Die Zwei von der Talkstelle

Gespräche aus der Selfpublisher- und Buchbubble

Entwicklung des Autorinnenlebens: Von Genre und Marketing bis zum Einkommen

Zwischen Folge 1 und 300 liegen über sechs Jahre. Was hat sich in der Zeit in unserem Autorinnenleben getan? An der Erfahrung, am Erfolg, am Mindset?

26.02.2026 75 min

Zusammenfassung & Show Notes

Zwischen Folge 1 und 300 liegen über sechs Jahre. Was hat sich in der Zeit in unserem Autorinnenleben getan? An der Erfahrung, am Erfolg, am Mindset?
Wir sprechen über die Frage: 'Hobby oder Job'? Über Genres und Marketing, bestärkende Erlebnisse und Ernüchterungen. Sind wir weiter gekommen, treten wir auf der Stelle oder isst gar ein Ende in Sicht?
Begleitet und auf eine ehrliche Zeitreise voller Learnings, Desillusionierung und Veränderungen. 

Gespräche über das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern, egal ob Selfpublishing oder Verlag. 


Zwischen Folge 1 und 300 liegen über sechs Jahre. Was hat sich in der Zeit in unserem Autorinnenleben getan? An der Erfahrung, am Erfolg, am Mindset?

Wir sprechen über die Frage: 'Hobby oder Job'? Über Genres und Marketing, bestärkende Erlebnisse und Ernüchterungen. Sind wir weiter gekommen, treten wir auf der Stelle oder isst gar ein Ende in Sicht?

Begleitet und auf eine ehrliche Zeitreise voller Learnings, Desillusionierung und Veränderungen.

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Transkript

Über sechs Jahre, genau 300 Folgen. Und treten wir als AutorInnen immer noch auf der Stelle oder sind wir vorangekommen? Wir haben über Fragen gesprochen, wie vom Schreiben leben oder Werbung machen fürs eigene Buch. Haben wir was dazugelernt? Hat sich was verändert? Und wir stellen uns unsere eigenen Entwicklungen.
Vera
00:00:22
Ja, Tamara hat Original-Schnipse von unserer ersten Folge rausgesucht und uns damit konfrontiert, wie es dann weitergegangen ist. Ja, also es ist ein differenziertes Bild, würde ich sagen, und hört auf jeden Fall rein. Die, Hallo hier da draußen. Hier sind die zwei von der Talkstelle mit Folge, und ich sage es, Folge 300.
Tamara
00:01:04
Woho!
Vera
00:01:07
Wir sind seit 299 Folgen der Podcast rund um Self-Publishing und Verlagsveröffentlichen und Schreiben und alles, was sonst noch dazugehört. Und mir gegenüber sitzt ebenfalls seit 299 Folgen die liebe Tamara Leonard. Und ich bin schon viel länger als 299 Folgen, die Vera Nentwig.
Tamara
00:01:30
Ist das denn richtig gerechnet? Also ist es denn jetzt erst seit 299?
Vera
00:01:37
Die 300. Folge fängt ja gerade erst an, die ist ja noch nicht vorbei.
Tamara
00:01:40
Ja.
Vera
00:01:42
Also ich kam mir jetzt gerade klug vor, aber ich lasse mich gerne da auch von unseren Hörern, und Hörern mathematisch vom anderen im Gegenteil überzeugen.
Tamara
00:01:51
Wobei wir ja auch beide jeweils so, ich weiß nicht, zwei oder drei Folgen krankheitsbedingt mal geschwänzt haben. Es ist kompliziert.
Vera
00:02:02
Nein, ich war genau eine Folge nicht da.
Tamara
00:02:06
Na gut. Also ich war mindestens zweimal nicht da.
Vera
00:02:09
Du warst mehrfach nicht da.
Tamara
00:02:11
Mehrfach.
Vera
00:02:12
Ja, mehrfach.
Tamara
00:02:13
Ständig quasi.
Vera
00:02:15
Ich erinnere mich, in Folge 14 war es das erste Mal, da musste ich damals unseren zweiten Gast ja holen.
Tamara
00:02:24
Mhm.
Vera
00:02:25
Ja. Ja, so war das.
Tamara
00:02:26
Aber trotzdem waren wir beide sehr fleißig.
Vera
00:02:29
Das sowieso.
Tamara
00:02:30
Und ich habe jetzt zwar, ich habe nur ein langweiliges Wasser, aber ich stoße trotzdem mal digital, virtuell mit dir an.
Vera
00:02:38
Du hast ja immer noch, ich dachte, da wäre noch eine Zitrone drin, also Luxus.
Tamara
00:02:42
Nee, einfach nur Wasser mit ein bisschen Blubber.
Vera
00:02:45
Ja, ich muss dann auch mal in Folge 300 mal wieder ein Shoutout machen. Auch das haben wir, glaube ich, in mindestens 50 Folgen gemacht. Ein Shoutout an den literarischen Salud. Und weil ich habe, gestern war es, in ihre neue Folge reingehört und da hat mich die liebe Karin Müller gleich in zweifacher Hinsicht sowas von schockiert.
Tamara
00:03:11
Wie ist das denn?
Vera
00:03:13
Ja, zum einen ist ja von der Titel, dass sie plötzlich sagt, dass sie plotten will. Und jetzt muss ich ja sagen, Karin ist ja bisher immer meine absolute Heldin, immer wenn ich irgendwie mit der Handlung nicht weiterkomme und so der Gedanke aufkommt, ich müsste vielleicht doch mal plotten. Dann kommt sofort der Reflex, der sagt, aber Karin Müller plottet auch nicht und die schafft das. So, jetzt fängt die an zu plottet. Wobei, als ich dann die Folge reingehört habe, haben die sich über irgendwelche Fähigkeiten von Hauptelfen unterhalten oder irgendwas. Was jetzt für mich nicht plotten ist, das ist die Figur. Das mache ich natürlich sowieso. Naja, gut. Und das zweite Thema war, dass sie gesagt hat, dass sie sich ausgiebig damit beschäftigt hat, ihre Webseite für KI fit zu machen. Also vorher hatte man ja Search Engine Optimation, jetzt macht man das für KI, die richtige Abkürzung fährt mir jetzt gerade nicht ein. So, und da hat sie natürlich mich als IT-Mädel voll angefixt. Du kannst ja hier denken, was ich dann danach sofort gemacht habe.
Tamara
00:04:25
Auf was muss man denn da im Gegensatz zu SEO achten? Also ich nehme mal an, es geht um sowas wie, wenn jemand die KI fragt, empfiehle mir mal eine tolle Krimi-Autorin, die irgendwie so Cozy Crime schreibt, der in Deutschland spielt. Und dann soll die KI natürlich sagen, ja, da kann ich dir ja nur wärmstens Vera Nentwig ans Herz legen.
Vera
00:04:48
Genau, und dafür musst du halt dafür sorgen, dass auf den Seiten zu den Büchern und auch den Überwichtseiten dass die Informationen möglichst klar zu erkennen sind und auch alle wichtigen Informationen da sind. Und ja, der einfachste Weg, den hat Karin gemacht, den habe ich dann auch gemacht. Ich habe einfach die KI gefragt. Ich habe gesagt, so hier ist meine Seite, was davon verstehst du, was fehlt noch? Und dann hat sie mir das gesagt. Da muss man dann, um technisch zu sein, noch so in den Metadaten, so ein Schema.org, Objekt da reinbauen, wo man Das Schema.org Ja, das ist so eine Definition von Seiteninhalten für verschiedene Typen. Das gibt es halt für Bücher, das gibt es auch für Personen. Und da kann man halt dann die Attribute hinterlegen. Kann man sagen, das ist die ISBN, das ist die ASIN, das ist der Titel, die Description, der Preis und so weiter. Klar strukturiert. Und die KI möchte aber zusätzlich, dass diese wesentliche Informationen im normalen Text auch sichtbar sind, um einfach die Plausibilität zu überprüfen. Dass wir halt nicht im Hintergrund irgendwelche Daten unter Jubel bekommen, die gar nicht real sind.
Tamara
00:06:06
Nicht, dass die KI am Ende noch was erfindet, was nicht stimmt.
Vera
00:06:10
Ja, können wir auch. Ich hatte bisher zum Beispiel auf meiner Webseite die ISBN nicht. Aber die wir sie auch haben, weil das natürlich auch ein Key ist, mit dem man andere Einträge vergleichen kann. Auch die A-Szenen und ob das zum Beispiel in Kindle-Annebitte drin ist und solche Sachen.
Tamara
00:06:29
Ja, klar. Das leuchtet mir ein, dass das relevant ist.
Vera
00:06:33
Und der wievielste Band, welche Reihe das ist, also solche Sachen halt. Und die waren zwar, im Text mehr oder weniger drin, also konnte man so rauslesen, aber halt nicht wirklich klar strukturiert zu erkennen. Und ja, ich habe jetzt heute, also ich habe ja das Glück, dass meine Webseiten sind ja nicht WordPress, ich habe das ja selbst programmiert und da habe ich so ein festes Framework. Da musste ich jetzt diese Feldwerte jetzt eigentlich nur in das Framework reinsetzen. Jetzt muss ich halt nur noch die Inhalte ein bisschen füllen. Und der nächste Schritt ist dann, weil das möchte auch natürlich die Über-mich-Seite verstehen. Da habe ich natürlich dann mehr so eine sehr schön formulierte Bio, aber natürlich nicht wirklich Fakten. Also da muss auch noch ein bisschen Struktur rein und so.
Tamara
00:07:27
Ja, da fällt mir gerade auf, dass ich eigentlich gar keine klassische Über-mich-Seite habe, sondern ich habe eine Presseseite, wo eine Vita drauf ist, aber eben auch die Pressebilder und die Buchcover und sowas. Und ich habe eine Seite mit einer Kreativvita, was aber wirklich eher so ein bisschen lebenslaufmäßig ist, aber so diese klassische Über-Mich-Seite.
Vera
00:07:51
Habe ich irgendwie vergessen. Nimm mal die KI deiner Wahl, gib deine Adresse da rein und sag so, jetzt guck mal, was findest du da über mich und was seht ihr noch? Und so, dann sagt die Berat ja. Also wie gesagt, da hat mich die Karin dann schwer angefixt und getroffen und da war ich in zweifacher Hand in sich dann doch erstmal beschäftigt und konsterniert. Wobei, ich mag ja so technische Basteleien, das mag ich ja schon, aber jetzt muss ich natürlich die ganzen Inhalte noch reintippen und so. Und ja, und ich habe sowieso jetzt gerade, jetzt komme ich ja so in die Phase, wo dann auch erfreulich viel zu tun ist. So meine, ich weiß nicht, hatte ich das letzte Mal schon erzählt, ich habe ja in meinem Keller habe ich ja bisher so die Bücher, das ist ja kleine Auflagengruppen, so gelagert. Da hatte ich so das klassische IWA-Regal von Ikea, aber das reichte jetzt nicht mehr. Und dann habe ich überlegt und dann bin ich da, was machst du jetzt? Und ja, und dann habe ich so ein bisschen gemessen und auch mal so ausgerechnet, muss ja jetzt irgendwie auch dann mal für die nächsten Bücher reichen, so wie viel habe ich von jedem, wie viel Platz brauche ich für die Bücher. Naja, jedenfalls habe ich mir dann ein professionelles Schwerlastlagerregal bestellt. Was dann überraschend schon am Freitag plötzlich bei mir hier im Hausflur stand. Ich hatte ja keine Ankündigung bekommen. Ich hatte eigentlich gehofft, ich hätte das Wochenende noch Zeit, meinen Keller ein bisschen auszuordnen. Da war dann keine Zeit. Und als ich da runterging, kam auch eine Nachbarin und sagte, ach Frau Nentwig, da sind ja dicke Pakete, soll ich Ihnen helfen, die nach oben in Ihrer Wohnung tragen? Ich sagte, nee, das ist nicht nur ein Keller. Aber dann hat sie mir direkt runtergeholfen. So, und dann in meinem jugendlichen Leichtsinn habe ich gesagt, na gut, dann baust du jetzt mal eben das Regal auf.
Tamara
00:09:53
Ich liebe mal eben Aktivitäten.
Vera
00:09:56
Ja, sowas. Ich habe natürlich, also über den Keller, der ist A, dass der voll stand und immer noch voll steht. Der ist auch gar nicht so groß für so ein 2 Meter mal 1,30 Regal, dass ich das da hätte irgendwie liegend aufbauen können. Also ich konnte natürlich jetzt so den unteren Boden und dann die Seiten singen da dran und dann habe ich versucht dann da in die entsprechende Ecke, wo das stehen soll, da rein, zu meinem Rieren, da waren schon zwei Stunden um und ich war schon fix und fertig. So, und dann habe ich, bevor ich jetzt umgehe, muss ich zumindest noch einen Regalboden da rein tun. Das Problem ist, das sind 50 mal 1,30 Stahlblechregalböden, die sind gar nicht so leicht. So, jetzt muss ich den ja irgendwie auf die Höhe halten, damit du die Ecken festmachen kannst. So, und Vera, schlau wie sie ist, dachte, ah, ich habe ja da noch so einen Karton, dann stelle ich so einen Karton hin, dann kann ich das per Ereignis drauf und dann mache ich das im Ecken fest. Und habe ich auch gemacht, hat auch funktioniert. Problem ist, ich kriege den Karton nicht mehr raus. Weil diese Regalbretter sind an den Seitenkanten umgeschlagen wegen der Stabilität. Das heißt, der Kampong war da drunter fest.
Tamara
00:11:16
Oh nein!
Vera
00:11:18
Jetzt war da nichts Wertvolles drin. Ich hatte jetzt nur so Holzwolle zum Verpacken bestellt und konnte ich das mit dem Messer dann alles abschneiden und dann draus manövrieren. Aber da war ich echt, da war ich so fertig. Das ist gut, die anderen Regalbretter, die müssen später kommen. Und zumal, wie gesagt, Der Keller war relativ voll. Das heißt, um da dran zu kommen, musste ich immer mit der ganzen Gerümpel rum, schweißgebadet und ich hatte am nächsten Tag sowas für Muskelkater. Aber dann am Sonntag habe ich einen neuen Anlauf gemacht. Da habe ich es dann fertig gekriegt. Und jetzt habe ich da mein super duper Buchregal und habe schön alle Bücher reingeräumt und für morgen ist jetzt die Lieferung des neuen Buches angekündigt. Spannend. Und dann fängt die ganze Verpackerei an und ich muss ja zig Bücher durch die Gegend schicken. Und hatte ich gestern ein sehr positives Erlebnis. Ich habe, was habe ich dir, das habe ich schon mal erzählt, hier habe ich es nicht erzählt. Ich habe ja vor zwei Wochen oder drei Wochen, ja, so irgendwie am Abend, so die Idee gehabt, ich könnte ja mal die KI fragen, ob die mir nicht Adressen von Buchhandlungen besorgen kann.
Tamara
00:12:34
Ja, also du hattest erwähnt, dass du eine Menge Adressen hast.
Vera
00:12:37
Ja, ich hatte, genau, ich hatte vorher schon mal, es gibt das Adressbuch des Deutschen Buchhandels, ADB Online, Adresse ist öffentlich zugänglich. Kommt man automatisch, wenn man anfängt ISBNs zu kaufen, dann kriegt man immer die Aufforderung, sich da einzutragen. Und da ist alles mögliche drin, halt auch Buchhandlungen. Und da habe ich dann den Link gegeben, Gemini, glaube ich, war das genau, habe ich gesagt, so lies mir doch mal da alle Buchhandlungen aus NRW aus. Da hat Gemini gesagt, ja, ich kann immer nur so 20 Stück.
Tamara
00:13:12
Okay.
Vera
00:13:13
Dann habe ich gesagt, gut, dann lies mal die ersten 20 Stück aus. Gut. Und dann Dann kam er und dann liest man die nächsten 20 Stück an. Das waren die nächsten 20 Stück, aber bis auf drei, die er schon hatte.
Tamara
00:13:24
Okay.
Vera
00:13:25
Dann musste ich ihm sagen, musste ich ihm über die bestehende Datei hochladen, liest 20 Stück raus, aber nicht die, die da schon dahin sind.
Tamara
00:13:33
Ja.
Vera
00:13:34
Es war dann relativ mühselig und hat auch ein paar Stunden gedauert, aber immer noch schneller als ihr habt, so einen Schritt rauszuholen. Und da hatte ich dann fast 500 Adressen zusammen.
Tamara
00:13:48
Nicht schlecht.
Vera
00:13:49
So, und dann habe ich dann auch mal ein Rundmail abgeschickt. Da stellt sich raus, dass drei Viertel davon gar nicht mehr gültig waren. Also es waren noch knapp 90, wo die Mails zumindest irgendwie angekommen sind, nicht zurückgekommen sind.
Tamara
00:14:03
Das ist ja eine super gepflegte Datenbank.
Vera
00:14:05
Ja, ja, super. Und dann habe ich gedacht, naja gut, wenn er das kann, Er fragt doch mal, ob er nicht so, ich meine, Buchhandlungen gibt es ja, Webseiten und so, ob er das nicht kann. Chabiner hat gesagt, nee, kann ich nicht. Da habe ich gesagt, da frage ich mal ChatGPT. Oder Co-Pilot, dass er gesagt hat, aber das ist ja ChatGPT.
Tamara
00:14:23
Okay, keine Ahnung.
Vera
00:14:25
Von Microsoft. Wir haben ja ChatGPT gekauft. Und habe gesagt, kannst du da mir die Buchhandlungen von NRW lesen? ChatGPT hat gesagt, ja, kann ich. Ich sage, super, dann mach mal. Ich möchte erst mal Postleitzahlengebiet 4 haben. Ja, sagt ChatGPT, da brauche ich ein bisschen, dauert drei Stunden, was man damals gesagt hat. Und du brauchst nichts zu tun, guck einfach in drei Stunden hier in den Chat und dann ist die Datei da. Ich sage, super, das ist ja prima. Das ist ja prima.
Tamara
00:15:02
Aber er hat ja nicht noch einen Kaffee oder so dazu gemacht zum Warten.
Vera
00:15:05
Nö, hat noch. Er stellt ja dann immer Fragen, was er auch noch tun kann. so, aber, Ich nach drei Stunden geguckt, keine Datei da. Ich dann gefragt, ah, jetzt haben wir drei Stunden um, wo ist denn die Datei? Ja, sorry, das dauert doch länger, aber jetzt mache ich richtig schnell. Und heute Abend hast du die Datei. Ja, ich abends geguckt, keine Datei da. Die Zeit ist ja relativ.
Tamara
00:15:34
Ne?
Vera
00:15:34
Ja, ja, genau. Und ich da wieder rein, ja, ist doch alles komplizierter. Und so, vielleicht kann ich dir erst mal nur von so ein paar Städten was geben. So Düsseldorf, Essen. Ich sage, okay, mach das. Ja, das kommt dann, dauert acht Stunden. Okay, gut. Am nächsten Morgen, ich wieder reingeguckt, keine Datei da. Ich sage, ja, wo ist denn die Datei? Ja, das ist alles so kompliziert. Aber ich kann dir so einen ersten Batch geben. Ich sage, ja, dann gib mir mal die ersten Batch. Und da gab tatsächlich eine Datei mit 10 Durant.
Tamara
00:16:16
Dann hat er einen Tag gebraucht.
Vera
00:16:18
Ja. Und ich sage, na, ist das schon mal gut. Ja, und jetzt mache ich auch richtig schnell. Du hast heute Abend, hast du den ersten Batch und dann in 24 Stunden den zweiten und so weiter. Na, ganz konkret. Ja, ich habe am Abend geguckt, keine neue Datei da. Wieder gefragt, ja, wo ist sie denn? ja, ich mache jetzt in einer Stunde Stina Teiler. Nach einer Stunde, du wirst es raten, keine Datei hat.
Tamara
00:16:52
Mitarbeiter des Monats.
Vera
00:16:56
Und es ging irgendwann zwischendurch, da habe ich gesagt, ich kann dir aber jetzt noch mein Zwischenergebnis schon mal geben. Ich sage, ja prima, gib mir das Zwischenergebnis. Da kam wieder eine Datei und waren genau dieselben zehn Buchhandlungen, die ich ein paar Tage vorher schon bekommen habe. Da habe ich auch geschrieben, das sind genau dieselben. Ja, sehe ich jetzt auch, das sind genau auch dieselben, das tut mir ja unendlich leid. Er tut mir das einfach so toll. Und so, aber ich mache jetzt richtig schnell und dann sagt er auch immer, wie die Datei heißen wird. Die wird jetzt sagen, PLC4 Fast. Fast wird schnell.
Tamara
00:17:30
Alter.
Vera
00:17:31
Und die kommt jetzt, aber das dauert jetzt länger. Das könnte drei Tage dauern. Na, ich sage, kein Problem, dann mach mal. Drei Tage später, keine Datei da. Wieder gefragt. Jedenfalls das Spiel ging jetzt fast drei Wochen. Und nie war eine Datei da. Und gestern, gestern, zum unendlichen Mal, ich wieder gefragt, da war wieder so ein Termin umgegangen, keine Datei. Und ich sah, er baut ja dann so langsam die Antwort auf. Ich sah, wie er wieder anfing, ah, tut mir um mich, und plötzlich poppt die Meldung um. Sorry, ich kann gar keine Webseiten auslesen. Ja, wahrscheinlich ist der auf irgendeine Routine gestoßen nach drei Wochen. Sag einfach, du kannst es nicht.
Tamara
00:18:25
Ich habe gerade so einen Plot-Bunny, wie die ganzen KIs zusammen im Pausenraum sitzen und die eine sagt so, was machst denn du gerade? Hey, pass auf, ich habe der Vera erzählt. Ich würde was für die machen und es wäre bis heute Abend fertig. Aber glaubst du wohl nicht, dass die irgendwas von mir kriegt? Ich esse jetzt hier erstmal schön mein Pausenbrot und dann ziehe ich mir eine Serie rein.
Vera
00:18:59
Ja, aber genau so, wie man so Leute kennt, die einem ständig was versprechen und nie halten. Aber echt, exakt genau so. Und dann immer in diesem noch sehr unterwürfigen Ton, ach, es tut mir so unendlich leid und und und. Aber ja, das war ich. Das hast du vor dem Rechner, ich musste so lachen. Ja, ja, und dann habe ich halt, aber darauf wollte ich eigentlich hinaus, habe ich gesagt, komm, dann guckst du zumindest jetzt hier mal in der Region, da darfst du ja schnell raus. Suchst du dir da mal so die regional entscheidenden Buchhandlungen raus. Das habe ich dann auch gemacht. Bin immerhin auf 25 gestoßen.
Tamara
00:19:38
Also du hast es letzten Endes selbst gemacht.
Vera
00:19:40
Ich habe es selbst gemacht, ja. Und dann habe ich halt, ich hatte schon so ein Anschreiben für diese ersten 90, hatte ich ja schon mal so ein Anschreiben formuliert. Habe dann das aber auch nach, aufgrund unserer letzten Folge hier mit Tommy, habe ich das nochmal überarbeitet, habe auch den Waschzettel überarbeitet. So, und da habe ich dann auch nochmal die KI gefragt, so, wie kann ich jetzt dieses Anschreiben noch klarer machen und das auch wirklich, dass die Chance, dass es wahrgenommen wird und Reaktion ist größer und da muss ich sagen, das können sie ja gut. Und da kam ein richtig knackiger Text raus und so, habe ich gestern Morgen dann an diese 25 Buchhandlungen geschickt. So, jetzt habe ich natürlich nicht damit gerechnet, dass ich irgendwie direkt Anrufe kriege oder so, ne? Aber gestern Abend kam dann eine Bestellung von Libri.
Tamara
00:20:39
Cool.
Vera
00:20:40
Von elf Büchern.
Tamara
00:20:42
Sehr schön.
Vera
00:20:43
Also da gehe ich doch schwer mal von aus, dass das im Zusammenhang steht.
Tamara
00:20:46
Ja, schön. Also du hast nur geschrieben, um dein Buch vorzustellen, nicht wegen Lesungen oder so.
Vera
00:20:52
Nee, nee. Also ich habe gesagt, ich muss mich jetzt erstmal auf eine Sache konzentrieren und jetzt mein neues Buch und so. Und so, dass es rauskommt und wo es zu bestellen ist. und so. Und ja, also gehe ich mal davon aus, dass das zumindest von ein paar Buchhandlungen, die zumindest mal gedacht haben, ich bestelle mal bei Libri. Also zumindest die, die bei Libri sind. Man sieht ja mal an den Shop-Seiten, wo die sind. Leider Gottes hat mich ja Zeitfracht vor längerer Zeit schon ausgelistet. Dummerweise, aber gut, kann ich nicht ändern. Ja, also das fand ich dann irgendwie doch, scheint, Und habe ich jetzt zumindest das Gefühl, dass das angekommen ist.
Tamara
00:21:33
Ja, cool. Sehr schön, das freut mich.
Vera
00:21:36
Ja, so, dann habe ich aber lange geplaudert. Wir wollen ja heute eigentlich, nicht nur eigentlich, wir wollen ja heute... Mal unsere 300. Folge begehen, rückblicken und haben uns ja beide überwunden, unsere erste Folge nochmal zu hören.
Tamara
00:21:56
Ich habe nicht nur die erste gehört, ich habe auch noch die Hälfte der zweiten gehört. Und war ehrlich beeindruckt von dem Quantensprung zwischen Folge 1 und 2, also was so unsere Herangehensweise angeht, von ja, hallo, keine Ahnung, was wir hier machen, aber mal gucken, zu bam, bam, bam, das ist unser Ziel, das ist unser heutiges Thema, das haben wir seit letzter Woche gemacht. Also da waren wir ja on fire nach der ersten Aufnahme.
Vera
00:22:29
Ja, wobei ich jetzt fairerweise sagen muss, ich habe die erste Folge gehört, ein bisschen mit einer gewissen Unsicherheit und dann wahrscheinlich, weil ich einfach keine Erwartungen hatte, deswegen fand ich sie dann gar nicht mehr so schlimm, wie ich sie in Erinnerung hatte.
Tamara
00:22:46
Genau, aber die Idee war ja einfach mal zu schauen, was sich seit dieser ersten Folge, die Ende 2019 erschienen ist. Es scheint ein halbes Leben und eine ganze Pandemie her, bis heute in unserem Autorinnenleben, in unserer Herangehensweise ans Schreiben, ans Veröffentlichen und so weiter getan hat. Also gar nicht so jetzt fokussiert auf, was ist im Podcast anders, sondern was haben wir für Learnings und Veränderungen durchgemacht seither und ja, was ist so in die Hose gegangen, dass wir vielleicht Tipps geben können, um das zu umgehen und so weiter. Und ich meine, also was du jetzt vorhin erzählt hast, das ist ja schon mal ein Riesenunterschied zu Ende 2019, also da hätte es solche Geschichten über KI noch nicht gegeben.
Vera
00:23:35
Ja gut, aber das lag jetzt wenig an uns. Das ist richtig. Das ist einfach das Umfeld, dass das sich ändert. Klar, KI ist sicherlich ein Thema, was da neu hinzugekommen ist und wo wir damals ja auch sicherlich noch nicht wirklich Gedanken dran verschwendet haben.
Tamara
00:23:50
Nee, das war für mich totale ferne, ferne Zukunft.
Vera
00:23:53
Ja, es gab ja immer mal so Prophezeiungen, aber nicht real habe ich das nicht so. Also ich muss ganz ehrlich sagen, als ich die erste Folge gehört habe und mir zumindest mal die Titel der Nächsten angehört habe. Ich weiß gar nicht. Ich habe ein bisschen das Gefühl, es hat sich überhaupt nichts gefallen.
Tamara
00:24:12
Echt?
Vera
00:24:13
Ich habe das Gefühl, überhaupt nicht von der Stelle gekommen zu sein.
Tamara
00:24:16
Ja, aber.
Vera
00:24:18
Ja, cool, wenn du da anderer Meinung bist, was ist denn anders aus deiner Meinung? Oder du kannst halt ja, oder wenn du jetzt so, ich meine, was anders ist, wir kennen uns jetzt näher. Das kann man jetzt ja wirklich so sagen. Und ich zähle dich auch zu meinen engen Freundinnen. Da musst du jetzt mit leben. Und das definitiv, also das ist auf jeden Fall. Und wir haben Unmengen Menschen, wir haben über 200, fast 250 Menschen im Podcast.
Tamara
00:24:48
Das war zum Beispiel der erste Punkt, wo ich auf Pause gedrückt und mir eine Notiz gemacht habe, als du sagtest, die meisten Podcasts sind ja entweder von berühmten Menschen oder von Leuten, die berühmte Menschen kennen und wir sind keins von beidem. Also ich glaube, berühmt sehen wir uns beide nach wie vor nicht, aber wir kennen inzwischen wirklich viele berühmte Menschen.
Vera
00:25:12
Ja, wir haben zumindest mal eine Stunde im Podcast gehabt. Ob die uns jetzt noch grüßen, wissen wir nicht.
Tamara
00:25:19
Also das hat sich ja auf jeden Fall geändert.
Vera
00:25:22
Das stimmt, das stimmt. Also da muss man, das ist auf jeden Fall.
Tamara
00:25:25
Aber es war nicht so.
Vera
00:25:26
Also wir haben ja gerade am Anfang so die Systeme, was ist der Folge, was man tun und so. Da habe ich so gedacht, eigentlich, da hat sich doch überhaupt nichts geändert.
Tamara
00:25:36
Okay. Also ich habe mir mal ein paar Sachen festgehalten. Und ich muss dazu sagen, also ich habe mir Aufnahmen von kleinen Snippets gemacht. Und ich habe mir zwar notiert, wo die sind, aber jetzt nicht, was es in der jeweiligen Reihenfolge ist, aber ich würde es dir einfach kurz einspielen. Und da waren definitiv Sachen dabei, wo ich gesagt habe, das würde entweder Vera oder ich oder wir beide heute ganz anders beantworten. Mal gucken, was das Erste ist. Wobei wir beide ja schon festgestellt haben, dass wir beide eigentlich sehr harmoniesüchtig sind. Du hast gesagt, du kannst streiten, ich ja nicht. Okay, das hat jetzt nicht direkt mit dem Autoranleben zu tun, aber das habe ich definitiv festgehalten, weil es hat sich ja doch sehr schnell herausgestellt, dass wir, ohne das zu planen, so ein bisschen in eine Good Cop, Bad Cop Dynamik gerutscht sind, wobei du nicht immer der Good Cop bist.
Vera
00:26:36
Echt jetzt?
Tamara
00:26:38
Ja, also du bist ja schon so die, die eher mal sehr konkret nachfragt, ja was hast du denn da jetzt verdient, ja was soll denn der Quatsch, warum machst du denn so einen Blödsinn, während ich doch immer so ein bisschen die Harmonie wieder reinbringe und das widerspricht ja dieser Aussage schon sehr.
Vera
00:26:55
Ich empfinde meine Sachen jetzt nicht als Widerspruch zur Harmoniesucht. Ich frage halt nur genau nach. Aber ich bin doch nicht böse.
Tamara
00:27:05
Nee, du bist nicht böse. Aber ich glaube, es ist schon ein großes Thema bei uns, dass du sehr deutlich nachfragst, was in anderen Podcasts, glaube ich, oft nicht passiert und was ja auch häufig gelobt wird und was dann auch wirklich zu spannenden Einblicken führt. Und das ist, glaube ich, schwierig, wenn man sehr, sehr harmoniesüchtig ist, weil natürlich kann so eine Frage gerade, wenn man sagt, ja Mensch, dann sag doch jetzt mal, was du da verdient hast. Oder ich erinnere mich an letzte Woche, als du dem Tommy erzählt hast, als ich zuerst von deiner Aktion gehört habe, dachte ich, was ist denn das für ein Blödsinn? Also da kann man ja schon mal jemanden auf den falschen Fuß erwischen.
Vera
00:27:50
Aber ich habe dabei gelächelt und man sieht das nicht. Also wenn der Tommy jetzt völlig konzerniert reagiert hätte, das hätte mich sowas von getroffen. Das ist wahrscheinlich meine Unbedarftheit. Ich empfinde mich nach wie vor als harmoniesüchtig. Und streiten tun wir uns doch auch nicht.
Tamara
00:28:14
Selten. Also wenn es mal darum geht, wie sehr man Menschen auf Messen ansprechen soll.
Vera
00:28:19
Das würde ich auch nicht als Streit, das ist eine Diskussion, aber sicherlich kein Streit.
Tamara
00:28:23
Okay, ich glaube, vielleicht hast du einfach eine andere Wahrnehmung zu bestimmten Themen als ich.
Vera
00:28:29
Okay, darauf können wir uns einigen.
Tamara
00:28:30
Aber gut, also das war tatsächlich einfach für mich dann wohl eine Überraschung, weil ich mir unter einem ganz harmoniesüchtigen Menschen was anderes vorgestellt habe. Aber ich denke, es hat definitiv positiv zu unserem Podcast beigetragen. Aber schauen wir mal, was ich noch habe.
Vera
00:28:44
Was ich dann glaube ich mehr… Folge 100 und als erstes kriege ich hier einen verzockt. Ja, super.
Tamara
00:28:50
Das war ich auch mal direkt. So, ich habe hier noch was und ich denke mal, ab jetzt geht es wirklich mehr aufs Autorinnenleben. Wir sind gespannt. Da frage ich halt auch gerne Geschichten, die positiv sind irgendwo. Ja, das geht mir genauso. Also ich liebe Happy Ends. Und ich finde, man hat ja im Leben schon Drama genug. Und oftmals wird man ja auch mal lesen. Wobei es gibt natürlich schon auch Dramen, die einen fesseln. Und wo man am Ende mit den Tränen kämpft. Oder sie auch fließen lässt. Ja, also das habe ich festgehalten, weil ich, das ist wahrscheinlich einer meiner größten Veränderungen seither, ich hätte nie gedacht, dass ich mal anfange, Dramen zu schreiben.
Vera
00:29:38
Ja, das stimmt. Also das ist natürlich eine absolute Veränderung, ja.
Tamara
00:29:43
Und das ist tatsächlich auch ein Punkt, der ganz viel andere Veränderungen nach sich gezogen hat. Also in Folge zwei ging es ja um das Thema Werbung für Bücher machen. Da habe ich jetzt keine Ausschnitte mitgebracht, aber da war eine Aussage von mir direkt, ich will ja nicht so viel immer über die Bücher posten. Ich mag das ja bei anderen auch nicht so, wenn die einfach nur jeden zweiten Tag ihr Buch von einem anderen Hintergrund zeigen und ich will da auch niemanden nerven und so. Und ich habe das Gefühl, mit dieser Genre-Veränderung ist bei mir auch diese Hürde extrem gefallen. Also ich empfinde das jetzt auch nicht mehr als Nerven, wenn ich. Online oder irgendwo über meine Bücher spreche und es fällt mir so viel leichter und ich mache es richtig gern inzwischen. Also ich kann mich wirklich erinnern, ich erinnere mich an einen Post, da habe ich die Neuauflage meines ersten Buches fotografiert und die anderen so daneben gelegt. Und ich glaube sogar, das war nach einer Folge mit April Winter, als sie auch mal sagte, ihr müsst doch eure Bücher öfter zeigen. Und einfach nur mein Buch zu fotografieren und das hochzuladen und es war, soweit ich mich erinnere, war wirklich ein hübsches Bild. Das hat mich unfassbar Überwindung gekostet. Und heute liebe ich es, über mein Buch zu sprechen und ich glaube, dass das auch mit dem Genre zu tun hat, weil ich zwar meine Romance-Bücher sehr gerne geschrieben habe und meine Figuren immer noch toll finde und durchaus auch zu diesen Büchern stehe. Aber ich glaube, ich hatte so ein bisschen Mühe, mich in dem Genre so richtig wohl zu bewegen, weil es halt auch sehr klare Definitionen hat teilweise, die dem widersprochen haben, was ich gemacht habe. Und weil es vielleicht auch so ein bisschen, also ich kann mich erinnern, ganz am Anfang bei meinem ersten Buch, das war natürlich noch bevor wir hier angefangen haben, Da war es mir manchmal auch fast so ein bisschen, wenn er mich gefragt hat, welches Genre, Liebesroman, da hing immer so ein kleines Aber dran, aber nicht so schnulzig. Aber keine Ahnung, ob es so ein bisschen die Vorteile sind, die manche Leute gegen das Genre haben. Wie gesagt, ich mag die Bücher immer noch, aber ins Drama zu wechseln, das war für mich, was Werbung angeht, wie ein Befreiungsschlag.
Vera
00:32:20
Also was ich doch so schon so deuten würde, dass du da einfach mehr hinter stehst und mehr, dass es mehr deins ist.
Tamara
00:32:29
Ja, irgendwie habe ich das Gefühl, dass da für mich noch so eine Komponente dazugekommen ist. Einfach, dass da Themen sind, wo ich sage, da möchte ich drüber sprechen, da möchte ich auch, dass die mehr wahrgenommen werden. Denn Emotionen habe ich ja immer total gern geschrieben, aber dass halt so ernstere Emotionen mich vielleicht auch mehr herausfordern. Also das hat sich massiv verändert seit Ende 2019 und deswegen habe ich diese Schnipsel festgehalten.
Vera
00:32:56
Kann man dann sagen, dass du in diesen sechs Jahren und zwei Monaten so deinen Autorinnenkern gefunden hast?
Tamara
00:33:06
Ich würde jetzt gern sagen ja und vielleicht insofern, als dass ich sage, ich möchte nicht einfach nur Geschichten erzählen, sondern ich möchte da auch immer Themen reinbringen, die mir wichtig sind und Haltung reinbringen, die mir wichtig ist. Also das hat einen sehr viel höheren Stellenwert heute als damals. Aber ich liebe Eugl ja zum Beispiel immer noch damit, mal einen richtig blutigen, brutalen Thriller zu schreiben, wo man ja auch durchaus sowas mit reinbringen kann. Von daher bin ich mir sicher, ich werde auch immer mal wieder was Neues ausprobieren. Aber ich bin auf jeden Fall sehr, sehr viel mehr bei mir angekommen und nicht mehr so verunsichert, wenn jemand sagt, ja, das muss aber so und so gemacht werden. Wie ist mit dir? Hat sich bei dir was verändert mit über Bücher sprechen oder Werbung machen? Weil du hast damals auch gesagt, du findest es schwierig.
Vera
00:34:06
Ja, aber mehr, also nicht, weil ich da jetzt irgendwelche Hemmungen hätte, über meine Bücher zu sprechen, sondern einfach, weil ich eine gewisse Unsicherheit hatte oder da war dem Bedürfnis geschuldet, es irgendwie richtig zu machen und möglichst direkt so zu machen, dass es auch super abgeht.
Tamara
00:34:25
Okay.
Vera
00:34:26
Und gerade was Social Media angeht. Und damit hat er das zu tun, nicht mit den Büchern. Ich habe ja auch nicht wirklich verändert, was ich schreibe.
Tamara
00:34:37
Aber wie ist das denn? Du hattest jetzt während dieser Zeit ja, ich weiß nicht, anderthalb oder zwei Jahre lang Marketingberatung für deinen Social Media Redaktionsplan.
Vera
00:34:47
Ein Jahr war das.
Tamara
00:34:48
Ein Jahr? Hast du das Gefühl, du bist da jetzt selbstsicherer? Du hast was gelernt? Und wenn ja, möchtest du irgendwelche Learnings mit unseren lieben HörerInnen da draußen teilen?
Vera
00:35:01
Also ich habe... Jetzt kann man nicht wirklich sagen, was ich jetzt technisch gelernt hätte. Also einfach dadurch, dass ich immer diese Vorgaben hatte und ich mehr oder weniger gezwungen war, jetzt zu den geplanten Tagen dann auch einen Post hinzukriegen, habe ich einfach eine Routine darin bekommen. Und dann auch gemerkt, dass ich es locker angehen kann. Also dass nicht jeder Post komplett durchdacht und konzipiert sein muss. Und das hat es mir dann leichter gemacht. Und ich merke jetzt, und mache ja schon Monate jetzt das selbst, dass es mir total leicht fällt, dass ich dann automatisch, ich wusste ja immer Dienstag, Freitag und Sonntag. Wenn der Freitag ankommt, automatisch denke ich dann, ach, was mache ich denn morgen? Und dann gucke ich halt, was steht gerade so an? Also mir fällt jetzt viel schneller ein, was ich posten könnte. Auch so diese technischen Hürden. Ich habe es jetzt so oft gemacht. Ich habe mich so oft jetzt vor meine Kamera gesetzt und irgendwie mich da reingeplaudert. Also die Hürden sind einfach geringer geworden. Es ist mehr Routine geworden. Ob das jetzt, also ich mache mir auch nicht mehr so viel Gedanken darüber, ob das jetzt wirklich perfekt ist und ob das wirklich jetzt eine Reichweite hat. Das kann man wahrscheinlich sowieso nicht. Ich bin da immer völlig überrascht. Also die größte Reichweite in den letzten Monaten hatte ja der Post zu meinem neuen Auto. Aber da waren natürlich auch unsägliche Kommentare drunter. Also was Leute meinen, unter so einen Post zu schreiben, das ist echt.
Tamara
00:36:47
Okay.
Vera
00:36:50
So, da mache ich mir jetzt nicht mehr so große Gedanken, ich mache es jetzt einfach. Ja. Also das war, das habe ich da gelernt.
Tamara
00:37:00
Also eins kann ich da anfügen, für mich war, dass früher immer so mit Videos machen für Social Media ein wahnsinniger Graus, weil ich irgendwie dachte, das muss alles in einem Take perfekt sein. Und wenn ich mich dann irgendwie versprochen habe oder ein Äh drin war oder ich irgendwie blöd geguckt habe oder so, dann alles nochmal. Und das war wirklich manchmal so, und ich glaube, vor ein paar Jahren hat man ja auch noch etwas längere Videos aufgenommen, weil man da nicht so dran gedacht hat, dass die Leute das ja zum Ende gucken müssen für den Algorithmus, bla bla bla. Und es war manchmal wirklich so, dass ich kurz davor war, mein Büro kurz und klein zu schlagen vor Wut, weil ich das jetzt zum siebten Mal mache und dann einmal kurz durchatmen. Okay, ich lächle wieder und sehe total fröhlich aus und erzähle euch jetzt nochmal, was ich wollte. Deswegen habe ich gesagt, ich kann nicht irgendwie auf TikTok gehen oder so, wo man das ständig machen muss, sonst kannst du mich wegpacken. Und auf TikTok bin ich immer noch nicht. Das hat sich nicht verändert. Aber tatsächlich im letzten halben Jahr, wo ich mehr so Talking-Head-Reels gemacht habe, kam irgendwann die phänomenale Erkenntnis, dass man ja so ein Video schneiden darf und dass man das auch sehen darf. Weil das Ding ist, ich war früher in Jobs, wo ich marketingtechnisch Videos geschnitten habe und da war es noch wichtig, dass das möglichst nahtlos aussieht, dass man den Schnitt nicht bemerkt. Aber das hat ja mit den ganzen Content-Creatoren, ist das ja wirklich so, dass teilweise extra Schnitte reingepackt werden, damit das Ganze nach mehr Pace aussieht. Und insofern habe ich von jetzt auf gleich irgendwie realisiert, ich muss das nur einmal aufnehmen, dann wiederhole ich im Zweifel die Stelle nochmal. Und wenn man die Schnitte sieht, es ist nicht schlimm. Im Gegenteil, vielleicht mache ich sogar nach dem Schnitt, zoome ich ein bisschen rein, dass auch noch visuell ein bisschen Veränderung ist. Und deswegen fällt es mir jetzt tausendmal leichter, Reels aufzunehmen und das ist ja auch ein wichtiger Aspekt, was jetzt so Marketing angeht.
Vera
00:39:22
Ja, also geht mir ähnlich. Ich hatte auch meine Ansprüche sehr runtergeschraubt. Ich hatte auch immer ein bisschen das Problem, ich finde ja immer, ich sehe da nicht so richtig doll aus und habe mich da mehr oder weniger von frei gemacht. Und so bin ich eben und bin stört, er kann ja irgendwelche Scheißer runterschreiben, was jetzt nicht pfeiflich passiert. Und dass ich mich davon freigemacht habe, das ist, glaube ich, das Learning.
Tamara
00:39:52
Wie steibest du deine Sachen?
Vera
00:39:55
Im Prinzip schneide ich nur den Anfang und das Ende.
Tamara
00:39:58
Ach so, du lässt es einfach so, wie es ist.
Vera
00:40:01
Also ich mache ja eigentlich keine groß, hochkomplexen Videos. Vielleicht will ich halt davor und erzähle was. Und dann brauche ich da den Canva und dann wird das Ende raus. Und der Anfang, je nachdem. Ein bisschen Text drauf, meinen Rahmen drüber und gut ist.
Tamara
00:40:17
Ja, ich habe auch eine Zeit lang mit der Canva-App gearbeitet.
Vera
00:40:21
Ja, mache ich immer.
Tamara
00:40:21
Aber seit einiger Zeit komme ich da nicht mehr so richtig mit klar. Ich weiß nicht, hat sich irgendwas verändert? Ja, die haben ein paar Sachen geändert.
Vera
00:40:28
Aber das funktioniert ganz gut. Vor allen Dingen ist das so die einzige einfache Möglichkeit, wo ich meinen schönen Rahmen drüber setzen kann. Bei anderen Sachen geht das immer nicht so richtig.
Tamara
00:40:39
Ja, ich habe dann mal kurz CapCut ausprobiert. Das wird einem ja immer so empfohlen. Und vor allem ist ja auch heute wirklich wichtig, wenn du so ein Talking-Head-Video machst, dass du ja die Untertitel hast für Leute, die gerade unterwegs sind und so. Und ich weiß nicht, ob Canva das macht in der Unbezahlung.
Vera
00:40:59
TikTok macht das auch von allein.
Tamara
00:41:01
Also ich habe es auf jeden Fall mit CapCup, CapCut, mit CapCut versucht, aber da kriegst du in der kostenlosen Version halt glaube ich nur zwei Videos im Monat oder so. Und dann habe ich aber den Tipp bekommen, es gibt noch die App YouCut, die sieht ganz ähnlich aus und da kann man im Gegensatz zu den meisten, muss man nicht ein Abo abschließen, sondern man kann das einmal kaufen für 19 Euro oder so. Und deswegen benutze ich die jetzt immer, da kann man sehr leicht die Untertitel generieren und auch anpassen halt, also das ist mir dann schon auch teilweise ganz wichtig, wahrscheinlich müsste ich mich da noch mehr frei machen, aber mich nervt es halt massiv, wenn der Untertitel nicht ganz stimmt oder blöd getrennt ist oder so.
Vera
00:41:50
Ja gut, bei den TikTok-Untertiteln, da ist das manchmal so.
Tamara
00:41:54
Und da kann man ja auch ganz schöne Effekte machen, also was ich jetzt relativ neu entdeckt habe, ist, dass ich ein Talking Head von mir aufnehme, das automatisch freistellen lasse und hintendran zum Beispiel einen Screenshot oder so habe. Was macht es da? Jemand noch auf der Suche ist. Ich weiß nicht, ob es auch für Apple gibt, aber für Android auf jeden Fall.
Vera
00:42:15
Also ich würde sagen, komm, mit Canva gut, klar. Mit Untertiteln habe ich mich noch gar nicht beschäftigt. Wie gesagt, TikTok macht das eh von allein und weiß ich gar nicht, man muss es nicht mehr tun, aber du merkst, ich mache dann einfach, ich mache mir dann nicht mehr so Riesenkopftung. Ja, wo wir gerade über Social-Media-Content reden, wir haben da heute, glaube ich, einen passenden Buchtipp. Ihr wisst ja, ja da draußen, dass wir gerne auch dein Bild bei uns vorstellen. Schicke einfach ein E-Mail an alle at zweifonertalksteller.de und ich schicke dir alle Infos. Ja, also wie gesagt, soweit ich weiß, geht es heute um Content Social Media. Was ist es denn, liebe Tamara?
Tamara
00:42:57
Ja, ich zähle dir überraschenderweise erstmal was über das Cover. Und da könnte man jetzt im ersten Moment auch meinen, es geht um Architektur vielleicht.
Vera
00:43:12
Okay.
Tamara
00:43:13
Weil auf einem gelben Cover sehe ich hier Dinge wie einen Bauarbeiterhelm, einen Schraubenschlüssel. Was haben wir hier noch? Ja, jetzt ist mein bautechnisches Wissen am Ende. Also das eine ist ein Schraubenzieher, das andere ist so ein Sechskantloch-Ding drin ist, wie auch immer diese Teile heißen. Das Ganze hat aber auch einen Sinn, denn dazwischen sind eben auch AutorInnen-Sachen wie ein Laptop, ein Notizbuch, eine Brille, eine Lesebrille. Und das Ganze heißt Writer's Toolbox, wie du einen Contentplan erstellst. Da sind wir wieder bei deinem Thema. Genau, also die Toolbox, die Werkzeugkiste für die AutorInnen. Buch stammt von Stefanie Müller und hat den Untertitel Kompaktes Wissen für den AutorInnenalltag. Volume 1.
Vera
00:44:13
Das ist genau das Richtige. Was steht da so drin? Oder wie wird es beschrieben?
Tamara
00:44:19
Ich lese dir mal den Klappentext. Lerne, wie du schnell und unkompliziert einen Contentplan erstellst, der genau in dein Zeitbudget passt und jederzeit an den eigenen Bedarf und das eigene Genre angepasst werden kann. Einmal aufgesetzt, weißt du genau, was kommt und wo du deine Zeit und Energie hineinstecken kannst und willst. Was du in diesem Ratgeber findest. Wie man schnell und unkompliziert einen Contentplan erstellt, einen Contentplan für 52 Wochen mit konkreten Beispielen, hilfreiche Tipps und weiterführende Quellen, 365 Ideen für ein ganzes Jahr Beiträge rund ums Schreiben und dein Buch, Fallbeispiele in unterschiedlichen Genres. Buchmarketing und das Vermarkten des eigenen AutorInnen-Brands kostet Zeit und manchmal auch Nerven. Aber es kann auch richtig Spaß machen. Du findest hier Ideen und Hinweise, wie man diesen Aspekt des AutorInnen-Lebens gut strukturiert, kompakt und organisiert aufsetzt, sodass dich sogar kleine Ausfälle nicht ins Schwitzen bringen. Du hast einen Plan, dein Werkzeugkoffer steht parat.
Vera
00:45:31
Ja, also das ist ein super Teil. Das hätte ich mal gebraucht. Und ich kann es nur empfehlen, sich da so einen Plan zu nehmen, weil ich habe ja gelernt, wenn man so einen Plan hat, dann ist man so ein bisschen mehr gezwungen zu machen. und man kriegt Routine da rein. Und wenn da, wie du gerade vorgelesen hast, sogar 365 Ideen drin sind, dann ist es ja relativ easy, da mal was zu machen. Das finde ich eine tolle Sache, also ein guter Tipp für alle Autorinnen und Autoren da draußen, die ein bisschen mehr da auf Social Media machen wollen.
Tamara
00:46:06
Ich bin bis jetzt ja immer die eher freie Posterin, aber ich schaue mal rein, vielleicht kann mich das Buch überzeugen, uns doch mal mit einem Plan zu versuchen.
Vera
00:46:15
Ja, genau. Sag noch mal Titel und Autorin.
Tamara
00:46:18
Jawohl. Stefanie Müller ist die Autorin und das Buch heißt Writer's Toolbox, wie du einen Contentplan erstellst.
Vera
00:46:26
Also zugreifen, liebe Leute.
Tamara
00:46:30
Sollen wir mal weiterschauen, was es noch so gibt?
Vera
00:46:32
Ja, wobei eine Sache, die mir aufgefallen ist, die wirklich besser geworden ist, habe ich zumindest den Eindruck, da kannst du und auch die Hörer draußen gerne das Gegenteil sagen, wenn ich so frühe Folgen von uns höre, dann habe ich den Eindruck, dass ich ständig Nö sage. Und in den letzten, ich weiß nicht, wann es aufgehört hat, aber wenn ich jetzt meine Folge höre, sage ich das nicht mehr.
Tamara
00:47:01
Okay, da kann ich jetzt nichts zu sagen.
Vera
00:47:04
Da kannst du nichts zu sagen. Und ich habe jetzt mal darauf geachtet, ich habe es heute auch noch nicht einmal gesagt.
Tamara
00:47:10
Na gut, ich meine nach...
Vera
00:47:11
Also es schult so und schon. Überhaupt, das habe ich wirklich gemerkt. Bei anderen Gelegenheiten, wenn ich jetzt mit Leuten rede, habe ich ja erzählt, glaube ich, letzte Woche, dass ich ja dann schon mal Interviews füge für Zeitungsartikel. Also da habe ich das Gefühl, da bin ich wirklich besser geworden.
Tamara
00:47:30
Na ja, klar. Ich meine, rund 300 Stunden Gespräch aufnehmen, das macht ja schon was mit einem.
Vera
00:47:36
Ja, aber was hast du als nächstes?
Tamara
00:47:38
Was habe ich als nächstes? Warte, wir schauen mal. Aber es ist meines Hobby. Mein Hobby, mit dem ich mittlerweile soweit bin, dass es zumindest kein Zuschussgeschäft mehr ist, aber das ist dann auch schon. Und ja, es, Also das ist auf jeden Fall das, woran ich vorhin dachte, als ich dir so vehement widersprach, dass sich nichts verändert hat. Oder würdest du heute noch zustimmen, wenn ich sage, dein Schreiben ist ein reines Hobby?
Vera
00:48:08
Nein, aber auch nur die letzten paar Monate, wenn ich das jetzt bewusst entschieden habe. Die ganzen sechs Jahre davor war das so und der eine wesentliche Text, dass es mal so gerade kein Zuschussgeschäft mehr ist, der hat sich in den ganzen sechs Jahren nicht geändert. Also wenn du mich jetzt vor sechs Jahren gefragt hättest, wo ich mich in sechs Jahren sehe, dann hätte ich doch sehr klar geäußert, dass ich dann weit finanziell weit mehr Erfolg damit haben würde. Und davon, da kann ich jetzt echt nichts sagen, da bin ich eigentlich auf der Stelle getreten.
Tamara
00:48:46
Aber eigentlich ist es ja ganz spannend, also wenn sich die Aussage, es ist ein reines Hobby, jetzt geändert hat zu es ist ein Teil meines Arbeitslebens und es ist ja egal, ob das jetzt seit einem halben Jahr schon ist oder länger her, dann hat sich doch definitiv was an deiner Einstellung, deiner Herangehensweise geändert, was ja jetzt weitere Änderungen nach sich ziehen kann. Also ich weiß nicht, wie deine Erwartungshaltung ist, aber Folge 600, was denkst du, was wirst du dann erzählen können?
Vera
00:49:20
Also das habe ich jetzt gelernt aus den letzten 299 Folgen, dass ich da nicht mehr so optimistisch bin. Ich habe mir auch wirklich dieses Jahr jetzt gesetzt, wo ich noch, ich ziehe alle Register und schaue einfach und dann werde ich wirklich sehen. Ob ich eine deutliche Veränderung feststelle. Ich kann schon der Punkt sein, dass ich sagen muss, nee, und ich glaube, das ist auch etwas, was ich über diese sechs Jahre gelernt habe, dass so diese Naivität weg ist, dass ich gelernt habe, wie schwer es ist, damit wirklich auch Geld zu verdienen. Und auch jetzt, wir haben es schon mal angedeutet, bedeutet, KI-Entwicklung, da weiß ja keiner, was das letztlich zu bedeuten hat. Also.
Tamara
00:50:14
Jetzt machst du mir einen lichten Angst hier.
Vera
00:50:16
Ja, ich bin, ich hoffe, einfach jetzt auch für meine Entscheidung und weil es Spaß macht und weil ich auch einfach nicht, mir nicht sagen möchte, dass die letzten 13 Jahre, die ich da ackere, für die Katz waren. Ich hoffe, dass es ein positives Ende nimmt. Aber die Skepsis ist sehr groß.
Tamara
00:50:37
Also selbst wenn du jetzt morgen früh aufwachst und sagst, was für ein Schwachsinn, ich breche das Manus schreibt jetzt ab und ich schreibe nie wieder was. Selbst dann sind doch die ganzen Bücher und die ganze Schreiberei nicht für die Katz gewesen, wenn du mal überlegst, was das alles an schönen Erlebnissen und positiven Dingen mit sich gebracht hat.
Vera
00:51:00
Das ist richtig, ja. Aber wenn ich vor der Wahl stehe, und das ist ja bei mir jetzt gerade so, dass ich ja wirklich auch sehen muss, ich muss noch ein bisschen irgendwas noch finden, was meine Zukunft auch finanziell sichert. Und da muss ich dann abwägen. Da kann es schon sein, dass es den Punkt gibt, ja, ist zwar alles schön und macht Spaß, aber es geht eben nicht, wenn es kein Geld bringt. Und ja, dieses Damoklesschwert schwebt da schon über mir.
Tamara
00:51:28
Ja, gibt es denn da für dich nur Hopp oder Topp? Also ich sage mal, was sich ja auch verändert hat, was ich in den letzten Monaten bei dir feststellen durfte, dass du von das Schreiben macht mir eigentlich als Prozess keinen Spaß zu ich bin voll im Flow, das macht gerade so einen Spaß, dich verändert hast und wenn du jetzt sagst, okay, als Zubrot ist es nicht geeignet, reißt dann die Motivation aus, es wieder als Hobby weiterlaufen zu lassen oder bist du dann fertig mit dem Thema?
Vera
00:52:04
Da muss man mich dann fragen. Das kann ich dir jetzt so im Vorfeld nicht sagen. Also ich kann mir schon Szenarien vorstellen, wo es einfach nicht mehr geht. Einfach die Ressourcen, die werden jetzt beim Alltag auch nicht mehr für mehr Sachen nicht ausreichen. Also das ist schon ein Szenario, wo sich durchdenken muss. Ich hoffe sehr, dass es dich so kommt und Und ja, ich nehme auch jede kleinste, als positiv interpretierbare Ereignis auf und sauge es auf. Also das ist, glaube ich, definitiv ein Learning aus den 300 Folgen. Das war ja auch Thema in Folge 2 oder 3, was ist Erfolg, dass ich da sehr gelernt habe, eben nicht immer auf die harten Fakten zu kommen und diese in Anführungszeichen kleinen Dinge wahrzunehmen und mir auch immer wieder bewusst zu machen. Es war heute so eine Kleinigkeit. Ich saß in meinem Büro. Ich hatte mir mein Mittagessen mitgebracht und mein Bürokollege auch. Wir saßen am Tisch, waren so ein Mittagessen. In unserem Gemeinschaftsbüro ist noch so ein größeres Büro dran. Da gehen Leute ein und aus, die ich nicht kenne. Und einer von diesen Menschen kam plötzlich daraus, kam an uns vorbei, grüßte und plötzlich biebte er stehen und fragte mich, haben Sie jetzt Ihre Lesung zum neuen Buch schon gehabt? Ich kannte den Mann nicht.
Tamara
00:53:28
Ich habe ihn nie gesehen.
Vera
00:53:30
Da habe ich gesagt, nein, die ist nächste Woche. Da hängt auch Plakate an der Pinnwand. Und sagt, ach ja, ja, das ist Donnerstag. Ja, ja, vielleicht sehen wir uns ja da. Und dann ging der. Und da dachte ich, manchmal weißt du echt nicht, ne? Also ein wildfremder Mann, der vielleicht mal im Büro da gewesen ist, wo ich nicht gewesen bin, keine Ahnung. Aber der sich dafür meine Bücher interessiert anscheinend. Und das sind natürlich Dinge, die ich jetzt, glaube ich, sehr viel mehr wahrnehme. Auch aus dem Bedürfnis heraus, mir die Kraft zu geben, so diesen Weg, den ich gerade eingeschlagen habe, auch wirklich durchzustehen.
Tamara
00:54:09
Ja.
Vera
00:54:10
Denn also, wenn man einen in Anführungszeichen Realisten fragen würde, der würde sagen, du bist völlig bescheuert. Das ist doch so.
Tamara
00:54:21
Ja, aber wer will schon mit Realisten zu tun haben?
Vera
00:54:25
Ja, aber realistisch kannst du doch nicht sagen, ich investiere jetzt ein Jahr in Buchschreiben, um damit zumindest ein Zubrot zu meiner Existenz zu generieren. Würdest du das jemandem empfehlen?
Tamara
00:54:39
Schwierig.
Vera
00:54:40
Das ist nicht schwierig, sei ehrlich.
Tamara
00:54:42
Also ich glaube, dass dein Zubrot sehr viel höher ist als mein, so nicht glücklich wäre damit.
Vera
00:54:50
Das ist ja kein Zubrot, das ist gerade mal ein Plus-Minus-Nur-Geschäft, wenn es gut geht.
Tamara
00:54:55
Okay. Nee, ja, es ist ein schweres Geschäft, das haben wir definitiv gelernt. Trotzdem finde ich gerade sehr interessant, wenn ich die zwei Aussagen nebeneinander stelle, nein, nein, das ist ein reines Hobby. Ich suche mir Punkte und Momente, die mir die Kraft geben, das so weit durchzustehen, dass ich das als Arbeitsanteil weitermachen kann. Da ist ja doch, was den Willen angeht, ein riesen Schritt passiert.
Vera
00:55:30
Das definitiv. Und ich glaube auch, wenn diese sechs Jahre Podcast nicht gewesen wären, dann hätte ich diese Entscheidung auch so nicht getroffen. Ich weiß noch nicht mal, ob ich dann überhaupt noch dabei wäre. Ich hatte gerade auch in der Corona-Zeit, da gab es schon heftige Tiefen. Und die Gespräche und die Menschen, die wir dadurch kennengelernt haben und das Gefühl, da doch Teil dieser Bubble zu sein, das hat schon viel geholfen. Weil sonst bin ich ja eben bei den meisten Dingen alleine und so liebe Freunde und Freundinnen, die ich habe, das, was ich da tue, können die nur sehr am Rande beurteilen.
Tamara
00:56:15
Ja, das ist so ein Thema.
Vera
00:56:18
Und da bin ich trotzdem irgendwie alleine. Also da, das hat schon sehr, sehr geholfen. Und den Zuspruch, den wir dann doch ja gelegentlich bekommen, Sei es, dass wir mal ein Feedback bekommen oder man trifft jemanden auf einer Messe. Oder wir kontaktieren irgendeine Autorin, die wir gerne mal einladen wollen und die ich für den großen Star halte, total erfolgreich. Und die dann sagt, das ist ein totaler Fan unseres Podcasts. Ist ja auch schon öfter vorgekommen. Das sind dann Dinge, die dann schon sehr gut tun und die das Ganze stützen.
Tamara
00:56:59
Ja, auf jeden Fall. Aber gab es denn innerhalb des Podcasts irgendwie einen Auslöser für dich, dass du gesagt hast, ich gehe es jetzt nochmal ganz anders an? War das ein Gespräch mit einem Gast oder wie kam es überhaupt zu diesem Wandel?
Vera
00:57:14
Naja gut, das ist jetzt eine Vernunftentscheidung. Zu sagen, ich muss etwas tun, um auf Dauer ein finanzielles Zubro zu erwirtschaften. Ich habe nur begrenzt Zeit. Welche Möglichkeiten habe ich? Und dann muss ich ja schon sagen, dass natürlich das Schreiben und Podcast und was dazu gehört, natürlich auch Zeit im Beschlag nimmt. Und da muss ich dann einfach ablegen, will ich das sein lassen oder, auf noch kleinere Flamme irgendwie laufen lassen und das ist mir dann unendlich schwer gefallen, weil ich dann auch dachte, das kann doch nicht sein, du rödelt so lange rum und du hast ja nun nachweislich Erfolge zu verzeichnen, du hast ja ein bisschen was erreicht, auch wenn es sich für möglich in Finanzen nicht so darstellt, aber, so meine Buchstatt die nächste Woche ist wahrscheinlich schon wieder ausverkauft. Und solche Sachen. Und wie ich gerade erzählt habe, fremde Menschen sprechen mich an. Ist ja ein Zeichen, dass da was ist, was ja auch Sinn macht. Und ich glaube, den letzten Kick hat die Nominierung für den Buchpreis gegeben. Weil das war zum ersten Mal, dass ich da das Gefühl hatte, das ist jetzt nicht nur, weil ich irgendwie die Leute erfolgreich täusche, sage ich mal, sondern da haben mehrere fundierte Juries drauf geguckt und mein Buch für gut empfunden. Und das hat mir schon sehr, sehr viel gegeben.
Tamara
00:58:52
Okay, okay.
Vera
00:58:53
Das war, glaube ich, der letzte Kick dafür, zu sagen, nee, das kann nicht sein, du kannst das jetzt nicht einfach reinfahren. Nimm das auf und mach es einfach richtig und dann guckst du.
Tamara
00:59:07
Ich denke gerade so drüber nach oder versuche mich da so rein zu versetzen, die Vorstellung einfach zu sagen, so ich höre jetzt vielleicht auf. Und ich meine, ich habe in meinem Leben immer mal wieder Sachen gemacht, die ich sehr intensiv betrieben habe. Ich war jahrelang sehr, sehr aktiv im Geocaching. Also da waren wir teilweise jeden Tag unterwegs, kreuz und quer durch Deutschland gefahren zu besonderen Touren oder so. Und irgendwann hat man es nicht mehr gemacht. Und das ist nicht das Gleiche wie das mit den Büchern. Und ich glaube, der Punkt ist der, dass das Schreiben oder auch die Lesungen und dieses ganze Autorensein, dass das wirklich für mich ein sehr, sehr starker Identitätsfaktor ist. Also das ist nicht was, was ich tue, das bin ich.
Vera
01:00:04
Gut, kann ich jetzt nicht beurteilen. Ich kenne die Geschichte mit der Schreibmaschine auf deiner Webseite. Das wird dazu passen. Ich glaube einfach, dass das auch ein sehr komplexes Feld ist. Es werden ja viele, viele Bedürfnisse damit gespielt. Es wird einmal gesagt, man kann sich kreativ austoben, indem man Geschichten erfindet. Man hat aber gleichzeitig Kommunikation mit Menschen. Man kriegt im besten Fall Bewunderung. Man kann auf Bühnen damit gehen. Man kommt ins Gespräch mit Leuten. Also viele, viele Bedürfnisse.
Tamara
01:00:38
Man gehört endlich mal irgendwo dazu.
Vera
01:00:40
Ja, das auch. Also es werden sehr, sehr viele Bedürfnisse damit erfüllt. Und das ist sicherlich sehr viel komplexer als ein einzelnes Hobby. Wie Geocaching oder Brieftauben züchten oder so. Das macht es auch, wobei jetzt kommt wieder eine provokante Vera. Ich meine, du hast beim letzten Buch irgendwie drei Jahre dran geschrieben. Gut, du warst da in der Zeit im Vorstand des Self-Publisher-Verbands, was wahrscheinlich sehr vieles mitgemacht hat.
Tamara
01:01:08
Das ist auch nicht korrekt. Also die Zeitspanne wird ja in deiner Wahrnehmung auch immer größer. Ich habe im Oktober 2023 angefangen zu schreiben, wollte eigentlich im Frühjahr 2024 veröffentlichen. Dann durch Todesfall habe ich pausiert und habe im Herbst wieder angefangen. Also bis dahin hatten wir ein halbes Jahr Schreiben. und dann habe ich im Herbst 24 wieder angefangen und im Sommer 25 veröffentlicht, also das war ein Jahr und ein Viertel. Da müssen wir mal ein bisschen realistischer einordnen.
Vera
01:01:41
Na gut, aber wir haben jetzt sechs Jahre und zwei Monate Podcast. Wie viele Bücher hast du in der Zeit veröffentlicht?
Tamara
01:01:47
Drei. Ich weiß, dass das nicht viel ist und dass da vielleicht sogar Leute sind, die das belächeln. Ich sehe jetzt aber nicht ganz, inwiefern das der Aussage widerspricht, dass für mich Autorin sein eine Identität ist, weil es gibt Menschen, die schreiben fünf Jahre ein Buch und die sind Buchpreisträger und sitzen in Fernsehshows. Also ich glaube nicht, dass die Geschwindigkeit, in der man schreibt, da eine Aussage ist. Natürlich ist es Im Self-Publishing in der Regel eine Aussage darüber, wie erfolgreich man auf monetärer Basis ist, aber das hat jetzt für mich nichts mit einer Identitätswahrnehmung zu tun.
Vera
01:02:30
Ja, da hast du recht. Also ich glaube, ich ziehe meine Äußerung zurück. Nein, zumal während ich das ausmache mir auch klar wurde, ich meine, du warst ja als Vorsitzender im Self-Publisher-Verband so tief da drin mit allem Möglichen. Und natürlich war da Buchbubble mit allem, was dazugehört, ein ständiger Teil deines Lebens. Und es ist was anderes, wenn jemand so mal jeden zweiten Sonntag mal ein paar Stunden schreibt.
Tamara
01:03:00
Ja, das kommt ja doch dazu. Also als wir angefangen haben, da war ich gerade in, ich glaube, zwei Monate oder so nebenberuflich als Lektorin selbstständig. Und jetzt inzwischen vollberuflich, Lektorat, macht die AutorInnen-Lounge, jetzt neu die Lounge-Edition und alles Mögliche, was sonst noch in der Buchbubble stattfinden kann. Also das ist ja bei mir tatsächlich jetzt 24-7. Und das bestärkt das natürlich.
Vera
01:03:30
Ja, ja, klar. Das ist ganz was anderes. Ja, ja, alles gut. Wie gesagt, war Blödsinn. Hast du noch einen Schnipsel oder war es das?
Tamara
01:03:38
Einen habe ich noch, ja. Und ich weiß auch nicht, ob ich das so könnte. Erfolgreich Buch schreiben heißt, du musst liefern. Also wenn du das erzählst, dann musst du ja eine Tatsache einhalten. Ich meine, vier Bücher im Jahr sind Minimum. Und wenn du als Verlagautorin, dann hast du da die Vorgaben und solche Sachen, dann ist da Druck drin. Und ich weiß nicht. Ja, das passt ja wie die Faust aufs Auge. Thema beruflich schreiben und der Druck. Wie siehst du diese Aussage von Ende 2019 heute?
Vera
01:04:17
Ja, die ist so. Wir haben ja jetzt Anfang des Jahres mit der Folge mit Danny, das war ja auch ganz klar in diese Richtung. Und wir haben ja da sehr viele Gäste gehabt, wo das ganz klar rauskam. Nein, das ist so. Also meine Einstellung dazu hat sich zwangsweise geändert.
Tamara
01:04:42
Ja, also der Schnipsel fing ja an mit, ich weiß nicht, ob ich das könnte.
Vera
01:04:45
Ja, das weiß ich auch jetzt noch nicht. Das wird sich auch Ende des Jahres zeigen, ob ich das kann. Das muss ich jetzt sagen, was ich so nicht erwartet habe, dass ich dadurch, dass ich jetzt, Von vornherein weiß, ich bleibe dran, es gibt keine drei Monate Pause, bis ich wieder über ein anderes Projekt achdenke oder sowas, dass ich schon in einen Automatismus komme, den ich vorher so nicht vermutet habe. Und es ist manchmal auch schwierig. Es ist so, gerade jetzt, ich bin so in der Schlussphase von Frau Appel, dauerlich tote Diva. Und gleichzeitig so kurz vor der Veröffentlichung von tote Väter und Erben nicht. Und habe ständig so die diversen Geschichten, die manchmal auch ein bisschen durcheinander gehen. Dass ich schon, wenn ich auf so eine Buchseite jetzt wie heute, wo ich dann Texte in die Buchseite getippt habe, mich dabei erwische, dass ich die falsche Geschichte reintippe. Oder in solche Sachen. Dass ich auch mich noch sehr viel straffer organisieren muss. Und da ist noch ein bisschen aufzuholen. Also das ist schon auch eine Herausforderung. Und jetzt muss man ja fairerweise sagen, das kann ich auch nur, weil einfach, leider Gott ist ja so mein Hauptberuf, alles was weniger wird. Wenn der mich jetzt noch in der Zeit, in der er so beanspruchen würde, wie er das vor sechs Jahren getan hat, dann wäre das nicht möglich. Also die Aussage stimmt, das ist klar. Momentan fühlt es sich tatsächlich relativ gut an, dass ich das tue. Allein so aus dem Bewusstsein raus, dass ich kein schlechtes Gewissen habe, im Büro zu sitzen und halt zu schreiben oder irgendwas dafür zu tun. Vor sechs Jahren hätte ich dann ein schlechtes Gewissen gehabt, weil ich dann dachte, ich vernachlässige meinen Beruf.
Tamara
01:06:48
Das ist tatsächlich ein Punkt, an dem ich noch sehr am Strugglen bin. Gerade heute hatte ich das Ding, also ich habe erstmal mich an mein Manuskript gesetzt und geschrieben und war eigentlich auch sehr zufrieden damit. Und dann habe ich erst mal Rechner ausgemacht, um was zu essen und jetzt machen wir ja die Aufnahme und da ging mir so durch den Kopf, ja Mensch, jetzt ist es schon so spät am Tag und du hast noch nichts gearbeitet. Und da ist mir das nochmal so gekommen, ja, also ist jetzt Schreiben dann doch nicht arbeiten und warum habe ich jetzt ein schlechtes Gewissen deswegen? Ich weiß ja, dass ich mich nachher noch ans Lektorat setze Und da habe ich tatsächlich noch sehr viel Mühe mit, wer auch immer da in meinem Kopf Blödsinn macht.
Vera
01:07:36
Ja, aber das geht mir auch nicht anders. Ich habe mir angewöhnt in den letzten Wochen, mir dann immer zu sagen, was ich alles gemacht habe. Und gestern oder vorgestern zum Beispiel, endlich wieder ein Buch Bubble Bulletin geschrieben, der rausgegangen ist, im Übrigen, falls du noch nicht abonniert hast, hol das mal nach. Und das ist immer eine Menge Arbeit. Also ich sitze dann drei, vier Stunden da und gucke alle News durch und gucke, was kann ich thematisch zusammenpacken und mache dann einen Text raus, schicke dir den und dann gibst du mir dein Feedback mit Fehlern und, und, und. Also da bin ich fünf Stecks umdran. Ja, ja. Und dass ich das dann gemacht habe und mir das auch so bewusst mache, das hast du jetzt gemacht, du hast jetzt wieder die Abonnenten glücklich gemacht, hoffe ich zumindest. Und das ist nicht einfach nur Wischiwaschi, das ist Teil deines Jobs. Oder ich habe halt mich hingesetzt eine halbe Stunde und ein Video gemacht, um zu posten und habe mein Lagerregal aufgebaut. Und all diese Dinge, dass ich die jetzt so für mich einordne und mir sage, ja, das ist Teil deines Jobs, das hast du gemacht. Und vorhin, als ich jetzt hier, ich war heute auch im Büro, als ich nach Hause gekommen bin und bin um 16 Uhr gefahren, das ist jetzt relativ früh, ich war ja um halb zehn im Büro, aber es ist keine lange Arbeitszeit und mein Bürokollege lachte schon so, ach, hast du keine Lust mehr? Weil der ist abhängig beschäftigt, der muss länger. Und dass ich mir dann auf dem Weg zum Auto schon gesagt habe, nee, ich habe das und das alles geleistet heute. Ich habe Konsequenz gemacht. Ich habe mein Walsi heute fast verdoppelt, das Doppelte erreicht. Und das ist ja auch nichts, was man mal so eben tut. Gerade wo ich so am Ende bin und dann schon sehr genau ausbaldauern muss, wo kann ich jetzt noch irgendwelche Kicks reinmachen und dass mein ganzes logisches Spannungsgerüst noch passt und so. Das ist ja nichts, was man mal eben macht. Das ist ja wie ein Programm schreiben, wo du genau guckst, wie muss ich jetzt hier die Routine bauen, damit es da hinten funktioniert. Und mir das so bewusst zu machen, das habe ich mir jetzt angewöhnt. Und das hilft mir dabei, dann auch mehr Verständnis für mich zu haben.
Tamara
01:10:10
Ja, das Lustige ist, wenn ich dieselbe Zeit, die ich mit Schreiben heute verbracht habe, bei mir verbracht hätte, Posts für Insta zu machen oder an einem Lesungsflyer zu arbeiten oder sowas, da kriegt mein Gehirn das hin, zu sagen, ja nee, das ist ja Arbeit, weil theoretisch ja da sofort eine Bestellung als Reaktion passieren könnte. Während Schreiben dann, glaube ich, noch zu abstrakt ist, weil die Veröffentlichung zu weit weg ist noch und so. Also das ist wirklich ein Problem mit meinem Kopf einfach.
Vera
01:10:46
Aber es ist dein Kopf, dein Gehirn und das ist lernfähig. Die Neuronen können sich umbilden. Man muss das am Anfang bewusst machen. Wie hat es ein Sportler bei Olympia gesagt, wenn er nach dem Sport in Depressionen verfallen ist. Und er hat gelernt, seinen Gedanken nicht mehr zu trauen. Und das ist es, glaube ich. Man muss manchmal diese automatischen Gedanken hinterfragen und dann, sich sagen, nee, das ist nicht das Richtige. Das ist das Richtige. Und wenn man es ein paar Mal gemacht hat, dann funktioniert das.
Tamara
01:11:27
Ja, das ist richtig. Also was ich versuche manchmal, ist auch die Situation zu nehmen und mir vorzustellen, ich würde das über jemand anderes erfahren. Weil man ist ja mit anderen so viel gnädiger, meist als mit sich selbst.
Vera
01:11:41
Das sowieso, ja. Die meisten, gerade wenn man jetzt so Bücher schreibt, die gucken einen mit großen Augen an. und denke mir, wow, das machst du alles. Wo ich manchmal auch zucke, naja, so toll ist das auch wieder nicht. Also in der Richtung hat sich sicher geändert und ja, um da nochmal das Fazit zu nehmen, da, sind diese sechs Jahre Podcast sicherlich nicht unschuldig dran. Die haben sicherlich die Basis geschaffen. Das ist absolut so. Ich weiß nicht, ich habe da so ein bisschen die Hoffnung, dass es ja auch weiter, wenn man so gezielt einen Weg geht, dann ist zumindest meine bisherige Erfahrung, dann öffnen sich irgendwelche Türchen, mit denen man vorher gar nicht gerechnet hat.
Tamara
01:12:35
Durch Wahrnehmung einfach. Also ich habe gestern ein gutes Reel gesehen. Da hat die Sprecherin gesagt, ich zeige dir gleich einen Schreibtisch und da sind mehrere blaue Sachen drauf und ich möchte, dass du mir hinterher drei nennen kannst. Und da kam halt ein Bild von einem Schreibtisch und ich weiß noch, da war ein blaues Notizbuch, ein blauer Stift und ich weiß nicht mehr, was ich mir als drittes gemerkt habe, es waren noch weitere blaue Sachen. Und dann wurde das ausgeblendet und hat sie gesagt, und jetzt nennen wir eins der gelben Dinge. Ich habe wahrgenommen, dass das Bild komplett in blau und gelb gehalten war, aber was gelb war, keine Ahnung, nicht den Hauch einer Idee. Und das war halt so ihre Herangehensweise, was selektive Wahrnehmung angeht. Wenn du dich auf eine Sache konzentrierst, sei es, dass du erfolgreich bist oder dass du nicht erfolgreich bist, dass du dein Buch bewerben möchtest oder dass alles scheiße ist da draußen, das, worauf du dich konzentrierst, das nimmst du auch wahr. Und da siehst du dann auch Optionen und offene Türen und das habe ich gelernt in letzter Zeit und fand das auch gestern nochmal richtig gut und ja.
Vera
01:13:48
Also das können wir, glaube ich, auch zu den Learnings der sechs Jahre und zwei Monate packen. Ich habe durchgerechnet, man kann jetzt zwölf Tage und 19 Stunden an einem Stück die 200-Doc-Stelle hören. Und wir haben ja schon Leute gehabt, die irgendwie bei 200 Folgen dann aufgeholt haben. Mal sehen, was noch kommt. Man muss ja jetzt auch wirklich sagen, dass die Zuwächse bei den Download-Zahlen dann doch sehr erfreulich sind. Und auch wenn ich jetzt glaube, der letzte Peak waren irgendwelche Bots, aber dennoch ist auch so ein kontinuierliches Wachstum, also sehr freut. Wir schauen einfach mal, wo es weiter in Folge 600 dann ist.
Tamara
01:14:33
Jawohl.
Vera
01:14:35
Ja, und dann bleibt mir jetzt nur noch uns bei euch zu bedanken für die Treue, dass ihr uns über die lange Zeit hört und dann doch hier und da Feedback gebt und Und wir beide sind ja wieder Leipzig. Da sehen wir vielleicht den oder die einigen oder anderen von euch. Und da freuen wir uns natürlich immer riesig. Und ja, und bleibt uns einfach für die nächsten 300 Folgen gebogen. Wir freuen uns drauf.
Tamara
01:15:04
Jawohl. In diesem Sinne. Bis nächste Woche.