Die Zwei von der Talkstelle

Gespräche aus der Selfpublisher- und Buchbubble

Krimitheater als Marketing fürs Buch? Mareike Albracht mordet beim Dinner

Sie veröffentlicht Sauerlandkrimis. Und sie schreibt kleine Theaterstücke, die bei einem Drei-Gänge-Dinner das Publikum nicht nur unterhalten, sondern auch gleich in die Geschichte mit einbinden!

22.01.2026 53 min

Zusammenfassung & Show Notes

Sie veröffentlicht Sauerlandkrimis. Und sie schreibt kleine Theaterstücke, die bei einem Drei-Gänge-Dinner das Publikum nicht nur unterhalten, sondern auch gleich in die Geschichte mit einbinden!

Autorin Mareike Albracht berichtet, wie sich das Schreiben dieser verschiedenen Formate unterscheidet und vielleicht auch ergänzt, wie es ist, wenn Figuren vom Papier plötzlich in Echt zum Leben erwachen, und natürlich auch, ob ihr die gespielten Stücke beim Marketing ihrer Bücher helfen. 

Gespräche über das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern, egal ob Selfpublishing oder Verlag. 


Sie veröffentlicht Sauerlandkrimis. Und sie schreibt kleine Theaterstücke, die bei einem Drei-Gänge-Dinner das Publikum nicht nur unterhalten, sondern auch gleich in die Geschichte mit einbinden!

Autorin Mareike Albracht berichtet, wie sich das Schreiben dieser verschiedenen Formate unterscheidet und vielleicht auch ergänzt, wie es ist, wenn Figuren vom Papier plötzlich in Echt zum Leben erwachen, und natürlich auch, ob ihr die gespielten Stücke beim Marketing ihrer Bücher helfen.

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Mareikes Buchtipp:
'Kleine Probleme' von Nele Pollatschek
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Tamaras Interview bei „Menschen bei Annette Radüg“ auf Radio21 / Rockland Radio:
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Transkript

Vera
00:00:01
Krimitheater und Dreigangmenü als Marketing für deine Bücher, das macht Mareike Albrach und heute ist sie bei uns, um zu berichten, wie das genau funktioniert. Wie schreibt sie diese Stücke? Wie findet sie Veranstaltungsorte?
Tamara
00:00:17
Sie hat uns genau erzählt, was das vielleicht auch mit ihrem Schreiben, mit ihrem Anlegen von Figuren macht. Hört auf jeden Fall rein, bei mir rattern gerade die Gedanken. Hier sind wir mit Folge 295. Wir, das sind die zwei von der Talkstelle, der Podcast rund ums Schreiben und Veröffentlichen im Verlag und im Self-Publishing. Mir gegenüber, wie immer, die liebe Vera Nendwig. Ich bin auch, wie immer, die liebe Tamara Leonhard.
Vera
00:00:59
Aber sowas von.
Tamara
00:01:00
Guten Morgen, guten Mittag oder wann immer ihr das hört. Hallo Vera.
Vera
00:01:04
Ja, hallo, hallo. Ich habe gesehen, warst du hier bei mir in Brühl. Ich habe heute einen Post gesehen mit deinem Buch in einer Buchhandlung in Brühl. Ist das Brühl bei Köln, bei mir um die Ecke?
Tamara
00:01:18
Das ist das Brühl mit der Postleitzahl 5 noch so viel. Und nein, ich war da nicht, der Postmann war da. Oder die Postfrau.
Vera
00:01:26
Okay, ich dachte schon, war sie etwa hier oder war bei mir in der Ecke und sagt nichts. Nein. Wie bist du denn da an die Buchhandlung gekommen?
Tamara
00:01:35
Das lief über diese Aktion mit dem Self-Publishing Speed Dating.
Vera
00:01:40
Ah, okay. Ja, cool.
Tamara
00:01:43
Und genau, da wurde ich empfohlen. Und jetzt liegen zwei Farbschnitte dort in der Buchhandlung. Das freut mich natürlich sehr.
Vera
00:01:51
Ja, natürlich. Dann hoffen wir mal, dass die nicht so lange da liegen.
Tamara
00:01:53
Genau. Also wenn ihr da draußen in der Nähe seid, Buchhandlung Brockmann in Brühl. Unbedingt vorbeigehen. Die Bücher sind signiert. Hol sie euch ab.
Vera
00:02:01
Genau. Da sind wir gerade schon mitten im Thema. Ich habe da nämlich eine große Frage an dich. Du bist ja jetzt die Buchhandelsexpertin.
Tamara
00:02:11
Ja, klar.
Vera
00:02:14
Jetzt mal so, Hypothetisch. Du hättest 600 E-Mail-Adressen mit Namen der Ansprechpersonen von Buchhandlungen, so in NRW. So, was würdest du denen schicken?
Tamara
00:02:31
Uff, also was ich jetzt in meinen kleinen Maßen an Versuchen mit Buchhandlungen von Mitarbeitenden gelernt habe, schick keine E-Mail, sie lesen sie nicht. Okay. Also das wurde mir, ich habe das früher schon öfter mal gehört, dass Mails halt eine blöde Idee sind. Es wurde mir jetzt aber sowohl von einer Autorin als auch von einem Buchhandelsmitarbeiter gesagt, wir haben keine Zeit, um E-Mails zu lesen. Ruf an oder komm vorbei. Das ist das, was mir gesagt wurde. Das ist auch das, was sich bei mir bestätigt hat bei der Handvoll Mails, die ich verschickt habe. Aber natürlich gibt es da draußen bestimmt ganz viele tolle Buchhandlungen, die jeden Tag ihre Mails lesen. Aber soweit ich höre, ist da einfach keine Zeit für.
Vera
00:03:17
Okay, gut. Aber sechsmal Buchhandlungen anrufen oder Besuch, etwas aufwendig.
Tamara
00:03:23
Ja, ich weiß halt auch nicht. Also ich denke mal, wenn dann möglichst kurz, möglichst knackig, möglichst so, dass man direkt in der Mail sieht, um was es geht, vielleicht das Cover auch direkt in der Mail sehen kann oder so. Also je geringer die Hürde, desto besser, denke ich mal.
Vera
00:03:41
Ja, ich denke mal, man muss irgendwie direkt so einen guten Pitch, guten Betreff haben, der sofort irgendwie Aufmerksamkeit erzeugt.
Tamara
00:03:50
Also mein Fehler ist sicher, dass ich, wenn ich Mails schreibe, dass ich dann zum Ausufern neige. Und das ist, glaube ich, eine ganz schlechte Idee bei Buchhandlungen.
Vera
00:03:58
Mhm. Okay.
Tamara
00:04:01
Aber, wie gesagt, also ich würde mich jetzt, also ich habe nicht viel Erfahrung bisher.
Vera
00:04:07
Mhm. Ja, wobei ich habe ja jetzt auch im Gegenteil gehört von, war das nicht sogar bei Gesprächen, die wir hier hatten, dass sie sagten, nee, um Gottes Willen, erscheint nicht einfach so.
Tamara
00:04:18
Ja, man hört alles Mögliche. Also ich denke mal, schlecht ist halt in der Vorweihnachtszeit irgendwie nachmittags, wenn alle Zeit haben zum Einkaufen oder so. Oder direkt morgens, wenn die ihre Bestellungen oder ihre Lieferungen ins System bringen. Aber ansonsten habe ich jetzt tatsächlich öfter gehört, ja doch, wenn man mal ein Gesicht hat, wenn man kurz persönlich sprechen kann, ist das definitiv. Ja, vielleicht ist es tatsächlich in dem Moment so, ach Gott, jetzt kommt noch jemand. Aber für dich als Autorin wirst du dann definitiv wahrgenommen, im Gegensatz zu einer Mail, die halt einfach unten rausrutscht, bis sie nicht mehr gesehen ist.
Vera
00:05:01
Ja, ja. Na ja, mal sehen. Muss nochmal so ein bisschen.
Tamara
00:05:05
Wie kommst du denn an 600 Adressen? Wo hast du die denn gekauft?
Vera
00:05:08
Die habe ich nicht gekauft. Die habe ich nicht gekauft. Nein, ich habe die tatsächlich, also die kann man ja offiziell abrufen, das gibt ja das Adressbuch des Deutschen Buchhandels, ADB, da ist man ja, wenn man ISPN kauft oder VNB-Eintrag, ist ja sowieso automatisch drin. Und das ist frei einsehbar, kannst du aufrufen. So, jetzt ist natürlich irgendwie Adressen abgetippen, sobald die auch auf mehreren Seiten verteilt sind. Schwierig, aber wir haben ja die KI. Und ich hatte mal so ein Wochenende wie Experimentierlust und da habe ich mal rumexperimentiert. Und tatsächlich habe ich jetzt mithilfe von Gemini von Google und ChatGPT, dann geschafft, da diese Adressen rauszuholen. Also man wusste schon, also es war trotzdem immer noch Sisyphus-Arbeit, aber weit weniger, als wenn ich die alle manuell da hätte rausdecken müssen. Ich konnte also Gemini beibringen, da immer so Häppchen von 20 Adressen mit den Daten, die ich haben wollte, rauszulesen. Ich musste dem dann auch beibringen, dass er nicht immer die 20 selben rausliest. Und dann habe ich das zusammen in so ein Exosheet gemacht. Das habe ich dann bei Chat-GPT hochgeladen und gesagt, schmeiß mir alle Doppelten raus und trenne mir die Vor- und Zunahmen und schreibe Herr und Frau dahinter und so. Das haben die eigentlich ganz ordentlich gemacht, aber das hat mich jetzt trotzdem ein Wochenende gekostet.
Tamara
00:06:37
Ja, okay.
Vera
00:06:38
Ich habe gedacht, es schadet ja nichts. Und ich habe jetzt schon gedacht, wenn jetzt, so Anfang Februar, wenn jetzt tote Vettern, Erben nicht wirklich jetzt ansteht und Cover und so, dass ich da mal so einen Rundmeer rumjage. Das wird ja dann persönlich, mit persönlicher Ansprache und so.
Tamara
00:06:58
Ja.
Vera
00:07:00
Ich meine, es schadet ja nichts, ne?
Tamara
00:07:02
So vom persönlichen Gefühl her würde ich jetzt sagen, wenn ich so eine riesen Rundmail schicken würde, würde ich vielleicht ein bisschen in Richtung Pressemitteilung denken vom Format her. Also wirklich mit, so wie du es halt auch an die Presse schickst, klare Überschrift, was ist der Nutzen, kurzer Teaser, dann vielleicht wirklich auch direkt in die Mail einbetten, ein Bild von dem Cover und so irgendwie.
Vera
00:07:26
Also ich hatte vorher quasi jetzt die Neuerscheinungen und der Titel soll dann ja auch schon bei Ned Galley drin sein und gleichzeitig auch die Nominierung Buchpreis da reinzunehmen, so als dieser quasi neuer Titel Buchpreis Nominierung und neuer Titel. Da würde man zumindest mal reingucken. Ich meine, klar, jetzt muss man dazu sagen, dass die Adressen da im Adressbuchhandels auch nicht unbedingt gepflegt werden. Ich gehe davon aus, dass die Hälfte davon irgendwie Schrott ist.
Tamara
00:08:01
Wenn 300 ankommen, davon 10% gelesen werden und davon nochmal 10% bestellen, da hast du drei Buchhandlungen.
Vera
00:08:11
Den Hauptaufwand habe ich jetzt eh gemacht. Also von daher werde ich das jetzt einfach mal machen und dann sehen wir mal, was passiert. Du warst im Radio oder Podcast, was habe ich gesehen?
Tamara
00:08:24
Ja, genau, es war eigentlich Radio, Radio 21. Das ist ein recht großer Rocksender, der in vielen Bundesländern ist. Ich habe sogar von einer Freundin, deren Freund wiederum in deiner Ecke wohnt, eine Nachricht bekommen. Der hat dich gerade im Radio erkannt. Also das wurde sehr breitflächig in Deutschland ausgestrahlt. Allerdings nur ein Teil des Interviews und das Gesamte gibt es jetzt quasi als Podcast-Form. Der Podcast heißt genau wie die Sendung Menschen mit Annette und da durfte ich über mein Buch sprechen.
Vera
00:08:58
Ja, schön.
Tamara
00:08:59
Genau, ich mache die Links auch gerne nochmal in die Shownotes zu dem Podcast. Und ja, das war cool. Also ich habe auch tatsächlich dann mal, ich gucke ja nicht so oft auf die Zahlen, aber ich habe mich dann mal eingeloggt bei KDP und direkt nach der Ausstrahlung gab es definitiv einen Peak an Bestellungen, von daher, ja, sehr schön.
Vera
00:09:20
Ja, sehr schön, ja. Ja, auf den Peak an Bestellungen warte ich noch. Also das muss gestehen, dass die ersten Wochen dieses Jahres doch recht mau waren. Na gut, was soll man sagen?
Tamara
00:09:36
Ja, ich bin auch noch so ein bisschen am reinfinden. Also tatsächlich alles, was jetzt irgendwie passiert ist, hat auch viel damit zu tun, dass ich im Dezember so ein bisschen gesagt habe, ich gehe jetzt weiter voran. Aber viel habe ich jetzt in diesem Jahr ja noch nicht unternommen. Ich suche aber gerade noch so ein bisschen meine Tagesform. Ich experimentiere gerade ein wenig. Letzte Woche habe ich wieder richtig angefangen zu arbeiten. Habe dann auch gleich gemerkt, jetzt hast du es schon wieder am Kreislauf und Konzentrationsschwierigkeiten und so. Und bin dann halt zufällig mal in die Verlegenheit gekommen, spät nachts nochmal was zu arbeiten. habe gemerkt, es geht so viel besser gerade und ich experimentiere jetzt gerade mit einem, ich sage es mal, Spätschichtmodus, also dass ich mir morgens, sofern ich die Möglichkeit habe, am besten gar keinen Wecker stelle, aber auf jeden Fall keinen frühen und dann erstmal so meinen Wecker. mein Privatleben mache, ein bisschen Sport mache, spazieren gehe, ein bisschen was für mich tue und dann nachmittags anfange und halt wirklich ein bisschen die Nacht reinarbeiten und das funktioniert gerade super gut für mich und ja, wenn sich das jetzt ein bisschen eingependelt hat, dann kann ich auch wieder aktiver Dinge machen, auf jeden Fall merke ich, mein Kreislauf ist besser, meine Konzentration ist besser, ich fühle mich irgendwie auch zufriedener, also es ist gerade sehr gut, Und ja, was ansonsten auch tatsächlich klappt, dass ich jetzt in der, also ich habe letzte Woche Montag angefangen, am neuen Manuskript zu schreiben und habe seither, wie ich mir das vorgenommen hatte, werktäglich daran gearbeitet. Und das macht mich auch sehr froh.
Vera
00:11:17
Ja, sehr schön. Das hört sich doch gut an. Ja, ich komme, also im Arbeitsschwung war ich da schon ganz gut. Wobei ich bin ja eher dann doch eher morgens Mensch. Also spätnachts arbeiten, das würde ich überhaupt nicht hinkriegen.
Tamara
00:11:28
Konnte ich früher auch nicht tatsächlich.
Vera
00:11:30
Na gut, jeder hat so seinen anderen Rhythmus. Und ich habe jetzt gerade so gemerkt, jetzt kommt so die Phase, wo wirklich echt viel zu tun ist. Ich musste jetzt vieles regeln um den Messestand in Leipzig. Jetzt die Veröffentlichung von Tote, Väter und Erben nicht kommt ja näher. Da stehen jetzt Termine an. So parallel bin ich ja schon an Frau Appeldorn dran und ein paar andere Dinge vordenken. Ja, also jetzt bin ich gerade so ein bisschen im, also Stress will ich nicht sagen, nee, Stress habe ich keinen, aber es knubbelt sich schon ganz gut, weil ich grundsätzlich eigentlich gut finde, weil dann passiert was, ich mag das ja, wenn was passiert, aber natürlich muss man mal aufpassen, dass es dann nicht zu viel wird, aber ja. Und wir hatten am Wochenende noch, muss ich noch kurz erwähnen, so ein Kick-Off-Event. Das habe ich jetzt das zweite Jahr gemacht, hier für meine mörderische Schwestenregion. Und das war richtig toll und sehr, sehr, ich sage das Wort, inspirierend.
Tamara
00:12:37
Ist es auch immer, wenn man mit vielen anderen AutorInnen zusammenkommt.
Vera
00:12:41
Da habe ich dann auch wieder viel Schwung geholt. Und ja, aber jetzt bin ich auch gerade schreibensmäßig bei Frau Appeldorn jetzt so, komme ich jetzt gerade in die etwas schwierigere Mitte. Jetzt wird es etwas, jetzt zieht es sich etwas. Heute habe ich zum ersten Mal den Tagescount nicht ganz voll gekriegt. Lag aber daran, dass ich eher aufhören musste, weil wir jetzt ja hier die Aufzeichnung haben.
Tamara
00:13:04
Man kann es ja nachher noch.
Vera
00:13:05
Ja, mal sehen. Aber dann ist noch so viel zu tun und so zum Nachmittag hin, dann klappt das nicht mehr. Aber gut, das werde ich wieder aufholen.
Tamara
00:13:12
Wie ist denn dein Tagescount?
Vera
00:13:15
Momentan liegt er bei 950.
Tamara
00:13:18
Oh ja.
Vera
00:13:19
Ja, ist okay. Ist gut zu schaffen. Und wenn ich das so mache, dann bin ich halt Ende Februar fertig. Und das wäre gut im Plan. Ja, und ich habe ja dann am Wochenende mit vielen mörderischen Schwestern Gespräche geführt. Jede hatte dann so ein paar Minuten Zeit, über ihre Pläne zu berichten und was sie so Besonderes macht. Ja, und unsere heutige Besucherin war da, weil sie was ganz Interessantes macht.
Tamara
00:13:53
Und deswegen ist sie jetzt auch hier.
Vera
00:13:55
Die Rede ist von unserer lieben Kollegin Mareike Albracht. Viele von euch kennen sie sicherlich durch ihre Sauerland-Krimis. Die sind nicht so cozy wie bei mir, so ein bisschen Stil Nele Neuhaus, auch jetzt nicht extrem blutig, aber schon hier und da etwas intensiver und da hat sie über die Jahre doch eine sehr große Fanschar aufgebaut. Und sie hat mir am Samstag oder uns allen am Samstag noch so eine andere Sache erzählt, die sie immer macht. Und da habe ich gesagt, oh Mareike, da musst du sofort ins Podcast kommen, uns das mal berichten. Erstmal, hallo liebe Mareike, toll, dass du da bist.
Mareike
00:14:32
Ja, hallo liebe Vera, hallo liebe Tamara und schön, dass ich dabei sein darf.
Tamara
00:14:37
Ja, schön dich zu sehen, hallo.
Vera
00:14:39
So, jetzt haben wir die Neugier bei unseren Hörern und Hörern angefüttert. Erzähl mal, was ist das andere, was ihr da so macht?
Mareike
00:14:48
Ja, also das machen wir regional und das sind so kleine Krimi-Theater. Also manche, die kennen das unter dem Namen so Krimi-Dinner, aber den Begriff benutzen wir extra nicht, weil der ist nämlich geschützt durch einen Titelschutz. Also da darf man keine Werbung mitmachen und so. Deswegen machen wir das natürlich auch nicht. Das Konzept ist so ein bisschen so ähnlich. Es gibt ein Drei-Gänge-Menü und zwischendurch gibt es ein Krimi-Theater, das ich selbst geschrieben habe. Und das machen wir zu viert und das kommt eigentlich sehr gut an bei uns in der Region.
Vera
00:15:27
Aber wie kommt man denn jetzt, wenn man dann so Krimis schreibt, wie kommt man dazu, jetzt so ein Krimi-Theater mit Essen zu machen?
Mareike
00:15:36
Ja, ich war selber auch mal auf dem Original-Krimi-Dinner und das hatte mir ziemlich gut gefallen. Und ich mag auch gerne diese Escape-Room-Games oder die Exit-Games. Das ist ja alles so ein bisschen so ähnlich, dass man selber interaktiv bei so einem Krimi mitmachen kann und auch miträtseln kann und so. Ja, und deswegen dachten wir, das könnte man auch als Event machen bei uns.
Vera
00:16:02
Jetzt ist ja, wenn ich mir jetzt vorstellen würde, ich kann mir auch schon vorstellen, dass ich sowas mitmache und sage, toll würde ich auch gern mal, aber da sehe ich jetzt einiges an Hürden. Also ich muss ein Ding schreiben, ich muss Veranstaltungsorte finden, ich muss ja auch irgendwo Kooperationen oder mitmessen. Wie ist das denn dann bei euch entstanden?
Mareike
00:16:23
Ja, also wir hatten zuerst bei uns im Ort einfach mit der Gastwirtschaft das zusammen gemacht. Und das erste Stück, das war auch noch sehr lokal. Also das war dann eher für Freunde und Verwandte und so ein bisschen mit sehr viel Insider-Witzen und sowas. Und ja, dann ist das so gut angekommen und dann wurden wir auch von den Nachbargemeinden und Vereinen so gefragt, ob wir das nicht auch mal bei denen machen können. Und dann habe ich irgendwann so ein Theaterstück geschrieben, das halt so ein bisschen mehr für eine größere Zielgruppe ist als nicht nur lokal eingeweihte.
Tamara
00:16:57
Und wie ist das dann, also Veranstalter oder Locations zu finden, die sagen, ja, bei mir was veranstalten, Das ist ja immer nicht so schwierig, aber dann geht es natürlich um die Frage, wer zahlt denn Spaß? Was habt ihr da für ein Modell?
Mareike
00:17:15
Also wir haben entweder, wir machen das mit der Gastwirtschaft zusammen, da ist halt die Gastwirtschaft der Veranstalter und wir nehmen so ein kleines, so einen kleinen Teil von den Einnahmen eben. Oder wir machen das für Vereine, dann ist eben der Verein der Veranstalter, der besorgt dann so einen kleinen Raum, der organisiert so ein Drei-Gänge-Menü, dann oft mit Buffet oder die machen selber dann Vor- und Nachtisch und wir kommen dann einfach und machen unser Stück. Also wir sind eigentlich nie Veranstalter, das ist dann immer entweder der Gastwirtschaft oder der Verein.
Tamara
00:17:47
Aber geht es euch mehr darum, dass ihr sagt, wir machen jetzt wie bei einer Lesung, wir hätten da auch gerne ein Honorar für oder ist es eher ein Marketinginstrument, damit ihr eure Krimis vorstellen könnt?
Mareike
00:18:00
Ja, das ist so teils, teils natürlich. Also wir nehmen schon auch Geld dafür, aber also mein Konzept ist eher für so eine kleine Gruppe, weil ich habe da auch immer sechs Leute aus dem Publikum, die auch so ein bisschen mitspielen und die Text lesen und dadurch können wir das eben nicht für so große Gruppen machen. Und deswegen kann man natürlich dann auch nicht so viel Geld damit einnehmen. Deswegen, um jetzt Geld zu verdienen, müsste man das noch ein bisschen anders aufziehen, um mehr damit zu verdienen. Für uns ist das halt, ja, wir nehmen natürlich ein bisschen Geld, wir bekommen dann unser tolles Menü, wir sitzen zusammen, wir sind zu viert und haben einen netten Abend und das ist so ein bisschen teils.
Vera
00:18:42
Teils auch.
Mareike
00:18:43
Ja, und ich verkaufe natürlich dann auch am Schluss meine Bücher. Ja, deswegen ist das für mich auf jeden Fall auch Marketing.
Vera
00:18:52
Aber wie ist das jetzt von den doch intensiveren Krimis? Wie kommt man denn dazu, solche Krimi-S-Events zu schreiben? Ich wusste gar nicht, wie ich da anfangen soll. Wie hast du dir gerade erarbeitet?
Mareike
00:19:08
Also die Events, die sind dann eher lustig. Also die sind tatsächlich auch cozy dann. Ja, das wird, glaube ich, nicht zusammenpassen, wenn man das so mit so brutalen Taten oder... Nee, an so einem Abend, das soll dann eher so kurzweilig sein.
Vera
00:19:23
Also zum blutigen Steak kannste dann auch jemanden. So, aber jetzt mehr so technisch. Also ich habe sowas noch nie geschrieben. Wie hast du da Zugang dazu bekommen? Du hast gesagt, ich fange da jetzt einfach mal an oder...
Mareike
00:19:38
Ja, das ist sogar so ein bisschen, also es hat Teile vom Buch und auch Teile vom Drehbuch. Also es sind hauptsächlich Dialoge. Wir vier, wir sind natürlich auch, wir spielen auch, also ein bisschen, aber eigentlich ist da kaum Text, der kein Dialog ist. Und dann gibt es halt verschiedene Akte, die ja auch durch die verschiedenen Gänge so, also so ein Muster, das da vorgegeben wird. und zwischen jedem Gang muss eigentlich was passieren, ein bisschen Handlung oder irgendein Hinweis taucht auf oder irgendwer stirbt oder sowas. Ja, und genau, wie ich darauf kam, ist vielleicht auch so ein bisschen von Karneval. Da habe ich auch immer ein bisschen mitgemacht bei uns im Dorf und da Nummern geschrieben. Und ja, das ist also ein bisschen dann aus beiden.
Vera
00:20:29
Du hast da schon gewisse… Ein Stück Karneval. Du konntest da aber ein paar Erfahrungen zurückgreifen.
Mareike
00:20:35
Ja, kannst du auch.
Tamara
00:20:36
Aber das heißt, du hast gerade gesagt, also da zwischen den Gängen kommen dann immer bestimmte Stückchen. Das heißt, du hast ein relativ klar vorgegebenes Korsett formal. Wie lang die Szenen sein dürfen oder sowas in der Form. Verstehe ich das richtig?
Mareike
00:20:55
Genau, ja, ja, ja, genau. Also diese Stücke sind gar nicht so lang. ja, vielleicht Viertelstunde, 20 Minuten. Sonst wird der Abend ja auch viel zu lang, weil das dauert ja auch immer, bis das Essen gebracht wird, bis die Leute gegessen haben. Dann ist immer Pause, die Leute gehen raus.
Tamara
00:21:12
Das heißt, wie war das? Also, wenn du normalerweise ganze Bücher schreibst, das war ja bestimmt eine Umstellung, musstest du dich da sehr rantasten? Hast du vielleicht dadurch was für deine Bücher gelernt? Das sind ja sehr unterschiedliche Arten des Schreibens.
Mareike
00:21:28
Ja, auf jeden Fall. Ja, ich weiß jetzt nicht, ob es meine Bücher so beeinflusst hat, aber mir hat auf jeden Fall geholfen, dass wir das ja erst eher im privaten Rahmen gemacht haben. Und da konnte man natürlich dann auch austesten, was funktioniert und was funktioniert nicht. Genau, also das ist jetzt mein fünftes Krimi-Theater. Und ja, ich denke mal, das klappt immer besser so mit dem Strukturieren und die Länge herausfinden und so weiter.
Vera
00:21:55
Das haben wir ja vielleicht hier die einen oder anderen oder den einen oder anderen, die sagt, oh Gerd, wollte mich auch mal machen. Was funktioniert denn nicht und was funktioniert?
Mareike
00:22:05
Ja, natürlich, das ist so ähnlich wie bei Büchern, also viel lange Erzählungen, Infodamp quasi, das funktioniert nicht so gut und man braucht verschiedene Charaktere, die sich da gegenseitig auch so ein bisschen reiben, wie das bei Büchern halt auch ist. In meinem neuen Krimitheater gibt es zum Beispiel ein paar, das sind Schlagersänger, das spielt auf dem Kreuzfahrtschiff und dann ist da auch noch ein Professor mit auf dem Schiff und dann ist da der Schiffsarzt und die Detektivin und die reiche Rederin und eine Schamanin. Das sind dann so ganz verschiedene Charaktere, die dann so ein bisschen auch aufeinandertreffen und natürlich auch ihre Konflikte dann miteinander haben.
Vera
00:22:47
Das waren jetzt, du sagst ja seit vier Leuten, das waren jetzt schon mehr Rollen. Das heißt, auch die Gäste übernehmen wollen dann.
Mareike
00:22:54
Genau, also wir vier, wir sind quasi die Crew auf dem Boot und die Detektivin und die Gäste, die werden dann tatsächlich vom Publikum gespielt. Also die, genau, die Besatzung sind wir.
Vera
00:23:08
Kriegen die dann vorher so einen Steckbrief, wer die sind oder wie macht ihr das?
Mareike
00:23:13
Ne, die kriegen so einen festen Text, den die vorlesen müssen. Also quasi nach jedem Gang bekommen die ihre Texte, aber die bekommen auch nicht den ganzen Text, sondern mit den Einsätzen. Also das klappt eigentlich ganz gut. Die müssen nur vorlesen, die müssen nicht Theater spielen, weil ich glaube, dann findet man keine Leute, wenn die dann irgendwas machen müssen.
Tamara
00:23:31
Das heißt, irgendjemand aus dem Publikum springt dann aufs Stichwort hoch und ruft, hier ist eine Waffe unter meinem Stuhl oder so.
Mareike
00:23:40
Ja, das dürfen die natürlich. Ich sage immer, ihr dürft gerne eure Rollen ein bisschen spielen, wenn ihr das wollt, aber es reicht auch, wenn die den Text vorlesen. es reicht auch, wenn die dann runtergucken und sagen oh, hier liegt eine Waffe unter meinem Stuhl das ist meistens auch ganz witzig das heißt.
Vera
00:23:59
Gibt es denn da wirklich eine Waffe? habt ihr da wirklich Requisiten oder müssen die das sich vorstellen?
Mareike
00:24:05
Ja, teils, teils also manchmal haben wir Leichen die haben wir mit dann in so einem Koffer also so ausgestopfte Beine oder sowas ich hatte auch schon mal so einen Hammer gekauft und dann mit so Kunstblut den so ein bisschen präpariert.
Tamara
00:24:21
Aber das ist.
Mareike
00:24:22
Ja im Prinzip dann Next Level.
Tamara
00:24:25
Die Figuren machen, was sie wollen, wenn irgendjemand einfach an der falschen Stelle seinen Text vorliest oder so.
Mareike
00:24:32
Ja, das stimmt, das hatten wir natürlich auch schon, dann muss man halt improvisieren. Ja, das war manchmal ein bisschen schwierig, aber bisher hat es immer geklappt.
Vera
00:24:42
Und wie, du hast ja schon gesagt, ihr habt jetzt so eigentlich lokal mit Freunden angefangen, jetzt wird es ja schon So ein bisschen allgemeingültiger Kreuzfahrt. Was sind so die Pläne damit?
Mareike
00:24:56
Ja, also ich mache das auf jeden Fall gerne weiter. Das macht halt uns auch total viel Spaß. Und wir wollen das erstmal in dem kleinen Rahmen auch behalten. Also wie das nächste Thema wird, weiß ich noch nicht. Wir spielen ein Stück immer so mindestens zwei Jahre. Und ja, wir haben auch immer maximal nur 50 Gäste pro Abend. Das heißt, ja, mal gucken, was als nächstes kommt. Und das weiß ich noch nicht.
Vera
00:25:22
Na gut, wenn er jetzt diese Folge ausgestrahlt wird, dann wird er ja bundesweit jetzt gebucht.
Mareike
00:25:27
Dann wird er auf Tour. Ja, ja.
Vera
00:25:30
Aber jetzt mal so, Mutterweide Fischer. Wenn ich jetzt so sage, eher für meinen nächsten Geburtstag, ich muss hier mal den Freunden ein bisschen bespaßen. Ich lade jetzt Mareike und ihre Truppe ein. Was müsste ich denn da tun und was müsste ich investieren?
Mareike
00:25:47
Ja, die meisten schreiben mich an über meine E-Mail-Adresse und im Moment nehmen wir so 300 Euro pro Auftritt zuzüglich dann unser Essen und die Getränke an dem Abend. Genau. Ja, die Schwierigkeit ist, dass wir im Moment nur das lokal machen, weil ich mache das mit meinen Schwestern und einem Freund noch zusammen und die natürlich auch vollkommen verplant sind. Und da ist schon allein ein gemeinsamer Termin zu finden, ist immer eine Herausforderung.
Vera
00:26:17
Ihr habt schon richtig viele Mini-Stars. Dreck mal rar machen.
Mareike
00:26:25
Ja, ich meine, ihr kennt das ja auch. Jeder hat viele Projekte und Hobbys und Beruf dann auch noch nebenbei. Das muss ja dann alles irgendwie zusammenpassen, gerade dann bei mehreren Leuten.
Vera
00:26:39
Deswegen neige ich ja immer dazu, die Dinge allein zu machen. Ich muss mich nie mit anderen abstimmen. Das hat alles seine Vor- und Nachteile.
Mareike
00:26:48
Das stimmt.
Vera
00:26:50
Du hast ja jetzt schon gesagt, dass du dann im Nachgang durchaus Bücher verkaufst. Merkst du auch so für dein Schreiben und auch für deine Verkaufszahlen, ist das wirklich auch ein tragendes Marketinginstrument oder ist es eher so, was man so mitnimmt?
Mareike
00:27:09
Ja, ich glaube schon. Nicht nur durch die Veranstaltung, sondern auch einfach, dass man dann oft im Gespräch ist. Also die Vereine, die posten dann auch schon mal ein Bild davon in der Zeitung und so. Dann wird natürlich wieder mein Name genannt und die Leute interessieren sich dafür. Und dann interessieren sie sich dann eventuell auch für die Bücher.
Vera
00:27:30
Aber sind sie da nicht erschrocken, dass die dann doch nicht so cozy sind?
Mareike
00:27:34
Ja, ich glaube, dass die Cover dann schon ziemlich deutlich sind, dass das was anderes ist.
Vera
00:27:39
Wie heißt das aktuell? Das war doch auch mal mit Blut, oder?
Mareike
00:27:43
Genau, Bruchhauser Blut heißt das.
Vera
00:27:45
Das klingt so nicht cozy.
Mareike
00:27:46
Also das ist jetzt auch nicht so blutig, wie der Titel jetzt suggerieren könnte, aber eben auch nicht cozy.
Vera
00:27:52
Ja, aber da wird so ein Blutwurstmenü zu passen. Du hast ja gerade gesagt, ihr spielt das immer so zwei Jahre. Ich weiß nicht, wie lange ihr jetzt ihr Kreuzfahrtprogramm schon gespielt habt. Und wie plant ihr dann das nächste Thema? Oder ist das auch eher so eine spontane Sache? Oder ist das wie bei einem Buch, wo man vielleicht doch eher mal ein Konzept macht?
Mareike
00:28:21
Ja, das ist so, wie die Ideen halt so kommen. Dieses Kreuzfahrt-Idee hatten wir tatsächlich, wo wir bei dem vorherigen Krimi-Dinner zusammensaßen, beim Gläschen Wein und so und dann auch zu viert dann so ein bisschen überlegt haben. Und meine Schwester, die ist so ganz toll mit Akzenten und die kann super gut diesen friesischen Akzent. Und dann hat man gesagt, beim nächsten Krimi-Dinner musst du eigentlich ein Kapitän sein. Und ja, so kamen wir auf die Idee mit dem Schiff und ja, mal gucken. Bisher ist uns noch nichts Neues eingefallen, aber das ist auch noch relativ neu.
Vera
00:28:56
Das Stück. Ja gut, also so, ich meine, man kann ja als Krimi-Autorin so was Agatha Christie-mäßiges machen. So Herkule Poirot, ja. Orient Express im Kleinen, spielt ja meistens in irgendeinem Raum oder so.
Mareike
00:29:15
Ja.
Vera
00:29:17
Gibt es schon Sachen. Ja, ich finde das... Eine schöne Idee, um Essen tue ich ja sowieso gern. Und jetzt sagtest du, jetzt weiß ich ja von dir, dass du, wenn du ein Buch schreibst, ja da relativ lange dran arbeitest. Hält denn so dieses Krimi-Dinner, belebt es eher das Schreiben oder hält es eher auf?
Mareike
00:29:43
Ne, ich würde sagen doch, das belebt auf jeden Fall ja, es ist auf jeden Fall nicht so, dass sich das in die Quere kommt, weil es eben auch total andere Art von Text ist, ne also ne, deswegen, eigentlich, also es hält natürlich auch auf, dass wenn ich das Stück schreibe gerade, dann habe ich natürlich nicht die Zeit an meinem Buch zu arbeiten, ne ja, das stimmt schon, aber wenn es erst mal fertig ist, dann ist es gut.
Tamara
00:30:11
Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass das vielleicht ein ganz guter Aufhänger ist für die Presse, auch um dann nochmal auf deine Bücher zurückzukommen. Hattest du da irgendwie Vorteile davon?
Mareike
00:30:22
Ja, das stimmt. Obwohl wir uns so ein bisschen in der Regionalpresse auch zurückhalten mit den Krimiabenden, weil wir gar nicht so viele Anfragen bedienen können. Und das natürlich auch blöd ist, wenn man da gerade sagt, wir veranstalten jetzt, oder wir machen Krimi-Abende mit Drei-Gänge-Menü, ihr könnt uns buchen und dann fragen irgendwie zehn Leute an und wir müssen immer sagen, ja, vielleicht übernächstes Jahr.
Tamara
00:30:48
Du müsst expandieren, mach ein Franchise draus.
Vera
00:30:53
Naja, aber übernächstes Jahr, das ist ja bei, wenn du irgendwelche großen Namen buchst, ist das doch normal.
Mareike
00:30:59
Ja, das stimmt. Das ist natürlich dann auch die Frage, will man sich so festlegen dann mit seinem Privatleben, will man sich schon so viele Termine irgendwie. Und irgendwann schreien dann auch meine Mitstreiter und sagen, ja, wir machen nur noch Krimi an unseren Wochenende oder Krimiabende, genau.
Vera
00:31:17
Also nur, um das mal klarzustellen, ihr da draußen, ich nehme auch Buchungen für in zwei Jahren an. Dieses Luxusproblem hier, dass ich das ablehne, dann habe ich nicht.
Mareike
00:31:29
Ja, ich bin tatsächlich auch diejenige mit der meisten Zeit. Ja, die anderen sind alle ein bisschen jünger als ich und haben irgendwie noch mehr private Termine auch und Reisen und so weiter.
Vera
00:31:42
Die können sich noch nicht fokussieren, diese jungen Menschen.
Mareike
00:31:46
Ja, oder sind noch nicht so festgelegt mit ihren Interessen wie wir. Wir sind ja sehr auf Schreiben und Bücher und so fokussiert.
Vera
00:31:55
Zumindest versuchen wir das hier und da, Tamara. Mara.
Tamara
00:31:58
Ja, ich dachte gerade, ich habe irgendwie das Gefühl, ich begeistere mich ständig für neue Dinge.
Mareike
00:32:04
Ja, du bist ja glaube ich auch noch ein bisschen junger als ich.
Tamara
00:32:07
Das trügt, das ist das gute Licht gerade.
Vera
00:32:13
Aber kommen wir doch mal, weil ich das ja vorhin schon angedeutet habe, ein bisschen so auf dein Schreiben, weil wenn ich das richtig in Erinnerung habe, hast du mir am Samstag erzählt, dass du an einem Buch circa vier Jahre arbeitest. Habe ich das richtig in Erinnerung?
Mareike
00:32:27
Ja, zumindest an den letzten leider Jahren.
Vera
00:32:30
Vier Jahre. Das wäre für mich unfassbar lange. Also jetzt anzufangen, was erst in vier Jahren fertig ist, das finde ich, das ist eine ganz schreckliche Vorstellung. Wie kriegst du das hin?
Mareike
00:32:42
Ja, ich hatte auch die Hoffnung, dass es eher fertig ist, aber ich bin oft dann auch unzufrieden mit meinem Text und fange dann nochmal an. Wenn ich so stocke, dann muss ich nochmal ganz von vorne beginnen und das nochmal umschreiben und da bin ich vielleicht auch ein bisschen zu perfektionistisch, keine Ahnung.
Tamara
00:33:00
Ich fühle das.
Vera
00:33:05
Du musst auch mal so ein bisschen erzählen, ich meine, ich kenne ja schon ein bisschen was von deinem Werdegang, ich hoffe, ich erzähle euch jetzt auch alles richtig, aber du hast ja angefangen eigentlich mit Verlagsveröffentlichungen, richtig?
Mareike
00:33:18
Ja, ich war bei der Ullstein Verlag. Der hatte ab dem Jahr 2014, glaube ich, hat der so ein digitales Imprint aufgebaut, das hieß Midnight. Und da war ich auch dabei und konnte dann mein erstes Buch auch da als E-Book only erstmal veröffentlichen. und da hätte ich natürlich auch das Taschenbuch dann selber rausbringen können als Self-Publisherin, wie ich das im Moment mache, aber das hätte mich zu dem Zeitpunkt noch überfordert, da hätte ich das noch nicht hingekriegt. Deswegen war ich da auch sehr glücklich, dass das so geklappt hat. Genau, und vier Krimis habe ich dann eben bei Midnight veröffentlichen können und die haben auch die Taschenbücher dann dabei gemacht. Leider wurde dieses Imprint aber wieder eingestellt und deswegen habe ich dann die Taschenbücher dann nochmal über BOD rausgebracht.
Vera
00:34:09
Aber du bist dann quasi zum Self-Publishing übergegangen.
Mareike
00:34:13
Genau, mit dem neuesten Buch, weil ich das mit den Sauerland-Krimis gerne weitermachen wollte, weil ich hier eben auch meine Leserschaft habe. Und dass ich da aber auch keinen Verlag gefunden habe, der mir dann zugesagt hat und der das dann so mit dem Sauerland machen wollte.
Vera
00:34:33
Also das heißt, du hattest dann vier Verlagsveröffentlichungen und trotzdem hat kein anderer Verlag dann irgendwie zugegriffen?
Mareike
00:34:42
Ja, ich muss zugeben, ich habe es jetzt bei diesen ganz kleinen Verlagen dann auch nicht versucht, weil ich jetzt schon ganz eigene Vorstellungen auch habe mit dem Cover und so. Ja, da wollte ich mir dann auch nicht reinreden lassen. Und dann dachte ich, ich habe meine Leserschaft hier, dann kann ich das genauso gut selber machen.
Tamara
00:35:02
Aber es erstaunt mich jetzt ein bisschen. Also ich bin selbst jetzt nicht so die Krimi-Leserin, aber irgendwie, wenn ich höre Sauerland-Krimis, das klingt für mich, als müsste das gut gehen.
Mareike
00:35:14
Ja, geht auch ganz gut.
Tamara
00:35:16
Seltsam, dass die Verlage das dann nicht wollen.
Mareike
00:35:20
Ja, ich muss auch dazu sagen, es gibt ja auch dann so Verlage, die nicht so ganz klein sind und wo ich es hätte versuchen können. Aber wo dann, ich meine, das Buch war fertig und ich wollte es dann auch veröffentlichen und dann nicht noch zwei Jahre warten, bis die sich dann da entschieden haben, bis die das dann veröffentlicht haben, bis die das in ihrer Vorschau gemacht haben. Das wollte ich dann nicht.
Tamara
00:35:40
Ja, verstehe ich total.
Mareike
00:35:43
Genau, deswegen bleibe ich erst mal dabei.
Vera
00:35:46
Das heißt, das ist dann ein Buch jetzt und jetzt bist du schon ein paar Jahre an dem zweiten dran, oder wie lange?
Mareike
00:35:56
Ja, ich hoffe tatsächlich darauf, dass es dieses Jahr mal fertig wird. Ich habe jetzt ja so eine quasi Vierbandreihe über meine Kommissarin Anne Kirsch und wollte jetzt wieder eine Vierbandreihe machen, wo auch Anne Kirsch mit einem festen Partner dann ermittelt. Die spielt dann zeitlich quasi nach der ersten Vierbandreihe.
Vera
00:36:19
Aber da würdest du dann auch schon im Self-Pappischen bleiben oder würdest du dann nochmal sagen, ich gehe doch mal so wieder Richtung Verlage?
Mareike
00:36:26
Ja, ich denke, mit dieser Reihe stehen die Chancen, glaube ich, auch schlecht, dass ein Verlag in so eine Reihe einsteigt.
Vera
00:36:32
Ja, klar, bestehe in der Reihe.
Mareike
00:36:35
Und das erste Buch, da habe ich jetzt das Lektorat bezahlt. Da macht es jetzt für mich auch keinen Sinn mehr, das jetzt am Verlag zu geben. Genau, deswegen bei dieser Reihe versuche ich das jetzt auch gar nicht, irgendwo anders mitzulanden. Und ich will auch, dass die Cover so bleiben und so. Die sind jetzt aufeinander abgestimmt. Aber wenn ich mal wieder was ganz anderes schreiben sollte, dann könnte ich mir das auch wieder vorstellen, im Verlag zu veröffentlichen. Das will ich jetzt nicht ausschließen.
Vera
00:37:03
Aber daraus schließe ich schon deine gewisse Lockerheit. Du lässt es ein bisschen auf dich zukommen, oder?
Mareike
00:37:10
Ja, genau.
Vera
00:37:11
Das ist so der Gegensatz zu unseren Gästen, die wir so haben, oder dem, was wir gerade so durchdenken, oder Tamara?
Tamara
00:37:20
Ich kann mich noch nicht ganz einordnen.
Vera
00:37:24
Warst du je einzuordnen?
Tamara
00:37:28
Nimm das jetzt als Kompliment.
Vera
00:37:29
Das kannst du definitiv so nehmen, ja. Ist denn das Schreiben für dich, ich meine, du hast einen Hauptberuf, du bist ja auch Mutter und ist das Schreiben einfach nur ein Hobby oder ist es schon auch was, was mal mehr werden soll?
Mareike
00:37:47
Ja, also es ist auf keinen Fall nur ein Hobby. Also es ist schon natürlich auch mein Hobby. Also ich liebe das. Aber ich habe auch den Anspruch, dass ich das professionell mache und dass das auch mein Nebenjob ist, das auf jeden Fall schon. Also, ja, aber ich würde mir das jetzt auch nicht kaputt machen lassen durch irgendwie, ja, irgendwelchen Ehrgeiz, dass ich da jetzt Geld verdienen muss mit, ne. Deswegen, das möchte ich einfach nicht oder mir da selber Druck machen, ne. Ja, da habe ich, glaube ich, auch die Kapazitäten nicht für, ne. Und ja, das will ich dann auch nicht.
Vera
00:38:25
Aber gibt es Ziele, die du hast, außer jetzt irgendwann mal wieder ein Buch fertig zu kriegen?
Mareike
00:38:31
Ja, beim Schreiben jetzt aktuell nicht. Also da will ich jetzt erstmal dabei bleiben, was ich mache. Ja, also doch vielleicht so ein bisschen mit dem Autorenleben, dass ich das irgendwann, dass ich mehr andere Autoren treffe und da vielleicht mehr ein bisschen Netzwerke und so. Das sind eher so meine Ziele. Das konnte ich jetzt auch aufgrund meiner familiären Situation in den vergangenen Jahren nicht so gut, dass ich mehr auf Messen gehe und das macht mir auch einfach großen Spaß.
Vera
00:39:03
Das kann ich sehr gut nachvollziehen, ja absolut. Und hast du da schon konkrete Sachen ins Auge gefasst oder ist das noch nur so eine grobe Überlegung?
Mareike
00:39:11
Ja, ich wollte auf jeden Fall wieder auf die Frankfurter Buchmesse dieses Jahr. Da war ich letztes Jahr auch. Und ja, am 17. war ja unser Kick-Off von den mörderischen Schwestern. Das fand ich auch toll. Da wollte ich auch auf jeden Fall nächstes Jahr wieder hin. Ja, das sind erstmal so kleine Ziele. Und größer werde ich dann in den nächsten Jahren irgendwann denken.
Vera
00:39:33
Okay, hat mich jetzt überrascht, dass du sagst Frankfurt. Leipzig ist kein Thema?
Mareike
00:39:37
Ja, doch. Also Leipzig ist auch eine tolle Messe. aber die passt mir jetzt zeitlich dieses Jahr nicht so gut. Ich muss auch ein bisschen immer mit unseren Ferien gucken, wenn ich da alleine hin will oder wenn ich die Familie halt mitnehme. Und wenn das nur so das Wochenende ist, dann ist das einfach zu weit.
Vera
00:39:57
Frankfurt ist natürlich, da kann man mal eben hin. Das ist schon wahr, ja.
Mareike
00:40:01
Ja, ist von uns ein bisschen näher.
Tamara
00:40:04
Ich bin gedanklich noch immer bei dem Krimi-Theater. Und was mir jetzt gerade so durch den Kopf geht, also es ist ja immer so, also mir geht es zumindest so, wenn ich einen Roman schreibe und dann habe ich mir eine klare Vorstellung, wie Leute aussehen oder so und dann sehe ich die Figuren ja auf einmal überall. Ich war vor zwei Wochen auf einem Konzert und die Support-Band und dachte auf einmal, boah, der Sänger sieht aus wie mein Protagonist aus dem letzten Buch und habe dann ganz viele Fotos gemacht, weil das ist voll cool, dass ich den jetzt live auf der Bühne sehen kann und so. Und ich meine, bei dir, du Du erwächst halt Figuren, die du selbst schreibst, tatsächlich zum Leben. Wie ist das und hat dir das vielleicht auch irgendwas generell fürs Schreiben gegeben, dass du so diesen Prozess, dass ich erfinde einen Menschen auf Papier und plötzlich bewegt, der sich vor mir durchleben kannst?
Mareike
00:40:59
Ja, das ist auf jeden Fall total cool. Und was auch da richtig besonders ist, ich habe ja da sechs Charaktere, die eben durch das Publikum gespielt werden. Und dass es auch jeden Abend total unterschiedlich ist, wie die Leute, die spielen.
Tamara
00:41:12
Ja, stimmt.
Mareike
00:41:13
Also das ist auch immer richtig spannend, was die Leute auch daraus machen. Ja, das finde ich wirklich auch toll.
Tamara
00:41:21
Gibt es da so Momente, wo du so gedacht hast, stimmt, so könnte man es auch anlegen? Ja.
Mareike
00:41:25
Ja, auf jeden Fall.
Vera
00:41:28
Also da muss ich gerade, hatte gerade gestern beim Schreiben das Thema, ich habe, wenn man so Dialoge sind und da will man jetzt nicht immer nur so einen Satz nach dem nächsten, ich will dann irgendwie die emotionale Reaktion darstellen und nicht immer so Sachen sagen, sie nickte oder sie machte irgendwas. und dann habe ich mich gestern wirklich, weil ich da wieder nicht wusste, bin ich ins Bad gegangen, habe mich von viel Spiegel gestellt und habe mir vorgestellt, ich mache jetzt diese Reaktion, was denn mein Gesicht da tut, um das zu beschreiben. Das heißt, du musst doch dann jetzt aufgrund der Leute da einen riesen Fundus möglichen Reaktionen haben. Ist das so? Und wenn ja, dann hätte ich den gern.
Tamara
00:42:11
Bitte als Excel-Tabelle ordentlich sortiert.
Mareike
00:42:16
Ja, also ich kann aus Erfahrung sagen, je mehr Alkohol die Leute getrunken haben, desto mehr Reaktionen kriegt man.
Vera
00:42:26
Ja, was sind das denn? Erzähl mal so erstaunte Überraschungen. Was machen die Leute, wenn sie überrascht sind und eine Waffe feststellen oder so? Wie beschreibst du das mit den Erfahrungen, die du jetzt da live gemacht hast? Das ist eine schwere Frage, ne? War jetzt gemein.
Mareike
00:42:45
Ja, also und so ist das. Normalerweise finden die Leute, das ist eher selten, dass die irgendwas finden. Eigentlich reden die nur miteinander. Ja, ich weiß nicht, ich glaube, weil die auch sitzen bleiben, dass man das nicht so gut fürs Buch nehmen kann. Weil das ja, ja, die lesen das vor, hauptsächlich ist dann, machen die was mit der Stimme dann eigentlich, wenn sie was machen. Obwohl tatsächlich in dem vorherigen Krimi-Dinner, da hatte ich einen Bluter und der sollte sich dann, der sollte ein Messer nehmen und sagen, seht ihr dieses einfache Tafelmesser, wenn ich mich damit schneide, müsst ihr in den Krankenwagen rufen. Und dann gab es natürlich auch, manche sind aufgesprungen, haben das Messer hochgehalten, manche haben es nur vorgelesen, also... Ja, ganz unterschiedlich.
Tamara
00:43:30
Ich denke mir gerade so, also wenn ich, ich denke, es geht uns allen so, wenn ich ein Buch schreibe, die verschiedenen Locations zum Beispiel, hat man ja ein klares Bild vor Augen und ein Stück weit, ohne in Infodump zu geraten, beschreibt man es ja auch, aber vieles überlässt man ja auch der Fantasie. Und mir geht es dann oft so, wenn das Buch dann rauskommt, dann denke ich so, ich wüsste jetzt unglaublich gern, wie dieser Raum im Kopf der anderen aussieht oder so. Es ist ja dann ein Stück weit nicht mehr meins, sondern jeder, der es liest, macht es halt sich selbst zu eigen. Und das ist ja dann wirklich nochmal einen Schritt weiter, weil auf einmal die Figuren einfach nicht so aussehen, wie du es dir vielleicht überlegt hast, sondern wie wer halt zufällig da sitzt und so. Und das finde ich auch einen ganz spannenden Prozess, dass man dann so Figuren auch noch mehr loslassen muss.
Mareike
00:44:25
Ja, das stimmt. Aber vielleicht könnte man das für die Bücher ja auch machen, dass ihr einfach eure Szenen mal nehmt und dann so Schauspieler oder einfach Bekannte oder Freunde die Szenen mal so spielen oder darstellen lasst. Vielleicht kann man da auch noch auf andere Ideen kommen.
Tamara
00:44:40
Ja, ich glaube, das ist tatsächlich ganz spannend. Das habe ich schon ein, zwei Mal erzählt. Bei meinem Roman Regenbogenblau, bei dem Musical-Roman, hatte ich für eine Lesung mir einen Schauspieler geholt, der mir hilft, die Lesung vorzubereiten. und da war eine Szene, wo jemand ganz wütend war, wo ich natürlich ganz automatisch dann ins Schreien gegangen bin und ins Faustschütteln und Wettern und so, wo er gesagt hat, mach doch mal eine leisere Art von Wut, zisch das doch mal so mit Enttäuschung in der Stimme und so. Und das fand ich sehr aufschlussreich für mich und da habe ich dann schon auch später oft noch dran gedacht, dass ich einfach nochmal überlege, was gibt es noch für andere Variationen? Und ich glaube schon, dass das ganz spannend ist, wenn man einfach so komplett die Kontrolle abgibt über seine Figuren im Prinzip und irgendwelche fremden Menschen einem dann was anbieten.
Mareike
00:45:36
Ja, das stimmt.
Vera
00:45:38
Und wenn du jetzt schon so kleinere Stücke schreibst, juckt es da nicht manchmal in die Finger, vielleicht mal so ein richtiges Theaterstück zu machen?
Mareike
00:45:46
Ja, ist auf jeden Fall eine Idee. Würde ich jetzt nicht ausschließen. Vielleicht müsste ich dann noch ein bisschen das auch lernen, wie man so richtige Drehbücher schreibt. Da gibt es ja auch so Kurse für oder so. Ich denke mal, dass ich sowas dann vielleicht erstmal machen würde, zumindest so einen Crashkurs, worauf man da achten muss. Ja, aber könnte ich mir auch vorstellen.
Vera
00:46:06
Ja, wir hatten ja beim Kick-Off auch eine, die Drehbücher schreibt, sogar für irgendwelche Vorabendserien. Also den Kontakt besteht, das mit dem Netzwerken lohnt sich schon. Wobei ich hätte, ich weiß nicht, ob ich das, ich finde es schwierig, ich finde es schon schwierig mit den Locations, weil so Theater, du hast ja dann meistens nur irgendwie ein Bühnenbild oder sowas. Kannst du ja nicht so aufwendig machen. Also du musst da schon sehr alles Dialog mit Dialogen machen, Das stelle ich mir schwierig vor, gerade auch so komplexe Sachen unterzubringen. Gut, am Ende kommt es darauf an.
Tamara
00:46:45
Wie groß das Haus ist, in dem du spielst.
Vera
00:46:48
Ja, aber...
Tamara
00:46:49
Also das Musical, wo ich damals dabei war, das war ja sehr professionell, da hatten wir ein drehbares Schloss, das auf der einen Seite halt den Innenteil hatte und auf der anderen Seite den Außenteil, irgendwie 10x10x10 Meter, was auf so einem drehbaren Ding war, wo wir dann mit, sieben Mann das Ding immer bewegen mussten. Also wenn Budget da ist.
Vera
00:47:13
Aber wenn du willst, dass dein Stück gespielt wird, dann machst du die Anforderung möglichst gering. Wenn dann die großen Bühnen kommen, kann man immer noch ein bisschen aufbunstern. Also auf jeden Fall ein sehr aufregendes Thema und ich kann mir vorstellen, dass die ein oder andere da draußen jetzt auch so auf den Geschmack gekommen ist.
Tamara
00:47:36
Also bei mir rattert es gerade voll. Ja, ne?
Mareike
00:47:38
Genau.
Tamara
00:47:39
Ich bringe ja immer an auf sowas.
Vera
00:47:43
Genau. Und wobei, wenn du bist doch Veganerin, du machst ja auch keine Krimis.
Tamara
00:47:49
Stell dir vor, Vera, wir essen auch.
Vera
00:47:52
Ja, das weiß ich. Ich habe jetzt nur mit den blutigen Zähnen gedacht.
Tamara
00:47:55
Aber Menschenblut ist okay, da habe ich kein Problem mit.
Mareike
00:48:01
Ja, wenn man da tatsächlich Geld mitverdienen will, dann sollte man es vielleicht so aufziehen, dass man das nicht macht, dass die Leute im Publikum so Rollen spielen, sondern dass man tatsächlich mehr auf professionelle Schauspieler setzt und die dann auch mit Mikros ausstattet. Das haben wir jetzt nicht. Deswegen sind wir halt in der Personenzahl immer sehr begrenzt. Aber dann könnte man natürlich auch größere Seele und so weiter bespielen.
Vera
00:48:26
Ja, ich merke schon, die Visionen entstehen, die Tournee kommt doch noch und für meinen nächsten Rundengeburtstag, wir werden mal miteinander reden, Marek, was wir da so machen. Ja, und also wir, wie gesagt, sind dann gespannt davon zu hören, wo ihr dann demnächst auftretet und so. Schickt mal Einladungen, vielleicht kommen wir mal vorbei. Und wenn ihr da draußen Lust habt, die Adressen haben wir ja bei uns in den Shownotes und kommt da mal ins Wochen ins Sauerland und lasst euch mal von Mareike und den Geschwistern in eine Krimi-Welt hineinbringen. Wir wollen noch ein bisschen was mehr von dir hören, indem du jetzt die total kritischen Buch-Bubble-Fragen von Tamara beantwortest.
Mareike
00:49:20
Oh ja.
Tamara
00:49:20
Genau. Welches Buch hat dich als Leserin zuletzt zu Tränen gerührt oder vor Tränen lachen lassen?
Mareike
00:49:29
Ja, das war tatsächlich auch ein Tipp aus dem Podcast, den ich da mitgenommen hatte. Und zwar war das von Nele Polacek, kleine Probleme. Das hatte schon mal jemand empfohlen. Das habe ich dann gelesen und fand es total witzig und habe es auch schon mehrmals verschenkt. Genau, das ist ein Mann, der am Ende des Jahres noch so eine To-Do-Liste hat und versucht, am allerletzten Tag vor Silvester dann unter anderem Steuererklärung zu machen, Wohnungen zu putzen und sein Lebenswerk zu schreiben, was wirklich wahnsinnig lustig ist. Und auch tiefgründig.
Tamara
00:50:02
Ich fühle mich irgendwie angesprochen. Ja, und welche Begegnung in der Buchbabel hat dich denn ganz besonders inspiriert?
Mareike
00:50:13
Ja, das war natürlich unser Kick-Off-Treffen am 17.01. am Samstag und da weiß ich jetzt gar nicht, wen von diesen vielen Frauen da mich besonders beeindruckt hat, aber das Treffen, das war einfach so schön. So viele unterschiedliche Charaktere und so viele spannende Projekte und der Austausch mit der gegenseitigen Unterstützung und Wertschätzung, das war einfach unglaublich inspirierend.
Vera
00:50:40
Ja, das stimmt absolut, ja.
Tamara
00:50:42
Und zum Schluss, welches Klischee möchtest du nie wieder in einem Buch lesen?
Mareike
00:50:47
Ja, also da habe ich jetzt gar kein bestimmtes Klischee, aber ich finde es immer schade, wenn so ein Klischee kommt und es so vorhersehbariert. Also wenn die Leute kommen und man schon weiß, was passiert. Also wenn Autoren so Klischees benutzen, dann finde ich es immer schön, wenn dann irgendwie noch überraschende Sachen da kommen und das irgendwie umgedreht wird oder dann doch nicht ist, wie es so scheint im ersten Anschein, dann finde ich Klischees eigentlich sehr schön, wenn die dann so umgedreht werden oder einen noch überraschen können. Aber sobald es vorhersehbar wird, ist es einfach langweilig.
Tamara
00:51:22
Schön ist auch immer, wenn es dich auf so eine Meta-Ebene zieht, dass du denkst, ja, ich verstehe, warum die Autorin das tut, aber warum tut die Figur das gerade?
Mareike
00:51:34
Ja, genau.
Vera
00:51:36
Ja, vielen Dank, liebe Mareike, dass du so spontan Zeit für uns hast, so ein bisschen Einblicke gegeben hast in eure Events da. Ja, wie gesagt, wir wünschen dir und euch da ganz viel Erfolg weiterhin und dass ihr dann doch Termine in zwei, drei, vier, fünf Jahren annehmen müsst. und vielleicht sehen wir es mal an euch da draußen. Ihr wisst ja wie immer, was ihr zu tun habt, uns zu folgen, wo es geht, unser Buchbubble-Bulleton abonnieren und natürlich gerne Feedback, Fragen zu Themen schicken, auch gerne mal Ideen, zu welchem Thema ihr gerne mal was hier von uns hören wollt oder interessante Personen aus der Buchbubble, die wir mal versuchen sollten, hier als Gäste zu gewinnen. Wir freuen uns da immer sehr auf Anregungen und ja, ansonsten freuen wir uns, nächste Woche wieder für euch da zu sein und danke Mareike.
Mareike
00:52:31
Ja, lieben Dank, dass ich hier sein durfte und liebe Grüße auch von mir an alle.
Tamara
00:52:36
Danke dir.
Mareike
00:52:38
Tschüss. Tschüss.