Die Zwei von der Talkstelle

Gespräche aus der Selfpublisher- und Buchbubble

DZVDT #256 - Live-Special von der Leipziger Buchmesse: Regionales Marketing, stationärer Handel & mehr

Und nun liebe Leute, gebt fein Acht, wir haben euch etwas mitgebracht! Die Zwei von der Talkstelle kehren nicht nur mit unzähligen Eindrücken von der Leipziger Buchmesse zurück, sondern haben auch Mitschnitte ihrer Live-Auftritte im Gepäck!

03.04.2025 64 min

Zusammenfassung & Show Notes

Und nun liebe Leute, gebt fein Acht, wir haben euch etwas mitgebracht! Die Zwei von der Talkstelle kehren nicht nur mit unzähligen Eindrücken von der Leipziger Buchmesse zurück, sondern haben auch Mitschnitte ihrer Live-Auftritte im Gepäck!
Das Talkstellengeplauder live vor Publikum inklusive Kurzlesungen, ein Panel-Talk über den stationären Buchhandel und ein Ausschnitt der Leipziger Autor:innenrunde. Das und vieles mehr erwartet dich in dieser Folge.
Marketing- und Messegespräche zum Schwelgen für Dagewesene und zum Miterleben für Daheimgebliebene! 

Und nun liebe Leute, gebt fein Acht, wir haben euch etwas mitgebracht! Die Zwei von der Talkstelle kehren nicht nur mit unzähligen Eindrücken von der Leipziger Buchmesse zurück, sondern haben auch Mitschnitte ihrer Live-Auftritte im Gepäck!

Das Talkstellengeplauder live vor Publikum inklusive Kurzlesungen, ein Panel-Talk über den stationären Buchhandel und ein Ausschnitt der Leipziger Autor:innenrunde. Das und vieles mehr erwartet dich in dieser Folge.

Marketing- und Messegespräche zum Schwelgen für Dagewesene und zum Miterleben für Daheimgebliebene!

LINKS und INFOS

Talk-Partner:innen der Live-Mitschnitte:

- Lena Kahnau @alkahnau_writer vom @selfpublisher_verband
- @isa_theobald von der Buchhandlung @drachenwinkel
- Thorsten Simon von @booksondemand

Folge mit Leander Watting ( @autorinnenrunde ):
'DZVDT 164 - Professionelles Networking – Leander Wattig und die Leipziger Autor*innenrunde'

Veras Bücher:
https://vera-nentwich.de/buecher?open

Tamaras Bücher:
https://tamaraleonhard.de/romane

Tamaras On-Demand-Kurse:
https://autorinnenlounge.de

Möchtest du, dass wir dein Buch in unserem Podcast vorstellen? Kein Problem! Sende uns ein kurzes E-Mail an alle@zweivondertalkstelle.de und wir senden dir die Details. Vielleicht erzählen wir unseren Hörerinnen und Hörern schon in der nächsten Episode von deinem Buch.

Welche Themen oder Gäste wünschst du dir bei uns? Sag es uns gleich hier: https://forms.gle/PBJRCrZPsuLBv88x9

Vielen Dank, dass du unsere Show hörst. Hast du sie schon abonniert? Bitte gib uns auch eine Bewertung, wo immer du uns hörst. Seit Neuestem geht dies auch bei Spotify.

Abonniere unseren Buchbubble-Bulletin unter http://eepurl.com/hoJYfD

Folge uns:
Facebook https://www.facebook.com/dzvdt
Instagram https://www.instagram.com/dzvdt/

Create your podcast today! #madeonzencastr

Transkript

Vera
00:00:00
Ja, hallo. Folge 256 von die 200 Talkstelle. Es ist die Woche nach der Leipziger Buchmesse, der Tag nach dem 1. April. Also alles ist ernst, was wir heute sagen. Wir respektieren ein wenig die vergangene Woche auf der Messe und was wir so alles erfahren haben, inklusive einiger Live-Ausschnitte.
Tamara
00:00:19
Genau, wir haben euch Mitschnitte unseres Live-Podcast-Talks mitgebracht, eines Buchhandelspanels. Wir sprechen über Marketing und vieles mehr. Was auf der Messe passiert ist, hört auf jeden Fall rein. Die, Ja, Folge 256 und irgendwie eben haben wir noch zusammen auf der Messe gestanden. Jetzt habe ich sie hier wieder virtuell vor mir sitzen. Die Rede ist natürlich von der wunderbaren Vera Nentwig. Mein Name ist Tamara Leonhard und wir sagen ein leicht Messe-Blues angehauchtes Hallo.
Vera
00:01:11
Ja, dem kann ich mich nur anschließen, wobei ich nicht sicher bin, ob es Messe-Blues ist oder einfach Sommerzeitumstellung. Meine innere Uhr stimmt noch nicht. Nö, also Messe Blues, eigentlich kann ich so nicht sagen, also es war ja schon immer endorphinerfüllt zurück, klar.
Tamara
00:01:32
Ja, ich glaube Blues im Sinne von, oh nein, es ist vorbei, habe ich jetzt auch nicht, obwohl es ein paar sehr schöne Tage waren, aber ich habe gemerkt, also ich bin am Sonntagabend oder Sonntagnacht irgendwie gegen Mitternacht zu Hause angekommen Und den ganzen Montag und irgendwie auch noch den Dienstag war ich auf allen Ebenen erschöpft. Körperlich, mental, soziale Batterien komplett platt. Also selbst das Beantworten von irgendwelchen Nachrichten war mir schon zu viel. Das habe ich schon extrem gemerkt, wieso dieser permanent Geräuschpegel sich immer auf ein Gespräch fokussieren müssen, wie mich das dieses Mal irgendwie erschöpft hat. Und ich habe übrigens lustigerweise auch gemerkt, Also ich bin ja den Freitag so den ganzen Tag über die Messe gelaufen und das sitzt von diesen ganzen Jahren der Vorstandsarbeit, wo halt viele Termine anstehen, noch so drin. Ich habe relativ am Anfang, eine meiner ersten Gänge, wollte ich jemanden am Stand besuchen und habe auf dem Weg dorthin unsere liebe Freundin und Kollegin Karin Müller getroffen am Delia-Stand. Und wir haben uns unterhalten, aber ich hatte die ganze Zeit so dieses, aber ich muss ja weiter, ich muss ja jetzt woanders hin und habe dann erst später realisiert, nein, ich musste eigentlich nicht, ich hätte mir Zeit nehmen können, aber das sitzt so drin, dieses Gehetzte und das macht einen natürlich auch platt.
Vera
00:02:56
Ja, wobei du hast doch jetzt viel weniger Messe-Einsatz gehabt als zu den Vorstandszeiten.
Tamara
00:03:02
Ja, aber es ist einfach so verinnerlicht, wenn ich auf einer Messe von A nach B will, dann habe ich Zeitdruck und bin im Stress. Selbst wenn es überhaupt nicht so war jetzt. Das ist so ein Pavlovscher Effekt.
Vera
00:03:15
Also ich muss gestehen, ich habe Messen auch zu meiner Vorstandszeit nie mit Stress zusammengebracht. Für mich war es immer.
Tamara
00:03:21
Ja, jetzt nicht im negativen Sinne, aber eben so dieses Getriebene. Ich habe gerade was zu erledigen. Eigentlich kann ich gerade nicht so.
Vera
00:03:29
Ja, okay.
Tamara
00:03:31
Es hat sich aber dann gelegt, also am Sonntagvormittag, als ich nochmal über die Messe ging, da wurde mir das so richtig bewusst. Und da habe ich auch wirklich schöne, lange Gespräche geführt. Und ja, alle anderen, die mich noch im gehetzten Zustand angetroffen haben, es tut mir sehr leid.
Vera
00:03:46
Wobei das mit dem Hetzen auch zum Teil ja recht schwierig war, weil es war ja wirklich proppenvoll.
Tamara
00:03:53
Naja, Freitag, Sonntag ging es und Samstag war ich ja nicht auf der Messe. Da war ich ja auf der Autoren.
Vera
00:03:57
Ja, aber auch am Sonntag, also so an einigen Ständen. Ich weiß noch, da die Schlange am Lyx-Stand war, ging von Halle 4 einmal quer durch den Mittelbereich bis Anfang Halle 5. Da stand extra einer dran, der sagt, hier ist das Ende der Schlange, weil man gar nicht mehr wusste, wo stehen die Leute eigentlich an. Das war schon irre zum Teil.
Tamara
00:04:23
Ich habe tatsächlich nur Halle 5 und Halle 3 gesehen und davon natürlich auch nur ein Bruchenteil. Aber ich habe mir auch bewusst, also wir hatten ja diesen einen Termin, wo wir jemanden getroffen haben und natürlich Termine, die jetzt auf der Bühne waren oder so. Aber davon ab habe ich mir auch bewusst nicht irgendwelche Stände rausgeschrieben oder so, sondern habe einfach gesagt, was ich sehe oder wen ich sehe, treffe ich und alles andere. Also ich habe es einfach so auf mich zufließen lassen und dadurch habe ich vielleicht Dinge verpasst, aber naja.
Vera
00:04:54
Ja, so habe ich auch mehr oder weniger so ein bisschen da rumgeschaut und, Ja, und geschaut, wem ich da so begegne. Und das waren ja Gott sei Dank einige. Ich weiß gar nicht, ob ich das so sagen soll.
Tamara
00:05:11
Hattest du denn inspirierende Begegnungen?
Vera
00:05:13
Das passt vor allem so. Allein, man freut sich ja schon, wenn die Leute sich noch erinnern. Und ich habe ja viele nette Bekannte und Freunde getroffen. Und ja, das gibt mir immer Glücksmomente. Inspiration. Besonders inspiriert hat mich dieses Mal wirklich zu sehen, dass ja der Andrang sehr hoch war und alle, mit denen ich gesprochen habe, die da irgendwie eigene Stände hatten, also schwärmten, wie viele Bücher sie da verkaufen, was mich persönlich sehr angefixt hat. Und wenn ich dann so überlege, ja, wäre schon cool, wenn einem da die Schlangen am eigenen Messestand stehen. Jetzt habe ich aber auch gemerkt, dass ich jetzt, obwohl ich ja jetzt nicht so viele Verpflichtungen hatte und nur ab Freitag quasi auf der Messe war, dass ich schon am Sonntag, als ich dann endlich nach Hause kam, doch schon auch durchaus erschöpft war. Und wenn ich mir jetzt vorstelle, ich hätte den Sonntag noch bis 18 Uhr und dann abbauen und schon seit Mittwoch da. Ich weiß nicht, ob ich das so wegstecken würde. Aber es beschäftigt mich schon. Ich habe auch schon mal mit der ein oder anderen Kollegin in diesem Fall gesprochen, die so ähnliches Genre schreibt. Alleine auf keinen Fall. Also wenn, dann müsste man schon ein paar Mitstreiter oder Streiterinnen finden, die natürlich dann auch genremäßig passen, wo man auch das Gefühl hat, dass die Chemie stimmt, dass man da so ein Projekt wirklich auch gemeinsam macht, ohne sich zu zerstreiten und Spaß daran hat gemeinsam. Aber so, ja, mal sehen. Ich lasse es noch so ein bisschen wirken und schaue einfach, ob sich da jetzt was so entwickelt und ob ich jetzt so nach ein paar Tagen Abstand immer noch sage, ja, wird mich reizen und ich traue mir dieses Projekt einfach mal zu. Ich meine, man wächst mit der Herausforderung.
Tamara
00:07:19
Ja, also ich muss gestehen, so völlig unberührt lässt mich der Gedanke auch nicht. Aber genau, erst mal schauen.
Vera
00:07:28
Ja, ich weiß gar nicht, ich wollte kurz noch was anderes ansprechen. Wir nehmen ja heute am 2. April auf, bist ja in April geschickt worden.
Tamara
00:07:37
Ich glaube nicht, aber wie gesagt, ich habe auch die letzten zwei Tage meine sozialen Kontakte sehr minimiert, von daher.
Vera
00:07:45
Okay, naja, ich bin ja als Regio-Schwester West der Mörder-Schwestern, habe ich es mir jetzt eine Aufgabe gemacht, meine Schwestern jedes Jahr in den April zu schicken. Und dieses Jahr habe ich ihnen mitgeteilt, dass ich auf der Buchmesse Leipzig auf exklusiven Verlagsevent von Pipa war und da zufällig mit H.P. Kerkgelenk zusammengestoßen bin und ihm von den mörderischen Schwestern erzählt habe und er ganz begeistert gewesen wäre.
Tamara
00:08:14
Und deren Schwester werden müsste.
Vera
00:08:16
Nee, aber in der Werbeaktion als Forst Schlemmer machen wollte.
Tamara
00:08:19
Ach geil.
Vera
00:08:19
Aber gute Werbeideen bräuchte und dann habe ich dann, gestern sollen sich die Schwestern Werbeideen ausfallen. Ja, mittlerweile viele rechnen natürlich mittlerweile damit, dass sie da so ein Scherz von mir kriegen, aber freuen sich immer. Einige haben heute dann, als ich das aufgeklärt habe, dann doch geschrieben, dass es verdammt, dass sie schon die ganze Zeit überlegen würden, welche Werbeidee man macht. Ja. Ja. Und ich sag ja immer, man muss ja Dinge auch die unmögliche feiern ab und zu mal visualisieren, damit sie vielleicht noch wahr werden können.
Tamara
00:08:51
Wer weiß.
Vera
00:08:53
Also was ich immer interessant finde, dass doch viele Schwestern mir sowas zutrauen. Das finde ich.
Tamara
00:08:58
Ja, natürlich. Wenn irgendwo wo sonst außer auf der Buchmesse könnte so eine Begegnung passieren und natürlich würdest du direkt losreden. Sonst habe ich mich nur sehr gefreut, dass der Self-Publishing-Verband dieses Jahr die Idee umgesetzt hat, zu proklamieren, dass jetzt ein Self-Publishing-Verlag seitens des Verbands gegründet wurde.
Vera
00:09:28
Sie haben den Fehler gemacht, dass die E-Mail-Adresse, die da in dem Post stand, so unrealistisch war. Wenn die realistisch gewesen wäre, ich glaube, die hätten sich vor Bewerbungen nicht retten können.
Tamara
00:09:39
Absolut.
Vera
00:09:40
Ja, auf jeden Fall.
Tamara
00:09:42
Ja, die Idee war schon länger da, aber jetzt wurde es umgesetzt und ich fand das sehr schön.
Vera
00:09:48
Ja, also apropos loslegen. Ich meine, wir hatten ja dann am Messesonntag um halb eins, so quasi zu unserem oder meinem Messeabschluss, da unsere Session. Und da habe ich ja auch direkt losgelegt.
Tamara
00:10:02
Ja, und ich fand das wirklich cool. Dieses Mal haben wir ja im Hintergrund unser Logo gehabt und zum Intro, zum Start, zum Loslegen dann auch unser Musik-Intro und das war schon ein richtig geiles Gefühl und das Publikum, die Menge, also es war gut besucht und ja, wie gesagt, also die Stimmung allein schon mit einem Musik-Intro zu starten, war sehr, sehr cool und wir haben euch das mitgebracht. Wir haben eine Aufzeichnung machen lassen und spielen euch das jetzt einfach mal rein. Aber wenn wir uns verabschieden, nicht wegschalten. Wir kommen dann gleich nochmal wieder. Die.
Vera
00:10:51
Nentwig. Ja, hallo zusammen. Schön, dass ihr zu uns gefunden habt hier auf der Leipziger Buchmesse. Wir sind die zwei von der Talkstelle der Buchbubble-Podcast. Mittlerweile fünf Jahre, Folge 255 ist gerade rausgekommen. Und das ist meine liebe Podcast-Partnerin Tamara Leonard.
Tamara
00:11:18
Hallo und das ist meine liebe Podcast-Partnerin, Vera Nentwich. Und irgendwie könnte ich mich dran gewöhnen, so mit dem Intro und mit Leuten. Das hat eine andere Qualität, als wenn wir so alleine aufnehmen.
Vera
00:11:30
Genau, wir sind mal im stillen Kämmerlein. Und wir wollen heute auch so ein bisschen uns mit euch austauschen und von euch erfahren, was ihr so an Herausforderungen habt. Vielleicht erst mal so Handzeichen. Wer von euch hat schon ein Buch geschrieben? Vielen Dank. Toll, Glückwunsch. Wer von euch plant es zu tun? Die anderen. Na gut, die weiteren. Was ist denn die größte Herausforderung, wenn man so ein Buch schreibt? Neben dem reinen Schreiben.
Publikum
00:12:06
Nach der Veröffentlichung sichtbar sein.
Vera
00:12:09
Das kennen wir. Und da sind wir genau richtig. Da sitzt du hier genau richtig. Wir erzählen heute, wie das so geht mit der Sichtbarkeit. Wobei wir tatsächlich festgestellt haben, ich meine, wer unseren Podcast kennt, weiß, dass Tamara und ich bei vielen Dingen völlig unterschiedlicher Meinung sind. Aber wir haben jetzt tatsächlich eine Gemeinsamkeit festgestellt, weil zum einen haben wir eine gewisse Vorliebe für die Musik, wenn auch die Stilrichtungen sich doch etwas unterscheiden. Und wir haben beide in Buchprojekten das Thema Musik aufgegriffen.
Tamara
00:12:47
Und nicht nur das, Musik und Tod.
Vera
00:12:50
Ja, mehr oder weniger. Und mein Buch ist da schon draußen. Das heißt, Tote singen selten schief. Und wie der Name schon klingt, ist das eher ein leichter Krimi. Also es wird gemordet, aber es tut nicht weh.
Tamara
00:13:10
Komm, sag's. Wer uns hört, der kennt den Running Gag. Tamara hat kein Buch.
Vera
00:13:14
Ja, aber es kommt. Es kommt. Auch wenn sie bis heute den Termin noch nicht gesagt haben, aber es kommt.
Tamara
00:13:20
Ja, ich habe gelernt, ich sage besser keine Termine mehr. Es gibt einen Vorschlag, ja bitte.
Publikum
00:13:26
Einen Terminvorschlag hätte ich. Wie wäre der fünfte, siebte?
Tamara
00:13:30
Den habe ich letztes Jahr schon probiert, hat nicht funktioniert.
Vera
00:13:35
Aber was macht man, um ein Buch sichtbar zu machen? Und das Problem kennen wir seit vielen Jahren. Und ich versuche immer bei jedem Buchstart, mich gerade so regional sichtbar zu werden. Also ich arbeite intensiv damit, Pressemitteilungen rauszugeben. Und ich schreibe die Pressemitteilungen so, dass die im Prinzip die so abdrücken können. Also ich schreibe keinen Werbetext für mein Buch, sondern ich schreibe, als ob ein Journalist oder eine Journalistin über mein Buch schreiben würde. Also ich schreibe auch von mir in der dritten Person. Und dann ist es so, dass eigentlich mittlerweile, weil ich das mache schon ein paar Jahre, dass bei einigen, gerade so in kleineren Zeitungen, werden meine Pressemitteilungen eins zu eins abgedruckt. Ich meine, das ist für die Redakteure das Einfachste. Müssen sie nichts tun, haben sie die Lücke gefüllt, gut ist. Die etwas größeren Zeitungen, also ich bin ja im Rheinland zu Hause, im Niederrhein, also die Rheinische Post, die größere regionale Zeitung, schreibt was Eigenes oder dann meldet sich schon mal ein Redakteur und sagt, hey, können wir mal ein Gespräch machen und sowas. Da habe ich mittlerweile sehr gute Durchdringung. Aber das ist über die Jahre gewachsen. Ich bin ja jetzt schon, 2013 habe ich angefangen, also zwölf Jahre dabei. Das ist, wie wir gerade sagten, auch das ist ein Marathon. Man muss erstmal das Vertrauen aufbauen. Und man braucht einen Aufhänger. Und mein Aufhänger, das habe ich damals mal in einem amerikanischen Blog gelesen, die machten eine Bookstarting-Party. Und ich habe das übersetzt, ich mache eine Buchstart-Party. Und die erste Buchstattparty habe ich tatsächlich in einer Bäckerei gemacht, weil die Bäckerei in dem Buch eine Rolle spielte. Mittlerweile mache ich die im Regelfalle in der hiesigen Buchhandlung. Bei dem Tote singen selten schief habe ich das ganz anders gemacht, weil die Inspiration kam von einem Frauenchor an dem Ort, an dem das spielt. Und da hatte ich die Idee, das wäre ja toll, wenn ich die Buchstattparty mit diesem Frauenchor zusammen mache. So, jetzt passen aber 40 Sängerinnen nicht in die Buchhandlung. Und dann habe ich halt mal geguckt, das spielt an einem realen Ort am Niederrhein, welche Möglichkeiten, das ist ein Gemeindehaus, dann habe ich mal Kontakt aufgenommen. Dann haben wir also eine Buchstattparty mit Chor in dem großen Gemeindehaus gemacht. Es waren über 150 Leute da, ausverkauft. Ich habe noch nie im Leben so viele Bücher an einem Tag verkauft. Das war der Hammer. Und da haben auch alle Zeitungen vongeschrieben. Ist natürlich jetzt regional, aber mittlerweile werde ich beim Rewe an der Käsetheke, durchaus schon mal angesprochen. Wobei, so als Tipp, wenn man so berühmt ist, dann werdet nicht überheblich. Wenn euch dann mal jemand anspricht bleibt auf der Erde bei mir war es so eine Frau stand da so hinter mir und ich merkte, sie schaut mich an und ich sagte, ja jetzt bleibt mal auf dem Boden, Vera und dann sagte sie so zu mir, sind Sie nicht diese Krimi-Autorin? Ich habe gesagt, ich bleibe jetzt mal ganz zugänglich, ja das bin ich und dann guckte sie mich so an, sagt sie, ich lese keine Krimis Also war das mit dem Ruhm schon wieder vorbei Aber, Sie hat mich erkannt.
Tamara
00:17:11
Warte, ich habe hier ein Mikro.
Publikum
00:17:13
Ich habe nur gesagt, dann ist das doch ein besonders gutes Zeichen dafür, wie bekannt sie ist, wenn jemand außerhalb ihrer Zielgruppe sie erkennt.
Tamara
00:17:22
Das stimmt allerdings.
Vera
00:17:23
Absolut, ja. Nein, genau das wollte ich damit auch so ein bisschen zeigen. Das ist ja wie bei aller Werbung so. Wenn jemand irgendwie Werbung für irgendwas, ich weiß nicht, einen Mantel von H&M oder was, Man hält ja nicht an, dreht um und fährt zu H&M und kauft den Mantel. Aber das bleibt, sie schon, aber okay. Aber sonst, ich nicht. Aber es bleibt im Hinterkopf. Und wenn man das nächste Mal vielleicht durch die Stadt geht, dann denkt man, ich gucke mal bei H&M rein. Und vielleicht kauft man einen Mantel oder auch was anderes. Und genauso geht es ja beim Buch auch. Man bleibt in Erinnerung. Und selbst die Frau, deren Genre ich nicht bin, die wird das nächste Mal in die Buchhandlung gehen, zumindest mal ein Buch von mir angucken, wer so den Namen gehört hat. Ob sie es dann kauft, weiß ich nicht, aber so funktioniert Werbung. Und das ist das, was wir halt machen und was wir letztlich, gestehen wir ja seit fünf Jahren auch mit unserem Podcast machen. Also machen jede Woche eine Folge und wir hoffen natürlich, dass die ein oder andere irgendwann mal denkt, jetzt muss ich auch mal ein Buch von einer von den beiden lesen. Bei mir kann man das regelmäßig, bei Tamara irgendwann auch wieder.
Tamara
00:18:31
Also ich merke gerade, dieses Bühnenformat hat auch Nachteile, Weil wenn wir aufnehmen und du mich auf dem Bildschirm siehst und noch dir dessen bewusst bist, dass ich da bin, darf ich zumindest ein bisschen mitreden. Aber weil sie hat im Vorfeld gesagt, ja, dann stellst du mir so Fragen. Ich versuche es mal. Hast du denn, um da dran anzuknüpfen, das Gefühl, dass Leute das Buch gekauft haben, weil sie dich aus dem Podcast kennen? Kannst du das einschätzen?
Vera
00:19:04
Ja, also wir kriegen zwar leider nicht so viel Feedback, aber wenn, passiert das schon mal, dass Menschen sagen, ich habe das jetzt mal gekauft und da das der achte Teil einer Reihe ist, kriege ich dann auch schon mal Rückmeldung, das haben sie toll, jetzt fangen sie vorne an mal zu lesen. Das lohnt natürlich dann. Also das ist ja das Ziel. Aber es bleibt mühselig. Also für alle, die, man macht nicht die eine Aktion und plötzlich startet das alles durch. Also nicht, wenn man jetzt gerade nicht gerade in so einem Hype-Genre ist. Und das bin ich ja nun leider mit Cosy Quime nicht.
Tamara
00:19:43
Ich kann es, glaube ich, noch nicht beurteilen, weil ich halt nur alle zwei, drei Jahre mal was veröffentliche. Aber der absolute Vorteil für mich mit dem Podcast ist, wenn mich irgendwas interessiert, irgendein Thema, dann laden wir uns einfach die richtigen Fachleute ein. Also ganz viele, die jetzt hier während der Messe auf den Bühnen gestanden haben, waren schon bei uns. Vera, droppt mal ein paar Namen für die, die uns noch nicht kennen.
Vera
00:20:06
Also die, die jetzt hier auf der Bühne waren, das war der Dorsten Simon von BOD, der war schon ganz früh bei uns. Also wir haben alle möglichen bekannten Namen. Ich fange an, Jan Weiler war bei uns, Andreas Echbach war bei uns, Gisa Pauli war bei uns.
Tamara
00:20:23
Rom, Hausmann. Vorhin saß hier die Mira Valentin, die war schon bei uns.
Vera
00:20:26
Mira Valentin war schon bei uns. Also der Wolfgang Tischer auch und also.
Tamara
00:20:32
Also wir behandeln alle Themen von der Schreibidee, übers Schreiben, über Arbeiten, Lektorat, Veröffentlichung, Marketing. Da könnt ihr auf jeden Fall mal reinhören und apropos reinhören, wir sind nämlich auch der Podcast der genialen Überleitungen. Können wir mal in dein Buch reinhören, Vera?
Vera
00:20:48
Ja, ich versuche es mal. Ich habe da mal so eine Stelle rausgeguckt. Das fängt an, indem meine Protagonistin, das ist die Sabine, genannt Biene Hagen, ehemalige Steuerfachangestellte, die jetzt Mörder aufklärt, mal von der Freundin aufgefordert, dort zu kommen. Und da hat sie jetzt mal mitgesungen. Und da stellt sie jetzt fest, sind alle wirklich nett bei euch, stelle ich fest, während mir eine Chorsängerin lächelnd zunickt. Ich nicke zurück und sie nimmt dies zum Anlass, auf mich zuzukommen. Hallo, ich bin Astrid, stellt sie sich vor. Toll, dass du gekommen bist. Danke. Sag mal, darf ich dich etwas fragen? Ich nicke und bin gespannt, welche Frage ihr auf den Nägeln brennt. Du bist doch die Detektivin, oder? Wieder nicke ich und hebe die Mundwinkel zu einem Lächeln. Ja, das hat sich in Grefrath wohl rumgesprochen. In meinen Jackentaschen taste ich nach meinen Visitenkarten. Wow, sie schürzt anerkennend die Lippen. Ist das nicht total gefährlich? Ach nein, wiegele ich ab, das wird überschätzt. Aber sag mal, sie macht eine Pause und beugt sich etwas zu mir hinunter. Du machst das doch zusammen mit diesem reichen Spanier, oder? Er ist Argentinier. Aber ja, Jago ist mein Geschäftspartner. Nur Geschäftspartner? Sie verzieht das Gesicht zu einem Grünsen. Absolut, nur Geschäftspartner. Das heißt, er ist noch zu haben? Soweit ich weiß, hat er keine feste Beziehung, aber ehrlich gesagt weiß ich nicht viel über das, was Rago in seinem Privatleben so macht. Der Blick von Astrid bekommt etwas Schwärmerisches. Ich habe ihn einige Male in Grefrath gesehen, wie er da mit seinem schicken Sportwagen herumfährt. Sieht nicht schlecht aus. Mit Sportwagen untertreibt sie. Rago fährt einen Aston Martin, der in einer kleinen Gemeinde wie Grefrath kaum auffälliger sei. Ich zucke mit den Schultern. Ja, kann schon sein. Dein Leben muss echt total aufregend sein. Wer hätte gedacht, dass man dies einmal über mich denken würde. Dass man ausgerechnet mein Leben für aufregend hält. Sabine Hagen, die alle nur Bienen nennen. Geschrieben wie das Insekt. 32 Jahre jung, ledig. Lebt bei der Oma im Haus. ist nie groß aus der kleinen Gemeinde Gräfrad am Niederrhein herausgekommen und plötzlich soll sie in den Augen der Menschen ein aufregendes Leben haben. Das muss ich erst einmal verdauen. Die zweite Vorsitzende Petra kommt zurück und schwenkt die Hand mit dem Handy hin und her. Nicole geht nicht ans Telefon. Ihr wird doch wohl nichts passiert sein? Ach, man muss ja nicht gleich das Schlimmste denken, wenn nicht ein. Von wo kommt sie denn? Sie ist aus Forst. Bei dem trockenen Wetter heute ist sie sicher mit dem E-Bike gefahren. Ich hebe beschwichtigend die Hände. Vielleicht hat er einen Platten. Es kann viele Gründe geben. Petra wirkt nicht überzeugt. Ich rufe mal bei ihrem Mann Heiko an. Der Chorleiter macht ihn, kommt zu mir. Wie hat es dir gefallen? Ganz gut eigentlich, stammle ich. Aber ist es nicht viel wichtiger, was du denkst? Meinst du denn, ich könnte hier mitsingen? Er lacht und seine blauen Augen blitzen auf. Ja, natürlich. Ja, so natürlich ist das nicht. Ich kann nicht mal richtig Noten lesen und habe noch nie so viel gesungen wie heute. Ich will ja nicht, dass ich euch irgendwie ausbremse. Ach, Sabine, wieder lacht er auf. Aber du möchtest lieber Biene genannt werden, oder? Ja, gerne. Liebe Biene, mach dir da keine Sorgen. Was ich gehört habe, war völlig in Ordnung. Und das mit dem Notenlesen ist kein Hindernis. Das Wichtigste ist, dass du Freude am Singen hast. Es hat schon irgendwie Spaß gemacht. Dann ist dir alles gut. Ich freue mich, dich nächste Woche wiederzusehen. Hört mal alle, ist Petra zu vernehmen. Alle stocken in ihren Gesprächen und sehen zu ihr. Sie stacht auf ihr Handy und ihr Gesicht sieht aus, als wäre sie Frankenstein persönlich begegnet. Etwas Schreckliches ist geschehen. Nicole hatte einen Unfall. Sie stockt und lässt die Hand mit dem Telefon kraftlos sinken. Sie ist tot. Da geht die Ermittlung los. Ich liebe 10 Applaus.
Tamara
00:25:57
Mir ist gerade aufgefallen, es gibt noch eine Gemeinsamkeit zwischen deinem und meinem Buch. Nämlich die Regionalität, die ich mir jetzt aus Marketing auch mal überlegt habe. Mein Protagonist lebt zwar inzwischen in Berlin, kommt aber ursprünglich aus dem Saarland, wo ich auch meinen Alltag verbringe. Und ich hoffe, das hilft mir ein bisschen.
Vera
00:26:19
Absolut, also das ist wirklich ein Aufhänger. Ich weiß nicht, kennt jemand Grefrad am Niederrhein? Tatsächlich? Wow, ich bin immer wieder perplex, wie viele Leute diese kleine Gemeinde kennen. Das ist toll.
Tamara
00:26:28
Durch dich.
Vera
00:26:32
Aber das ist natürlich ein guter Aufhänger. Also wenn ein Buch an einem Ort spielt, dann ist die Presse natürlich neugieriger, wenn man dann als Autor, Autorin auch noch irgendwie aus der Ecke kommt. Das ist ein Aufhänger, also auch für Autoren, Autorinnen, die man sonst nicht kennt. So Regionalität ist für diese Pressearbeit immer ein guter Aufhänger. Und dann machst du jetzt im Saarland oder in Berlin.
Tamara
00:26:57
Genau, ich mache im Saarland weiter. Also kurz, Thema Musik und Tod wird bei Vera als humorvoller Krimi verarbeitet. Bei mir ist es ein Musikdrama und es geht um eine Punk-Rock-Band, deren Lead-Gitarrist bei einem Unfall auch verstirbt. Wobei ich glaube, bei dir war das kein Unfall, ich glaube das nicht. Genau, und der Sänger der Band, Simon, der war nicht nur mit Erik, dem Verstorbenen, in einer Band, sondern sie waren seit Kindheitstagen beste Freunde, haben nebeneinander gewohnt. Und die Szene, die ich ausgesucht habe, die ist relativ vom Anfang. Er ist, nachdem das passiert ist, erstmal nach Hause gefahren, um bei seiner Familie zu sein und auch bei der Familie eben des verstorbenen Freundes. Und da ist er jetzt gerade allein zu Hause, will seine Gedanken ein bisschen ablenken, macht den Fernseher an und da passiert was, womit er nicht gerechnet hatte und was ihn dann auch etwas ins Nachdenken bringt. Simon schaltete den Fernseher ein und seppte wahllos durch ein paar Programme. Ein amüsiertes Schnauben löste sich aus seiner Brust. Lineares Fernsehen, hatte er auch schon ewig nicht mehr geschaut. Sender um Sender zog an ihm vorbei. Eine Quizshow, die tausendste Wiederholung einer Big Bang Theory Folge, irgendein Krimi. Und dann der Blitzschlag, der durch all seine Glieder fuhr. Der Regionalsender zeigte eine Großaufnahme von Erik bei einem Konzert, Er spielte gerade eins seiner abartig schnellen Soli Schweiß stand ihm auf der Stirn, doch die Augen leuchteten Dann schwenkte die Kamera und Simon sah sich selbst mit dem Mikro über die Bühne rasen, Er lag da wie gelähmt, wollte das wegschalten, doch er konnte nicht Wie erstarrt fixierte er den Bildschirm Die Kameraeinstellung wechselte, zeigte das Geschehen aus Perspektive des Publikums und er erkannte die Open-Air-Bühne des Rocko del Schlacco, dem Festival, das gerade 15 Minuten von seinem Elternhaus entfernt, seitdem er denken konnte, die große Musikwelt vor seine Haustür gebracht hatte. Ein Schriftzug lief am unteren Bildschirm. Programmänderung. Aus aktuellem Anlass zeigen wir den letzten Auftritt der Band Exit 620 in Saarland, deren in Saarlouis aufgewachsener Gitarrist Eric Neuhaus am vergangenen Samstag tödlich verunglückte. Simon starrte wie erschlagen auf den Bildschirm. Wieder wechselte die Perspektive und Patrick wurde in Nahaufnahme eingeblendet. Wie ein Dervisch prügelte er auf sein Schlagzeug ein, seine Haare flogen ihm wild um den Kopf und Schweißtropfen lösten sich, als wäre er ein sich schüttelnder nasser Hund. Langsam zog sich Simon auf der Couch hoch und setzte sich aufrecht hin Sein Herz schlug mindestens so schnell, wie der Drummer im Fernsehen sein Instrument maltretierte Der Song endete explosionsartig Dann füllte wieder sein eigenes Gesicht den Bildschirm, Schweißüberströmt strahlte er ins Publikum und brüllte »Saland, ist das geil, endlich wieder zu Hause zu spielen!«, Er erinnerte sich genau an diesen Moment. Ein halbes Jahr war es her. Es war so unfassbar aufgeheizt gewesen, dass ihn selbst jetzt wieder diese Bühnen-Euphorie ergriff. Okay Leute, beim nächsten Song brauchen wir eure Hilfe, rief sein Bildschirm Ich, teilte die grölen Menge in zwei Gruppen und gab ihnen Anweisungen, wie sie gleich klatschen und mitsingen sollten. Er liebte diese Momente, wenn die Band und das Publikum zu einem Ganzen verschmolzen und aus einem Song ein gemeinsames Erlebnis wurde, Seid ihr bereit, brüllte er von der Bühne herunter und lachte wie im Rausch als das zustimmende Geschrei der Leute ihn fast umwarf, Das damalige Hochgefühl übertrug sich vom Fernseher und aus seiner Erinnerung wieder auf Simon und vermengte sich mit seinem heftig pochenden Schmerz, der ihm beinahe den Atem nahm, Das da, das war sein Leben. Auch wenn er manchmal kaum fassen konnte, wie ein Mikro in der Hand und eine Bühne unter den Füßen ihn zu verändern vermochten. Wie er dann zu diesem extrovertierten Hurricane wurde, der sich einzig dort befreien konnte. Gerade so, als mutierte er zu einem anderen Menschen. Und gleichzeitig wusste er, dass er in diesen Momenten zutiefst er selbst war. Erst eine Woche war es her, dass er zuletzt auf einer Bühne gestanden hatte und doch zerrte die Sehnsucht bereits schmerzlich an ihm. Dort oben zu stehen und Musik zu machen, auch nach all den Jahren erfüllte ihn das mit dem ehrlichsten Glück, das er empfinden konnte. Doch würde er das erneut erleben dürfen und konnte es je wieder dasselbe sein? Dankeschön. Vielleicht sollte ich noch kurz anmerken, ich bin zwar noch nicht ganz sicher, wenn das Buch erscheint, ich tippe im Moment auf Ende Mai, aber vielleicht könnte ich den Titel ja mal sagen und der lautet Rock in Peace, also wie Rest in Peace, nur halt mit mehr Punk.
Vera
00:32:11
Am 30. Mai erscheint übrigens mein neues Buch, Frau Appeldon und der tote Kapitän. Und es gibt auch wieder eine Buchstattpacht, die am 28. Juni, wollte ich nur mal gesagt haben. Jetzt ist er bei dir sehr dramatisch. Wie findest du denn da einen Aufhänger für die Zielgruppe? Was ist so die Botschaft, die du beim Marketing benutzen würdest?
Tamara
00:32:34
Was ist die Botschaft? Ja, das ist eine sehr gute Frage. Kennst du mich doch. Ich glaube, es kommt sehr darauf an, mit wem ich spreche. Also wenn ich jetzt regional gehe, dann würde ich tatsächlich sagen, hier, ich habe einen Roman, der eben ungefähr zu 50 Prozent regional im Saarland spielt. Ich habe auch viele Locations oder eben jetzt dieses Festival eingebaut, die halt wirklich jeder aus der Ecke kennt. Wenn ich jetzt mich eher an ein Publikum wende, das Musik mag oder insbesondere Punk mag, dann ist das natürlich einfach ein Thema, dass man das anspricht. Ich habe auch andere Themen mitverarbeitet, Antifaschismus, Feminismus, all solche Dinge, die scheiße wichtig sind. Und ich denke, das kann man immer zielgruppengerecht dann ansprechen.
Vera
00:33:23
Ein buntes Potpourri an Themen. Ja, ich habe das ja auch mit dem Chor. Also der Chorverband hat zum Beispiel einen Artikel über das Buch veröffentlicht für alle Chorsängerinnen, auch wenn ich die Vorsitzende ja umbringe eigentlich. Aber wir haben das trotzdem als Werbung erachtet. Also von daher, so etwas Thematisches hilft dann auf jeden Fall. Ja, und dann gibt es natürlich noch so die Marketingmaßnahmen, die man so vor Ort machen kann. Und ich muss mal auf die Uhr gucken. Ja, drei Minuten haben wir noch. Also zum einen hätte ich ein paar Bücher bei und ich habe mir hier so eine Trägezange. Also wer dann gleich mal so von mir spezial geprägtes und signiertes Exemplar haben möchte, Da sitze ich gleich. Und ich schaue mal. Also ich finde das total edel, wie das aussieht mit so den Dingen. Und das sind so kleine Sachen, die ich auch immer ausprobiere. Jetzt für den nächsten Buchstart habe ich einen größeren Plan. Den werde ich aber noch nicht veröffentlichen. Ich weiß es schon. Du weißt es, ja. Aber nichts sagen. Nein, aber es ist groß. Aber es ist ziemlich hammergeil. Und auch zusammen mit der Buchhandlung im Übrigen. Also wenn man kann, die lokale Buchhandlung einziehen, ist immer hilfreich und, Aber das kriegt er dann mit, wenn er uns hört. Jede Woche, nächste Woche gibt es wieder die neue Folge von die 2 von der Talkstelle. Überall, wo man Podcast bekommen kann, auch bei YouTube oder auf 2 von der Talkstelle.de. Und dann haben wir, glaube ich, alles gesagt. Ich bin jetzt zwei Minuten zu früh, was machen wir jetzt noch? Okay, dann machen wir jetzt einfach Schluss. Vielen Dank, dass ihr da wart. Ich hoffe, ihr habt ein bisschen was mitgenommen, ein bisschen Spaß gehabt. Und wie gesagt, gleich setze ich mich da vorne hin mit meiner Prägezange und ein paar Büchern und hoffe natürlich, dass ich da nicht nutzlos einfach so sitze, also komm vorbei und sag mal hallo.
Tamara
00:35:19
Und dann hab noch eine schöne Messe.
Vera
00:35:21
Dankeschön, tschüss.
Tamara
00:35:22
Ciao.
Vera
00:35:25
Ja, ich liebe Applaus, es ist schade, dass wir den hier so selten haben, vielleicht sollten wir da auch mal so Applaus-Schnipsel einspielen, um uns selbst gut zu tun.
Tamara
00:35:35
Ja, oder vielleicht können wir irgendwen engagieren, die sich immer dazustellen. Also wenn ihr da draußen einen schlecht bezahlten Job als professionelle Klatsche haben.
Vera
00:35:47
Als bezahlt?
Tamara
00:35:50
Sehr schlecht.
Vera
00:35:52
Okay. Nein, aber es hat natürlich, ich meine, es hat Tamara ja dann auch da artikuliert, sobald ich auf der Bühne bin und in irgendeiner Form Interesse spüre, bin ich ja nicht mehr zu bremsen.
Tamara
00:36:06
Ja, ich wurde kurzzeitig ausgeblendet.
Vera
00:36:09
Sorry, ich habe dann zum Mikrofonkind degradiert. Es kam so eins zum anderen. Nein, es hat natürlich Spaß gemacht. Ich hoffe natürlich, dass wir die ein oder anderen Hörer oder Hörerinnen dadurch auch jetzt für uns interessieren konnten. Schauen wir mal. Wie gesagt, ich bin ja dann kurz darauf schon und ins Auto gestiegen und nach Hause und habe die Gedanken fließen lassen. Natürlich viel darüber nachgedacht, ob ich mal auf die Messe gehe, über Buchverkauf generell. Und weil das natürlich auch über die ganze Messe so ein Thema war. Das ist wirklich der große Unterschied in Leipzig, dass da halt alle eigentlich Bücher kaufen wollen. In Frankfurt geht das ja so nicht. Und wir hatten ja zum Beispiel dann auf dem Self-Publisher-Verbandstand standen zwar Bücher, aber die waren eben nicht zum Verkauf und ich weiß gar nicht, wie oft ich Leute. Abfangen musste, die mit den Büchern schon vom Stand unterwegs waren und sagen, die kann man nicht kaufen. Und mir hat jedes entdeuchte Gesicht da wehgetan. Und deswegen denke ich da schon sehr drüber nach, was man so tun kann. Und wie gesagt, ob ich selbst mal einen Stand mache. In dem Zusammenhang kann ich vielleicht jetzt gerade sagen, kam nämlich gerade gestern Abend eine wirklich tolle Nachricht. Ich weiß nicht, ob die Hörer und Hörerinnen das ja so mitbekommen haben. Seit anderthalb Jahren etwa produzieren wir ja vom Self-Publisher-Verband eine Titelvorschau für den Buchhandel, die momentan nur oder immerhin an Thalia geht. Das ist ja nun schließlich die größte Buchhandlung. Und ich habe dann auch auf der Messe Leipzig die verantwortliche Managerin getroffen, wir haben sie lange unterhalten und ich habe sie dann auch noch mal gebeten, uns noch mal eine Rückmeldung zu geben, ob davon denn auch mal was von Interesse ist. Und gestern kam die Rückmeldung, dass sie tatsächlich im letzten Jahr bei der dritten Reise, es gibt zwei feste Termine für die Titelverschauen, Frühjahr für den kommenden Herbst und Herbst fürs kommende Frühjahr und in der Mitte, kurz vor den Sommerferien, eine sogenannte dritte Reise, dass sie tatsächlich einen Titel dann aus unserem Titelvorschau auch bestellt haben. Das ist ja schon mal eine tolle Geschichte, dass man da zumindest so peu a peu Titel in den Buchhandel bringen kann.
Tamara
00:38:41
Ich hatte jetzt auf eine höhere Zahl als eins gehofft, aber es ist ein guter Anfänger.
Vera
00:38:45
Ja, mit zwei Titel, aber von der gleichen Autorin. Also die Bestellmenge sagen die uns natürlich nicht, das sind Geschäftsgeheimnisse. Aber allein das ist ja schon mal Ich meine, man muss jetzt auch mal fair sein. Nach eigenem Bekunden haben die 10.000 bis 15.000 Titel, die die da sichten. Und in unseren Titelvorschauen aufgrund der Regularien, die ja für Self-Publisher schwierig sind einzuhalten, haben wir so 20, 30 Titel. Also wenn davon dann einer gewählt wird, dann ist das schon...
Tamara
00:39:15
Ja, oder beziehungsweise gleich zwei von einer Autorin, die muss ja irgendwas richtig gemacht haben.
Vera
00:39:18
Ja, das ist eine Reihe, Band 1 und 2 haben sie genommen. Also das ist schon mal wirklich ein großer Erfolg.
Tamara
00:39:26
Ja, schön, schön.
Vera
00:39:28
Und ja, das Thema Buchhandel ist ja eh so ein bisschen, wo ich mich so reingebaggert habe, nicht zuletzt wegen dieses Projektes. Und naja, und so kam es auch dann nicht von ungefähr, dass ich dann auch gebeten wurde, an einer Podiumsrunde zum Thema Self-Publishing und Buchhandel teilzunehmen.
Tamara
00:39:47
Genau, das war ein Panel-Talk, den der Self-Publisher-Verband organisiert hat, moderiert von Lena Karnow. Und zu Gast waren außer der Vera noch Thorsten Simon von BOD und Isa Theobald von der Buchhandlung Drachenwinkel. Und alle drei haben uns freundlicherweise erlaubt, einen Teil des Panels jetzt hier für euch auch nochmal laufen zu lassen. Wir haben das auf ein 10 Minuten Best-of zusammengeschnitten. Und ich denke, da ist doch vieles dabei, was man so für sich und jetzt für die weitere Planung mitnehmen kann.
Lena
00:40:23
Herzlich willkommen zu unserer Gesprächsrunde. Self-Publishing und der Buchhandel, so gelingt der Weg ins Buchregal. Ich freue mich sehr, dass wir so gut besucht sind heute. Und Self-Publishing hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. Der digitale Buchmarkt wurde schon erobert. Schwieriger gestaltet hier aber der Weg in den stationären Buchhandel. Und dafür habe ich mir heute drei Expertinnen eingeladen. und das sind Isa Theobald, Autorin, Lektorin, erste Vorsitzende des PAN e.V. Und sie kümmert sich in der Buchhandlung Drachenwinkel um den Einkauf neuer Titel. Dann Thorsten Simon von BOD, Pressesprecher, aber auch von Libri. Und Vera Nendwig, Autorin, Kabarettistin, ehemalige erste Vorsitzende des Self-Publisher-Verbandes. Und sie hat jahrelange Erfahrungen mit dem Veröffentlichen im Self-Publishing und auch mit der Kommunikation mit Buchhandlungen. Welche Strategien haben sich für dich, Vera, in den letzten Jahren bewährt, um deine Bücher in den Buchhandel zu bekommen?
Vera
00:41:39
Welche Strategien? Das ist eine schwierige Frage. Ich habe verschiedenste ausprobiert. Die Strategie ist, glaube ich, nicht das Wichtige, sondern so der Ansatzpunkt. Und also ich kann natürlich auch ins Umland mal wieder mit einem Buch hinfahren und mein Buch vorstellen. Und wenn so eine Buchhandlerin nett ist, dann kauft sie auch mal drei Stück. Aber das ist nichts Dauerhaftes. Also dauerhaft ist es mir eigentlich nur da gelungen bei der Buchhandlung am Ort, wo ich sehr viel Pressearbeit mache, wo ich Veranstaltungen mache, wo ich die Buchhandlung mit einbeziehe. Das ist ein sehr, sehr langwieriger und sehr mühseliger Job.
Lena
00:42:18
Was müssen Safe-Publisher denn tun, um eine Buchhandlung davon zu überzeugen, ihr Buch ins Sortiment aufzunehmen?
Isa
00:42:26
Das Buch muss ins Sortiment passen. Das ist ganz, ganz wichtig. Also man sollte sich die Buchhandlung vorher anschauen, wenn es zum Beispiel bei uns relativ unsinnig wäre, mit einem Love & Landscape Roman zu kommen. Das passt nicht in unser Sortiment. Da habe ich nicht die Kundschaft für. Aber wenn man ins Sortiment passt, dann muss eigentlich nur noch das Buch überzeugen.
Lena
00:42:47
Ja, Thorsten.
Thorsten
00:42:51
Das Thema Regionalität steht bei vielen, vielen ganz oben, also diese Berührungspunkte mit der Autorin, mit dem Autor, sei es jetzt, weil mein Lokal oder weil der Titel regional wunderbar reinpasst, also Küstenkrimis beispielsweise, wenn ich dann so ganz klassisch meine Buchhandlung in Heide in Schleswig-Holstein habe oder dergleichen, also das passt dann immer wunderbar zusammen. Das ist dann auch so ein bisschen die Hausaufgabe, die ich als Autor, als Autorin vielleicht auch wirklich erstmal machen muss. Was ich dann auch gerne mal sage, versetzt euch erstmal in die Situation oder in die Position der Buchhändlerinnen und Buchhändler. Da fängt es einmal an natürlich beim Buch selbst. Das muss einfach auch ein gutes Buch irgendwo sein. Dann kann man schauen, grundsätzlich natürlich mit welchem Partner veröffentliche ich mein Buch. Also da geht es dann wirklich um die Strukturen. Da sind so Stichworte wie Barsortiment wichtig, wie Remissionsfähigkeit sind wichtig. Das sind alles so Fachtermine, die sind erstmal so ein bisschen erklärungsbedürftig. Also es wurde ja schon erwähnt, ich bin auch Pressesprecher von Libri. Libri ist ein solches Barsortiment. Das ist der Zwischenbuchhandel oder Großbuchhandel. Die sind quasi zwischengeschaltet zwischen Verlagen und dem Buchhandel stationär oder online. Und was jeder vielleicht mal kennt, man geht in eine Buchhandlung, man möchte ein Buch kaufen, das Buch ist nicht da. Dann sagt die Buchhändlerin, geht an ihren Katalog, kein Problem, ich bestelle es morgen um 9 Uhr, ist es da. Das ist quasi runtergebrochen, das, was der Zwischenbuchhandel macht.
Vera
00:44:10
Ich muss da direkt mal einhaken, weil du hast mir direkt das richtige Stichwort gegeben. Buchhändler machen das sicherlich aus Spaß, aber die wollen auch Geld verdienen. Und gerade dieser geschäftliche Aspekt ist ein ganz wichtiger. Jetzt muss man sich mal bedenken, dass die Strukturen im Buchhandel seit Jahrzehnten gewachsen und sehr organisiert sind. Ein Buchhandel entscheidet im Regelfall zweimal im Jahr, vielleicht noch ein drittes Mal, aber meistens so zweimal im Jahr, welche Bücher er sich in sein Regal stellt. Im Frühjahr für den Herbst des gleichen Jahres und im Herbst für das Frühjahr des Folgejahres. Und da normalerweise planen die Buchhandlungen anhand ihrer Bedarfe, die kennen im Regelfall ihre Leserschaft und die wissen zum Beispiel, ich bin hier in einem Stadtviertel, wenn ich von so einer kleineren Buchhandlung rede, wo viel Fantasy gelesen wird, also mache ich zwei reale Fantasy und dann schauen die bei diesen Titelvorschauen, so nennen sie das, schauen sie einer mehr oder weniger handverlesenden Anzahl von Verlagen in deren Verlagsprogramme und beziehen die Bücher, um ihr Regal zu füllen. So, das machen sie ein halbes Jahr im Vorlauf. Ganz ehrlich, wenn ich dann drei Monate später mit meinem Buch komme, die brauchen mein Buch nicht. Die haben im Regelfall noch nicht mal Platz im Regal. Also dann muss es schon ganz besondere Gründe geben, wie gesagt, so Regionalität ist es. Oder ich habe das Glück, gerade ist dass Young Adult das Thema mit Farbschnitt und die haben gerade noch drei Plätze frei, dann könnte ich Glück haben. Und das Problem ist, dass wir auch ein strukturelles Problem haben im Self-Publishing. Self-Publishing ist, schnell zu sein, dynamisch zu sein. Ich kann zum Teil technisch gar nicht, wenn ich zum Beispiel bei B.U.D. Veröffentliche. ich könnte mein Buch sechs Monate vorher gar nicht an den Buchhandel melden, weil ich hätte keine ISBN, nichts. Das geht technisch überhaupt nicht. Da haben wir also einfach strukturelle Grenzen und das muss man einfach wissen, wenn man auf den Buchhandel zugeht. Man muss wissen, wie der Buchhandel funktioniert und ein anderes Thema sind die Rabatte. Im Regelfall versuchen die Buchhandlungen ihre Rechte mit Titeln voll zu machen, die sie direkt beim Verlag beziehen und eben leider nicht ins Barsortiment, weil sie bei einem großen Verlag viel größere Rabatte bekommen, als sie die im Barsortiment bekommen. So, Barsortiment ist für viele Buchhandlungen etwas für das, was Dorsten gerade gesagt hat. Ich bekomme eine Bestellung, das bestelle ich und habe es am nächsten Tag. Dass die das Regal damit füllen, ist nicht so die Masse. So, das heißt, wenn ich also als Self-Publisher zu einer Buchhandlung gehe, dann müssen mir diese Zusammenhänge klar sein. Ich muss wissen, wie eine ordentliche Rechnung aussieht. Ich muss wissen, wie viel Rabatt ich denen gebe kann. Ich muss denen klare Aussagen geben können, wie sie das Buch zurückgeben können, also wie sie es remittieren können. Darüber muss ich mich klar werden. Viele, und so habe ich es leider auch gemacht vor zehn Jahren, ich stand mit meinem Büchlein im Buchhandel und hatte von all dem keine Ahnung. Und das kann nur schief gehen. Und es gibt eben auch nur eine Chance für einen guten ersten Eindruck. Also kann ich nur wirklich jeden dazu auffordern, sich sehr schlau zu machen, bevor man diesen Schritt in die Buchhandlung macht.
Thorsten
00:47:45
Das klang jetzt alles, Entschuldigung. Wir möchten natürlich auch ermutigen. Also Vera hat jetzt vieles gesagt und davon ist natürlich auch vieles richtig. Aber es ist jetzt auch nicht so, dass es, und da haben wir mit dem Drachenwinkel ja ein schönes Beispiel, dass es nicht funktioniert. Also, dass es nicht geht, nicht nicht geht. Macht euch darüber schlau, wenn ich über einen Dienstleister gehe, sind die Bücher dann auch da über alle Barsortimente, Libri, Zeitfracht, Medien, Umbreit, das sind so die drei wesentlichen in Deutschland gelistet und haben die da Remissionsrechte, heißt, wenn die bestellt werden können, Buchhandlungen die auch remittieren, also auch rückgeben und ich möchte da auch ein bisschen Mut machen an der Stelle, weil einfach der stationäre Buchhandel ist der wichtigste Vertriebskanal überhaupt. Also wenn man sich mal die Umsatze anguckt, 25% ist E-Commerce, ist online, 43% des Gesamtumsatzes geht über den stationären Buchhandel. Also das ist einfach der wichtigste Vertriebskanal.
Lena
00:48:47
Isa, welchen einen Tipp, wenn du einen Tipp geben könntest an AutorInnen, insbesondere Self-Publisher, wie man leichter in den Buchhandel gelangen kann, was wäre das?
Isa
00:48:58
Seid mutig. Das wäre definitiv, seid mutig. Also ich bin auch selber Self-Publisherin. Ich kann die Bücher aller meiner Kolleginnen verkaufen. Das gibt es gar nicht. Ihr könnt mir ein Buch in die Hand drücken. Ich kann LeserInnen davon überzeugen, dass sie das lesen wollen. Bei jedem Autor, jeder Autorin, außer bei mir. Ja, meine eigenen Bücher verkaufen. Ich habe meine Bücher in Halle 3 an einem Stand, wo andere Menschen sie verkaufen, während ich hier sitze. Das funktioniert. Macht es nicht wie ich. Seid mutig. Verkauft nicht nur euer Buch, ihr verkauft auch selbst. Ja, da sind die Social-Media-Auftritte super wichtig, eure Persönlichkeit ist super wichtig. Wenn ihr die Gelegenheit habt, irgendwo zu lesen, nehmt sie wahr. Wenn ihr die Gelegenheit habt, irgendwo ein Panel zu machen, überall wo ihr auftaucht, werdet ihr gesehen, die Leute merken sich euer Namen und dann kaufen sie hoffentlich irgendwann auch euer Buch.
Lena
00:49:52
Vera, was wäre dein Tipp?
Vera
00:49:53
Ich schließe mich davon an, also neben der Regionalität ist ein anderer wesentlicher Grund oder ein anderer wesentlicher Weg in den Buchhandel zu kommen, ist erfolgreich zu sein. Wenn du dein Buch über die ganz normalen Kanäle verkaufst, dann werden auch Leute in Buchhandlungen kommen und dann werden sie da einen Beruf bestellen und dann wird eine Buchhandlung auch irgendwann hellhörig. Es gibt genügend Beispiele, die es ja bis in Bestsellerlisten geschafft haben. Die haben es nicht dadurch geschafft, indem sie die Buchhandlungen abgefahren sind, sondern einfach ihr Ding gemacht haben, erfolgreich geworden sind. Dann wollen die Buchhandlungen auch Geschäft machen. Das ist der beste Weg. Ja, das mit dem Erfolg, das wisst ihr ja, liebe Hörerinnen und Hörer, da arbeiten wir schon länger dran. Und da hilft natürlich auch immer, sich auszutauschen oder sich auch weiterzubilden. Und da hast du ja, liebe Tamara, diesmal so die volle Breitseite mitgenommen, den ganzen Tag Autorinnenrunde, hast selbst weitergebildet und vielleicht auch das eine oder andere mitgenommen. Wie war es denn da?
Tamara
00:51:00
Ich fand es wirklich, wirklich toll. Also es war das erste Mal auf der Leipziger AutorInnenrunde. Die hat ja der Leander Wattig ins Leben gerufen, organisiert das. Den hatten wir auch schon mal zu Gast. Können wir euch gerne in den Shownotes verlinken, wenn ihr da mehr wissen wollt. Und es hat mir wirklich gut gefallen, also gerade auch das Konzept, weil der Messe Samstag so voll ist, dass man sich da auch den ganzen Tag im Prinzip in diese Konferenz flüchten kann. Also im CCL ist das ein großer Raum mit, das Konzept ist, es gibt, ich weiß gar nicht wie viele es waren, so um die 20 runde Tische und es ist so ein bisschen vergleichbar mit Barcamp, also an jedem Tisch findet halt ein Gespräch zu einem Thema statt, auf Augenhöhe, wenn man diskutiert, nur im Gegensatz zu einem Barcamp entstehen eben die Themen nicht erst vor Ort, sondern es werden im Vorfeld Speaker eingeladen. Und da war eine ganz breite Auswahl an Themen vom Schreiben, Marketing, alles, was man sich so vorstellen kann. Und man hatte eben, es waren insgesamt sechs Tischrunden zu jeweils 45 Minuten. Und man konnte dann, also jedes Thema wurde zweimal gehalten. Das heißt, die Chance, dass Sachen parallel sind, Und da hat man dann doch die Möglichkeit, vielleicht dann in der zweiten Runde dann dorthin zu gehen. Und ja, musste sich halt immer entscheiden, wo gehe ich jetzt in der nächsten Tischrunde hin. Ich musste mich nicht so sehr entscheiden, weil ich ja zwei Themen selbst präsentiert habe. Das heißt, ich konnte in Tischrunde eins und zwei mir was anhören. Und in drei und vier habe ich ein Thema zweimal gehalten und in fünf und sechs habe ich ein Thema zweimal gehalten. Was aber auch sehr viel Spaß gemacht hat, wo man toll in Austausch gekommen ist. Nette Leute kennengelernt hat. Und ja, also ich kann schon mal ankündigen, ich habe da einige Menschen getroffen und direkt verhaftet, dass sie demnächst mal in einen Podcast kommen. Also wirklich ein inspirierendes Quell an... Informationen und Gedanken und Neuigkeiten. Ich bin sehr begeistert.
Vera
00:53:03
Wobei, zum einen wollte ich jetzt sagen, dass wirklich erstmal alle Namen, die wir bisher so genannt haben, denen wir begegnet sind, alle schon zu Gast in unserem Podcast waren. Also selbst auf meinem Podium, ich war ja noch bei einer Runde Filmrechte, auch da alle waren sie schon in unserem Podcast. Das wird langsam dünn, wenn wir ein paar neue finden.
Tamara
00:53:24
Wir klingen schon bald wie Gottschalk. Wie hat er damals gesagt, Ich habe sie alle gehabt. Unangenehm.
Vera
00:53:31
Es gibt noch so ein paar, aber die kriegen wir auch noch. Aber ich muss gestehen, ich war noch nie auf der Autorenrunde. Ganz ehrlich, mir ist das immer so schade, den ganzen Samstag, den ganzen Messe Samstag zu verschenken.
Tamara
00:53:45
So habe ich auch immer gedacht. Nur der Punkt ist, ich persönlich gehe ja auf die Messe, um mich mit Leuten auszutauschen. Und die Dichte an wirklich coolen Leuten, die Spannendes zu sagen haben, ist halt auf der AutorInnenrunde mindestens so hoch wie auf der Messe. Nur, dass ich diesen ganzen Andrang und das ganze Theater drumherum nicht habe, sondern da wirklich ein bisschen in einem sortierten Setting mich unterhalten kann. Also ich habe nicht das Gefühl, dass ich irgendwas verloren habe, sondern ich habe eigentlich das, was ich auf der Messe hätte haben können, auch bekommen, nur noch mit Essen und Kaffee und Getränken dazu.
Vera
00:54:26
Okay, ja, das ist ein Argument.
Tamara
00:54:27
Also wenn ich mal so durchdenke, wer auch schon alles bei uns war, wer vor Ort war, Martin Christ, April Winter, Hans-Peter Röntgen, Anke Garsch, also wirklich hochkarätige Leute, die du da treffen und dich unterhalten kannst.
Vera
00:54:40
Mhm.
Tamara
00:54:41
Ich finde es toll.
Vera
00:54:42
Gut, aber jetzt nur mal für die, die jetzt wie ich noch nie da waren. Wie habe ich mir das vorzustellen? Wenn dann irgendwie jetzt heißt, gleich beginnt die nächste Runde, stürmen dann alle an irgendwelche Tische und prügeln sich, ob sie da sitzen können oder reserviert man vorher? Wie funktioniert das?
Tamara
00:54:59
Nee, also geprügelt wurde, glaube ich, nicht. Die meisten stürmen dann erst mal entweder kurz auf Toilette oder an den langen Tisch mit dem Kaffee. Und dann, also es gibt natürlich immer Tische, wo mehr Andrang ist und Tische, wo ein bisschen weniger Andrang ist. Dann kommt am Anfang mal jemand und sagt, kann ich mir den Stuhl noch nehmen oder so? Also da werden auch Stühle zwischen den einzelnen Tischen hin und her gerückt, sodass es passt. An manchen Stellen sitzen sie dann in zweiter Reihe. Aber also du kannst, die Plätze sind nicht begrenzt. Also der Tisch ist nicht irgendwann voll, sondern du guckst halt, dass du noch einen freien Stuhl wo findest und dann setzt du dich einfach dazu. Du kannst im Grunde auch, das hat der Leander am Anfang auch nochmal extra gesagt, wenn du das Gefühl hast, das ist jetzt doch nicht ganz, was ich mir vorgestellt habe, dann stehst du leise auf und gehst mal rum und guckst, was gibt es sonst noch. Oder ich habe auch mitbekommen, manche haben sich gar nicht erst gesetzt, sondern haben sich hinten dran gestellt, ein bisschen zugehört, sind dann weitergewandert. Also ein sehr offenes System, wo du dir wirklich das mitnehmen kannst, was du gebrauchen kannst.
Vera
00:56:00
Und wie habe ich mir das jetzt vorzustellen? Ist das dann wirklich, also wenn du so ein Thema da machst, fängst du dann an erstmal zu referieren oder ist das direkt eine Diskussion?
Tamara
00:56:10
Es ist bestimmt auch, also jeder macht so, wie es passt. Ich habe mir einen Vortrag vorbereitet und habe den auch auf meinem kleinen Netbook dabei gehabt und sozusagen runter erzählt, aber eben auch mit dem Hinweis, wenn ihr Rückfragen habt, wenn ihr Anmerkungen habt, bitte sofort euch melden, dann besprechen wir das und dann mache ich weiter. Und das ist auch passiert. Also da haben Leute dann gesagt, ja, in meinem Fall ist das jetzt so und so. Wie kann ich das praktisch machen? Aber ich habe doch mal gehört. Und also da kam man auch direkt dann ins Gespräch.
Vera
00:56:45
Und wie war es bei dir? Mich würde ja total nerven, wenn dann jemand aufsteht.
Tamara
00:56:51
Ja, bei der allerersten Runde sind tatsächlich ein oder zwei gegangen. Das Spannende ist, da du die Themen doppelt machst, lernst du natürlich auch gleich dazu. Das heißt, bei der zweiten Runde habe ich dann, bevor ich angefangen habe, einen kurzen Überblick gegeben, was so alles kommt. Aber ich muss auch gestehen, beim allerersten Tisch haben da Leute schon gesessen, bevor ich hinkam und da kamen noch mehr Leute dazu und ich habe dann erstmal dreimal das Programm geprüft, ob ich wirklich am richtigen Tisch sitze, weil ich dachte, warum kommen die zu mir? Aber ja, sie waren richtig und sie waren auch sehr interessiert und das war natürlich sehr schön.
Vera
00:57:31
Und hast du denn, da waren da gewesen auch ein paar Podcast-Hörer oder Hörerinnen dabei.
Tamara
00:57:35
Ja, eine, die haben wir ja am Freitag, also bestimmt auch mehr, aber eine, von der ich weiß, die haben wir am Freitag ja schon getroffen, die hat uns getrennt voneinander abgefangen, liebe Grüße an der Stelle und Fotos gemacht, worüber ich mich sehr gefreut habe und sie war auch auf der AutorInnenrunde. Ich habe es tatsächlich versäumt, dass wir uns dann nochmal unterhalten haben, aber ich habe sie wahrgenommen.
Vera
00:57:57
Ja, gut, wir kriegen ja, du hast ja einen kleinen Ausschnitt mitgebracht, dass wir so einen kleinen Eindruck davon mal bekommen, wie das dann da so abgeht.
Tamara
00:58:04
Genau, das war die Runde mit dem Thema 11 Fehler, die du in deinem Manuskript vermeiden solltest. Und ja, einen dieser 11 Tipps habe ich jetzt mal rausgeschnitten. Ja, der Lernpegel ist natürlich ein bisschen hoch, aber es ist ein ganz kurzer Schnitt.
Vera
00:58:20
Genau, da kriegen wir mal so einen Eindruck und hören mal, wie das so funktioniert.
Tamara
00:58:26
Jetzt kommen wir zum Thema Sprachqualität. Und zwar der fünfte Tipp, den habe ich genannt, nicht zu viel filtern. Vielleicht habt ihr auch schon mal von dem Begriff Filterverben gehört. Und zwar sind das Verben wie zum Beispiel spüren, sehen, merken, hören. Also alles, was mit unserer Sinneswahrnehmung zu tun hat. Und wenn ich die verwende, also ich habe hier einen Beispielsatz. Sie spürte den Sand zwischen ihren Zehen. Klingt eigentlich erst mal ganz nett, aber dieses Sie spürte macht mir als Leserin sehr deutlich, dass nicht ich das spüre, sondern die Figur. Das heißt, diese Wahrnehmung wird durch die Figur durchgefiltert. Und das macht es irgendwie so ein bisschen passiv, das schafft so ein bisschen Distanz. Deswegen fühle ich das nicht so mit, wenn ich mich jetzt aber eher auf diesen Sand konzentriere, den sie da spürt. Und aktiv sage, was tut dieser Sand denn? und diese spürte Weglas, da könnte so ein Satz rauskommen wie, der Sand kitzelte zwischen ihren Zehen. Das ist aktiver und es ist halt einfach näher dran. Also sie spürte den Sand zwischen ihren Zehen oder der Sand kitzelte zwischen den Zehen. Da habe ich einfach ein bisschen mehr das Gefühl, ich spüre das mit. Und da geht es wirklich darum, dass man diesen Filter durch die Figur durch einfach mal rauslässt. Zweites Beispiel, was ich habe, er merkte, wie ihm der kalte Angstschweiß ausbrach. Also das ist wirklich ganz weit weg von mir. Aber wenn ich stattdessen schreibe, kalter Angstschweiß ran von der Stirn über die Schläfen, das ist einfach näher dran. Ja, ich erwähne mal ganz unauffällig nebenher noch werblich, dass diese elf Tipps demnächst auch in der AutorInnen-Lounge als On-Demand-Kurs sein werden. Schaut da gerne mal vorbei. Und ansonsten würde ich jetzt mal so als Fazit zur Messe sagen, mir hat es sehr, sehr gut getan, sehr, sehr gut gefallen und wir hatten ja auch eine kleine Premiere, Vera, ne?
Vera
01:00:30
Genau, wir waren ja zum Ersten, also wir sehen uns ja relativ selten in Angesicht zu Angesicht oder persönlich. In Angesicht zu Angesicht tun wir jetzt auch, aber keine Ahnung, wie das heißt.
Tamara
01:00:41
Ohne Bildschirm.
Vera
01:00:42
Genau, diesmal waren wir ja wirklich mehrere Tage zusammen im gleichen Hotel. Nicht im gleichen Zimmer, aber im gleichen Hotel.
Tamara
01:00:49
Nicht mehr auf dem gleichen Stockwerk.
Vera
01:00:50
Aber wir haben zusammen getückt und häufig auch zusammen zu Abend gegessen. Also so lange hatten wir es noch nie wirklich zusammen.
Tamara
01:00:59
Ja, sind zusammen Auto gefahren.
Vera
01:01:02
Korrekt, haben zusammen angestanden in den langen Messeschlangen.
Tamara
01:01:08
Und die Tatsache, dass du jetzt hier bist, deutet an, dass du es nicht völlig unerträglich fandest.
Vera
01:01:14
Mein Gott, du stellst Fragen. Entweder ist das ein extrem dreistes Fischig für Kompliment oder ein total blödsiches Understatement. Eins von beidem. Nein, natürlich.
Tamara
01:01:28
Ich will dir nur sicher gehen, dass der Podcast weitergeht.
Vera
01:01:30
Ja, natürlich. Nein, das hat mir großen Spaß gemacht. Und ich meine, wir waren ja am ersten Tag auch tatsächlich über eine Stunde zu früh, weil wir dachten, die Messe am 8.09 Uhr war auf.
Tamara
01:01:43
Ja, also ich hatte ja so im Hinterkopf, Fängt die nicht um zehn an? Was mache ich denn am Samstag, wenn ich um neun schon da bin und die AutorInnenrunde erst um zehn anfängt? Aber gut, wenn Vera sagt, es fängt um neun an, dann muss das ja stimmen. Vera ist ja so organisiert.
Vera
01:01:59
Ich hatte schon einen Termin für 9.30 Uhr.
Tamara
01:02:02
Dann stand man da in der Schlange und es war fünf nach neun und keiner öffnet die Tür.
Vera
01:02:06
Ja, was ist jetzt los hier? Keine Organisation. Aber die Schlange war auch da schon total lang. Wir standen da echt 100 Meter entfernt vom Eingang. Ja, also wir haben also einige Abenteuer gemeinsam erlebt, was uns natürlich noch mehr zusammenschmiedet und uns Schwung für die nächsten Podcast-Jahre gibt. Wobei ich persönlich ein bisschen geschwächelt habe mit der Aufgabe, neue Gäste zu akquirieren.
Tamara
01:02:34
Ja, hast du hier so einen Druck ausgeübt und gesagt, Tamara, mindestens zehn Stück am Samstag und dann hast du geliefert?
Vera
01:02:41
Wenn Tamara zehn Stück liefert, brauche ich ja nichts mehr tun. Aber das Problem ist, ich kannte die alle schon, die hatten wir alle schon, die ich begegnet bin. Also wir müssen irgendwie neue Sphären erobern, in neue Welten gehen, wo die Menschheit zuvor noch nie war. Genau, das ist das Thema der nächsten Wochen und Monate. Ich hoffe, ihr verfolgt uns dabei und begleitet uns und gerne auch, falls ihr da interessante Messebegegnungen hattet oder inspirierende Geschichten von Schreibenden erfahren habt, lasst sie uns gerne hören. Dann nehmen wir die gerne in unsere zukünftige Gästenliste auf. Also ja, dann würde ich sagen, schwelgt noch ein bisschen in Nachmessegefühlen oder vielleicht habt ihr sie durch uns auch erst bekommen. Und dann hören wir uns nächste Woche wieder. Bleibt uns gewogen. Bis nächste Woche.
Tamara
01:03:37
Macht's gut.