Die Zwei von der Talkstelle

Gespräche aus der Selfpublisher- und Buchbubble

Die authentische Autor:innenmarke: Müssen wir sie kreieren oder entdecken?

Kann man eine Personenmarke frei erfinden? Oder war sie schon immer in uns, und wir müssen sie nur ausgraben, um endlich die richtigen Leserinnen und Leser für unsere Bücher anzuziehen?

12.03.2026 60 min

Zusammenfassung & Show Notes

Kann man eine Personenmarke frei erfinden? Oder war sie schon immer in uns, und wir müssen sie nur ausgraben, um endlich die richtigen Leserinnen und Leser für unsere Bücher anzuziehen? Was ist, wenn wir viel mehr sind als nur dieser eine Aspekt?
Bekommt man das unter einen Hut oder muss man sich am Buchmarkt spitz positionieren? Vera und Tamara sprechen über ihren Weg zur Personal Brand und welche Rolle Entscheidungen und Fokus dabei haben. Dabei kommen Fragen auf zu Cover, Social Media, Bühnenoutfits und persönlichen Themen.
In vielem haben die Zwei von der Talkstelle in letzter Zeit ähnliche Erfahrungen gemacht - aber bei einer Sache geht's dann doch noch heiß her …
Hört rein! 

Gespräche über das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern, egal ob Selfpublishing oder Verlag. 


Kann man eine Personenmarke frei erfinden? Oder war sie schon immer in uns, und wir müssen sie nur ausgraben, um endlich die richtigen Leserinnen und Leser für unsere Bücher anzuziehen?

Was ist, wenn wir viel mehr sind als nur dieser eine Aspekt? Bekommt man das unter einen Hut oder muss man sich am Buchmarkt spitz positionieren?

Vera und Tamara sprechen über ihren Weg zur Personal Brand und welche Rolle Entscheidungen und Fokus dabei haben.
Dabei kommen Fragen auf zu Cover, Social Media, Bühnenoutfits und persönlichen Themen.

In vielem haben die Zwei von der Talkstelle in letzter Zeit ähnliche Erfahrungen gemacht - aber bei einer Sache geht's dann doch noch heiß her …

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Transkript

Vera
00:00:00
Hat mich meine Autorenmarke gefunden, ohne dass ich es gemerkt habe. Und plötzlich kriege ich sie präsentiert. Das und weitere Dinge haben wir diskutiert. Ich weiß noch nicht, ob wir zu einer Lösung gekommen sind. Zumindest gab es doch einige sehr widersprüchlich diskutierte Themen.
Tamara
00:00:17
Wir haben über unseren Weg zu einem Genre gesprochen, bei dem wir uns wohlfühlen. Haben uns gefragt, ob Genre-Mix eigentlich funktioniert. Wie wir unsere Themen, unsere Genres nach außen ausstrahlen. Und ja, uneinig waren wir uns auch ein bisschen. Folge 302 von die zwei von der Talkstelle, dem Podcast übers Schreiben und Veröffentlichen in Self-Publishing und im Verlag. Und mir gegenüber, virtuell zugeschaltet, sitzt Vera Nentwig. Ich bin Tamara Leonhardt und jetzt will ich natürlich als allererstes wissen, Vera, wie war dein Buchrelease?
Vera
00:01:10
Ja, super, super. Aber ich würde sagen, da kommen wir gleich zu. Ich blende darauf, dir eine total lustige Story zu erzählen, die auch irgendwie zu unserer letzten Folge passt. In der letzten Folge hatte ich ja dir meine Erlebnisse mit der KI erzählt. Und ich weiß nicht, ob womöglich JetGPT unseren Podcast hört und sich jetzt überlegt hat, so jetzt verarschen wir, die nennt mich mal so richtig. Heute Morgen, ich bin so aufgestanden, ich weiß nicht, wie es dir so geht, wenn du so aufstehst, du erst einen Kaffee machst, dann fließen die Gedanken ja schon mal irgendwie. Bei mir kam der Gedanke, ach Vera, du könntest ja eigentlich am Wochenende mal deine Steuererklärung machen, dann hast du es hinter dir.
Tamara
00:02:00
Klingt nach Spaß.
Vera
00:02:01
Ja, gut. Das ist eigentlich immer nur einfach Doing. Die Hauptarbeit ist ja immer, die Belege zu erfassen und in die Einnahmenüberschussrechnung reinzuschreiben. Alles andere ist bei mir mit ein paar Klicks eigentlich getan. Und ich bin eigentlich schon ganz gut organisiert, indem ich halt sämtliche Belege, wann sie kommen, immer direkt schon in einen Cloud-Ordner schiebe und auch monatlich markiere, sodass ich die alle schon da an einer Stelle habe. Wenn ich irgendwas noch als Papier kriege, wird das gescannt und auch da reingetan. Also das habe ich alles an einem Platz. Ich muss es eigentlich nur durchgehen und mit den Buchungen abgleichen. Kein so ein Riesen, also keine mentale Höchstleistung, ist einfach nur ein Doing. Da habe ich gedacht, als ich dann so meinen ersten Kaffee schlürfte, Moment, es gibt doch jetzt KI. Gibt es nicht irgendeine KI, die einfach meinen Cloud-Ordner nimmt mit den Belegen und mir dann eine schöne Excel-Datei draus macht.
Tamara
00:02:56
Okay, mutig.
Vera
00:02:59
Und dann habe ich halt mein Handy genommen und mich daran erinnert, was du letzte Woche gesagt hast, dass du ja immer mit der KI plauderst und nicht tippst. Und dann habe ich hier Co-Pilot von Microsoft aufgerufen, das ist ja eigentlich ChatGPT, und habe da mal mein Ansinnen hineingesprochen. Und zu meiner Überraschung antwortete mir die Stimme eines sehr lockeren jungen Mannes. Ich habe ihm gesagt, er musste zwei, drei Fragen gestellt und dann musste ich die Dialoge vorspielen. Du kriegst echt, also wirklich. Ich habe dem jetzt erklärt, was er zu tun hat. So, dann sagt er Folgendes. Na, perfekt. Dann legen wir einfach mal los und tauchen ein bisschen in die Optionen ein. Ich bin gespannt, was deinem Workflow am besten entgegenkommt. Also lass uns mal direkt reinschauen und dann sehen wir weiter. Ich habe geantwortet. Okay. So, dann nächste Antwort. Super, dann machen wir das doch. Wir schnappen uns jetzt ein paar Tools, schauen uns an, wie du sie am einfachsten mit deinen Cloud-Daten verknüpfen kannst und checken gleich, wie gut sich das Ganze mit Viso integrieren lässt. Also, wer mein Plan? Wie klingt das für dich? Ja, prima. Leg mal los, habe ich geantwortet.
Tamara
00:04:15
Aha.
Vera
00:04:16
So, dann. Alles klar. Dann packen wir es an. Ich suche dir gleich mal ein paar dieser kostenlosen Tools raus, die gut mit Video harmonieren. Und wir testen die dann einfach durch. Wenn du also bereit bist, legen wir direkt los und schauen, was am besten passt.
Tamara
00:04:30
Ja, hast du doch schon gesagt.
Vera
00:04:31
Ja, ich habe gesagt, ich bin bereit schon seit 10 Minuten. Ne? So.
Tamara
00:04:36
Ready when you are.
Vera
00:04:37
Genau. Alles klar, alles klar. Ich habe es kapiert. Dann will ich dich gar nicht länger warten lassen. Ich lege sofort los und wir checken das Beste für dich aus. Also mach mir Nägel mit Kapfen. Ja, ich habe gewartet. Ich dachte, da kommt jetzt was. Irgendwie nach einer Minute habe ich gefragt, wann kommt denn jetzt was? Und dann kam das. Alles klar. Kein Stress. Ich bin schon dabei, wirklich. Wir machen jetzt direkt los und ich bringe dir gleich die ersten Tools. Also schnapp dir einfach kurz einen Moment und ich verspreche dir, in ein paar Sekunden legen wir richtig los. Okay, ne? Und dann habe ich wieder gewacht, habe gesagt, okay, ich wachte, dann kam das. Glaub mir, ich bin schon dran. Ich las dich hier nicht lange zappeln. Also, wir werfen jetzt einfach gleich mal einen Blick auf die Tools, die wir brauchen und dann legen wir wirklich endgültig los. Also, einfach noch einen klitzekleinen Moment und dann geht's richtig rund.
Tamara
00:05:33
Der nimmt dich nicht ganz ernst.
Vera
00:05:37
Und ich muss endlich, also ich musste schon so schmunzeln vor all dieser jubile Tone.
Tamara
00:05:43
Ja, Frau Nentwig, ganz ruhig, ich mache das. Jetzt nehmen Sie noch Ihre Tabletten und dann setzen Sie sich schön hier hin und dann gibt es ganz fein bald die Ergebnisse. Sorry.
Vera
00:05:55
Ja, dann kam, und dann kam das hier. Absolut. Jetzt sind wir wirklich auf dem Weg. Wir starten einfach direkt mit der ersten Option. Also ich zeige dir gleich mal, welche Tools dir wirklich helfen können und dann können wir nahelos weitermachen. Gibt es irgendwas Bestimmtes, womit wir anfangen sollen? Ich war jetzt mittlerweile ungehalten, habe gesagt, jetzt fang endlich an. Dann kommt das jetzt hier. Alles klar, jetzt mache ich keine halben Sachen mehr. Wir starten sofort, keine Sorge. Ich zeige dir gleich die ersten Schritte und wir tauchen in die Tools ein. Also Augen auf, in ein paar Sekunden geht's los.
Tamara
00:06:35
Alter, das stimmt nicht mit dir.
Vera
00:06:41
Also es geht also noch so weiter. Irgendwann habe ich dann aufgegeben. Und ich habe so das Gefühl, auch dieser joviale Typ, hey, alles easy. Ich stelle mir jetzt so einen Typen vor mit einem Joint in der Hand. Lassen wir uns mal nicht hetzen. Ich musste so lachen. Dann war ich so, und dann dieser Jovi, ja, ja, ich habe es kapiert, ich lege jetzt mal los mit so etwas Bestimmtes.
Tamara
00:07:09
Ei, ei, ei.
Vera
00:07:12
Ja, also ChatGPT und der Co-Pilot hat mir nicht geholfen.
Tamara
00:07:16
Also wenn die KI so drauf ist, bei der Aufgabe, uns unsere kreativen Jobs wegzunehmen, bin ich ein bisschen geruhigt.
Vera
00:07:25
Ja. Wobei ich muss dann sagen, für alle, die, ich meine, die meisten da draußen müssen ja womöglich auch so Einnahmenüberschussrechnung machen. Ich habe dann eine, wie ich finde, geniale Lösung gefunden. Ich habe jetzt meine Einnahmenüberechnung nämlich jetzt schon fertig, also zumindest den Ausgabenteil davon, weil ich habe ja, wie du weißt, bin ich ja großer Fan und begeisterter Nutzer von Evernote, dieser Notiz-App, wo ich ja alles drin organisiere. Und da gibt es jetzt seit der neuesten Version natürlich auch eine AI-Funktion, die dann so Notizen aussieht und die wirklich gut ist. Also ich habe letztens zum Beispiel gefragt, kannst du mir mal die Zutaten zum Kartoffelsalat von meiner Mutter nennen? Und ich muss dazu sagen, meine Mutter hat mir vor zehn Jahren mal irgendwie handschriftlich mal auf den Zettel geschrieben, was sie da macht. Und das habe ich halt eingestellt und da reingetan. Und das hat er mir aus der Pistole geschossen sagen können. War schon cool. Naja, da habe ich gedacht, komm, dann machst du doch anders. Habe ich die ganzen Belege, die ich ja eh schon im Cloud Order Hub, habe ich dann in Evernote Notices reingeladen und habe dem gesagt, so mach mal eine Tabelle da draus, schreib mir Empfänger, IBAN und so weiter da ran, hat er auch gemacht. Und dann habe ich dann allerdings dann wieder Co-Pilot genommen, habe auf einer Seite meine Kontenbewegung, auf anderer Seite meine Belege, habe gesagt, schreibt jetzt die Buchungsdaten da dran. Und dann hat er halt gematcht. Und jetzt habe ich die Tabelle schon. So, jetzt muss ich nur noch meine paar Rechnungen dagegen schreiben und so ein, zwei Standardpositionen, dann bin ich schon fertig.
Tamara
00:08:55
Okay.
Vera
00:08:56
Das ist ziemlich cool.
Tamara
00:08:57
Auch nicht schlecht.
Vera
00:08:59
Ja.
Tamara
00:08:59
Ich denke gerade so, wenn nächste Woche nochmal sowas kommt, dann machen wir eine neue Rubrik KI-Updates mit Vera.
Vera
00:09:06
Ja, genau. Genau, mal gucken, wie die mich beim nächsten Mal verarscht. Ja, aber zum Buchlounge kommen. Also, Buchstattparty war mega, war richtig, richtig schön. Ich hatte es ja schon angedeutet, wir hatten das ja jetzt wieder hier in der williger Buchhandlung gemacht, das war jetzt das siebte Mal eigentlich schon. Allein das ist ja schon genial.
Tamara
00:09:30
Ja.
Vera
00:09:32
Und wir hatten das jetzt zum ersten Mal gemacht. Bisher war das ja immer kostenlos, aber wir hatten jetzt so gedacht, nee, das können wir nicht auf Dauer kostenlos machen. Dass wir gesagt haben, wir nehmen einen relativ kleinen Eintrittspreis, sechs Euro, dafür machen wir dann auch ein Sekt schön und passend zu irgendwas Hudi, was Marmorkuchen und so. Und da war ich zuerst ein bisschen unsicher, wie wird dann angenommen von den Leuten, die bisher nichts bezahlen mussten. Aber das war überhaupt kein Problem. Und wir haben da so in der Buchhandlung, die kriegen so 50 Leute unter und die hatten wir auch da.
Tamara
00:10:05
Mega cool.
Vera
00:10:07
Und klar, waren natürlich auch Freunde dabei und so. Aber was mich am meisten wirklich begeistert hat, wenn ich da auch nochmal so in der geballten Häufung die Menschen gesehen habe, die wirklich schon seit Jahren dabei sind. Menschen, die ich so ja gar nicht kenne, die hier so aus dem Geschäftsleben sind oder so. Und die dann auch zu mir kommen und sagen, ja, wir haben alle ihre Bücher und die dann auch da sind und man ein ganz tolles Feedback bekommt. Und mir ist dann auch bewusst geworden, dass der erste Biene Hagen-Krimi ja schon vor zehneinhalb Jahren, fast elf, veröffentlicht wurde. Ich habe das Zehnjährige vertudelt und da habe ich natürlich auch lange darüber erzählt, wie das gegangen ist. Und ich habe mich dann so erinnert damals, wie ich dann damals ja noch meine erste Buch-zum-Buchhandel-Tour gemacht habe. 13 Buchhandlungen an einem Tag, wie ich dann auch damals noch von Was mit Büchern, die das, glaube ich, organisiert hatten. Damals in Frankfurt, das Vortragsprogramm, wurde ich ja eingeladen aufs Podium. Und was da alles passiert ist in dieser Zeit. Irre. Nee, also das war wirklich toll. Also die Stimmung war super. Ich muss gestehen, ich war aber auch richtig gut drauf. Hat mir auch großen Spaß gemacht.
Tamara
00:11:32
Dann war ich gut.
Vera
00:11:33
Ja, also das will ich jetzt gar nicht sagen. Ich habe viel geplaudert, hatte ein bisschen Angst, weil ich zu viel plaudere. Aber im Nachhinein das Feedback war, dass das alle irgendwie toll fanden. Ich habe mich einfach richtig gut gefühlt. Das wollte ich so sagen.
Tamara
00:11:47
Ja, alles gut.
Vera
00:11:51
War wirklich, Es war wirklich ein sehr mutmachender Abend, das kann man nicht anders sagen.
Tamara
00:11:57
Vera, das freut mich.
Vera
00:11:58
Schön, es freut mich, wenn dich das freut. Ich habe ja dann direkt noch einen draufgesetzt. Am Samstag, Sonntag war ja hier die Buchmesse Niederrhein, die erste. Diana Menschig und einige Mitstreiterinnen organisieren das ja in Brüggen, direkt zu nahe der holländischen Grenze. Und da war ich natürlich auch. Und ich muss sagen, dass auch das war für mich sehr, sehr positiv. Ich hatte ja, wie du weißt, und die Hörerinnen und Hörer ja auch, jetzt so im letzten Jahr zögerlich begonnen, mich mal auf die eine oder andere kleine regionale Messe zu bewegen. Mit, ja, ich sag mal, eher durchwachsendem Erfolg. Insofern war jetzt auch meine Erwartung nicht so hoch. Es ist auch nicht so teuer. Ich hatte so gedacht, wenn ich so die üblichen zehn Bücher schaffe, dann wäre es okay. Am Ende habe ich 39 verkauft.
Tamara
00:12:55
Mega.
Vera
00:12:56
Jetzt muss man natürlich auch sagen, das war jetzt auch tatsächlich ein Heimspiel für mich. Also A, Niederrhein. Meine Biene Hagen-Krimi spielt Niederrhein. Und dann der neue Fall, der ja dann vor der Woche rausgekommen ist. Da liegt die Leiche auch noch in Brüggen.
Tamara
00:13:10
Ja, okay, cool.
Vera
00:13:12
Dann hatte ich da auch, das hatte Diana und ihr Team, hatten das wohl schon so bewusst so gemacht, dass ich einen strategisch sehr günstigen Stand-Tischplatz hatte. Ich muss dir halt so vorstellen, war ja in einem Hotel, da gibt es so den langen Flur, Konferenzzentrum, rechts und links Konferenzräume und das geht halt auf den einen großen Konferenzraum zu. In diesem war ich. Und quasi, wenn du von dem Gang die Tür aufmachst, der erste Tisch, wo du drauf zulaufst, war meiner. Dann hatte ich ja jetzt meine schön neue bedrückte Tischdecke. Ich habe ja übrigens auch den Slogan jetzt entschieden, beziehungsweise die Mehrheit auf Social Media entschieden. Das sind jetzt Krimis mit Herz und Kante. Hatte ich ja darauf gedruckt. Das heißt, was man erst mal sah, war mein Tisch mit dem Slogan. Und ich habe es natürlich in meiner schüchternden Art direkt alle, die da reinkamen, erst mal begrüßt. Und im Übrigen könnten wir da wieder sehr, sehr viele Erfahrungen von wegen ansprechen und nicht ansprechen teilen. Oder ausdiskutieren besser. Also ich habe alle, die reinkamen, habe ich zumindest mal mit Hallo begrüßt und schön, dass sie da sind. Und dann halt immer mit meinem Spruch, hier gibt es heitere Krimis, da wird gemordet, aber es tut nicht weh. Da hatte ich dann zumindest die Aufmerksamkeit und dann direkt gesagt, ja und hier liegt die Leiche sogar in Brüggen. Also ich hatte da schon eine sehr exponierten Position. Also das hat dem sicherlich sehr gedient und ich habe aber von den anderen Teilnehmenden, die da waren, es waren ja viele da, die man so kennt. Andreas Hagemann war da, der war ja auch schon bei uns. Die Carla Kapellmann war da, die war auch schon bei uns. Und so, Diana ja auch. Und wir haben uns dann doch sehr auch lebhaft ausgetauscht. Soweit waren eigentlich alle zufrieden. Die Verkäufszahlen waren jetzt natürlich unterschiedlich. Ich muss auch dazu sagen, da in Brüggen, das Publikum war ein bisschen mehr meine Zielgruppe als das übliche junge Fantasy-Publikum.
Tamara
00:15:15
Ja.
Vera
00:15:18
Und was ich da, worauf ich eigentlich hinaus wollte, ist, was ich halt da erfahren habe, auch wiederum, dass doch relativ viele Menschen dann an meinem Tisch kamen, die schon in irgendeiner Weise von mir gehört hatten.
Tamara
00:15:31
Okay.
Vera
00:15:32
Da ich mehrere Bibliotheken aus dem Niederrhein standen vor mir, dass sie schon überlegen würden, die fragten dann schüchtern, ob ich mir vorstellen könnte, Lesungen zu machen.
Tamara
00:15:43
Da merkt man ja wieder.
Vera
00:15:45
Wie wenig die einen kennen.
Tamara
00:15:47
Ja, sowas mache ich nicht.
Vera
00:15:50
Zwei oder drei Vertreter, Vertreterinnen waren es von Buchhandlungen in der Region, die auch schon von mir gehört hatten und so. Und dann fragten und auch nach Lesungen fragten. Wo ich dachte, naja, also irgendwie scheinen die Leute schon auch was mitzukriegen, auch wenn man nicht, dabeierweise ja keine Resonanz hat. Also ich muss sagen, ich bin doch mit im axolten Hochgefühl nach Hause gefahren und muss auch gestehen, ich habe eine Menge gelernt. Also da habe ich da doch sehr viel, ich habe dann doch sehr genau beobachtet jetzt so, weil ich ja mehr machen will mit der Messe, jetzt auch in Bezug auf Leipzig, zum Beispiel nach welchen Covern greifen die Leute. Und ich hatte ja so meine Bienehagenkredel, sind ja neun Stück, die hatte ich ja auf so einem Stufenregal aufgebaut. Und die meisten haben immer das Cover von Tote machen Träume wahrgenommen. Ich habe es hier gerade liegen. Das ist rosa. Das ist der dritte Teil.
Tamara
00:16:53
Das ist ein VW-Bus. Zeig nochmal, dass wir es ein bisschen beschreiben können.
Vera
00:16:57
Genau.
Tamara
00:16:57
Unten ein VW-Bus vor einem Gartenzaun und oben sieht man ein paar Nichts-Verkehr-Drumme für Beine, Jeans und Stiefel. Ja, könnte jetzt jedes Geschlecht sein.
Vera
00:17:09
Ja, ja.
Tamara
00:17:10
Und ein Hund. Ah, Hunde sind immer gut.
Vera
00:17:12
Oh, ja, ja.
Tamara
00:17:13
Was ist das, so ein weißer Cäsar-Terrier?
Vera
00:17:16
Genau, genau, so einer. Und gut, also Beine sind ja bei allen binaren Krimis drauf. Ja. Ich habe dann zuerst gedacht, das wäre so, weil das zuerst unten rechts an der Ecke stand. Da habe ich das mal verschoben, nach links.
Tamara
00:17:34
Feldstudien.
Vera
00:17:35
Genau. Es waren natürlich vornehmlich Frauen, dass die doch auf das auffällige Rosa zuerst griffen.
Tamara
00:17:44
Ja, da hätte ich jetzt aber fragen müssen, was hat sie jetzt an diesem Cover angesprochen? Weil vielleicht war es auch der VW-Bus, den fände ich jetzt auch sehr interessant. Oder der Hund.
Vera
00:17:51
Ja.
Tamara
00:17:53
Vielleicht brauchst du in deiner neuen Reihe noch ein Tier, das die ermittlenden Personen begleitet.
Vera
00:18:01
Ja, wer weiß, wer weiß. Aber gekauft, also von dem Titel hat kein Mensch ein Buch gekauft. Da werden dann immer gefragt, womit fängt die Reihe an.
Tamara
00:18:11
Ach so, ja, ja.
Vera
00:18:11
Und ich hatte ja erzählt, in welchem ist denn jetzt die Leiche in Brüggen? Also das waren dann schon die, die am meisten gekauft.
Tamara
00:18:17
Ja, ist aber logisch.
Vera
00:18:18
Ja, was mich ein bisschen jetzt im Nachgang in Bedrohung gebracht, weil ich eigentlich dachte, ich habe vom ersten Teil der Reihe noch absolut genug Bücher für Leipzig. Jetzt ist die Zahl gar nicht mehr so hoch. Aber gut, ich kann einfach nur so viel verkaufen, wie ich habe. Das ist dann eben so.
Tamara
00:18:37
Ja, ich glaube, wenn du bei Amazon jetzt noch schnell Autorinnen-Exemplare bestellst, das könnte hinkommen. Das habe ich nämlich auch schon mal in meiner Not vor einer Messe dann gemacht, dass ich wenigstens davon noch ein paar dabei habe. Und da hast du ja auch Marge.
Vera
00:18:53
Ja, aber die sind ja ein leicht anderes Format als die normalen, die ich bruckeln lasse. Nee, das ist so ein Aufwand. Also ich habe jetzt noch 25 und so. Wenn die weg sind, sind sie weg. Ich habe ja noch genug andere.
Tamara
00:19:04
Ja, ich meine im Zweifel bietest du halt an, jetzt kaufen und du schickst es halt nach.
Vera
00:19:11
Ja, ja, sowas auch. Schau mal einfach, das wird schon gehen. Und es ist auch die Frage, ob die Wiener Hagen-Reihe dann da in Leipzig der Renner ist. Hier war natürlich sehr der regionale Bezug.
Tamara
00:19:24
Ja, klar.
Vera
00:19:25
Das weiß man ja auch nicht. Ja, aber ich habe, wie gesagt, ich habe auch sehr so ein bisschen darauf geguckt und gefragt, welche der Kolleginnen und Kollegen, wer verkauft Bücher, wie stehen die da so am Stand?
Tamara
00:19:38
Ja.
Vera
00:19:40
Also ich habe schon festgestellt, dass das, was man letztlich gelernt hat, schon stimmt. Du brauchst eine absolut ganz klare Zielansprache. Und dadurch, dass ich jetzt wirklich sagen konnte, hier gibt es heitere Krimis Punkt, so, das war ich musste keinen rumlavieren ja, ich habe hier das und da das und dies, das, neben mir war eine Kollegin, die hat dann immer gesagt ja, ich habe ein Genre-Mix mit ein bisschen Horror und ein bisschen so und da standen die Leute mehr oder weniger ratlos davor Ja.
Tamara
00:20:14
Das ist schon, das kann ich gut nachvollziehen, also klar man gerade im Self-Publishing nutzt man natürlich auch die Freiheit, dass man sich nicht in eine Schublade quetschen lassen muss, aber das, erschwert es halt den Leuten dann auch direkt einschätzen zu können, ist das was für mich oder nicht.
Vera
00:20:32
Genau, und ja, was ja noch ein bisschen auch zu dem, wo wir uns heute ein bisschen vom Unterhalten führen, führt. Also diese klare Marke, dass man eine klare Botschaft nach Augen, das ist mir auch da sehr bewusst geworden, dass ich ja jetzt auch mit der Tatsache, dass ich jetzt wirklich mich entschieden habe, ich konzentriere mich auf die Krimis und es bleiben auch Krimis. So, das heißt, ich habe auch den Spruch da jetzt da groß draufstehen. Etwas, was ich ja voriges Jahr noch nicht hätte machen können, weil ich immer noch unsicher war, bin ich jetzt, mache ich doch wieder mehr Kabarett oder mache ich dies oder das, ne? Dass letztlich so diese Entscheidung, das ist das eine Ding, mit dem gehe ich jetzt vor, ein wirklich ganz wichtiger Schritt ist und so schwer es einem ja manchmal auch fällt, wenn man das Gefühl hat, ich muss jetzt was anderes, was man ja auch schön finde, wegfallen lassen. So hilfreich ist es.
Tamara
00:21:29
Ja klar, das glaube ich dir direkt.
Vera
00:21:31
Ich musste immer an Roberto Blanco denken. Letztens war er auch bei Gast. Wer weiß denn sowas. Und da kam irgendwie das Thema da drauf. Und dann sagt er ja auch, er macht seit 40 Jahren, 50 Jahren immer genau dasselbe. Und die Leute, seine Fans wollen genau das. Und deswegen macht er genau das. so und so und, Und eben nur das, und das ist jetzt auch, da leidet er nicht drunter, sondern er freut sich ja, dass er dafür seine Fans hat und davon leben kann und so. Und dass man eher glücklich sein soll, dass man doch da was hat, als darüber zu hadern, dass man was anderes nicht hat.
Tamara
00:22:16
Ich wollte aber gerade sagen, also da ist halt, wenn man so einen Schritt nochmal zurückgeht gedanklich, halt einfach wichtig, in dem Moment, wo man sich für was entscheidet, dass man sich auch für was entscheidet, was man im Zweifel bereit ist, dauerhaft so weiterzumachen und nicht nur, oh, das ist jetzt gerade angesagt, dann mache ich jetzt halt das und eigentlich hat man keinen Spaß dran, weil dann kriegt man nach ein paar Jahren das Kotzen, würde ich sagen.
Vera
00:22:39
Ja, wobei es natürlich als Auto-Autorin immer noch die Möglichkeit des Pseudonyms gibt. Da gibt es ja auch durchaus Kollegen, die dann verschiedene Pseudonyme haben.
Tamara
00:22:49
Na klar, aber da muss man halt auch überlegen, wenn ich jetzt unter einem Pseudonym was anderes mache, in der Zeit kann ich nicht das machen, womit ich das Geld verdiene, kann ich mir das leisten.
Vera
00:22:58
Ja, ja, klar. Und das ist ja auch dann so eine Sache, so Menschen wie wir, die ja doch dann gerne auch schon mal mit dem Publikum interagieren, da ist das ja mit diesen Pseudonymen nicht keine so eine gute Idee.
Tamara
00:23:08
Ja gut, kann ja offen sein.
Vera
00:23:10
Ja, dann funktioniert es wahrscheinlich wieder nicht so richtig gut.
Tamara
00:23:13
Also ich glaube schon.
Vera
00:23:13
Dass das schon, wenn das richtig soll, dass das geschlossen sein.
Tamara
00:23:17
Glaube ich nicht. Ja.
Vera
00:23:19
Ja gut, aber ja, also ich habe auch jetzt auch bei der Buchstartparty dann doch gemerkt, ja, ich meine, das Thema hatten wir ja vor vielen Jahren schon mal und es gibt schon eine Marke Vera Nendwig. Und ich habe ja eigentlich immer gewusst, dass diese Marke Vera Nendwig relativ eindimensional ist und dass für die meisten Menschen das einfach die Krimis sind, die heiteren Krimis. Und das, was mich ja immer davon abgehalten hat, mich darauf einzulassen, war ja immer das Gefühl wie, ja, aber ich möchte noch was anderes machen und vielleicht will ich das ja auch mal was nicht machen und was Neues, dass ich mich dadurch irgendwie eingrenzen würde. Und jetzt, wo ich das Gefühl habe, jetzt matcht es gerade mit meiner aktuellen Entscheidung, fühlt sich das irgendwie richtig gut an.
Tamara
00:24:11
Ich meine, wenn wir ehrlich sind, hast du ja auch die ganzen letzten Jahre Krimi gemacht. Also du hast ja zwar dir gedanklich andere Wege offen gehalten, aber das, was du gemacht hast, ist ja letzten Endes das, was die Leute wahrnehmen und wie sie dann diese Marke auch verstehen.
Vera
00:24:27
Ja, wobei ich habe jetzt ja immer, steht auch noch auf der Webseite steht ja mal Kabarettistin und Autorin. Also ich habe ja eine Zeit lang schon so die Idee gehabt, jetzt so auf den Bühnen dieser Welt stehen, das wäre schon schön, ne? Gut, jetzt mittlerweile bin ich davon mehr oder weniger weg. So, und ich nehme dann Autorin wieder nach vorne, oder so.
Tamara
00:24:46
Ja, ich meine, dieses Kabarettistische kannst du ja in deine Lesungen mit reinnehmen, also das ist ja nicht, dass das dann ganz weg ist.
Vera
00:24:53
Nein, aber das ist halt schon was anderes, ist eine andere Ausrichtung halt, ne?
Tamara
00:24:57
Ja.
Vera
00:24:59
Ja, das sind so meine Erfahrungen der letzten Tage. Wie sieht es denn bei dir aus? Ich meine, hast du da eigentlich eine Entscheidung Richtung Marke getroffen oder bist du dann auch in dem Durcheinanderstatus, wie ich es bis vor ein paar Monaten auch war?
Tamara
00:25:18
Also ich habe jetzt für mich nicht endgültig ausgeschlossen, dass ich irgendwann mal, wie gesagt, vielleicht mal einen Thriller schreiben mag oder so. Aber im Moment ist für mich klar, dass ich jetzt diese Reihe schreibe, die auf Rock in Peace basiert, sprich, dass es Musikdramen im Punkrock-Umfeld sind und das matcht auch im Grunde mit dem, wie ich mich sehe, mit den Themen, die ich nach außen trage. Also das würde ich sagen, ist eigentlich gerade sehr rund und hat sich tatsächlich auch über dieses Buch so ein bisschen entwickelt. Also ich hatte zwar das Musikthema ja vorher schon, aber ich habe das Gefühl, wie fange ich an? Also ich habe ja angefangen mit den Liebesromanen. Und da war es schon oft so, wenn ich irgendwie ganz am Anfang gefragt wurde, was schreibst du denn? Ja, Liebesromane. Nicht, dass ich Liebesromane schlimm finde. Ich mag auch meine Geschichten immer noch total gerne. Aber irgendwie habe ich gemerkt, dass da so eine kleine Dissonanz ist. Und jetzt wird es ganz tiefenpsychologisch. Und da war halt auch noch sehr viel in mir drin, so wie man als Mädchen und Frau zu sein hat, so schön lieblich und ruhig und so. Und da passt das alles und Blümchen und Rosen auf den Tisch und bla. Und mit der Entscheidung, jetzt bei diesem Drama eben auch mal eine etwas dreckigere Musikrichtung ins Buch zu bringen, die ich durchaus ja vorher auch gehört habe, hat sich da ganz viel so bei mir als Künstlerin befreit und auch persönlich. Also das war so eine gemeinsame Entwicklung und ich denke, da steuert es jetzt so auf den Punkt zu, wo das alles sich trifft. Also wer bin ich? Was sind meine Bücher? Was sind meine Themen? Ich habe das Gefühl, dass gerade so die Fäden sehr schön zusammenlaufen.
Vera
00:27:21
Ja, während du das so sagst, du hattest das ja letztes Mal, glaube ich, auch schon so ausgeführt. Kann es sein, dass man vielleicht wirklich auch so ein paar Bücher braucht zum Ausprobieren und zum Finden, um überhaupt so zu sehen, was geht? Weil ich glaube, vor dem ersten Buch hätte ich das gar nicht so beurteilen können, weil ich gar nicht wusste, was das bedeutet.
Tamara
00:27:47
Das kann sehr gut sein. Also wie gesagt, ich wollte ja als Teenager schon ein Buch schreiben und habe dann auch während dem Studium immer mal wieder Versuche angestellt und hatte immer so das Gefühl, ich müsste Fantasy schreiben, weil ich so diese Welten so gerne mag. Und das hat aber nie funktioniert. Und jetzt auch letztes Jahr, als ich nochmal da so einen Ausflug machen wollte, habe ich irgendwie gemerkt, ich mag das, aber es funktioniert nicht, wenn ich es tue. Und ich habe ganz am Anfang, als ich mich jetzt ernsthaft mit dem Bücherschreiben beschäftigt habe, habe ich einen schönen Satz gehört von Fitzek, der sagte, in Anlehnung an Harry Potter, das Genre sucht sich den Autor. Und da hatte ich schon auch so ein bisschen das Gefühl, weil ich hätte von mir aus nicht gesagt, ich schreibe einen Liebesroman irgendwie. Aber bin da über so eine Fanfiction-Sache, wo ich einfach mal so testweise eine Kurzgeschichte geschrieben habe, bin ich auf diese Geschichte gekommen. Für das erste Buch und habe gemerkt, dass ich das Emotionen schreiben so gerne mag. Und da war ich vielleicht auch gedanklich noch sehr eingeschränkt. Emotionen, Liebesroman, völlig logisch. Und ich denke, so ein bisschen sich ausprobieren ist auf jeden Fall gut. Ich habe aber auch gemerkt, zum Beispiel bei meinem ersten Manuskript, ich habe schon immer, also mir war eigentlich schon immer wichtig, auch authentische Figuren zu schreiben. Aber als ich das erste Mal meinen Protagonisten. Habe fluchen lassen, es war eine körperliche Überwindung in einen Roman, der ja irgendwie ein literarisches Werk und sowas Offizielles, in dieses Manuskript einfach nur das Wort Scheiße zu schreiben. Das war eine körperliche Überwindung. Und wenn ich mir jetzt den aktuellen Roman anschaue, das F-Wort ist, glaube ich, eines der dominierendsten und auf Seite 2 wird erstmal gekotzt. Also das ist natürlich auch ein Weg. Du tastest dich halt ran, bis du dich mit irgendwas wohlfühlst.
Vera
00:29:51
Ja, ist glaube ich auch, wie bei allem, was man tut, man muss auch erstmal so ein bisschen die Möglichkeiten erstmal so verstehen lernen. Das ist ja alles vorher nur so sehr theoretisch. Und ich merke ja jetzt auch, während ich dann so einen Krimi nach den anderen schreibe, Also, dass ich da auch noch ein ganz anderes Gefühl dafür kriege, wie ich das aufbauen kann, auch welche Überlegungen ich im Vorfeld schon treffen kann. Das sind ja Dinge, die ja erst kommen, wenn man es ein paar Mal gemacht hat, wenn man Erfahrungen schafft.
Tamara
00:30:21
Ja, klar.
Vera
00:30:22
Und da ist das Gleiche auch so. Heißt das dann, dass die Marke, die Autorenmarke, dass die einfach auch, ich sag mal, dass man die womöglich gar nicht so entscheiden kann? Dass das ähnlich wie das Genre, was du gerade sagst, ist auch etwas, was entsteht über die Jahre?
Tamara
00:30:42
Das kann schon sein. Ich meine, es gibt ja durchaus viele Beispiele von KünstlerInnen, die halt wirklich so eine Bühnenpersona haben, die sehr anders ist, zumindest hat man den Eindruck, als die Privatperson. Aber dann wiederum bin ich mir auch nicht sicher, ob das jetzt wirklich ein Ich-kreiere-irgendetwas ist oder ob das nicht einfach so eine Seite ist, die man vielleicht nur in so einer Rolle rauslassen kann. Also ich glaube, es geht ja vielen KünstlerInnen so, dass die privat sehr zurückhaltend, vielleicht schüchtern, introvertiert sind, aber sobald sie eine Bühne unter den Füßen haben, werden sie laut und lustig und was weiß ich. Und das ist ja dann nicht gespielt. Das ist einfach nur irgendwie so was, was wach wird in dem Moment, wo man halt, ich nenne es für mich immer so diese Legitimation ausflippen zu dürfen, weil ich jetzt die Aufgabe dafür habe. Und von daher kann das natürlich auch sein, dass selbst die, die wirklich so ganz anders sich geben irgendwie, dass das auch gar nicht irgendwie erfunden ist, sondern einfach nur so eine Seite, die sie sonst nicht zeigen können oder wollen.
Vera
00:31:55
Ich bin da überzeugt. Ich glaube nicht, dass das dauerhaft anders geht. Also natürlich gibt es ja auch gute Schauspieler, die einem alles Mögliche vormachen können. Ich glaube aber nicht, dass das über einen längeren Zeitraum, mehrere Jahre oder wirklich ein ganzes Günstlerleben lang geht. Dann geht man daran zugrunde. Das sind dann eher die Fälle, die sich dann irgendwann umbringen. Also ich glaube schon, dass das irgendwo aus einem rauskommen muss. Also wenn du auf jeder zweiten Seite das F-Wort schreibst, dann ist das schon irgendwo in dir drin.
Tamara
00:32:32
Du hast mich noch nicht erlebt, wenn hier was mit dem Computer nicht funktioniert. Da reicht ein F-Wort nicht aus.
Vera
00:32:40
Überrascht mich jetzt nicht. Und das überrascht mich jetzt nicht. Ich glaube schon, dass das so. Das heißt aber auch bei diesen Überlegungen, die man ja auch, wenn man so ein Fischer-Ratgeber liest, so, was ist deine Autorenmarke, dass man da vielleicht, also zumindest ist meine Erfahrung, gar nicht so sehr das mit dem Verstand lösen kann, sondern wirklich eher mit dem Gefühl.
Tamara
00:33:04
Ja, das ist, was ich vorhin meinte, also jetzt analytisch zu gucken, was will die Masse, was ist gerade angesagt und das mache ich jetzt, das bin ich jetzt. Ich glaube, das kannst du eine Zeit lang machen, aber dauerhaft wirst du damit nicht glücklich werden, weil da einfach diese, wie ich es eben auch schon gesagt habe, diese Dissonanz da ist. Und ich meine, ich weiß, du hast dieses Wort, aber ich glaube schon, dass Authentizität, ah, dieser Zungenbrecher, dass das halt super wichtig ist und dass du wirklich so diesen Sweet Spot zwischen was bin ich, was kann ich und was wollen die Leute finden musst.
Vera
00:33:41
Ja, aber es ist natürlich dann auch wieder die Diskrepanz, wenn ich jetzt die Kollegin nehme, die da neben mir stand, die wahrscheinlich mit großem Elan sagen würde, all dieser Genre-Mix, den sie da hat, also das Deutsche sagt, dieses Durcheinander, das wäre ihre Ding.
Tamara
00:34:04
Vielleicht ist da auch noch einfach die Suche nicht abgeschlossen. Das kann ich jetzt aus der Ferne natürlich nicht.
Vera
00:34:10
Nein, aber genau da ist der Punkt, dass diese Erkenntnis, dass die Marke irgendwo in einem ist und sich entwickelt und man das Gefühl dafür entwickeln muss, heißt auch, dass ich genauer hinschauen muss, ob ich wirklich schon an dem Weg bin. Und nicht alles, was irgendwie, wie soll ich das jetzt sagen, also so ähnlich wie ich, wenn mir jemand, wir haben ja mit vielen Marketing-Experten und Experten gesprochen, die ja mir immer gesagt haben, man braucht so diese klarer, und wo ich ja auch immer, reagiert habe, durchaus ja auch abweisend und gesagt habe, ja, aber ich bin doch so viel und das geht doch nicht. So, dass das nicht das Zeichen ist, dass das mit der Marke nicht funktioniert, sondern dass ich einfach noch nicht so weit war.
Tamara
00:35:02
Ja, oder ich denke gerade so dieses Ich bin doch so viel. Wenn ich jetzt bei mir überlege, ich will Geschichten erzählen, ich will Musik machen, ich will aber auch wirklich Themen, die mir wichtig sind, irgendwie nach draußen bringen. Ich will jetzt nicht dieses Wort Aktivistin in den Mund nehmen, das finde ich zu groß. Aber da würdest du jetzt auf den ersten Punkt sagen, ja, jetzt musst du dich schon für eins entscheiden. Aber letzten Endes, wenn du Geschichten erzählst, die mit Musik zu tun haben und die halt einfach ein Publikum ansprechen, die diese Themen wollen, dann bringst du es ja trotzdem zusammen. Aber dann musst du eben erst mal diese Nische für dich austarieren. Also ich habe zum Beispiel jetzt gerade so überlegt, ein Punkt, warum, oder anders, dass als ich das letzte Mal als Romance-Autorin auf einer Messe war, das war ja auf einer expliziten Romance-Messe auch, da war ich sehr frustriert, weil ich gemerkt habe, dass überall rundherum einfach nur diese Bad Boys, die Dark Romance-Sachen und so gehen. Und das war auch der Punkt, wo ich gesagt habe, ich will aus dieser Bubble raus. Es hat mich so angenervt, dass du nicht mit netten. Emotionalen, sensiblen und ehrlichen Männern im Romance-Bereich irgendwie was erreichen kannst. Also kannst du vielleicht schon, aber ich habe irgendwie diese, ich habe die Tür nicht gefunden, keine Ahnung. Und das hat mich in dem Moment so genervt. Und wenn ich jetzt überlege, ich habe meine Figuren gar nicht geändert, ich habe eigentlich das Zielpublikum geändert, ich spreche jetzt eine, ist auch wieder so ein Wort, was ich eigentlich nicht in den Mund nehmen will, weil ich es blöd finde, aber ich spreche jetzt eine wokere Zielgruppe an, die auch sagen, Männer sollen weinen, scheiß Geschlechter rollen und so. Und das heißt eigentlich, mache ich dasselbe, nur so ausgerichtet, dass es die Leute anspricht, die dafür offen sind. Ich hoffe, ich tue jetzt keiner Liebesromanleserin da draußen Unrecht, aber ja.
Vera
00:37:12
Nein, nein, jede Geschmäcker sind ja verschieden. Also ja, ich bin da bei dir, dass es oft, nach meiner Erfahrung, wirklich nur ganz kleine Nuancen sind, die von einem Durcheinander zu einer Marke führen. Und so dem Punkt, den du ganz am Anfang sagst, ich bin doch so viel. Ich bin ja auch mehr als Schreiberin von heiteren Krimis.
Tamara
00:37:38
Naja, das war ja...
Vera
00:37:40
Aber das ist Schreiberin von Heiterin oder Autorin von Heiterin Krimis, das ist das, was ich nach außen posaune. Alles andere kann ich ja auch sein. Und ich werde mich bestimmt nicht ablehnen, wenn jemand mich für ein Kabarettprogramm bucht. So, da habe ich auch nichts dagegen. Aber es ist eben nicht mehr das, wo ich jetzt mit nach vorne gehe, sondern Ich mache diesen einen Punkt und so. Zumal das ja auch das Schildchen ist, was die Leute mir auch schon immer gegeben haben. Auch zu Momenten, wo ich da selbst noch gar nicht so weit war.
Tamara
00:38:19
Ja, das ist im Prinzip wie, ich habe so drüber nachgedacht mit Musik machen. Jetzt zu dem Buch, zu den Büchern, die kommen, zu diesem Ganzen. Und auftreten, wie ich das im Moment jetzt so nach außen rauslasse, passt halt wirklich eher sowas wie New Metal, Punkrock so. Aber ich wurde letztes Jahr angefragt von dem Seniorenheim, ob ich wohl zum Neujahrsempfang ein paar Schlager singen würde.
Vera
00:38:49
Ich erinnere mich, ja.
Tamara
00:38:51
Natürlich wähle ich da jetzt nicht eines der vielen Lieder aus, die es zu dieser Zeit halt gab, die man heute als massiv übergriffig der weiblichen Protagonistin gegenüber definieren würde. Aber es gibt ja auch wirklich, ich habe zum Beispiel von Nicole ein bisschen Frieden ausgesucht und habe gemerkt, wie krass aktuell das ist. Das hat mich richtig berührt. Und da spricht ja nichts dagegen, das auch zu machen. Aber ich muss es halt da nicht extrem irgendwie überall rumposaunen oder so. Aber das kann man ja trotzdem machen. Und genauso höre ich unglaublich gerne Jazz. Aber das ist jetzt halt nicht der Punkt, den ich nach außen vorne anstellen muss.
Vera
00:39:31
Ja, und das ist, glaube ich, auch eine Botschaft, die ich zum Beispiel meiner Tischnachbarin gerne mitgeben würde. Sich für eine klare Botschaft zu entscheiden, heißt nicht, auf andere Sachen verzichten zu müssen. Sondern es heißt einfach nur, diesen einen Schwerpunkt nach außen zu bringen.
Tamara
00:39:52
Oder vielleicht so formuliert, wo drauf setze ich das Spotlicht? Es ist völlig in Ordnung, dass ich das auch öffentlich sage, dass ich vielleicht auch durchaus, habe ich ja auch gemacht, einen Insta-Post mache, hier durfte ich was singen oder so, aber das ist halt nicht der Fokus, das Spotlicht drauf. Und dann gleichzeitig, während man dann solche Sachen ein bisschen zurücknimmt nach außen, dass man... Halt Sachen, die so richtig dazu passen, dass man die halt noch ein bisschen doller aufbauscht. Also da bin ich jetzt halt auch gerade im Moment dran, dass ich so ein bisschen überlege, auf den letzten Messen, wo ich war, gerade zum Beispiel auf diesem Weihnachtsmarkt, wo ja eben nicht nur so Buchmenschen waren, sondern halt querbeet, da habe ich öfter irgendwelche Typen in Bandshirts gesehen, wo ich gedacht habe, für dich wäre das Buch was, aber die waren dann irgendwie zu weit weg, die sind gar nicht in die Nähe gekommen und quer durch den Raum schreien kann ich auch nicht. Wo ich gedacht habe, es wäre schon ganz cool, wenn da direkt so einfach dieses, wir sind eine, wie sagt man?
Vera
00:41:01
Ich weiß nicht, worauf du hinausgehst.
Tamara
00:41:04
Eine Peergroup sozusagen. Eine Peergroup.
Vera
00:41:07
Da wäre ich jetzt nicht drauf gekommen, egal.
Tamara
00:41:09
Wo ich dann so ein bisschen in Richtung, ich sage mal in Anführungszeichen, Bühnenoutfit auch für Messen gedacht habe. Und ich habe letztes Jahr, als ich die Premierenlesung hatte von Rock in Peace, habe ich halt überlegt, okay, das ist wirklich ein sehr musikaffines Publikum ja dann. Was ziehe ich da an? Und da habe ich zum Beispiel mit einer KI drüber diskutiert, was könnte ich da Passendes machen? Und der hatte dann die Idee, dann mach dir doch eine Autorinnen-Battlevest. Also so eine kurzärmliche Kutte, wo du halt so ein paar Patches drauf machst oder so. Die Idee fand ich irgendwie geil und habe das auch gemacht. Und habe da halt irgendwie so dieses feministische Zeichen als Patch drauf gemacht und ein paar Buttons und AutorInnen gegen Rechtsbutton und so Kram. Und habe das angezogen für das Konzert. Und ich finde, das hat auch gut gepasst. Und seither lag das Ding halt im Schrank und ich wusste nicht so recht, soll ich das jetzt wirklich öfter mal anziehen und so. Und gleichzeitig hat mich jemand anderes wie so ein bisschen angesteckt mit halt wirklich, Also es gibt ja viele Leute, die Konzerte wirklich so Westen anziehen, wo sie dann immer die Bandpatches, die sie gesehen haben, halt so drauf nähen und das wie so eine Sammlung wird und irgendwie hatte ich Bock, das auch zu machen und jetzt habe ich halt überlegt, wenn ich sowas sowieso machen will, dann warum nicht das wirklich auch auf die Messen anziehen, dass man direkt das Genre auch einfach an meinem Outfit erkennt, ich meine... Also alles, was irgendwie...
Vera
00:42:39
Kannst du da nicht auch diese Badges oder Patches oder wie immer die dann auch anbieten, dass andere sich die auf ihre Kutten machen?
Tamara
00:42:47
Hä?
Vera
00:42:48
Du hast doch gesagt, wenn man jetzt bei verschiedenen Bands auf Konzerte war, dann näht man sich die Badges dieser Band auf seine Kutte. Richtig? Habe ich das richtig verstanden?
Tamara
00:42:59
Wenn man die gut fand, ja.
Vera
00:43:01
Ja, also das heißt, die Bands haben dann auch diese Badges.
Tamara
00:43:05
Ja.
Vera
00:43:06
So, also dann wäre es doch cool, wenn du auch Badges hättest, wenn die Leute dich gut finden, dass sie das auf ihren Camp Kunden machen können.
Tamara
00:43:12
Ja, das könnte man sich langfristig überlegen. Das muss man natürlich erst mal herstellen lassen.
Vera
00:43:19
Es kam mir nur so gerade. Wäre doch dann die logische Konsequenz.
Tamara
00:43:23
Ja, was ich ja gemacht habe, jetzt mehr so als Buch-Merch, sind ja Buttons mit dem Band-Logo aus dem Buch. Das kam auch immer ganz gut an.
Vera
00:43:32
Ja, das mit dem Merch da, ich habe ja gar nichts. Ich habe jetzt gemerkt, ich muss zumindest jetzt mal irgendwie so ein bisschen was Flyermäßiges machen, aber jetzt für Leipzig haben wir ja.
Tamara
00:43:43
Ja, aber ich denke, das ist halt so ein Vielklang, also was hast du in den Büchern, was sieht man dir an, was für Themen trägst du nach außen und je besser das, ich glaube eigentlich, je besser das zusammenpasst, desto klarer erkennbar bist du für die Leute, für die du genau das geschrieben hast, also genau für die du geschrieben hast sozusagen.
Vera
00:44:06
Und heißt das dann umkehrt, das ist jetzt, weiß ich gar nicht, wenn jemand so ein Genre-Mischmasch auf seinem Tisch hat, dass er sich selbst noch, er oder sie sich noch selbst noch nicht so richtig gefunden hat.
Tamara
00:44:24
Ich weiß nicht, ob ich das jetzt beurteilen kann und möchte.
Vera
00:44:28
Nein, nein, das lassen wir. Ich muss nur gerade daran denken, auf der anderen Seite neben mir war eine Kollegin, die auch recht gut verkauft hat, die hatte Spicy Romance. Da waren lauter halbnackte Männer auf den Carvern. Sie hat auch gut verkauft, aber die hatte dann eher das jüngere Publikum. Die älteren Herrschaften, die bei mir stehen.
Tamara
00:44:49
Das überrascht mich jetzt. Ich glaube eigentlich, dass das durch alle Altersgruppen gerne gelesen wird.
Vera
00:44:55
Also die haben schon interessiert geguckt. Aber die haben nicht unbedingt gekauft. Soweit ich das mitbekommen habe, Ich will nicht nichts Falsches sagen. Und ja, aber das heißt ja jetzt nicht nur, dass ich so, bleib mal bei dem Begriff Marke, das, was ich, meine Botschaft, dass ich die so entwickeln muss oder die entwickeln lassen sollte. Einfach mal schauen, wohin geht es. Die zu wissen ist ein Ding, aber der Wesentliche ist auch, sie nach außen in irgendeiner Form darzustellen, Wie jetzt bei dir mit irgendwelchen Kleidungen oder indem ich mich da hinstelle oder bei der Zähle. Und das ist ja auch der Punkt, dass das Thema, du sagst ja, wir hätten da gestritten, ich finde es ja eher ein anregendes Gespräch, aber egal, dass mit dem wirklich auch das nach außen zeigen und auch Leuten sagen. Also ich habe da wirklich auch in Bezug auf unsere Gespräche zu dem Thema, habe ich mich umgeguckt so in den Momenten, wo ich, weil mal keiner bei mir stand. Und da gab es halt die Menschen, die da hinter ihrem Tisch saßen und guckten. Und da hat auch keiner ein Buch gekauft.
Tamara
00:46:16
Ja, also ich sehe jetzt gerade nicht so richtig, inwiefern das, was damit zu tun hat, ob die jetzt ihre Marge gefunden haben. Das sind vielleicht einfach Leute, die zu schüchtern sind, um jemanden anzusprechen. Das hat jetzt, glaube ich, gar nichts miteinander zu tun. Und wenn die jetzt mit ihrem ganzen Auftreten, mit ihren ganzen Themen sehr klar definiert gewesen wäre, hätte das denen vielleicht in die Karten gespielt, dass zumindest ein, zwei Leute gesagt hätten, ach guck mal, das könnte für mich passen, da frage ich mal nach. Aber natürlich, wenn du hinter deinem Tisch sitzt, allein schon mal, da verschwindest du. Und ich widerspreche dir ja gar nicht, dass man durchaus präsent sein muss. Ich glaube, das ist jetzt auch gar nicht so der Punkt. Also ich denke, es spielt einander einfach gegenseitig in die Karten. Klar, je mutiger ich auftreten kann und jemanden ansprechen, desto besser ist das. Aber gleichzeitig, wenn ich dann trotzdem überhaupt nicht einzuordnen bin, habe ich vielleicht sogar schlechtere Karten, als wenn jemand mit seinem ganzen Tischdesign, seinen Covern, seinem Auftreten, seinem Outfit, seiner Frisur mir direkt signalisiert, ey, ich glaube, die Person, die interessiert sich genau für die Sachen, die ich gut finde. da gucke ich mir doch auch mal die Bücher an.
Vera
00:47:31
Ja, da kann ich, das kann ich nur unterschreiben, da sind wir uns absolut einig, genau so ist es. Also die Kollegin neben mir mit dem Genremix, die war durchaus offensiv, aber da merkte man schon an den Reaktionen der Menschen, dass das eher irritierte.
Tamara
00:47:47
Ja, weil der Mensch, der sortiert halt schon ganz gerne ein und je mehr man dabei hilft, umso besser ist das. Und ich denke, das kannst du halt auf allen Ebenen machen. Also mit deinem Cover, mit deiner Tischdecke mit deinen Klamotten, mit deinen Social Media Posts. Und wo ich gerade dabei bin, ist so ein bisschen zu gucken, dass ich mit meinen Büchern dahin gehe, wo die Themen sind. Also bin jetzt mit Leuten im Gespräch, die halt Konzerte organisieren, ob man da vielleicht doch nochmal irgendwo was zusammen machen kann oder halt Medien, die auch mehr so mit Punk oder so zu tun haben. Was ich jetzt gerade überlege, wie ich das sinnvoll nutzen kann, ich habe Sonntag, Weil es mir persönlich wichtig war und weil es auch eins der Themen ist, die mir auf dem Herzen liegen und die natürlich auch deswegen, weil das alles jetzt gerade stimmig ist, die auch in meinem Buch vorkommen, habe ich halt einen Post gemacht zum Weltfrauentag. Und ich habe vorher schon vermutet, dass der ganz gut ankommen könnte und ein paar Mal geteilt werden dürfte. Aber was da gerade passiert, also ich gehe gerade zum ersten Mal in meinem Leben viral und es ist wirklich ein bisschen gruselig.
Vera
00:49:11
Viral? Wieso habe ich den Post gar nicht bekommen?
Tamara
00:49:15
Also Stand jetzt gerade ist, dieser Post hat 72.800 Views.
Vera
00:49:21
Oh wow, das ist viral.
Tamara
00:49:23
Und 2766 Likes, der wurde, also jetzt nur auf Insta, der wurde 103 mal geteilt und klar, da kommst du natürlich an Leute ran, da waren auch so ein paar unangenehme Kontakte, ich wurde als Duopfer bezeichnet und so, aber tatsächlich erstaunlicherweise sehr, sehr, sehr viel Zuspruch und auch eine ganze Menge neuer Follower dadurch. Und jetzt will man natürlich nicht irgendwie sagen, man nutzt irgendwie gesellschaftlich teils auch schwierige Themen, um da seine Bücher zu verkaufen, aber natürlich überlege ich jetzt, wie kann ich diese neuen Follower irgendwie abholen, dass ich jetzt nicht als nächsten Post mit was völlig anderem komme, sondern irgendwie halt die Brücke zwischen Feminismus und dem, was ich als Künstlerin mache, irgendwie schlage. Und da bin ich gerade überlegen, wie ich das irgendwie sinnvoll jetzt machen kann, weil jetzt hat das Ding gerade Momentum und natürlich willst du das auch irgendwie dann wieder auf deine Arbeit zurückbringen.
Vera
00:50:30
Ja, aber also willst du jetzt auf diesem Thema, ich meine, ich habe jetzt gerade nochmal reingehoben, ich hatte ihn auch gesehen. Da geht es ja um das Thema, was dir so als Frau, wo es Übergriffe auf dich als Mädchen und Frau gab, was ja auch ein sehr persönliches Thema ist. Da sind auch Dinge, weiß ich gar nicht, ob da jeder so bereit ist, sowas zu posten. Willst du jetzt auf dem Thema weiter rumbreiten, nur um mehr Follower zu haben?
Tamara
00:50:59
Nee, eben nicht. Aber durch den Post sind eine ganze Handvoll neue Follower gekommen. Und weil ja das in sich stimmt. Also ich mache ja nicht immer nur Buchcontent und jetzt habe ich was ganz anderes gemacht, sondern das Thema habe ich ja schon immer mal wieder angesprochen, weil es mir wichtig ist und weil es auch Thema in meinem Buch ist. Und es wäre jetzt halt blöde, irgendwie einen Post zu machen, der nur ums Buch geht und gar nichts damit zu tun hat, sondern ich denke, es ist halt jetzt sinnvoll, einen Post zu machen, der das Thema Frauenpatriarchat irgendwo aufgreift, um diese neuen Follower, die mich ja sonst noch nicht kennen, abzuholen, aber den Bogen zum Buch schlägt und letzten Endes sagt hier, so habe ich das in meinem Buch verarbeitet, weißt du? Ich habe jetzt keine Lust, 24-7-Feminismus-Aktivistin zu sein, weil ich muss auch ganz ehrlich sagen, vielleicht, wenn man mir letzte Woche gesagt hätte, du kriegst einen Post mit über 70.000 Views, hätte ich das geil gefunden. Aber ich muss auch sagen, ich bin seit zwei, drei Tagen sehr erschöpft. Das ist schon, also meine sozialen Batterien, ich glaube, ich habe auch nicht alle Kommentare gelesen, aber meine sozialen Batterien und meine Nerven sind da schon auch ein bisschen angespannt jetzt. Also so geil ist es eigentlich gar nicht.
Vera
00:52:16
Wobei ich das jetzt, also das sind zwei Sachen. Also zum einen verstehe ich nicht. Ich meine, die können doch folgen und tun. Warum stresst dich das? Musst du doch gar nicht lesen. Ich würde doch gar nicht alle lesen.
Tamara
00:52:28
Es stresst, wenn du von irgendwelchen fremden Männern als du Opfer bezeichnet wirst. Das ist halt nicht schön.
Vera
00:52:34
Ja, natürlich deswegen. Ich würde es gar nicht lesen.
Tamara
00:52:37
Ich sage ja, ich denke, ich habe auch nicht alles gelesen. Aber trotzdem halte ich ein Auge drauf. Und es waren natürlich auch einige neue Follower, die irgendwelche Spam und Scam und wie das alles heißt. Und die habe ich dann weggeblockt, also ein bisschen im Auge behalten, um mein digitales Wohnzimmer sauber zu halten, möchte ich das halt schon.
Vera
00:52:57
Ja. Ich hatte ja in kleinerem Rahmen ähnliche Erlebnisse mit meinem Post zu meinem neuen Auto. Da sind es so knapp 10.000 oder sowas. Da waren natürlich auch alle möglichen Blödsinn in den Kommentaren. Ich habe längst aufgehört, da reinzugucken. Ich gucke einfach nur noch auf die Zahlen und gut ist. Ist eben so. Aber bei dem Gedanken, den du hast, das ist ja eigentlich ein bisschen ein Widerspruch zu dem, was wir jetzt die ganze Stunde diskutiert haben.
Tamara
00:53:25
Finde ich gar nicht.
Vera
00:53:26
Doch.
Tamara
00:53:27
Aber fühle das gerne aus.
Vera
00:53:29
Das freut mich gerade, weil dein und vielleicht möglich auch mein Lieblingswort, Authentizität ist doch das Thema. Ich meine, diesen Post hast du jetzt ja nicht gemacht mit der Planung, ich mache den jetzt und hoffe, dass ich 70.000 Views bekomme, sondern hast du gemacht, wenn es dir ein Bedürfnis war. Dann mach doch einfach weiter Posts, nach denen dir ein Bedürfnis ist. Dann ist es die authentische Tamara und dann wirst du die Follower halten, die mit dieser authentischen Tamara, die die sympathisch finden, die sich wieder gerne drauf gucken. So, die, die jetzt weitere Sensationsposts von irgendwelchen männlichen Übergriffen wollen, die werden womöglich irgendwann sagen, jetzt kommt da nichts mehr.
Tamara
00:54:14
Nee, du verstehst mich auch falsch. Ich habe auch nicht vor, Posts in dieser Art jetzt direkt zu machen.
Vera
00:54:19
Das habe ich schon richtig verstanden.
Tamara
00:54:21
Aber ich, also wenn dir jetzt ganz viele, keine Ahnung, du machst jetzt irgendwas über Self-Publishing und dann folgen dir ganz viele Leute, die sich für Self-Publishing interessieren. Wäre es ja durchaus sinnvoll, im nächsten Post zumindest zu sagen, hier, das ist übrigens mein Buch, das habe ich im Self-Publishing rausgebracht, so wie alle anderen auch. Also irgendwo eine kleine Brücke zu schlagen, dass sich die Leute abgeholt werden. Also es wäre doch dumm, das Potenzial zu verschenken. Das heißt ja jetzt nicht, dass ich irgendwie unauthentisch irgendwas kreiere, sondern generell poste ich ja eh nur, was ich gut finde und was ich sinnvoll finde. Aber wenn in meinem Buch ja nun mal das Patriarchat angesprochen wird und jetzt ganz viele neue Leute dabei sind, die mich über dieses Thema kennengelernt haben, warum soll ich da nicht auch sagen, und in meinem Buch geht es ums Patriarchat? Also das wäre doch dumm. Das wäre genauso, wie wenn du in Brücken auf der Messe stehst und keinem verrätst, dass die Leiche in deinem Buch in Brücken liegt.
Vera
00:55:24
Ja, da bin ich überhaupt nicht gegen. Aber du hast vorhin gesagt, dass du überlegst, du könntest doch jetzt nicht einfach zu deinem Buch posten, weil die Leute andere Erwartungen haben. Natürlich kannst du den Bezug machen und natürlich kannst du so einen Post machen und kannst sagen, ja, in meinem Buch kommt im Übrigen, kommt das so vor oder wie auch immer. Da spricht überhaupt nichts dagegen. Wo ist denn jetzt das Problem? Das verstehe ich jetzt nicht.
Tamara
00:55:49
Was ich meine, es wäre jetzt zum Beispiel blöd, das Buch in die Kamera zu halten und zu sagen, das spielt übrigens zum Teil im Saarland, weil da gar kein Bezug da ist. Klüger ist es doch zu sagen, hier das Buch, das behandelt übrigens auch, wie scheiße das Patriarchat ist. Das ist doch viel intelligenter.
Vera
00:56:06
Ja, dem widerspreche ich gar nicht. Das ist aber so weinig. Jetzt haben wir zehn Minuten über ein Problem diskutiert, das gar nicht da ist.
Tamara
00:56:15
Ich habe kein Problem. Ich habe nur gesagt, ich überlege gerade, wie ich das jetzt sinnvoll umsetzen kann, ohne dass es halt auch so so, ich komme nicht auf das Wort.
Vera
00:56:26
Plakativ?
Tamara
00:56:27
Plakativ ist nicht, was ich suchte, aber ja.
Vera
00:56:30
Also wenn du jetzt nach diesem Post sagst, so, und du stellst dich genau, wie du vorhin jetzt hier vor mir gemacht hast, nimmst dein Buch und sagst, hey Leute, das ist mein Buch und das beziehe ich mich auf Patriarchat und da passieren all die Dinge und erzählst das so, wie du es mir gerade eben erzählt hast. Also ich kann da überhaupt kein Problem erkennen. Wo ist das? Das ist doch gut. Dann mach das doch so.
Tamara
00:56:53
Ja, hab ich auch vor.
Vera
00:56:55
Aber warum reden wir denn da drüber? Also jetzt kann ich dir gerade nicht folgen.
Tamara
00:57:03
Ich finde, es gibt halt verkäuferisch-marktschreierische Möglichkeiten, einen Post zu machen. Und es gibt natürliche Möglichkeiten.
Vera
00:57:11
Ach du immer. Weil du so Angst hast, es könnte etwas verkäuferisch sein. Herrgott, normal alles, was wir tun.
Tamara
00:57:18
Ist verkäuferisch. Ich finde es mega unangenehm, wenn mir jemand so aufdringlich was andregen will.
Vera
00:57:23
Ah, das ist doch, Entschuldige bitte, das ist völliges Blödes rumgeredet. Ich muss mich jetzt mal echauffieren. Wir reden hier, wir machen sechseinhalb Jahre einen Podcast natürlich aus Fuhr und Selbstzweck, wenn wir überhaupt nicht wollen, dass irgendeiner unserer Hörer und Hörerinnen je auch nur ein Buch von uns kauft.
Tamara
00:57:39
Du unterscheidest nicht.
Vera
00:57:39
Wir sind auf Social Media, wir machen Posts und so, damit ja keiner ein Buch von uns kauft. Das ist doch völliger Humbug, wir machen doch alles.
Tamara
00:57:47
Du unterscheidest nicht zwischen, wie man etwas umsetzt und was man möchte.
Vera
00:57:52
Entschuldige bitte, du hast gerade, waren wir uns einig, dass du ein Buch in die Kamera hältst und sagst, da steht nicht das Patriarchat drin. Oder da steht das Patriarchat drin, weil du gerade 70.000 Leute hattest, die ein Video zu dem Thema geguckt haben. Das ist 100% verkäuferisch. Mann, dass die Leute immer ein Problem haben mit Verkaufen. Wir verkaufen jeden Tag 100 Mal.
Tamara
00:58:11
Wenn ich einen Account sehe, der nur daraus besteht, hier ist mein Buch, kauf mein Buch, mein Buch ist so toll. Ja, folge ich doch nicht. Das ist aber nicht verkäuferisch. Früher beim linearen Fernsehen, wenn die Werbung kam, dann ist man doch aufs Klo gegangen.
Vera
00:58:26
Das ist aber nicht verkäuferisch, das ist einfach nur dumm.
Tamara
00:58:29
Ja eben und dieses Marktschreierische will ich nicht. Das mag ich bei anderen nicht und das möchte ich halt auch nicht machen.
Vera
00:58:36
Ja, okay. Wenn du damit zufrieden bist. Ich gebe jetzt klein bei. Alles gut. Mach dein Ding so und fühl dich nicht verkäuferisch, obwohl es so ist.
Tamara
00:58:47
Das habe ich nicht gesagt, dass ich mich nicht mehr kreuzig fühlen will.
Vera
00:58:50
Also ich glaube, heute kommen wir nicht mehr zusammen hier. Apropos Zusammenkommen, ihr Lieben da draußen. Wenn diese Folge rauskommt, dann sind es ja nur noch wenige Nächte schlafen, bis die Buchmesse Leipzig startet. Und die nächste Folge erscheint ja dann auch quasi während der Messe. Und wie ihr ja schon mitbekommen habt, werde ich ja die ganze Zeit über in Halle 4, Stand A104, zugegen sein. und hoffe natürlich jeden Einzelnen und unserer Hörer und Hörerinnen doch persönlich grüßen zu können. Und das sind ja, wie ich jetzt weiß, mittlerweile ein paar Tausend. Also von daher erwarte ich lange Schlangen, also kommt und wir können mir gerne auch die Meinung geigen zu irgendwelchen blöden Äußerungen oder wir lästern gemeinsam über Tamara, weil die ist nicht da.
Tamara
00:59:38
Ja, die ist nämlich nicht da, die kann sich nicht wehren.
Vera
00:59:41
Genau. Also kommt alle zahlreich nach Leipzig und lasst uns tausende von Selfies machen.
Tamara
00:59:53
Jawohl. Mach ein paar für mich mit.
Vera
00:59:56
Du wirst sowas von überflutet werden und ja. Und ich denke, wir haben genug diskutiert für heute. Ansonsten wisst ihr ja, was ihr zu tun habt. Unser Bookbubble-Bulleton abonnieren uns folgen, wo immer es geht und bleibt uns gewogen bis nächste Woche.
Tamara
01:00:15
Bis dann.