Die Zwei von der Talkstelle

Gespräche aus der Selfpublisher- und Buchbubble

DZVDT #252 - Einblicke in den unabhängigen Buchhandel mit Inhaberinnen Katrin Röttgen und Theresa Donner

Wie hat sich der unabhängige, stationäre Buchhandel seit BookTok verändert? Wie kommen Bücher ins Sortiment? Und welche Bestellwege bevorzugen Buchhändlerinnen eigentlich?

06.03.2025 77 min

Zusammenfassung & Show Notes

Wie hat sich der unabhängige, stationäre Buchhandel seit BookTok verändert? Wie kommen Bücher ins Sortiment? Und welche Bestellwege bevorzugen Buchhändlerinnen eigentlich?
Katrin Röttgen ist die Vorsitzende der IGUS - Interessengemeinschaft Unabhängiges Sortiment, Theresa Donner die Sprecherin, und beide führen eigene Buchhandlungen.
In dieser Podcastfolge geben sie spannende Einblicke in ihren Arbeitsalltag, ihre Ansprüche an das Buchsortiment und die Zusammenarbeit mit Verlagen und Autor:innen.

Wie hat sich der unabhängige, stationäre Buchhandel seit BookTok verändert? Wie kommen Bücher ins Sortiment? Und welche Bestellwege bevorzugen Buchhändlerinnen eigentlich?

Katrin Röttgen ist die Vorsitzende der  IGUS - Interessengemeinschaft Unabhängiges Sortiment, Theresa Donner die Sprecherin, und beide führen eigene Buchhandlungen.

In dieser Podcastfolge geben sie spannende Einblicke in ihren Arbeitsalltag, ihre Ansprüche an das Buchsortiment und die Zusammenarbeit mit Verlagen und Autor:innen.

Links

Die IGUS - Interessengemeinschaft Unabhängiges Sortiment:
https://www.boersenverein.de/interessengruppen/ig-unabhaengiges-sortiment/

Buchhandlung von Katrin Röttgen:
https://www.buchmeyer.de/
https://www.instagram.com/buchmeyer_reinheim/

Buchhandlung von Theresa Donner:
https://heiterebuecher.de/
https://www.instagram.com/heiterbiswolkigebuecher

Katrins Buchtipp:
'Die Frauen jenseits des Flusses' von Kristin Hannah
https://www.amazon.de/Die-Frauen-jenseits-Flusses-Roman/dp/3352009449/

Theresas Buchtipps:
Die Yarros-Reihen 'Fourth Wing', 'Iron Flame', 'Onyx Storm' von Rebecca Yarros
https://www.amazon.de/Fourth-Flame-Storm-Rebecca-Yarros/dp/B0DSCDVQ9L

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Transkript

Tamara
00:00:00
Hier ist Folge 252 von die 200-Talk-Stelle und wir werfen einen Blick in den stationären Buchhandel. Wir wollen mal schauen, wie genau funktioniert das eigentlich, worauf achten BuchhändlerInnen und was ist gerade so Thema?
Vera
00:00:16
Wir haben hochrangige Expertinnen, sie sind von der IGUS, der Interessengemeinschaft Unabhängige Sortimenter. Da ist die Vorsitzende Katrin Röttgen und die Sprecherin Teresa Donner. Beide haben eigene Buchgeschäfte und haben uns ganz tolle Einblicke gegeben. Die.
Tamara
00:00:50
Hier ist Folge 252 von Die zwei von der Talkstelle. Mir gegenüber sitzt wie immer die liebe Vera Nentwig. Mein Name ist Tamara Leonhardt. Und so, das war jetzt alles, was ich gerade an Energie aufbringen konnte. Hallo Vera.
Vera
00:01:04
Och Gott, was ist jetzt schon wieder los bei dir? Mein Jott. Ich habe doch jetzt letztens den Post gesehen, dass dein Buch jetzt wirklich fertig ist.
Tamara
00:01:14
Ja, also ich bin bei...
Vera
00:01:16
Ende, Ende, Ende geschrieben.
Tamara
00:01:18
Genau, genau.
Vera
00:01:18
Dein Epilog kommt nicht nach Ende, sondern kommt vor Ende.
Tamara
00:01:23
Ja, ich habe da tatsächlich drüber nachgedacht und musste mir nochmal in Erinnerung rufen, wo ich denn eigentlich Ende hinschreibe oder soll ich überhaupt Ende hinschreiben. Aber als ich den Epilog dann geschrieben hatte, hat es sich dort gut angefühlt.
Vera
00:01:35
Okay, also es ist jetzt wirklich Ende. Beim letzten Mal war es ja nur eine Wortzahl, die nicht Ende war.
Tamara
00:01:41
Genau, nein, es ist jetzt wirklich Ende. Ich habe auch heute den Epilog nochmal überarbeitet und ich habe schon mit meiner Lektorin gesprochen, wie wir das jetzt machen. Und glücklicherweise ist sie ja sehr flexibel. Und ich fange jetzt quasi, Kapitel 1 an, die testlesenden Rückmeldungen einzuarbeiten und auch selbst nochmal zu überarbeiten und schicke ihr dann immer die Abschnitte, die ich habe, zu, sodass wir ein bisschen parallel arbeiten können. Das finde ich sehr schön. Eigentlich hatte ich mir heute den ganzen Tag fürs Manuskript reserviert, aber dann bin ich, nachdem ich, ich weiß gar nicht, ich glaube um halb zwölf oder was, bin ich ins Bett und um halb drei bin ich wieder wach geworden, habe dann eine gute Stunde hellwach da rumgelegen und habe mir dann gedacht, das bringt ja nichts und war dann um viertel vor vier am Rechner, habe ein paar Sachen erledigt, habe dann eben den Epilog überarbeitet und musste mich dann wieder hinlegen und habe jetzt halt einfach den ganzen Mittagnachmittag verschlafen und bin aber immer noch nicht, Also ich fühle mich immer noch wie vor die Wand gelaufen.
Vera
00:02:51
Ja, wenn der Rhythmus dann auseinander ist, dann ist klar. Braucht die innere Uhr, bis sie sich wieder sortiert hat.
Tamara
00:02:58
Ja, das ist alles sehr nervig.
Vera
00:03:00
Ja, aber ist ja schön, dass da ein Ende... Und hast du denn jetzt einen Veröffentlichungstermin dir ausgeguckt? Oder schwankst du da noch?
Tamara
00:03:09
Naja, also ich bin schon so weit zur Vernunft gekommen, dass ich auf dich und auf Annika aus der letzten Folge höre und jetzt nicht auf die letzten Meter alles übers Knie brechen will wegen einer Lesung. Ich habe es mal alles durchgerechnet und mit ein bisschen Puffer und so. Also ich denke, die Lesung wird dann tatsächlich eine Vorablesung. Und ich habe jetzt noch kein festes Datum, aber ich sage mal, wenn ich eine Mini-Auflage haben möchte und da auch Eventualitäten einrechne, dann bin ich so bei Anfang, Mitte Mai.
Vera
00:03:42
Ja, das kann ich nachvollziehen.
Tamara
00:03:46
Ich werde dich nochmal konsultieren wegen diverser Abläufe.
Vera
00:03:51
Ja, immer gerne. Ja, ich habe im Gegensatz dazu den Termin jetzt festgeschrieben. Ich hatte ja letzte Woche schon gesagt, dass ich Frau Appeldorf und der tote Kapitän schon bereits zur Vorbestellung auf Amazon eingestellt habe. Und natürlich da auch dann den Termin schon eingegeben habe. Das ist dann der 30. Mai 2025.
Tamara
00:04:15
Und Bei dir muss man das ja nicht dazu sagen.
Vera
00:04:21
Und ja, ich habe jetzt auch die Buchstartparty, also zumindest den Termin, schon mal festgemacht. Das wird jetzt am 28. Juni sein, weil an diesem Tag hatte die Stadt hier mich schon zum Jahreswechsel angesprochen, planen die wieder so ein größeres Kulturevent. Und dann habe ich überlegt, drei Wochen vorher irgendwie Buchstattparty machen und dann drei Wochen danach wieder irgendwas, das macht irgendwie keinen Sinn. Und dann hatte ich die hiesige Buchhandlung angesprochen, weil die halt im Regelfall auch bei diesem Kulturevent dabei sind. Und ob wir da nicht einfach unsere Ressourcen bündeln und das dann quasi zur Buchstattparty machen, fanden sie auch gut. Also wie gesagt, am 28. Juni, wann jetzt genau, ob im Laufe des Tages, Samstag oder abends oder so, das müssen wir jetzt noch sehen, das müssen wir jetzt auch mit der Stadt noch absprechen, wie wir das da in deren Programm machen. Aber auf jeden Fall an dem Tag wird es sein.
Tamara
00:05:25
Wie?
Vera
00:05:27
Ja, ich habe eigentlich noch nicht das Wörtchenende darunter geschrieben.
Tamara
00:05:32
Der hat noch länger Zeit als ich.
Vera
00:05:34
Naja, so viel länger nicht.
Tamara
00:05:37
Aber dein Überarbeiten geht auch schneller, weil mein Roman einfach doppelt so lang ist.
Vera
00:05:41
Jaja, das stimmt. Das stimmt. Ja, also ich hatte eigentlich gesetzt, dass es jetzt am kommenden Wochenende fertig ist. Ich habe aber jetzt, wenn mir der Tagesword-Count dann doch zu hoch geworden ist, nochmal eine Woche nach hinten verschoben. Aber das denke ich, werde ich schaffen. Dann denke ich mal, ist das gut hinzukriegen mit Lektorat und Druck und so. Das sind ja noch mehr als zwei Monate. Das sollte zu schaffen sein, ohne dass wir zu sehr in Stress ausartet. Und ja, genau. Dann laufen jetzt die Dinge ihren Gang.
Tamara
00:06:23
Schön, dann wird es mal wieder spannend.
Vera
00:06:25
Ja, ich mag ja diese Sachen, wie du weißt, auch.
Tamara
00:06:29
Auch?
Vera
00:06:30
Du ja nicht. Ich mache die nur, du nicht.
Tamara
00:06:34
Ich mag die so in der Theorie. Mein Gehirn läuft schon die ganze Zeit heiß. Okay, wenn das eine Vorablesung ist, was ist dann die Premierenlesung? Wo könnte ich die machen? Wie mache ich das? Wen muss ich noch anschreiben? Aber dann kommt auch ganz schnell der Moment, wo ich denke, ich will doch einfach nur schreiben.
Vera
00:06:53
Der Moment kommt bei mir nicht. Nein, aber ich lasse mich da. Das ist wahrscheinlich auch, ich kann mich noch erinnern, vor zehn Jahren oder so, da war da noch sehr viel mehr Hektik dahinter und ständig die Angst, du könntest diese eine Sache versauen oder vergessen, die dann über den Erfolg entscheidet. Mittlerweile weiß ich, es ist eigentlich... Eine einzelne Sache ist nie wichtig.
Tamara
00:07:22
Nee, geht das nicht. Aber manchmal ärgert man sich, wenn man vielleicht zu Beginn der Schreibzeit irgendwie eine Idee hatte und die dann wieder vergessen hat. Und irgendwann fällt es dir wieder ein und es wäre total schön gewesen oder so. Das ist halt ärgerlich.
Vera
00:07:34
Ja, aber dann sollte man, wie ich es mache, ein schönes Notiztool haben, wo man eine Notiz hat, Planung, Buchstacht, Frau Appelndau und der deutsche Kapitän.
Tamara
00:07:46
Mit diversen Notiztools.
Vera
00:07:49
Die Verse ist kontraproduktiv. Man hat genau eins und dann schreibt man das rein, zur Not auch mit Terminen.
Tamara
00:07:59
So dieses Übergreifen, das funktioniert bei mir nicht. Aber ich habe mich auch am Sonntag hingesetzt und ein Büchlein zur Hand genommen und alles aufgeschrieben. Erstmal wußt durcheinander, was mir einfiel und daran kann ich mich jetzt entlanghangeln oder das erstmal sortieren.
Vera
00:08:15
Also mit dem Büchlein, das ist bei mir mit dem Büchlein so wie bei dir mit den Notiztools. Büchleins verschwinden. Die tauchen dann immer wieder irgendwo auf. Aber das ist nie etwas, wo ich dann regelmäßig reinschaue.
Tamara
00:08:30
Aber wenn sie auftauchen, ist total cool, was du da drin alles findest.
Vera
00:08:34
Ja, aber dann ist es meistens zu spät oder ich wundere mich. Na super, die Idee hat sie auch vor fünf Jahren schon. Aber nein, also ich poste das schon und ich brauche dann auch irgendwas, was mir halt wirklich auch morgens auch auf dem Handy sagt, das hast du heute zu tun, wenn du das vor drei Monaten mal da eingetragen hast. Andere, so würde ich dann auch vergessen.
Tamara
00:08:55
Ja, das wäre toll, wenn das bei mir funktionieren würde, aber so ist mein Gehirn, glaube ich, nicht gestrickt und du merkst, die Müde hält die weg, gerade einfach massenhaft Galgenhumor bei mir.
Vera
00:09:05
Also man kann schon auch noch dazulernen, so ist das nicht. Aber gut, jeder, wie er mag. aber ich habe mir was cooles geleistet und, Ich zeige dir mal, das können die Zuschauer natürlich jetzt nicht sehen. Erkennst du es?
Tamara
00:09:22
Das ist ein bisschen höher. Oh, das ist also ein Prägeding, was mir seit zwei Wochen ständig als Werbung eingeblendet wird und was ich auch schon gescreenshottet habe, um es mir zu merken.
Vera
00:09:33
Genau, wahrscheinlich, weil Google weiß, dass wir zusammen zu tun haben. Und da habe ich jetzt, ich weiß nicht, von dem kannst du wahrscheinlich nicht sehen, den Prägeding.
Tamara
00:09:41
Nee, nee, aber ich kenne die, das ist echt cool.
Vera
00:09:44
Ja, hatte ich, also war eigentlich eine Inspiration von der April Winter, die hat mir davon erzählt und lange bin ich mit mir schwanger gegangen und jetzt habe ich mir so ein, meine Cover-Designerin hat mir jetzt so ein relativ einfaches Signet, da steht eigentlich nur, wer er nennt dich Autorin, damit ist ein Buch so in meiner Schriftart und ja, das habe ich mir jetzt gekauft und das heißt, wenn jetzt demnächst ich bei den diversen Events, von denen es ja gerade in den nächsten Tagen einige gibt, ich Bücher signiere, dann werden die auch exklusiv. von mir geprägt.
Tamara
00:10:15
Ah, nur dann. Okay, cool. Ja, da musst du mir nochmal sagen, aber ich habe nicht ganz verstanden, wie quasi der eigene Inhalt sozusagen in diesen Stempel reinkommt. Muss man den dann bei der Bestellung hochladen?
Vera
00:10:29
Genau, da lädst du eine EPS oder PDF-Datei hoch. That's it.
Tamara
00:10:33
Also du kannst zwar mehrere wahrscheinlich bestellen, wenn du möchtest, aber wenn sie mal da sind, dann sind sie da.
Vera
00:10:42
Genau, genau. Ja, wahrscheinlich wird man da diesen Innteil, kann man rausnehmen, also wahrscheinlich kann man auch noch andere bestellen, aber ich brauche ja nur eins. Genau. Und ja, und da prägt wie gesagt, das wird jetzt so für all die persönlich ausgehändigten Bücher gibt es die mit exklusiven Prägestempel.
Tamara
00:11:02
Sehr schön.
Vera
00:11:03
Und ja, ich habe ja jetzt Vera Goes Schmuckauflage.
Tamara
00:11:07
Ganz langsam.
Vera
00:11:08
Genau. Genau. Ja, jetzt am Samstag bin ich ja in Niederkrüchten. Das ist ja Weltfrauentag mit meinem Kabarettprogramm. Und nächste Woche Mittwoch bin ich in Jülich. Ich muss aufpassen, ich sage immer Jüchen. Nein, ich bin in Jülich im Kabarettprogramm. Und ja, muss ich mich jetzt auch noch ein bisschen vorbereiten wieder. Ja, mal sehen, ob der Prägestempel da schon zum Einsatz kommt. Und ja und ansonsten gehen die Dinge ihren Gang, ja, ich hatte jetzt gerade heute beim Schreiben jetzt so zum Ende hin, ist ja jede Entscheidung, die man da so trifft, du würdest ja immer sagen, dass die Protagonisten die Entscheidung treffen, nein, ich ähm, ich bin dann immer unsicher, biege ich jetzt vielleicht gerade falsch ab und das geht nachher gar nicht auf.
Tamara
00:12:06
Im Zweifel musst du es umschreiben.
Vera
00:12:08
Ja, aber ich hasse es. Ich hasse es, einmal mir rausgequetschte Wörter wieder zu löschen.
Tamara
00:12:12
Also ich hatte jetzt wirklich, ich habe ja von dem Plotproblem erzählt, dass ich mit dem Benjamin Spang dann auf der Fahrt nach Oppenheim besprochen hatte und ich habe wirklich jetzt vier Varianten gehabt. Also in meinem Kopf hatte ich eine Version, als ich die anfing zu schreiben, hat sie mir nicht gefallen. Dann habe ich die Version, die wir besprochen haben, dann nach der Fahrt angefangen und habe gemerkt, da will ich auch nochmal was dran ändern, habe es dann zu Ende geschrieben und dann fiel mir aber noch eine Lösung ein, wie ich es doch so halte. Also ich habe jetzt wirklich vier Versionen im Kopf und auf dem Papier von meinem Schluss gehabt, aber jetzt bin ich zufrieden.
Vera
00:12:49
Gut, das ist das Wichtigste. Ja, ich habe jetzt einfach mal, manchmal muss man einfach den Weg gehen, auch wenn ich noch nicht ahne, wo es hingeht. Und bisher, toi, toi, toi, ist es ja immer irgendwie wieder aufgehangen. Von daher werde ich wahrscheinlich das jetzt auch schaffen.
Tamara
00:13:04
Ja, auf jeden Fall.
Vera
00:13:06
Also wie gesagt, das wäre für mich worst case, wenn ich dann feststelle, ich muss jetzt irgendwie zwei Kapitel wieder löschen. Das wäre Hammerqual. Ja, wie kriegen wir jetzt den Übergang zu unseren Gästen?
Tamara
00:13:21
Ja, zeig doch mal deinen Prägestempel. dann kann ich dir sagen, dass du das ja auch, wenn du mal in der Buchhandlung damit stehst, könntest du ja auch nur hier in der Buchhandlung mit Prägstimmen. Nein, ganz schlecht.
Vera
00:13:34
Das ist jetzt sehr holprig, ganz holprig.
Tamara
00:13:36
Ganz schlecht. Ja, du siehst, ich bin nicht ganz...
Vera
00:13:40
Ja, okay. Naja, gut. Also Buchhandlung ist das Thema.
Tamara
00:13:44
Ja, Leute, wir haben Gäste.
Vera
00:13:46
So ist es. Ja, ihr Lieben, wir haben jemanden vom Buchhandel in unserer Show und nicht nur gleich eine, sondern gleich zwei und dann auch noch gleich zwei mit einer ganz besonderen Position. Sie sind nämlich vom IGUS, der Interessengemeinschaft unabhängiger Besondimenter im Börsenverein. Und da haben wir nicht nur irgendwen, wir haben die Vorsitzende Katrin Röttgen da. Hallo Katrin.
Katrin
00:14:14
Hallo, guten Abend. Tag.
Vera
00:14:16
Und sie hat eine Sprecherin noch mitgebracht. Das ist die Teresa Donner. Hallo, Teresa.
Theresa
00:14:23
Hallo, Wolke. Guten Abend.
Vera
00:14:24
Also wir freuen uns wirklich riesig. Vielleicht, dass man euch noch ein bisschen einordnen kann. Die Katrin, habe ich geguckt, ist von der Buchhandlung Buchmeier in Rheinheim. Das ist irgendwo in der Nähe von Darmstadt, wenn ich richtig gesehen habe.
Katrin
00:14:37
Genau.
Vera
00:14:38
Und die Teresa, die hat gleich zwei Buchhandlungen mit einem wunderschönen Namen, heiter bis wolkig, in Radha an der Saale. Ja. Wie bist du auf den Namen Heiter bis Wolkig gekommen?
Theresa
00:14:50
Das hängt tatsächlich in erster Linie auch mit meinem Nachnamen zusammen. Also Theresa Donner. Und ich hatte ein bisschen auch eine Schwäche für so Wortspiele, die bei Friseuren eher noch vielleicht nicht sind. Und dann war tatsächlich, als es um den Namen ging, ein bisschen im Freundeskreis, so wie könnte man das denn nennen und so weiter und so fort. Und irgendjemand hatte dann die Idee, dass wir es ja heiter bis wolkig nennen könnten. Und ich fand, das funktioniert auch ohne zu wissen, wie ich heiße. Und es ist aber ganz nett nochmal, wenn man es weiß. Und so kam das.
Vera
00:15:30
Also das heißt, daraus schließe ich, Theresa, du hast deine Buchhandlung quasi ganz neu aufgebaut? Oder hast du was Bestehendes umgenommen?
Theresa
00:15:38
Nein, genau. Ich habe die ganz neu gegründet. Vor jetzt bald acht Jahren.
Vera
00:15:42
Okay, toll. Bei dir, Kathrin, die Buchhandlung heißt Buchmeier. Das deutet darauf hin, dass die irgendwie übernommen wurde, oder liege ich da falsch?
Katrin
00:15:50
Ja, genau. Das ist ein, ja, ich würde schon sagen, ein Traditionsbetrieb. Unsere Firmengeschichte hat 1899 als Buchbinderei angefangen und hat sich halt über die Jahre und über die Generationen zum klassischen Buchhandel entwickelt. Ich habe 2001 dort meine Ausbildung begonnen. Ja, und es hat mir total gut gefallen. Und es war dann irgendwann klar, dass innerhalb der Familie es keine Nachfolgeregelung geben wird. Und so hat unser damaliger Chef mich und eine Kollegin im Prinzip angesprochen. Wir waren auch einfach, wir waren die Jüngsten im Team. Von daher war das naheliegend, ob wir nicht Lust hätten, diese Buchhandlung weiterzuführen. Und wir haben da uns ganz schnell entscheiden können.
Vera
00:16:40
Oh ja. Ja, wobei ich muss gestehen, ich verfolge ja immer so regelmäßig die Börsenverein-Nachrichten, Buchmarkt-Nachrichten. Unter anderem, wenn ich irgendwann mal ein Buch-Bubble-Bulleton schreiben muss, was schon längst überfällig ist. Aber da vergeht ja eigentlich keine Woche, wo da nicht irgendeine Nachricht ist von irgendeiner Buchhandlung, die aufgegeben hat. Und jetzt sitzen mir hier zwei Frauen gegenüber, die Buchhandlungen ja zum Teil noch neu gegründet haben, vor noch nicht so langer Zeit übernommen haben. Was ist der Reiz, sich ein solches Projekt anzugehen?
Katrin
00:17:17
Für uns war es ganz klar, das war unsere Leidenschaft. Wir konnten uns überhaupt nicht vorstellen, in einer anderen Branche zu arbeiten. Wir hatten die Wahl, entweder werden wir unsere eigenen Chefin oder wir müssten uns wahrscheinlich komplett umorientieren oder weite Fahrtwege in Kauf nehmen. Das waren dann so ein bisschen die Beweggründe, wo wir gesagt haben, ja, wir nehmen alle Vorteile, die wir hatten, weil wir haben beide lange in dieser Buchhandlung gearbeitet. Wir kannten die Strukturen, wir kannten die Kundschaft. Und dann haben wir gesagt, so eine Situation gibt es kein zweites Mal im Leben. Wir wagen das.
Vera
00:18:03
Wie war das denn bei dir, Theresa? Ich meine, so Geschäfte noch ganz neu zu machen, das ist ja auch noch nicht so acht Jahre. Da gab es ja schon Krise. Ich finde das einen sehr mutigen Schritt. Was hat dich da so motiviert, das zu tun?
Theresa
00:18:16
Ich wollte eigentlich ursprünglich mich nicht selbstständig machen. Ich hätte eigentlich lieber im Verlag gearbeitet. Ich habe früher auch schon im Verlag gearbeitet. Aber dann hätte ich wahrscheinlich in Hamburg, München oder Berlin wohnen müssen. Und darauf hatte ich eigentlich keine große Lust. Und als ich, also ich bin keine Hallenserin ursprünglich, ich bin auch erst vor acht Jahren hierher gezogen, aber mein Mann hat damals in Halle gearbeitet und bevor ich die Buchhandlung gegründet habe, habe ich ein Volontariat gemacht im Goethe-Institut und das ist dann ausgelaufen und dementsprechend musste ich dann schauen, was ich jetzt als nächstes so tue, und bei einem der Spaziergänge in Halle ist mir quasi einfach dieses Ladengeschäft über den Weg gelaufen, Und dann war ich noch ganz jung und hatte keinerlei Verpflichtungen in irgendeiner Art und Weise und habe dann überlegt, also wenn ich das mal mache mit dem Buchhandel, würde sich das jetzt gerade ergeben. Und ich bin ziemlich überzeugt von dem Viertel, in dem wir gerade sind. Also wir sind eine Kiezbuchhandlung. Und ich hatte mich so ein bisschen gewundert, warum es da sowieso noch keine Buchhandlung gibt. Und dann habe ich das gemacht. Dann ein bisschen darüber nachgedacht und fand Halle ganz okay. Und habe gedacht, gut, versucht, mach klug. Wie gesagt, die Fallhöhe war relativ gering. Manche jungen Leute kaufen sich in dem Alter ein Auto für wesentlich mehr Geld, als ich eine Buchhandlung aufgemacht habe. Und dann habe ich das getan. Und bis heute war das eine gute Entscheidung.
Vera
00:19:44
Das sind ja auch schon zwei Buchhandlungen jetzt, oder?
Theresa
00:19:46
Genau, es sind zwei, auch ein bisschen notgedrungen. Also es musste sich so entwickeln, dass der ursprüngliche Laden, der hatte 40 Quadratmeter. Wo auch alle Berater einem sagen, dass es viel zu klein ist. Damit kann man nicht genug Umsatz machen, um davon leben zu können. Und vom Prinzip habe ich damals gesagt, nein, aber trotzdem.
Tamara
00:20:06
Und muss auch sagen.
Theresa
00:20:07
Ja, das stimmt. Aber ich konnte mich dahingehend entwickeln. Also da gab es dann neue Immobilien, wir sind dann umgezogen und so weiter und so fort. Aber genau, es war auf jeden Fall der richtige Ort, das zu tun. Und es gab das Potenzial auch auszubauen.
Vera
00:20:26
Aber wenn man jetzt da so loslegt, Buchhandler, ich stelle mir das extrem schwer vor, da seine Existenz mitzusichern. Was waren denn so die größten Herausforderungen, die ihr da zu meistern hattet?
Theresa
00:20:40
Viel Arbeit.
Vera
00:20:42
Ja, ich glaube, jetzt in anderen Jobs auch.
Theresa
00:20:46
Ja, also es ist, glaube ich, nicht zu unterschätzen, dass man muss einen Laden geöffnet halten. Und das kann ich nicht im Homeoffice tun und das kann ich auch nicht, wenn ich krank bin. Es gibt Öffnungszeiten zu bedienen und das hat ein gewisses Druckpotenzial, was nicht zu unterschätzen ist. Als ich angefangen habe, habe ich sechs Tage die Woche, jeweils neun Stunden allein dort gestanden, um irgendwie für das erste halbe Jahr, und das ist, glaube ich, so das Erste, was das so, finde ich, also was es für mich bedeutet, also es ist wirklich etwas, was viel Arbeit bedeutet, die an einen bestimmten Ort gebunden ist, die ich irgendwie mal nebenbei noch halb krank absitzen kann und irgendwie doch noch ein paar E-Mails beantworten, sondern, Ladenöffnungszeiten müssen mit Arbeitskraft bedient werden. Und die Arbeitskraft, die ich selber nicht leiste, die muss ich bezahlen für andere Menschen. Genau.
Vera
00:21:42
Bei dir, Katrin, war das ja schon, ihr wart ja schon drin.
Katrin
00:21:46
Ja und nein, weil wir haben uns damals entschieden, dass wir verschiedene Strukturen ändern müssen. Also wir sind nicht in den alten Räumlichkeiten geblieben. Wir sind umgezogen. Wir haben die Ladenfläche ein bisschen verkleinert. Also wir haben jetzt aktuell 120 Quadratmeter. Wir haben Warengruppen auch nicht mehr so breit auf Lager gehabt. Also es war ganz viel Bürobedarf, wo wir gesagt haben, das sehen wir jetzt nicht. Wir wollen schon klassisch Buchhandel machen. Und, ja, wie gesagt, haben uns ein neues Ladenlokal gesucht, sind umgezogen, und mussten dann auch, ich sag jetzt mal, ganz viel halt neue Strukturen, neue Abläufe, das haben wir auch alles uns erarbeiten müssen und, Was ich noch wirklich als Herausforderung fand, also ich war sehr jung, ich war 26, als wir angefangen haben, das zu planen und ich hatte schon ab und zu mal das Gefühl, wir sind nicht ernst genommen worden. Also das war schon normal und es gab dann halt auch mal irgendwann Gespräche, wo ich auch wirklich verärgert war, wo ich dann gesagt habe, also entweder wir versuchen das jetzt irgendwo auf eine Augenhöhe zu kriegen oder wir lassen das miteinander Geschäfte zu machen.
Vera
00:23:07
Ja, das kann ich mir vorstellen, ja.
Katrin
00:23:10
Nee, und ansonsten ist es halt wirklich, wenn ich jetzt sehe, wenn andere Läden eröffnen, also wirklich, dass an Tag eins alles funktioniert. Die Kasse, das EC-Gerät, das Telefon, das Internet. Ja, das war schon ein Rund.
Vera
00:23:27
Ja, genau, das kann man sich vorstellen, ja, so mit der Technik.
Tamara
00:23:32
Jetzt habe ich ja sehr wenig Einblicke in den Alltag einer Buchhandlung, aber ich stelle mir so vor, dass ich vor zehn Jahren vielleicht gesagt hätte, um Himmels Willen stellen doch sowieso alle online sehr risikoreich. Heute aber eher so ein bisschen denke, naja, TikTok hat doch nochmal so dieses haptische Buch vorangebracht und würde mir vielleicht vorstellen, dass tatsächlich viele jüngere Leute jetzt wieder mehr reinkommen. Wie sieht denn die Realität aus? Wie hat sich das so seit der Eröffnung vielleicht mit Auf und Abs entwickelt?
Theresa
00:24:12
Abwahn natürlich oder Veränderung war auf jeden Fall Corona zwischendurch.
Tamara
00:24:16
Ja, das ist klar.
Theresa
00:24:18
Ich weiß gar nicht, also wie gesagt, da ich, oder beide Läden sind Kiezbuchhandlungen, das heißt, wir sind sehr nah dran an unseren Kunden. Wir haben hauptsächlich Stammkundschaft, also wirklich 75 mehr Prozent, würde ich jetzt mal so sagen. Wir kennen die Leute, die zu uns kommen. Und da hat sich jetzt gar nicht so sehr das Klientel entwickelt, weil das sind die Eltern und dann kommen die Kinder und das sind vom Prinzip schon, also habe ich jetzt keinen großen Unterschied irgendwie festgestellt. Was sich aber verändert hat, ist das Kaufverhalten. Das ist alles, die KundInnen kommen viel gezielter und wissen ziemlich genau, was sie wollen. Die wissen, welchen Titel sie möchten und dann kommen sie rein und dann habe ich den entweder da oder es wird halt zum nächsten Tag bestellt. Aber dieses klassische Verkaufsgespräch, was mir persönlich auch, was so eins meiner Highlights ist eigentlich von dem Beruf irgendwie darüber zu reden, was man gelesen hat und dort eben, wo dann auch die Stapel zusammenkommen, wo so der verkäuferische Erfolg zusammen, also sich eigentlich von generiert, der wird eigentlich, es wird immer schwieriger in so ein Gespräch überhaupt reinzukommen. Also weil es ist reinkommen, Fragen mitnehmen. Und auch die Verweildauer, finde ich, habe ich das Gefühl, ist viel kürzer geworden. Und das hat Corona auf jeden Fall entweder beschleunigt oder halt verschärft, weil sich die Leute daran gewöhnt haben. Dieses, ich gucke online und dann nehme ich das. Da hatten ja auch viele kleine Geschäfte so Pick and Collect Sachen irgendwie entwickelt. Und das hat sich auf jeden Fall so auf die Umsätze so ein bisschen niedergeschlagen, eher negativ. Also weil man hat nicht mehr so die Möglichkeit, da reinzugrätschen in dieses, ja, das haben wir jetzt vielleicht nicht, aber als Alternative kann ich dir das und das und das empfehlen. Und dann... Der, die KundInnen das am besten alles, dann ist es immer schwieriger. Das ist so mein Eindruck. Viel eher, als dass sich die KundInnen verändert haben.
Tamara
00:26:22
Oder noch so ein bisschen was gerade neu im Regal entdecken.
Theresa
00:26:25
Genau.
Tamara
00:26:26
Heißt im Umkehrschluss für die AutorInnen da draußen, selbst wenn man viel über den stationären Handel verkauft, Online-Werbung ist wichtig.
Theresa
00:26:36
Ja, also ich habe den Eindruck, da sieht man auch die Verlage, also Endkundenmarketing, machen die ja auch immer mehr und ist enorm wichtig. Die Ansprache der AutorInnen bei TikTok oder keine Ahnung, das spielt natürlich eine große Rolle, Influenza und so weiter. Also ich finde, man merkt das, dass die Kaufentscheidung vor der Ladentür schon oft getroffen wurde.
Vera
00:26:59
Ist bei dir die Erfahrung auch so, Katrin?
Katrin
00:27:02
Ja, also wir haben auch definitiv einen sehr, sehr hohen Stammkundenanteil. Also auch ähnlich, wie Teresa jetzt gesagt hat, Wir kennen oft halt die ganze Familie und dann kommt der Neffe oder die Nichte, weil sie irgendwas für die Tante brauchen und die wissen genau, wir kennen die, die ist Stammkundin bei uns und können dann was empfehlen. Und weil du TikTok gesagt hast, Tamara, also wir finden schon und wir haben das auch in unserer Ladengestaltung jetzt berücksichtigt, dass TikTok und Instagram auf jeden Fall viele junge Mädels auch bei uns in den Laden bringen. Also da hat es bei uns schon ein bisschen eine Veränderung gegeben. Also es war ganz witzig, ich saß irgendwann hinten in so einer Ecke im Büro und ich habe dann immer nur gedacht, was machen die da vorne? Weil ich habe sie immer wieder dieselbe Strecke laufen sehen und dann habe ich nicht gefilmt, wie sie ans Regal gehen, wie sie dieses besondere Buch mit dem Farbschnitt rausnehmen und sowas. Wo ich so gesagt habe, das hätte es vor fünf Jahren niemals nicht gegeben. Und da haben wir definitiv auch Regalfläche jetzt erweitert, dass eben diese, ich sage jetzt mal, jungen Frauen da fündig werden.
Vera
00:28:16
Aber die Bücher kaufen die nur nach Farbe oder auch wegen Inhalt? Ich bin nicht sicher.
Katrin
00:28:23
Die legen schon auch sehr viel Wert auf die Gestaltung, weil mit diesen Farbschnitten ist da schon auch ein kleiner Hype erzeugt worden. Teilweise, dass sogar die Bücher mit Farbschnitt ein bisschen mehr kosten als ohne Farbschnitt oder dass es nur die Erstauflage ist, die eben mit Farbschnitt produziert wird. Und das ist denen verdammt wichtig.
Vera
00:28:46
Also Tamara überlegt nämlich gerade ihr neues Buch, kommt jetzt raus, auch mal eins mit Farbschnitt zu machen. Also ja, muss man mal nachdenken.
Katrin
00:28:55
Ja, weil es ist natürlich mit Kosten verbunden bei den Verlagen und ich glaube, das darf man nicht unterschätzen.
Vera
00:29:05
Ja, klar, auf jeden Fall. Aber da kommen wir ja schon mal ein bisschen an die Themen hin. Wie funktioniert das denn bei euch, wenn ihr da auswählt, was da bei euch in die Regale kommt? Wir haben gelernt, Tamara und ich, da gibt es die zwei oder drei Termine im Jahr mit den großen Verlagsvorschauern. Ihr habt mal gesagt, als wir uns erhalten haben, ihr kriegt am liebsten noch die Schul- und Eisenpapierprospekte.
Katrin
00:29:38
Ja, also die lieben wir schon sehr und die arbeiten auch im besten Falle alle aus dem Team einmal durch. Also das ist wie so ein kleiner Katalog, wo dann die Neuerscheinungen für die nächsten Monate präsentiert werden. Und bei uns darf dann jeder ein Herz in Wein malen oder einen Kommentar oder was auch immer und das beeinflusst dann natürlich auch meine Kaufentscheidung. Wir haben bei ganz vielen Dingen einfach auch schon Kunden und Kundinnen im Kopf, wo wir genau wissen, was Nettes spielt irgendwie am Meer und am Ende gibt es ein Happy End. Dann wissen wir schon, für wen wir das vielleicht einkaufen können. Oder Bücher, wo das Blut rausläuft, haben wir auch immer so ein paar. Und dann hat man oft schon auch jemanden im Kopf. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß, dass Buchhandlungen da oft viel besser strukturiert sind als wir. Wir machen ganz viel auch nach Gefühl.
Theresa
00:30:45
Ja, das ist bei uns auch so. Also auf jeden Fall Gefühl, was ich auch legitim finde, weil wir kennen unsere Leute ja auch und das hat sich ein bisschen auch bewährt und es gibt auch eine gewisse Erwartungshaltung. Also wir haben schon eher literarisches Sortiment. Und das im Zweifelsfall muss ich mir ja auch anhören, was für einen Schrutz ich da verkaufe. Und dann bin ich auch lieber davon, von dem Schrutz überzeugt und kann dementsprechend durchstehen und sagen, ja, es tut mir leid, dass du es blöd findest, aber aus diesen und jenen Gründen finde ich es halt irgendwie gut. Oder manchmal ist es echt, wir haben ja auch nicht jeden Titel gelesen. Also das ist ja, man muss nicht alles lesen, man scannt die Vorschau mit der Zeit schon auch ziemlich schnell durch. Aber es gibt ja auch von unserer Seite so eine gewisse Erwartungshaltung, die wir an Titel haben. Wir wissen, was uns so ungefähr in welchem Verlag erwartet. Wenn wir das Cover sehen bei Surkamp oder bei Fischer oder bei Eichborn, wissen wir eigentlich so ziemlich genau, welche Qualität uns da wie auch erwartet. Und dementsprechend können wir das, ich denke, da spreche ich auch für Katrin, relativ schnell auch so durchscannen. Weil bei der Flut braucht man auch so eine Verlässlichkeit, finde ich. Man weiß, dieser und jener Verlag hat Unterhaltung und das können die gut und da wissen wir, was wir kriegen. Der andere versucht das jetzt irgendwie auch, aber sehe ich irgendwie nicht. Und das sind auch so Kriterien, die laufen einfach im Hinterkopf mit und die machen das auch. Also wir ticsen zwar auch in der Buchhandlung, also ticsen sind die digital vorschauen, was aber immer noch so ein paar Defizite hat. Im Hintergrund, aber genau, also vom Prinzip funktioniert das bei uns aber genauso. Also wir gucken uns das an, sei es digital oder haptisch. Das macht nicht das ganze Team bei mir, weil ich auch studentische Außenhilfen habe, aber meine Festangestellten und ich, also wir sind quasi zu dritt, Wir gucken uns das alles an und jeder darf seine Plus und Minus und Zahlen dort ranschreiben. Und am Ende gucke ich dann, wem wir da eher gerecht werden und so.
Vera
00:32:58
Jetzt hat ja nach einer Studie unserer Kulturstaatsministerin haben wir rund um 2700 Verlage in Deutschland. Wie viele Verlagsvorschauen schaut ihr euch an?
Theresa
00:33:13
Also es ist auf jeden Fall nicht vierstellig. Ich würde aber schon sagen dreistellig. Vielleicht ein geringer dreistelliger Betrag würde ich so in den Raum werfen.
Vera
00:33:24
Doch, so viele, ja. Ja, weil dieselbe Studie hat herausbekommen, dass 80 Prozent der Bücher in Buchhandlungen von 40 Verlagen kommen.
Theresa
00:33:33
Das kann ich mir gut vorstellen, ja.
Tamara
00:33:37
Ja, klar, mit den ganzen kleinen Verlagen.
Katrin
00:33:39
Ja, und es ist halt auch immer die Frage, ob man halt solche Verlagsgruppen, ich nenne jetzt einfach mal die größte, wie Penguin Random House, es sind ja glaube ich über 50 Verlage unter diesem einen Dach. Wie bewertet man die?
Vera
00:33:54
Ja gut, wenn die die gezählt haben, weiß ich jetzt auch nicht.
Katrin
00:33:57
Genau. Also ich kann für uns sagen, bei uns kommen so ungefähr 25 Vertreter pro Saison ins Haus. Und die haben natürlich dann mehrere Verlage in der Tasche. Es gibt da Termine, die sind halt ein bisschen vorbereitungsintensiver, als wenn ich jetzt Geschenkbuch- oder Reiseführer einkaufe. Die kann ich relativ schnell machen, die Termine. Ja. Also wir arbeiten sehr eng mit den Vertretern halt auch zusammen und die kennen uns halt oft auch schon über viele Jahre und für mich ist es auch immer wichtig, von denen nochmal eine Einschätzung zu hören. Also die beraten uns auch beim Verkauf und ich sage es mal, die guten VertreterInnen, die sagen dann auch mal, kannst du weglassen oder Cover passt nicht zum Inhalt oder irgend sowas.
Tamara
00:34:48
Jetzt die spannende Frage. Ich habe ein ganz tolles Buch geschrieben. Ich habe das gelernt, wie das mit dem Schreiben geht. Ich hatte ein Lektorat, ein Korrektorat, einen tollen Cover-Designer, habe mir eine super Druckerei gesucht, vielleicht auch mit Farbschnitt und mit sonstigen Zierelementen. vier Elementen. Wie kann ich ohne Verlag im Nacken euch davon überzeugen, dass ihr mein Buch bei euch hinstellt? Wie möchtet ihr angesprochen werden?
Theresa
00:35:15
Das ist, glaube ich, wirklich schwer. Also ich formuliere das jetzt mal hart, weil wenn ich mit meinen Vertretern fertig bin, brauche ich keine weiteren Bücher mehr. Genau, also das ist erstmal der Punkt, dass es wirklich schwer wird, mich davon zu überzeugen, warum ich dieses eine Buch jetzt noch brauche. Wenn ich mich halt vorher schon mit 150 Verlagen beschäftigt habe. Und ich verstehe das total, dass man als Autorin das Unikum in seinem Buch sieht, aber ich nicht so. Und das ist, glaube ich, so die allergrößte Hürde, die es gibt, also mich davon zu überzeugen, dass ich das jetzt wirklich noch brauche, wo wir alle Platzprobleme haben ab April. Ich glaube es gibt keine Buchhandlung die dennoch sagt, ey ja stimmt ich habe ganz vergessen, Fantasy das Regal ist noch leer brauche ich direkt noch einen Titel ich glaube das ist jeder der seinen Job gemacht hat der ist voll und dagegen muss man dann quasi wirklich, also ich sag mal so bei mir funktioniert dann eigentlich wirklich nur die persönliche Schiene. Mir ist es passiert dass mir Menschen ihre Bücher ungefragt schicken irgendwelche gedruckten Bücher, die ich weder angefragt noch, dass ich auf die gewartet habe. Das macht mich wirklich nur sauer, weil das ist einfach Müll und irgendwas, was ich nicht verstehe. Obwohl ich auch irgendwie finde, habt ihr zu viel Geld, den Bums an irgendwelche Menschen zu schicken, die kennen meine Buchhandlung gar nicht so. Also das würde bei mir nicht so funktionieren, aber es gibt tatsächlich, und das ist jetzt wirklich schwierig, es gibt manchmal Anfragen, die interessieren mich dann irgendwo. Also ich habe jetzt, zu Weihnachten war das tatsächlich, habe ich ein Buch, das hieß Frauen in Herrenhäusern und das war irgendwie ein Bildband über Frauen, die Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern ausbauen. Und das ist jetzt, ich bin in Sachsen-Anhalt, ja, in Halle, das ist kurz vor der sächsischen Grenze, das hat jetzt irgendwie mit Mecklenburg-Vorpommern wirklich nicht so richtig viel zu tun. Aber ich persönlich, ich komme aus der Ecke und das sind dann wirklich tolle Bilder und das war ein wirklich schönes Buch. Also es war einfach in Laien gebunden und geprägt und pipapo. Und der Preis hat auch gestimmt. Das waren irgendwie 38 Euro sollte der Kosten. Und da hat mich einfach schon, als sie mich angeschrieben hat, hat es mich im ersten Moment interessiert und ich habe es mir dann tatsächlich angeguckt und dann auch noch eingekauft. Das war aber in dem Fall wirklich Zufall, weil es mich persönlich interessiert hat. Das Thema auch. Also diese Frauen, die sich irgendwelche Herrenhäuser nehmen und die dann halt ausbauen. Und Und da sagte ich ja doch, dieses Buch, das brauche ich tatsächlich noch. Und ich glaube, das ist tatsächlich sowas, dass es wirklich wichtig ist, schon zu wissen, wen spreche ich dort an. Also was ist das für eine Buchhandlung? Verkaufen die überhaupt Krimis? Verkaufen die überhaupt Fantasy? Interessieren die sich eigentlich so richtig dafür oder eigentlich eher nicht? Also ich glaube, das bringt auf jeden Fall schon mal eher Pluspunkte, auch bei Regional ja, also bei Regional ja auf jeden Fall. Ich finde, da ist die Überschneidungsmenge per se ja schon gegeben. Da gibt es vielleicht ein generelles Grundinteresse und dann gibt es vielleicht sowieso dann noch, wenn dann noch irgendwie zwei oder drei, die den Autor, die Autorin kennen, um die Ecke kommen und sagen, ja, der hat jetzt hier das neue Buch und ich würde das gern kaufen und so. Ich denke, das würde am ehesten den Weg bereiten.
Vera
00:38:55
Kathrin, wie oft stehen bei dir irgendwelche Menschen mit dem eigenen veröffentlichten Buch im Laden und sagen und fragen?
Katrin
00:39:02
Ja, also es kommt schon regelmäßig vor und es ist, wie Theresa gesagt hat, die harte Realität halt. Jeder Regalplatz, den ich belege, mit dem muss ich ja auch Geld verdienen. Und dann ist natürlich die Frage, wenn da ein Autor, eine Autorin bei mir in die Buchhandlung kommt, zu welchen Konditionen kann sie mir das anbieten? Dann, was für mich immer ganz wichtig ist, ist dem Autor oder der Autorin bewusst, ich brauche eine Rechnung. Ich brauche eine Rechnung, am besten noch mit Mehrwertsteuer, die ausgewiesen ist und mit diesen ganzen Regularien. Und manchmal habe ich dann das Gefühl, die Augen werden immer größer und wenn ich dann noch irgendwie Umsatzsteuer-Identifikationsnummer sage und dann ist es ganz schwierig. Ja, aber da sind wir immer gern behilflich und ich muss sagen, trotz des spitzen Bleistifts, den wir ja immer auch mal brauchen, haben regionale Autorien bei mir immer einen kleinen Bonus. Wenn irgendwie aus dem Nachbarort jemand kommt und sagt, ich habe ein Buch geschrieben. Und dann ist es wirklich meistens so, dass wir sagen, okay, du darfst drei Stück bei mir ins Regal stellen. Dann kannst du nämlich deiner ganzen Familie sagen, Buchmeier hat es im Regal. Und wir telefonieren mal in drei, vier Monaten und dann gucken wir uns mal an, was passiert ist. Und dann entscheiden wir, wie wir mit den drei, die eventuell noch da sind, umgehen und ob wir nachbestellen.
Vera
00:40:38
Und du hast jetzt gerade schon die Kondition angesprochen. Du hast ja auch gesagt, dass die Verlagsvertreter kommen. So ist es präferiert, der dann auch direkt beim Verlag zu bestellen, weil es da höhere Rabatte gibt als beim Barsortiment?
Katrin
00:40:51
Ja, also natürlich alles, was wir für unser Lager bestellen, da ist der erste Bezugsweg in der Regel über den Verlag. Und damit wir halt alle Kundenwünsche schnell bedienen können, die bestellen wir dann über das Barsortiment, also über den Großhandel. Und das klappt ja immer zum nächsten Tag, wenn es lieferbar ist.
Vera
00:41:12
Darf ich fragen, bei welchen, also üblicherweise ist ja eine Buchhandlung, arbeitet mit einem Barsortimenter zusammen, oder? Oder haben wir mehr?
Katrin
00:41:20
Ja, zwei. Wir haben auch zwei.
Vera
00:41:24
Also Libri und Zeitfracht. Oder ist Umbreit auch dabei?
Theresa
00:41:27
Ich bin tatsächlich bei Umbreit und Libri und zum Glück nicht bei Zeitfracht.
Vera
00:41:31
Ah, okay. Ja, da bin ich sehr für. Also mit Zeitfracht hatte ich auch Streit. Katrin, bist du?
Katrin
00:41:37
Wir sind auch bei Umbreit und bei Könemann, die aber zusammen mit Libri quasi eine Auslieferung bilden.
Vera
00:41:44
Na gut, na super, da bin ich ja schon mal beruhigt, weil bei Libri gibt es meine Bücher, wollte ich nur mal gesagt haben.
Theresa
00:41:51
Also das ist natürlich immer super, also beim Barsortiment gelistet zu sein, finde ich, ist immer schon die halbe Miete, weil ich finde, das macht halt die Abwicklung auch immer total einfach, also da dann halt zu sagen, na gut, ich stelle mir mal irgendwie ein paar hin, die kann ich ja dann auch wieder total einfach mit der nächsten Wanne wieder zurückschicken, also Wanne zurückschicken Vielleicht muss ich das kurz erklären, was das bedeutet. Also wenn kleine Pakete wenige Bücher enthalten, ist das Verhältnis von Verkaufswert und Porto immer ein bisschen schlecht. Und im Geschickt bekommen und im Zurückschicken ist natürlich auch wieder blöd. Deswegen sind solche Zusammenschlüsse total praktisch für uns, weil wir das zusammen mit anderen Titeln abwickeln können und wenn es halt nicht läuft, auch zusammen mit anderen Titeln zurück zu Liebrichtigen, was Wanne sagt man, weil die Bücher kommen in einer großen Wanne.
Tamara
00:42:42
Ja.
Theresa
00:42:43
Und das macht einfach die Abwicklung auch viel einfacher, als wenn ich jetzt nochmal einen extra Kommissionsvertrag mit irgendjemandem mache über seine drei Titel, die er da hat. Das klingt jetzt wieder so despektierlich, weil ich weiß, für diesen einen Menschen ist das nur sein Titel und der will das unbedingt. Aber für mich ist das halt ein Titel von ungefähr 15.000, die bei mir da rumliegen. Und deswegen ist das so ein bisschen, ja, wirklich einer von vielen. Und da bin ich halt froh, wenn ich da nicht noch extra gerammelt rum habe.
Vera
00:43:11
Na, natürlich, das kann ich verstehen. Ja, wir waren bei Umbereit, hatten wir mal so einen Tag. Also ich habe die Wannen da durch die Bänder laufen sehen.
Tamara
00:43:18
Genau, war bei Libri.
Vera
00:43:20
Du warst bei Libri, genau. Und wobei die Remissionskosten, die berechnen die Barsortimenter ja an die Verlage weiter. Also ich kriege im Zweifelsfalle dann irgendwann mal nette Mitteilung von Libri. Ja, hast du deine Bücher wieder? Bezahl mal. Da sind die von nichts fies. Und mit Zeitfrage hatte ich Streit, voriges Jahr war das, Und da haben die zwei Tage vor Heiligabend, haben die ein Buch von mir bestellt. Und da konnte man ja daran fühlen, dass wohl irgendwo jemand in der Buchhandlung gegangen ist und das Buch wahrscheinlich zu Weihnachten noch haben wollte. Ich habe mich zwar beeilt, das noch schnell in die Post zu kriegen, aber es war unmöglich, dass das noch rechtzeitig kommt. Und da habe ich dem Einkauf von Zeitfach geschrieben, ob es nicht für so Fälle besser wäre, sie würden sich mal fünf Stück hinlegen, sie können sie mir aber wieder zurückschicken. Da krieg ich dann nur am nächsten Morgen eine Mail, ich wäre ausgelistet. Sehr nett, ne? Ja, also von daher bin ich schon zufrieden, da seid ihr bei den Richtigen. Darf ich dann aber jetzt mal so, ich weiß nicht, ob ihr das sagen könnt, was sind denn so die Rabatte, die ihr kriegt bei so einem Verlag?
Katrin
00:44:36
Das ist ganz unterschiedlich. Also das schwankt halt, die Rabatte sind an unsere Umsätze gekoppelt. Natürlich, je mehr Umsatz ich mit einem Verlag mache, je höher wird man im Rabatt auch gestuft. Und das ist halt auch mit ein Grund, wieso man im Einkauf immer mehr versucht, das so zu organisieren, dass die austauschbaren Titel eben zu einem Verlag irgendwie aufpassen werden, um halt da eben in der Rabattierung höher zu kommen.
Vera
00:45:07
Was wäre so ein Rabatt, bei dem du anfängst zu sagen, das ist okay?
Katrin
00:45:11
Also wenn wir jetzt mal die Kundenbestellung außen vor lassen, also wenn ich was fürs Lager bestelle, müssen das 40 Prozent sein.
Theresa
00:45:21
Bei mir ist es bei den Kleinen, also kleine Indies und so weiter, mindestens 35. Aber das sind dann Liebhabersachen. Das darf nicht die Regel sein. Das ist wirklich, dann bin ich auch mit 35 Prozent okay. Aber wenn jeder 35 Prozent mir nur geben würde, wäre das zu wenig.
Vera
00:45:41
Aber bei den Barsortimenter kriegst du doch 30 wahrscheinlich, oder?
Theresa
00:45:46
Ja, aber damit bestücke ich ja nicht mein Lager. Und da gibt es ja noch so andere Konditionen, Bonusmodelle und so weiter und so fort. Aber Barsortiment, das hatte ja Katrin vorhin auch schon gesagt, das ist ja wirklich nicht das, womit wir unsere Lager bestücken.
Vera
00:46:01
Das ist halt, wenn jemand da im Laden steht, ich möchte das Buch von Vera Nentwig haben.
Theresa
00:46:05
Genau.
Katrin
00:46:07
Also Barsortiment ist halt quasi, ich sage jetzt mal, wie einen durchlaufenden Posten. Ich sage mal, im besten Falle, der Kunde bestellt es heute, Ich bekomme es morgen, der holt es Ende der Woche ab. Das heißt, ich habe das Geld in der Kasse, bis ich bestenfalls die Rechnung bezahlen muss.
Vera
00:46:26
Genau. Und Libri bezahlt mich erst nach zwei Monaten.
Theresa
00:46:32
Aber das ist, glaube ich, relativ flott.
Vera
00:46:36
Ja, das fühlt sich nicht immer so an. Aber wie ist das denn jetzt? Ich muss ja gestehen, bei euch war ich ja noch nie. aber wenn ich schon mal so in irgendeinem Ort bin und da ist eine Buchhandlung, gehe ich durch die mal reingucken, was haben die so? Gut, ich erwarte nicht, dass mein Buch da liegt, aber ich frage dann immer, haben sie auch von Vera Nentwig das Buch? Dann müssen die immer im Computer gucken und dann meistens sagen, so können wir bestellen. Ja, können wir ihn bestellen, ist morgen da. Ich sage, ja, ich bin heute hier, das lohnt sich nicht. Ich hoffe immer, dass die sich irgendwann mal merken, oh, Bücher von Vera Nentwig werden nachgebracht. Ja, also Trick. Und wie ist das denn bei euch, wenn da jetzt jemand reinkommt und sagt irgendein Buch, nennen wir mal Vera Nenntwig und jetzt mal den gesetzten Fall, ihr findet den jetzt nicht da in der Liste von Libri und auch nicht in der Liste von Umbreit, was macht ihr denn dann?
Katrin
00:47:30
Also wir gucken mindestens einmal ins Internet und gucken, ob es vielleicht ein Autor, eine Autorin ist, die eine relativ professionelle Homepage hat, mit Kontaktdaten, am besten noch sonst irgendwie Infos, mit welchem Porto das verschickt wird, weil dann kann man oft schon mal eine Einschätzung bekommen, ob es sich lohnt, weiter darüber nachzudenken. Weil ich sage jetzt mal, wenn es ein Buch ist, was irgendwie 20 Euro kostet und es ist als Standardversand Päckchen 4,95 oder so irgendwas hinterlegt, Brauche ich nicht drüber nachdenken, das zu stellen. Aber ich sage immer, wir geben nicht so leicht auf, weil wir natürlich versuchen, die Wünsche unserer Kundin möglichst zu erfüllen.
Theresa
00:48:21
Ja, also ich mache es auch so ein bisschen davon abhängig, was ist das bei mir, also was ist das für Menschen mir gegenüber? Weil ich tatsächlich auch gerade bei Self-Publishern oder eben auch Kleinstverlagen, die sowieso auch nur selber ausliefern, bin ich entweder jetzt, Dienstleisterin und erledige das für die Person, zum Beispiel, die jetzt nicht so mit dem Internet so firm ist oder keine Ahnung. Ansonsten bin ich tatsächlich so, dass ich sage, ey guck hier, das ist die Seite, die Person schreibt es hier, bestell es einfach direkt, weil sonst müssen die uns Rabatt geben und das kostet Porto. Ich verdiene nichts, die andere Person verdient auch nichts, es wird unnötig nun hergeschickt. Ich würde dir empfehlen, kaufe es direkt bei diesem Verlag, die machen das, vertreiben das selber, da haben die mehr davon als ich. Bin ich ehrlich. Also weil das ist dann einfach, ich finde, dann bleibt an keiner Ecke irgendwas übrig, weder beim Autor noch bei mir und das ist, das kann man einschätzen, also manchmal sagen sie auch, ja, nee, machen sie mal irgendwie trotzdem oder keine Ahnung oder, ja, nee, cool, dass ich's weiß, ich komm dann beim nächsten Mal wieder, aber ich mach's lieber bei denen, die freuen sich, die können noch 2,50 Euro mehr behalten, die sonst alle nur auf der Straße landen, nämlich in Porto und in der in der Verwaltung und in irgendwelchen Rabatten, die sie mir geben müssen. Und dann bleibt bei niemandem was hängen. Und deswegen wege ich das immer so ein bisschen ab.
Vera
00:49:44
Schaut ihr eigentlich auch ins VLB?
Theresa
00:49:47
Klar.
Katrin
00:49:48
Also ich könnte mir die Arbeit ohne das VLB nicht vorstellen. Ich weiß, dass es Buchhandlungen gibt. Also wir müssen ja für das VLB und für die Daten müssen wir ja Geld bezahlen. Und ich weiß, dass Buchhandlungen da aus diesen Gründen drauf verzichten.
Theresa
00:50:04
Ich bin tatsächlich am überlegen, ob ich mir das VEB noch gönne oder ob mir eigentlich die beiden Kataloge reichen. Also weil in der Warenwirtschaft haben wir ja auch die Kataloge von Libri und Umbreit sind ja quasi parallel dazu und ansonsten gibt es Google. Und deswegen muss ich immer so ein bisschen ich nutze, ich gucke da jetzt schon immer drauf, weil es halt einfach irgendwie auch daneben steht und ich kann in meiner es ist besser mit dem Kunden quasi in der Warenwirtschaft zu bleiben, finde ich als mit ihm ins Internet zu gehen es macht einfach einen besseren Eindruck aber das VLB ist schon auch ziemlich teuer für die Show sozusagen.
Vera
00:50:46
Wobei es gibt ja diesen Bestellservice über VLB Aber da habe ich, glaube ich, in zehn Jahren eine Bestellung mal drüber bekommen. Wie heißt das? Irgendwo mit I.
Katrin
00:50:57
Ibu.
Vera
00:50:58
Ja, genau.
Katrin
00:50:59
Das ist nochmal extra.
Vera
00:51:01
Das ist eine Clearingstelle.
Theresa
00:51:04
Die Ibu, die habe ich. Willst du das VEB haben, damit ich das Ibu machen kann?
Vera
00:51:08
Ich dachte immer, das wäre verbunden. Okay, dann war ich da falsch informiert. Dann wird ja was dazugelernt.
Katrin
00:51:13
In derselben Firma.
Theresa
00:51:15
Ja, kommt alles.
Vera
00:51:16
VEB macht alles. Wobei ich habe es tatsächlich auch schon erlebt, dass eine Buchhändlerin ein Buch von mir bei Amazon bestellt hat und dann irgendwie 20% aufgeschlagen hat und das der Kunde verkauft.
Tamara
00:51:30
Darf man das gar nicht?
Theresa
00:51:32
Nein, darf man nicht.
Tamara
00:51:33
Nö, trotzdem.
Vera
00:51:34
Irgendwann kriegte ich über Social Media Kontakt zu der Kundin und sagt, sie hat ja das Buch für einen Preis, der war viel teurer als meiner, gekauft. Und weil man bei mir die Amazon-Ausgaben erkennen kann, weil die von Amazon gedruckt werden, habe ich gesehen, muss ich die bei Amazon gekauft haben.
Tamara
00:51:52
Das ist ja ein Ding.
Vera
00:51:53
Ja, es gibt schon interessante Wege. Jetzt habe ich ein bisschen Faden verloren.
Theresa
00:52:00
Ich kann an der Stelle schon sagen, dass Self-Publisher, die ausschließlich über Amazon vertreiben, von mir nicht bestellt werden.
Vera
00:52:06
Ja, das kann ich verstehen.
Theresa
00:52:07
Und genau, das sagen wir auch allen. Mittlerweile geht das ja sogar, ne Katrin? Man könnte irgendwie mit Buchhandelsrabatt auch bei Amazon bestellen.
Katrin
00:52:17
Das weiß ich gar nicht, aber das gehört, wie soll ich denn sagen, zu unserem Geld, Credo?
Theresa
00:52:27
Ja.
Katrin
00:52:28
Also wir machen für unsere Kundinnen fast alles, aber bestellen nicht bei Amazon.
Tamara
00:52:33
Das verstehe ich.
Vera
00:52:35
Das können die auch wirklich dann selbst tun. Nein, also das ist auch, das bläuen wir auch allen ein, die das machen. Aber ja, es wird halt gerade auch so in Richtung VLB, wird oft die Werbung gemacht, wenn man es VLB listet, dann kann das Buch bestellt werden. Aber meine Erfahrung, und ihr seid ja nicht die Ersten aus dem Buchhandel, dass das doch eher utopisch ist, dass da was passiert.
Theresa
00:52:58
Also ich glaube, es wäre nicht der ausschlaggebende Punkt, ehrlich gesagt. Also bei den Barsortimenten gelistet zu sein, finde ich das schon eher so ein Punkt, wo es sich, glaube ich, lohnt, ein bisschen Aufwand zu betreiben, weil das einfach auch an einer anderen Stelle vieles vereinfacht in der Entwicklung.
Vera
00:53:14
Und dafür muss man im Regelfall im VLB sein, weil die ziehen die Daten ja daher. So und ja anderes Thema, auch Buchhandlungen ich bin gerade wieder auf Akquise-Tour würdet ihr mich für eine Lesung einladen oder irgendwen, macht ihr sowas?
Katrin
00:53:31
Wir wollen ja nicht immer die Spielverderber sein Ich hatte es befürchtet, Es kommt immer andersrum, es kommt auf die Honorarvorstellung des Autors oder der Autor dann natürlich auch an Ja, also auch bei Veranstaltungen ist es einfach so, wir müssen halt einfach echt rechnen und dann muss man gucken, was kommen an Kosten auf uns zu und dazu gehört halt das Autorenhonorar, Reisekosten, Saalmiete, Personal und so weiter, bisschen Werbung noch anzeigen, Flyer und so. Und dann muss man halt unterm Strich mal gucken, ob es so viele Interessierte gibt, Ich sage immer, mein Ziel ist es, bei Veranstaltungen zumindest eine schwarze Null zu stehen. Und das ist nicht immer einfach.
Vera
00:54:28
Nee, das kann ich mir gut vorausrechnen. Klar, man weiß ja, wie viel an so einem Buch hängen bleibt. Da musst du schon ein paar Stück für verkaufen. Das heißt aber grundsätzlich, macht ihr schon sowas? Wie häufig kommt das vor?
Katrin
00:54:42
Also wir machen meistens im Frühjahr ein, zwei Lesungen und im Herbst nochmal.
Theresa
00:54:50
Ja, also letztes Jahr hatten wir tatsächlich relativ viel, aber vom Prinzip würde ich jetzt auch so sagen wie Katrin ungefähr. Ich finde bei so Veranstaltungen kommt es, also ich habe das schon ein, zwei Mal gemacht, dass mir auch von Verlagen irgendwie Veranstaltungen angeboten wurden, weil die Autoren sowieso gerade in Leipzig sind und da würde sich das irgendwie ausgehen und mit den Reisekosten und es ist einfach irgendwie bei uns, ich habe das Gefühl, wenn ich Veranstaltungen mache, die ich eigentlich nicht wirklich will, also wo es mir ein persönliches Bedürfnis ist, dass ich diese Autorin oder diesen Autor da habe und mich für den auch engagiere und das alles irgendwie auch mit Herzblut mehr oder weniger verfolge, dass es meistens floppt, weil da fehlt A. Bei uns geht auch ganz viel, dass wir das dann doch im Laden irgendwie mitverkaufen. Also so von wegen, hier, das ist die Autorin, der Autor, die kommt übrigens auch und man ist in der Kasse, also beim. Abkassieren tatsächlich nochmal so in so einem Gespräch, ey, wir haben übrigens nächste Woche nochmal eine Veranstaltung und das mache ich viel eher für eine, die ich wirklich will, weil ich mich darauf freue, als für jemanden, den ich eigentlich nicht kenne, auch wenn der jetzt quasi nur in meinem Laden sitzt und was vorliest und ich da gar nicht so große Kosten habe. Aber es macht mir halt einfach nicht so viel Spaß und ich habe es auch nicht so auf dem Schirm. Und ansonsten sind tatsächlich Veranstaltungen, Bei uns eher ein Stipendienmodell für Autoren, weil wir da bisher immer drauf zahlen in erster Linie. Und ich das eigentlich fast nie habe, dass sich das bei mir rechnet. Also das ist eher so ein Liebhaber-Ding. Und neben den Lesungen haben wir tatsächlich noch Konzerte. Das ist aber nochmal eine ganz andere Sache, weil das machen wir mit dem Jazz-Kollektiv zusammen. Und die finden dann, also da haben wir auch, deswegen haben wir im Vergleich, glaube ich, relativ viele Veranstaltungen. Aber das ist dann quasi nochmal eine andere Schiene.
Vera
00:56:46
Aber wie sucht ihr dann die Autorinnen und Autoren aus, die dann bei euch mal lesen?
Katrin
00:56:50
Also wir gucken halt immer, wie soll ich denn sagen, dass da eine Fanbase da ist oder so. Dass wir einfach wissen, okay, da gibt es auf jeden Fall ein paar LeserInnen, die den Autor oder die Autorin regelmäßig kaufen und lesen. Vielleicht sind es auch Multiplikatoren, dass sie sagen, ich komme auch mit zwei Freundinnen oder so zu der Veranstaltung. Also wir gucken uns da auf jeden Fall immer mal auch die Umsatzzahlen von den Titeln an oder auch von den Vorgängern, dass man mal so ein Gefühl dafür kriegt, wie viel Potenzial da ist.
Theresa
00:57:27
Bei uns ist das mit bei den Vorschauen. Also wir nehmen erstens einen Zirkel. Alles, was außerhalb von Berlin liegt, das laden wir eigentlich nicht ein, weil es ist zu weit und die Reise sind zu teuer. Also in erster Linie sind es Menschen aus Leipzig oder Berlin oder halt maximal so weit entsprechend entfernt. Und wir haben schon auch so ein bisschen so ein... Eine Liebe für Debutantinnen und ähnliche Autorinnen. Also wenn ich es in der Vorschau sehe und das Thema finde ich cool und ich sehe, dass es irgendwie doch, ich muss schon sagen, eher eine junge Frau als Mann. Also wenn es eine junge Frau ist, die jetzt irgendwie ihr Debüt hat und aus Leipzig kommt, dann ist es schon etwas, wo ich mir auch das Buch nochmal genauer angucke und darüber nachdenke, ob wir potenziell eine Lesung dazu machen, weil die gleich um die Ecke wohnt und weil ich gerne möchte, dass die ihre Bühne kriegt und so weiter und so fort. Also da habe ich schon auch so eine emotionale Bindung zu den Autorinnen.
Tamara
00:58:25
Das heißt, wie viel Prozent weibliche Leipziger Autorinnen haben wir jetzt, die gerade ihr erstes Buch schreiben, die können sich dann melden?
Theresa
00:58:33
Naja, es muss ja nicht immer das erste Buch sein, aber zum Beispiel Frau Hefter kam ja auch aus Leipzig hier, die Buchpreis. Die war jetzt nicht bei uns, aber das war tatsächlich im Gespräch, ob wir die einladen. Und dann hat sie den Preis gekriegt und dann hat man das komplett wieder vergessen. Dass wir die noch einladen wollen.
Vera
00:58:51
Die wollen wir uns auch noch einladen. Also wenn sie nicht spricht, dann fast schöne Grüße.
Theresa
00:58:55
Sie ist tatsächlich auch, genau, also sowas fällt ja natürlich raus, aber tatsächlich bei so vielen Büchern, Leipzig ist jetzt, da gibt es auch ein Institut, das Literaturinstitut, also ich sag mal, junge Autorinnen aus Leipzig sind nicht so selten. Also wenn man jetzt bedenkt, so wie Katrin oder ich, dass wir halt auch maximal, sag ich mal, zwischen zwei und vier Veranstaltungen machen, gibt es da genug Auswahl an Menschen, die potenziell in Frage kämen, um zu kommen. Und manchmal, jetzt hat ein Igos-Kollege von uns, der hat so einen Dinner gemacht. Das finde ich eigentlich ziemlich cool. Das ist natürlich sowas, wo ich jetzt auch noch drüber nachdenke, ob ich sowas auch mal machen will.
Vera
00:59:31
Das durfte ich auch mal. In der Buchhandlung, ja, gerade durfte ich dann zum Valentinstag sogar, obwohl ich Krimis schreibe, aber egal, durfte ich da, hatten die im Buchladen, haben die da Tische gemacht und haben so ein Dinner vorbereitet und ich durfte da lesen. Das war ein sehr schöner Abend.
Katrin
00:59:51
Ja, also mehr als nur klassische Lesung kommt, haben wir die Erfahrung gemacht, immer gut an. Wir machen auch Sachen mit Essen. Da muss ich ganz ehrlich sagen, ich habe den Vorteil, mein Bruder ist Koch und hat ein Restaurant.
Vera
01:00:06
Ja, das passt natürlich. Genau.
Katrin
01:00:09
Und also mittlerweile zu unseren beliebtesten Veranstaltungen gehört unser Empfehlungsabend. Wir machen einen Abend, wo jeder aus dem Team drei bis vier Bücher vorstellt. Und es ist ein Zufallsprodukt geworden dieser Abend. Also wir haben für eine andere Veranstaltung was vorbereitet gehabt. Wir haben da Material, da ist Inhalt da. Wir probieren das einfach mal. Und ja, das hat sich sehr gut entwickelt.
Vera
01:00:43
Das habe ich schon öfter gehört, auch von anderen Buchhandlungen, die sowas machen.
Katrin
01:00:46
Wobei ich mich dann immer fragt, es ist doch eigentlich genau das, was wir den ganzen Tag im Laden machen. Also die können genauso gut das.
Tamara
01:00:54
Was wir im Laden kommen.
Katrin
01:00:55
Und dann entscheiden sie sich aber für eine Abendveranstaltung und zahlen einen Eintritt.
Theresa
01:01:03
Fühlt sich einfach anders an.
Vera
01:01:05
Ja, das ist doch was Besonderes, genau. Wo du den Eintritt ansprichst, du hast ja gerade gesagt, das muss ein Budget sein. Was ist denn so eine Größenordnung, die jetzt mal losgeht von Reisekosten, die so ein Autor und Autorin bei dir sagen sollte, damit du nicht sofort abwinkst?
Tamara
01:01:22
Für Honorar.
Katrin
01:01:23
Also ich sage jetzt mal, dass ich anfange, darüber nachzudenken, sollte es nicht über 700, 800 Euro gehen.
Vera
01:01:33
Oh ja, das ist aber schon hoch. Das ist ja noch höher als der VS-Satz.
Katrin
01:01:38
Es kommt halt immer darauf an, in welchem Rahmen will ich das machen. Gehe ich in den Saal, dann muss ich halt auch 60, 70 Leute setzen, damit es nicht so leer aussieht. Oder mache ich es nur in meiner Buchhandlung, dann kann ich die 30 Leute setzen. Da wäre dann das Honorar eher so bei der Hälfte Sache. Also es kommt immer darauf an, in welchem Rahmen man die Veranstaltung plant.
Vera
01:02:06
Das ist ja vernünftig. Da ist ja eine gute Schnittmenge dann zu finden. Aber ich bin weder in Reinheim lokal berühmt noch komme ich in Seipzig. Und jung bin ich schon länger nicht mehr. Also das ist ein Problem. Tamara, du kannst vielleicht noch was Musik machen.
Tamara
01:02:26
Ja, aber ich glaube, jung bin ich auch nicht mehr.
Theresa
01:02:30
Die Bütantinnen sind ja nicht immer jung.
Vera
01:02:33
Genau. Naja, sind wir auch nicht mehr so ganz. Wobei, bei dir hat es so lange gedauert, das ist fast wieder wie neu, oder?
Tamara
01:02:41
Es ist ein Genredebüt.
Vera
01:02:43
Ja, ich finde das ja sehr, sehr spannend. Wo ich jetzt, Du hast das ja vorhin schon mal so angedeutet, dass ihr als Kiezbuchhandlung, dass ihr da speziell auch ein bisschen literarischer unterwegs seid. Katrin hat gesagt, dass sie so das Büromaterial rausgeschmissen hat. Trotzdem lese ich ja immer, dass so ein Teil Non-Book-Sortiment irgendwie sein muss, damit die Buchhandlungen überleben. Wie ist das bei euch? Wie groß ist der Anteil Non-Book bei euch?
Theresa
01:03:16
Ich glaube, wenn ich mich für den Buchhandlungspreis bewerbe, gebe ich mal 20, nicht mal, doch 20 Prozent gebe ich, glaube ich, an. Es ist gar nicht so unbedingt, dass es die Sachen sind, die ich selber bepreisen kann. Das spielt natürlich schon auch eine Rolle. Aber für uns sind gerade was so Kartenständer, das ist so Klassiker. Das sind die Sachen, die halt die Kunden reinkommen. Ich weiß jetzt, es hat einen Namen. Ich weiß jetzt gerade nicht mehr so genau, wie das heißt. Also die Kartenständer stehen draußen, du willst nur die Karte kaufen, kommst in den Laden und dann bist du erstmal drin. Das ist das, was wir alle erreichen wollen. Und das ist eigentlich neben dem Umsatz der Hauptaspekt der Non-Books. Also gerade bei uns in unserer Stadt, also Galeria Kaufhof hat vor zwei Jahren geschlossen. Das war hier das größte Kaufhof auch am Markt sozusagen. Wir sind zwischen einer Straßenbahnhaltestelle und dem Ärztehaus. Das heißt, da kommen ältere Damen häufig vorbei. Und die brauchen Geschenke. Und deswegen ist es für mich auch wichtig, dass die Leute zu mir kommen, weil sie ein Geschenk brauchen, ohne dass das Non-Book jetzt überhand nimmt. Also es soll einfach klar sein, wir sind nicht nur eine Buchhandlung, da kann man nur hingehen, wenn man Bücher kaufen will, sondern die sollen das Gefühl haben, dass sie immer mal wieder auch was Neues entdecken. Und das ändere ich auch ab und an mal. Dann fährt man mal wieder zur Messe, dann schmeißt man mal wieder was raus und dann kommt mal wieder was anderes Neues rein. Also es ist jetzt bei mir nicht so, dass da so die Bergkristallleuchten irgendwie auf dem Tisch rumstehen und daneben irgendwie die Pendeln, sondern es gibt halt zu den Tischen mit den Büchern auch irgendwie dort mal die Fliesen und so weiter und so fort. Also das ist so der Aspekt von den Non-Books, die für mich an zwei Stellen eine wichtige Rolle spielen. Also A, ich kann die Marge besser überhaupt erst mal selber bestimmen. Und zweitens, sie geben noch so das gewisse Extra zu der Buchhandlung dazu und laden Leute ein reinzukommen, auch die Hemmschwelle gering zu halten. Also gerade, ich habe 80 Quadratmeter, der andere Laden hat 40 Quadratmeter auch, der zweite nur. Und das immer auch eine gewisse Hürde zu überwinden, weil da steht jetzt eine Person, die sieht, dass du reinkommst. Gerade wenn wir so von den jungen Mädels irgendwie gesprochen haben, die sich ja auch erwiesenermaßen hauptsächlich auf der großen Fläche wohlfühlen, so in der Anonymität und so weiter, ist es halt einfach auch total wichtig, da diese Hemmschwelle runter zu nehmen. Die Leute kommen eher rein, wenn sie ein Pixie in der Hand haben oder eine Postkarte, um quasi auch wie so eine Eintrittskarte zu haben, in den Laden rein. Und das ist total wichtig, also genau, finde ich.
Katrin
01:06:14
Ja, also wir haben auch ausgewählte Non-Books dabei. Auch wir wechseln dann immer mal, wo wir sagen, ja, ein schönes Notizbuch, einen besonderen Stift, ein Teelicht oder irgendwie ein nettes Herz aus Metall oder sowas. Also es hat mal eine Kundin gesagt, ich weiß noch nicht, was ich suche, aber ich werde bei euch was finden. Und das ist so ein bisschen unsere Überlegung, was kann man anbieten, wenn man halt irgendwie eine nette Kleinigkeit sucht oder sowas.
Vera
01:06:49
Ja, ich habe, wollte ich jetzt gerade noch gesagt haben, ich habe gerade heute meine nächste Buchstartparty mit der hiesigen Buchhandlung ausgemacht. Am 28. Juni, kann ich das schon mal sagen. Also ich mache immer, wenn ich ein neues Buch rausbringe, ist das schon in den letzten Jahren fast so Tradition mit der hiesigen Buchhandlung. Ich nenne das immer Buchstartparty. Weil es ist halt keine Wasserglaslesung sondern die halbe Zeit mache ich irgendwelche Spöchse und dann so um die Geschichte herum halt, das wollte ich nur erwähnt haben das hatte ich beim Thema Lesung und vergessen das hat jetzt mit Non-Books nichts zu tun aber fiel mir gerade ein. Ja ihr Lieben, ich finde das sehr interessant nochmal so, tief in den Einblick zu bekommen auch die Sichtweise, was man sich ja nicht so klar macht, wenn man vor dem Laden steht oder wenn ich da mein eigenes Buch habe und wo ich mich immer frage, ja, soll ich jetzt ansprechen oder nicht? Ich habe irgendwie 2016 habe ich mal so eine Tour gemacht, 13 Buchhandlungen an einem Tag, kann man bei mir auch noch im Blog noch nachlesen. Da bin ich ja die ganze Region abgefahren und habe mich überall vorgestellt. Und viel ist da nicht von hängen geblieben. Ich hatte immer die Hoffnung, dass so Buchhändler oder Händlerin dann beim nächsten Mal, wenn ich sie informiere, vielleicht von sich aus mal sagen, mich interessiert das, aber das tut keiner. Und da muss man irgendwann dann auch sagen, also der Aufwand, überall rum zu fahren, um dann irgendwo zwei Bücher hinzustellen, der rechte sich vorne und hinten nicht. Das ist am Anfang mal für die Seele ganz schön, aber das legt sich mit der Zeit. Ja, also wie gesagt, von daher finde ich es Ganz toll, dass ihr uns heute ein paar Einblicke gegeben habt und wir wollen auch von euch noch ein paar Einblicke haben, weil es gibt noch die total kritischen Buchbubble-Fragen von Tamara. Jawohl.
Tamara
01:08:47
Wir machen jetzt quasi eine Mini-Buchempfehlungsparty oder wie hieß die Veranstaltung? Mit der Frage, welches Buch hat euch denn zuletzt Tränen weinen oder lachen lassen?
Katrin
01:09:01
Also ich habe letztes Jahr das neue Buch von der Christine Hanna gelesen, Die Frauen jenseits des Flusses. Und es war jetzt nicht zum Tränchen verdrücken, aber ich habe schon echt ein Kloß im Hals gehabt, weil es geht um eine Krankenschwester im Vietnamkrieg.
Tamara
01:09:21
Okay.
Katrin
01:09:21
Und es war schon... Also man hat schon ein paar Mal schwer schlucken müssen. Die Christine Hanna beschreibt im Vorwort schon mal ein bisschen, dass sie da mit ganz vielen Frauen gesprochen hat, die im Vietnamkrieg als Krankenschwester in Lazaretten gearbeitet haben. Und ich muss sagen, ich habe manchmal die Eigenheit, ich lege die Danksagungen ganz oft, bevor ich anfange, das Buch zu lesen. Weil manchmal denke ich dann, liest man es ein bisschen mit anderen Augen, wenn man noch mal vorher gelesen hat, mit was sich die AutorInnen und so beschäftigt haben, mit wem sie alles gesprochen haben, wie sie sich auf das Buch vorbereitet haben, und dann war es wirklich auch schon die Widmung und auch die Danksagung hinten drin, wo ich gesagt habe, okay, da kommt ein bisschen was auf mich zu. Aber ich muss trotzdem sagen, ich fand es großartig geschrieben.
Theresa
01:10:17
Ich habe tatsächlich das letzte Mal gelacht und das ist immer ein bisschen schwierig, weil normalerweise ist es mit dem Lachen. Humor finde ich wirklich mal eine ganz schwierige Geschichte in Sachen Büchern. Aber ich bin gerade in einer harten Fantasy-Phase und habe die kompletten Jaros durchgelesen und bin jetzt fertig mit Onyx Storm. Auf jeden Fall fand ich die Drachen so spitze und die Kommentare dazwischen, dass es tatsächlich mir ab und an passiert ist, dass ich hier irgendwie sitze und laut vor mich hinlache und mein Mann mich fragt, ach, liest du mal wieder deine komische Drachensex-Geschichte? Ja! Es ist so witzig das hat Spaß gemacht also wirklich diese Drachen sind neben der manchmal ein bisschen redundanten Sexgeschichte sind die Drachen wirklich Witz dann.
Tamara
01:11:05
Was war für euch eine ganz besonders inspirierende Begegnung in der Buchbranche.
Katrin
01:11:15
Also ich finde es schwierig, diese eine inspirierende Begegnung zu nennen, aber ich könnte sagen, dass es immer eine sehr inspirierende Veranstaltung gibt. Und das ist jetzt ein bisschen Lokhudelei. Wir organisieren ja einmal im Jahr unsere Jahrestagung, die Jahrestagung der EGOS, wo ganz viele BuchhändlerInnen zusammenkommen. Und auch der Schwerpunkt immer ist, dass wir Menschen einladen, von ihren tollen Ideen und ihren Projekten zu erzählen. Und wenn ich dann von so einer Tagung zurückkomme und mit ganz vielen BuchhändlerInnen gesprochen habe, die tolle Ideen hatten, die tolle Kundenmagazine gemacht haben oder die eine Strategie entwickelt haben, wie sie sich gegen Filialisten durchsetzen. Wir haben manchmal junge Gründerinnen da gehabt. Und ja, wenn man so viel Motivation auf einer Veranstaltung hat, das finde ich einfach immer wahnsinnig inspirierend. Das macht gute Laune. Und ja, da fährt man mit viel Motivation nach Hause.
Vera
01:12:23
Ja, kann mir das vorstellen.
Theresa
01:12:25
Ich hatte tatsächlich von mittlerweile... Bestimmt 15 Jahren, ja, jetzt bald 15 Jahre, war das auf der Leipziger Buchmesse. Das war das erste Mal, dass ich da hingefahren bin. Dann war ich noch mit meinem Bachelor noch nicht fertig. Und dann bin ich zur Buchmesse gefahren. Ich hatte tatsächlich auch sowas wie so einen Lebenslauf irgendwie dabei. Und ich wollte unbedingt irgendein Praktikum oder Volontariat oder irgendwas. Dann ist man zum ersten Mal auf dieser Messe und merkt halt irgendwie. Das wird jetzt also so, das wird nichts werden. Und dann stand ich da irgendwie am Surkampstand und habe mir halt irgendwie so die Bücher angeguckt. Und neben mir hat eine Person, die halt da an dem Stand gearbeitet hat, hat offensichtlich irgendeinen Pressevertreter begrüßt und meinte, ja, hallo Herr so und so und wie geht's? Ja, und ja, was brauchen Sie denn noch? Sie können sich jetzt, was darf ich Ihnen geben? Und er konnte sich halt irgendwas von diesem Standort aussuchen und mitnehmen. Und ich stand so daneben und habe das so mitgerechnet und gedacht, oh ja, also irgendwie das hätte ich auch gern. Ich würde auch gerne einfach irgendwie hier so dazugehören und hier so hinkommen und irgendwie begrüßt werden. Und dann bietet mir einfach, man fragt mich, was ich will. Und ich kann einfach irgendwas mitnehmen, ohne dass ich das bezahlen muss. Und das ist tatsächlich jedes Jahr, wenn wieder Buchmessezeit ist, denke ich genau an diesen Moment, wie das war. Und ich freue mich mittlerweile sehr daran, dass es mir so geht, dass mich meine Vertreter am Stand begrüßen. Die bieten mir zwar nichts mehr an, weil sie wissen, ich habe keine Lust, das zu tragen, weil ich habe schon alles, was ich will. Meistens zu Hause oder es kommt halt demnächst, was ja auch ein Luxus ist. Aber dieser Moment war so dieses, ich würde hier so gern dazugehören. Und nicht nur durch diese Gänge gehen wie ein Besucher, um mir das so angucken, sondern ich will an diesem Klassentreffen irgendwie teilhaben. Das war so, das wollte ich unbedingt.
Tamara
01:14:21
Schöne Geschichte.
Vera
01:14:22
Kann ich sehr gut verstehen.
Tamara
01:14:25
Und zum Schluss, welches Klischee wollt ihr nie wieder in einem Buch lesen?
Katrin
01:14:30
Also ich habe so ein bisschen drüber nachgedacht und es ist für mich diese klassischen Klischees von Mann und Frau in der Gesellschaft. Ich weiß nicht, ob es sich jetzt vielleicht ein bisschen abgetroschen anhört.
Tamara
01:14:47
Nee, nee, völlig aktuell und völlig richtig.
Katrin
01:14:52
Diesen, wie nennt man es, Dreadwife?
Vera
01:14:55
Ja, oh Gott.
Katrin
01:14:56
Ja, wenn ich dann diesen Trend noch sehe, rollen sich mir die Fußnägel.
Vera
01:15:04
Das kann ich gut nachvollziehen.
Theresa
01:15:06
Ja, ich glaube, bei mir ist es auch irgendwie so ein bisschen ähnlich, so dieses, Frau wartet darauf, gerettet zu werden. Und dann passiert die große Erfüllung in vielerlei, in allen möglichen Hinsichten, dadurch, dass er kommt und das, ja.
Vera
01:15:25
Ja, das wird auch immer sehr gerne genommen, ja. Ja, also vielen, vielen Dank, dass ihr euch heute Abend Zeit genommen habt für uns und so ein bisschen Einblicke gegeben habt in euer Tagesgeschäft und in die Abläufe. Teresa, ich hoffe sehr, dass wir uns in Leipzig sehen und ich würde fast versprechen, wenn du zu mir am Self-Publisher-Verband standkommst, kannst du dir auch ein Buch aussuchen. Das kriegen wir hin. Das kriegen wir hin. Also auf jeden Fall müssen wir einen Kaffee trinken. An euch da draußen wir hoffen natürlich, dass ihr jetzt auch so ein bisschen noch mehr verstanden habt, wieso das in den Buchhandel geht und das ein bisschen, berücksichtigt, wenn ihr das nächste Mal da zittern mit eurem Buch davor steht. Und ja, dann wisst ihr jetzt schon ein bisschen, was da auf euch zukommen könnte. Ansonsten wisst ihr, was ihr auch zu tun habt. folgt uns, wo immer ihr könnt und empfehlt uns weiter und bleibt uns gebogen. Bis nächste Woche. Tschüss.
Tamara
01:16:27
Danke euch beiden.
Katrin
01:16:28
Danke. Hat großen Spaß gemacht.