Konfliktarme Romane schreiben: Christiane Wolter über Healing Fiction
Healing Fiction: Was steckt hinter den Romanen, die Leser:innen innerlich heilen sollen? In dieser Folge sprechen wir mit Autorin und Psychologin Christiane Wolter darüber, was dieses Genre so besonders macht.
02.07.2026 61 min
Zusammenfassung & Show Notes
Healing Fiction: Was steckt hinter den Romanen, die Leser:innen innerlich heilen sollen? In dieser Folge sprechen wir mit Autorin und Psychologin Christiane Wolter darüber, was dieses Genre so besonders macht.
Im Zentrum von Healing Fiction steht nicht der große Plot-Twist oder der atemberaubende Spannungsbogen, sondern die innere Reise einer Figur, die aus einer persönlichen Krise herausfindet. Die Geschichten enthalten eine tröstende Tonalität und oft psychologische Tiefe.
Christiane erklärt, wie sie Atmosphäre, Naturbeschreibungen und Dialoge einsetzt, um einen Safe Space für die Figur zu schaffen, ohne dabei in Klischees zu verfallen.
Wo liegen die Grenzen zu anderen Cozy Genres?
Und wo ordnet der Buchhandel Healing Fiction ein?
Und wo ordnet der Buchhandel Healing Fiction ein?
Außerdem erzählt Christiane, wie der Weg zum Verlagsvertrag für ihr Debüt 'Ein Garten voller Wunder' bei Ullstein verlief und wie sie ihr Marketing mit der Toxizität auf Social Media in Einklang bringt.
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Gespräche über das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern, egal ob Selfpublishing oder Verlag.
Healing Fiction: Was steckt hinter den Romanen, die Leser:innen innerlich heilen sollen? In dieser Folge sprechen wir mit Autorin und Psychologin Christiane Wolter darüber, was dieses Genre so besonders macht.
Im Zentrum von Healing Fiction steht nicht der große Plot-Twist oder der atemberaubende Spannungsbogen, sondern die innere Reise einer Figur, die aus einer persönlichen Krise herausfindet. Die Geschichten enthalten eine tröstende Tonalität und oft psychologische Tiefe.
Christiane erklärt, wie sie Atmosphäre, Naturbeschreibungen und Dialoge einsetzt, um einen Safe Space für die Figur zu schaffen, ohne dabei in Klischees zu verfallen.
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Christiane erklärt, wie sie Atmosphäre, Naturbeschreibungen und Dialoge einsetzt, um einen Safe Space für die Figur zu schaffen, ohne dabei in Klischees zu verfallen.
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Transkript
Healing, Fiction und Wohlfühlromane. Ein Trend, der,
gerade so zu uns rüberschwappt und wir wollen natürlich genau wissen,
was muss man da beachten, wie funktionieren die und haben deswegen mit der Autorin
Christiane Wolter gesprochen.
Sie hat einen Wohlfühlroman bei Ullstein veröffentlicht und uns Einblicke gegeben.
Wir haben natürlich, wie ihr uns kennt, genau nachgefragt, wo muss man darauf
achten, um dieses Genre zu schreiben, was sind die besonderen Faktoren,
wie funktioniert das und wie kann
es klappen, auch wenn man grundlegende Schreibregeln eigentlich ignoriert.
Hier ist Folge 318 von Die 2 von der Talkstelle, dem Podcast rund ums Schreiben
und Veröffentlichen, ganz egal ob im Verlag oder im Self-Publishing.
Mir gegenüber strahlt die liebe Tamara Leonard aus dem kühlen Keller irgendwo in Frankreich.
Und mein Name ist Vera Nendwig. Ich habe es nicht ganz so kühl, aber es wirkt besser.
Wie hast du die Hitze überstanden?
Ja, als Kellerkind ohne Fenster hier. Selten wissend, ob es draußen gerade noch hell oder dunkel ist.
Ja, ging irgendwie. Am Samstag haben wir auch eine sehr kluge Idee gehabt.
Da waren wir nachmittags, als es dann hier bei uns 39 Grad hatte,
in einem klimatisierten Hallenbad. Das war sehr, sehr angenehm.
Ja, also bei uns waren die Bäder völlig überfüllt und so.
Ja, Hallenbad. Wir sind dran vorbeigefahren. Die Schlange, die war,
als wenn es da was umsonst gäbe.
Und dann haben wir gesagt, komm, wir fahren ins Hallenbad.
Ja, schön. Ja, gut. Also ich habe es auch verstanden. Also zeitweise hatte ich
so 31 Grad in der Wohnung.
Ja, da macht man halt keine unnötigen Bewegungen.
Aber gut.
Jetzt warte ich drauf, dass die Kühle, die angekommen ist draußen,
draußen auch den Weg ins Haus findet, was noch nicht so ganz gelungen ist.
Deswegen sitze ich immer noch in der Waschküche.
Aber ich habe es mir hier inzwischen sehr gemütlich gemacht.
Für alles, was ich brauche.
Genau. Und ansonsten hast du denn trotz Hitze schreiben können oder neue Erfolge verbuchen können?
Habe ich neue Erfolge verbuchen können? Nicht direkt.
Ich habe mir so gedacht, nachdem ich jetzt die letzten Monate so brav geübt
habe und so fleißig war, ich drehe mal die Kamera ein Stück,
darf ich mir eine neue Gitarre gönnen?
Noch eine neue Gitarre.
Die kam, wann kam die an? Am Samstag war ich die auch holen von der Post.
Und ja, habe ich jetzt ein neues Baby hier stehen.
Ja, also ich meine, es gibt ja so viele verschiedene Aspekte an verschiedenen
Gitarren. Da braucht man ja schon eine Auswahl.
Ja, ja.
Sogar ich, die ich schon seit Jahren nicht mehr gespielt habe, habe zwei.
Ja, jetzt habe ich eine Konzertgitarre, die ich nicht mehr spiele,
weil die habe ich damals mit 16 bekommen und die ist eigentlich nicht so angenehm,
aber das ist halt aus nostalgischen Gründen behalte ich die.
Ich habe die E-Gitarre, ich habe die reine Akustik-Gitarre und das ist eine,
elektrisch-akustische.
Wow. Ja, dann bist du jetzt für alle Eventualitäten ausgestattet.
Och, ich glaube, da geht noch was.
Ja, ja. Das ist gefördert.
Ja, nee, sonst kann ich gerade, glaube ich, nicht viele Neuigkeiten berichten.
Irgendwie ist die Woche im wahrsten Sinne des Wortes einfach so an mir vorbeigeflossen.
Nö, das kann ich so nicht sagen. Ich hatte letzte Woche Geburtstag und auf meinem
Geburtstag habe ich die hunderttausendste gelesene Seite bei Amazon für diesen Monat gefeiert.
Und an meinem Geburtstag war der erste Tag, wo mehr als 10.000 gelesene Seiten waren.
Und als ich Book Report aufrief, poppte mein Meilenstein auf,
dass ich das 10.000. Buch bei Amazon verkauft habe.
Wow, das ist ja ein Trippel.
Ja, und dann alles auf meinem Geburtstag.
Mega gut.
Also wenn das kein Zeichen ist, oder?
Mega gut. Die 100.000 hattest du mir ja schon geschickt, aber die anderen Sachen wusste ich noch nicht.
Das ist eine Aussage. Ich würde sagen,
wir haben es seit 2019 immer wieder verkündet, aber 2026 ist ein Jahr.
Hat ein bisschen gedauert.
Aber jetzt ist es so weit. Genau, da wollen wir nicht verschreien.
Aber das fand ich auch mega.
Um das Einzelne, auch 10.000 Bücher bei Amazon verkauft, seit Anbeginn,
wo ich da bin, also seit 2013. Das relativiert die Zahl ein wenig,
aber trotzdem fand ich das geil.
Ich habe dann auch jetzt meine Buchstatt-Party für meine neue Krimi-Reihe festgemacht.
Die wird jetzt am 27. August stattfinden.
Plakat und Werbekarten sind schon in Druck.
Und ja, und ich schreibe fleißig weiter. Gut, jetzt die drei besonders heißen
Tage, da war ich nicht kreativ.
Aber das hole ich jetzt wieder auf. Und ja, ich kann gerade nicht meckern.
Also wenn es so weitergeht, jetzt ist klar das Finanzielle. Dieses Jahr,
diesen Monat werde ich ziemlich viel Geld an Amazon überweisen.
Aber nach allen Theorien, die ja darauf setzen, dass dann am Anfang die Basis
ist und die Leute dann die Reihen durchlesen, sollte sich das dann schon zügig auch auszahlen.
Ich bin jetzt mal auf den Juli gespannt, wenn das so der erste Monat wird,
wo ich keine ausgiebige Testphase mehr habe.
Wo ich jetzt eigentlich so kontinuierlich weiterfahren kann,
wie ich das bisher tue mit kleinen Korrekturen oder hier und da mal ein Keyword mehr oder so.
Um dann mal zu sehen, was dann rauskommt.
Ach ja, was ich auch festgestellt habe, ich habe ja die letzten zwei Wochen
jetzt immer mal wieder Bestellungen von Libri bekommen. Ah ja,
cool. Immer mal zwei Bücher, mal acht Bücher. Und vor allen Dingen immer,
wenn ich das eine Paket gerade geschickt habe.
Dann weggelegt. Ja,
so ist es dort.
Ich habe dann auch mal zusammengezählt. Ich habe jetzt bis diese Woche dieses
Jahr 100 Bücher an Libri geliefert.
Das ist jetzt keine gigantische Menge, aber ich finde 100 Bücher für den Buchhandel.
Ich habe keine 100 Bücher an Libri geliefert.
Ja, und was ich interessant finde, dass die jetzt vermehrt die ersten Teile
von Frau Appeldorn bestellen.
Also da scheinen wirklich jetzt Leute auf den Kapitän oder jetzt auf die Diva
aufbauen und dass die dann sagen, ich will die anderen auch lesen.
Ja, das sind auch coole Titel und ich finde halt wirklich, dieser Name ist so
gut gewählt, dass man einfach direkt ein Bild vor Augen hat.
Ja, ja, die performt auch sehr gut in den Anzeigen und...
Ja, also du merkst, in mir ist sehr viel Zuversicht.
Sehr schön, sehr schön.
So kann es weitergehen.
Eins muss ich dir noch beichten. Also ich habe noch nichts getan,
aber ich habe da so einen Plot Bunny.
Und ich möchte natürlich nicht, also im Gegensatz zum letzten Mal,
als Rock in Peace als Plot Bunny dahergehoppelt kam und ich alles abgebrochen
habe, Was ich immer noch als die richtige Entscheidung betrachte,
möchte ich dieses Mal nicht meine Arbeit am neuen Buch abbrechen.
Aber die Idee reizt mich unheimlich und es wäre tatsächlich eine Idee,
die ich, glaube ich, eher versuchen würde, in einem Verlag unterzubringen.
Und jetzt muss ich mir Gedanken machen, ob ich die so lang aufschieben will,
bis ich meine Reihe nach Rock in Peace fertig geschrieben habe oder ob ich irgendwie
mir die Zeit schaufeln könnte, parallel an zwei Projekten zu arbeiten,
oder keine Ahnung, aber ja.
Ja, gut, ich meine, theoretisch brauchst du ja für Verlag, hat Exposé und die 30-Seiten-Leseprobe.
Wobei natürlich die Annahme-Chance schon größer ist, wenn da steht,
Manuskript ist schon fertig. Ja, muss ja wissen.
Ja, muss ich mal drüber nachdenken.
Was machen denn die, wie ich finde, wesentlich relevanteren Pläne,
deine bisherigen Liebesromane zur Reihe zu machen?
Ja, auch da bin ich dran tatsächlich.
Das wirst du jetzt wieder unwirtschaftlich und dumm finden, aber ich habe,
mir gesagt, wenn ich die jetzt noch mal so aktiv bewerbe und noch mal neu an
den Markt bringe, ich möchte die alle mal schnell,
du hörst die Anführungszeichen, mal schnell noch mal durchlesen,
weil ich grob weiß, dass da ein paar Sachen drin sind, die ich heute anders machen würde.
rein von meiner Haltung her, also jetzt nicht von wegen, ich muss das jetzt
besser formulieren, weil ich irgendwie dazugelernt habe, das ist mir egal,
aber es gibt so ein paar Sachen, die würde ich minimal anpassen wollen und da bin ich dran.
Also ich lese gerade Memories of Your Smile wieder und muss ehrlich sagen,
das ist auch ein cooles Erlebnis, weil ich hatte die letzten Monate so gar keine
Lust mehr gehabt, meine Romance-Titel,
weiter zu bewerben und jetzt lese ich dieses Buch und denke,
boah, das ist ein richtig cooles Buch.
Und das beflügelt tatsächlich diese Idee auch nochmal stärker,
das dann eben nochmal nach vorne zu bringen. Aber es wird ein bisschen dauern,
weil, wie gesagt, ich möchte halt...
Du willst behaupten, dass mich das überraschen würde, dass es etwas dauert.
Ja, aber das ist mir tatsächlich wichtig, da diese diversen Dinge ein bisschen
anzupassen und dann mache ich das.
Ja, es läuft ja nicht weg.
Ja, ja, klar.
Mach du mal.
Ja, soll ich das mal sagen, ne? Ich bin gespannt auf den Moment,
wenn es dann soweit kommt.
Jawohl.
Und ja, wie kriegen wir jetzt den Übergang zu unserem heutigen Thema?
Also, ja, so direkt weiß ich keinen.
Machen wir einfach mal zu.
Dann musst du den jetzt gleich machen.
Ja, unser heutiger Gast ist hier, weil ich vor längerer Zeit einen Instagram-Post
von ihr gesehen habe, der mich persönlich in meiner Suche nach,
was schreibe ich da eigentlich mit meinen Büchern, sehr angesprochen hat.
Da hatte ich zu dem Zeitpunkt den Begriff noch nicht gehört und zwar ging es
da um das Genre Healing Fiction.
Sie hat ein Buch sehr erfolgreich in diesem Genre geschrieben und wir wollen
jetzt genau wissen, wie das funktioniert und wer ist die Zielgruppe und auf
was muss man achten und so vieles mehr.
Sie ist nicht nur Autorin, sie ist auch Psychologin und deswegen bestens gewappnet
für unsere Fragen zu diesem Genre.
Ganz herzlich willkommen, Christiane Wolter.
Ja, vielen herzlichen Dank für die nette Vorstellung.
Ja, genau. Also du hast das Buch Ein Garten voller Wunder im Ullstein Verlag
veröffentlicht und das ist Healing Fiction.
Wer es noch nie gehört hat, wie würdest du das erstmal grob einkreisen?
Ganz grob würde ich sagen, es geht um eine Person, die in einer persönlichen Krise steckt.
Und in der Regel wird dieser Person durch jemanden geholfen,
aus dieser Krise herauszukommen.
Oft sind das eben Ratschläge, sage ich mal, aus der Psychologie, die weiterhelfen.
Wobei sehr viele Autoren, Autorinnen, die in diesem Bereich schreiben,
gar nicht aus dem Bereich der Psychologie kommen. Muss man vielleicht auch dazu sagen.
Ganz viele sind Journalisten, Regisseure. Also da gibt es ein ganz breites Spektrum
an Personen, die das schreiben.
Aber es geht darum, diesen Heilungsweg darzustellen.
Ganz grob gesagt.
Also ich habe das Gefühl, ich habe schon öfter Autorinnen gesehen,
die so Geschichten schreiben, wo es so um die Reise zu sich selbst und sowas geht.
Jetzt habe ich die Frage vergessen.
Du wolltest bestimmt fragen, was die unterscheidet von Reading Fiction oder ob es das schon war.
Nein. verdammt.
Aber das war eine gute Frage gewesen, finde ich.
Also bevor Tamara so lange nachdenkt, Christiane, wie ist das denn?
Was unterscheidet denn jetzt dieses, ja, wie du sagst, relativ neue Genre,
unterbricht mich jetzt, wo ich gerade eine tolle Frage formuliere.
Ja, was unterscheidet dieses neue Genre von bisherigen Büchern?
Ich meine, das Café am Rande und sowas gab es ja auch schon.
Also, was ist da der Kern? Was ist der Unterschied?
Ich finde, es ist halt der Unterschied bei zum Beispiel das Café am Rande der
Welt oder dieses So bin ich aus dieser Krise herausgekommen.
Das sind ja erzählende Sachbücher, während Healing Fiction Romane sind und im
Bereich der Belletristik zählen.
Aber die Grenze ist verschwimmend. Also ich habe mir wirklich lange überlegt,
was sind denn überhaupt die Grenzen davon, außer wie vielleicht die Verlage
oder die AutorInnen das selbst einschätzen und selbst vermarkten.
Ich finde, vieles bei erzählenden Sachbüchern sind wirklich Handlungsanleitungen,
die man daraus lesen kann.
Während bei Healing Fiction hat man eher ein Angebot. Man bekommt Gedankenanstöße,
und kann sich dann selbst Gedanken darüber machen, falls das jetzt gerade auf einen passt.
Und um da mal ein Beispiel einfach zu bringen, das klingt jetzt alles sehr abstrakt, finde ich.
Mein Buch kam ja jetzt erst vor vier Wochen raus und ich finde es ganz faszinierend,
wie unterschiedlich die Hauptsächlichleserinnen,
die Schwerpunkte setzen oder was sie daraus ziehen.
Also ich kriege da ganz unterschiedliche Rückmeldungen. Manche sind gerade selbst
in einer Zeit der Trauer. Das ist ja so das Hauptthema von dem Buch,
dass die Protagonistin ihre Mutter verliert.
Und denen hilft das unglaublich zu wissen, anderen geht es auch so.
Man geht eben durch verschiedene Phasen der Trauer durch.
Und das ist zum Beispiel auch okay, mal wütend zu sein. Das gehört auch dazu.
Und andere Leute sehen da sowas wie, ja, ich bin selbst, habe einen Garten und
habe auch keinen grünen Daumen. Die erkennen sich darin dann wieder in der Protagonistin.
Ich übrigens auch nicht.
Ich habe sehr viel von dem Garten aus meinen Eltern gelernt.
Oder sie erkennen sich in diesem, es geht sehr viel um Freundschaften in dem
Buch, dann erkennen die sich in dem Aspekt wieder. Da gibt es ganz viele verschiedene
Aspekte und mit manchen identifiziert man sich.
Während bei so erzählenden Sachbüchern, wenn es da um so einen Lebensweg zum
Beispiel geht, so ein Memoir, hat man ja ein Thema und lernt dazu dann ganz viel, finde ich.
Bei mir ist es eher Garten und was kann man aus mit Gartenmetaphern erreichen, zum Beispiel.
Okay.
Und wenn jetzt so diese psychologische Herangehensweise und die Betrachtung
von Heilungswegen so stark im Fokus steht, wie ist das denn mit dem Spannungsbogen?
Also darf der da ein bisschen zurücktreten?
Wie bist du das angegangen?
Ja, das ist auch eins der Hauptkriterien, denke ich, von Healing Fiction,
dass wenig Konflikt drin ist. Das ist jetzt nicht unbedingt das,
was man so in westlichen Kulturen kennt von Büchern.
Ich habe mich da selbst an eine Struktur gehalten, deren Name,
ich vergesse jedes Mal den Namen, Kisho Tungetsu ist.
Das heißt, da ist sehr wenig Konflikt und man hat nicht dieses,
dass man irgendwie so nach 70, 80 Prozent so diesen Wahnsinns,
man ist am Boden zerstört und weiß nicht, wann weiterkommt und sowas,
sondern da ist es so, dass es so eine Vieraktstruktur ist.
Und beim dritten Akt lernt man eine Sache, die die Perspektive verändert.
Okay.
Also zum Beispiel meine Protagonistin findet was über ihre Mutter heraus,
was ihre Perspektive auf ihre eigene Vergangenheit total ändert.
Und da ist dann aber nicht dieser Wahnsinnskonflikt. Und wie ihr sagt,
was bringt dann die Leute dazu, das überhaupt weiterlesen zu wollen?
Ich hatte da echt große Angst.
Ja, klar.
Einfach weil, das sind keine Cliffhanger am Ende jeden Kapitel.
Ich hatte gedacht, man liest ein Kapitel, schlägt es zu und nie wieder auf.
Aber ich habe von einigen gehört, die es nicht aus der Hand legen wollten.
Also ich weiß nicht warum.
Ich glaube, man will halt einfach wissen.
Kommt sie aus der Trauer raus? Wie entscheidet sie sich? Das geht darum,
dass sie das Haus ihrer Mutter verkaufen muss, um wieder zurück nach Köln zu
kehren. Wie geht sie damit um?
Und sie lernt ein paar Leute kennen. Was passiert mit denen?
Ich glaube, das sind so diese Treiber dann in dem Buch, warum man das dann weiterlesen möchte.
Ich glaube, es ist ja vielleicht auch nicht nur dieses, ich muss unbedingt wissen,
wie es ausgeht, sondern ich kann mir vorstellen, es tut einfach gut.
Also gerade in so einer Welt, wo doch überall im Moment irgendwie negativ Nachrichten
oder auf Social Media sehr viel Hass unterwegs ist und dann einfach so abzutauchen
in so eine Wohlfühloase.
Also ich glaube schon, dass das einfach extrem der Zeitgeist auch ist.
Ja, das ist eigentlich auch eine
Vermutung, weshalb das so groß wurde in Japan. Das war Ende der 1990er.
Ach schon?
Ja. Und ich habe jetzt Erklärungen gehört, da ging es darum,
dass Ende der 90er kam so ein Wirtschaftscrash. Das heißt, viele Leute haben ihre Jobs verloren.
Ich weiß nicht, ob ihr das damals mitbekommen hattet, mit dieser OM-Sekte,
wo dieser Massenselbstmord war. Ja, das hat wohl auch die Psyche ziemlich belastet der Leute.
Und ein riesen Erdbeben in Kobel in der Region, was halt zu vielen Toten geführt hat.
War nicht der Tsunami, der war doch dann da auch.
Ah, der war später.
Das war später.
Ich kann gerade überlegen, das war 2005 oder 2006.
Glaube ich. Ich dachte erst, das hätte erst mit Corona angefangen.
Das war bei uns.
Ach, das war dann bei uns. Genau.
Und das war zuerst in Japan, dann ist er so nach Südkorea übergeschwappt.
Das heißt, man findet auch da viele Autoren und Autorinnen, die solche Romane
in Südkorea geschrieben haben.
Dann ging der Weg weiter so in die USA und wie du sagst, bei uns kam das dann
jetzt so zur Corona-Zeit eigentlich an.
Ja, jetzt haben wir ja schon so ein bisschen angerissen, klar,
dieses Konflikt-Thema.
Also normalerweise sagt man ja Konflikt, Konflikt, Konflikt und so.
Und das ist ja jetzt bei dem Genre eigentlich genau das Gegenteil.
Ich habe ja schon ein bisschen Angst vor all den Schreibenden,
die nicht schreiben können und mit ihren Manuskripten kommen und sagen,
ich habe keinen Konflikt, das ist Healing Fiction.
Also ich muss ja gestehen, ich schreibe ja sehr handlungsgetrieben und ich tue
mich extrem schwer mit so Szenen, wo nicht irgendwie Handlung passiert.
Und jetzt muss ich gestehen, ich habe dein Buch noch nicht gelesen,
aber ich kann mir ja vorstellen, dass das dann doch sehr viel Innenansicht und solche Sachen gibt.
Was ja auch wenig Show und viel Tell ist, oder? Oder wie kriegt man denn da die Kurve hin?
Gut, man kriegt Show rein durch Dialoge zum Beispiel.
Man kann ja auch durch Flashbacks, wenn man es geschickt macht, Show hinbekommen.
Ich will nicht sagen, dass ich das immer so geschickt hinbekomme.
Aber man muss ja sehr aufpassen, was das Ganze vielleicht rausreißt.
weil da ist ja schon viel Tell dabei, das stimmt, ist, dass man versucht,
so eine immersive Atmosphäre zu schaffen. Also viel Beschreibung,
von dem Garten, der Blumen, von der Natur, von was die Protagonistin sieht, was sie erlebt.
Und was sie riecht. Vergiss nicht, was sie riecht. Da steht Kandala voll drauf.
Ganz wichtig.
Ja.
Gerüche können gut tun.
Ja, natürlich. Aber genau, das ist ja jetzt auch der Punkt. Man,
hat ja immer so einen, diesen Wohlführe, diesen Safe Space. Das ist dann die
Bibliothek oder das Café oder bei dir das Begarten.
Und dann gibt es immer so einen kleinen Tick Magie da drin.
Worauf muss man denn achten, wenn ich so ein Safe Space gestalte?
Was muss der haben und was sollte er nicht haben?
Also der Safe Space sollte, das hat man ja schon angesprochen,
wenig Konfliktpotenzial haben.
Alles klar.
Also genau. Was oft mit reinspielt, sind sehr gut gesinnte Personen.
Also bei mir ist es zum Beispiel der Nachbar, der dann diese weißen Lebensratschläge
gibt, der jetzt wirklich keinerlei Bösartigkeit in sich trägt,
sondern einfach nur Menschen mag.
ist die Frage, also das ist ja auch ein Wohlfühl-Roman. Das sind ja ganz viele von diesen Ja.
Klar.
Ja, kann ich mal alle, finde ich. Weil ich hatte auch welche gelesen,
wo ich mir dachte, ich fühle mich da jetzt gerade nicht so wohl damit.
Die können sehr harsh sein, teilweise finde ich.
Ja, vielleicht ist das auch der japanische Stil zum Teil. Da habe ich auch gelesen,
dass er halt eher nüchtern ist und dann gar nicht so dieses immersive Erlebnis,
dass man sich irgendwie so in diese Szene dann so reinlebt, gar nicht so hat.
Bei manchen Katzencafés natürlich schon, aber zum Beispiel bei diesem Buch,
Frau Komatschi empfiehlt ein Buch, die wird auch eher so als ein bisschen ein
Besen beschrieben, finde ich,
die jetzt nicht unbedingt wahnsinnig freundlich ist, aber halt gute Bücher empfiehlt.
Das heißt, deswegen sage ich, dass das Genre ist noch gar nicht so bestimmt,
weil es ist nicht immer unbedingt diese Wohlfühlatmosphäre da drin.
Ich glaube, was das wirklich das Entscheidende ist, ist, dass einer Person weitergeholfen
wird, darin einen Konflikt zu bearbeiten und wieder mehr zur inneren Balance zu finden.
Aber jetzt bist du ja auch Psychologin, du bist vom Fach. Jetzt werden da ja
durchaus, ich sage mal, psychologische Herausforderungen thematisiert.
Ja.
Die aber ja dann trotzdem irgendwie doch auf einfache, etwas vielleicht magische
Weise behandelt werden oder sowas.
Da besteht natürlich die Gefahr, sehr zu vereinfachen oder in Klischees abzurutschen.
Ich würde da kurz zwischenfragen wollen, dieses Magische, das sehe ich irgendwie,
gar nicht. Also bin ich da, habe ich da die falschen Sachen im Kopf oder die Vera?
Du meinst generell, siehst du das nicht oder ist das bei meinem Buch?
Nee, bei Healing Fiction. Also ich hätte das jetzt nicht als irgendwie ein Genre
eingeordnet, wo Magie ein Thema ist.
Ja, oft haben die so einen ganz kleinen Teil magischen Realismus.
Es gibt ja dieses, das Mondscheincafé zum Beispiel, wo die Protagonistinnen
und Protagonisten von Katzen bedient werden.
in Menschen oder Menschen, große Katzen, die dann für die einzelnen Planeten
im astrologischen Planetensystem quasi stehen.
Das ist so da dieses Magische und es taucht immer dann auf, wenn das eben jemand wirklich benötigt.
Bei Frau Komatschi empfiehlt ein Buch, ist es zum Beispiel meiner Meinung nach,
dass diese Frau nicht so genau beschrieben wird und sie,
findet jedes Mal so ein Filzobjekt für die Leute, die zu ihr kommen,
das genau zu deren Lebenssituation passt, obwohl sie die Menschen gar nicht kennt.
Okay, okay.
Das kann man vielleicht so sehen.
Ja, ja, Kleinigkeiten sind das.
Ja, genau, ja.
Würdest du dann, falls du das Buch kennst, die Mitternachtsbibliothek auch in
die Richtung einordnen?
Ich würde es, ja.
Ja, okay, okay. Dann akzeptiere ich alles, was Vera zu Magie sagt und entschuldige
mich, weil wahrscheinlich habe ich jetzt die Frage gecrashed.
Und was war nochmal die Frage?
Ich wollte wissen, ob man dann nicht psychologische Herausforderungen sehr vereinfacht
oder womöglich auch klischeehaft behandelt.
Ich glaube, die Gefahr ist auf jeden Fall da. Ich habe sehr stark versucht,
das zu vermeiden, indem ich es auch nicht irgendwie den Nachbarn einfach irgendwelche
0815-Ratschläge geben lasse, sondern die Protagonistin erlebt das dann auch.
Und kann das dann auch umsetzen, wobei wir da wieder bei der Grenze zum Erzählen
ein Sachbuch sind. Da haben wir auch ähnliche Sachen.
Ich hatte zum Beispiel, also wenn ich mal so ein bisschen ausholen darf,
ich hatte ein erzählendes Sachbuch geschrieben.
Und da geht es auch um die Reise einer Person, die aber mehr so heldenreisenhaft ist.
Und sie begegnet ihren inneren Schatten. Und...
Und da werden wirklich mehr Ratschläge noch erteilt. Also dann gibt es dann
Tipps und sie fragt zum Beispiel, ja, jetzt habe ich hier ja meine unbewussten
oder jetzt mittlerweile bewussten Glaubenssätze, wie kann ich denn damit umgehen?
Und das ist eben auch eine weise Frau, die ihr sagt, wie kann sie damit umgehen?
Also es gibt wirklich dann so diese Umsetzungsdialoge sozusagen.
Und da musste ich mich sehr, sehr, sehr am Riemen reißen, das halt nicht in
diesem Buch zu machen und das dann einfach so auslaufen zu lassen,
damit die LeserInnen sich dann selbst so ihre Meinung bilden können und sich
Gedanken machen, ja, was könnte man umsetzen? Könnte ich mir mal überlegen?
Das sind alles so Vorschläge, was man machen könnte, aber wirklich keine Handlungsanweisungen per se.
Aber jetzt bist du vom Fach, du kannst beurteilen. können ja,
ich glaube ja nicht, dass jetzt die Mehrzahl der Autoren, Autorinnen von Healing
Fiction Psychologen sind.
Wie erlebst du das denn? Hast du schon Bücher gehabt, wo du denkst,
um Gottes Willen, was schreiben die da?
Ja, eher wie schreiben die und dann habe ich die auch zugeschlagen.
Ich kann manchmal nicht fertiglesen. Also ich hatte zum Beispiel,
ich will jetzt gar keine Bücher irgendwie.
Ne, keine Namen, aber muss man.
Ja, aber da ist dann sehr, sehr, sehr viel Infodampf und das will ich halt nicht.
In der Normale. Aber das ist natürlich auch eine Gefahr, wenn so gar nichts
passiert, was schreibt man denn da?
Ja, also es passieren ja schon Dinge. Also ich meine, es gibt Partys und es
gibt Begegnungen und alles Mögliche, aber es ist halt schon sehr innerlich.
Das geht wirklich um die innere Reise. Das stimmt.
Wie differenzierst du denn da zum Beispiel zu jetzt in Cozy Romance?
Gut, beim Romance müssen sie sich am Ende kriegen, Aber wenn sie sich nicht
kriegen, ist das eine Reise zu sich selbst und Healing Fiction.
Meiner Meinung nach ist es, dass dann, wenn es wirklich,
eine Krise gab, dieser Hauptperson. Die gibt es ja immer.
Das ist ja immer der Anfang eines Romans.
Ja, jetzt ist es halt eine innere Krise, einen inneren Konflikt,
der dann durch die Hilfe anderer gelöst wird.
Die Grenzen sind wirklich fließend. Es ist auch zum Wohlfühl-Roman.
Healing Fiction ist meiner Meinung nach so ein Unterbereich oder kann ein Unterbereich
von Wohlfühl-Romanen auch sein. Definitiv.
Ja, es gibt ja auch Wohlfühl-Liebesromane, wo dann halt eben nicht diese großen
Eifersuchtsdramen und dieses,
ewig lange umeinander herumgetänzelt ist und sowas, sondern da geht es einfach
darum, eine schöne Liebesgeschichte ohne großes Drama zu erleben.
Aber das ist dann halt eben nicht zum Heilen, sondern einfach so,
um gemütlich eine nette Zeit zu haben.
Ja gut, das ist ja eigentlich bei jedem Buch so, oder?
Weiß ich nicht.
Die Metal Fight ist ja nicht immer, hast du gerade so Thriller.
Ja gut, aber die lese ich ja nun auch letztlich zum Vergnügen.
Ja, zum Vergnügen, klar. Aber das ist nicht dieses Hach, ist das aber jetzt
schön. Hat er gerade wieder den abgeschlachtet.
Es wühlt ja schon auf.
Es kommt jetzt auf den Charakter an. Aber ja, gut, jetzt schreibe ich Kosi Quaim.
Ich meine, bei dir stirbt auch jemand, die Mutter. Bei mir stirbt er das Mordopfer. Also, aber gut.
Das sind wahrscheinlich noch keine,
Ein wichtiger Punkt bei Healing Fiction ist auch, dass es Trost spendet.
Ich weiß jetzt nicht, wie das bei dir ein Cozy Crime ist. Wenn man am Ende das
Buch zuschlägt und sich sagt, das war jetzt schön und jetzt fühle ich mich irgendwie
getröstet und glaube wieder an die Welt.
Ich glaube, der Unterschied ist ja auch einfach, dass in der Regel wäre deine
Bücher nicht von den Angehörigen der Mordopfer so sehr handeln und es denen
am Schluss besser geht, sondern es wird halt ein Verbrechen aufgelöst.
Wenn sie bei mir auftauchen, sind sie eher verdächtig.
Jetzt schreibst du, du hast dich ja jetzt auch, wie wir schon merken,
tief in dieses Genre eingearbeitet. Das heißt, jetzt bist du auch vom Beruf
her, kennst du die psychologischen Anforderungen, die so die Menschlein,
widerstehen müssen. Jetzt tauchst du bei so einem Buch tief darin ein.
Was macht das mit dir als Autorin?
Bist du danach auch in besonders guter Stimmung?
Oje. Ja, gerade bei den Anfangsszenen, das war sehr traurig,
da habe ich es selbst viel gemeint.
Weil ich mir einfach vorstellen musste, wann das meiner Mutter passiert.
Ich habe ja auch das mal die ersten drei Kapitel vorgelesen,
bevor ich die eingereicht hatte beim Verlag und konnte gar nicht weiterlesen.
Das macht auch viel mit mir. Hast du deiner Mutter vorgelesen, dass sie stirbt?
Die Mutter im Buch, nicht meine eigene. Das ist ganz anders.
Also das war schon hart. Ich muss eine Sache dazu sagen, ich bin Psychologin,
aber keine Psychotherapeutin.
Da gibt es ja nochmal Unterschiede, aber ich habe mich halt sehr viel mit positiver
Psychologie beschäftigt, was ja bedeutet, wie finden wir innere Balance.
Und das übertrage ich oder versuche ich in meine Bücher eben zu übertragen.
Und da gibt es ganz verschiedene Modelle, die eben aussagen,
was trägt zur inneren Balance bei.
Und eines davon habe ich mir dann zum Beispiel rausgepickt oder zwei.
Und zwar sind das einmal Freundschaften.
Und wenn man fähig ist, Freundschaften zu schließen, dann kann das eben wirklich
sehr dazu beitragen, dass man wirklich glücklich wird oder sich innerlich ausgerichtlichen fühlt.
Und das klingt für viele wahrscheinlich total, ja, ist doch logisch.
Ich persönlich finde es zum Beispiel
sehr, sehr schwer, Freundschaften zu schließen. Oder Freundschaften,
Ja, oder auch Selbstfreundschaften aufrecht zu erhalten.
Und ich bin auch selbst sehr introvertiert, wie die Protagonistin,
die halt auch nicht so offen auf andere zugeht und dann wird sie eingeladen
und sagt dann lieber mal ab,
aus Angst, dass sie dann irgendwie so in so einem Setting ist,
wo sie sich unwohl fühlt.
Und da versuche ich einfach so ein bisschen noch einen Anschub zu geben,
zu sagen, probier es mal.
Einfach so, aber ja. Es ist nicht irgendwas erklärt mit Freundschaft musst du
schließen, weil, blablabla.
Ja klar, das wäre dann satt. Aber jetzt hast du ja gerade schon gesagt,
dass das ja nah an dir ist.
Jetzt gibst du der Figur Ratschläge, die du dir auch selbst geben würdest.
Die ich mir vor vielen Jahren gegeben habe, ja.
Okay, also Problem ist gelöst bei dir.
Ich kenne das zumindest.
Ich begebe mich immer wieder in Situationen, wie auch hier zum Beispiel im,
Podcast, wo ich reden muss, statt schreiben.
Aber das machst du gut, das ist prima. Aber du hast jetzt gerade auch schon
angesprochen, so eine Frage, die mir auch vorfällt, so gekommen ist.
Du hast ja gerade schon gesagt, du hast die ersten drei Kapitel gelesen und
musstest selbst weinen.
Wie wird man denn, wenn man schreibt und man hat ständig da so gefühlt intensive Szenen,
Wie kriegt man das denn hin, da einerseits drin zu sein und trotzdem eine gewisse Distanz zu halten?
Ich denke dadurch, ich bin ja nicht hauptberuflich Autorin.
Ich hatte jetzt meine Arbeitszeit, jetzt ein bisschen mehr als ein Jahr auf
80 Prozent beschränkt, aber hauptsächlich bin ich in der Personalentwicklung tätig.
Da komme ich immer wieder sehr gut raus. Und die Zeit, in der ich mich dann
mit dem Buch beschäftige, Ihr kennt es ja selbst, das ist ja nicht nur Schreiben
und sich reinversetzen. Das ist ja viel über Arbeiten, viel über Plot nachdenken und so weiter.
Es sind begrenzte Zeiten, finde ich, in denen man sich da wirklich ganz tief
reinversetzt und dann wirklich die ganzen Emotionen durchlebt.
Aber wenn du den Plot überarbeitest, dann bist du da auch drin.
Und beim Überarbeiten bist du eigentlich immer drin. Also ich zumindest.
Ja, zum Teil zumindest. Also wenn es jetzt irgendeine Naturbeschreibung ist
zum Beispiel, dann ist das jetzt mit...
Es sind ja viele... Es ist ein Wohlfühl-Roman. am Ende. Es gibt zwar dieses
Thema mit, die Mutter stirbt und das nimmt sie auch sehr mit,
aber das beschränkt sich auf die allerersten Kapitel und danach geht es ja wirklich bergauf.
Und dann gibt es ja auch sehr viel Positives. Ich habe auch oft gelacht beim
Schreiben und mich gut gefühlt.
Das wiegt das schon auf. Und es ist ja auch eine Art Katharsis,
wenn man mal durch diese ganzen Emotionen durchgeht.
Als ich diesen Post von dir gesehen habe und diesen Begriff zum ersten Mal gelesener
Peeling Fiction, dachte ich so kurz,
Könnte ich da meinen Roman auch grob einordnen, weil am Ende geht es ja eben
auch bei mir drum, nach dem Tod einer wichtigen Person wieder auf die Beine zu kommen.
Aber das Wort Wohlfühlroman finde ich jetzt bei mir gar nicht passend,
weil es sehr viel erstmal um Schmerz und Verlust und Wut und so geht.
Und habe dann gedacht, gut, dann gibt es die Wohlfühl-Romane Healing Fiction
und habe dann für mein Genre, sage ich mal,
die Bezeichnung Dark Healing Fiction mir ausgedacht, weil wir eben mit den Protagonisten
erstmal so richtig durch den Dreck durchmarschieren müssen, bevor es dann wieder rausgeht.
Und wie viel Konflikt würdest du denn sagen, also wo kippt es denn deiner Meinung
nach? Weil ganz ohne Konflikt ist klar, geht es ja auch nicht.
Du meinst, wo kippt es dann, dass es nicht mehr zur normalen Healing Fiction gehört?
Dass es einfach nicht mehr zum Wohlfühlen ist, weil zuerst zu viel Drama ist oder...
Ich denke, wenn man wirklich irgendwann denkt, boah, jetzt wird es mir zu schwer,
auch als Leserin zum Beispiel, da hatte zum Beispiel meine, einmal meine Agentin,
aber auch meine Lektoren wirklich stark darauf geachtet, dass man jetzt nicht
denkt, okay, jetzt ist die schon wieder so negativ.
Und jetzt ist das schon wieder so. Was ich selbst vielleicht gar nicht so als
so negativ angesehen hatte. Aber da musst du schon wirklich darauf achten,
dass es in diesem Wohlfühlbereich bleibt.
Und bei dir klingt das auch sehr nach Entwicklungsroman, finde ich.
Ja, also Auch, ja Aber ein Dark-Healing-Fiction finde ich ganz gut Solange irgendwie
aufgezeigt wird, wie diese Person dann wieder ihre innere Balance findet,
Kann man das bestimmt darunter zählen, ich meine, das ist ein neues Genre Warum
soll man da eine neue Unterscheure Ich hab's mal in mein Insta-Bio geschrieben,
Aber ich finde jetzt.
Dark-Healing finde ich irgendwie ein Widerspruch in sich.
Aber gut Widersprüche sind interessant Ja.
Außer bei Healing Fiction, da ist alles klar.
Aber du hast gerade ein gutes Stichwort gesagt, deine Agentin, deine Lektorin.
Du hast ja das Buch eben bei einem namhaften Verlag rausgebracht und ich habe
auch deinen Beitrag gesehen, als du zu Besuch warst bei Ulstein und dann dein
Buch da an der Bücherwand stand, was bestimmt ein wahnsinnses Gefühl ist.
Wie leicht oder schwer war es denn für dich, bei dem Verlag unterzukommen?
zu kommen. Also ich könnte mir jetzt ganz naiv vorstellen, hey,
sie ist Psychologin, das Genre ist gefragt.
Na, das war ja einfach. Aber war es ja bestimmt nicht.
Es war eine weite Reise, wenn ich ein bisschen ausholen darf.
Das fing nämlich mit diesem erzählenden Sachbuch an, das ich geschrieben habe,
mit dem ich dann auch die Agentin gefunden habe.
Ja.
Und sie dachte, weil es ja ein erzählendes Sachbuch ist und ich Psychologin
bin, lässt sich das ja für leicht verkaufen. Aber Pustekuchen?
Schön wär's. Die Verlage haben es gesehen. Es gab auch zwei oder drei,
die da wirklich bis zum Ende mitgegangen sind und Interesse daran hatten.
Und am Ende haben sie es doch abgelehnt, weil mir die Follower auf Instagram fehlen.
Okay.
Wenn man nämlich für Bücher braucht. Genau. Ich hatte dann schon wirklich aufgegeben,
hatte gedacht, vielleicht hilft das ein Newsletter zu machen.
ich möchte Leute einfach nicht auf Instagram bringen. Also nicht mit irgendwelchen,
Heilungstipps oder wie findest du zur inneren Mitte, indem ich die auf Instagram
aus ihrer inneren Mitte rausschmeiße, weil man nur am Scrollen ist.
Finde ich, das passt einfach überhaupt nicht zusammen. Und dann dachte ich,
vielleicht kann ich das mit dem Newsletter anders lösen, der so positive Nachrichten
bringt und immer so ein bisschen, wie findest du zur inneren Mitte.
Hat auch nicht geklappt.
Ich hatte einfach nicht genügend Subscriber dann am Ende und hatte mit der Agentin
ausgemacht, ich kontaktiere sie letztes Jahr, Mitte Januar nochmal,
weil sie einen Verlag noch an der Hand hatte,
damit sie diesen Verlag fragten, habe dann so gemeint, naja,
soll man uns in drei Monaten dann treffen, dann kann ich die Rechte zurückkriegen
an dem Buch und dann kann ich es ja selbst veröffentlichen.
Also ich finde ja Self-Publishing super.
Also es ist viel, viel Arbeit. Also da habe ich wirklich Respekt vor.
Das hätte ich dann halt als Lösung dann gemacht. Und dann meinte sie,
ja witziger Zufall, sie hatte sich Wochenende mit einer Freundin getroffen und
meine Agentin war selbst bei Ulstein früher, Senior Elektorat.
Und ihre besten oder eine ihrer guten Freundinnen ist da eben auch im Lektorat
und hat sie gefragt oder hat ihr erzählt, ja, ich habe da so eine Idee für ein Buch.
Da soll es darum gehen, dass eine Person irgendwie an den Garten kommt und dann
ist da ein weiser Nachbar, der irgendwie hilft, wenn die hat irgendeine Krise.
Kennst du jemanden, der das schreiben könnte? Und dann hat sie gesagt,
ich kann mir da jemanden vorstellen, die sowas ganz gerne schreibt.
Ich zeige dir mal das Buch, das ich von ihr habe. Dann kannst du dir schon mal
den Stil angucken, ob es überhaupt passen würde.
Und dann hatte ich es gemacht, hatte man ja klar, könnte sich schon vorstellen,
ob ich mal ein Exposé schreiben könnte und eine Leseprobe.
Und dadurch bin ich dann an diesen Vertrag dran gekommen.
Spannend. Es war gar nicht.
Dass ich das vorher geschrieben hatte, sondern die hatten quasi diese grobe Ursprungsidee.
Ich habe das mit der Agenda zusammen ein bisschen ausgebaut und dann haben die dem dann zugestimmt.
Ah, ja, cool. Ja, da war man einfach, warst du zur richtigen Zeit am richtigen Ort?
Ja, absolut. Also gerade, als ich aufgegeben hatte, das war...
Das ist ja an sich schon eine Healing-Fiction-Story jetzt eigentlich.
Das stimmt.
Könnte man so nennen. War nicht ganz so cozy für mich, aber ja.
Du warst ja jetzt für deine Protagonistin wahrscheinlich auch nicht, oder?
Das stimmt.
Ja.
Aber ich finde jetzt den, was du eben gesagt hast, ja, Instagram- Werbung,
wenn man Leute zur inneren Balance bringen möchte, Es ist natürlich richtig, es ist eigentlich ein,
totaler Gegensatz, aber wie gehst du es dann jetzt an, das Buch?
Ich nehme mal an, du musst auch trotzdem Marketing machen.
Ja, ich sag mal so, das ist ja in der Midlist, das ist jetzt kein Top-Titel,
das heißt, das Marketing vom Verlag ist, ich würde jetzt mal minimal sagen.
Überschaubar.
Sehr überschaubar. Es gab einen Post auf Instagram zum Tag des Gartens. Ja.
Frag mich nicht, warum. Bei Sachbüchern wird das verlangt, bei Bellet Ristick nicht ganz so sehr.
Ich bin als Autorin auf Instagram, aber nicht in dieser Funktion von,
ich erzähle euch hier, wie ihr zur inneren Mitte finden könnt,
sondern eher, ich zeige euch was aus meinem Alltag.
Ich finde, ich hoffe, dass das auch einigermaßen stimmt. Für mich ist diese
Buchbubble so sehr heilsam irgendwie.
Man trifft sich dann mit anderen Leuten, die an Büchern interessiert sind.
Die lesen ja auch noch und nicht nur diese kurzen Beiträge, die man immer sofort weiterswipet.
Also da ist noch Aufmerksamkeitsspanne da und dann finde ich das vertretbar,
so auf Instagram zu sein, aber halt nicht als jetzt Expertin,
die da weiterhelfen möchten.
Ja. Das heißt, wie machst du noch Marketing für das Buch?
Durch meinen Newsletter zum einen. Dann, ach, ich finde es wahnsinnig schwierig.
Und es verkauft sich auch nicht wirklich sehr gut. Das muss ich auch dazu sagen.
Es ist ein Debühroman in einem Genre, das in Deutschland von deutschen Autorinnen
auch noch nicht so bekannt ist.
Das heißt, vor allem die großen Buchhandlungsketten haben da echt Bedenken,
das auszulegen, weil sie könnten es ja vielleicht nicht verkaufen.
Okay. Ich dachte, das wäre gerade so ein Hype-Thema.
Ja, aus Japan und Korea, ja.
Okay.
Matt Haig, ja, mit seiner Mitternachtsbibliothek,
war erst diesen Mitternachtszug und so weiter. Ja, ja,
Debüt, Mittellist, nein. Da haben die wirklich Vorbehalte.
Das heißt, ich werde jetzt zum Beispiel am Wochenende mal zu so ein paar Buchhandlungen
in der Gegend hier von Frankfurt gehen und einfach mal nachfragen.
Ich habe so einen Waschzettel erstellt, wie man das ja auch als Selbstpublisher
macht, um den dann da hinzutragen, zusammen mit dem Buch und zu zeigen,
hier, schönes Buch, wollt ihr das nicht auslegen? Ich kann auch signieren, wenn ihr wollt.
Das mit dem Signieren hat in Frankfurt geholfen.
Ansonsten, ich finde es sehr schwierig.
Ja, ja, also ich meine, das ist aber jetzt unabhängig vom Genre.
Als Debüt sichtbar zu werden, ist generell schwierig. Das,
ist völlig egal, ob das jetzt Self-Public geht. Das ist immer schwierig.
Und sonst sagt man ja, die beste Marketing ist das nächste Buch.
Also du bist es jetzt halt nach dem Wundergarten, jetzt was weiß ich.
Oh ja, es kommt Ende Oktober noch eins raus.
Ja, wie heißt das denn?
Zwölf magische Nächte, da geht es um die Raunächte. Auch ein Roman.
Die kam auf die gleiche Weise zu mir wie das erste Buch.
Okay, interessant.
Ich meine, das ist ja auch legitim. Es scheint ja Urstein sicher doch,
eine gewisse Gewinnerwartung zu haben, sonst würden sie das ja nicht machen.
Ja.
Aber da sind wir jetzt auch bei einer Frage. Ich muss gestehen,
Tamara sagte das ja auch. Sie hatte vorhin noch gar nicht so richtig mitbekommen.
Da wusste ich auch zuerst nicht. Und habe dann jetzt recherchiert und dass das
tatsächlich so ein gewisses Hype-Thema ist. Aber du sagtest ja gerade schon,
Hype für das, was wirklich so aus den Ursprungsländern kommt.
Wie siehst du das denn? Ist das jetzt mal so ein kurzes Auflackern?
oder ist er nächstes Jahr vorbei oder ist das jetzt wirklich ein Trend, der sich länger hält?
Dadurch, dass es ja in Japan schon so lange ein Trend ist, kann ich mir schon
vorstellen, dass sich das noch ein bisschen länger hält, zumal ja die Weltpolitik,
jetzt auch nicht gerade so viel besser wird und ich glaube, man sich wirklich
gerne einfach mal zurückzieht und so ein bisschen Selbstreflexion leid hat,
beim Lesen von solchen Büchern.
Weil es so ein bisschen heile Welt noch ist. Und man danach denkt,
ja, es gibt noch gute Dinge auf der Welt.
Also noch zwei Jahre, wenn Trump abgewählt ist, dann ist das vorbei.
Dann ist immer noch gut hin, da fürchte ich.
Aber warten wir, was dann bei uns los ist.
Oh mein Gott, ja.
Naturkatastrophen weiß nicht was. Ja, klar. Das kann schon sein.
Aber wie ist das denn jetzt? Hast du das bei Urstein gemacht?
Die haben auch quasi die Initialzündung gegeben.
Du wirst wahrscheinlich nicht
mehr sehr viel Entscheidungsfreiheit bei Cover und sowas gehabt haben.
Nein. Also bei dem Garten voller Wunder, das Cover hat mir von Anfang an sehr, sehr gut gefallen.
Da muss ich gar nichts sagen. Bei dem anderen, ja, das stimmt.
Man hat nicht so viel Freiheit.
Gibt es Kriterien,
die die Cover erfüllen müssen? Also sind das immer irgendwie Pastellfarben Farben oder,
Was sind so die Dinge, die so ein Buch direkt als Healing Fiction erkennbar machen?
Normalerweise. Ich meine, meins ist jetzt ein bisschen anders.
Das ist ja schon ein bisschen Pastell-Colored, aber da hast du jetzt nicht irgendwie
einen Kaffee vorne drauf.
Du hast jetzt auch nicht den kleinen Schreibwarenladen um die Ecke und keinen
Mondschein-Kaffee mit irgendwelchen Katzen.
Okay.
Nee, aber ich finde, es ist sehr in diesem aktuellen Stil, den man jetzt oft hat.
Also zurzeit sind ja oft so wie Gemälde auf Covern und dann ganz groß,
bold, die Schrift drüber.
Also das ist ja schon gerade so der aktuelle Stil von allem,
was man so als Roman bezeichnen würde. Also ein bisschen außerhalb von Genre, von daher.
Roman schon. Ich weiß halt nicht, ob man sich dann was anderes darunter vorstellt,
wenn man das zuerst sieht.
Zumal jetzt auch die Buchhandlungen nicht unbedingt wissen, wo die das einsortieren
sollen. Das macht es auch nicht einfach.
Okay.
Also als ich in Frankfurt in der großen Kette da war, meinte der,
der wird es zur Esoterik legen.
Und er so, ja, was steht irgendwas mit heilende Kraft der Natur?
Das ist Achtsamkeit für mich, das ist positive Psychologie. Das ist nicht unbedingt,
in dem Fall. Ich meine, das andere ist natürlich spirituell,
da geht es ja um die Raunechte, aber in dem Garten voller Wunder.
Das überrascht mich eigentlich, dass so ein großer Verlag wie Ulstein das nicht genau positioniert.
Ja, mich auch. Also ich fand das echt faszinierend, dass die das überhaupt geordert
haben, das Buch, oder dass die die Idee dazu hatten.
Ja gut, das finde ich jetzt, wenn ich meine, dass das ja so ein Trend ist,
das habe ich jetzt bei meiner Recherche schon gelesen, dass dann auch die große
Verlage draufsetzen, das überrascht mich jetzt nicht, aber dass die dann,
so bei Cover und bei Positionierung halt nicht wirklich genau in diesem Trend
liegen, sondern da so ein bisschen sich von unterscheiden, das macht eigentlich keinen Sinn.
Ja, ich glaube, das liegt wirklich daran, du hast, wenn du in Buchhandlungen
gehst, hast du so Ecken mit japanischer und koreanischer Literatur.
Da passt es nicht rein.
Nee, das ist klar, da passt es nicht rein.
Also wo macht man sowas dann hin? Weil dann hast du deine Ecken mit Liebesromanen.
Das ist jetzt auch kein Liebesroman.
Das ist richtig schwierig. Ich wüsste auch nicht so genau. Und dann hatte ich
überlegt, wenn ich jetzt mal einen anderen Autoren reinwerfen darf,
Carsten Hennen zum Beispiel.
Mich würde sehr interessieren, wie er seine Bücher sieht, gerade zum Beispiel
der Geschichtenbäcker, das hatte ich mir jetzt neulich mal als Hörbuch angehört,
wo halt auch so ein italienischer Bäcker,
ständig irgendwelche Lebensweisheiten von sich geben. Und ich würde das halt
auch in diese Richtung sortieren. Und da frage ich mich, wo sortieren Buchhandlungen das ein?
Wobei man da eher so einen allwissenden Erzähler hat. Und das hat man halt bei
so Healing-Novels eher nicht. Viel ist eine Ich-Person.
Bei mir ist es in so einer naja, relativ ich weiß gar nicht,
wie man das sagt, geschlossene, dritte Person.
Also du hast eine Person, die mitspielt und das aus ihrer Sicht erzählt?
Ja, die Protagonistin. Also es ist alles aus ihrer Sicht erzählt.
Das ist ja normal, das mache ich auch immer.
Nicht in Ich.
Personaler Erzähler.
Ja, genau.
Und bei Carsten Henn, also es ist halt aus allen Perspektiven erzählt.
Deswegen so ein allwissender Erzähler, wie das früher der Fall war.
Wahrscheinlich macht das auch diesen ganzen Charme aus, dass man dann so diesen,
gemäßlichen Erzähler hat und so.
Aber das muss ja auch irgendwo einsortiert werden.
Ja, aber du hast doch gerade gesagt, dass du Healing Fiction als so ein Untergenre
von Wolfiel-Romanen siehst. Also warum dann nicht dahin?
Also mir fallen jetzt diese ganzen,
Wohlfühl-Romance-Geschichten oder die Geschichten von unserer geschätzten Kollegin
Karin Müller, die in Kirkby spielen, das sind auch alles Wohlfühl-Geschichten.
Ja, aber so Romance ist halt wieder was anderes.
Also ich muss gestehen.
Null Liebesroman.
Ja, trotzdem Wohlfühlen ist ja dann das.
Also wenn ich jetzt eine Buchhandlung hätte, ich würde es glaube ich eher so
in dieses, ich sag mal, bisschen Richtung Hochliteratur tendierende,
ja, sie nennen es immer einfach Roman.
Also wenn ich jetzt zum Beispiel an Martina Hefter denke, hey,
guten Morgen, wie geht es dir?
Das ist ja auch so, also ich fand das auch einen totalen Wohlfühlroman.
Also man geht so mit dieser, klar ist da auch eine Handlung,
aber man geht so durch diese Zeit mit ihr und irgendwie wird viel nachgedacht
und überlegt und da würde ich das jetzt hinstellen in die Ecke.
Und das ist auch genau da, finde ich, wo das Cover angelehnt ist.
Das stimmt, Ja, das stimmt. Dann passt es ja wieder. Hat sich Unstein womöglich doch was gedacht.
Ich gehe von außen.
Das ist ja crazy.
In unserem Podcast gibt es immer wieder Überraschungen.
Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass man Lust hat, sowas zu schreiben.
Ich glaube, gerade aus deiner Position, wenn es deine persönliche Mission ist,
auch so positive Psychologie irgendwie nach draußen zu tragen.
Wenn jetzt jemand irgendwie sagt, ja, das ist eigentlich, was ich total gerne
machen möchte, so Hoffnung den Leuten mitgeben und was Schönes erzählen,
hast du einen Tipp, wie man an so eine Geschichte rangehen kann?
Ich hatte es wirklich auch schon überlegt, weil ich habe noch keine Idee,
wie ich selbst weitermachen will. Das hat mich meine Lektorin auch gefragt,
ob ich schon weitere Ideen habe.
Aber ich weiß so in diesen Scheuklappen mit diesen zwei Büchern innerhalb von
eineinhalb Jahren fertig zu kriegen.
Ich würde wirklich überlegen, was sind solche Dinge, die Menschen glücklich
machen. Also es sind ja so Modelle aus der Psychologie.
Es ist halt meine Art der Herangehensweise. Also Freundschaften machen glücklich.
Es macht glücklich, eine bestimmte Art von Denkweise zu haben.
Wenn man jetzt zum Beispiel eher Optimist ist, Optimistin, als jetzt irgendwie
pessimistisch immer zu denken.
Man kann jetzt natürlich sagen, okay, denen fehlt einfach der Realitätssinn,
aber so ist es ja gar nicht. Das sind einfach Menschen, die so eine andere Perspektive haben.
Einfach überlegen, was kann dazu beitragen, dass man sein Leben zum Besseren verändert.
Darum würde ich dann die Story basteln.
Also ich hatte mir zum Beispiel auch bei dem Garten voller Wunder überlegt,
was gebe ich denn dieser Protagonistin Ella noch mit, außer dass sie irgendwie
aus dieser Trauer rausfinden soll.
Also welche Schwächen hat sie? Ich sage jetzt mal Schwächen.
Also wird ja oft so, wenn man so introvertiert ist, als Schwäche eher angesehen.
Oder wenn man eben nicht so gut darin ist, Freundschaften zu schließen, solche Sachen.
Und wie kann ich die da wieder rausholen? Wie kann ich dann quasi zeigen,
anhand ihrer Geschichte, so kann das zum Beispiel gehen? Oder da kann man sich
mal Gedanken drüber machen, ob man vielleicht selbst dann auch das so machen könnte.
Hilft das?
Ne, finde ich also sehr schön. Ich habe da auch in der Richtung,
ich habe halt immer, also mein persönliches Problem ist halt,
weil ich sagte ja gerade schon, ich habe immer das Gefühl, ich brauche irgendwie Handlung.
Und das jetzt so irgendwie eine Geschichte zu machen, die 300 Seiten füllt.
Wie viel füllen Sie die Bücher?
Ja.
Das ist ja das Gute. Also ich glaube, ich weiß gar nicht, wie viele Seiten der
Verlag wollte. Ich glaube tatsächlich 300.
und ich habe gesagt, nee, das kannst du mit einer introspektiven Geschichte.
Das geht nicht. Dann langweilt man sich wirklich. Also das hat jetzt 230 ungefähr.
240.
Und das ist schon relativ lang. Die meisten in dem Bereich, die sind wirklich
noch kleiner. Die haben um die 200.
Okay. Das kommt mir ja hingegen.
Ansonsten, also ich versuche schon, also ich mag das. Ich zähle mich durchaus
zu den Optimistinnen und ich möchte eigentlich auch immer so eine Botschaft bringen.
Wenn meine Protagonisten oder Protagonistinnen ja das meistern und dass sie
nach vorne gehen und so, das will ich auch schon als positive Botschaft sehen.
Aber ich verpacke es halt in einer Krimi-Handlung.
Warum nicht?
Dafür gibt es ja verschiedene Genres.
Ja eben und es mag ja auch nicht jeder Healing Fiction lesen.
Die Leute, die dann Krimis lesen, kriegen dadurch was mit. Ja.
Ja, sehr schön, dass du den Menschen ein gutes Gefühl gibst.
Also ich sage mal, ich kann mich ja zu den sehr glücklichen Menschen schätzen.
Ich habe ja einen Podcast und ich denke mal mittlerweile eine Freundschaft zu
Tamara. Also von daher, mein Leben kann ja kaum noch besser werden.
Und du bist ja jetzt Teil der großen Talkstellenfamilie. Also deins geht jetzt
auch voll ab. Also so viel Healing, da gebe ich ja nicht.
Aber wir müssen jetzt noch so ein bisschen Wasser in den Wein kippen.
Es gibt noch die total kritischen Buch-Bubble-Fragen von Tamara.
Ach, das ist purer, köstlicher Wein.
Liebe Christiane, welches Buch hat dich als Leserin denn zuletzt ganz positiv überrascht?
Das wäre im Grunde gut von Rutger Prekmann.
Man sieht es natürlich im Podcast jetzt nicht. Er ist aus den Niederlanden und das ist ein Sachbuch.
Und es gibt so viel Hoffnung. Es zeigt einfach, wie gut die Menschen eigentlich sind.
Man kriegt es halt nur nicht mit, weil natürlich Medien zeigen das ganz andere Bild.
Aber es ist wirklich gespickt voll mit ganz vielen Beispielen.
Richtig schön geschrieben, finde ich.
Ich glaube, ich muss das lesen.
Ich auch.
Ja, das glaube ich auch.
Ich bin immer wieder so kurz davor, mir irgendwie eine Tasse oder ein T-Shirt
zu kaufen mit dem Spruch, ich hasse Menschen.
Genau, ja. Ich muss sagen, ich kann das sehr gut nachvollziehen.
Ich bin auch nicht mal die geduldigste mit anderen Personen.
Also introvertiert und ungeduldig, das ist aber eine blöde Kombination.
Ach, man hat es nicht leicht.
Sag nochmal den Titel.
Im Grunde gut, heißt er auf Englisch. Ich habe das also Humankind auf Englisch gelesen.
Ja, aber gibt es auch in Deutsch.
Vom Titel her ist er.
Ja, ich glaube auch original ist, glaube ich.
Ach so, das Wortspiel, ja, jetzt check ich es erst.
Humankind.
Ja, ja, okay, okay.
Ja, sehr schön.
War echt schön.
Und zur zweiten Frage, was hast du denn aus deinen größten Fehler gelernt?
Ja, ich habe mir ja viele Podcasts von euch angehört. Meistens sagen die Leute
gar nicht so, was der größte Fehler war. Aber,
ich habe ja, wie ihr jetzt auch gesagt habt, Psychologie studiert. Das ist sehr lange her.
Lange, lange Jahre dachte ich, ich habe keine unbewussten Glaubenssätze.
Ich muss gerade selbst lachen darüber.
Weil ich habe es ja studiert, ich weiß es ja, dass es sowas gibt, also sind alle bewusst.
In leidvollen Erfahrungen musste ich lernen, das stimmt nicht.
Ich habe da wirklich gelernt, mich selbst zu hinterfragen, immer und immer wieder,
meine eigenen Reaktionen immer und immer wieder zu hinterfragen,
nichts als normal anzunehmen.
Also wenn Leute mir sagen, ich meine, das ist jetzt lange her,
aber wenn die mir gesagt haben, du bist so empfindlich, das hat durchaus einen
Grund und der liegt in mir in dem Fall und nicht an denen, also ja,
das war ein sehr großes Learning.
Ja, das kann ich mir vorstellen.
Sehr richtig.
Das gehört ja auch nie auf, das kenne ich.
Ja, absolut. Man findet immer irgendwas, das ist echt Wahnsinn.
Oh Mann, da gibt es echt so viel zu finden.
Das ist ein anderes Buch.
Erzähl jetzt nix, Tamara.
Und zum Schluss, Christiane, welchen Satz sollten deiner Meinung nach alle AutorInnen
über ihrem Schreibtisch stehen haben?
Ja, es klingt ein bisschen wie aus Omas Mottenkiste, aber gut, Ding braucht Weile.
Einfach weil, wenn man Autor, Autorin ist, Das ist Wahnsinn,
wie lange sich das alles zieht, wie lange man wartet, wie viel Zeit in ein Buch
fließt, wie viel Geduld man dafür braucht und überarbeiten, dann wieder überarbeiten.
Ja, da hast du vollkommen recht.
Wie ich im Vorgespräch sagte, es dauert noch ein bisschen.
Genau. Bei Samara, ja, genau.
Ja, liebe Christiane, ich fühle mich schon etwas geheilter als vorher, definitiv.
Und wir werden auch heilende Vibes hinaus zu unseren Hörerinnen und Hörern geschickt haben.
Wir freuen uns natürlich, wenn wir entsprechende Vibes auch mal zurückbekommen
und ihr sagt so, was ist so euer Eindruck? Habt ihr schon Healing Fiction gelesen?
Ist das was für euch? Oder seid ihr gerade dran, das zu schreiben?
Geht ja schnell, sind ja nur 200 Seiten.
Also da freuen wir uns immer und ihr habt ja jetzt auch gelernt,
wie wichtig Instagram Follower sind, insbesondere wenn man wie wir reich und berühmt werden will.
Also vergisst nicht, uns zu folgen, wo immer es geht. Und Rezensionen. Und Rezensionen.
Schaut in das Buch von Christiane rein. Der Garten der Wunder heißt es.
Ein Garten voller Wunder.
Ein Garten voller Wunder, jetzt sage ich auch mal falsch. Und vielleicht heilt
es, welche Wunden auch immer ihr habt.
Und jetzt habe ich ein bisschen Fahnen verloren. Ach ja, ihr wisst,
was er zu tun hat. Bleibt uns gewogen, bis nächste Woche. Danke, Christiane.
Vielen Dank euch.
Tschüss. Danke dir.
Vera
00:00:21
Tamara
00:01:23
Vera
00:01:45
Tamara
00:01:49
Vera
00:02:00
Tamara
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