schauen wir, was passiert.
Vera
00:51:46
Ist es denn so, dass du, dass ihr dann wirklich eher, wenn ihr jetzt irgendwelche neue Autoren, Autorinnenprogramme, die über direkte Anfragen bekommt oder werdet ihr auch von Agentur angefragt und, Wie ist deine Quote?
Astrid
00:52:01
Ja, wir bekommen auch Anfragen von Agenturen. Ich muss aber zugeben, ich möchte ja, wenn mit den Menschen, die das Buch geschrieben haben, was zu tun haben. Und wenn wir so ein Event machen auf der Drachenburg, dann möchte ich da bitte die Autorin sitzen haben und nicht die Agenten. Das heißt, es ist mir schon wichtig, dass man da in direktem Kontakt miteinander ist. Und ein Name meiner persönlichen Leitsprüche ist, ich investiere nicht nur in Bücher, ich investiere in Menschen. Und das ist nicht nur Geld, das ist auch Zeit, das ist Engagement, weil mich interessieren auch die Leute, die dahinter stehen und es haben sich auch sehr viele wirklich tolle Freundschaften daraus entwickelt und man macht ja viele Dinge da gemeinsam und da finde ich halt irgendwie eine Agentur dazwischen irgendwie störend. Ich kann das verstehen, wenn man sagt, ich habe keine Lust jetzt auf irgendeinen Abrechnungskram, aber alles, wenn es darum geht, hey, guck mal und was hältst du von dem Design und das sind halt Sachen, das möchte ich bitte in direkten Kontakt da haben. Also das ist für mich eher so ein Hemmschuh, wenn ich sage, ach ja, Agentur XY, da habe ich nicht so die Leidenschaft oder den Zugang zu, als wenn das jetzt die Autorinnen selber wären.
Vera
00:53:09
Also du weißt jetzt schon, dass du nach der Ausstrahlung dieser Podcast-Folge von meinen Skripten überhäuft wirst. Also selbst ich kriege jetzt totale Lust, in Fantasy mal ein Skript zu schreiben. Zumal meine ersten beiden Bücher habe ich auch später gelernt sind Fantasy, Bourbon Fantasy. Sie, also ich hätte jetzt große Lust, mit dir zusammenzuarbeiten.
Tamara
00:53:29
Ich muss echt sagen, alles, was mich bei meiner einen Verlagserfahrung genervt hat, machst du nicht. Das gibt mir ein Stück Hoffnung zurück.
Astrid
00:53:41
Ich habe für mich immer gesagt, ich möchte die Bücher machen, die ich selber im Schrank haben möchte und ich finde, man muss sich ja nun schon auf Augenhöhe begegnen. Es gibt natürlich Entscheidungen, wo ich ganz klar sagen muss inzwischen auch, da brauche ich ein Vetorecht. Es gibt auch mal das ein oder andere Cover in der Vergangenheit, wo ich gedacht habe, naja, die Autoren ist ja wichtig, dass die happy sind, wo ich aber eigentlich schon wusste, das wird nicht funktionieren. So, da haben wir nichts mehr von. Und das ist eine Sache, ob ich 2.000 Euro einspielen muss oder 10.000 Euro. Also, da muss ich dann sagen, liebe Leute, vertraut mir, ich weiß, was ich tue, ich mache das jetzt lang genug, ich kann das ganz gut einschätzen, also bitte. Aber ich war völlig verblüfft, als ich irgendwann überhaupt mal realisiert habe, dass es nicht normal ist, dass die Leute, die ja diese Texte erschaffen haben, dass die also kein Mitspracherecht haben, wie es letztendlich aussieht. Und ich bekomme ja auch von manchen mit, die dann eben sagen, oh Gott, ja, ich habe da dieses Buch und das ist bei einem großen Verlag, aber es ist so hässlich, ich mag das zeigen, das ist kein Albtraum. Und da denke ich immer, wie fürchterlich ist das? Ich glaube absolut daran, dass Wünschen hilft und dass, wenn man gute Energie in ein Projekt gibt und halt diese Begeisterung entfachen kann, dass sich das ja überträgt. Deshalb, wer auch immer hier zuhört, wenn ihr ein Buch geschrieben habt, bitte, bitte macht keine Postings, wo ihr darüber weint, dass kein Mensch euer Buch kaufen möchte. Das ist der Todesstoß.
Vera
00:55:05
Das macht man nicht.
Astrid
00:55:06
Das geht einfach nicht. Und ich möchte ja, das sind ja letztendlich unsere Buchkinder und die haben alle Liebe und Pflege verdient. Und ich sage immer, egal ob es beim Schreiben ist oder auch nachher bei der Produktion, wenn irgendwo was hakt und das ganze Ding braucht halt ein bisschen länger Zeit, dass es ausgebrütet wird, dann ist das so. Ich habe lieber einen ordentlichen Text, der rund ist und der auch schön und ordentlich produziert wird. Es wird sich niemand daran erinnern, ob man vielleicht jetzt drei Monate länger gewartet hat, aber jeder würde merken, wenn das jetzt mit heißer Nadel zusammengestrickt ist und nachher das Ende überhaupt keinen Sinn macht, aber dass es schnell in den Druck kommt. Nee, also ich möchte, dass das alles von vorne bis hinten mit Herzblut gemacht wird. Weil das sind für mich nicht nur irgendwelche Sachen, die ich auf den Markt schmeiße, sondern das sind wichtige Sachen. Und für den Drachenmond ist es vielleicht nur der nächste Verlagstitel. Aber für die Menschen, die dahinterstehen, ist es vielleicht die Erfüllung eines Liebstraumes. Oder irgendwas, was sie wirklich in eine ganz andere Richtung bringt. Und ich habe so fantastische Rückmeldungen teilweise bekommen, wo mir auch Leute schon gesagt haben, Also die Arbeit an diesem Buchprojekt hat mich aus einem tiefen Loch ausgeholt und das hat mir wirklich wieder Auftrieb gegeben. Und darüber freue ich mich noch viel mehr, als wenn sich das Buch dann gut verkauft. Also natürlich brauchen wir alle, dass sich das gut verkauft. Aber für mich gibt es da einfach noch eine Ebene dahinter, die ich halt wirklich, wirklich wichtig finde. Und wo es einfach toll ist, wenn man dann halt mit den Leuten zusammen sowas Wunderschönes gestalten kann.
Vera
00:56:33
Wobei ich jetzt gelernt habe, dass das so ein bisschen von Zielgruppe abhängt. Ich habe ja bei meinem letzten Cozy Crime, inspiriert durch Gespräche mit April Winter zum Beispiel, habe ich mir auch ein Page-Overlay machen lassen. Wo so die Ostsee-Dinger ist. Und meine Leser und Leserin verstehen das nicht. Die Hälfte hält aus dem Lesezeichen. Ich habe jetzt eine Rezension.
Astrid
00:56:54
Aber und Papier mit Farben.
Vera
00:56:55
Ich habe eine Rezension bekommen. Da stand drin, ja, ich habe auch ein Buch mit Page-Overlay bekommen. Aber das hätte ich jetzt nicht gebraucht, steht da drin. Also habe ich vielleicht die falsche Zielgruppe für Page Overlays. Ich finde es nach wie vor schön. Ja, lieber Astrid, und ich kann dir ja wirklich sagen, wenn du unser Vorgespräch hörst, mich hast du definitiv aus einer leichten Depri-Woche wieder rausgeholt. Ich bin jetzt wieder sehr motiviert und möchte dich aber nicht entlassen, bevor du dich nicht den drei total kritischen Buch-Bubble-Fragen von Tamara gestellt hast.
Tamara
00:57:28
Jawohl. Die erste Frage lautet, wie jede Woche, welches Buch hat dich zuletzt Tränen weinen oder lachen lassen?
Astrid
00:57:37
Ich würde die Frage gerne splitten. Also zuletzt zum Lachen gebracht hat mich Xerubion von dem Andreas Hagemann. Kann ich sehr, sehr empfehlen. Was mich immer...
Tamara
00:57:51
Der schwäbelnde Drache.
Astrid
00:57:52
Ja, also was mich auf der anderen Seite immer sehr berührt, ist die 13. Vier von der Julia Adria. Und da habe ich immer einen Schlussreiz, weil das für mich eine der berührendsten, unmöglichsten Liebesgeschichten ist, die es gibt. Also das sind so die Gegenpole.
Tamara
00:58:05
Okay, die schreiben wir auch in die Shownotes und gehen direkt weiter zur zweiten Frage. Da hast du bestimmt eine Menge Menschen im Kopf. Welche Begegnung in der Buchbubble war für dich denn ganz besonders inspirierend?
Astrid
00:58:17
Und es gibt ein paar Autorinnen tatsächlich, die Halo Summer und die Nina Blasjean, die ich unheimlich schätze und die ich ganz großartig fand. Die Lena Klassen damals, die mit dem Bildbuch mich auch nochmal bestärkt hat, dass ich einfach den tollsten Job der Welt habe. Eine Begegnung war allerdings etwas, die vielleicht eine amüsante Note noch hat. Als ich nämlich bei der ersten Buchmesse meinen Stand hatte in Frankfurt, bin ich von einer Dame von Drömer-Knauer zum Gespräch gebeten worden, die jetzt mal gucken wollte, wer denn da auftaucht und plötzlich mehrere Autoren aus ihrem Neobox, was das glaube ich, Labelt, abgeworben hatte. Und ich weiß noch, wie sie mich fragte, wie ich denn aufgestellt sei und ich dann sagte, naja, also das bin ich und ich und ich. Ich merkte, wie so ihr Augenlid zuckte. Das fand ich sehr amüsant und da habe ich gedacht, ha, okay, also mal gucken. Aber irgendwie, ich war da voller Überzeugung, dass das schon irgendwie funktionieren wird und da denke ich immer noch sehr grinsendrennt.
Tamara
00:59:23
Sehr schön. Und zum Schluss, du hast vorhin schon das eine oder andere angedeutet, aber welches Klischee willst du denn wirklich, wirklich nie wieder in einem Buch lesen?
Astrid
00:59:32
Oh Gott, ja, bitte, das hässliche Endlein und der super duper Millionär. Gääh. Egal, ob im Fantasy-Bereich oder sonst so, einfach nein.
Vera
00:59:43
Ja, lieber Astrid, vielen, vielen Dank für diese Laudatio auf das Verlegerinnen-Dasein und für deine interessante Geschichte. Wie gesagt, mich hat es sehr belebt und um unser verbotenes Wort nicht weiter zu benutzen. Ich danke dir sehr. Und ich denke, Köln ist ja so weit nicht weg. Wir werden uns ja sicherlich dann auf Messen. Ich habe ja jetzt auch zum ersten Mal einen Stand in Leipzig gebucht. Also von daher, man wird sich begegnen, hoffe ich doch sehr. Und an euch da draußen, ihr wisst, was ihr zu tun habt, uns zu folgen, wo immer es geht. Buchbubble-Bulleter abonnieren und nächste Woche wieder zuhören. Also, bis dahin, bleibt uns gewogen. Tschüss.
Tamara
01:00:30
Tschüss, danke.
Astrid
01:00:31
Tschüss.