Die Zwei von der Talkstelle

Gespräche aus der Selfpublisher- und Buchbubble

Internationaler Bucherfolg mit System: ROBERTS&MACLAY über den Sprung auf den US-Markt

Die Autoren von ROBERTS&MACLAY teilen uns mit, wie sie den US-Markt eroberten. Erfahre alles über strategisches Marketing, skalierbare Systeme und den Einsatz von KI bei internationalen Buchveröffentlichungen im Self-Publishing.

16.04.2026 73 min

Zusammenfassung & Show Notes

Gespräche über das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern, egal ob Selfpublishing oder Verlag. 


Die Autoren von ROBERTS&MACLAY teilen mit uns, wie sie den US-Markt eroberten. Erfahre alles über strategisches Marketing, skalierbare Systeme und den Einsatz von KI bei internationalen Buchveröffentlichungen im Self-Publishing.

Markus und Reinhard erläutern ihren methodischen Schreibprozess, der hinter ihrer 17-bändigen Action-Adventure-Reihe steckt. Ein zentraler Punkt ist ihr professioneller Marketing-Ansatz, der konsequent auf E-Mail-Listen und Amazon-Ads statt auf klassische Lesungen setzt. Zudem geben sie spannende Einblicke in ihre Übersetzungsstrategien zwischen menschlicher Expertise und KI, um auf Märkten wie den USA, Spanien oder Italien erfolgreich zu bestehen.

Links

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Transkript

Vera
00:00:00
17 Bücher und dann direkt internationaler Markt in USA-Markt und jetzt auch Italienisch und Spanisch. Wie das alles funktioniert und wie man da Marketing macht, dafür sind Robert und MacLeod heute bei uns.
Carin
00:00:13
Ja, ich habe wahnsinnig viel gelernt, obwohl ich dazu gekommen bin wie die Jungfrau zum Kind. Ich wusste irgendwie zehn Minuten vor der Aufnahme nicht, worum es geht. Und eine Stunde vor der Aufnahme wusste ich nicht, dass ich hier Tamara ergänzen, ersetzen darf, ergänzen. Ersetzen darf nur in der heutigen Folge und ich bin total happy. Die 2 von der Talkstelle, der Buch-Bubble-Podcast.
Vera
00:00:36
Vera Nentwig. Hier ist Folge 307 von Die 2 von der Talkstelle, dem Podcast rund ums Schreiben und Veröffentlichen, ganz egal ob im Self-Publishing und im Verlag. Und normalerweise würde ich an dieser Stelle mit möglichst blumigen Worten auf meine tolle Podcast-Pachterin Tamara Leonard hinweisen. Kann ich aber heute nicht, weil die arme Tamara ist krank. Ich habe aber eine mindestens genauso tolle Vertretung gefunden, der ich sehr dankbar bin, dass sie sehr spontan eingesprungen ist. Das ist die von unseren Hörern und Hörern allseits geliebte und geschätzte Karin Müller. Hallo Karin, toll, dass du da bist.
Carin
00:01:20
Hallo Vera und liebe Tamara, gute Besserung auch von mir. Ja, und ich freue mich, dass ich einfach mal so einen kleinen Extra-Besuch hier machen darf. Ich wollte nämlich schon pitchen, weil ich habe nämlich ein Thema demnächst sowieso mal. Aber das machen wir dann danach. Aber es war wirklich, ich freue mich, dass ich hier bin. Ich habe allerdings keine Ahnung, worüber wir dann gleich sprechen, aber das wirst du mir dann erzählen.
Vera
00:01:42
Das ist bei uns eigentlich immer so. Also das ist jetzt nicht so was Neues. Ja, aber dann, du weißt ja, dass wir dann im Vorfeld ja immer über unsere eigenen Schreibprojekte reden. und, Und du bist ja jetzt auch so eine Vierschreiberin. Wie viele Bücher bringst du dieses Jahr raus?
Carin
00:02:00
Vier.
Vera
00:02:01
Vier, weiß ich nicht.
Carin
00:02:02
Also eins ist jetzt schon erschienen, das habe ich aber letztes Jahr geschrieben. Ein zweites kommt jetzt im Mai, das habe ich aber schon vor zwei Jahren geschrieben. Das Projekt, was ich gerade schreibe, erscheint frühestens nächstes Jahr. Und dann kommen noch zwei dieses Jahr, die muss ich aber noch schreiben. Beziehungsweise das eine wird eine Wiederveröffentlichung von meinem Indie-Debüt sein, dass es immerhin zwölf Jahre alt ist und das hat jetzt irgendwie, jetzt habe ich endlich kapiert, warum es damals nicht funktioniert hat und ich bin der Meinung, es hat einen zweiten Frühling verdient. Ja, also das dazu. Aber du bist ja im Moment total im Flow.
Vera
00:02:36
Ja, ja, also bin ich, kann man tatsächlich so sagen. Zumal ich ja alle Bücher, die rauskommen sollen, dieses Jahr noch schreiben muss. Einen Teil habe ich jetzt schon und die Tote Vettern Erbenlich ist ja raus, die Frau Appeldorn und die Tote Diva kommt jetzt am 12. Juni habe ich mal festgelegt das ist auch schon geschrieben, ist jetzt noch im Lektorat, ich hoffe jetzt dass es die nächsten Tage kommt ja und dann habe ich ja letzte Woche schon im Podcast gesagt dass eine neue Reihe, starten soll und da bin ich jetzt fleißig im Schreibprozess Kapitel 5 bin ich gerade dran.
Carin
00:03:16
Wow.
Vera
00:03:17
Also ich schaffe schon so mehr oder weniger täglich meinen World Count. Gut, die letzte Woche habe ich jetzt so drei Tage, Es nicht geschafft.
Carin
00:03:27
Warst anderweitig beschäftigt.
Vera
00:03:29
Ja, weil ihr könnt das nicht sehen. Ihr habt das vielleicht auf Social Media gesehen. Ich habe mich ja ziemlich dumm auf die Schnauze gelegt und habe jetzt ein sehr blötschiges Auge, würde ich sagen, was wahrscheinlich in den nächsten Tagen in allen Farben leuchten wird.
Carin
00:03:47
Aber weißt du, was ein lustiger Funfact ist? Das ist natürlich nicht lustig für dich, aber in dem aktuellen Buch, das ich gerade schreibe, Da hat die, also das sind zwei Frauen, also das sind die Protagonistinnen, Mutter und Tochter. Und die Tochter, die hatte auch einen Unfall und die hat also eigentlich exakt die gleiche Verletzung wie du. Also es ist aber wahrscheinlich ein bisschen spektakulärer war der Unfall bei ihr als bei dir. Aber sie sieht ähnlich aus und sie muss dann auch, hat dann auch einen Videoauftritt da so mit der totalen. Und deswegen erinnert mich das jetzt gerade so ein bisschen. Allerdings ist sie 23 und naja gut, also die Parallelen sind also uncanny, würde ich sagen. Also es geht gar nicht enger.
Vera
00:04:29
Ja, also ich vermute auch, dass jetzt in meinen nächsten Büchern irgendwer da ein blaues Auge haben wird. Man muss die eigenen Erfahrungen ja verpassen. Und ja, wie gesagt, bei meiner Weber- und Wozniak-Krimi-Reihe entwickelt sich. Ich merke schon, dass es, ich will nicht sagen schwieriger ist, aber es ist alles so ein bisschen intensiver vielleicht. Also wenn alles noch so neu ist. Ich weiß nicht, du bist ja auch Reihenschreiberin. Deine Kirkby-Reihe hat wie viele? Elf, zwölf Teile? Wie ist es jetzt?
Carin
00:05:04
Der romantische Teil hat elf, plus diverse Kurzromane und Kurzgeschichten und drei Krimis. Also da bin ich wirklich, also da kannst du mich irgendwie nachts um vier wecken und ich schreibe dir da halt irgendwie zwei Kapitel. Aber ich kenne das, der Buch, das ich gerade schreibe, das ist auch ein Standalone und das ist echt anstrengend. Das ist wirklich, ich ringe da auch um jeden Satz gefühlt.
Vera
00:05:26
Ja, und man muss halt noch so viele Entscheidungen treffen. Auch wenn ich mir vorher schon einige Sachen überlegt habe. Dann so ganz konkret, ja, wo wohnt er denn jetzt? Und wie sieht das Haus denn aus? Und was macht er so für Gänge? Und was macht, ich hatte jetzt gerade den Kapitel, da war es Sonntagmorgen. Was macht denn Lutz Weber, ein 71-jähriger ehemaliger Krawattendesigner am Sonntagmorgen?
Carin
00:05:48
Zeitung lesen halt, oder?
Vera
00:05:49
Ja, das macht er mal erst nachmittags in seinem Café. Von daher war ich da schon aus. Und ich lasse die Leute ja sowieso schon immer so viel essen. Ich wollte dich schon wieder frühstücken lassen.
Carin
00:06:02
Er könnte Tai-Chi im Park machen.
Vera
00:06:04
Ja.
Carin
00:06:05
Das machen Rentner gerne.
Vera
00:06:07
Ja, das stimmt. Ich weiß nicht, ob das jetzt zu der Figur so passt.
Carin
00:06:12
Warum nicht? Dann kann man doch so ein bisschen einen Charakterbruch drin haben.
Vera
00:06:16
Ja, das stimmt. Mhm. Ja, ja, klar, es gibt dann immer, aber man ist ja da manchmal auch so in seinen eigenen Vorstellungen gefangen. Also momentan ist es schon so, dass ich morgens mir sagen muss, so Vera, hier, du musst deine tausend Wörter schreiben, setz dich dran. Es ist nicht so, dass ich jetzt aufstehe und die Szene schon voll vor Augen habe. Die muss ich mir dann wirklich immer erarbeiten.
Carin
00:06:43
Ja, das kommt mir sehr bekannt vor gerade. Das ist wirklich, und ich bin kurz vorm Schluss. Also ich bin jetzt bei 71.000 Wörtern und wenn alles gut läuft, werde ich Ende der Woche, also genau wenn diese Sendung hier rauskommt, werde ich eventuell Ende drunter schreiben können.
Vera
00:06:59
Ja, cool.
Carin
00:07:00
Aber ja, also ich ringe aber auch wirklich noch um jeden Satz, der kommt.
Vera
00:07:05
Jetzt weiß ich ja von dir, dass du da zu dem Roman da auch viel recherchieren musst. Wie ist das denn? Ich lasse gerne beim Schreiben dann schon mal so Sachen, wo ich denke, da muss ich nochmal tiefer nachgucken. Die markiere ich mir, aber schreibe trotzdem weiter. Ist das bei dir auch so oder ist das alles schon hundertprozentig geklärt, was du da geschrieben hast?
Carin
00:07:24
Nee, das ist, also jetzt zum aktuellen Zeitpunkt ist es zu einem sehr hohen Prozentsatz geklärt, aber bei der Geschichte war es wirklich, ich habe da ja letztes Jahr, habe ich Exposé und eine Leseprobe für einen Verlag geschrieben. Das ist jetzt ja mal ausnahmsweise wieder ein Verlagsbuch und da musste ich ja ein bisschen was vorlegen und habe dann wirklich, naja, habe mir so ein Exposé zusammengeschustert und ein bisschen die ersten 30, 40 Seiten geschrieben. Und habe dann jetzt, als ich angefangen habe, ernsthaft dran zu schreiben, festgestellt, dass die Recherche, die ich letztes Jahr so betrieben habe, extrem lückenhaft war, um es mal vorsichtig zu formulieren. Und jetzt bin ich natürlich wieder knapp wie immer dran und habe dann, also das war jetzt hier wirklich, ja, also ich habe hier also alle möglichen Programme. Ich habe mit tausend Leuten telefoniert und, weil es spielt auch auf den Verröhrinseln, da war ich jetzt halt auch noch nicht, das kommt erschwert hinzu. Brauchte ich dann wenigstens mal ein paar Leute, die da schon mal waren und ja, das war dann sehr schön, weil ich habe die Annette Strohmeier fragen können, und ich habe auch eine Leserin, das war ganz süß, die hat mir auf ein Newsletter geantwortet, dann habe ich mit der auch ein bisschen Kontakt gehabt und so, das war dann auch ganz schön da habe ich auch ein bisschen hilfreiche Tipps gekriegt, ja.
Vera
00:08:35
Ja, bei mir ist es gerade ähnlich. Ich hatte mir am Anfang so ein Moch-Szenario ausgeguckt. Meistens habe ich dann auch nur sehr vage Vorstellungen. Ich entscheide dann eigentlich, wer es sein soll, mehr oder weniger das, und baue das dann am Ende so zusammen, dass das halt auch ist und dass es irgendwie alles plausibel ist. Und hab dann Merke aber dann jetzt, wo ich dann diese Leichenaufundszenen und die weitere Entwicklung jetzt so anfange zu schreiben, dass da so ein paar Sachen nicht wirklich zusammenpassen. Und ich hab aktuell wirklich eine Standleistung. Ich hab eine Polizeikommissarin, eine Bekannte, die mir dann immer so die polizeilichen Hintergründe ist. Und was passiert denn jetzt wirklich, wenn da so eine schon müffelnde Leiche gefunden wird? Was macht die Polizei? Macht die immer eine Obduktion? und also dass ich da quasi jetzt jedes Mal, wenn ich eine neue Szene geschrieben habe, dann doch wieder eine Frage schicken muss, ah, geht das auch so und geht das so. Das ist gerade noch so ein bisschen, ja, es ist ein bisschen zäher vielleicht noch. Aber ich sag mal so, bis jetzt, man hat ja immer fertig gekriegt.
Carin
00:09:40
Ja, eben. Also das ist irgendwie, und das Schöne ist doch dann auch, also ich finde es natürlich, es ist so, die bekannten, Geschichten oder die bekannten Reihen, wo man wirklich irgendwie gefühlt jede jede Schrankecke kennt vom Personal, das ist natürlich irgendwie schön und angenehm und dann kann man sich auf andere Dinge konzentrieren, aber so gelegentlich braucht man ja auch mal ein bisschen Herausforderung, finde ich. Also insofern, da kämpfen wir uns jetzt einfach mal gemeinsam durch unsere Plots da.
Vera
00:10:09
Genau, genau. Wie ist es denn, schwenken wir mal so langsam zum Thema, Hast du eigentlich Bücher von dir schon mal auch in anderen Sprachen rausgebracht?
Carin
00:10:19
Ja.
Vera
00:10:21
Ah, okay. In welchen?
Carin
00:10:24
In Englisch.
Vera
00:10:25
Selbst gemacht oder verlagmäßig?
Carin
00:10:28
Nee, selbst gemacht, aber von Menschen übersetzt lassen. Also wirklich für sehr teures Geld. Also auch, glaube ich, sehr viel Lehrgeld auch meinerseits bezahlt. Sagen wir es mal so, profitabel ist es denn noch nicht direkt.
Vera
00:10:42
Ja, dann schauen wir mal bei unseren heutigen Gesprächspartnern, wie es da aussieht. Wir haben nämlich heute gleich ein Autorenduo zu dem Thema eingeladen, die besonders aktiv in den internationalen Veröffentlichungen sind. Und da wollen wir natürlich mal mehr erfahren. Die Rede ist von dem Duo Roberts und MacLay. Und ich freue mich, dass Sie heute hier sind. Hallo Markus, hallo Reinhardt.
Markus
00:11:06
Hallo Vera, hallo Karin.
Reinhard
00:11:08
Ja, hallo Vera, hallo Karin. Freut uns, dass wir hier sein dürfen.
Vera
00:11:12
Ja, freut uns auch. Und jetzt, wir haben im Vorgespräch schon mal so ein bisschen diskutiert. Die Karin hat auch direkt erzählt, dass sie schon mal ein Buch jetzt ins Englische über... Acht Bücher, das hast du mir verschwiegen.
Carin
00:11:22
Ja gut, dann war das Vorgespräch vorbei.
Vera
00:11:25
Ah okay, so gut.
Carin
00:11:25
Dann ist ja der Besuch gekommen, dann mussten wir aufhören.
Vera
00:11:29
Ja, dann seid ihr ja, wir alle um einiges voraus. Und vielleicht, Markus, Reinhard, erzählt mal einer von euch, was konkret macht ihr da eigentlich?
Markus
00:11:39
Also, zuerst mal nochmal danke herzlich für die Einladung. Wir freuen uns sehr, dass wir da sind. Wir haben vor, Reinhard Hilfme, 2019, glaube ich, war es.
Reinhard
00:11:48
Na, angefangen haben wir 2018. 2019 war dann die erste Veröffentlichung.
Markus
00:11:54
Haben wir das erste Buch geschrieben. Eigentlich ein Buch, das alles andere ist, nur nicht try to market. Ganz offen gesagt, das Schade gibt.
Vera
00:12:04
Bei allen ersten Büchern so, oder?
Markus
00:12:05
Ja, aber wir sind sehr konsequent dabei geblieben. Wir schreiben diese Serie noch immer und es ist noch immer nicht Right to Market. Und das war das erste Buch, also das erste Band der Tom-Wagner-Serie. Die Tom-Wagner-Serie ist eine von unseren mittlerweile vier Serien, die in einem Serienuniversum spielen. Und bei diesem Buch haben wir alles Marketing-mäßig, wir beide haben ein bisschen Marketing-Background und wir haben alles, was Marketing-mäßig wir so drauf hatten, in dieses Buch getan und es hat gut funktioniert. Und dann haben wir gesagt, okay, dann schreiben wir noch einen zweiten Teil. Und der war schwierig. Reinhard, du kannst dich vielleicht erinnern, der zweite Teil war ein bisschen...
Reinhard
00:12:45
Da haben wir zwei, drei Anläufe gebraucht mit Story. Wir sind extra irgendwo hingefahren, um uns eine Woche wegzusperren um uns eine Geschichte auszudenken, dann glaube ich, wir hatten sie. Und dann kamen wir zurück, zwei Tage später das nochmal durchgelesen, haben gesagt, das ist eigentlich völliger Schwachsinn, das kann man so nicht machen.
Markus
00:13:03
Da wir zu zweit schreiben, müssen wir sehr detailliert plotten, logischerweise. Und dann haben wir detailliert Test geplottet, das dann ein paar Tage später gelesen, das waren Stumpf sind. Irgendwie zu vergleichen mit dem typischen zweiten Album von einer Erfolgsband, das erste war ein super Erfolg und dann haben wir irgendwie Puh. Dann ging das aber und dann kamen immer mehr Folgen in dieser Serie. Mittlerweile hat die Tom-Wagner-Serie 17 Bücher.
Vera
00:13:28
Oh, wow.
Markus
00:13:29
Und es gibt drei Protagonisten. Es gibt den Menke, den Tom Wagner, dann gibt es seine Frau, die Helen Demmeh und den François Clotard, einen Gentleman-Dieb. Also wir schreiben eine Nische, da kann man, wir umreißen das Marketing technisch mit Indiana Jones meets Mission Impossible. Das ist unser Claim für das Serienuniversum. Und für Orbitz und MacLeod schreibt, das sagen wir ganz offen, Popcorn-Kino zum Lesen. Das ist unser Branding. Und wir haben halt begonnen, ein paar Marketinghebel zu bewegen, Schritt für Schritt. Da können wir dann vielleicht noch später darauf eingehen. Haben aber von Anfang an, Reinhard, vielleicht sagst du noch ein paar Worte, von Anfang an an den internationalen Markt gedacht.
Reinhard
00:14:15
Ja, genau. Wie der Markus an mich herangetreten ist mit dem Projekt, haben wir dann überlegt, dass mit unseren echten Namen, die machen jetzt nichts her, wenn man sie werbetechnisch einsetzen will.
Markus
00:14:29
Zerenak und Fenzel sind nicht so die Autorennamen, wo wir gesagt haben, damit kann man uns cleanern.
Carin
00:14:37
Da kann Vera nichts dazu sagen. Vera findet das nämlich super, dass überall Vera Nentwig auf ihren Romanen schreibt. Ich schreibe auch nicht Karin Müller auf meine Bücher drauf, weil ich meine Karin Müller, ja, also.
Vera
00:14:47
Das ist immerhin Karin mit C, also von daher.
Carin
00:14:50
Ja, das stimmt, aber ich wollte euch nicht unterbrechen, also internationaler Markt, genau, das ist mit den schwierigen echten Namen drauf, ja.
Reinhard
00:14:58
Ja, wir hatten jetzt nicht vom Buch 1 auf dem Radar, dass wir international erfolgreich werden und das in Sprachen übersetzen und so. Aber trotzdem haben wir gesagt, wenn es wirklich dazu kommt, dann sollten wir jetzt die Entscheidung dafür treffen, dass es hinten nachpasst. Es war dann auch die Überlegung, wie wir gestartet sind, dass wir nicht sagen, wir sind jetzt Erstlingswerke oder sonst irgendwas, sondern wir haben gesagt, der neue Roman von Roberts und MacLean, was impliziert, die sind schon marktig.
Markus
00:15:31
Das es schon einen früheren auch gibt, so in die Richtung.
Reinhard
00:15:35
In diese Richtung haben wir das aufgezogen von Anfang an. Hat uns gut getan, sage ich jetzt mal.
Markus
00:15:41
Wir haben dann marketingmäßig in den ersten eineinhalb Jahren ein paar Regeln für uns aufgestellt, was wir marketingmäßig machen und was wir nicht machen. Also uns ist ganz wichtig, dass wir uns im Marketing sehr auf bestimmte Dinge fokussieren, wo das Marketing skalierbar ist. Ich sage da vielleicht ein Beispiel. E-Mail-Marketing ist skalierbar. Ob ich jetzt einen Newsletter an einen Menschen schicke oder an 10.000, ist das Gleiche. Facebook-Ads, bezahlte Werbung sind skalierbar. Ich entwickle das Sujet und es hängt dann nur mehr natürlich von meinen Geldmitteln ab, wie weit ich skalieren kann und möchte. Social Media ist nicht skalierbar. Ich kann nicht, ob ich einen Post am Tag veröffentliche oder zehn, ist ein großer Unterschied. Ich kann mich nicht auf 150, 200 Messen im Jahr stellen. Das ist nicht skalierbar nach oben.
Vera
00:16:29
Ja.
Markus
00:16:30
Auch, ich sage jetzt mal, Blogger-Relation, Lesungen und all diese Dinge, haben wir uns proaktiv dafür entschieden, nicht skalierbare Marketing-Instrumente lassen wir mal außen vor. Und haben uns konzentriert auf bezahlte Werbung. Damals nur auf Facebook. Die Amazon-Ads gab es damals in der Form nur, du kannst dich erinnern, für Seller-Central-Leute. Also damals nur Facebook-Ads anfänglich. Und den Aufbau einer E-Mail-Liste. Das war unser primäres Ziel. Wir haben dann noch einen Gratis-Roman geschrieben, also ein Prequel zum ersten Buch.
Reinhard
00:17:02
Das war ja eigentlich unser zweiter Roman, muss man sagen.
Markus
00:17:06
Das war eigentlich das zweite Roman, der Prequel zum ersten Buch. Und damit haben wir dann begonnen, Facebook-Lights zu schalten und halt unsere E-Mail-Liste aufzubauen.
Vera
00:17:16
Ja, aber ich muss euch jetzt mal so eine Verständnisfrage stellen. Ich meine, das klingt jetzt alles schon sehr strategisch, sehr überlegt, ihr schließt euch zusammen. Das klingt jetzt nicht nach einer Entscheidung, die zwei Leute treffen, um das als Hobby zu machen. Habt ihr das von vornherein gesagt? So, das wird jetzt hier unser Hauptverdienst. Ist es das überhaupt?
Markus
00:17:36
Also es war nicht abzusehen, dass es so funktioniert. Wir haben beide Marketing-Backgrounds. Also ich komme einerseits aus dem Online-Marketing an sich. Also es gibt noch ein zweites größeres Projekt. Ganz anderes Thema, ganz andere Nische. Und der Rainer, das kann dann eh noch, wenn es um Visuelles geht, der Rainer ist Designer und Videoartist und alles mögliche. Das heißt, es gab bei uns einen Backup. Und mir war klar, meine ganze Online-Business-Erfahrung nehme ich jetzt und lege sie auf das Self-Publishing um. E-Mail-Marketing, bezahlte Werbung, all diese Dinge. Und wir haben gesagt, wenn wir es machen, dann machen wir es. Ordentlich.
Vera
00:18:20
Das klingt jetzt nicht so nach jemandem, die wir ja auch häufig haben, die sagen, ich habe seit Anfang der Tage den Traum, ein Buch zu schreiben und setze das mal um. Bei euch klingt das so. Ich sehe, wenn ich aus dem Fachgebiet bin, da noch eine Geschäftschance. Die mache ich jetzt auch mal.
Reinhard
00:18:40
So kann man das meines Erachtens nicht ganz sagen. Es war schon, Markus ist mit mir zu ein, mit zu mir gekommen mit einem halbfertigen Buch, weil er immer einen Roman schreiben wollte. Das Geschäftsmodell daraus ist durch den Erfolg des ersten Buches entstanden. Wir haben gesagt, wir machen jetzt einmal das eine Buch, stecken da trotzdem rein, was geht, aber wenn es nicht funktioniert, war es lustig.
Markus
00:19:08
Und es war deswegen ein großer Anteil an der ganzen Sache nicht strategisch, weil wir eben nicht Why-to-Market gemacht haben. Ich habe eine Grundidee, eine Grundvorstellung gehabt von einer Premise, von einem Plot, von einer Buchidee. Und wenn ich damals gewusst hätte, dass man ja eigentlich, wie man letzte Woche von der Christina Lobig gehört hat, Keywords recherchieren muss und Kategorien und hast du nicht gesehen, haben wir alles nicht gemacht. Dieses Genre gibt es ja auf Amazon. Nicht einmal auf Amazon.com gibt es dieses Genre, was wir schreiben. Es gibt, ich kann im Backend nicht einen Haken machen bei einem bestimmten Genre. Haben wir nicht. Wir müssen uns drüber retten mit historischer Thriller und Action und Abenteuer für Männer, Action und Abenteuer für Frauen.
Reinhard
00:19:54
Ein bisschen Spionage.
Markus
00:19:56
Ein bisschen Spionage und sowas. Auf Amazon.com gibt es bei den Printbüchern Archaeological Thriller. Also da gibt es sowas in diese Richtung gehend. Aber wir haben mit dem ersten Tom Wagner, Die Heilige Waffe, ein Buch gemacht. Also es ist in Wahrheit Amazon kategorientechnisch, nicht einzuordnen war. Es gab zu dieser Zeit einen lieben Kollegen, der ein ähnliches Genre schreibt, der André Milewski mit seiner GM-Akteserie. Den gab es damals schon. Liebe Grüße, wenn er zuhört. Und sonst gab es diesbezüglich nichts. Und wenn man uns damals gesagt hätte, aber das kann ja gar nicht funktionieren, was ihr da macht, weil Amazon, der Algorithmus, kann damit nichts anfangen, dann wären wir vermutlich ein bisschen nachdenklich gewesen. Das wussten wir aber nicht so in der Form. Wir sind marketingmäßig strategisch rangegangen. Aber nicht Amazon KDP richtig.
Carin
00:20:47
Also ich habe jetzt ein bisschen nach euren Büchern recherchiert, weil wie gesagt, ich bin ja zu dieser Aufnahme gekommen wie die Jungfrau zum Kind und konnte mich gar nicht gut vorbereiten. Aber was ihr jetzt erzählt habt und was ich jetzt auf den ersten Blick bei den Büchern gesehen habe, ich habe sofort irgendwie so Dan-Brown-Assoziationen bekommen. Und gerade als du gesagt hast mit so Keyword oder Kategorie Archaeological Thriller, da ist ja so, weiß ich jetzt hier, Joanna Penn, die schreibt ja auch sowas in der Richtung. Die schreibt auch sowas.
Markus
00:21:11
Ja. Also im amerikanischen Markt gibt es ein bisschen mehr Kollegen diesbezüglich. Und ja, wir haben natürlich mit dem Dan Brown geliebäugelt in der Anfangsphase. Mittlerweile geht das gar nicht mehr, weil der mit seiner Robert-Lankton-Serie eine ganz andere Abbiegung genommen hat. Also ja, unser Claim war eher, weil wir gesagt haben, Wir wollen nicht per se den typischen Amazon-Leser, sondern wir arbeiten mit der Terminologie Indiana Jones meets Mission Impossible. Wenn ich damit auf die Straße gehe und jemandem sage, ich schreibe einen Roman, das ist Indiana Jones meets Mission Impossible, dann kann unsere Zielgruppe oder der Großteil der Menschen damit etwas anfangen. Ich muss nicht mehr erklären, was sie da kriegen. Und die gehen auch nicht davon aus, dass sie jetzt etwas kriegen, was den nächsten Literatur-Nobelpreis gewinnen wird. Nein, wir schreiben Popcorn, Kino zum Lesen. Wir schreiben Pipe, wir schreiben Unterhaltung und das ist gut so. Und diese Positionierung war es, die dann ein bisschen das Ganze losgetreten hat. Wir haben für das erste Buch, Reinhard, vielleicht sagst du das noch kurz, wir haben für das erste Buch dann auch, was Buchtrailermäßig betrifft, die ja, wie wir wissen, gar nicht so viel tun, dann noch ziemlich einen Aufwand betrieben.
Reinhard
00:22:24
Wir sind, also rein von meiner Seite aus dem grafischen Aspekt, habe ich natürlich schon mir angeschaut, was gibt es in dieser Branche, welche Leute können wir mit einem speziellen Cover triggern. Das war eben der Dom aus Valletta, was viele Leute missverstehen als den Petersdom in Rom. Aber das war schon eine überlegte Geschichte, dass wir das drauf tun. Und weiters haben wir durch meinen Hauptjob, der damals noch mein Hauptjob war, habe ich Kontakte gehabt zu Tonstudios, zu Plattenfirmen und so weiter. Und dadurch hatte ich einen Connect zu Wolfgang Pampel, die Synchronstimme von Harrison Ford, der auch die Dan Brown Bücher damals gesprochen hat. Und der hat uns den Trailer gesprochen.
Carin
00:23:15
Cool.
Markus
00:23:16
Er hat uns den Buchtrailer gesprochen. Und das hat auf Facebook natürlich einiges bewegt. Weil natürlich sofort die Assoziation da war, das ist die Stimme von Indiana Jones, Sonst, das muss vielleicht irgendwie, dann war noch die Optik und dann muss dann, das passt irgendwie zusammen.
Reinhard
00:23:32
Was natürlich dann auch wieder einen, kann man jetzt positiv oder negativ sehen, Effekt hatte, ist, dass die Leute... Fast nachgefragt haben, ob es da um einen Film geht. Also wir haben da vielleicht ein bisschen zu dick aufgetragen, dass im ersten Moment die Leute, ah, da kommt ein Film, aber es ist dann nur ein Trailer für ein Buch.
Carin
00:23:55
Das ist dann doch nur ein Buch geworden, Mist.
Markus
00:23:57
Das ist dann doch nur ein Buch geworden.
Carin
00:23:58
Da muss man sogar noch lesen, selber lesen.
Reinhard
00:24:01
Ja, da gab es noch kein Hörbuch.
Carin
00:24:04
Ja, Mist, das ist ja wirklich.
Markus
00:24:06
Und dann ging die Serie eben los und nachdem das erste Buch 2019 erschienen ist und dann kam 2020 und im Jahr 2020 wissen wir alle, dürften wir zu Hause sitzen und Reinhard und ich haben gesagt, gut, dann schreiben wir halt ein paar Tom-Wagner-Bücher, um Gottes Willen. Das haben wir dann getan und der Algorithmus, braucht man jetzt, ist auch jetzt kein Hexenwerk, der Algorithmus mag es halt, wenn regelmäßig neue Bücher sind, vor allem wenn der Algorithmus auch mit den Preordern weiß, da kommt noch was. Wir haben ja dann gleich zwei Bücher auf Preorder gestellt, dass man gleich den Algorithmus signalisiert, da kommt das Nächste, da kommt das Nächste und Co. Deswegen sind dann immer mehr Bücher draus geworden und ab dem Buch 3 ging es dann leichter, weil dann haben wir die Bestätigung gehabt, okay, wir schaffen das nicht nur einmal, sondern die Spannung, die uns unsere Leser bescheinigen, die schaffen wir ein zweites und ein drittes Mal auch. Und dann kam eben relativ schnell, ich glaube, bei Buch 4, Und ging das dann nach oben und dann kam halt relativ schnell die Idee, jetzt heißen wir schon Robert zu MacLeod, jetzt versuchen wir mal den Englischsprachigen Markt.
Vera
00:25:18
Ja, weil ja gerade schon sagte, das Genre da ein bisschen schon mehr vertreten war. Wie seid ihr das denn dann angegangen?
Markus
00:25:27
Unseren deutschen Launch, muss man sagen, habe ich mich marketingmäßig schon lange bevor ich mit dem Reinhard die Geschichte dann fertig gemacht habe, mich schon lange davor beschäftigt habe. Alles mögliche an Kursen, alles mögliche gehört, gesehen. Und wie immer im Online-Marketing sind die Amerikaner unter Engelsprache gemacht einfach um zwei bis drei Jahre vorne. Das heißt, da war das Thema Joanna Penn, da war das Thema Mark Dawson und Co. Also die ganzen Amerikaner im Self-Publishing waren natürlich ein großes Thema. Kurse gekauft, angeschaut und das in aller Ruhe geplant und dann eben gesehen, in Amerika gibt es zwar viel mehr Konkurrenz, also wenn es am deutschsprachigen Markt in unserem Genre zwei, drei Kollegen gibt, gibt es dort noch immer überschaubar für den amerikanischen Markt vielleicht 20, 25 Kollegen. Aber es gibt nicht nur mehr Mitbewerb oder Konkurrenz, wenn man das so sagen möchte, sondern es gibt natürlich auch viel mehr Promotion-Möglichkeiten. Viel mehr Promotion-Möglichkeiten. So viel mehr Promotion-Möglichkeiten, dass es unübersichtlich wird und liebevoll gesagt anstrengend, das mal zu sichten, was man da alles machen kann. Weil im deutschsprachigen Bereich sind wir zum Beispiel, wenn ich das Thema Newsletter-Promotion hernehme, dann bin ich bei, ich mag jetzt keine Reihenfolge machen, Da bin ich bei Lovely Books, da bin ich bei Buchdeals, da bin ich bei XTME und diese Dinge. Und dann bin ich aber schnell fertig. In Amerika gibt es ca. 50 verschiedene Newsletter-Promotion-Plattformen, die nicht nur unterschiedlich bepreist sind, von 10 Dollar bis 1000 Dollar gibt es da alles, sondern sie sind auch noch in unterschiedlichen Nischen unterwegs. Das heißt, da gibt es spezielle Promo-Newsletter für Romance, spezielle Promo-Newsletter für Sci-Fi, spezielle Promo für Cosi und alles Mögliche. Das heißt, das ist mal ein extremer Dschungel, um sich nur, und das sind jetzt nur die Newsletter-Marketing-Tools. Es gibt dann die Plattformen, wo die Autoren miteinander kooperieren, Bookfunnels, Story Origin und alles Mögliche. Also es hat mal eine Zeit gebraucht, um durch diesen Dschungel mal durchzuschauen.
Vera
00:27:43
Ich gucke natürlich auch schon mal so auf amerikanische Sachen und folge mal so diversen amerikanischen Bloggern. Ich muss aber sagen, dass ich nach einer gewissen Zeit dann immer abschalte, weil ich halt merke, der amerikanische Markt ist doch völlig anders als der deutsche. Mit 90% der Sachen, die dir sagen, kann ich hier in Deutschland gar nichts anfangen.
Markus
00:28:03
Also ich habe das deswegen, nicht so eng gesehen, weil ich es in meinem anderen Business, wo es auch sehr viel um digitale Produkte geht, wie gesagt in einem ganz anderen Bereich, es geht um einen Fotografie-Online-Kurs, ich bin kein Fotograf, käme mir nicht aus, macht der, Expertenkollege und da ist es auch so, dass man von den amerikanischen Strategien mal die Hälfte vergessen kann. Aber die Bar-Strategien, die bei uns auch funktionieren, die sind halt dann toll.
Vera
00:28:34
Ja, wenn sie denn funktionieren. Ich habe mich so ein bisschen jetzt in deinen ersten Worten wiedergefunden, weil natürlich mein erstes Buch auch in überhaupt kein Genre passte und auch heute nicht passt. Und ich natürlich, jetzt war das schon 2012, also noch ein bisschen früher, da fing das gerade erst an so mit dem Self-Publishing. Ich komme ja beruflich aus der IT, also bin ich da auch, da habe ich da eine gewisse Affinität zu all den Tools und ich habe natürlich auch das Ganze im amerikanischen Markt verfolgt und wenn da irgendeine Plattform war, habe ich die alle ausprobiert und ich bin mit allem grandios gescheitert. Das ist immer so, weil es einfach überhaupt nicht passte.
Markus
00:29:16
Also was ein kleines Geheimnis ist, ist man muss extrem die verschiedenen Tools auf einen engen Zeitraum hinweg bündeln. Das heißt, man muss sich mal hinsetzen und muss sagen, okay, wir möchten jetzt ein Buch launchen oder promoten, Übrigens ganz wichtig, das ist eines unserer Marketing Mindsets, bei uns geht es nicht, unsere Buchlouches sind nicht so wichtig wie die Langfristigkeit unserer Backlist. Das heißt, wir fahren eine Backlist-Strategie, unsere Umsätze sind monatlich nicht unterschiedlich großartig, weil ein neues Buch kommt, sondern wir sind in der Breite aufgestellt, ganz absichtlich, weil wir Stabilität wollen und nicht Sprünge. Und wenn wir uns in Amerika oder am amerikanischen Marketplace in den USA dafür entscheiden, eine Promotion zu machen. Dann definiert man einen Termin, dann schaut man mal als erstes mal, ob es von Amazon technisch die Möglichkeit gibt, einen Kindle-Countdown-Deal zu machen. Das ist ja ein Tool, das es auf dem deutschsprachigen Markt meines Wissens aus preisrechtlichen Gründen nicht gibt. Das gibt es auf dem Marketplace USA und Marketplace UK gibt es das. Das heißt, erster Schritt ist mal den Kindle-Countdown-Deal definieren, damit der Amazon-Algorithmus weiß, dieses Buch ist rabattiert. Auf Deutsch müsste ich warten, bis Amazon mir uns einen Kindle-Deal gibt. Auf dem amerikanischen Markt kann ich das selber anstoßen. Dann definiere ich diesen Termin und um diesen Termin herum buche ich, liebevoll gesagt, wie der Blöde alle Newsletter-Tools, die es gibt und für meine Nische funktionieren oder für unsere Schamme funktionieren. Da definiere ich ein Budget und dann wird alles auf diese fünf, sechs Tage gebündelt. Ich versuche, andere Autoren dazu zu kriegen, das Buch zu bewerben. Ich versuche über Story Origin und Book Funnel, übrigens all die Tools, die wir jetzt nennen, schicken wir euch dann gerne, damit sie in die Shownotes kommen können. Dann versuche ich eben alles, was es da gibt und was zu unserem Genre passt, zu bündeln. Ich drehe das Amazon-Ad-Budget nach oben und, und, und.
Reinhard
00:31:31
Dann kommt natürlich auch noch die eigene Liste dazu, die man dann nicht mit auf einem Tag verpulfert, sondern sie dann, weiß ich nicht, man hat jetzt tausend Leute in der Liste und sagt am ersten Tag 100, am zweiten Tag 200, am dritten Tag 300 und dass das sich ein bisschen verteilt und nicht immer spiked an einem Tag, sondern dass da über mehrere Tage, idealerweise eine Woche, irgendwas passiert.
Markus
00:31:55
Herr Reinhard sagt ein ganz wichtiges Stichwort, was für den amerikanischen Markt ein großer Unterschied zum deutschsprachigen ist. Nämlich das Aufbauen des E-Mail-Marketing-Aufbaus. Auf Deutsch haben wir da sehr eingeschränkte Möglichkeiten. Entweder ich schalte Facebook-Ads oder mal einen Banner bei XTME. Da gibt es jetzt keinen wirklich großen Hebel. In den USA gibt es ein Tool, das nennt sich BookSweeps. Da haben wir aktuell 500 neue E-Mail-Adressen pro Monat.
Vera
00:32:24
Oh.
Markus
00:32:25
Das heißt, wenn man das eine Zeit lang konsequent macht, dann wächst die Liste rasant und dann kann man mit der Liste natürlich, ich sage jetzt mal, amerikanische Verhältnisse sind alles noch viel größer, aber mit einer Liste, mit einer fünfstelligen Größe von einer Liste, kann man natürlich zumindest ein klein wenig den Amazon-Algorithmus antippen. Wenn ich jetzt eine kritische Masse an Menschen zu einem rabattierten Buch schicke, dann kann man da schon ein bisschen was tun. Das heißt, da liest ein Aufbau in den USA oder am englischsprachigen Markt einfacher und es gibt einfach viel mehr Möglichkeiten. Und deswegen kann man, wenn man alles bündelt, eine Promotion plant langfristig und dann alle Ressourcen auf einen Zeitraum bündelt, kann man schon was tun. Und sobald der Amazon-Algorithmus, das ist wie im deutschsprachigen Bereich, sobald der ein bisschen was wahrnimmt, einen kleinen Schubser, dann hilft da ein bisschen mit.
Carin
00:33:26
Also ihr seid aber exklusiv auf Amazon, also ihr seid jetzt nicht White, ihr seid exklusiv Amazon auf allen, noch, okay.
Markus
00:33:33
Noch.
Carin
00:33:33
Aber okay. Und dann noch die andere Frage, was mich jetzt, also diese Marketingmöglichkeiten, die es gibt, die finde ich auch total spannend, da beschäftige ich mich ja gerade mit dem englischsprachigen Markt auch drauf, aber ihr habt ja wahnsinnig viele Bücher und ihr habt die ja auch alle schnell veröffentlicht, also ziemlich zügig und das ist ja eine Sache, die erstmal auf Deutsch zu schreiben mit den Übersetzungen, wie habt ihr das gemacht, Ach, das würde mich jetzt wahnsinnig interessieren. Habt ihr da menschliche Übersetzer, habt ihr KI-Übersetzungen gemacht oder beides?
Markus
00:33:59
Reinhard, fang mit der ersten, fang mit dem ersten. Wir haben zwei Dranchen, Reinhard, vielleicht in der ersten.
Reinhard
00:34:05
Wie wir damals angefangen haben, haben wir uns auf mehreren Plattformen umgesehen nach Leuten. Es muss ein Native sein. Also ich kann nicht einen Englisch-Professor aus Wien nehmen, der das auf Englisch übersetzt. Es muss ein Native sein. Und wir haben da den Ad gefunden, das ist Australier, korrigiere mich, wenn ich da falsch lege.
Markus
00:34:28
Ich glaube, das ist Australier, der für Amazon Coursing das schon gemacht hat, also der von Amazon beauftragt hat.
Reinhard
00:34:33
Der lebt in Berlin mit seiner Familie und den haben wir gefunden und mit dem haben wir die ersten zwölf Bücher gemacht.
Markus
00:34:43
Ich glaube, so in der Gegend.
Reinhard
00:34:48
11 vielleicht, keine Ahnung.
Markus
00:34:50
Und das war teuer.
Reinhard
00:34:52
Und das war sehr teuer. Das war in den Anfängen, hat sich das bei 7000 Euro pro Buch abgespielt.
Markus
00:35:00
Plus noch einen zweiten Native, der Korrektur gelesen hat.
Reinhard
00:35:05
Der in Wien saß.
Markus
00:35:07
Also Qualität ist uns diesbezüglich ganz, ganz wichtig.
Carin
00:35:11
Ja.
Reinhard
00:35:11
Und wir haben dann irgendwann einmal das ein bisschen auf Eis gelegt, weil es ist irgendwas in Amerika passiert mit Amazon und die Verkäufer sind ein bisschen eingeknickt. Und wenn man dann um 7.000 Euro ein Buch übersetzt, hat man rechnerisch zwei Jahre gebraucht, um mal das Geld für den Übersetzer wieder reinzukriegen, geschweige denn was zu verdienen. Und daher haben wir das einmal ein bisschen auf Eis gelegt, aber vor knapp einem Jahr haben wir dann wieder losgelegt.
Markus
00:35:51
Damals, als wir den Ad beauftragt haben, gab es AI-technisch auf Leiterflur nichts, das auch nur ansatzweise eine gute Qualität produziert hat. Das ist mittlerweile anders geworden. Es gibt ein sehr, sehr gutes Tool, das sie Scribe Shadow nennt. Auch das gern für die Show Notes. Und uns war aber wichtig, dass das eben nach wie vor ein Mensch, der das beurteilen kann, Korrektur liest und überarbeitet. Und wir konnten, und da muss man dem Ad, der ja eigentlich Übersetzer ist und der erkannt hat, dass sich offensichtlich am Markt der Übersetzer deutlich etwas verschiebt, der überprüft jetzt und macht jetzt die AI-Übersetzung, die zu 80 Prozent sitzt, aber weit davon entfernt ist, perfekt zu sein. Die wird jetzt von unserem ursprünglichen Übersetzer, der ist jetzt ein bisschen ins, ich sage jetzt mal, Lektorat-Korrektorat-Funktion rübergerutscht und der übernimmt jetzt das. Das bedeutet, dass es für uns produktionsbudgetmäßig deutlich günstiger wird, aber wir noch immer die Qualität garantieren können. Wir haben nach der Umstellung auf Amazon.com keinerlei Veränderung in den Sternebewertungen bemerkt zwischen dem, was zwei Menschen übersetzt haben und was jetzt in erster Instanz im First Draft die KI macht und in zweiter Instanz dann ein Mensch in aller Ruhe das ausputzt, Korrektur liest und verbessert. Und das ist ganz wichtig, wenn man am amerikanischen Markt geht. Die Amerikaner sind ganz heikel, was Übersetzungen betrifft. Die sind das weder gewöhnt, noch haben sie es großartig gerne.
Reinhard
00:37:31
Wir haben zum Beispiel die Frage vom Übersetzer am Anfang gekriegt, wollt ihr eine UK-Übersetzung oder ein englisches Englisch oder amerikanisches Englisch? Weil den Engländern ist es ein bisschen wurscht, aber... Und Amerikaner mögen das Englische nicht, das britische Englische.
Markus
00:37:51
Britisch Englisch nicht.
Carin
00:37:52
Mit Einschränkungen, muss ich auch sagen. Aber das ist vielleicht bei eurer Geschichte.
Reinhard
00:37:55
Keine Regelung aus der Ausnahme.
Carin
00:37:57
Genau, meine Geschichten. Ich hatte genau das gleiche Thema. Da habe ich auch endlos mit meiner ersten Übersetzerin dann auch diskutiert, die eine Amerikanerin ist. Und dann habe ich meine Storys, das ist so cozy Schottland. Also wirklich. Und da geht es einfach auch um die Sprache.
Reinhard
00:38:10
Und dann habe ich gesagt.
Carin
00:38:11
Sorry, wir können das nicht amerikanisch machen. Das ist vor allen Dingen, das stört vielleicht die Amerikaner nicht, aber die Briten, die es dann trotzdem lesen, die kotzen dann im Strahl, wenn die sagen, ist die jetzt bescheuert oder was. Also deswegen habe ich mich da wirklich für britisches Englisch bei der einen Reihe entschieden, bei der anderen Reihe, die in Vancouver spielt, also Kanada, das ist amerikanisches Englisch, habe ich dann gemacht. Aber das war eben auch, das ist wirklich so eine zentrale Entscheidung, die man dann vorher eben auch treffen muss. Aber es hat sich noch keine amerikanische Leserin bei mir beklagt, dass es britisches Englisch ist, zum Glück.
Reinhard
00:38:43
Aber das beste Beispiel dafür war ja der Titel vom ersten Harry Potter Buch.
Carin
00:38:48
Ja, das war Sorcerer Stone.
Markus
00:38:53
Unsere Bücher spielen Gott sei Dank auf der ganzen Welt. Da gibt es jetzt keine lokale Verortung, da sie diverse Schauplätze über die ganze Welt haben. War für uns klar, es ist amerikanisches Englisch.
Carin
00:39:04
Ja, hätte ich dann auch gemacht.
Markus
00:39:05
Und nachdem wir das erste Buch hatten, wir haben gleichzeitig, wir sind mal im ersten Schritt, haben gesagt, wir machen Buch 1 plus den Reader-Magnet, also das Freebie. Und dann haben wir dort das Gleiche gemacht, das wir auch auf Deutsch machen, nämlich die Werbestrategie ist extrem ausgerichtet auf Buch 1. Es wäre jetzt, glaube ich, von der Anna auch schon angesprochen worden, du hast jetzt gesagt im letzten Podcast, du bist da gerade dran. Deine Serien diesbezüglich.
Vera
00:39:36
Ich habe gerade vorher noch, ich habe ja noch aktuell, macht die Helen Schmidt vom Buch Marketing noch meine Amazon Ads. Ich habe jetzt gerade vorher noch bei ihr das gestoppt und gesagt, so, wir machen das jetzt nur noch auf die ersten Titel, Und ich mache das jetzt seit zwei, drei Wochen jetzt auch über Facebook-Ads und ich merke tatsächlich richtig gute Effekte. Hätte ich nicht gedacht.
Markus
00:40:00
Es ist bei dem Backkatalog, den wir haben mittlerweile, wir haben in einer Serie 17 Bücher, in den Spin-Offs einmal 5 Bücher, 6 Bücher, 7. Es wäre nicht möglich, da für Facebook-Ads und Amazon-Ads zu machen. Und am amerikanischen Markt schon gar nicht, weil man sich da die Kickpreise nicht mehr leisten kann. Das heißt, man muss eine Fokussierung auf Buch 1 machen und da kommen wir wieder zu der Sache, dass wir uns hier und da über Regeln hinwegsetzen. Wir haben Bücher, da ist die Geschichte zwar abgeschlossen, aber wir haben böse Cliffhanger drinnen. Etwas, das man eigentlich nicht macht. Was ja gesagt wird, das darf man nicht und das verärgert die Leser und ich weiß nicht was alles. Wir hatten noch keine schlechte Rätsel diesbezüglich. Und die stärksten Pre-Order, die wir jemals hatten, war von Buch 6 auf Buch 7, wo das Buch 6 mit einem extrem bösen Cliffhanger endet.
Vera
00:40:58
Aber dann gab es Buch 7 schon quasi direkt, oder?
Markus
00:41:02
Auf Deutsch damals nicht. Also als wir es deutsch geschrieben haben, musste der Leser sicher vier Monate warten.
Reinhard
00:41:11
Wir hatten noch nie so hohe Pre-Orders.
Markus
00:41:14
Aber ich glaube, dass es ganz stark genreabhängig ist. Dass unser Genre-Leser das mag, weil das kannst du in anderen Genres nicht so bringen. Trotzdem ist es dann so, wir setzen auf hohen Weets. Wir setzen auf We2, wir setzen darauf, dass jemand, der das Buch 1 kauft, liest unserer Erfahrung nach, wir haben 100% We2 bis zu Buch 6 oder 7 und dann geht es ein bisschen runter.
Reinhard
00:41:42
Wir haben vielleicht ein bisschen den Fehler gemacht, dass im Buch 7, Wirkt es ein bisschen zu?
Markus
00:41:49
Es wirkt so, als könnte die Serie an sich beendet sein. Deswegen haben wir dann einen kleinen Tipp. Aber in den USA ist es so, dass wir, wie im deutschsprachigen Markt und dann auch auf den anderen italienischen Markt, wo wir auch schon unterwegs sind, überall gibt es nur die erste Buchstrategie, erstens. Und zweitens das Gratisbuch bewerben, um die E-Mail-Liste aufzubauen. Das sind die zwei großen Dinge eigentlich.
Vera
00:42:14
Ich muss jetzt zwei Sachen fragen. Zum einen hast du gesagt, 17 Bücher in der einen Serie, noch fünf oder sechs in der anderen. Ihr habt 2019 angefangen, was jetzt nach Annemriese bis jetzt mal gute sechs Jahre sind. Knapp sechseinhalb Jahre. Das macht ja einen ziemlich heftigen Schnitt Bücher pro Jahr. Wie viel schreibt ihr pro Jahr? Wie lange schreibt ihr an so einem Buch?
Markus
00:42:37
Wir sind zwei. Das ist halt das Angenehme. Unsere Schreibtechnik ist so, wir schreiben wirklich parallel an diesem Buch.
Vera
00:42:45
Okay.
Markus
00:42:45
Das heißt, Reinhard und ich gehen spazieren, üblicherweise. Denken uns die Geschichte aus.
Reinhard
00:42:52
Ja, und dann wird, so wie an dem wir gerade arbeiten, wir haben jetzt eine Outline, die um die 10.000, 12.000 Worte hat. Und die ist aber schon aufgesplittet in Chapters. Also in Kapitel. Das heißt, dann gehen wir ran, wem liegt was am besten. Ich bin der visuelle Mensch, ich schreibe dann eher die Actionsequenzen die Beschreibungen von Locations und so weiter. Also sage ich einmal, diese Kapitel, wo das sehr stark ist und der Markus ist dann ein bisschen mehr der Dialogmensch, der das Zwischenmenschliche und so in den Büchern einbringt. Und dann haben wir den Vorteil, historische Sachen, Recherche und so weiter. Gut, das bleibt mir auch nicht erspart. Wenn ich Locations recherchiere, muss ich mich da auch reintigern. Und dann haben wir den Vorteil, wir brauchen de facto das klassische Lektorat nicht. Wir lektorieren uns gegenseitig. Das heißt, und dadurch entsteht dann auch, sage ich jetzt einmal, dieses, einheitliche Voice, weil ich putze dem Markus seine Eigenheiten aus, die vielleicht zu oft sich wiederholen in Sprache oder whatever, er macht das bei mir, sehen das Buch aus zwei verschiedenen Perspektiven, wo man schneller auf Plotholes oder Probleme draufkommt und dann geht es nur mehr ins Korrektorat.
Markus
00:44:29
Und wir sind, das muss man auch sagen, wir sind ein bisschen Deadline-Junkies. Es ist knapp. Es ist jedes Mal.
Vera
00:44:38
Sobald ein Buch erscheint... Welche Durchlaufzeit plant er denn für so ein neues Buch?
Markus
00:44:43
Zwei Monate?
Reinhard
00:44:45
Zwei bis maximal drei Monate.
Markus
00:44:46
An dem Tag, wo das Buch erscheint, stellen wir das nächste auf Pre-Order. Und wir haben in diesem Augenblick den Titel des Buches. Nein, wir haben den Titel des Buches und das Artefakt, um das es geht. Und sonst nichts. Nichts. Null. Keinen Plan.
Vera
00:45:02
Kein Cover oder sowas.
Markus
00:45:04
Oh ja, Cover. Wir machen einen Cover. Ja, einen Cover gibt es schon. Aber wir haben keine Idee zur Geschichte, außer das Artefakt, um das es geht. Und das mag manche Kollegen vermutlich verrückt machen. Es ist halt unser Workflow und dann bei uns ist nach dem Buch vor dem Buch.
Vera
00:45:26
Das heißt.
Markus
00:45:27
Sofort weitergemacht. Wir planen sofort das nächste Buch und schreiben und tun.
Reinhard
00:45:33
Und es ist nicht einmal vorgekommen, dass ich ihm Wellum auf Speichern gedrückt habe. Er hat es hochgeladen und das war der Vorabend zur Deadline des Uploads.
Vera
00:45:46
Okay.
Markus
00:45:47
Also das passiert zuweilen schon.
Reinhard
00:45:49
Da haben wir dann das Korrektorat auf Standby, weil sie korrigiert schon die ersten zwei Akte, während wir noch an drei und vier rumschnitzen.
Markus
00:46:02
Wenn man weiß, dass Herr der Ringe bei der Premiere gerade noch die Festplatte aus dem Schnitt kam, um es in den Projektor zu tun. Wir sind, was das betrifft, in schlechter Gesellschaft. Es macht uns unglaublich viel Spaß, diese Geschichten auszudenken. Und deswegen fühlt es sich nicht an wie Arbeit. Es ist einfach, wir denken uns wieder eine lustige Geschichte aus.
Vera
00:46:28
Aber wir reden dann auch jetzt, sag ich mal, hauptsächlich vom E-Book oder reden wir auch von Print?
Reinhard
00:46:33
Wir reden auch von Print. Wir haben Print, Hardcover.
Vera
00:46:36
Aber macht ihr da einfach immer KDP-Print oder auch irgendwelche anderen?
Markus
00:46:40
Wir sind momentan noch komplett exklusiv auf Amazon mit allem, was wir tun.
Vera
00:46:44
Also wenn ihr von Hochladen spricht, dann ladet ihr dann in dem Moment auch...
Markus
00:46:48
Dann sprechen wir von Amazon.
Vera
00:46:49
Genau, genau.
Markus
00:46:50
Wir sind diese 80-20-Typen. Wir haben uns gedacht, wir machen in der Anfangsphase, bis wir breit genug sind und genau in dieser Phase befinden wir uns jetzt Schritt für Schritt. Bis wir breit genug sind, nehmen wir den einfachen Weg, konzentrieren uns in allen Medienformen, also E-Book, Cardcover und Taschenbuch auf Amazon und tun halt das, was die Amerikaner sagen, all eggs in one basket. Und genau jetzt kommen wir schon langsam in den Bereich, wo wir drüber nachdenken, das ändern zu wollen.
Reinhard
00:47:21
Was man dazu sagen muss, diese Strategie macht halt auch Werbung einfacher.
Vera
00:47:26
Ja, klar.
Reinhard
00:47:27
Ich habe jetzt ein Buch, das ist wide, Es ist in Tolino, es ist auf Kobo, es ist auf Apple, iBooks, es ist auf Amazon und so weiter. Dann vielleicht noch eine Strategie, dass ich Bücher wirklich in den Buchladen kriege, über die Barsortimente und so weiter. Man kann keine Preisaktionen machen wegen der Buchpreisbindung. Wo schicke ich ihn von der Werbung hin? immer nur auf unserer Webseite, da verliert man schon wieder einen Teil, weil sie dann, jetzt haben sie gerade eine Entscheidung getroffen und stehen vor 10, 9 Entscheidungen, welchen Shop will ich jetzt und so weiter. Das heißt, eine, All Eggs in One Basket Strategie ist anfänglich, vor allem wenn man das Ganze aufbaut und es auch Learning by Doing dabei ist, der einfachere Weg.
Vera
00:48:20
Naja, hat auf jeden Fall seine Vorzüge.
Reinhard
00:48:24
Übersichtlicher.
Markus
00:48:25
Man muss sagen, am amerikanischen Markt, was nämlich für viele erstaunlich ist, ist das Amazon-Exklusivsein die viel klügere und vor allem die viel sinnvollere Variante. Am deutschsprachigen Bereich ist Tolino ein starker Gegenpart zu Amazon, was den Marktanteil betrifft. In den USA nicht. Barnes & Nobles und Co. kommen da nicht ansatzweise ran. Das heißt, in den USA ist man, wenn man nicht ein Team hat mit zwei weiteren Menschen, die sich um das Marketing kümmern können. Also ich sage das immer wieder, wenn wir plaudern, man könnte uns marketingmäßig verdoppeln und verdreifachen und diese Menschen könnten für den amerikanischen Markt den ganzen Tag was tun. Also da gibt es genug Arbeit. Trotzdem ist es in Amerika absolut sinnvoll, sich auf Amazon zu beschränken und wirklich alles auf Amazon zu machen, weil der Markt groß ist und weil die Möglichkeiten, ich sage jetzt mal erfolgreich und groß zu werden, dort nur über Amazon geht.
Vera
00:49:23
Ja, aber jetzt habt ihr ja dann noch gesagt, das hast du vorhin schon mal kurz angedeutet, ihr seid ja jetzt nicht nur auf dem amerikanischen Markt, ihr macht ja jetzt mittlerweile auch andere Sprachen. Welche sind das?
Reinhard
00:49:34
Ja, wir haben jetzt gerade angefangen mit Italienisch, da gibt es glaube ich, korrigiere mich vielleicht, falsch liege, 6, Band 6 sind wir da gerade. Für Spanisch haben wir das Freebie und die ersten drei Romane, die liegen schon fertig hier. Also übersetzt und korrigiert. Ebenfalls wieder selbe Methode. Ein Native des jeweiligen Landes macht das Korrektorat und editiert das. Parallel mit der deutschen Version schaut das keine, weil da bei Redewendungen oder so kommt ja gern ein Mützchen dabei raus. Also das ist jetzt fertig, da ist der angesetzte Plan jetzt mal im Mai, dass wir mit Spanisch rausgehen, aber auch dort wieder selbe Strategie, Freebie, First Book.
Markus
00:50:25
Das Schöne ist, es ist ja dann nur mehr, wir machen das auf der Webseite auch, also die Webseite gibt es dann in verschiedenen Sprachen, also abhängig davon, von wo die Menschen kommen, gibt es dann die jeweilige Sprache und es wird mit jedem Mal eigentlich nur mehr ein Duplizieren von schon Erledigten, weil das Italienisch war natürlich um vieles, vieles, vieles leichter als der Englischsprachige Markt, weil wir schon gewusst haben, okay, das müssen wir machen, das, das, das, das, das. Und der nächste Schritt, Spanisch, ist wieder ein Stück weit leichter, weil es immer nur bekannte Dinge, die wir schon wissen, was müssen wir alles tun, einfach nur ein Wiederholen ist von bestehenden Dingen.
Vera
00:51:08
Bezieht sich das jetzt vom Übersetzen? Ich kann mir aber vorstellen, dass Marketing genauso wie sich ja Marketing in Deutschland von USA unterscheidet, dass sich das in Italien und Spanien wieder ganz anders ist.
Markus
00:51:21
Das Angenehme dort ist, da gibt es überhaupt keine Marketing Möglichkeiten. Es gibt in Italien keine Promo-Newsletter, es gibt in Spanien keine, sowas gibt es nicht. Da steckt das Self-Publishing dermaßen in den Kinderschuhen, dass wir Punkt 1 automatisch mit jedem Buch, was wir dort veröffentlichen, einen italienischen All-Star-Bonus kriegen. Das ist schon mal ein ganz automatisch. In den USA kriegen wir ihn, glaube ich, zwei oder dreimal bekommen. Und in Italien kommt er halt immer, weil die wirklich am Anfang stehen. Spanisch wissen wir jetzt noch nicht, aber was wir jetzt so in unserem Netzwerk von den Amerikanern aus wissen, ist der spanische Markt deutlich stärker als der italienische.
Vera
00:52:03
Es sind ja auch einfach mehr Länder, die Spanisch sprechen, oder?
Markus
00:52:07
Ja, deutlich mehr Länder, aber auch natürlich ein extremes Einkommensgefälle. Mexiko mag sehr groß sein, nur der Amazon-Mexiko-Marketplace ist total schwach, weil halt da jetzt nicht die finanziellen Ressourcen im Land hat.
Reinhard
00:52:21
Nicht die große Kaufkraft da ist.
Markus
00:52:23
Richtig. Und deswegen, je kleiner die Märkte werden, umso einfacher wird das Marketing. Ding, weil wir machen Amazon-Ads und Facebook-Ads und Punkt. Und bei den Facebook-Ads ist es... Und unsere E-Mail-Liste. Und natürlich das Aufbauen der E-Mail-Liste. Und die italienische Kollegin, die wir haben, die haben wir dazu gewinnen können, dass sie das Social Media ein bisschen im Auge behält. Also vor allem, wir machen nicht aktive Social Media, sondern nur, was die Leute halt unter die Facebook-Ads kommentieren, weil das bringt nichts, da kann ich nichts dazu sagen. Ich kann das... Bringt nichts. Das heißt, wir haben die Kollegin, die die italienischen Kommentare eben beantwortet, Und vielmehr ist in Wahrheit nicht notwendig, Facebook-Ads, Amazon-Ads, E-Mail-Liste aufbauen. Und wenn man einmal, wir haben dann das auf Deutsch so gemacht, dass jemand, der das Freebie sich geholt hat, kriegt dann eine automatische E-Mail-Sequenz nach einer Zeit. Das heißt, am Tag 1 kriegt er das Freebie, dann warten wir 14 Tage, dann kommt das nächste, dann kommt Buch 1 vorgestellt, Buch 2, Buch 3 und 4. Und wenn diese Sequenz mal aufgebaut ist, dann brauche ich sie nur mehr übersetzen, sie im Fluent CRM, in unserem E-Mail-Marketing-System klonen und die Deutschen die andere Sprache reintun und wir haben die nächste E-Mail-Sequenz fertig. Das heißt, es ist immer weniger an Aufwand, weil eigentlich der Marketingaufwand geringer wird, weil die Marketplaces kleiner werden. Also Frankreich würde dann als nächstes noch drankommen.
Reinhard
00:53:50
Das selbe ist natürlich dann auch von Covers bis hin zu Marketingmaterial, also Facebook-Ads, kleine Videos und so weiter. Das Sujet, wir haben jetzt für den, das sind ja eine gut andere Baustelle, die mache ich jetzt nicht auf. Wir haben die fertigen Covers auf Englisch, wir haben die fertigen Werbematerialien auf Englisch. Diese Werbematerialien brauche ich nur mit den italienischen Texten auszuwechseln und mit den italienischen Covers. Und das Ding ist fertig. Ich muss nichts vom Scratch aufbauen.
Vera
00:54:23
Aber die amerikanischen Cover sind doch völlig anders als die deutschen.
Reinhard
00:54:27
Ja, aber wir haben italienisch und spanisch, die sind so wie die amerikanischen.
Vera
00:54:32
Echt?
Reinhard
00:54:33
Ja, das ist diese Baustelle, die ich nicht aufmachen wollte.
Markus
00:54:36
Nein, diese Baustelle werden wir jetzt schon ansprechen, weil ich glaube, dass es für die Hörerinnen und Hörer sehr spannend ist. Wir haben am amerikanischen Markt begonnen mit unseren Covern, die es auf Deutsch auch gibt. Die waren in den ersten fünf, sechs, sieben Büchern, wie der Reinhardt schon eingangs gesagt hat, sehr erfolgreich. Und dann gab es im Amazon-Algorithmus in den USA eine Veränderung. Kickpreise auf Amazon wurden furchtbar teuer unter Umsatz. Also die Bekäufe sind wirklich nach unten gerastet. Was dazu geführt hat, dass wir uns die Übersetzungen nicht mehr leisten wollten und gesagt haben, okay, wir brauchen jetzt einen amerikanischen Kollegen, der sich um Amazon Ads kümmert. Wir haben dann ein bisschen herumprobiert, haben dann einige Kollegen ausprobiert und einer davon hat uns die Empfehlung gegeben, die Cover zu ändern. Den amerikanischen Stil nachzuempfinden. Die gehen aber nicht besser. Das heißt, was wir jetzt machen werden, ist auf dem amerikanischen Markt wieder die ursprünglichen deutschen Cover nehmen, weil die schon sehr genre-spezifisch die Leser-Erwartungen treffen, die deutschen Cover. Und wir haben so ein Lean-Startup-Herangehensweise. Ich ändere dann etwas, wenn was nicht funktioniert. Das bedeutet, zuerst machen wir mal den einfachen Weg. Wir klonen die Cover, tun die andere Sprachadaption rein und schauen, was funktioniert. Funktioniert es gar nicht, beginnen wir beim Cover und verändern das. Aber erst dann, wenn wir sehen, es muss unbedingt sein. Deswegen, die Arbeit mache ich mir oder machen wir uns immer erst dann, wenn ein Bedarf diesbezüglich da ist.
Vera
00:56:10
Das heißt, die anderen... Ja, aber es ist so manchmal nicht so leicht rauszukriegen, was es denn jetzt ist, was die Ursache ist bei solchen Sachen.
Reinhard
00:56:16
Man kann dann nur an den bekannten Stellschrauben drehen, dass man sagt, okay, ist es das Cover, ändern wir mal das Cover, lassen alles andere gleich. Vielleicht ändert sich was? Nein. Okay, vielleicht ist es die Blur-Up. Ändern wir was an der Blur-Up und so weiter. Und auch bei den Ads, wenn man Ads schaltet, man macht nicht ein Ad-Suché und tut das raus, sondern wir machen, wir haben Zeiten gehabt, wo wir wirklich aus uns gegangen sind und da gab es, weiß ich nicht, 20 Ad-Suchés, die gegeneinander getestet wurden und die sind dann runtergebrochen worden. Nach zwei, drei Wochen braucht man ja immer ein bisschen einen Atem, bis Facebook mal versteht, wem soll er das zeigen. Und dann kristallisiert sich irgendwann einmal drei Dinge raus, die funktionieren. Und mit den drei Dingen fängt man dann im nächsten Land an. Und zu schauen, dass er da funktioniert, funktioniert es da auch. Wenn nicht, dann gehen wir wieder zu den alten Stichets zurück und tauschen zwei aus und tun zwei andere dazu und so weiter. Also es ist ein verschiedener Traumdrehen.
Markus
00:57:23
Das ist ein ganz wichtiges Stichwort noch gesagt, nämlich langer Atem. Ab dem Zeitpunkt, ab Buch 2 im Deutsch, als wir bemerkt haben, wir treffen da ein paar Leser, denen das gefällt und das könnte jetzt längerfristig, könnte man sich um das, was wir da machen, unser Essen kaufen und unsere Miete bezahlen, haben wir gesagt, wir denken langfristig. Und wir definieren Budgets, wie viel wir für was ausgeben. Und wenn man auf ausländische Märkte geht, ist es ganz wichtig, dass man ein Gefühl dafür kriegt, was kostet das dort alles, was kosten die Amazon-Ads, was kosten all diese Dinge. und dann umreißt man ein Budget und dieses Budget gibt man dann auch aus.
Reinhard
00:58:06
Das heißt, man sagt dann, okay, von dem, was reinkommt, gehen 25 Prozent in Marketing.
Vera
00:58:12
Genau.
Markus
00:58:14
Anfänglich in der Anfangsphase noch deutlich mehr.
Vera
00:58:17
Ja. Karin, du hast die ganze Zeit immer die Hand oben gehabt.
Carin
00:58:22
Das war jetzt eigentlich, nee, das war eigentlich, ich habe glaube ich nur mit meinen Haaren gespielt so ein bisschen. Nein, ich finde es total spannend. Also ich werde mir da jetzt auch für meine eigene Strategie noch was überlegen, weil ich habe da auch schon alles Mögliche ausprobiert und dann eben wahrscheinlich zu früh den Atem verloren. Aber ich bin eben auch gerade dabei. Ich habe jetzt übernächste Woche wieder einen Release und da werde ich dann auch mal wieder die ganzen Werbeaktionen noch mal massiv planen, Was ich eben jetzt auch plane, also ich möchte jetzt auch unbedingt italienischen Markt, französischen und spanischen Markt machen, nach einem ähnlichen Prinzip, wie ihr es macht, also entweder mit ScribeShadow oder ich habe jetzt auch von mir so einen Kurs, den habe ich mir allerdings noch nicht angeschaut, weil ich keine Zeit hatte, dann über KI-Übersetzungen, was wahrscheinlich ähnlich funktioniert wie ScribeShadow, aber eben nicht so auf Knopfdruck und dann eben auch mit Native Speakers idealerweise hinterher. Mal gucken, wie das so mit den anderen Märkten funktioniert. Aber ja, also total spannend. Und ich fand es jetzt wirklich sehr inspirierend, das von euch zu hören, was ihr da so für Erlebnisse schon habt. Und ich finde das auch wirklich großartig, wie effizient ihr seid, mit in so kurzer Zeit so vielen Büchern, nicht nur für einen Markt, sondern gleich für mehrere Märkte rauszuhauen. Also einen ganz großen Respekt von mir.
Reinhard
00:59:37
Bei der Übersetzung, das macht ja jemand anders.
Carin
00:59:41
Ja gut, aber die Übersetzung mache ich auch nicht selber, aber da habe ich auch Leute, die das machen, aber trotz alledem ein neuer Markt. Und das habe ich zum Beispiel letztes Jahr gestartet mit meinen Übersetzungen und hatte sechs Releases auf dem englischsprachigen Markt. Und habe mir gedacht, ja gut, die Bücher kenne ich ja schon, ist ja schon alles erledigt und sowas. Ich mache das alles genau wie immer. Und das hat mich wirklich, also für letztes Jahr hat mich das komplett aus meiner Bahn geworfen, weil es dann doch einfach was total anderes ist oder beziehungsweise nicht was total anderes, aber wie er gesagt hat, es ist eine hohe Lernkurve mit den ganzen Marketingmöglichkeiten, die man erstmal lernen muss und dann, was weiß ich, ich finde ja zum Beispiel auch Written World Media, diese Newsletter-Hub-Geschichte super, weil das ist gerade für den Romance-Bereich, wo ich unterwegs bin, kann man da sehr schöne.
Markus
01:00:28
Man macht einen Newsletter und man kriegt das ganze Paket.
Carin
01:00:30
Genau, das ist super. Aber es waren dann halt trotzdem sechs zusätzliche Releases, die ich, sage ich mal, in meinem Jahresplan jetzt nicht so eingebucht hatte, wie ich es jetzt so für meine deutschen Bücher mache. Und habe dann aber festgestellt, ja scheiße, es ist aber trotzdem, ich meine, das könnt ihr jetzt reden, wie ihr wollt, es ist scheiß viel Arbeit auch, wenn es jemand anderes war.
Reinhard
01:00:53
Da muss man aber dazu sagen, Entschuldige, Da muss man dazu sagen, ohne den Markus würde das nicht funktionieren. Er ist so dermaßen fokussiert auf Planungslisten und Auswertung und all diese Dinge, wo ich, wie meine Mutter immer so schön gesagt hat, junge Hunde kriegen würde. Excel-Sheets ist für mich das absolute Problem. Grauen. Ich bin der Chaot in der Partnerschaft und er ist der fokussierte, Zahlmensch.
Markus
01:01:30
Wenn man in der besten Phase, man darf auf Amazon insgesamt nur 20 Bücher auf Pre-Order stellen, dann sagt Amazon, jetzt ist Schluss. Und wir waren dort noch nicht ganz, aber wenn du 10 Bücher hatten wir schon mal auf Pre-Order, und wenn du jetzt 10 Bücher auf Pre-Order hast, hast du 10 Pre-Order-Deadlines, die du einhalten musst. Und da gibt es jetzt, da muss es dann eindeutige, ich organisiere mich in Notion, weiß nicht, ob ihr dieses Tool kennt, da muss es eben dann eindeutige Datenbanken geben, die sagen, da ist das bitte hochzuladen und da ist das fertig zu machen und da ist das fertig zu machen. Genauso wie wir ganz genau wissen müssen, wann der Übersetzer liefert und wann das Korrektorat liefert und all diese Dinge. Sonst geht es nicht. Je mehr man strukturiert ist, umso weniger Mental Load ist es und umso weniger nimmt man es als Arbeit wahr, weil es ja irgendwo steht.
Vera
01:02:26
Naja gut, ich arbeite mit Evernote, also ich liebe das auch. Aber wenn ich dann da reingucke und da werden mir 20 Tasks für heute angezeigt, dann finde ich das schon auch ein bisschen viel. Aber ich muss jetzt eine Frage noch stellen, weil ich weiß, wenn die Tamara hier wäre, die wäre zwischendurch blass geworden und hätte die Augen aufgerissen und hätte unbedingt was sagen wollen. Weil Tamara ist dann schon, wenn es an KI geht, die da so eingewürzt wird, sehr kritisch. Und das ist ja auch nicht falsch. Das ist ja richtig, man muss da ja richtig sein. Was sagt ihr denn den Menschen, die momentan jeden KI-Einsatz beim Schreiben und Übersetzen doch sehr kritisch beäugen, dass ihr das dann doch ja doch intensiv macht? Was sagt ihr denen?
Markus
01:03:17
Ich denke mir halt, es ist eine Entwicklung, die ist ganz gerade herausformuliert, nicht aufzuhalten. Es gab sicher damals, als das Auto aufkam, gab es sicher ganz viele Menschen, die gesagt haben, nein, ich fahre weiter mit der Pferdekutsche. Und die Pferdekutsche hat nun mal ein ganz klein wenig jetzt ausgedient.
Vera
01:03:45
Das ist ein sehr plumper Vergleich. Ich glaube, die Folgen von KI sind schon tiefschürfender.
Markus
01:03:52
Die Folgen von KI sind meiner Meinung nach, das ist lange her, als ich Kommunikationswissenschaft studiert habe, die KI sehe ich so wie jedes Medium, das neu kommt. Zuerst gibt es die Early Adopter. Dann Schritt für Schritt geht es in die breite Masse und die breite Masse kann damit nicht umgehen und missbraucht es. Jedes Medium, das neu daherkam, hat diese Phase durchgemacht. Es werden die Gefahren aufgezeigt, die Probleme aufgezeigt und all diese Dinge. Und irgendwann, und es wird, und da bin ich hundertprozentig deiner Ansicht, es wird mit der KI komplex sein und es wird viel länger dauern. Aber ich glaube ganz fest, weil ich ein sehr positiv denkender Mensch bin und an die Menschheit glaube und an unsere Weisheit im Vergleich zur Dummheit, wobei das in der heutigen, jetzigen Zeit gerade ein bisschen schwierig ist.
Carin
01:04:45
Kommt drauf an, wo man hinschaut.
Markus
01:04:46
Ich gebe es zu, dass das schwierig ist, aber ich bin da, wie heißt es so schön, Optimist aus Notwehr. Dass ich glaube, dass wir auch mit der KI lernen werden, umzugehen, weil die KI macht jetzt das, was die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert gemacht hat. Plötzlich sind Arbeiten, die bis jetzt Menschen machen mussten, von jemand anderem, ich sage jetzt der Maschine, zu erledigen. Es ist natürlich, würde es dazu führen, dass Arbeitsplätze draufgehen, alles Mögliche. Und in unserem Bereich ist es natürlich insofern ein Problem, weil noch das Thema Kunst im weitesten Sinne mitspielt. Und wir aber trotzdem, und das ist etwas, das wir vielleicht eingangs hätten sagen müssen oder das man vielleicht auch ein bisschen spürt bei uns, wir sind gespaltene Persönlichkeiten. Wir sind einerseits total begeisterte Autoren, die unglaublich lustige, spannende Geschichten für die Leser machen wollen. Ich will, dass unsere Leser viel Spaß haben und der Reinhard, der noch viel mehr Film- und Serienfreak ist als ich, will das auch. Wir sind aber auch Self-Publisher und in dem Bereich gibt es den Business-Aspekt. Ein Buch ist ab dem Zeitpunkt, wo wir fertig damit sind, fertig geschrieben, ist dieses Buch ein Produkt. Und dieses Produkt soll gekauft werden. Das ist zwar ein Terminus, der jetzt vermutlich den einen oder der anderen ein bisschen komisch kommen kann. Aber die KI ist nun mal ein Werkzeug, das wir ganz bewusst bei der Übersetzung benutzen, weil die Qualität. Stimmt, wenn Menschen dann noch nachbessern. Und ich glaube, dass das noch sehr lange Zeit der Fall sein wird müssen und das ist auch gut so.
Reinhard
01:06:36
Blinde Übersetzung kommt uns einfach nicht in die Tüte. Also das ist...
Vera
01:06:41
Das ist ein sehr, sehr schönes, ja fast schon Schlusswort, aber ihr seid natürlich nicht entlassen. Normalerweise sage ich immer, bevor es die total kritischen Buchbubble Fragen von Tamara gibt, aber diesmal muss ich sie euch stellen und dann vielleicht jeder von euch eine kurze Antwort. Ich fange nochmal bei Reinhard an. Welches Buch hat dich zuletzt im positiven Sinne überrascht?
Reinhard
01:07:05
Trotz dem, was wir schreiben. Ich lese ja gern Fantasy. Also angefangen von Harry Potter bis Ask Your Serie oder Markus Heitz, die Zwerge. Solche Sachen. Ich wollte wissen, was es mit dem Hype um Fourth Wing auf sich hat. Und habe mir das als Hörbuch gegeben. Bin jetzt schon in Band 3. Das hat mich angenehm überrascht. Das ist eine schöne Welt, ein guter Fantasy-Roman. Womit ich jetzt nicht so unbedingt gut umgehen kann, ist der ganze...
Markus
01:07:39
Spicy?
Reinhard
01:07:40
Spicy, danke. Der ganze Spice, den skippe ich öfter, wenn sie mir über 10 Minuten lang Bettgeschichten schildert. Das muss jetzt nicht sein. Aber grundsätzlich hat mich das so weit angenehm überrascht, dass ich gesagt habe, das ist ja gar nicht schlecht, das gefällt mir.
Vera
01:08:00
Sehr schön. Markus, was ist es bei dir? Welches Buch bei dir?
Markus
01:08:05
Ich bin ein überzeugter, ich lese nicht mein Genre. Leser und Hörbuchhörer. Und vor einiger Zeit hat mir Audible etwas ganz Seltsames, also für mein Hörverhalten ganz Seltsames vorgeschlagen. Nämlich die Julia Rodheit und ihre Inselträume auf Amrum Nummer 1.
Vera
01:08:22
Okay.
Markus
01:08:23
Und aus irgendeinem Grund habe ich mir gedacht, soll ich, ich höre da jetzt rein. Wie gesagt, Audible hat es mir vorgeschlagen. Und habe mich köstlich amüsiert.
Vera
01:08:34
Ja, sehr schön.
Carin
01:08:35
Das macht sich Freude.
Vera
01:08:36
Die war ja auch kurz selbst bei uns.
Markus
01:08:38
Die war vor kurzem da, ja genau.
Vera
01:08:39
Genau, ja sehr schön. Ja, bleibe ich mal direkt bei dir, Markus. Was hast du denn aus deinem größten Fehler gelernt?
Markus
01:08:45
Wir haben eine Serie, eine Krimiserie veröffentlicht, Reinhard und ich. Leo Gardner, ein Wiener Detektiv, Privatdetektiv, der gleichzeitig der stoischen Philosophie frönt und, Diese Serie hat so richtig, so richtig, so richtig überhaupt nicht funktioniert, weil wir einfach unterschätzt haben, dass man auf einem Krimi-Markt die Positionierung so richtig gut machen muss, so richtig eng, spitz, eindeutige Wiedererkennbarkeit und Co. Und wir beim Krimi einfach gesehen haben, da muss man nochmal viel mehr dran. Es war kein Bauchfleck, sodass man jetzt sagt, es war ganz fürchterlich. Aber im Vergleich zu unseren Action-Adventure-Büchern haben die Krimis gar nicht funktioniert und da haben wir uns einfach ein bisschen verkalkuliert in der Planung.
Vera
01:09:41
Ja, siehste mal, Krimis ist schwieriger. Reinhard, was war es bei dir? Was war dein bisher größter Fehler und was hast du daraus gelernt?
Reinhard
01:09:48
Also mein größter Fehler jetzt betreffend auf meinem Part des Businesses war, es geht manchmal mit mir durch, wenn es um Grafik geht, um Spots oder um Werbung oder sonst was, dass ich mich halt in Schönheit verliere und das Form Over Function völlig auf der Strecke bleibt. Wo ich immer wieder, nach wie vor, ich weiß es und trotzdem jedes Mal immer wieder dasselbe, werde ich ermahnt von meinem lieben Kollegen, das kann man nicht lesen.
Vera
01:10:23
Wobei ich schon ein bisschen neidisch bin, dass du das kannst, weil Grafik, da bin ich so schlecht, oh Gott.
Reinhard
01:10:29
Ja, ich mache das seit 27 Jahren, also...
Vera
01:10:33
Ja, dann solltest du es können, ja. Ja, lieber Reinhardt, welcher Satz sollte deines Erachtens über dem Schreibtisch aller Autorinnen und Autoren stehen?
Reinhard
01:10:43
Dann ist Better Than Perfect. Also das beste Buch ist ein fertiges und veröffentlichtes Buch.
Carin
01:10:50
Sehr gut.
Reinhard
01:10:51
Wenn man sich in Perfektion verliert, wird man nie veröffentlicht.
Vera
01:10:58
Ja, das ist gut.
Reinhard
01:10:59
Das ist mein absolutes Motto.
Vera
01:11:01
Da stimme ich sehr zu. Markus, was ist bei dir? Welcher Satz?
Markus
01:11:05
Das ist ein Zitat, wo sich lustigerweise das Internet nicht einig ist, ob es von Bill Gates oder von Tony Robbins ist. Sie sagen beider, dass es von Ihnen ist, auf Ihren offiziellen Webseiten, was ich total unterhaltsam finde. Die meisten Menschen überschätzen, was sie in einem Jahr erreichen können und unterschätzen, was sie in zehn Jahren erreichen können. Ich glaube, durch die jetzige Zeit haben wir gelernt, dass alles total schnell gehen muss. Es muss jetzt alles, ich mache das jetzt und morgen bin ich erfolgreich. Und wir unterschätzen, dass es lange Atem dazu führen kann, dass man Dinge erreicht, die man sich vielleicht nicht vorstellen konnte.
Vera
01:11:45
Ja, das finde ich einen sehr, sehr guten Grund. Den muss ich nochmal ein bisschen durchkauen, den Satz. Weil ich gerade hoffe, dass es bei mir jetzt so langsam mal losgeht. Aber vielen, vielen Dank, dass ihr zwei heute Zeit hatte, liebe Karin. Du bist auch erschreckend wenig zu Wort gekommen.
Carin
01:12:01
Ach, ich habe immer mal wieder was gesagt.
Vera
01:12:03
Was jetzt nicht an mir lag.
Carin
01:12:05
Nein, die Herren haben uns gut entertained, würde ich mal sagen. Ich habe sehr viel mitgenommen und ich danke dir, dass du mich gefragt hast, dass ich einspringen durfte und hoffe aber natürlich, dass Tamara nächste Woche wieder fit ist.
Vera
01:12:19
Ja, das hoffen wir alle. Wir wünschen nochmal Gute. Genau, wir schicken nochmal Genesungsgrüße rüber. Also nochmal vielen Dank an euch, dass ihr da wart. Und an euch, liebe Hörerinnen und Hörer da draußen, ihr wisst, was ihr zu tun habt. Ihr folgt uns, wo immer es geht und empfehlt uns weiter und bleibt uns gewogen. Bis nächste Woche. Tschüss zusammen.
Markus
01:12:43
Tschüss.
Reinhard
01:12:44
Tschüss.