Die Zwei von der Talkstelle

Gespräche aus der Selfpublisher- und Buchbubble

Hardcover-Veröffentlichung im Publikumsverlag: Carin Müller alias Charlotte Tarnowski in neuen Gewässern

Talkstellen-Wiederholungstäterin Carin Müller feiert in dieser Folge ein ganz besonderes Debüt: Als Charlotte Tarnowski veröffentlich sie erstmals direkt als Hardcover, und das auch noch im Großverlag!

14.05.2026 68 min

Zusammenfassung & Show Notes

Talkstellen-Wiederholungstäterin Carin Müller feiert in dieser Folge ein ganz besonderes Debüt: Als Charlotte Tarnowski veröffentlich sie erstmals direkt als Hardcover, und das auch noch im Großverlag!
Um 'Die Ozeanschwimmerin' haben sich gleich drei Verlage gerissen! Nun ist der Roman über das Extremschwimmen gegen einen unfassbaren Verlust bei Goldmann erschienen, und Carin verrät uns, was dabei alles anders lief als bei einer Taschenbuchveröffentlichung. 
Wusstest du, dass es ein spezielles Hardcover-Lektorat gibt?
Wir sprechen über ihren Sprung in den Publikumsverlag, das Schreiben unter mehreren Pseudonymen und die emotionale Tiefe ihrer Romanidee.
Außerdem gibt Carin wertvolle Tipps für den Umgang mit dem inneren Kritiker während des eigenen Schreibprozesses.
Welches Thema im Schreibprozess beschäftigt dich aktuell am meisten?

Gespräche über das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern, egal ob Selfpublishing oder Verlag. 


Talkstellen-Wiederholungstäterin Carin Müller feiert in dieser Folge ein ganz besonderes Debüt: Als Charlotte Tarnowski veröffentlich sie erstmals direkt als Hardcover, und das auch noch im Großverlag!

Um 'Die Ozeanschwimmerin' haben sich gleich drei Verlage gerissen! Nun ist der Roman über das Extremschwimmen gegen einen unfassbaren Verlust bei Goldmann erschienen, und Carin verrät uns, was dabei alles anders lief als bei einer Taschenbuchveröffentlichung.

Wusstest du, dass es ein spezielles Hardcover-Lektorat gibt?

Wir sprechen über ihren Sprung in den Publikumsverlag, das Schreiben unter mehreren Pseudonymen und die emotionale Tiefe ihrer Romanidee.

Außerdem gibt Carin wertvolle Tipps für den Umgang mit dem inneren Kritiker während des eigenen Schreibprozesses.

Welches Thema im Schreibprozess beschäftigt dich aktuell am meisten?

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Transkript

Vera
00:00:00
Den eigenen Roman als Hardcover im Großverlag, was das bedeutet, das wollten wir von Karin Müller erfahren, die ihren neuen Roman, Die Ozeanschwimmerin, auf diese Weise nun herausbringt.
Tamara
00:00:15
Erschienen ist er unter dem neuen Pseudonym Charlotte Tarnowski und wir wollten natürlich genau wissen, wie es ist, einfach direkt als Hardcover zu starten, welche Anforderungen es da gibt und wie sie auch an diesen ganz besonderen Stoff rangegangen. Die 2, Hier ist Folge 311 von Die 2 von der Talkstelle, dem Podcast übers Schreiben und Veröffentlichen von Büchern, Egal ob im Self-Publishing oder im Verlag. Mir gegenüber sitzt die liebe Vera Nentwig. Ich bin die heute etwas verwirrte Tamara Leonhardt, die gerade schon zum Wiederholtmal ansetzen musste und versuche trotzdem mein Bestes.
Vera
00:01:10
Ja, schön, dass du da bist. Ich wollte jetzt spontan fragen, wieso nur heute verwirrt, aber egal. Ja, die Hörer da draußen kennen ja die Outtakes, nicht alle.
Tamara
00:01:26
Manchmal teile ich die in unserer Story übrigens. Ein guter Grund, unserem Account zu folgen auf Instagram.
Vera
00:01:31
So ist es, so ist es, ja. Und was gibt es denn Neues bei dir?
Tamara
00:01:36
Ja, ich bin irgendwie gerade so ein bisschen geistig overloaded.
Vera
00:01:41
Overloaded.
Tamara
00:01:42
Wie man merkt. Und entsprechend auch so ein bisschen platt, weil irgendwie gerade viele Dinge passieren und viele Dinge mich gedanklich beschäftigen. Und ja, das ist cool, aber auch anstrengend. Ich kann noch nicht über alle reden, aber es sind ein paar coole Sachen dabei. Aber ein zentrales Thema ist immer noch das mit meinen Lesungen. Ich hatte Kontakt zu vielen VeranstalterInnen, habe eine weitere Zusage bekommen, habe mehrere, oh ja, klingt interessant, wir melden uns in Kürze. Und da bin ich jetzt sehr am planen, wann, wo, wie. Und ja, das ist eins der Themen, die bei mir gerade ganz viel Karussell im Kopf machen.
Vera
00:02:23
Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Dann hoffe ich mal, dass du auf deiner Tournee dann auch hier mal bei uns vorbeikommst.
Tamara
00:02:28
Vielleicht.
Vera
00:02:29
Wer weiß. Und ja, sehr schön.
Tamara
00:02:33
Und bei dir, wie sieht es aus? Ich habe gehört, du warst sehr fleißig.
Vera
00:02:36
Oh ja, ja, ich bin sowas von im Flow und musste mich vorhin mal kurz überhaupt hinsetzen nun mal Luft schnappen und sagen, komm, wäre er über Dresde gerade wieder, aber nee, also ist echt irgendwie, also momentan, Geht sowas von ab, ich bin sowas von im Schreibflow, das glaubst du gar nicht. Ich habe jetzt schon zwei Tage hintereinander meinen Word-Count fast verdoppelt. Und jetzt am Wochenende konnte ich Frau Appeldorn und die tote Diva soweit fertig machen. Und das E-Book ist auch schon hochgeladen, ist aber noch zur Vorbestellung. Der offizielle Termin ist ja am 12. Juni. Du hast die Print-Version, muss jetzt noch in Druck. Ich muss jetzt noch, das Cover brauche ich noch und dann geht das los und ja, in meinen Schreibprojekten läuft es prima und ich muss gestehen, dass ich mittlerweile mit Claude auf Du und Du bin, also Claude, die KI da von Anthropik, wir haben mittlerweile ein inniges Arbeitsverhältnis. Aber ich muss sagen, wir haben da ja beim letzten Mal schon so ein bisschen drüber gesprochen und ich habe da jetzt wirklich ein ganz gutes Rhythmus gefunden, das hilft mir total. Es ist ja in etwa so, das habe ich glaube ich das letzte Mal schon erwähnt, wenn Claude mir da irgendwelche Handlungsvorschläge macht, dann kann man die selten so exakt gebrauchen. Und ich lasse aber dann immer ausführen und so. Und dann stelle ich ein paar Fragen und dann verfeinert er. Und wenn ich dann so anfange, das nächste Kapitel zu schreiben, dann ist es wie, wenn man so einen Plot hat, den man mal irgendwann gemacht hat. Wenn man so nachher schreibt, verändert sich das immer. Aber der Vorteil ist jetzt gegenüber so einem Plot, ich kann jetzt direkt klotz sagen, ich habe jetzt das und das geschrieben, Ändere jetzt mal, was hat das für Auswirkungen auf unsere bisherigen Ideen? Und so passt das auch noch logisch mit dem, was ich vorher geschrieben habe. Und so habe ich dann quasi so einen sich mitändernden Plot eigentlich, der je mehr ich jetzt zum Ende zukommt, immer konkreter wird, weil mittlerweile viele Fragen beantwortet sind.
Tamara
00:04:59
Also so eine Art Assistent, der den Überblick behält.
Vera
00:05:02
Ja, das ist eigentlich so. Also die Diskussion ist genauso, wie wenn ich mit meiner besten Freundin abends irgendwo auf dem Bierchen zusammensetze und ihr über meinen Buber zähle. Dann kommen von ihr auch immer ganz tolle, kreative Ideen, die aber irgendwie alle nicht passen, weil sie einfach so tief nicht in der Geschichte drin ist. Und ähnlich ist das so mit der KI auch. Die schöpft ja auf so einem weiten Fundus und viele Grundlagen fehlen. Aber bei der KI muss sie halt nicht freundlich sein. Da kannst du sagen, das ist jetzt Mist, war was anderes. Aber dadurch, dass wir das jetzt so quasi regelmäßig machen, verschärft sich dieser Blick immer mehr. Das wäre wahrscheinlich, wenn meine Freundin jeden Morgen neben mir säße, würde die jetzt dann eine Woche oder so auch wissen, warum es geht. So entwickelt sich das und ich finde das momentan extrem produktiv, weil ich halt, sofort irgendwie, wenn mir irgendwas einfällt, ich kann das sofort diskutieren, ich kann eine Lösung finden, anstatt zu sagen, ich muss jetzt erstmal drüber schlafen, muss das doch abwägen, was hatte ich denn da und so, wie das zu früher war. Also mir gibt das gerade richtig Schwung.
Tamara
00:06:17
Kann ich total nachvollziehen. Ich bin persönlich mehr ein Fan davon, sich Fragen stellen zu lassen als Vorschläge, weil halt eben diese Vorschläge natürlich aus existierenden Sachen kommen und man ja auch mal ganz neue Ideen haben will. Aber klar, das ist natürlich, es ist ja allein schon, also mir macht es immer furchtbar Spaß, mit jemandem über die Geschichte zu reden, an der ich schreibe. Und das kannst du halt mit kaum jemandem. Von daher kann ich das schon sehr gut nachvollziehen. Ja, ich denke, man muss halt darauf achten, dass man das so ein bisschen im Griff behält, weil wie du neulich schon sagtest, Natürlich ist dann der Reiz groß, direkt dahin zu gehen und nicht mehr irgendwie sich was ganz anderes zu überlegen. Und wie mit allen vereinfachenden Mitteln, das muss man halt in Kontrolle haben.
Vera
00:07:07
Und ganz wichtig ist, das ist mir gerade heute wieder bewusst geworden, ich muss schon, selbst wenn die Lösung im ersten Moment für mich gut erscheint, ich muss trotzdem immer dran denken, ich muss die nochmal deutlich hinterfragen. Manchmal sind versteckt dann Sachen drin, wo der irgendwelche Annahmen gemacht hat, die gar nicht stimmen oder in meinem Fall jetzt sich auf angebliche realen Infos stützt, die aber bisher so noch nicht nachweisbar sind. Solche Sachen, da muss ich dann aufpassen. Und dann habe ich am Wochenende schwer noch an meiner Strategie gearbeitet und ein paar Sachen eingestiehlt. Ich habe das ja schon, glaube ich, schon mal erzählt. Ich habe ja jetzt auch seit unserer Folge mit der lieben Anna Kupka sind wir im regelmäßigen Kontakt. Ich habe schon ein bisschen Angst, dass ich sie schon nerve, aber bis jetzt hat sie noch nichts derartiges geäußert. Und wir arbeiten daran, wie ich jetzt so diese Strategie umsetzen kann. Und ich habe jetzt Amazon Ads geschaltet auf den ersten Teil der Minagen-Reihe, also Tote Models nerven nur. Und nach der Logik, dass ja im Regelfalle, wenn Leute den ersten Teil lesen und der gefällt, die auch den zweiten Teil lesen, was ich ja auch mit dem Tool Book Report jetzt auch nachweisen konnte. Also ich habe mit dem Tool mal mein letztes Jahr analysieren lassen und da hatte ich bei der Biene-Reihe eine Wet-Through-Quote, also von Leuten, die vom ersten Teil auf den zweiten lesen, von 74 Prozent.
Tamara
00:08:47
Ui.
Vera
00:08:48
Was schon ziemlich gut ist. Aber Frau Appeldorn toppt das noch. Bei Frau Appeldorn hatte ich tatsächlich 100 Prozent.
Tamara
00:08:55
Wow.
Vera
00:08:57
Und dann, also von Teil 2 auf 3 ist, glaube ich, sogar 90 Prozent. Also wer Teil 2 übersteht, der liest im Regelfall auch durch. Und das heißt, daraus ergibt sich natürlich dann, dass ich viel mehr für den Kauf des ersten Teils investieren kann, wenn es sich auf lange Strecke dann rechnet. Dass ich nicht auf die jetzt momentan 2,99 Euro schiele, sondern auf das, was es mich auf Dauer bringt. Und da kann ich natürlich dann auch bei den Amazon-Geboten ganz anders agieren. Statt auf den direkten ARKOS zu gucken, So, das habe ich aber jetzt erst letzte Woche so ein bisschen eingestellt, das muss ich jetzt noch warm laufen. Parallel habe ich auch noch auf Meta eine Anzeige laufen, die aber mehr jetzt auf die Reihe zielt und auf Kindle Unlimited. Nach dem Motto, steige ein in eine neue Krimi-Reihe oder so. Da muss ich jetzt auch mal sehen. Das dauert ja auch ein bisschen, bis man da Ergebnisse sieht. Und ich habe jetzt auch jetzt im Vorgriff jetzt auf meinen Grefeld-Krimi, der Ende August erscheinen soll, Weber und Wozniak, habe ich jetzt da auch schon ein bisschen gestartet. Und wenn die Folge rauskommt, werden meine Newsletter-Abonnenten alle schon... Das erste Kapitel in der Rohfassung bekommen haben, oder beziehungsweise einen Link dahin.
Tamara
00:10:23
Das finde ich mega mutig, weil ich habe da auch drüber nachgedacht, ob ich für den Newsletter jetzt schon Teile aus dem neuen Buch schicken soll und dachte, aber dann überarbeite ich das ja vielleicht noch und das war ja noch nicht im Lektorat und also ich bin da noch zu feige für.
Vera
00:10:38
Also ich habe vorne vor eine Warnmeldung gesagt, das ist das völlig Unlektorierte und es kann, nein, es wird Fehler enthalten und ich kann auch nicht garantieren, dass jedes Detail so bleibt. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass gerade so die Newsletter-Abonnenten das interessant finden, so einen Einblick zu kriegen. Und ich will das natürlich dann auch, also auch alle, die jetzt noch nicht meinen Newsletter abonniert haben, sollen natürlich auch eine Chance bekommen. Ich gehe mal davon aus, dass wir den Link in die Shownotes machen, weil ich habe dafür natürlich auch was gebaut und dass der oder die, wie er es jetzt hört, das lesen möchte, auf den Link klicken kann und dann das auch anfordern kann. Und natürlich möchte ich so ein bisschen schon so ein bisschen einen Vorgeschmack geben, mal abgesehen davon, dass ja Weber und Bosnig in Krefeld ermitteln und Bienehagen-Grefrath. In dem letzten Bienehagen gibt es ja sogar eine Szene direkt da. Ich habe übrigens auch so ein Easter Egg in Weber und Bosnigak eingebaut, was nur die Biene-Leser wahrscheinlich verstehen. Also, dass ich da schon hoffe, so ein bisschen so ein Crossover-Effekt. Und habe das alles am Wochenende gemacht. Habe Newsletter gemacht, die Automation gemacht, habe das Buch fertig gemacht, habe geschrieben wie Sau. Also, ich bin gerade sowas, ich habe dich ja gestern noch angerufen, weil ich so unter Adrenalin war, ich sage, ich muss mal mit einem reden. Momentan, ich weiß gar nicht, wo ich die ganze Energie gerade herhole. Ich weiß nicht, wo das herkommt. Aber momentan es macht mir so einen erhaltenen Spaß. das hätte ich nie gedacht.
Tamara
00:12:14
Sehr schön.
Vera
00:12:16
Ja, ne? Also, ja.
Tamara
00:12:18
Das freut mich.
Vera
00:12:20
Freut mich, dass dich das freut. Und ja, und ich, eine, die dann auch immer mal ab und zu eine Nachricht bekommt, wo wir telefonieren, ist, übrigens habe ich heute übrigens auch die KI ermitteln lassen, dass unser heutiger Gast die Person ist, die bisher mit Abstand am häufigsten bei uns zu Gast war.
Tamara
00:12:37
Hätte ich dir auch sagen können.
Vera
00:12:40
Ja, das wusste ich schon, aber ich wollte, Aber 311 Folgen durchgehen und durchzuzählen, war ich zu faul.
Tamara
00:12:48
Wie oft war sie denn da?
Vera
00:12:50
Sechsmal.
Tamara
00:12:50
Also jetzt zum siebten Mal.
Vera
00:12:52
Ja, genau.
Tamara
00:12:52
Das wird magisch.
Vera
00:12:54
Und April Winter ist auf Platz zwei mit viermal. Also ich bin ja gerade auch voll im KI-Flow. Da wollen die auch noch erzählen, genau. Das längste Vorgeplänkel ever. Ich wusste ja gestern jetzt, bevor Apple da und die tote Diva raus ist, musste ich ja ein paar Sachen aktualisieren. Unter anderem habe ich in jedem E-Book hinten in der Liste aller meiner Bücher drin, natürlich mit Links. So, speziell bei den Frau Appeldau-Titeln natürlich auch. Und ich wollte natürlich jetzt mein Freebie, der Newsletter-Angebot mit dem Freebie gerade in die Biennagen-Bücher reintun. Was heißt das? Zwölf Papyrus-Dateien öffnen, Text reinsetzen, E-Pub erzeugen, Amazon hochladen. Immer das selbe. Ich meine, das ist noch zu bewältigen, aber da habe ich anderthalb Stunden. Bis du alles geklickt hast und musst ja immer aufpassen, machst du es richtig. Papyrus hat ja auch die Eigenart, manchmal diese Formate umzuhauen, da musst du immer aufpassen beim reinkopieren. Und dann habe ich halt gedacht, verdammt nochmal, ich als IT-Lehrerin, ich versuche ja bei solchen regelmäßigen Sachen immer zu überlegen, wie kann ich das vereinfachen? Habe ich die KI gefragt. Was macht man heute halt? Und Claude kann das vereinfachen. Ich habe dem dann mal zwei von meiner EPUB-Dateien hochgeladen, habe dem gesagt, was ich will. Dann hat er die analysiert und hat gesagt, pass auf, du legst jetzt für jeden dieser Teile, also für den Freebie und für die Liste der Bücher, legst eine HTML-Datei in ein Unterverzeichnis, und dazu tust du die ganzen EPUB-Dateien und dann weiß ich genau, welche Teile ich austauschen muss. Weil EPUB ist ja nichts anderes als HTML in einer ZIP-Datei. Und dann hat er mir ein kleines Skript dafür gebaut und mir gesagt, wie ich die Unterricht anlegen muss. Und das funktioniert super. Jetzt muss ich halt nur noch einmal diese HTML-Datei, hat aber natürlich auch ein Muster angelegt, editieren, neue Links reintun oder neuen Freebie-Text oder was auch immer. Und dann rufe ich das Skript auf und schwupp.
Tamara
00:14:52
Ich weiß es nicht, ob ich das technisch ganz verstanden habe, was da passiert ist.
Vera
00:14:57
Okay, sorry.
Tamara
00:14:58
Also du hast mir das ja gestern schon kurz erzählt und da dachte ich eigentlich, dass du alle E-Books bei Claude hochlädst und der verändert die E-Books. Da dachte ich nämlich im Nachhinein noch, boah, da hätte ich glaube ich Angst, dass der mir irgendwas umschreibt, einfach umgefragt.
Vera
00:15:12
Nein, nein. Also ich habe, der hat mir so ein Skript geladen, also ein kleines Programmchen. Das läuft auf meinem Rechner, da ist eingetragen ein Pfad, wo die E-Books liegen, auch nach Reihen sortiert. Und der guckt dann halt diese HTML-Dateien, die haben immer den selben Namen, also für Bookmeta, also die Liste der Bücher, oder für Freebie. Und dann geht er die Dateien in dem Ordner durch, die EPUB-Dateien, und ändert diesen HTML-Datei und schreibt mir die neuen Dateien dann in einen anderen Ort. Also der verändert nicht die bestehenden Dateien, sondern macht neue. Das passiert alles lokal bei mir. Also da wird nichts hochgeladen. Ich habe jetzt die beiden mal zum Test, damit er analysieren konnte. Die habe ich hochgeladen, aber sonst nichts. Das heißt also, diesen ganzen Prozess hier 12 oder es wird ja jetzt jedes Mal mehr, 12, 13, 14, 15 Mal Papyrus laden, ändern und so weiter, den habe ich gespart. Amazon hochladen, das muss ich immer noch. Aber das ist dann relativ schnell. Ich habe übrigens auch der KI mal geschildert, den Prozess, den wir so machen zur Produktion einer Podcast-Folge, hat den Vorteil, dass ich den dadurch ich jetzt auch mal dokumentiert habe. Aber da gibt es nicht viele KI-Möglichkeiten.
Tamara
00:16:29
Verdammt! Ja, habe ich auch gehofft.
Vera
00:16:32
Wobei, ich muss da noch ach, eine Sache muss ich noch sagen. Ich muss mich unbedingt beklagen bei dir. Ja.
Tamara
00:16:39
Was ist los?
Vera
00:16:39
Ich bin doch ein bisschen traurig, dass du dich für Upload entschieden hast. Es wäre so praktisch, wenn wir beide mit Evernote arbeiten würden.
Tamara
00:16:49
Tja.
Vera
00:16:50
Ja. Und abgesehen davon, dass du den anonymen Einsternerezensenten mehr glaubst als mir. Ja, ja. Aber gut.
Tamara
00:17:00
Ich weiß gar nicht, ob jetzt irgendjemand da draußen das versteht, aber ich habe da Vera, glaube ich, neulich offline erzählt, weil sie ja schon immer von Evernote schwärmen, von diesem allumfassenden Notiz-App-Ding. Und neulich war ich wieder an dem Punkt, dass ich dachte, okay, ich gebe der Sache eine Chance. Und ich war im App Store und da waren halt weit über 50 Prozent Ein-Sterne-Rezensionen, was mich dann doch etwas überrascht hat. Und die waren halt alle neu und alle sagten, es wurde jetzt so viel weggekürzt und früher war es mal gut und jetzt nicht mehr. Und irgendwer hat dann upnotet. Das hat den einen Nachteil, dass man eben nicht mit anderen da kollaborieren kann, aber ansonsten soll es wohl dasselbe können wie Evernote, also dass man eben am Rechner, am Handy Notizen rein, Schreiben, Bilder, Notizen festhalten kann und so weiter. Und was ich halt, und das war auch neben den Ein-Sterne-Dingern, war für mich ein interessanter Punkt. Du kannst dir halt für, ich glaube, es waren 36 Euro, eine Lifetime-Lizenz kaufen und musst nicht über Jahre irgendein Abo weiterführen. Und das fand ich sehr attraktiv. Und ich arbeite jetzt, glaube ich, schon in der dritten Woche damit, was für ein Ordnungssystem für mich schon recht lange ist. Das stimmt.
Vera
00:18:12
Das stimmt.
Tamara
00:18:13
Und ja, genau, das nutze ich jetzt zum Beispiel, um auch meine ganzen Lesungsanfragen und so zu sortieren. Und ja, ich bin eigentlich sehr zufrieden, auch wenn es die Vera ein bisschen unglücklich macht. Aber der Vorteil, oder sehen wir die positive Seite, Vera, es ändert sich ja nichts für dich. Ja, das stimmt.
Vera
00:18:31
Wobei, ich habe da noch nicht ganz aufgegeben. Also du kriegst jetzt den Einstieg und wirst genauso süchtig wie ich. Und irgendwann wirst du feststellen, dass das Abnot gar nicht reicht. Und dann werden wir dir einen einfachen Migrationsweg zu Evernote aufzeigen und dann geht es richtig ab.
Tamara
00:18:46
Ich bin ja generell für Migration, aber wir schauen mal.
Vera
00:18:50
Das ist so quasi die Einstiegsdroge jetzt. So, jetzt haben wir aber echt lange geplaudert, jetzt müssen wir mal langsam zu unserem Gast übergehen.
Tamara
00:18:58
Jawohl.
Vera
00:18:58
Ja, wenn wir von Rekordteilnehmerinnen bei uns sprechen, dann ist klar, wer gemeint ist. Natürlich die liebe Karin Müller. Und heute hat sie einen besonderen Grund, weil sie hat einen ganz, ganz herausragenden Buchstatt, der auch für sie was Neues ist. Und darüber wollen wir uns ein bisschen unterhalten. Hallo, liebe Karin.
Carin
00:19:20
Hallo, liebe Vera. Hallo, liebe Tamara. Mara, ich freue mich, dass ich wieder mal hier sein kann. Es ist ja fast wie nach Hause kommen.
Vera
00:19:28
Ja, du warst ja gerade vor zwei, drei Wochen noch da.
Carin
00:19:31
Ja, aber ich habe mir gedacht, ihr hättet es ja jetzt auch geschickter machen können. Ihr hättet mich ja jetzt anders ankündigen können mit meinem neuen Pseudonym. Dann wäre es sozusagen auch ein Podcast-Debüt gewesen. Nicht nur ein Roman-Debüt, sondern auch ein Podcast-Debüt.
Tamara
00:19:44
Verdammt.
Carin
00:19:45
Ja, haben wir verpasst.
Vera
00:19:47
Nee, nee, wir müssen ja, bekannte Stars, da muss man halt auf Bekannte sein. Das ist wie bei Rex Gildo, der musste auch immer Schlager singen, da kam der nicht mehr raus.
Carin
00:19:57
Ich bin jetzt nicht sicher, ob ich den vergleiche. Rex Gildo. Also gut, du hast nicht Andrea Berg gesagt oder sowas.
Vera
00:20:07
Aber gut, jetzt hier, ernst.
Tamara
00:20:10
Ja, lass mich das einmal noch mal ordentlich machen. Also jetzt hier zum ersten Mal bei uns im Podcast die tolle Autorin Charlotte Tarnowski.
Carin
00:20:18
Yay!
Tamara
00:20:20
Charlotte? Charlotte?
Carin
00:20:21
Charlotte.
Vera
00:20:23
Genau, zum Start ihres Hardcover-Romans, darauf muss man bestehen, die Ozeanschwimmerin. Ich halte es in die Kamera, aber es sieht keiner.
Carin
00:20:33
Ich habe es gesehen.
Vera
00:20:34
Ja, du hast es gesehen. Ja, das ist genau der Punkt. Ich meine, du bist ja jetzt schon wirklich lange im Geschäft, liebe Karin Charlotte. Ist das echt dein erster Hardcover-Buchstart?
Carin
00:20:45
Ja, also ich habe natürlich zwischendrin auch mal ein Hardcover von einem der anderen Bücher, mal über Amazon, beziehungsweise damals auch über, ich weiß gar nicht was, Tolino oder wie heißen die anderen, BOD, mal irgendwie eine Hardcover-Version gemacht. Aber das ist tatsächlich jetzt so das erste Verlags-Hardcover-Buch. Also ich habe ja schon etliche Verlagsbücher und das waren dann, und das will ich auch gar nicht kleinreden für mich, aber es waren halt nur, Taschenbücher, ja, also auch hübsche Taschenbücher, aber halt so ein Hardcover ist schon irgendwie, das fand ich schon ziemlich cool. Also das war für mich auch so ein persönlicher Meilenstein, dass ich das mal erreiche.
Vera
00:21:24
Ja, das haben wir schon gespürt.
Tamara
00:21:27
Der Titel klingt ja auch schon gleich so literarisch, die Ozeanschwimmerin. Also ich finde, es wirkt sehr beeindruckend und wie etwas, was man im Germanistikunterricht oder im Deutschunterricht bespricht.
Vera
00:21:39
Ja, etwas, was den deutschen Buchpreis gewinnt und so.
Carin
00:21:42
Also ich glaube, das ist jetzt ein bisschen arg hochgehängt, obwohl ich wirklich sehr, sehr stolz auf den Titel bin, weil das ist nämlich tatsächlich auch mein Titel gewesen. Also normalerweise ist es ja so, dass man als Autorin immer so mittelinspirierte Titel angibt und dann sagt der Verlag, ja, das ist ja alles schön und gut, aber wir nennen das jetzt irgendwie total anders. Und in dem Fall war es nicht so. Die haben also tatsächlich meinen Arbeitstitel übernommen. Und da freue ich mich wahnsinnig drüber. Ja, also ich glaube, es muss weder im Germanistikstudium noch in der Schule noch behandelt werden, noch wird es den Deutschen Buchpreis kriegen. Ich glaube, dass sich diese Geschichte sehr, sehr geschmeidig liest, trotz der emotionalen Tiefe, die da zweifellos drin ist. Aber ich glaube, man kann es genauso entspannt lesen wie die meisten meiner anderen Geschichten auch.
Vera
00:22:28
Jetzt muss ich aber, es gab gleich zig Fragen, ich fange jetzt bei der naheliegenden an. Die Ozeanschwimmerin, du hast gesagt, das ist dein Arbeitstitel. Ist dir die Idee bei der Meerschreibzeit gekommen? Warst du im Schwimmbad? Wie kommt man auf so eine Idee, die Oze... Ich mache jetzt ein Buch, das die Ozeanschwimmerin heißt.
Tamara
00:22:48
Und vielleicht zwei Sätze dazu, um was es geht für die Menschen, die sich noch nicht damit beschäftigt haben.
Carin
00:22:53
Ja, also es geht im Grunde, es sind, wenn du so willst, also es geht um eine Reise, eine innere und eine äußere Reise. Die äußere Reise ist, dass meine Protagonistin Sophie die sogenannte Oceans 7 Challenge schwimmt. Das sind die Ocean Seven, das ist vergleichbar mit den Seven Summits, also mit den sieben höchsten Bergen, nur für bekloppte Extremschwimmer, die dann durch sieben Meeresengen schwimmen, warum auch immer. Also die bekannteste ist davon der Ärmelkanal, aber es gibt noch andere. Und das haben noch nicht so viele Leute geschafft, weil es einfach auch totaler Irrsinn ist. Drauf gekommen bin ich, zu der inneren Reise komme ich gleich, aber auf die Idee bin ich gekommen, das war nicht bei der Meerschreibzeit, sondern vor fünf oder sechs Jahren, da habe ich einen Podcast gehört mit dem deutschen Extremschwimmer André Wiersig, der erzählt hat, dass er die Ocean 7 Challenge geschafft hat und absolviert hat und ich dachte mir, wovon redet der Mann? Was soll das überhaupt und wie kann man auf so bekloppte Ideen Und dann war ich aber total angefixt von der ganzen Sache und habe dann angefangen zu recherchieren und dachte mir, das ist einfach so bescheuert. Warum tun Menschen sowas? Gleichzeitig hat mich das so sehr gepackt, dieses Thema, dass mir schon 2020, glaube ich, war das oder 21, hatte ich mir dann überlegt, da möchte ich gerne einen Roman drüber schreiben. Hat aber noch keine Story und kein gar nichts. Und naja, dann hat es halt ein bisschen gedauert. Dann kam mir irgendwann die Idee. Also ich war dann immer so auf der Suche nach dem Warum. Warum tun sich Menschen sowas an? Weil ich verstehe es einfach nicht. Ich kann es wirklich, also ich verstehe eine Menge. Ich habe auch wirklich viel Fantasie, wie ihr sicherlich auch. Brauchen wir ja alle für unseren Job. Aber warum jemand auf die Idee kommt. Solche Distanzen zu schwimmen unter diesen Bedingungen, das war mir völlig absurd. Und es konnte mir auch keiner diese Frage beantworten. Also auch die Schwimmer, also André Wiersig nicht, der sehr viel über seine Challenge gesprochen hat. Nicht nur in dem Podcast, sondern der hat auch ein Hörbuch, das habe ich irgendwie fünfmal gehört, um irgendwie diese Frage zu beantworten. Viele andere Schwimmer haben darüber geblockt oder gab es Fernsehbeiträge und so was. Und keiner hat mir dieses Warum beantwortet. Und dann war das im Grunde so die Suche, meine eigene Suche nach dem Warum. Und dann fiel mir irgendwann die Sophie ein. Und da komme ich jetzt zu ihrer inneren Reise. Die ist ein bisschen, naja, also sie ist sehr tragisch. Sophie hat ihren Mann und ihren Sohn und den Hund verloren bei einem Unfall auf dem See. Und sie ist sehr tragisch. Stellt sich dieser Challenge um, ich möchte nicht sagen, ihrer Trauer davon zu schwimmen. Das geht ja auch gar nicht, sondern sich wieder ins Leben zurück zu schwimmen.
Vera
00:25:47
Ja, also ich hatte ja das Vergnügen, da schon reinlesen zu können. Ich bin noch nicht durch. Und also es fängt auf jeden Fall packend an. Wobei, das muss ich jetzt mal zu klein vermerk sagen, ich tue mich ja immer schwer, wenn dann gerade am Anfang sehr viele Perspektivenwechsel und Namen sind. Das ist ein bisschen, man braucht, also ich brauchte jetzt ein paar Seiten, bis ich so wusste, wo bin ich jetzt, wer ist es denn jetzt eigentlich und warum. Aber wenn man einmal drin ist, und es fängt ja auch mit so einer sehr packenden Szene an, wo sie da durch Quallen schwimmt, wo ich mich auch erst mal fragte, warum, um Gottes Willen, allein, dass sie da schwimmt und da noch durchquallt. Ja, also das ist auf jeden Fall eine Geschichte, die da reinzieht. Das ist ja jetzt auch, wie du gerade selbst sagst, ja auch durchaus ein tiefes emotionales Thema. Ist das für dich auch, hat das für dich auch so einen persönlichen Aspekt, das Reintufen, war das tiefer, als du vielleicht bei anderen Büchern reinarbeiten musstest?
Carin
00:26:51
Ja und nein. Also nein, im Sinne, ich habe zum Glück noch, also ich habe natürlich auch schon Verluste in meinem Leben gehabt und in meiner Familie und Todesfälle, aber jetzt nicht so nah und nicht so tragisch tragisch auf einmal, wie es bei Sophie war und ich habe auch null eigene Erfahrungen, was das Durchschwimmen von Meeresengen betrifft. Also ich glaube, meine maximale Distanz, die ich mal irgendwie vom Strand ins offene Meer zurückgelegt habe, waren vielleicht 100 Meter höchstens. Das ist wahrscheinlich schon optimistisch geschätzt. Da kann ich jetzt nicht mit so konkreten eigenen Erfahrungen dienen. Insofern war es natürlich sehr intensiv, mich damit auseinanderzusetzen. Wobei ich in eigentlich all meinen Romanen irgendwelche Themen habe, die nicht so ganz leicht zu verdauen sind. Weil mich das immer interessiert, was Menschen bewegt, wenn sie in existenziellen Krisen sind. Und ich meine, viel existenzieller kann es jetzt kaum werden als im Falle von Sophie. Aber ich habe eigentlich in all meinen Geschichten solche Themen drin. Das heißt, es war mir nicht völlig fremd, mich da mit solchen komplexeren Emotionen auch auseinanderzusetzen.
Tamara
00:28:03
Aber es ist natürlich ein sehr, sehr großes Setting. Also wenn du jetzt einen Liebesroman hast, dann klar, zwei Menschen finden sich in der Regel und das ist natürlich für die eine ganz große Sache, aber es ist eben etwas, was doch relativ häufig im Leben passiert. Aber das ist ja einfach so eine Ausnahmeaktion. Also um das vielleicht mal zu verdeutlichen, ich habe deinen Trailer gesehen oder deinen Veröffentlichungspost und da eben gelesen, um was es geht. Und es ist mir so nachgegangen, dass ich dann, als ich das nächste Mal im Hallenbad war, ich gehe im Moment öfter schwimmen, weil ich durch das Gitarre spielen so Schulterprobleme kriege und die dann wiederum durch Schwimmen wegkriege. Und ich habe da die halbe Zeit von den anderthalb Stunden, die ich da geschwommen bin, habe ich über dieses Buch nachgedacht, ohne mehr als den Klappentext zu kennen. Und ich meine, das sagt ja was, wie groß dieses Thema ist. Bist du da irgendwie dann anders rangegangen oder wie war das für dich? Einfach so eine Ausnahmehandlung?
Carin
00:29:11
Ja, also das war natürlich jetzt schon, also in der Geschichte steht das natürlich total im Fokus. Also wie gesagt, ich sage immer, es sind zwei Reisegeschichten. Einmal diese innere Entwicklungsreise und einmal diese äußere. Und die äußere ist ja relativ einfach zu erzählen. Sie schwimmt einfach diese sieben Stationen durch. Das ist natürlich auch überhaupt nicht einfach und es ist zum Teil auch sehr dramatisch und es ist zum Teil auch wirklich sehr actionreich. und da passieren ganz wilde Dinge. Das forderndere war die innere Reise und zwar nicht nur die von Sophie, sondern auch von den drei anderen Protagonisten. Vera, du hast es ja schon angesprochen, ich habe im Grunde vier Erzählperspektiven in diesem Roman, weil mir die von Sophie gerade am Anfang zu eng war. Die ist ja so sehr in sich und in ihrer Trauer auch drin, ich möchte gar nicht sagen gefangen, Aber sie hat natürlich wirklich so einen ganz, ganz, ganz engen Fokus. Die hat ja überhaupt gar keinen Blick auf wie was anderes und auf was Äußeres. Und da wollte ich dann noch diese drei anderen Perspektivfiguren mit reinbringen. Und da hat sich dann herausgestellt, das hatte ich so im Vorfeld gar nicht geplant gehabt, das hat sich dann wieder so entwickelt, wie sich bei mir ja meistens immer was entwickelt. weil die drei anderen hatten auch so ihre Geschichten zu erzählen. Und es gibt also im Grunde die vier Figuren, jeder hat so seine eigene Geschichte in dieser Geschichte drin und die eigene Entwicklung. Und das hat mich dann total fasziniert, weil das so unterschiedliche Facetten waren. Da kommen auch noch ganz andere Probleme dazu. Und wie sich das dann so im Laufe dieses Jahres aufdröselt oder auch wie sich es miteinander synchronisiert Und wie es dann zu einem Ende findet, das ist jetzt auch kein Spoiler, wenn ich sage, es gibt jetzt kein Happy End im Sinne von einem Liebesroman. Und es ist natürlich nicht alles gut, weil wie kann dann nach so einem Erlebnis überhaupt alles gut sein? Aber man klappt es wirklich mit einem hoffnungsvollen Gefühl wieder zu, dieses Buch.
Vera
00:31:07
Ich habe immer das Thema, wenn ich jetzt in meinen Krimis, die ja jetzt nicht tiefe Inneneinsichten haben, wobei ich das schon auch ein bisschen versuche natürlich einzubauen, dass ich dann immer, wenn ich so Reaktionen einbaue, schon auch überlege, sind das Reaktionen, die die Lesenden nachvollziehen können. Ich habe oft das Thema, dass ich die Figuren so reagieren lasse, wie ich es manchmal auch tun würde. Das sind dann witzigerweise oft die Szenen, wo dann Lesende sagen, also das fänden sie jetzt gar nicht gut. Was mich persönlich dann schon mal hier und da schmerzt. Und jetzt gehst du ja wirklich noch ganz andere Emotionsebenen. Wie entscheidest du, was die organische, richtige oder sinnvolle Reaktion ist? Oder hast du auch Ängste, dass du da jetzt sie reagieren lässt und kein Mensch kann das nachvollziehen?
Carin
00:32:02
Nee, die Ängste habe ich nicht. einfach, weil ich das ja eigentlich in jedem meiner Bücher mache. Also ich schreibe ja meine Bücher eigentlich immer aus Figurenperspektive. Das ist das, was die Geschichten immer antreibt. Und das habe ich wirklich vor vielen Jahren irgendwann gelernt, dass ich da so meinen inneren Sensor, der muss dann in den Zwinger, wenn ich schreibe, den kriege ich dann auch ziemlich mundtot gemacht und ich lasse wirklich die Figuren von der Leine. Und wenn die Figur... In einer bestimmten Form reagiert oder auch was sagt, dann schreibe ich da einfach mit und nehme das mal zur Kenntnis, ohne es jetzt mal von meiner Seite dann erstmal zu bewerten und ich gucke es mir dann halt im Nachgang nochmal an und in aller Regel, also ich würde mal sagen, in 90% aller Fälle ändere ich dann auch nichts mehr, sondern sage, die Figur hat recht und das scheint zu funktionieren. Also so habe ich es auch mit dem Roman gemacht und so mache ich es mit meinen anderen Geschichten auch.
Vera
00:32:56
Ja, womöglich sind deine Reaktionen auch von den anderen verständlicher als meine.
Carin
00:33:01
Weiß ich nicht, aber es sind nicht meine Reaktionen, weil ich ganz, wirklich in ganz vielen Fällen und gerade auch in dem Buch, da reagieren ja die Figuren also wirklich total anders, als ich jemals reagieren würde. Also wirklich, also das hat dann, da sind nicht so viele Parallelen zu mir. Oder die, ich will jetzt auch gar nicht sagen, also es gibt da eine Figur, die hassen alle. Und ich würde mal sagen, diese Figur hat noch so mit die, also Ich kann ihre Reaktionen so gut nachempfinden, weil ich ganz oft genauso fühle wie sie und die ist wirklich maximal unsympathisch. Das ist die Schwester von Sophie. Und das sagt jetzt auch nicht so richtig viel Positives über mich aus, aber ihre Reaktionen entsprechen manchmal eher meinen als die der anderen Figuren. Also es ist wirklich so, dass da, also natürlich, ich schreibe das ja, das heißt, es wird sehr viel von mir da drin sein, aber es fühlt sich im Schreibvorgang und dann auch im Lesevorgang nicht so an, als wäre das meine Stimme, sondern das sind tatsächlich die Stimmen der Figuren und hat jetzt nicht so viel mit meinen Reaktionen zu tun.
Tamara
00:34:08
Aber du hast vorhin gesagt, du hast deinen inneren Zensor ganz gut im Griff. Kannst du da mal als kurzen Exkurs erzählen, wie du da hingekommen bist?
Carin
00:34:17
Ja, das hat Jahre gedauert und es war sehr schmerzhaft. Ich weiß es wirklich fast auf den Tag genau oder zumindest auf das Jahr genau. Das war 2018. Da lief es so richtig scheiße bei mir, um es mal deutlich sagen zu dürfen. Also es lief vorher nicht brillant, dann war es okay, dann war es wieder nicht so brillant und dann war ich aber wirklich gefühlt an einem totalen Tiefpunkt. Und dann habe ich einen Roman geschrieben, der eigentlich der dritte Teil meiner Millionärsklapp-Reihe werden sollte. Und es war ein totales Gequäle und ich habe versucht, das irgendwie in dieses Gerüst zu packen. Und dann hatte ich die Deadline schon gerissen und ich reiße nie Deadlines. Also wirklich nie, im Sinne von niemals nie, da habe ich sie gerissen und habe gesagt, das geht einfach nicht. Und dann war ich im Urlaub und dann habe ich mit der Kollegin, weil es war so ein Gemeinschaftsprojekt unter Kolleginnen und dann habe ich die angerufen und habe gesagt, du, ich kann das, also das wird so nichts. Also ich bin eigentlich fertig, aber die Geschichte fühlt sich nicht gut an, die fühlt sich ganz fürchterlich an. Ich habe so tolle andere Ideen dafür und dann hat sie gesagt, na gut, dann lass es halt, dann gibt es halt jetzt erstmal keinen Millionär und mach mit der Geschichte, was du willst und das war für mich so der Startschuss, da habe ich dann wirklich, ich habe. Also ich habe nicht alles gelöscht, aber naja, fast alles. Ich habe die dann nochmal komplett neu geschrieben und daraus ist dann der Roman Robin High in the Sky geworden, der erstmal ein totaler Megaflop war, weil da alles schief gegangen ist, was schief gehen konnte. Aber mit dieser Geschichte habe ich es wirklich geschafft. Und ich kann dir nicht sagen, wie genau ich es geschafft habe. Es war dann nur, ich glaube, dieser Leidensdruck war so hoch, dass ich irgendwann gesagt habe, okay, alles, was ich bisher gemacht habe, und ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt ja schon echt viel gemacht, hat nicht so richtig gut funktioniert. Und ich muss jetzt einfach mal alles einreißen und alles vergessen, was ich bisher dachte, dass es richtig und in Ordnung ist, sondern lass es einfach mal fließen. Und dann ging das. Es war erstmal so eine wirklich ganz bewusste Entscheidung, immer wenn dann diese, ich meine, ihr kennt die auch, diese fiese Stimme. Nee, das ist doch totaler Quatsch und wer würde denn so reagieren? Und das ist doch viel zu drüber. Und nein, und das wird kitschig. Oder nein, so viel Drama braucht es nicht. Und ich habe mir gedacht, halt die Klappe, halt die Klappe, halt die Klappe und habe das genau so geschrieben. Und ja, seitdem klappt das. Also, es klappt auch nicht immer. Ich meine, manchmal kommt dieses kleine Arschloch noch und sagt, und dann sage ich aber, geh wieder auf deinen Platz.
Vera
00:36:51
Manchmal schreibt man ja auch Mist, das sollte man ja auch merken, oder?
Carin
00:36:55
Ja, aber ich finde, also, ja, natürlich, aber das fällt dann auch schon auf. Aber ich, wie gesagt, meistens gelingt mir das jetzt inzwischen ganz gut, diese innere Stimme mundtot zu machen und es einfach loszuschreiben.
Vera
00:37:13
Ja, dann aber müssen wir jetzt mal zu dem Teil kommen oder zu dem Aspekt deines neuen Buches, die ja auch für uns besonders interessant ist. Du hast es ja vorhin schon gesagt. Es ist der erste Hardcover-Veröffentlichung in einem großen Publikumsverlag. Erstmal, wie ist es dazu gekommen?
Carin
00:37:32
Ja, auch eine interessante Geschichte. Mir kam ja diese Idee, ich weiß es echt nicht mehr, was 2020 oder 2021. Da war ich total angefixt von dieser Ocean 7 Challenge. Da habe ich dann irgendwann auch mit meiner Agentin mal telefoniert, weil wir wegen irgendwelchen anderen Büchern gequatscht haben. Und dann habe ich ihr davon erzählt und habe gesagt, da würde ich gerne irgendwas drüber schreiben. Und dann hat sie gesagt, ach, das ist ja total abgedreht, ja, klingt gut, überleg dir mal was. Und dann hat sie dann immer nachgebohrt, also so alle paar Monate, ja, wie sieht es denn jetzt aus, hast du da schon was? Und irgendwann habe ich gesagt, ja, ich habe einen Titel, also der Titel, die Ozeanschwimmerin, war damals schon irgendwie so gut. Und ich dachte, ich möchte gerne eine Frau haben, die das macht, aber ich wollte jetzt keinen irgendwie Sportheldinnen-Roman schreiben. Das hätte ich jetzt irgendwie auch ein bisschen quatschig gefunden. Und naja, und dann irgendwann kam mir dann auch relativ zügig dieses traurige Schicksal von der Sophie in den Sinn und habe mir aber gedacht, das packe ich nicht. Ich packe das nicht, diese Geschichte zu schreiben. Das ist so schmerzhaft und so emotional. Und die Eva, meine Agentin, immer, ja, mach das mal, mach das mal. Und ich, nee, gerade ist es wieder Corona und ich schaffe es gerade nicht. Und ich, jetzt mach doch mal, mach doch mal. Und dann war es 23, dann fing sie wieder an, ja, mach doch mal, mach doch mal. Dann habe ich gesagt, ja gut, dann schreibe ich jetzt mal ein Exposé und eine Leseprobe. Und das habe ich dann gemacht. Und ich bin ja, also habe ich ja auch schon, glaube ich, hier bei euch auch mehrfach erwähnt und ansonsten auch so, ich plotte ja nicht gerne. Also das ist für mich irgendwie ja so die Höchststrafe. Und dann, wenn man aber einen Verlagstitel haben will, ist es ja genau eigentlich die Basisvoraussetzung, dass man irgendwie eine vollständige Geschichte schon mal verkauft. Dann habe ich dann dieses Exposé geschrieben und habe mit der Leseprobe angefangen und habe es der Eva geschickt. Und dann ging das erschreckenderweise total schnell. Wahnsinnig viele Verlage hatten richtig Interesse daran. Am Schluss waren drei Verlage übrig, die gegeneinander gepitcht haben. Dann habe ich mit drei verschiedenen Lektorinnen aus drei Verlagen telefoniert, die sozusagen Werbung für sich in eigener Sache gemacht haben und warum dieses Buchprojekt bei ihnen jetzt so besonders gut aufgehoben wäre. Und naja, dann habe ich mich letztlich für Goldman entschieden und weil ich da mit der Lektorin, mit der Lena Schäfer wirklich auch den besten Draht hatte und das Gefühl hatte, dass es gut funktioniert. Da stand aber noch nicht fest, dass es ein Hardcover wird. Da war irgendwie, ja, wir kaufen jetzt mal das Manuskript und schauen dann mal, was passiert. Und dann hieß es, naja, wir machen es wahrscheinlich im Taschenbuch und dann sollte es früher 25 erscheinen. Und, naja, dann habe ich es erst mal geschrieben, das war vor zwei Jahren. Ich habe es exakt vor zwei Jahren abgegeben, im Mai 24. Und dann dachte ich mir, ja gut, schauen wir mal, was passiert. Dann war irgendwie Herbst 24, Herbst oder Winter, weiß ich nicht mehr, kurz vor Weihnachten, rief mich die Lena an und sagt, ja du, ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für dich. Die gute Nachricht ist, unsere Hardcover-Chefin hat sich das Manuskript unter die Nagel gerissen und wird es gerne im Hardcover bringen. Und ich, ja, jubel. Und die schlechte Nachricht, die Veröffentlichung verzögert sich, weil es gibt ja im Hardcover nur deutlich weniger Programmplätze und die waren natürlich dann schon alle ausgebucht und deswegen hat es so lange gedauert.
Vera
00:40:52
Ja, cool. Jetzt, wenn du sagst, drei Verlage haben sich beworben, das dürfte sich ja dann auch finanziell bei dir ausgewirkt haben, oder?
Carin
00:41:01
Ja.
Vera
00:41:02
Okay, das heißt, der Vorschuss ist weit höher als sonst.
Carin
00:41:06
Der war also deutlich höher, als ich es sonst erlebt habe. Also der war sicherlich nicht so hoch wie bei vielen ganz großen Namen, also wahrscheinlich weit davon entfernt. Aber es ist also für das, was ich bisher immer im Verlag bekommen habe, war es also deutlich höher. Insofern schon sehr erfreulich für mich.
Vera
00:41:23
Na gut, ich frage jetzt nicht nach der Zeit.
Carin
00:41:25
Ja, ich meine, ich.
Vera
00:41:26
Äh, weißt du, ich frag nachher nochmal. Jetzt Hardcover, gut, aus jetzt mal davon abgesehen, klar, so ein Hardcover Buch hat natürlich wertiger und so. Du hast ja jetzt auch schon andere Verlagsbücher rausgegeben. Was war denn neben des reinen Buchformats als das, was sich dann für dich da geändert hat. Was war anders bei Hardcover-Veröffentlichung?
Carin
00:41:50
Ja, nachdem das komplette Lektorat fürs Taschenbuch eigentlich durch war, also inklusive Innenlektorat, Außenlektorat und da nochmal drei Durchgänge, kam jetzt dann nochmal das Hardcover-Lektorat dazu und die haben gesagt, Wir gucken da jetzt auch noch mal drauf. Und da ging es wirklich immer nur um Kleinigkeiten. Aber ich habe gefühlt, habe ich dieses Manuskript nach der Abgabe 700.000 Mal wieder noch in die Finger gekriegt. Und dann musste es bis vorgestern erledigt sein. Also es ist jetzt natürlich wirklich total dramatisiert. Aber ich liebe ja überarbeiten im Gegensatz zu Tamara so gar nicht. Das ist für mich der absolute Halbtraum. Ja, wirklich. Ich schreibe gerne und dann steht Ende und dann will ich eigentlich mit dem Buh nichts mehr zu tun haben. Das wäre so mein Ding. Und dann meinten dann halt, es meinten dann halt plötzlich ganz viele Leute, da noch mitreden zu wollen. Und dann auch über ganz bizarre Dinge. Also, denkst du wirklich, dass die das so und so sagt? Und ich, ja. Ja, aber das klingt jetzt nicht so, sage ich, aber doch. Und dann haben wir dann teilweise wirklich, dann ging es dann echt mal um einen Halbsatz, wo wir dann da hin und her diskutiert haben. Und das, also wie gesagt, waren nie große Sachen, aber halt solche Detailfragen. Also das fand ich schon einen sehr, sehr, sehr intensiven Prozess.
Vera
00:43:09
Guckt so ein Hardcover-Lektorat anders auf ein Buch als so ein übliches?
Carin
00:43:14
Ja, also offensichtlich ja. Das hat mir dann immer die, also ich habe ja immer nur Kontakt zu Lena gehabt, das ist ja so meine Lektorin, die eigentlich aus dem Taschenbuch kommt. Die hat mir dann sozusagen immer die Anmerkungen aus der Hardcover-Redaktion weitergeleitet und gemeint, da kamen die Kollegen noch gemeint, eventuell könnte man da noch und so. Weil wir haben ja da noch einen anderen Qualitätsanspruch. Und sage ich, ja gut, aber ich meine, es ist doch jetzt nicht Müll, was wir jetzt hier produziert haben.
Vera
00:43:46
Also Entschuldigung.
Carin
00:43:49
Nee. Und wie gesagt, es waren dann halt echt immer nur so, ich hatte dann manchmal so das Gefühl, Da kamen dann einfach noch Anmerkungen, einfach nur damit noch jemand eine Anmerkung gemacht hat. Also so ein bisschen selbstzweckhaft. Aber vielleicht tue ich da jetzt auch allen Unrecht und es ist in Wirklichkeit total wichtig gewesen und ja, kann sein.
Tamara
00:44:09
Also ich muss jetzt nochmal nachfragen, weil, gut, Hardcover-Lektorat konnte ich mir schon denken, dass einfach Hardcover vielleicht eine andere Zielgruppe haben, die ein bisschen andere Erwartungshaltungen haben oder so. Aber du hast auch gesagt Innenlektorat und Außenlektorat. Den Verlagssprech kenne ich jetzt gar nicht.
Carin
00:44:27
Ja, das ist so. Das ist eigentlich ganz üblich bei den meisten Publikumsverlagen. Man hat ja da eigentlich immer die eigene Lektorin oder den Lektor, der zu dem Projekt zugeordnet ist. Und je nachdem, wie engagiert oder auch wie viel Arbeit die Leute haben, gehen die öfter mal grob in den Text rein oder sehr detailliert. Die Lena hat das schon sehr intensiv auch durchgearbeitet mit mir zusammen. Und dann gibt es aber immer noch ein Außenlektorat. Das sind irgendwelche freien Lektorinnen und Lektoren, die einfach von außen noch zusätzlich als neues, als weiteres Paar Augen da engagiert wird, die dann auch nochmal drüber gehen. Da hatte ich dann zum Glück, da war ich dann sehr froh. Das war dann meine Lieblingslektorin Julia, die mich auch bei so gut wie allen Self-Published-Büchern seit über zehn Jahren begleitet. und das war dann sehr angenehm.
Tamara
00:45:17
Also quasi innen und außen vom Verlag. Ich dachte jetzt so, innen, okay, das ist die Geschichte, außen, vielleicht der Klappentext.
Carin
00:45:26
Nein, nein, also zwei unterschiedliche Durchläufe von unterschiedlichen Leuten.
Tamara
00:45:29
Okay, verstanden.
Vera
00:45:31
Aber dann ist der Text dann irgendwie nach Sichtdurchläufen fertig. Wie ist es denn mit dem Marketing? Hat das Buch dann jetzt auch ein ganz anderes Marketingbudget? Als die anderen Bücher?
Carin
00:45:45
Ja, wie hoch das Budget ist, weiß ich natürlich nicht, aber ich habe da schon ganz deutliche Unterschiede gemerkt. Also ich muss dazu sagen, meine anderen Bücher, da war ich halt wirklich so eine klassische Mitlist-Autorin. Da wurde das Manuskript eingekauft und das Buch wurde veröffentlicht und vielleicht wurde da irgendwie im Newsletter mal eine Erwähnung gemacht oder es wurde ein Social-Media-Post gemacht. Und der Rest war dann mehr oder weniger mir überlassen, beziehungsweise je nachdem, wenn die Vertreter dann die Bücher gut verkauft haben, schon irgendwie in den Vorschauen, dann war das dann auch noch nett, aber ansonsten wurde da nie viel gemacht. In dem Falle ist es schon ganz anders. Die haben tatsächlich schon letztes Jahr im Dezember einen Vorabdrucklauf gemacht. Das Buch war ja schon lange fertig. Das heißt, die Vertreter konnten tatsächlich mit dem fertigen Buch in die Buchhandlungen gehen und das passiert wohl auch nicht bei vielen Büchern. Also das wäre ja einfach vom reinen Volumen her zu aufwendig und auch von der Produktion. Und ja, sie haben noch eine externe Agentur engagiert, die für Lesungen und für Pressearbeit zuständig ist. Das fand ich dann auch schon spannend, weil das hatte ich bisher auch noch nicht erlebt.
Vera
00:46:56
Hast du denn davor jetzt schon was gemerkt?
Carin
00:46:59
Also wenn die Show jetzt ausgestrahlt wird, ist es ja gerade erst zwei Tage erschienen. Jetzt sind wir noch zwei Tage vor der Veröffentlichung. Und ich habe schon gemerkt, dass ich jetzt ein paar Anfragen bekommen habe, Presseanfragen, auch in ein paar Podcasts. Nee, das ist schon ganz schön. Es gibt auch eine Buchparty, eine Buchstattparty, die ich nicht organisieren musste.
Vera
00:47:24
Wie schade, da fehlt doch was. Das macht doch den größten Spaß.
Carin
00:47:27
Nee, da habe ich ja gar keine Lust drauf. Ich muss da einfach, da freue ich mich, das findet am Samstag statt, also wirklich am Tag jetzt hier nach der Erstausstrahlung. Das wird eine sehr hübsche kleine Geschichte werden, hoffe ich jedenfalls. Ich bin schon fleißig am Leseszenen üben und ja.
Vera
00:47:44
Hast du denn jetzt auch schon von den, wenn du sagst, die Vertreter waren im Dezember schon bei Buchhandlungen, das heißt, hast du schon so ein bisschen Ideen über Vorbestellzahlen bis sie jetzt direkt in der Spiegel-Bestsellerliste?
Carin
00:47:57
Also nee, ich glaube nicht, weil da hätte, also wenn das so wäre, da hätte man mich vielleicht informiert, da ich keine Info bekommen habe, gehe ich mal davon aus, dass ich da nicht in die Nähe gekommen bin oder noch nicht oder ich weiß es auch nicht. Nein, also weiß ich nicht, keine Ahnung, habe leider da noch keine konkreten Zahlen bekommen, aber ich hätte vielleicht mal nachfragen sollen, das habe ich nicht gemacht. Aber ich dachte, wenn jetzt wirklich was Großartiges passiert, werde ich proaktiv informiert.
Vera
00:48:21
Also wenn die Kiste Shampoos vor der Tür steht, dann ist was passiert, ja. Jetzt hast du dir das Buch ja unter einem neuen Pseudonym veröffentlicht. Du hast ja auch nicht genug, ne?
Carin
00:48:34
Nö. Offensichtlich nicht.
Vera
00:48:38
Hättest du nicht einfach eins nehmen können oder so? Warum da schon wieder Neues?
Carin
00:48:42
Ja, frag den Verlag. Also ich hätte es natürlich unter einem meiner anderen Namen, ich hätte es auch gerne als Karin Müller veröffentlicht. Aber ja, also Verlage, und das kann ich ja bis zu einem gewissen Punkt auch nachvollziehen, haben wir halt immer gerne neue, frische Stimmen, die man noch nie vorher gehört hat. Ja, das ist natürlich irgendwie Augenwischerei. Wir kommunizieren das auch ganz offen. Also es steht jetzt hinten, ist eine Frankfurter Autorin oder sowas. Da stehen jetzt nicht mal eine Dutzend anderen Namen noch drin. Aber wenn man irgendwie Charlotte Tarnowski googelt, kommt man auf meine Autorinnen-WG-Seite. Und ja, also es ist kein Geheimnis. Das war mir total wichtig, dass es ein offenes Pseudonym ist, weil alles andere ist mir einfach viel zu umständlich und anstrengend auch. Aber sie wollten halt gerne einen neuen Namen haben.
Tamara
00:49:36
Gut, ich finde der Name passt irgendwie so vom Vibe her auch zu dieser Art Geschichten, so wie ich es mir jetzt vorstelle. Wie seid ihr drauf gekommen? Also es ist ja jetzt eben kein Meier und Müller.
Carin
00:49:48
Ja, das war, also das ist tatsächlich der einzige meiner vielen Pseudonymnamen, der wirklich was mit mir zu tun hat. Tarnowski ist der Geburtsname meiner Großmutter mütterlicherseits. Die stammte aus Polen und dann dachte ich mir, Tarnowski, es klingt irgendwie so, es klingt irgendwie in jeder Sprache, kann man das aussprechen, aber es klingt irgendwie so ein bisschen nach mehr als Müller.
Vera
00:50:12
Ja, wobei, ich habe jetzt gerade so die drei Sätze, die da über die Autorin im Buch stehen, steht, Charlotte Tanowski arbeitet als freiberufliche Journalistin und Autorin und lebt in Frankfurt am Main. Die Magie der Ozeane hat sich schon früh in ihren Bann gezogen. So ist es kein Wunder, dass es auch in ihren Geschichten und Romanen immer wieder ums Meer geht.
Carin
00:50:35
Stimmt ja auch.
Tamara
00:50:36
Du hattest doch dieses Wale-Buch.
Carin
00:50:39
Drei.
Tamara
00:50:40
Drei Wale-Bücher. Mensch, das wäre doch jetzt gerade wieder mega angesagt.
Carin
00:50:46
Ja, die laufen auch immer noch gut. Also da will ich mich gar nicht beschweren, diese Wahl-Bücher, die auch echt schon alt sind, aber die kommen gut an. Dann hatte ich ja auch diese Geschichte, die auf den Silly-Inseln spielt, das ist ja auch alles sehr am Meer. Also ich habe schon immer viel Meeresthemen auch an meinen Schichten. Also außer in Schottland. Obwohl Schottland ja auch... Hat ja sehr viel mehr, aber Kirkby jetzt gerade nicht. Das ist schon einfach sehr Highland-mäßig ohne mehr.
Tamara
00:51:11
Jetzt muss ich dir noch eine Frage stellen, die habe ich letzte Woche auch schon der Stephanie Gregg gestellt, weil ich ganz gerne da so ein bisschen die Herangehensweise anderer Leute hören mag. Also wir haben ja jetzt eben gemeinsam, dass wir ein Buch geschrieben haben über das Beginn mit dem Tod von wichtigen Menschen und bei mir war es so bei Rock in Peace. Ich hatte zwar vorher grob geplottet, was so äußerlich passieren soll, aber was eigentlich das richtige Ende sein muss, habe ich erst beim Schreiben selbst verstanden. Und du hast jetzt auch gesagt, du plottest nicht gern. Also wie war da für dich die Reise und irgendwann der Punkt, wo du gesagt hast, ah, das ist das Ende.
Carin
00:51:53
Ja, da muss ich auch wieder differenzieren zwischen der äußeren und der inneren Reise. Also ich habe, die äußere Reise war ja dann klar, sie sollte diese sieben Meeresengen durchschwimmen und das wollte ich dann auch, dass sie das innerhalb des Romanplots schafft. Da hat es dann zumindest da schon mal ein Ende gehabt. Und ja, wie es in ihr drin aussieht und vor allen Dingen noch eigentlich viel spannender, weil ihre Reise war ja auch klar. Mir war klar, sie musste dann am Ende einfach in einer, anderen emotionalen Verfassung sein als am Anfang des Buchs. Also sie ist jetzt da nicht irgendwie jubelnd und super glücklich, springt sie dann aus dem Wasser raus und sagt, tschakka, jetzt fängt mal neues Leben an. Aber sie hat natürlich jetzt eine ganz andere Einstellung. Noch ein bisschen überraschender waren die Reisen der drei anderen Figuren, die ich ja halt überhaupt noch nicht irgendwie auf dem Schirm hatte, was mit denen alles so passiert. Das hat sich alles tatsächlich so ergeben im Laufe des Schreibens.
Tamara
00:52:48
Und warst du da die ganze Zeit, Oder als es fertig war, warst du dir da sicher, dass das so passt? Also ich habe mir unheimlich Gedanken gemacht, dass die Leute sagen, ja und jetzt? Also letzten Endes waren sie dann alle sehr glücklich damit, wie es geendet hat, aber ich habe unheimlich Angst vor dieser Reaktion gehabt. Ja, was ist jetzt?
Carin
00:53:10
Also diese Angst kann ich noch besser ausblenden als den inneren Kritiker. Also wirklich, ich muss wirklich sagen, Ja, also wenn ich natürlich, also in dem Moment, wo dieses Buch veröffentlicht, also eigentlich in dem Moment, in dem ich das Buch an meine Lektorin schicke, ist es ja schon nicht mehr meins. Also nicht mehr zu 100 Prozent meins. Und vor allen Dingen jetzt ab dem Moment, in dem es veröffentlicht ist und jeder liest was anderes raus, wahrscheinlich aus dieser Geschichte, dann ist es einfach nicht mehr meine eigene Geschichte und ich bin nicht mehr die Einzige, die da eine Deutungshoheit hat. Und das ist auch okay so. Aber wenn ich schreibe, ist mir es wirklich, und das muss ich jetzt in aller Drastigkeit so sagen, es ist mir scheißegal, was irgendjemand anderer da denken könnte. Es ist mir wirklich, da denke ich gar nicht dran. Es ist total außerhalb meines Wahrnehmungshorizonts, was irgendjemand anderer in dem Moment, wenn er diese Szene liest, denken oder empfinden könnte. Es ist mir wirklich total egal.
Tamara
00:54:06
Ich komme mal zu dir zum Mindset-Coaching.
Vera
00:54:10
Wobei ich jetzt ja schon sagen muss, liebe Karin, ich finde deine Geschichte ist ja viel, viel trauriger als Tamaras Geschichte, weil bei dir stirbt auch der Hund.
Carin
00:54:19
Da hatte ich auch die krassesten Diskussionen mit meiner Lektorin drüber. Die hat dann immer, wenn ich den Hund erwähnt habe, wollte sie das immer rausstreichen. Und dann habe ich dann zu ihr und gesagt, Lena, du hast keinen Hund, oder? Und sie, nee, sage ich, ja, erklärt alles. Die Hundeszenen bleiben genauso drin, wie sie drinstehen.
Tamara
00:54:35
Nein, keine Tiere töten. Menschen, Kinder, alles egal. Aber keine Tiere töten. Ja, ich weiß das.
Carin
00:54:41
Aber das war auch wirklich so mit, also ich meine, das ist wirklich fies. Nein, also das ist natürlich, aber sie verliert wirklich alle drei. Ja, den Mann, den Sohn und den Hund.
Vera
00:54:51
Ja, ich meine.
Tamara
00:54:53
Gut, der hätte auch nicht mitschwimmen können.
Carin
00:54:55
Nee.
Vera
00:54:57
Aber ich muss jetzt nochmal zu den pragmatischeren Themen umkommen, weil mich das sehr interessiert, weil ich ja auch immer so ein bisschen noch dieses, ja, wie soll ich das sagen, so dieses Verlagsglanz, Glanz, den viele Menschen, speziell Autoren so sehen, noch so ein bisschen in das reale Licht heben würde. Jetzt hat da der Verlag, wie du ja schon sagst, durchaus ja mehr in Marketing investiert, hat eine Agentur gemacht. Ich meine, du bist ja jetzt auch viele Jahre im Self-Publishing, du kennst dich ja auch mit vielen Marketing-Sachen aus. Gibt es da was, was der Verlag macht, was dich völlig überrascht hat, wo du sagst, oh, das ist cool, das merke ich mir. Oder was ist dein Eindruck? Oder würdest du eher sagen, ach komm, sorry Leute, das kann ich besser.
Carin
00:55:51
Ich würde jetzt gerne sagen, kein Kommentar. Nein, also ich finde das toll, jetzt auch mit dieser Agentur zusammenzuarbeiten. Die machen jetzt einfach genau die Dinge, die ich persönlich ja nie mache, einfach weil sie mir zu viel Arbeit sind und weil ich nicht so sehr den Benefit für mich und meine Self-Published-Bücher zumindest sehe, sprich Pressearbeit und Veranstaltungsorganisation. Das habe ich einfach in den letzten Jahren komplett unterm Tisch fallen lassen. Ich weiß, gerade du bist ja da ganz groß drin und ich bewundere dich ja auch immer dafür, dass du dann auch regelmäßig deine Presseberichterstattung und sowas hast. Ich habe das einfach seit zehn Jahren überhaupt nicht mehr gemacht, weil es mich einfach, wenn ich mir gedacht habe, boah, also ich habe nicht das Gefühl, dass es mir jetzt wirklich für meine Bücher irgendwas gebracht hätte. Das finde ich schon cool, dass es da jetzt Leute gibt, die genau das machen, und dass da plötzlich einfach auch ein bisschen Feedback von anderer Seite kommt und dass irgendwie Presseanfragen kommen und so weiter. Das finde ich schon ein, Total spannend. Ansonsten, was ich halt bei Verlagen wirklich gut finde, ist diese Buchhandelspräsenz. Also, dass sie dafür sorgen, dass dieses verdammte Buch in möglichst vielen Buchläden zu liegen kommt. Und ansonsten habe ich ehrlich gesagt, vielleicht kommt ja noch was ganz Aufregendes, von dem ich noch keine Ahnung hatte, Ich habe jetzt eine Lovely Books Leserunde laufen, die habe ich aber auch selbst organisiert, also in Absprache mit der Presseabteilung vom Verlag. Die haben Bücher rausgeschickt, aber die Runde habe ich selbst organisiert und die manage ich auch alleine, weil mir das auch wichtig ist, dass ich den direkten Austausch mit den Leuten habe. Und ansonsten mache ich einfach genau den gleichen Kram wie immer und merke dann halt mal, wenn eine Story auch von Penguin Random House geteilt wird, dann hat sie so ein bisschen mehr Sichtbarkeit. Aber wir reden da jetzt nicht von irgendwelchen Erdrutschen, die da plötzlich, aber vielleicht kommt es ja noch.
Vera
00:57:52
Ja, genau. Das Buch ist ja noch nicht, also die Folge ist raus. Wobei mich schon sehr interessiert, was diese PR-Agentur so macht. Also da wusste mir im Nachgang, wenn du was mitkriegst, Da würde ich gerne von lernen, was die Profis da noch so machen.
Carin
00:58:05
Ich glaube, da bist du wirklich so viel besser aufgestellt als Tamara und ich. Und wahrscheinlich könntest du in die Agentur einsteigen und dich nahtlos einstiegen.
Vera
00:58:15
Ich gucke mal, vielleicht brauche ich ja nächsten Job.
Carin
00:58:19
Die haben halt einfach gute Kontakte. Die machen halt nichts anderes. Das heißt, die haben natürlich einen riesengroßen Presseverteiler. Das heißt, die müssen nicht erst recherchieren, wen könnten wir ansprechen, sondern die sprechen halt einfach an.
Vera
00:58:29
Ja, und wenn so eine Agentur und auch mit Penguin, Penguin, Randemaus, bei FAZ kommt, dann kommt sie auch an den Kulturredakteur, ich nicht, ich komme möglichst an die Zentrale.
Carin
00:58:40
Ja, aber der Kulturredakteur der FAZ wird auch nicht die Ozeanschwimmerin lesen, das muss man jetzt auch mal ganz klar sagen, das wird einfach nicht passieren.
Tamara
00:58:48
Warum nicht?
Carin
00:58:49
Das ist glaube ich einfach nein, also ich will jetzt also ich weiß auch gar nicht, ob es da gut aufgehoben wäre, dieses Buch, im FAZ-Föto, also ich glaube auch gar nicht dass es da irgendwie auch so einen, sag ich mal, so einen Effekt hätte, also Effekt im Sinne von, also es würde vielleicht mein Ego streicheln aber es würde jetzt monetär oder sowas würde es wahrscheinlich nicht viel bringen Ja.
Vera
00:59:14
Aber Ego streicheln ist doch auch schon mal was, ne? Abgesehen davon, also es liegt jetzt bei mir hier gerade neben dem Buchpreisbuch vom vorletzten Jahr und also ganz ehrlich, dagegen muss es sich nicht verstecken, finde ich.
Carin
00:59:28
Nee, das sehe ich auch so, wobei das vom vorletzten Jahr, du sprichst von Martina Hefter.
Vera
00:59:32
Oder?
Carin
00:59:33
Ja, das mochte ich ja auch sehr, sehr gerne. Also ich meine, da hätte ich nichts dagegen, damit verglichen zu werden, aber das ist glaube ich schon, ist ja eine ganz andere Thematik. Also ich würde es, trotz alledem würde ich dieses Buch wirklich immer noch als Unterhaltungsroman bezeichnen. Also das ist einfach wirklich so meine Liga und das, was ich bisher gespiegelt bekommen habe, es hat natürlich eine enorme emotionale Tiefe, aber es ließ sich schon einfach snackig weg.
Vera
01:00:02
Ja, ja gut. Snackig, also snackig, ne.
Carin
01:00:07
Wenn du dich an die Perspektiven mal gewöhnt hast.
Vera
01:00:09
Ja, ich bin ja, glaube ich, über diese Anfangsschwelle hindurch. Aber wegsnacken nicht. Dafür muss man schon auch, denkt man automatisch zu tief nach, weil warum macht sie das jetzt und so. Also ich rätsel dann da immer. Also es ist nichts, was ich mal so bei einem Liebesroman, da würde ich so durchrauschen. Aber da nicht. Also snackig nicht.
Tamara
01:00:31
Aber ich finde, das ist ein riesen Kompliment, wenn jemand sagt, das bringt mich zum Nachdenken.
Carin
01:00:35
Ja, total.
Tamara
01:00:35
Das ist tatsächlich, würde mich sehr froh machen. Und ich glaube, dass so diese Grenzen zwischen, wie man so schön sagt, E und U, ja auch oft verschwimmen.
Vera
01:00:45
Also ich fand jetzt, hey, morgen, wie geht es dir, fand ich jetzt auch auf seine Art unterhaltsam.
Carin
01:00:51
Total, absolut.
Tamara
01:00:52
Finde ich super unterhaltsam. Und gerade mit so einem Thema, was ja die Leute emotional eben anregt, also finde ich schon, dass das jetzt für mich, ich meine, ich habe es jetzt offensichtlich noch nicht gelesen, Aber es klingt für mich jetzt schon einfach nach was... Was man nicht einfach nur so aus Spaß liest. Und ich habe mich beschäftigt im Moment einen Satz, und den würde ich dir gerne hinwerfen und schauen, was dir dazu einfällt. Und zwar geht der, als Künstlerin darfst du keine emotionalen Schutzschilde haben.
Carin
01:01:27
Ja, 100 pro. 100 pro. Und das ist genau das, was ich 2018 kapiert habe. Also das war nicht nur, dass ich meinen inneren Kritiker wegsperren konnte, Aber der hat es ja verhindert, dass ich emotionale Schutzschilder runter, oder der hat dafür gesorgt, dass ich die immer noch oben hatte, weil ich mich nie getraut habe, mich wirklich ganz roh und verletzlich zu zeigen und mich auch meinen Protagonisten buchstäblich auszuliefern. Und das ist, unterschreibe ich diesen Satz zu 100 Prozent. Also man darf da wirklich, man darf da keine Scheu haben und das ist wirklich schmerzhaft. Also ich habe bei dem Buch, auch beim Schreiben, gab es Szenen, da habe ich beim Schreiben geweint. Ich habe bei jedem der Milliarden Überarbeitungsgänge an der Stelle geweint. Und ja, weil es mich dann einfach so mitnimmt in der Szene. Und dann aber auch alle Emotionen, die es so gibt. Da gibt es ja auch wirklich lustige Szenen in dem Buch. Also man muss jetzt nicht immer mit Tränen rechnen. Man muss mit Tränen rechnen, aber nicht immer. Und da gibt es eben auch wirklich schöne Szenen und man darf keinen Schutzschild haben. Nie. Schutzschilder müssen weg. Immer. Ja, bleib schreien.
Vera
01:02:36
Bleib schreien, ja. Ja, ich arbeite dran. Wobei, also du hattest noch eine Frage, oder?
Tamara
01:02:42
Ja, ich wollte mal aus persönlichem Interesse, weil ich ja so ein großer Hörbuch-Fan bin, weil ich ja den ganzen Tag so viel lesen muss. Wie sieht es denn mit Hörbuch aus?
Carin
01:02:50
Ja, ist schon erschienen. Das E-Book ist am 1. Mai erschienen, das Hörbuch am 11. Mai, also heute.
Tamara
01:02:59
Das ist heute.
Carin
01:02:59
Genau, bei der Aufnahme. Ich finde, es ist sehr schön geworden. Das war auch nochmal ein ganz interessantes Erlebnis. Ich bereite mich übrigens gerade für meine Lesung mit den Szenen aus dem Hörbuch vor. Ich lasse mir also irgendwie in Dauerschleife genau diese Leseszenen von den Profis vortragen und hoffe, dass ich dann nicht total abkacke, wenn ich es dann selbst mache.
Tamara
01:03:21
Also das hole ich mir direkt nach der Aufnahme.
Carin
01:03:24
Also da bin ich gespannt, was du sagst. Ich mochte die Umsetzung sehr.
Vera
01:03:28
Ja, wir bleiben bei den existenziellen Themen. Du kennst es ja schon, es gibt jetzt die total kritischen Buchbubble-Fragen.
Tamara
01:03:36
Ja, die erste passt ja zu deinem Buch, aber du musst es natürlich als Leserin beantworten. Welches Buch hat dich zuletzt im allerpositivsten Sinne überrascht?
Carin
01:03:46
Ja, das war die Assistentin von Caroline Wahl. Die hat ja mit 22 Bahnen vor zwei Jahren, glaube ich, hat sie ja so den Megahit gelandet und ich habe 22 Bahnen gelesen und dachte mir, ja, ist ganz nett, tut jetzt nicht weh. Ich finde aber, Caroline Wahl eigentlich ganz cool und ich wollte sie so gerne mögen. Oder vielmehr, ich wollte ihre Bücher mögen, sagen wir es mal so, weil gegen sie persönlich kann ich ja gar nichts sagen. Mochte aber 22 Bahnen so, ja, ich fand es okay. Aber eben, wenn man etwas okay findet und irgendwie total gehypt wird, ist irgendwie schon eine Diskrepanz. Und dann habe ich mir jetzt dann ihr neustes Buch geholt, die Assistentin, und habe es mir als Hörbuch angehört. Und das ist auch noch von ihr selbst eingesprochen. Und das finde ich ja sowieso meistens total schwierig, wenn Autorinnen, die keine Schauspielerinnen sind, ihre eigenen Bücher einsprechen. Und Autoren natürlich auch. und habe dann auch, also so die ersten zehn Minuten dachte ich mir nur, ich bin mir nicht sicher, ob ich das durchhalte. Und dann war ich, aber dann war diese Schwelle überquert und ich war so drin und fand das so, es hat mich total gehuckt. Also ich meine, die Story ist einfach wirklich krass und es hat mich einfach so sehr an meine frühe Zeit, als ich noch echte Jobs hatte.
Vera
01:05:08
In Angestellten.
Carin
01:05:10
Das ist schon sehr lange her. Ich bin seit 1999 aus Gründen selbstständig, aber davor hatte ich halt auch solche Chefs wie in die Assistentin und ich dachte mir, das kann nicht sein, dass es einfach immer noch so ist. Und sie hat das wirklich so mit einer chirurgischen Präzision und eben auch so gnadenlos gegen diesen Chef, aber auch gegen ihre Protagonistin, die in der Ich-Perspektive war. Also von wegen, da war überhaupt kein einziges Schutzschild. Also kilometerweise hat man überhaupt kein emotionales Schutzschild mehr gesehen. Das war so gnadenlos und es hat mich total umgehauen. Also da war ich wirklich richtig, richtig geflasht und bin jetzt auch ganz glücklich, dass ich auch jetzt offiziell ein Caroline-Wahl-Fan sein darf.
Tamara
01:05:59
Sehr schön. Dann in die andere Richtung, negative Erlebnisse. Welcher Fehler oder was hat dein größter Fehler dich denn gelehrt?
Carin
01:06:09
Dass man ihn einfach mehrfach machen kann. Dass man da immer wieder neue Facetten feststellt und dass der große Fehler beim dritten Mal nicht zwangsläufig besser wird. Aber ich habe offensichtlich eine sehr flache Lernkurve in manchen Dingen und muss dadurch häufige Wiederholungen lernen.
Tamara
01:06:33
Sehr schön. Und was sollte über dem Schreibtisch aller AutorInnen stehen?
Carin
01:06:38
Ja, eigentlich wollte ich ja sagen, trust the process, weil das finde ich auch total wichtig. Also das gilt eigentlich für fast alles im Leben. Aber weil wir es jetzt gerade so vom Thema jetzt schon in der Sendung hatten, vertraue deinen Protagonisten. Wirklich, die haben immer, immer recht. Leg ihnen und dir selbst keinen Maulkorb an, sondern hör genau zu, was sie wollen und was sie sagen. Sie haben immer recht.
Tamara
01:07:02
Übrigens auch den tierischen. Ich habe gerade neulich eine Szene geschrieben, die sollte ganz anders passieren. Und plötzlich waren da die Katzen und haben alles durcheinandergebracht. Und danach war die Szene eigentlich, glaube ich, ganz cool.
Vera
01:07:13
Ja, absolut.
Tamara
01:07:14
Und ich wusste vorher nicht, dass das passiert. Wie auch, ich bin ja keine Katze.
Carin
01:07:19
Ja, genau.
Vera
01:07:20
Genau. Aber das weiß man ja auch von Film und Theater. Mit Tieren und Kindern wird immer unberechenbar. Ja, liebe Karin, wir wünschen dir auf jeden Fall jetzt viel, viel, viel Erfolg mit dem neuen Buch.
Carin
01:07:32
Danke.
Vera
01:07:33
Und wenn es denn, ach, es kommt ja in die Spiegel-Bestsellerliste und wir können dann sagen, wir waren der erste Podcast. Wir haben es vorausgeahnt. Und bei der Preisverleihung zum Buchpreis kriegen wir eine Stehplatzkarte hinten links. Und ja, und du darfst jederzeit wiederkommen und wir wollen mindestens die 20 mit dir voll machen. Schauen wir mal.
Carin
01:08:00
Ja, auf jeden Fall.
Vera
01:08:04
Und ja, an euch da draußen, ihr wisst ja, was ihr zu tun habt, folgt uns, wo immer es geht und hört uns, empfehlt uns weiter und bleibt uns gewogen. Bis nächste Woche. Tschüss.
Carin
01:08:17
Tschüss.