Die Zwei von der Talkstelle

Gespräche aus der Selfpublisher- und Buchbubble

Die Liebesromane einer Drogenfahnderin: Jana Lukas’ romantische Reihen über Sehnsuchtsorte

Autorin Jana Lukas schreibt Liebesromanreihen über traumhafte Wohlfühlorte – und arbeitet gleichzeitig als Drogenfahnderin. Sie verrät, warum ihre ersten Romane zwar Thriller waren, aber nicht dort spielen, wo sie wirklich bei der Polizei arbeitet.

27.11.2025 67 min

Zusammenfassung & Show Notes

Gespräche über das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern, egal ob Selfpublishing oder Verlag. 


Autorin Jana Lukas schreibt Liebesromanreihen über traumhafte Wohlfühlorte – und arbeitet gleichzeitig als Drogenfahnderin. Sie verrät, warum ihre ersten Romane zwar Thriller waren, aber nicht dort spielen, wo sie wirklich bei der Polizei arbeitet, und wie sie schließlich zu den romantischen Geschichten gekommen ist.

Außerdem erzählt Jana von ihrer hardcore Plot-Arbeit, von ihrer Reihenstrategie und davon, wie wild Liebesromancover werden können. Hört rein und profitiert von interessanten Einblicken!

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'Der Weihnachtsbrief' von Hanne Benden
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Transkript

Vera
00:00:00
Die Drogenfahnderin, die kuschelige Liebesromane schreibt.
Tamara
00:00:05
Ist heute bei uns zu Gast.
Vera
00:00:07
In Folge 289 ist Jana Lukas da und erzählt von ihrem Job, aber auch von ihrem Schreiben, über den ganzen Prozess dahinter. Wir haben über Sehnsuchtsorte gesprochen, über das Plotten mehrteiliger Liebesromane, über Tropes und alles, was dazu gehört, wie sich die Buchbranche entwickelt. Also hört auf jeden Fall rein, es war wieder super spannend. Hier ist Folge 289 von Die zwei von der Talkstelle. Mein Name ist Tamara Leonhardt und mir gegenüber sitzt die frisch gekürte, wie sagt man jetzt eigentlich, Longlist-Autorin. Nominierte. Nominierte. Naja, du bist ja nicht für die Longlist nominiert, sondern du bist auf der Longlist und für weitere Schritte nominiert. Anyway, Self-Publishing-Buchpreis, herzlichen Glückwunsch. Das ist Vera Nentwig. Hallo. Das mit der Laudatio übe ich noch. Genau, falls da draußen jetzt noch irgendwer verstanden hat, worum es hier eigentlich geht. Wir sind der Podcast mit allem rund ums Schreiben und Veröffentlichen, egal ob im Self-Publishing oder im Verlag. Jetzt auch mit einer Longlist-Autorin. Genau, ich bin, bitte nicht ich, sondern mein Buch, Frau Appeldorn und der tote Kapitän, ist tatsächlich in der Longlist zum Self-Publishing-Preis 2025-26. Ja, das ist echt der totale Hammer, also das kann ich nie anders sagen, da hätte ich nie, niemals mit gerechnet. wirklich nicht. Ich habe meistens auch, also die Verkündung war ja ab Samstag, ja, ne, und ich hatte mir zwar den Termin mal so hingelegt und YouTube hat mich auch brav erinnert, dass das gleich startet, dann habe ich mal kurz, reingeschaltet, das fing aber ja dann an, so mit Vorgeplänkeln und Bachter vorstellen, da habe ich nach fünf Minuten wieder ausgeschaltet, habe gesagt, du guckst halt überhaupt, bist ja eh nicht dabei, ne, und, Irgendwann ging dann WhatsApp-Nachricht und die Anna-Lena von der Geschäftsstelle schrieb mir herzlichen Glückwunsch zur Longlist. Und ich dachte, hey, du hast ja nicht mehr alle, du hast dich vertan. Ich habe gedacht, die hat vielleicht der falsche WhatsApp oder so. Ja, dann habe ich mir das selbst dann nochmal angeguckt und das ist tatsächlich so. Und ja, mega geil. Also muss ich sagen, das ist wirklich wow. Also mir fehlen da ein bisschen die Worte, ehrlich gesagt. Ich sehe es, das freut mich. In der Belletristik waren es ja knapp 1200 Titel und dass dann 10 da rausgewählt wird und meine Frau Appeldorn unter diesem ausgewählten 10 ist, das ist schon ein Ding. Und ich habe mir dann nochmal das Video angeguckt, es wurde ja da ein bisschen Begründung erzählt und da klang wirklich große Begeisterung raus und da, Ja, also das, ja, weiß ich gar nicht, was ich dazu sagen soll. Ich habe natürlich dann, kennst mich ja, dann rattert ja in mir die Marketingmaschine los. Da habe ich natürlich dann von Samstag auf Sonntag nicht viel geschlafen, weil ich ständig, was ich alles machen müsste und so. Und dann habe ich natürlich direkt Pressemitteilungen geschrieben und so. Gestern dann rausgeschickt, die Rheinische Post hat schon direkt zurückgeschrieben, da wird natürlich drüber berichtet. Cool. Und was ich auch richtig schön fand, die haben mich dann angeschrieben, die machen einen Adventskalender an 24 Tagen jeden Tag, so einen kleinen Schnipsel. Und zwar mit den 24 die Rheinische Post, die Tageszeitung. Und die mit den 24 inspirierenden Personen aus dem Kreis Siersen. und ich bin dabei. Mega. Ich sollte den Song meines Lebens nennen, was mich natürlich auch ein bisschen vor Herausforderung gestellt hat und dann so einen kleinen Satz dazu schreiben. Ich habe mich dann auch überlegt, was ist der Song meines Lebens? Ist das der Song, den ich gerne höre oder ist das der Song, der mein Leben beschreibt? Naja, also ich habe keine Entscheidung getroffen. Aber darfst du es nicht verraten, wahrscheinlich. Doch, das kann ich, das sind ja jetzt keine reichen Posten. Ich habe mich für Music von John Miles entschieden. Ich habe es mir gedacht. Wieso hast du das gedacht? Das hast du schon ein paar Mal erwähnt, dass du dieses Lied so liebst und dass das dir viel bedeutet. Ja, guck mal, was du alles von mir weißt. Ja. Ja. eine andere, so eine Kulturzeitung da aus Krefeld, der schrieb auch direkt zurück und ob man dann nicht nächstes Jahr in Krefeld mal Lesungen organisieren könnte mit mir, soll ich auch sehr gerne. Versuche ich schon seit Jahren da mal Lesungen zu machen. Ja, also, ich meine, Longley ist erstmal super und damit hat man ja jetzt wieder auch so einen Aufhänger, und ich habe natürlich auch direkt mal vorsichtig gefragt, ob ich jetzt die Druckmaschinen anschmeißen muss, weil Thalia jetzt tausend Bücher haben will, aber das ist dann nicht, das ist dann wohl nur für die Siegertitel so und so, weil das sind wir ja noch nicht. Das dauert noch. Das dauert, ja. Und, nee, also muss ich sagen, also das ist, du kennst ja meine Zweifel und so, das tut mir echt verdammt gut, das kann ich nicht anders sagen. Ja, nachdem du die letzten Wochen so down warst, ist das doch eine erfreuliche Wendung. Also ja, und auch völlig überraschend. Wobei ich jetzt wirklich auch überrascht war. Meine Überraschung kommt ja nicht von ungefähr. Ich meine, ich verfolge den Self-Publishing-Buchpreis jetzt Prinzip von Anfang an. Ich war ja auch selbst in der Jury schon. In anderen Jahren, muss man vielleicht schnell dazu sagen. Ja, ja, okay. Aber ich weiß halt auch, wie die Diskussionen immer, weil ich weiß, 2018 war ich in der Jury. Da gab es auch so ein Cosy-Crime, ein Sildkrimi, glaube ich. Ja, ein Sildkrimi war es. Du meinst jetzt in der Hauptjury, sorry, dass ich dauernd dazwischenrede. In der Hauptjury, ja. Okay, also die, die jetzt aktiv wird. Ja gut, damals war das, glaube ich, noch anders. Okay. Ja, wir hatten irgendwie 20, 30 Titel. Also wir haben, glaube ich, die Longlist ausgewählt. Einig. Aber so genau will ich es nicht sagen. Aber gab es da auch so einen cozy Quaim. Ich fand den sehr schön. Und ich weiß, dass ich also unbekämpfen musste, um den halt noch irgendwie, ich glaube, damals in die Longlist zu kriegen. Weil alle anderen dann doch eher zu den ernsten, gegene Themen immer eher so dramatisch tendieren. Und von daher, wie gesagt, habe ich mir da nun wirklich überhaupt keine Hoffnung gemacht. Ja, aber es ist natürlich sehr schön, wenn man da dann doch schon mal eines Besseren belehrt wird. Wobei ich mich ja wirklich auch, also mich hätte ja nun wirklich nicht überrascht, wenn dein Buch darin gewesen wäre. Deswegen habe ich mich jetzt fast schon gewundert, was es nicht ist. Ja gut, wie gesagt, über 1000 zu 10, das ist halt... Ja, man weiß nicht, woran es liegt, keine Ahnung. Ja, die Wahrscheinlichkeit ist ja eigentlich gar nicht so groß reinzukommen, umso doller ist es, dass jetzt eine von uns es geschafft hat. Das ist, ja, doch. Da muss ich jetzt in aller Bescheidenheit sagen, ja. Ja. Und was gibt es denn sonst? Was gibt es bei dir denn? Ja, ich sage mal so, da hattest du zumindest eine positivere Überraschung am Wochenende als ich. Oh Gott. Ich war Samstag unterwegs, ich konnte tatsächlich auch nicht zugucken. Ich war nochmal mit den Seapunks unterwegs bei einer Veranstaltung Und ich wollte zwar zwischendurch mal reinlinsen, aber ich war die ganze Zeit am Verkaufen und Spenden entgegennehmen und tun und machen und kam auch sehr, sehr spät heim. Und ich weiß nicht, wie es bei euch am Wochenende war, aber bei uns war es da nachts minus sieben Grad. Also richtig fucking scheiße kalt. Und ich erinnere, wir haben seit dreieinhalb Wochen keine Heizung. Oh ja, ja, stimmt. Außer eben den Kamin im Wohnzimmer und wir können halt im Moment auch nur einzeln weg. Also wir müssen halt jetzt wirklich schauen, jetzt wo es so kalt ist, dass immer einer von uns da ist und den Kamin am Laufen hält. Und normalerweise gehe ich dann trotzdem zum Schlafen ins Schlafzimmer und mummel mich halt sehr dick ein. Aber bei diesen Temperaturen habe ich dann gesagt, bleib mal auf der Couch und bin dann eingeschlafen. Ich weiß nicht, es muss so eine Stunde, anderthalb muss ich geschlafen haben. Da gab es einen Knall im Wohnzimmer, dass wir sofort gestanden haben. Natürlich im totalen Delirium, erst mal völlig durcheinander. Oh Gott, alles ist explodiert und es fliegt die Hütte um die Ohren. Die arme Katze war gerade auf dem Regal, direkt daneben, so 30 Zentimeter neben dem Knall und hatte danach den ganzen Tag den Schock ihres Lebens auch. Es ist am Ende nichts Schlimmes passiert. es ist in so einem Rohr hinter dem Kamin ein Ventil abgeplatzt. Aber, Es war halt so ein Schock und einfach nach diesem ganzen Scheiß dieses Jahr. Krankenhausnotaufnahme, Auto kaputt, keine Heizung seit drei Wochen, einfach so dieser letzte Tropfen, wo ich gesagt habe, ich habe keine Nerven mehr. Also ich wollte wirklich einfach meine Sachen packen und nach Island Schafe züchten. Och Gott, du arme, du armes Hascher, tut mir leid. Aber am nächsten Tag habe ich es dann irgendwie geschafft. Ich musste nämlich an unseren lieben Podcast-Gast Sandy Mercier denken, die ja immer wieder erzählt, wenn Dinge scheiße laufen, dann schau mal, was man draus machen kann. Und ich habe es tatsächlich geschafft, diese Wut aufs Leben zu kanalisieren und zu sagen, okay, ich gucke jetzt, dass aus diesem Scheißjahr auf die letzten Meter noch was wird. Und ich plane gerade eine Aktion im Dezember, wird man dann nächste Woche bei mir auf dem Account sehen. Und ich will wirklich meinem Buch auch nochmal einen Schub geben, weil ich einfach sage, ich will jetzt noch was Schönes haben zum Ende des Jahres. Das sei dir sowas von gegönnt. Also ihr lieben Hasen und Häsin da draußen, verfolgt mal bitte meinen Insta-Account die nächsten Tage und wenn ihr Lust habt, ein bisschen mitzuhelfen, dann freue ich mich sehr. Ja, also bitteschön, damit die Tamara jetzt ein schönes Jahresende hat und mit voller positiver Energie dann ins Neue gehen kann. Das wollen wir doch alle. Und ich bin absolut sicher, dass unser heutiger Gast oder unsere heutige Gästin. Absolut zu beiträgt, denn bei allem, was ich bisher gesehen habe, bringt sie da ganz viel Schwung ins Schreiben. Sie strahlt mir nämlich hier schon entgegen und da spürt man die ganze Energie, die wir heute definitiv gut gebrauchen können. Ich freue mich, dass sie heute Zeit für uns hat. Ja, sie repräsentiert eine besondere Mischung. Sie ist Kriminalkommissarin und Autorin und jetzt würde man ja denken, dass sie dann Swiller und die ganz harten Krimis schreibt. Aber da ist auch ganz viel Liebe drin. Und wie das zusammenpasst, das wollen wir heute wissen. Jana Lukas ist da. Hallo Jana.
Jana
00:12:39
Hallo, vielen Dank für die Einladung.
Vera
00:12:41
Hallo.
Jana
00:12:43
Hi.
Vera
00:12:44
Ja, Jana, ich habe natürlich, haben wir dann dich ein bisschen gestalkt und geguckt, was macht sie denn so, die Jana? Und du schreibst in deiner Bio, dass du ja, wie alle, immer schon geschrieben hast und schreiben wolltest, aber dann erstmal zur Polizei gegangen bist. Also wenn ich so eine Vorliebe für Romans und Liebesroman und die schönen Themen des Lebens habe, wieso gehe ich denn dann zur Polizei?
Jana
00:13:13
Ja, das ist eine verrückte, schräge Kombi, aber tatsächlich, weil ich auch schon immer Polizistin werden wollte und ich mir in dem Alter, in dem ich mein Abi gemacht habe oder meinen Schulabschluss, mir nicht hätte vorstellen können, dass das Schreiben mal mein Leben so bestimmen wird, wie es das jetzt tut. Und da das andere auch mein Traumberuf war, bin ich erst mal in diese Richtung gegangen.
Vera
00:13:38
Es ist ja auch ein bisschen logisch. Sie sperrt alle bösen Leute weg und dann haben sich alle lieb.
Jana
00:13:48
Bleiben ja nur die Lieben übrig, genau.
Vera
00:13:52
Aber jetzt, um das richtig zu verstehen, du bist schon auch noch aktiv bei der Polizei oder jetzt nicht mehr?
Jana
00:13:59
Doch, ja, ja. Also ich arbeite nach wie vor. Ich habe ein bisschen reduziert, damit ich ein bisschen mehr Zeit zum Schreiben habe. Aber ich bin nach wie vor Polizistin.
Vera
00:14:08
Okay. Darf ich fragen, in welchem Bereich du da so bist?
Jana
00:14:11
Ich bin Rauschriftfahnderin.
Vera
00:14:13
Okay. Das ist wahrscheinlich auch nicht ganz so leicht. Da sieht man ja auch nicht nur schöne Sachen, denke ich mal.
Jana
00:14:19
Nee, deswegen ist es ja schön, Liebesromane zu schreiben. Das gleicht dann so ein bisschen raus.
Vera
00:14:25
Ja. Und... Du hast angefangen mit einer Reihe, Boston Swill, wenn ich das richtig gesehen habe, die in den USA spielt. Warum Polizei, aber dann USA? Warum nicht hier, wo du dich auskennst?
Jana
00:14:46
Damit meine Kollegen nicht so die Augen verdrehen. Wir haben als Polizisten ein kleines Problem. Aber ich glaube, so wie jede andere Berufsgruppe auch, die man irgendwo liest oder im Fernsehen sieht, also ich kann zum Beispiel keinen Tatort gucken, da kriege ich die Krise, weil das alles so unrealistisch ist und so weit weg von unserer eigentlichen Arbeit, dass es mir natürlich, also es fällt einem schwer, das wirklich realistisch darzustellen, weil es ist nicht ganz so spektakulär und cool, wie man es im Buch immer liest oder im Fernsehen sieht. Und es heißt immer, schreibe über das, was du kennst. Deswegen habe ich mit Thriller angefangen, habe da auch immer schon eine kleine Liebesgeschichte eingebaut, das war mir schon wichtig. Aber wenn schon Thriller, dann habe ich gedacht, dann nicht in Deutschland, weil, wie gesagt, wenn man es als Polizistin nicht wirklich realistisch schreiben kann, dann denken alle so, was soll das denn jetzt? Und dann habe ich gedacht, gehst du in die USA, kannst ein bisschen fiktiver sein. Ich komme ja aus Stuttgart, da habe ich mir eine Stadt gesucht, die so ein bisschen ähnlich ist. Also Boston ist so ein bisschen ähnlich groß und hat so ein bisschen einen ähnlichen Vibe. Und ja, und dann habe ich gedacht, ach, dann verlagere ich das einfach dahin. Und dann kann ich ein bisschen Quatsch erzählen auch in der Ermittlung.
Vera
00:16:08
Ja gut, wir hatten ja schon mal, wir hatten ja schon mehrere Polizisten hier bei uns, die zum Teil dann auch schreiben. Und die sagen natürlich Ähnliches, wobei, wenn die dann schreiben, machen die natürlich auch nicht den realen Polizeialltag, weil, Der ist einfach langweilig manchmal oder langwierig.
Jana
00:16:27
Ja, oder ist einfach, also ganz klitzekleines Beispiel, wenn es tatsächlich mal zu einem Tötungsdelikt kommt, gibt es immer eine Sonderkommission, die setzt sich immer aus anderen Personen zusammen. Also man hat nicht diese zwei Ermittler, die im Polt an der Hüfte durch die Gegend rennen, alkoholkrank sind, eine schwere Kindheit hatten und neben all ihren anderen Traumata geschwind noch den Fall lösen. Sondern da arbeiten einfach ganz viele Kollegen zusammen mit vielen Puzzleteilchen, die dann ineinander greifen. Und jeder hat so seinen eigentlich sehr kleinen Teil. Und erst wenn sich das dann zusammenfügt, hat man dann das große Ganze. Und das dann vielleicht mit 20, 30, vielleicht auch mal 50 Kollegen realistisch darzustellen, das wäre natürlich Quatsch.
Vera
00:17:12
Naja, genau. Das ist auch der Grund, warum ich bisher bei meinen Krimis dann doch immer sage, ich nehme irgendwelche Hobbyermittler.
Jana
00:17:19
Ja, das ist eine gute Alternative.
Vera
00:17:21
Da muss ich nicht realistisch sein, weil Hobbyermittler sind sowieso nicht realistisch.
Jana
00:17:28
Oh, die gibt es.
Vera
00:17:32
Erfolgreich, wenn er möchte gerne.
Jana
00:17:34
Zumindest sehr präsent, sagen wir es mal so.
Vera
00:17:39
Das möchte ich jetzt näher wissen.
Jana
00:17:43
Nein, das ist schon spannend, weil gerade eben, wenn man Sokos hat oder dann so Gerichtsverfahren oder so, da tauchen tatsächlich auch immer wieder die gleichen Leute auf, die da einfach sehr neugierig sind und die da einfach mittendrin sein wollen und die dann da wirklich auch gerade zu diesem Gerichtstourismus die Tage bei Gericht verbringen und dann genau wissen, da ist die Pause, da geht man dann schön frühstücken, da kann man in der Kantine dann Mittagessen und dann geht man zur nächsten Gerichtsverhandlung. Also das ist schon ganz witzig und die gibt es tatsächlich, ja. Aber das ist, finde ich, zum Schreiben ein sehr guter Weg, weil dann muss man nicht ganz so an der geraden Linie lang, sondern kann da einfach ein bisschen kreativer sein. Ich finde das toll.
Vera
00:18:27
Absolut. Und ihr habt ja auch was gemeinsam, habe ich ja gesehen, Tamara und du, bei den ersten Büchern. Sie hat ja auch immer die halbnackten Männer auf dem Cover. Immer. Immer. Einmal im Verlag.
Jana
00:18:47
Da hat man manchmal nicht so Einfluss drauf. Wir nennen sie auch die Ruf mich an Cover manchmal.
Vera
00:18:54
Aber die gibt es ja nicht mehr, oder?
Jana
00:18:58
Ich habe ja bei einem sehr kleinen Verlag angefangen. Da war das eben damals sehr halbnackt. Und als ich die Rechte zurückbekommen habe, habe ich die bei Be Heartbeat nochmal als E-Books rausgebracht. Und ich dachte eigentlich nicht, dass man noch wildere Cover machen kann. Sie wurden wilder und tatsächlich, wenn man es ganz wild will, dann kann man sich dann noch die Cover vom Hörbuchverlag angucken, weil ich dachte auch dann, es geht nicht noch mehr, aber die haben nochmal einen draufgesetzt, also es ist wirklich spektakulär. Aber hey, so sind sie, die Jungs, ne?
Vera
00:19:38
Ja, im Vergleich dazu sind ja deine jetzigen aktuellen Buchcover sehr idyllisch mit schönen Landschaften. Und ja, hat man direkt das Gefühl, dass das wirklich eine sehr schöne Wohlfühlliebesgeschichte wird. Und das finde ich tatsächlich spannend. Ich schiele jetzt auch mal zu Vera rüber, die ja auch so ihre Ideen hat im Moment für einen Liebesroman. Ich habe ja für mich so ein bisschen mit der Romance abgeschlossen, weil ich das Gefühl hatte, wenn sie nett sind, will es keiner wissen. Aber ich nehme an, du beweist gerade das Gegenteil.
Jana
00:20:14
Also schon nett.
Vera
00:20:17
Das hat sie auch nicht behauptet. Ich hoffe. Wie ist das so für dich in diesem aktuellen Trend von doch sehr dominanter Dark-Romance-Begeisterung? Hat sich was verändert mit deinen schönen Wohlfühl-Liebesgeschichten?
Jana
00:20:36
Also überhaupt nicht. Ich bin persönlich kein Fan von Dark Romance, also mich erreicht es nicht unbedingt. Und ich glaube, dass es nach wie vor so ist. Also klar, das Leserverhalten verändert sich immer, aber ich glaube, es verändert sich eher so, dass was dazukommt. Also dass jemand, der vielleicht New Adult gelesen hat oder klassische Liebesromane eben dann auch Fantasy liest oder eben auch dann Dark Romance ausprobiert. Und es gibt natürlich die, die nur Dark Romance lesen oder die darüber überhaupt den Einstieg ins Lesen finden zum Beispiel. Ja, die werde ich nicht erreichen. Aber ich bin ja auch eine Autorin, die eher für Leute schreibt, die vielleicht nicht mehr 23 sind. Und dann hat man eigentlich schon so sein Publikum, das ganz klassische Buchhandels, die Buchhandelsleserin. Die liest vielleicht auch mal Dark Romance, aber die bleibt so ihren Genres schon treu. Von dem her kann ich mich da eigentlich nicht beklagen und ich habe mich auch noch nicht verändert. Ich glaube auch nicht, dass ich das, ja, wie soll ich sagen, realistisch oder wirklich authentisch schreiben könnte. Das ist eigentlich das, was ich so schön finde an meinen Büchern, dass es einfach das ist, was ich selber auch am liebsten mag. Und es ist total toll, wenn man das halt auch schreiben kann oder darf.
Vera
00:21:57
Also würdest du Vera ermutigen, einen Roman über Kirschkuchenliebe zu schreiben?
Jana
00:22:02
Unbedingt. Kirschkuchen ist sowieso am besten.
Vera
00:22:06
Okay, ja, dann werde ich nochmal in mich gehen, aber, Also wie gesagt, mich hat so am meisten, als ich mich mit dir beschäftigt habe, so dieser Gegensatz interessiert. Diese raue Polizeiwelt und dann diese sehr heile Liebesromanwelt. Ist das Schreiben dieser Liebesromane auch eine Methode, um Polizeialltag oder schlimme Dinge zu verarbeiten?
Jana
00:22:36
Vielleicht nicht unbedingt verarbeiten, aber abzuschalten. Und sich einfach in so eine kleine Parallelwelt zu begeben, die wirklich sehr heil ist. Also am Ende zumindest. Manchmal muss man ja auch als Protagonist das eine oder andere Hindernisse noch überwinden.
Vera
00:22:52
Sonst wäre es langweilig.
Jana
00:22:54
Aber das ist für mich wie Sonntagsabends ZDF gucken. Also ich mag das. Ich mag so die heile Welt. Ich mag die Sehnsuchtsorte. Ich mag schöne Dinge. Und ja, ich liebe meinen Job, also ich bin wirklich von Herzen gerne Polizistin, aber ich finde es auch schön, das ausblenden zu können und zu sagen, jetzt begebe ich mich in diese andere Welt, die mir auch sehr wichtig ist und das Schöne ist ja, dass diese Buchbubble so anders ist, so extrem anders und so überhaupt nicht auch nur in Ansätzen vergleichbar mit der Polizeiwelt, was einfach total klasse ist. Das ist ein bisschen wie so hin und her springen zwischen verschiedenen Universen und das ist schon sehr spannend.
Vera
00:23:36
Wie muss ich mir denn dann so diesen Alltag zwischen diesen beiden Polen vorstellen? Schreibst du morgens, gehst dann arbeiten oder wie funktioniert das bei dir?
Jana
00:23:48
Ich habe es mir so aufgeteilt, dass ich vier Arbeitstage habe. Also ich habe einen freien Tag in der Woche und an dem und am Wochenende schreibe ich immer jeweils 10.000, äh Quatsch, 10 Seiten, also 2.500 Wörter. Das ist immer so mein Ziel, was ich dann auf jeden Fall schreiben will. Ich bin jemand, der rechnet sich das dann immer gut aus. Wie lange habe ich Zeit? Wie viele Wörter muss ich dann schaffen? Also es klingt jetzt nicht sehr romantisch. Natürlich viel Disziplin auch dahinter. Klar, ich muss mich manchmal auch zwingen oder überwinden und man hat nicht immer Bock. Aber ich kann, da ist ja auch jeder Auto ein bisschen anders, aber ich kann mich auch mal hinsetzen und einfach nur eine Stunde was machen, weil ich eine Stunde Zeit habe. Ich kann also so ansetzen und wieder abbrechen und dann an der Stelle einfach weitermachen. Und da bin ich natürlich sehr dankbar dafür. Wenn ich anders wäre oder wenn ich anders schreiben würde und hätte vielleicht so Schreibflashs, wo man zwei Tage so durchschreibt und dann ist man zwei Wochen leer geschrieben, dann würde ich wahrscheinlich nie ein Buch fertig kriegen. Also zum Glück ist es bei mir so und da kann ich das ganz gut vereinbaren. Aber Disziplin ist natürlich notwendig.
Vera
00:24:57
Aber wie machst du das? Also ich merke immer bei mir, ich brauche auch diese Regelmäßigkeit. Also wenn da irgendwas passiert und fünf Tage ist jetzt irgendwas Berufliches oder sonst was dazwischen, ich brauche dann wieder, das ist dann wieder ein totaler Angang, bis ich wieder in dem Schreibflow bin, bis ich überhaupt meine Geschichte, wo ich war, wieder erfasst habe. Also das ist ja bei dir dann quasi die Regel. Wie gehst du dann freitags, wenn du sagst, jetzt müssen 2500 Wörter geschrieben werden, wie bringst du dich da wieder rein?
Jana
00:25:35
Habe ich überhaupt kein Problem.
Vera
00:25:37
Okay.
Jana
00:25:37
Also das bin ich da. Ich bin ein sehr starker Plotter. Also ich bin ein Hardcore-Plotter. Bei mir ist wirklich, bevor ich anfange, das komplette Buch sehr detailliert, szenisch eigentlich durchgeplottet.
Vera
00:25:48
Das macht es dann einfacher, ja klar.
Jana
00:25:50
Und dann weiß ich eigentlich auch immer, wo ich hin will. Also ich bin da eigentlich ziemlich in meiner Schiene dann drin und das funktioniert dann eigentlich für mich ganz gut.
Vera
00:26:01
Wobei Hardcore-Plotter, Plotterin, da haben wir ja jetzt schon in den fünf Jahren, die wir das machen, schon mehrere Anläufe gemacht, dass uns mal jemand erklärt, wie das denn funktioniert, weil mir ist das noch nie gelungen, so Hardcore zu plotten. Also ich meine, ich kann irgendwas plotten, aber das hat am Ende nichts mehr mit meinem Buch zu tun. Du hast schon zwei Bücher, guck mal. Ja, wie lange Plottest du denn?
Jana
00:26:29
Da muss mal der Typ dafür sein. Ich plotte einfach durch, bis es fertig ist. Ich muss dazu sagen, also da muss ich auch vielleicht kurz ausholen, ich plotte nicht alleine. Also meine beste Freundin, Leonela Stella, auch eine Autorin, die eigentlich aus dem New Adult Bereich kommt. Sie und ich, wir sind so ein bisschen wie Arsch auf Eimer, wenn es ums Schreiben geht. Und wir machen das alles zusammen. Also wir entwickeln grundsätzlich immer unsere Storys für den jeweils anderen zusammen. Und wir plotten zusammen. Und wir sind dann wirklich... Also wenn ich zum Beispiel, ich fahre viel Auto, bin viel unterwegs und ich fahre einfach eine längere Strecke und wir telefonieren dabei und sie hat den Laptop auf dem Schoß zu Hause und schreibt dann, was wir halt während der Autofahrt uns dann überlegen. Und wir machen das wirklich szenisch, also von Anfang bis Ende entwickeln wir das durch und manchmal weicht man natürlich schon so ein bisschen ab, weil man doch merkt, ah, da hakt es vielleicht oder da wäre ein anderer Weg besser gewesen. Aber so 90 Prozent der Story, wie wir es uns überlegen oder plotten, steht dann nachher tatsächlich so im Buch.
Vera
00:27:40
Sehr cool. Also gleich zwei Sachen, die ich nicht kann, mit anderen zusammen machen und plotten.
Jana
00:27:46
Ja, also wir schreiben zum Beispiel auch zusammen. Also wir haben ein Self-Publishing-Projekt, das wir zusammen machen, wo wir die Perspektiven wechseln. Also sie schreibt immer die männliche Perspektive, ich die weibliche und da wechseln wir ab. Und das ist zum Beispiel, wir plotten das so gut vor, dass wir unabhängig voneinander schreiben können. Also die ist meistens ein bisschen schneller als ich. Sie schreibt dann schon los ihre Szenen und ich schreibe meine dann manchmal hinterher oder wir schreiben parallel. Und das funktioniert tatsächlich so wild, dass es auch klingt.
Vera
00:28:18
Ja, also wie gesagt, bei allen Plotversuchen, die ich gemacht habe, klar, ich denke mir dann was aus, das könnte dann da sein. Aber mir gelingt es schon allein, schon auch diesen Zeitfaktor nicht richtig abzubilden. Wenn ich zähnenmäßig plotte, also ich gehöre auch zu denen, die wie du das genau runterrechnen, 2500 Wörter sind bei mir immer ein Kapitel, zehn Seiten, bin ich voll bei dir. Und dann rechne ich runter und habe mir gedacht, okay, 750 Wörter, also ein Kapitel, vier Szenen. So, was müsste passieren in der Szene? So, dann habe ich aber das Problem... Dass ich, wie gesagt, nicht so richtig absehen kann, so wie lang rein zeitlich, also es gibt manchmal so einen Satz, wo man sagt, das muss der Szene passieren und wenn du dann das ausmalst quasi, wird das ganz lang und andere Sachen hast du mit drei Sätzen auserzählt. Und das vorher beim Plotten schon irgendwie zu erfassen, das kriege ich nicht hin.
Jana
00:29:31
Also ich kann ja auch gar nicht sagen, wie wir das machen. Also ich glaube, Für mich hat es die Erfahrung einfach gemacht. Also so wie ich ja auch, ich weiß schon von vornherein, wie viele Seiten das Buch ungefähr haben wird.
Vera
00:29:45
Also auch wenn ich... Ja, das habe ich auch.
Jana
00:29:48
Also irgendwie, ich habe das im Gefühl, oder mal wird vielleicht auch eine Szene ein bisschen länger und die nächste ein bisschen kürzer. Also ich bin jetzt da vielleicht auch nicht ganz so streng. Ob das jetzt dann auch immer so um die zehn Seiten dann sind Und wichtig ist, finde ich, dass es einfach an sich eben nicht zu lange Kapitel werden, dass man einfach eben auch einen schönen Break hat oder man macht einfach mal einen Zeitsprung oder sowas, dass man so ein bisschen einen Absatz drin hat. Aber... Ja, ich weiß nicht, also ich kann es gar nicht sagen, dass es passiert.
Vera
00:30:22
Ja, das hatte ich befürchtet, dass ich das nicht so hinkriege. Nein, also bei mir ist das auch, also das sind natürlich Größenordnungen, aber ich mag es ja, wenn ich beim Schreiben Fortschritt merke. Das ist natürlich der Wortzähler, also ich nehme mir immer 55.000 Wörter vor, so und manchmal sitze ich dann davor und dann ist dann eigentlich so ein schönes Szenenende, was eigentlich auch ein cooler Break wäre jetzt für ein neues Kapitel, dann gucke ich halt immer, habe ich 2500 Wörter bis dahin voll, kann ich ein Kapitel machen. Wenn es viel drunter ist, dann denke ich, okay, muss doch noch was mehr kommen. Ich freue mich dann immer, wenn ich ein neues Kapitel machen kann. Juppa, bin ich wieder ein Zweiter. Ich arbeite ja doch darauf hin, dass es dann irgendwann fertig ist, auch wenn es, natürlich schon auch Spaß macht zu schreiben, also gerade bin ich echt total im Flow, war ja letzte Woche schon und da fällt es mir gerade leicht und dann trotzdem freue ich mich immer, wenn ich merke, okay, so und das ist natürlich dann auch, ich weiß nicht, wie du das beim Liebesroman machst, Krimi ist es ja auch so, na klar, eine Spannungskurve, ich weiß ja ungefähr so, in welchem Bereich ungefähr muss ich jetzt, der James Fry hat es den Test der Vermutung genannt oder, ne, und den Höhepunkt in welchem Kapitelbereich in welchem Bereich von Wörtern muss der so strategisch vorkommen, so dass ich auch immer aufpassen muss, nicht zu früh mit irgendwelchen deutlichen Hinweisen zu kommen, sondern so, da hilft mir diese ganze Struktur sehr, dass ich dann gucke, dass ich das einigermaßen gut time, ne. Wie ist das denn beim Liebesroman? Wann müssen sie sich, also es ist ja im Regelfall so, die lernen sich kennen, kommen sich näher und dann gibt es den großen Streit oder das Geheimnis, was sie wieder entzweit, damit sie am Ende wieder zusammenkommen können. So ungefähr geht es doch, oder?
Jana
00:32:32
Ja, so grob zusammengefasst. Ich glaube, wir sind da zum Glück ein bisschen freier als jetzt im Krimi. Wir arbeiten natürlich genauso mit einem Spannungsbogen. Wir haben Safe the Cat, die Heldenreise. Da gibt es ja auch verschiedene Modelle, an denen man sich orientiert. Aber wir haben halt einen Vorteil, dass man ja trotzdem ein bisschen damit spielen kann. Also ich kann ja zum Beispiel eine Slow Burn Romance machen, sprich das kann alles ein bisschen dauern, bis das sich entwickelt. Oder ich kann halt auch mit einem Bam anfangen, dass einfach irgendwas passiert und dann sich die Geschichte dann darauf aufbaut. Also das ist gar nicht so fest gezurrt, wann was passiert. Also da ist es passiert, ja. Und darauf achten, dass es eben dazwischen nicht zu langweilig und zu langweilig wird. Aber ich finde, man muss da nicht ganz so super streng sein, wie man es jetzt vielleicht beim Krimi oder beim Thriller machen müsste.
Vera
00:33:32
Gut, wir werden gleich nachfragen, was Slow Burn ist und so. Aber vorher schauen wir mal in unserem Buchtipp, ob der jetzt schnell burnt oder langsam. Ja, wir haben heute nämlich wieder einen Buchtipp für euch. Ihr wisst, dass wir gerne auch dein Buch bei uns präsentieren. Sende einfach ein E-Mail an alle. Und ich schicke dir alle Infos. Was haben wir denn heute.
Tamara
00:34:03
Tamara?
Vera
00:34:04
Heute haben wir was ganz Besonderes. Du weißt ja, Vera, ich erzähle dir erstmal, wie das Cover aussieht. Ich wache darauf. Das hat so einen Look von so altem Papyrus. Also dieses leicht ausgeblichene, gelbliche. und wir sehen eine gezeichnete, gemalte Frauenfigur. Von ihrer Kleidung und ihrer Frisur her würde ich sie auch ein wenig historisch einordnen. Das Ganze ist oben umrahmt mit wunderschönen Rosen. Auf der Seite sieht man ein paar Tannenzweige. Da hast du vielleicht schon ein bisschen weihnachtliche Gefühle bei dem Stichwort. Unten bricht das Ganze am Rand. Da sieht man nämlich die Trümmer eines Gebäudes so leicht angedeutet. Und über diesem Ganzen ist zu finden ein ebenfalls verblichener Brief. Also ein Briefumschlag, auf dem über der Briefmarke in alter Schrift steht Feldpost. Und darauf steht der Buchtitel, der da lautet Der Weihnachtsbrief. Und geschrieben wurde das Ganze von Hanne Benden und es wird jetzt ganz spannend, weil diese Geschichte hat genau 24 Kapitel. Das heißt, wenn wir schnell sind, dann kann man ihn direkt als Adventskalender lesen. Das ist ja süß. Jawohl.
Tamara
00:35:39
Ja, und dann werde ich dir jetzt auch gleich mal den Klappentext vorlesen.
Vera
00:35:44
Also der Weihnachtsbrief heißt das Ganze, der Untertitel lautet Eine Frau auf den Spuren ihrer Familiengeschichte. Ein Brief, zwei junge Frauen und die Sehnsucht nach einem geliebten Menschen. 2018. Im Nachlass ihres Großvaters findet Jette das Foto einer ihr fremden Frau und einen ungeöffneten Feldkult. Wieso Opa Erich über 70 Jahre lang einen Brief aufbewahrt hat, kann die junge Journalistin sich nicht erklären. Doch sie versteht die Notiz auf dem Nachlass als Auftrag ihres Großvaters und macht sich auf die Suche nach der Adressatin des Briefes.
Tamara
00:36:29
1942.
Vera
00:36:29
Die junge Sekretärin Agnes kann ihr Glück kaum fassen, als ihr langjähriger Freund Otto sie bittet, ihn zu heiraten.
Tamara
00:36:37
Mit ihm will sie ihr Leben teilen und eine Familie gründen.
Vera
00:36:41
Da erhält Otto seinen Einberufungsbefehl und wird an die Ostfront geschickt. Ja, und wie ich schon erwähnte.
Tamara
00:36:47
Der Roman kann als Adventskalender in 24 Kapiteln gelesen werden.
Vera
00:36:51
Ja, also das klingt nach einer tragischen Geschichte. Und ja, ist es denn jetzt ein Liebesroman? Weiß man dann, ob sie es sich kriegen? Wir wollen nicht spoilern, wir können es ja auch gar nicht. Ja, es geht um Sehnsucht und um Liebe und ist gelistet im Bereich historische Romane, Familiensaga. Also ich würde sagen, wenn nicht die Weihnachtszeit die Zeit ist, um so ein bisschen auch an die Familie, an das Zurückliegende zu denken, wann denn dann? Ja, auf jeden Fall. Das passt sehr und das können wir auf jeden Fall empfehlen. Sag nochmal Titel und Autorin, damit doch jeder weiß, was er zu kaufen hat. Jawohl, der Weihnachtsbrief, eine Frau auf den Spuren ihrer Familiengeschichte von der wunderbaren Autorin Hanne Benden. So, da sind wir wieder. Und jetzt bei Slow Burn, Jana, da denke ich ja immer an die Worte, die Tamara mir immer sagt. Vera, du musst mehr Atmosphäre schaffen. Heißt das bei Slow Burn, dass ich zehn Seiten Gegend habe, oder? Nein. Das ist okay.
Jana
00:38:02
Slowburn bedeutet einfach, dass das Paar einfach sich ein bisschen länger Zeit lässt, bis sie zueinander finden. Oder dass einfach mehr Dinge dazwischen passieren und man merkt plötzlich so, huch, wir haben schon 150 Seiten, die haben sich ja noch gar nicht geküsst. Und genau, also manchmal passiert das halt einfach ein bisschen später, weil einfach noch viel andere Geschichte, viel andere Dinge davor und dazwischen sind, die einfach für die Geschichte auch wichtig sind. Und manchmal beginnt es einfach schon mit einem Kracher und dann müssen die Protagonisten halt schauen, wie sie im Laufe der Geschichte dann damit umgehen.
Vera
00:38:37
Ja, also ich bin ja eher so die, bei mir ist ja doch eher Kracher, weil ich habe ein Problem, wenn du 150 Seiten brauchst, bis sie sich küssen. Kannst du mir mal kurz schildern, was denn auf diesen 150 Seiten vorher alles passieren kann? Oh, das kann so reizvoll sein. Ja, also ich, Wenn ich ganz kurz mit einer kleinen Anekdote dazwischen springen darf, ich habe gerade den vierten abschließenden Teil einer Reihe lektoriert und bei diesem Slowburn weiß man, selbst wenn das vierte Buch beginnt, noch nicht, ob denn da was brennt oder eben nicht. Und ist es dann so, dass das, also einfach nur die Frage, kriegen sie sich jetzt verdammt nochmal, die einen weiterlesen lässt, da muss doch noch mehr sein, oder?
Jana
00:39:31
Ja, klar. Also ich finde, ein Buch besteht ja auch nicht nur aus den beiden Protagonisten und ihrer Geschichte, sondern da ist ja immer ganz viel drumherum. Es gibt Familie, es gibt Freunde, es gibt ein Setting. Wir haben so diese sogenannten Sehnsuchtsorte, was ja auch ganz toll ist beim Schreiben, dass man einfach selbst an einem Ort sein kann oder eine Geschichte an einem Flecken Erde erzählen kann, die einfach unfassbar schön ist und wo wir alle gerne Urlaub machen würden und solche Dinge. Und ich kann es auch mal in einem Beispiel festmachen. Also ich habe jetzt die Bergpraxisreihe gehabt, das spielt im Allgäu in so einer kleinen Bergpraxis. Und da ist es im ersten Teil auch so, dass die beiden Protagonisten aufeinander krachen und das halt sofort die Fetzen fliegen und man dieses Enemies to Lovers hat, aber dieses Force Proximity, weil sie müssen auch sehr eng zusammenarbeiten und daraus entsteht dann diese Liebesgeschichte. Aber beim zweiten Teil zum Beispiel ist es so, dass eben eine Person zurückkommt in diesen Ort, die einfach so mit Schimpf und Schande daraus vertrieben wurde und jetzt halt doch nach vielen Jahren zurückkehrt und die so zögerlich und zurückhaltend ist, dass sie einfach diesen Love Interest, diesen Protagonisten gar nicht an sich ranlassen will, weil sie einfach so Angst davor hat, wieder irgendwas falsch zu machen und vielleicht wieder irgendwelche Probleme zu kriegen, dass er halt viel länger und viel härter arbeiten muss, um sie am Ende zu kriegen. Und da dauert das natürlich alles ein bisschen länger. Aber dazwischen passiert natürlich trotzdem ganz viel, weil die eine witzige Freundesklicke haben, weil sie dort wieder Fußfass sind im Ort. Und dann ist es nicht so, dass man jetzt einfach so langweilig auf diesen Moment hinwarten muss, sondern einfach sagt, ja Gott sei Dank ist es endlich passiert.
Vera
00:41:14
Ja, du merkst ja auch, die würden so gut zusammenpassen und du denkst, Mensch, jetzt komm.
Jana
00:41:19
Endlich, komm mit die Puschen.
Vera
00:41:22
Aber ich wollte noch mal gern zu den Plotten zurückkommen. Also du planst jetzt, wie was wo passiert. Aber wenn du ja neue Figuren hast, arbeitest du die auch so intensiv im Vorfeld aus, dass du sicher bist, dass das zu ihrem Charakter auch wirklich passt? Oder hattest du noch nie beim Schreiben so das Gefühl, irgendwie fühlt sich das gerade für den oder die nicht richtig an?
Jana
00:41:53
Ja, das ist ein Teil davon. Also ich glaube, wenn man so intensiv plottet, muss man das machen. Weil da muss die Figur vorher feststehen. Die bekommt eine komplette eigene Geschichte. Das mache ich tatsächlich vorher. Also ich arbeite die Örtlichkeiten alle aus. Ich arbeite die Personen aus. Jeder hat so eine eigene Kurzgeschichte auch. Das kann sein, was die Vergangenheit betrifft und so. Es kann gut sein, dass es überhaupt nicht thematisiert wird nachher. Und dass es gar nicht auftaucht in der Geschichte, aber es ist einfach das, was sie für mich dann eben so geprägt hat, warum sie ist, wie sie ist, warum die Charakterzüge sich so entwickelt haben. Und das brauche ich vorher schon. Und dann kann ich sie einpassen in die Geschichte.
Vera
00:42:37
Und wenn du sagst, du arbeitest die Orte aus... Wie gehst du da vor? Also schreibst du eine Art Reiseführer oder sammelst du ganz viele Bilder von irgendeinem Ort oder wie machst du das?
Jana
00:42:49
Ja, also wir haben ja so diese klassischen Moodboards, die man ja immer so anlegt. Also einfach so eine Bildersammlung, die man für sich selbst so zusammensammelt. Ich habe immer eine Karte, eine Straßen- oder Ortskarte oder eine Karte von der Gegend dann immer an der Wand neben dem Schreibtisch hängen, dass ich das einfach auch so ein bisschen visuell habe. Und was ich halt mache, ich recherchiere sehr viel, immer grundsätzlich bei allem. Und ich bin eigentlich immer da gewesen, wo es spielt. Also für mich ist das ein großer Punkt, weil die Orte einfach auch eine große Rolle spielen. Also für mich ist es so, dass wenn ich jetzt zum Beispiel, ich weiß jetzt nicht, so eine Büroromanze, die in Frankfurt spielt, ich glaube, die könnte ich jetzt schreiben, ohne da gewesen zu sein, weil der Ort jetzt nicht die große Rolle spielt. Aber mir spielt es halt immer auch eine Rolle, wie dieser Ort ist, wie ist der angelegt, wie fühlen sich die Leute da, wie sind die Leute da. Und ich freue mich dann immer, dass ich da einfach hinreisen kann und da recherchieren kann. Ich mache dann auch immer einen Termin mit dem Tourismusbüro oder so aus und interviewe die dann und stelle sie meine Fragen, einfach um so ein bisschen ein Gefühl für die Leute zu kriegen. Ich mag das, wenn ich weiß, wie ist der Vibe, wie riecht es da, wie klingt das, wenn man durch die Straßen läuft und das nehme ich immer gerne mit und das nehme ich auch gerne mit in die Geschichten rein und man kann sehr viel mit Google Earth heute machen, aber für mich ist es immer... Wichtig, da gewesen zu sein. Also ich habe gerne einfach diesen Vibe. Und es ist auch ganz nett, das Finanzamt beteiligt sich dann immer im Urlaubsgeschäft und so. Das ist ganz okay.
Vera
00:44:35
Hast du gehört, Vera? Wie riecht es da? Genau, wie riecht es da? Die Bilanzamt ist ja nur, wenn man Gewinn macht. Davon gehe ich doch jetzt einfach mal aus. Wie lange warst du denn dann im Allgäu und für die Bergpraxis zu reagieren, recherchieren?
Jana
00:44:54
Also im Allgäu, das ist bei uns das Schöne. Ich wohne ja im Stuttgarter Raum, da braucht man nicht so lange. Ich war schon sehr oft und sehr viel im Allgäu. Und ich gucke dann schon, also wenn ich dann konkret mich dann auf ein Projekt vorbereite, dann will ich mindestens eine, wenn es geht, zwei Wochen da sein und dann halt gucken, was ich auch abwastern kann. Also ich hatte eine Protagonistin, die viel mit Naturheilkunde gemacht hat. Da habe ich dann einfach mal so einen Kurs bei einer Kräuterhexe gemacht und habe mir da einfach ein bisschen mal was über Kräuter erklären und zeigen lassen und solche Sachen. Und dann einfach schauen, wie fühlt sich das an, da zu sein. Und ins Allgäu fahre ich natürlich generell recht oft, weil das ja wirklich ein wunderschöner Flecken Erde ist und bei uns fast vor der Haustür. Da ist man nicht lange unterwegs. Aber wenn ich jetzt eben zum Beispiel ein Setting in den USA habe, da muss ich mir natürlich vorher schon genau überlegen, was mache ich, wann mache ich es, wie viel Zeit habe ich dafür. Und meistens plane ich dann immer so fünf, sechs Tage nur für diese Geschichten ein und versuche da dann so viel wie möglich zu machen.
Vera
00:46:03
Das ist ja dann jetzt schon ein größerer Aufwand. Wie lange arbeitest du an so einem Buch?
Jana
00:46:09
Also von der Idee bis zum Erscheinen ist es meistens so anderthalb Jahre, denke ich. Also ich habe ja immer drei Teile. Das Schreiben selber dauert dann nicht mehr so lange. Das sind meistens so vier Monate. Aber ich mache das ja dann für alle Teile zusammen. Also wenn ich mehr Teile schreibe, ist ja der Ort der gleiche. Und dann schaue ich einfach, dass vielleicht ein Jahr, ein Viertel sowas.
Vera
00:46:38
Aber du veröffentlichst jetzt eigentlich im Verlag oder machst du auch noch Self-Publishing?
Jana
00:46:43
Inzwischen bin ich Hybrid. Also ich habe als Verlagsautorin angefangen und schreibe jetzt zum ersten Mal eben mit Leonie Lastella, also mit meiner besten Freundin zusammen, eine Reihe, die auf den Outer Banks spielt. Waren wir letztes Jahr und haben spontan beschlossen, mein Gott, da müssen Bücher spielen. Das war gar nicht so geplant, aber das hat uns so überfallen, dass wir gesagt haben, hier müssen wir unbedingt was ansiedeln. Und das mache ich, das machen wir im Self-Publishing.
Vera
00:47:16
Wie ist das mit, sorry, hast du dazu noch was? Ja, ich wollte nur ganz kurz, Biografie 5, Outer Banks ist Australien?
Jana
00:47:24
Nee, die Outer Banks, das ist eine Inselkette vor North Carolina an der US-Ostküste.
Vera
00:47:33
Ich wollte nochmal auf diese drei Bände zurückkommen oder diese drei Teile. Wie bist du darauf gekommen, dass es genau drei sein soll, nicht vier, nicht fünf, nicht zwei und dass du dir das so zur Regel machst?
Jana
00:47:46
Das ist einfach so passiert. Ich habe ja damals mit der Boston Police Reihe, das waren vier Teile, bei dem Verlag habe ich noch die Lake Anna Reihe gemacht, das waren sechs Teile. Das war also Zufall, da hätte ich bei beiden wahrscheinlich noch weiterschreiben können. Und habe dann aber bei Heine, bin dann zu Heine gewechselt und habe dort mit Einzelbänden angefangen. Und die haben mich dann irgendwann gefragt, ob ich nicht Interesse hätte, einen Dreiteiler zu einem Thema zu machen. Und dann habe ich gesagt, ja, gute Idee, mache ich. Und fand das total super. Weil zum einen bin ich auch jemand, ich lese gern mehr Teile. Ich finde es immer schön, die anderen Protagonisten wieder zu treffen, zu sehen, haben die sich dann auch so ein bisschen weiterentwickelt? Was erleben die gerade alles so? Und natürlich muss man ja auch gestehen, es macht ein bisschen weniger Arbeit. Wenn ich drei Bücher in die gleiche Gegend setze, dann habe ich halt alles schon, was ich brauche. Zum Teil stehen ja sogar schon die Protagonisten, weil sie ja auch in den anderen Teilen auftauchen. Und da kann man sich natürlich auch ein bisschen Arbeit sparen. Und irgendwie hat das so angefangen mit drei Teilen und es ist dann einfach so geblieben. Ich habe manchmal noch, weil ich so gerne Weihnachtsbücher schreibe, durfte ich manchmal noch so eine E-Novella dazumachen als E-Book dann, was ja praktisch wie so ein kleiner Vierterteil wäre. Aber die Geschichten selber sind tatsächlich immer so auszielt, dass es eben drei Freunde oder Geschwister sind, die dann jeweils ihre Geschichte bekommen.
Vera
00:49:25
Okay, also das heißt, das sind dann auch direkt drei Buchverträge mit dem Verlag?
Jana
00:49:30
Genau, einen Vertrag, genau, einen Drei-Buch-Vertrag.
Vera
00:49:33
Das ist ja noch nicht schlecht. Das ist ja noch erstmal ganz gut. Da sind wir bei dem Thema, weil da muss ich ja direkt auch noch mal fragen, weil das zu der Kirschkuchenliebe, um mir mal kurz der Richter auf Stand zu bringen. Ich liebe es auch, Reihen zu schreiben. Ich schreibe zwei Krimireihen und da ist es ja relativ simpel, mit der Reihe sind halt immer dieselben ermittelnden Personen.
Jana
00:49:56
Und immer ein neuer Fall, genau.
Vera
00:49:58
Immer ein neuer Fall. Was ja, wie wir gelernt haben, total unrealistisch ist. Das ist es, aber das interessiert ja keinen. Dann habe ich gedacht, ich würde schon gern auch mal so etwas Liebesmäßiges machen. Aber wie gesagt, ich liebe Reihen, Problem, Liebesroman, die müssen sich am Ende kriegen. Dann ist ja die Geschichte auserzählt. Außer bei Tamara, sie würde noch die Ehejahre dranhängen, aber egal. Nein, würde sie nicht. Dann gibt es das, was du so sagst. Man nimmt halt immer irgendeinen Sehnsuchtort, das Hotel des Glücks und da treffen sich immer irgendwelche Paare. Das fand ich jetzt auch ein wenig so prickelnd. Und ich habe schon gedacht, ich hätte am liebsten so eine durchgehende Figur, die immer irgendwie eine Rolle spielt.
Jana
00:50:49
Ja, das ist total toll und das ist total realistisch. Also, das macht Sinn.
Vera
00:50:54
Ja, also bei mir ist es dann Victor, der immer den Duft von Kirschkuchen wahrnimmt, wenn in seiner Nähe sich irgendwelche zwei Menschen begegnen, die zusammengehören. Und so, jetzt wollte ich, aber du machst ja drei Teile. So, wie Wie konzipierst du das, dass das in der Verbindung hat und trotzdem kriegen sie sich am Ende?
Jana
00:51:18
Bei mir sind auch, das ist ein bisschen wie beim Krimi, bei mir ist immer am Ende des Romanens die eine Geschichte abgeschlossen. Also ich habe drei einzelne Liebesgeschichten, jeder Protagonist hat seine eigene und die wird in einem Roman erzählt und endet dann auch mit dem Happy End. Und dann bekommt der Nächste seine Geschichte, aber die Figuren aus den anderen Teilen tauchen halt wieder auf, weil sie eben Freunde, Geschwister, Kumpels sind und sind dann einfach immer noch Teil davon, aber so konzipiere ich es halt damit, ich habe einfach diese drei Figuren von vornherein fest, Aber genauso gut kann man ja eine Reihe eben zum Beispiel an einem Ort festmachen oder an dem Duft von Kirschkuchen. Und dann kann man die Figur da haben, man kann den Ort da haben und kann trotzdem immer neue Protagonisten dann ihr Glück finden lassen mit jeweils einer anderen Geschichte, die sich halt dann am Ende vom Buch abschließt. Und da kannst du ja eine Reihe theoretisch ewig fortführen. Weil du ja immer eine neue Geschichte hast. Ich glaube, wichtig ist halt, dass man irgendwie so ein verbindendes Element hat. Also eben den Ort, den Duft, den Viktor und dann...
Vera
00:52:32
Und was ist das verbindende Element bei dir dann immer? Der Ort?
Jana
00:52:36
Bei mir ist es eine Mischung aus dem Ort und dem Grund, warum die Protagonisten zusammen sind. Also sind es Geschwister, sind das schon immer ganz enge Freunde? Also da gibt es einfach immer so ein verbindendes Element, warum die zusammen sind. Und natürlich auch immer der Ort, weil sie verhalten sich ja selben Ort auf oder haben eben eine gemeinsame Familiengeschichte. Also ich hatte mal ein Gestüt zum Beispiel, drei Schwestern, die ein Gestüt betrieben haben oder eine alte Mühle, wo drei Schwestern einfach ihr Unwesen getrieben haben.
Vera
00:53:12
Ja, wenn du da einen Vertrag machst mit den Verlagen, Verlage denken ja schon auch wirtschaftlich, äußern die Wünsche an dich, in welche Richtung es gehen sollte? Wie sehen die aktuell aus? Wo sehen die Verlage aktuell die Trends?
Jana
00:53:31
Also ich habe nicht das, wie man es oft hört, dass man diktiert bekommt, was man schreiben muss oder dass man eben dann wirklich so auf Kommando die und die Geschichte erzählen soll. Das habe ich zum Glück nicht. Ich habe es schon mehrfach gehabt, dass ich gefragt wurde, könntest du dir vorstellen, zu diesem oder jenem Thema was zu machen? Also zum Beispiel eben gerade die Bergpraxis, da bin ich gefragt worden, ob ich Lust hätte, einen Dreiteiler über Ärzte zu machen. Ganz egal, in welchem Setting, ganz egal wie. Sie hätten nur gern was mit Ärzten, ein kleines Krankenhaus oder eine Praxis, ganz egal. Und ich sagte so, Ärzte, wenn schon nicht nackig, dann weiß der Kittel, das ist ja auch ganz gut. Dann nehme ich doch Ärzte, bin ich sexy. Genau. Und dann an sich war ich dann ganz frei. Oder ich wurde mal gebeten, ob ich was machen kann mit zwei Zeitebenen, mit einer Vergangenheitsebene und war aber auch komplett frei. Dann eben nur diese, ich hatte nur diesen Rahmen. Genau. Also von dem her bin ich da eigentlich immer sehr, sehr glücklich damit gewesen. Ich weiß aktuell gar nicht, wie es gerade aussieht. Und weil das, was ich jetzt mache, wird 27 erscheinen. Also ich habe jetzt gerade noch einen Vertrag für einen Dreiteiler, der in den Hemden spielt und wir haben jetzt noch nicht uns Gedanken gemacht über was Neues, weil da bin ich jetzt noch so mittendrin. Aber man merkt schon auch so auf der Buchmesse und so, wenn man sich auch mit Verlagsleuten unterhält, dass alle gerade so ein bisschen überlegen. In welche Richtung bewegt sich denn diese ganze Bubble, als ja schon irgendwie weiß man gerade nicht so richtig, wo die Reise hingeht. Aber ich glaube, so fühlen sich alle gerade. Also alle sind so ein bisschen lost, egal ob Autoren oder Verlagsmenschen. Das ist ein ganz spannendes.
Vera
00:55:32
Was denkst du, warum das jetzt gerade so ist? Ja, KI und so, oder?
Jana
00:55:37
Ja, also KI ist ein Thema. Ich glaube, wir sind auch so ein bisschen, auch bei diesen New Adult-Geschichten, so an dem Wendepunkt. Das Dark Romance hat natürlich extrem zugenommen. Bei New Adult merkt man auch, finde ich, so langsam, dass die Protagonisten älter werden, weil ja auch die Leser älter werden. Die Themen werden andere. Also ich finde, es ist oft so, dass zum Beispiel auch so eine Kira Groh oder so, also Protagonisten, die eigentlich jetzt schon eher zweite Hälfte 20, Ende 20 sind, trotzdem aber einfach noch so ein bisschen in dem New Adult Paket geschnürt sind, weil man die Leser natürlich mitnimmt. Und die Leser bleiben ja die gleichen. Ich finde, es kommt so ein bisschen neu auf, die Frau, die so Mitte, Ende 40 ist, die so nochmal durchstartet, dieses Empty-Nest-Syndrom hat, die vielleicht die Ehe zerbricht und sich nochmal aufmacht, einen Job zu finden, die Liebe zu finden. Also einfach so diesen zweiten Frühling, diesen zweiten Aufbruch ins Leben. Und es gibt ja ganz viele Frauen, die das auch erleben. Und die wollen natürlich alle auch nicht mehr lesen, wie das jetzt damals mit dem 28-Jährigen war, weil das hatten die alles schon und da findet sich, glaube ich, auch so ein bisschen ein neuer Markt, weil auch die Leserinnen sind alle ein bisschen älter geworden und fühlen sich halt davon vielleicht auch angesprochen, weil es ihre eigene Lebenssituation so ein bisschen widerspiegelt. Ich glaube, da verändert sich viel.
Vera
00:57:08
Ja, aber eigentlich gab es doch schon immer Liebesgeschichten und schon immer Menschen in allen Altersstufen. Und also... Weißt du, wie ich meine?
Jana
00:57:17
Nee, finde ich tatsächlich nicht. Also ja, es gibt es schon, aber jetzt eben gerade zum Beispiel, ich finde, das ist ein ganz großes Thema, ist wirklich so jetzt dieses zweite Frühling. Also die meisten im klassischen Liebesroman, der jetzt nicht New Adult war, also wo sie ganz jung sind, ist ja meistens waren die immer so um die 30. Und ich finde, erst in den letzten Jahren sind auch die Protagonistinnen so ein bisschen älter geworden, dass man auch mal 35 oder 38 ist. Aber ich finde, so standardmäßig war das eigentlich immer so, Ende 20, Anfang 30.
Vera
00:57:51
Ja, ja. Nee, ich meine, aber Leserinnen gab es ja immer in jedem Alter. Also man muss ja einen Grund haben, warum jetzt was passiert. Ich erwarte jetzt nicht, dass du die abschließende Antwort dazu hast.
Jana
00:58:03
Doch, habe ich auf jeden Fall.
Vera
00:58:05
Kannst du sagen, bitte.
Jana
00:58:07
Nein, aber ich glaube wirklich, dass es sich deshalb ein bisschen ändert, weil die Stimmen der Leser auch stärker werden. Also man kann viel besser, viel direkter kommunizieren. Früher ist halt ein Buch erschienen und man hat es gekauft und hat es gelesen. Und jetzt kann man sich viel besser austauschen. Man kann viel besser sagen, was man sich wünscht. Wir können uns super vernetzen in den sozialen Medien. Wir haben ja total direkten Kontakt zu unseren Lesern. Das ist ja ein Traum. Also das ist manchmal auch ein Albtraum, aber meistens ist es total toll. Und dadurch bekommt man viel mehr mit. Man ist viel näher dran und merkt, dass eigentlich auch ganz andere Themen spannend sind, über die man vielleicht einfach gar nicht nachgedacht hat. Und vielleicht war auch die Frau, die zum Beispiel eben jetzt Ende 40 ist, verlassen wird, die Kinder sind aus dem Haus und sie muss sich nochmal neu erfinden, vielleicht war die früher auch nicht so ein Thema. Aber jetzt sind Frauen einfach auch mutiger, selbstbewusster, selbstbestimmter und gehen vielleicht auch von sich aus zum Beispiel diesen Weg, was man früher unter Umständen nicht gemacht hat. Und dann ist es natürlich toll, wenn man so starke Charaktere schreiben kann und die Leute sich da wiederfinden.
Vera
00:59:25
Bei Dark Romans muss ich gerade dann denken, dass heute an dem Tag, wo wir aufnehmen, ich glaube, das ist doch der Tag zur Erinnerung an die Gewalt gegen Frauen, oder?
Jana
00:59:33
Ja, ja, ja.
Vera
00:59:37
Lassen wir mal so stehen. Ja, einfach mal so stehen lassen. Eine Sache noch, wo ich ja auch mich immer total schwer tue. Du hast es vorhin völlig professionell mal eben so in den Dialog eingebaut. Das sind ja diese Tropes. Enemies to Lovers und was da so alles gibt. Wie sehr orientierst du dich daran?
Jana
01:00:01
Ich orientiere mich nicht daran, dass ich sage, ich will jetzt ein Enemies to Lovers Buchschreiben oder sowas. Also ich entwickle meine Geschichte, ich entwickle meinen Plot und nachher überlege ich mir fürs Marketing oder für die sozialen Medien, welche Tropes sind denn davon jetzt betroffen? Also was ist es denn alles, damit ich es halt hinschreiben kann? Aber ich sage jetzt nicht, ich will irgendwas zu diesem Thema machen, sondern ich habe eine Geschichte und irgendwelche Themen, Tropes, sind davon ja dann immer betroffen.
Vera
01:00:36
Und die Verlage sagen auch nicht, bitte diese und die Troops sollten erfüllt werden oder so.
Jana
01:00:41
Ne, also da habe ich jetzt zumindest noch nie die Erfahrung gemacht. Ich denke, da wird es ja dann ähnlich sein. Die sehen das Exposé und dann sehen sie ja auch im Endeffekt der und der Trope ist ja da drin versteckt, und dann können sie ja sagen, kannst du das vielleicht noch ein bisschen ausbauen oder kannst du jenes noch machen, aber eigentlich, reiten wir da nicht drauf rum. Aber ich, Ich bin natürlich auch keine New Adult Autorin. Ich weiß nicht, wie das da ist, wenn man bei den ganz jungen Zielgruppen schreibt, ob man das da anders macht. Das weiß ich jetzt natürlich nicht. Aber so ein ganz klassischer Liebesroman. Eigentlich sollte man gar nicht so viel Englisch schwätzen. Es kommt dann halt doch einfach immer durch.
Vera
01:01:21
Mag das halt auch nicht. Meine Kollegin macht ja sogar mal englische Buchtitel. Mein Nächster hat zwar einen englischen Serientitel, aber der Titel des Bandes ist deutsch. Ja Mann, sie wird halt auch älter. Ja, rat dich dabei noch nicht. Ja, liebe Jana, das sind sehr, sehr interessante Einblicke so in deinen Weg mit Polizistin und Liebesroman. Ich habe wieder einiges gelernt und du bist aber noch nicht entlassen, weil bei uns gibt es am Ende immer noch die total kritischen Buch-Bubble-Fragen von Tamara. So sieht es nämlich aus. Die erste Frage für dich als Leserin. Wann hast du zuletzt bei einem Buch Tränen vergossen vor lauter Lachen oder auch aus Mitgefühl? Ich formuliere meine Frage sonst immer viel klüger, aber du kennst sie ja. Welches Buch hat dich zum Lachen oder zum Weinen gebracht?
Jana
01:02:27
Ich muss gestehen, ich versuche immer Bücher zu vermeiden, die mich zum Weinen bringen. Also das lässt sich natürlich nicht immer vermeiden, aber ich weine ungern traurige Tränen, aber ich bin ein ganz großer Rom-Com-Fan. Also ich liebe Ailey Hazelwood, Lynn Painter, Christina Lauren. Also wenn ich diese Bücher lese, muss ich tatsächlich immer lauthals lachen, weil sie einfach so witzig sind. Emily Henry, also ich kann mich gar nicht auf einer Autorin festlegen, aber das sind so diese wirklich einfach skurril witzigen Geschichten, die mich wirklich zum Lachen bringen.
Vera
01:02:59
Sehr schön. Und in der Buchbubble, welche Begegnung war da besonders inspirierend für dich?
Jana
01:03:08
Also tatsächlich habe ich darüber nachgedacht und für mich ist eine Begegnung ganz besonders, aber vielleicht ein bisschen aus einem anderen Grund. Also ich bin ein großer Christian Higgins Fan. Das ist eine amerikanische Autorin und von der habe ich eigentlich, irgendwie habe ich die mal entdeckt und habe immer alles von der gelesen und fand die halt einfach auch so super witzig und romantisch und die schreibt eben auch in diesen New England Staaten, also alles so nördlich von New York. Die Gegend, die ich so schön finde. Und ich war auf USA-Reise und wollte in diese Gegend. Und dann habe ich mir überlegt. Also da hatte man noch Facebook damals und ich sagte, boah, bin ich jetzt total verrückt und schreibt der Frau, die wird natürlich Nein sagen, aber traue ich mich das jetzt trotzdem und mache das und habe dann gedacht, ach, ist doch egal, ich mache das jetzt und habe mich mit klopfendem Herzen getraut, dir eine Nachricht zu schreiben und die hat tatsächlich zurückgeschrieben und hat gesagt, es tut dir total leid, weil da kommt gerade ein neues Buch raus und sie ist auf Lesereise und sonst wäre es ja nett gewesen, aber geht leider nicht. Und kurz bevor der Reise schrieb sie mir plötzlich nochmal und sagt, wann ich denn genau da wäre, weil sie verlost da so ein Essen mit Lesern und wenn ich will und wenn ich da bin, dann bin ich gesetzt und dann bin ich auch dabei bei der Lesung, bei dem Essen und haben sie tatsächlich getroffen. Und das war für mich so, also das war natürlich ein total tolles Erlebnis, aber was für mich wirklich so wichtig war, war den Mut zu haben, das zu machen und mich da über meinen eigenen Schatten zu springen und über meinen Tellerrand zu gucken. Und das ist was, was ich immer mitgenommen habe seitdem, was ich auch bei den Recherchen so toll finde. Ich probiere auch alles, was geht, probiere ich selber aus. Nierentransplantation habe ich mal geschrieben, das habe ich jetzt nicht selber gemacht. Aber wenn ich ein Gestüt habe, dann mache ich auch mal ein Praktikum auf dem Pferdehof oder so. Also das war für mich so eine Initialzündung, für mich selber mutig zu sein. Und deswegen war diese Begegnung auch so besonders.
Vera
01:05:17
Ja, ganz toll. Sehr schöne Geschichte. Und zum Schluss, welches Klischee willst du nie wieder in einem Buch lesen?
Jana
01:05:24
Also ich liebe Klischees. Klischees haben irgendwo ja alle auch ihre Berechtigung.
Tamara
01:05:34
Gehen Liebesromane überhaupt ohne Klischees.
Jana
01:05:36
Ist schwierig. Also ich glaube, die Frage ist immer, wie man es erzählt. Und wenn man es nett verpackt, wenn man es humorvoll macht, wenn man es so verpackt, dass nicht jeder wieder sagt, oh, das ist doch wieder ein Fake-Dating, das ist doch so unrealistisch, dass der jetzt sagt, na dann spiele ich halt deinen Freund. Und wenn man es toll verpacken kann, finde ich, jedes Klischee ist eine Berechtigung.
Vera
01:05:56
Ja, genau. Wir machen uns die Welt jetzt mal schön.
Jana
01:06:03
Das ist der wichtigste Teil daran.
Vera
01:06:05
Genau. Und liebe Jana, unsere Welt hast du heute wunderschön gemacht. Und ich bin sicher, auch unsere Hörer und Hörerinnen werden jede Minute genießen. Danke, dass du heute bei uns bist. an euch da draußen. Schön, dass ihr uns regelmäßig hört und ihr wisst, was ihr zu tun habt. Folgt uns, wo immer ihr könnt. Abonniert unser Buch Bubble Bulletin und bleibt uns einfach gewogen. Bis nächste Woche. Tschüss. Tschüss. Danke, Jana.
Jana
01:06:35
Ciao.