Die Zwei von der Talkstelle

Gespräche aus der Selfpublisher- und Buchbubble

Lesungen halten und gestalten – Konzepte und Tipps für Autor:innen

Packende Lesungen brauchen Dramaturgie und Stimmung. Vera und Tamara berichten, wie sie Szenen auswählen, den Anfang und das Ende gestalten und mit dem Publikum umgehen. Auch Übergänge, Pannen, Bühnentechnik und Proben werden diskutiert.

27.08.2026 53 min

Zusammenfassung & Show Notes

Packende Lesungen brauchen Dramaturgie und Stimmung. Vera und Tamara berichten, wie sie Szenen auswählen, den Anfang und das Ende gestalten und mit dem Publikum umgehen. Auch Übergänge, Pannen, Bühnentechnik und Proben werden diskutiert.
Was macht man, wenn die Leute nicht zuhören? 
Wie gestaltet man einen emotionalen Spannungsbogen? 
Wie viel sollte zwischen den Szenen erklärt werden? 
Und was ist, wenn man mal verkackt?
Vera und Tamara sprechen darüber, und das aus aktuellem Anlass, denn letzte Woche saß Vera bei Tamaras Konzertlesung im Publikum. 
Was hat ihr gefallen und was würde sie anders machen? 
Es gibt Kritik, Lob, Zustimmung und unterschiedliche Meinungen, sowie jede Menge Einblicke in Erfahrungen, in gute Momente und in das, was bei den beiden in der Vergangenheit schon schief lief.
Hör rein und lass dich von diesem Blick hinter die Kulissen inspirieren!
LINKS:
Veras Termine: https://vera-nentwich.de/termine?open
Tamaras Termine: https://tamaraleonhard.de/live-erleben
Möchtest du, dass wir dein Buch in unserem Podcast vorstellen? Kein Problem! Sende uns ein kurzes E-Mail an alle@zweivondertalkstelle.de und wir senden dir die Details. Vielleicht erzählen wir unseren Hörerinnen und Hörern schon in der nächsten Episode von deinem Buch.
Teile uns deine Wünsche und Anregungen mit unter https://forms.gle/thQ7NcCRqDy8gDDZ7
Vielen Dank, dass du unsere Show hörst. Hast du sie schon abonniert? Bitte gib uns auch eine Bewertung, wo immer du uns hörst.
Abonniere unseren Buchbubble-Bulletin unter http://eepurl.com/hoJYfD
Folge uns: 
Facebook https://www.facebook.com/dzvdt 
Instagram https://www.instagram.com/dzvdt/

Gespräche über das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern, egal ob Selfpublishing oder Verlag. 


Packende Lesungen brauchen Dramaturgie und Stimmung. Vera und Tamara berichten, wie sie Szenen auswählen, den Anfang und das Ende gestalten und mit dem Publikum umgehen. Auch Übergänge, Pannen, Bühnentechnik und Proben werden diskutiert.

Was macht man, wenn die Leute nicht zuhören?
Wie gestaltet man einen emotionalen Spannungsbogen?
Wie viel sollte zwischen den Szenen erklärt werden?
Und was ist, wenn man mal verkackt?

Vera und Tamara sprechen darüber, und das aus aktuellem Anlass, denn letzte Woche saß Vera bei Tamaras Konzertlesung im Publikum.

Was hat ihr gefallen und was würde sie anders machen?
Es gibt Kritik, Lob, Zustimmung und unterschiedliche Meinungen, sowie jede Menge Einblicke in Erfahrungen, in gute Momente und in das, was bei den beiden in der Vergangenheit schon schief lief.

Hör rein und lass dich von diesem Blick hinter die Kulissen inspirieren!

Links

Veras Termine: https://vera-nentwich.de/termine

Tamaras Termine: https://tamaraleonhard.de/live-erleben

Möchtest du, dass wir dein Buch in unserem Podcast vorstellen? Kein Problem! Sende uns ein kurzes E-Mail an alle@zweivondertalkstelle.de und wir senden dir die Details. Vielleicht erzählen wir unseren Hörerinnen und Hörern schon in der nächsten Episode von deinem Buch.

Welche Themen oder Gäste wünschst du dir bei uns? Sag es uns gleich hier: https://forms.gle/PBJRCrZPsuLBv88x9

Vielen Dank, dass du unsere Show hörst. Hast du sie schon abonniert? Bitte gib uns auch eine Bewertung, wo immer du uns hörst. Seit Neuestem geht dies auch bei Spotify.

Abonniere unseren Buchbubble-Bulletin unter http://eepurl.com/hoJYfD

Folge uns:
Facebook https://www.facebook.com/dzvdt
Instagram https://www.instagram.com/dzvdt/

Create your podcast today! #madeonzencastr

Transkript

Ich war in Marl und habe Tamaras Lesung verfolgt und jetzt gibt es die Abrechnung. Was hat sie toll gemacht und was ginge vielleicht besser, zumindest meiner Meinung nach?
Tamara
00:00:12
Ja, wir haben uns ausgetauscht über Lesungskonzepte, über das Einbinden von Medien, über die Auswahl von Szenen, über schwieriges Publikum, über tolles Publikum und hoffen, da ist ein bisschen Inspiration für euch dabei. Hier ist Folge 326 von die 2 von der Talkstelle, dem Podcast übers Schreiben und Veröffentlichen im Self-Publishing und im Verlag. Mir gegenüber wie immer Vera Nentwig. Ich bin Tamara Leonhard. Hallo Vera, wie geht's dir?
Vera
00:01:02
Ja, hallo Tamara. Selbst auf diese Frage finde ich jetzt ad hoc keine Antwort.
Tamara
00:01:08
Wie?
Vera
00:01:09
Wenn mir gerade irgendwie irre viele Sachen durch den Kopf schwirren, kennst du das Gefühl, ständig zu überlegen, ob du was vergessen hast?
Tamara
00:01:19
Das ist mein Leben.
Vera
00:01:20
Ja. Ja, meins nicht so. Und irgendwie knubbelt es sich gerade. Und ich meine, wenn die Folge rauskommt, dann findet ja quasi gerade meine Buchstattbach die Stadt. Das Buch ist raus, kommt ja jetzt am Freitag. Und da laufen die, sind alle Sachen soweit gemacht. Ich muss jetzt nur noch so ein bisschen mich vorbereiten.
Tamara
00:01:49
Da sprechen wir nachher drüber.
Vera
00:01:52
So ist es. Aber ich habe halt parallel jetzt den zweiten Band. Der ist jetzt gerade im Lektorat. Fängt ja dann immer auch so diverse Vorbereitungen für Veröffentlichungen an. Ich habe, glaube ich, beim letzten Mal schon angesprochen, dass ich ja auch ein Sammelband, der bei den ersten Bienenhagenfälle jetzt rausgeben werde. Der wird am 20. Oktober erscheinen. Da hatte ich jetzt gerade Cover und so, dann muss ich den überall eintragen, also vorbestellt werden kann, im VLB eintragen, damit das Barsortiment davon mitbekommt und vielleicht auch vorbestellt. So dann bei der Druckerei Angebote anfragen, etc. pp. Und nebenbei gibt es auch privat noch ein paar Herausforderungen, die ich zu lösen habe und einen Job habe ich ja auch noch. Ja, also ist gerade was viel.
Tamara
00:02:43
Ja, kann ich sehr gut nachvollziehen und es ist nicht so angenehm. Ich hoffe, das löst sich bald auf.
Vera
00:02:50
Ich bin da immer so ein bisschen hin und her gerissen. Einmal, das finde ich super, wenn Action ist.
Tamara
00:02:55
Ja, aber man sollte nicht das Gefühl haben, dass es einem so zwischen den Fingern durchgleitet.
Vera
00:02:59
Das ist das Problem.
Tamara
00:03:01
Das ist immer das, was ich gerne mal habe.
Vera
00:03:03
Ja, ja. Wobei, so Sachen wie jetzt Buch anlegen und VLB eintragen und mir Gedanken machen, wenn ich anschaue. Das sind ja alles Sachen, die ich total liebe. Die machen mir total Spaß. Die könnte ich rund um die Uhr machen. So, aber wenn es halt, Viele Sachen sind, ich kann das noch gar nicht so sagen, mir schwingen dann eher so viele Ideen durch den Kopf, weil ich alles noch tun könnte. Ich mache ja immer für jedes Buch so eine Landingpage. Da hatte ich ja bisher so mein Muster, aber Sammelbände hatte ich bisher noch nicht. Wie passen die jetzt in mein Muster? Wo muss ich denken? Was muss ich anders machen? Also diese Gedanken, die mir eigentlich Spaß und Freude machen, Aber wenn es halt so viele werden.
Tamara
00:03:48
Sind es zu viel auf einmal. Ja, verstehe ich total.
Vera
00:03:52
Ja, also von daher, vom Grundsatz her geht es mir gut. Weil, wie gesagt, wenn Action ist, dann läuft ja das Adrenalin durch die Adern und dann geht es einem gut. Frag mich mal am Wochenende, wie das dann ist.
Tamara
00:04:08
Mach ich.
Vera
00:04:09
Und ich bin natürlich sehr gespannt, wie der Buchstart von Faden scheinlich jetzt läuft. Also die ersten Rückmeldungen, die ersten Rezensenten und Bloggernden haben ja schon gelesen und mir Rückmeldungen gegeben, sind alle absolut begeistert und positiv. Das tut einem ja gut. Und ich bin auch ganz guter Dinge, dass wir das kleine Café da ziemlich voll kriegen. Und für die Buchstattparty, also von daher ja, müsste ich eigentlich sehr zuversichtlich jetzt nach vorne blicken.
Tamara
00:04:44
Aber Ich denke mir manchmal in so Situationen Augen zu und durch und zack, hat man es geschafft.
Vera
00:04:52
Na ja, Augen zu wäre schade, weil man das ja auch alles erleben, aber ja, natürlich, ist ja auch das erste Mal, aber es ist ja auch schön, dass es immer aufregend ist, ich meine, das kennst du ja auch, wenn du Auftritte machst oder so, Die Aufregung vorher ist ja eigentlich das Schöne, Und von daher will ich mich da jetzt auch nicht beklagen und kann auch definitiv nicht sagen, dass es mir schlecht geht. So, nö, das kann ich nicht sagen. Meine Amazon-Ads-Sachen. Also die Ads an sich laufen ganz gut, zumindest gemessen an Ausgaben und Einnahmen. Da bin ich jetzt schon mal so auf dem Level, dass ich nicht mehr so richtig viel drauf bezahle. Aber allgemein ist der Umsatz niedriger und es ist immer schwierig rauszukriegen liegt das jetzt, weil ich bei den Ads irgendwas falsch gemacht habe oder ist es einfach weil gerade wenige Leute suchen, Das ist immer sehr schwierig festzustellen. In der Analyse habe ich jetzt zumindest schon mal festgestellt, dass es bei manchen Targets, die ich hatte, also ich nehme mir meistens so entweder die direkten Asiens, also die Nummern von den Büchern oder halt Autorennamen, also so Genrebegriffe nehme ich selten, weil die so ungenau sind und das sind immer sehr große Streuverluste. Und da hatte ich jetzt zum Beispiel eine Autorin, deren Namen sehr, sehr gut performte, also wirklich richtig gut, aber da plötzlich gab es so gut wie keine Impressionen mehr.
Tamara
00:06:31
Vielleicht hat die ein neues Buch rausgebracht.
Vera
00:06:34
Genau, das war dann auch der Punkt. Die hatte im Juni ein neues rausgebracht, deswegen gab es halt sehr viele Suchanfragen, von denen ich profitiert hatte. Das ist natürlich jetzt im August so ein bisschen der Schwung weg. Deswegen sinkt dann einfach das Suchvolumen. Das liegt da jetzt nicht in meiner Hand.
Tamara
00:06:52
Das heißt, du musst gucken, welche vergleichbaren AutorInnen wann veröffentlichen.
Vera
00:06:58
So ist es. Genau das habe ich jetzt auch schon gemacht und geguckt, wann kommt da was. Manchmal sieht man ja schon Vorbestellungen und so. Oder auf Webseiten. Um das so ein bisschen einzuplanen. Nichtsdestotrotz möchte ich natürlich nicht nur dann gut verkaufen, wenn irgendeine andere Autore rausbringt.
Tamara
00:07:15
Sondern eigentlich dauerhaft.
Vera
00:07:18
Also muss ich da auch noch andere finden und recherchieren. Da war ich jetzt den halben Vormittag mit beschäftigt. Auch das mache ich leidenschaftlich gerne. Ich will mich da gar nicht beklagen. Liebe ist da so rumzufummeln. Jetzt ist natürlich auch die Frage, was kommt da so am Ende bei rum? Dann steht das Monatsende an und dann mache ich ja immer Fazit und genaue Analyse, wie es zu meiner Prognose passt und wie so die Aussichten sind und ob ich mein Ziel erreichen kann. Naja, und darüber hinaus ist es ja so, dass ich ja schon in der Vorabprognose, wusste, dass ich im September, spätestens Oktober, so auf das Tal meines Cashflows stoße. Das heißt, dann habe ich so ziemlich alles bezahlt, alles Geld rausgehauen, aber noch nicht viel eingenommen. Was bedeutet, ich habe da so ein spezielles Konto für, das geht ziemlich gegen Null. Laut letzter Prognose mache ich drei Euro Minus. Das schaffe ich dann auch. Okay, wenn man das so liest in so einer Excel-Tabelle, dann okay, nimmst das hin. Wenn der Kontostand so langsam in die Richtung geht, dann wird man nervös.
Tamara
00:08:36
Auch verständlich.
Vera
00:08:38
Und wenn ich jetzt mal so zusammenrechne, ich meine, ich habe mal ausgerechnet, jedes Buch kostet mich roundabout zweieinhalbtausend Euro. Das ist jetzt das vierte Buch, was kommt. Da habe ich mal eben 10.000 Euro rausgehauen. Und da sind jetzt mal die Amazon-Werbekosten und so noch nicht dabei. Ja, da muss man schon mal Luft holen. Und denken, Jotwera, machst du das wirklich alles richtig? Oder war das einfach eine ganz dumme Idee? Naja, wir werden das sehen.
Tamara
00:09:11
Ja, ich hoffe ja ersteres.
Vera
00:09:13
Das hoffe ich auch sehr, weil sonst hast du monatelange Aufbauarbeit zu leisten. Ja, aber es bleibt ja nichts anderes übrig, als einfach zu sagen, hey, Chaka wird, was soll ich denn machen?
Tamara
00:09:27
Wie war das? Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.
Vera
00:09:30
Ja, aber hakelig wird es dann trotzdem. Ja, also so jetzt mal in kurzen oder doch recht ausführlichen Worten die Situation. Du bist wahrscheinlich immer noch in Auftrittseuphorie, oder?
Tamara
00:09:49
Ja, auch. Also ich hatte ein paar sehr schöne Tage. Ich war ja nach meiner Lesung noch zwei Tage auf einem Festival, was sich da thematisch sehr schön angeschlossen hat. Die Rückfahrt mit dem Zug wieder war so anstrengend wie die Hinfahrt und ich, bin auch so ein ganz klein bisschen gesundheitlich angeschlagen. Das heißt, es ist so eine Mischung aus innerer Hochstimmung und körperlichem Lass mich mal ein paar Tage schlafen. Aber ja, also ich habe wieder sehr viel rausziehen können und sehr viele Ideen und Gedanken sammeln können für wie es weiter geht und was ich noch alles machen möchte und wohin ich mich bewegen möchte. Und ja, bin das gedanklich noch ein bisschen am Verarbeiten. Genau, normalerweise würde ich dir erzählen, wie die Lesung war, aber da du ja erfreulicherweise dich auf den Weg gemacht hast, darfst du das ja einfach auch mal machen. Ja.
Vera
00:10:41
Soll ich erzählen schon?
Tamara
00:10:44
Muss ich Angst haben?
Vera
00:10:45
Nein, nein, oh Gott sei Dank. Ja, genau, ich habe mich auf den Weg nach Marl gemacht. Ist ja jetzt nicht so, weil anderthalb Stunden, anderthalb Stunden von mir aus her. Ja, und habe mir das mal angeguckt. Ich meine, ich habe ja noch nie eine Lesung von dir da mitgemacht. Insofern war ich natürlich auch sehr neugierig. Und ich sage mal, die Location war ja, ich sage mal, originell.
Tamara
00:11:06
Die war süß.
Vera
00:11:08
Ja.
Tamara
00:11:10
Also so eine kleine Eckbuchhandlung direkt am Markt. Die Tür war auch die ganze Zeit offen. Und ich hatte so das Gefühl, die Buchhandlung und alles, was auch da drin gerade passiert, war total ins Ortsleben eingebunden. Und da war so ein Kommen und Gehen auch ein bisschen, aber nicht in diesem nervigen Sinn. Also ich fand es irgendwie total, ich habe mich irgendwie total als Teil des Ortes gefühlt.
Vera
00:11:31
Wobei, wenn man in den Laden guckt, der war ja wirklich sehr klein.
Tamara
00:11:34
Ich hatte im Vorfeld versucht, irgendwie in Erfahrung zu bringen, wie viele Tickets weg waren. Also es waren ja auch begrenzte Plätze aufgrund offensichtlich der Größe. Und ich hatte sie aber da nicht mehr erreicht. Und ich wusste, dass du kommst und ich wusste noch von zwei anderen. Und ich habe dann zu der Freundin, bei der ich gewohnt habe, gesagt, gut, im schlimmsten Falle sitzen wir da zu fünft. Und ich war dann tatsächlich überrascht, weil es waren Leute dann auch da, die ich wirklich gar nicht kannte. Also klein tatsächlich, aber ich fand es sehr, sehr gemütlich. Und ich fand, also bei anderen Lesungen hatte ich halt auch schon, dass ich wirklich da vorne rumgehampelt bin und die Leute haben einfach da so sehr teilnahmslos gesessen und da hatte ich so das Gefühl, dass schon ein starker Dialog irgendwie war. Und da finde ich es auch ganz schön, wenn es dann mal einfach auch kleiner und gemütlicher ist.
Vera
00:12:22
Ja, naja, ja. Ja, was soll ich jetzt sagen?
Tamara
00:12:27
Wie dir das Programm gefallen hat?
Vera
00:12:30
Ich fand es, gut, das war mir von vornherein egal, also ich meine, nein, also es hat mir sehr gut gefallen, habe ich dir ja auch schon erzählt, ich fand deinen Einstieg super, also du hast ja so ein Vorspiel gemacht, wo dann erst noch Musik ist und dann kommt so eine Radioansage, über den Tod deines, der Nick, der Nick ist die Hauptfigur.
Tamara
00:12:53
Erik. Nee, ne, gibt's nicht.
Vera
00:12:55
Erik. Und das fand ich sehr stimmungsvoll. Und ich sag mal so, immer so die Sachen zu unterbrechen und dann so ein passendes Lied dazu. Ja, das ist natürlich absolutes Erfolgskonzept. Da stehen die Leute drauf und, war auch sehr schön rübergebracht, wie die da passten. Es war stimmungsvoll. Es war sehr emotional. Du hast dir richtig deiner Gas gegeben. Also, wie oft du mir da verfickt ins Ohr geschrien hast.
Tamara
00:13:30
Ich musste auch selber deinen Gästebucheintrag schmunzeln. Viel verfickt und viel Gefühl.
Vera
00:13:39
Und nein, ich hätte dir wirklich ein größeres Publikum gewünscht, definitiv. Aber nein, es war ein sehr schöner Abend und ich habe es nicht bereut, dafür nach dem Hall gekommen zu sein.
Tamara
00:13:54
Das freut mich. Ja, klar möchte man gerne vor vielen, vielen Leuten lesen. Aber im Moment ist ja mein Ziel einfach mehr Routine, mehr Bekanntheit, mehr Lesungen. Und wie gesagt, dadurch, dass das jetzt angekündigt wurde, bin ich angesprochen worden eben von einer anderen Location auch in der Region und ich denke, dass das. Ist dann so ein Vehikel für weitere Schritte. Insofern war das für mich total in Ordnung. Und wie gesagt, ich fand es halt auch sehr, sehr schön, dass da Leute waren, die ich gar nicht kannte. Also auch nicht irgendwie so über Insta, sondern die einfach wirklich gesehen haben, ach, das klingt gut, da gehen wir mal hin. Du hattest mir noch den Tipp gegeben, also das Konzept bei mir ist ja eben, ich lese Stücke, ich singe was und dazwischen erzähle ich ein bisschen. Und nach diesem Einstieg, der vom Band kam, habe ich mich erst vorgestellt und ein bisschen was über das Buch erzählt. Und dein Tipp war gewesen, da direkt mit der ersten Szene anzuschließen, um in der Stimmung zu bleiben, was ich total nachvollziehen kann. Ich habe mich für mich noch nicht so ganz entschieden, ob ich das machen möchte oder nicht, weil ich natürlich auch versuche, mit den kleinen Anekdoten dazwischen auch ein bisschen aufzulockern, weil ich halt nicht möchte, dass der ganze Abend so todtraurig ist. Und da waren ja einige, also ab und zu war ich auch ungewollt komisch. Ich sage nur, Punk war da und Punk hat Bier über den Boden und die Steckdosenleiste gekippt. Aber zwischendurch sind ja auch einfach so ein paar Anekdoten dabei, dass die Leute mal lachen oder schmunzeln können. Und ich finde das persönlich auch ganz wichtig, um das nochmal so ein bisschen aufzubrechen zwischendurch, dass man wirklich nicht so eine Schwere die ganze Zeit hat. Von daher, da bin ich noch unentschlossen.
Vera
00:15:45
Also da bin ich ja bei dir. Aber, mein Gedanke wäre halt, erstmal so ein bisschen die Leute so richtig in die Stimmung holen. Und dadurch, dass du in dem ersten Moment, wo man so gerade reinkommt, man hört diese Ansage, die er auch von dem Unfall und von dem Tod erzählt. Man kommt so gerade in so ein Gefühl und dann gibt es den Break schon. Den finde ich persönlich fast früh. Und ich habe auch bei mir die Erfahrung gemacht, dass so ein Einstieg, wie ich die Leute reinhole, wirklich auch so eine Grundlage für so einen Abend ist. Man weiß das ja auch von Musik machen. Der Anfang muss gut sein und das Ende muss gut sein. Zwischendurch kann es holpern, aber der Anfang muss gut sein. Und das ist halt da genau so. Und ich habe ja auch mal für meine Lesungen mit einer Opern-Theater-Regisseurin zusammengearbeitet und die hat das genau so das auch mir eingebläut.
Tamara
00:16:49
Ja.
Vera
00:16:51
Und du hast halt mit diesem sehr schönen Einstieg, hast du halt so das ideale Vehikel. Ich es einfach schade fand, dass das jetzt direkt gebrochen wird. Also wenn du jetzt zum Beispiel direkt dann mit dieser ersten Szene eingestiegen wärst und danach dann, nach dem Erzählen kurz durchatmen und sagen so und ich bin Tamara Leon, das hätte eine ganz andere Macht gehabt.
Tamara
00:17:20
Ja, wie gesagt, ich denke noch drüber nach. Aber wir wollen ja hier auch so ein bisschen Tipps weitergeben. Deswegen erkläre ich nochmal kurz, wie das zu diesem Einspieler kam. Weil ich habe ja wie gesagt im Buch diese kurzen Artikel aus einer Online-Musikzeitschrift, aus einer fiktiven. Und bei der letzten Lesung hatte ich die Idee, dass ich das halt als cold open lese, aber wie eine Nachrichtensprecherin und habe mir das extra auf Blatt ausgedruckt, um mich dann so wie bei den Tagesthemen hinstellen zu können. Das hat aber keiner gecheckt. Und dann hatte ich halt den Gedanken, ja, es könnte ja auch im Radio gekommen sein. und habe dann relativ kurzfristig tatsächlich das noch so zusammengefriemelt und auch mit so Jingle und so. Und ja, also das hat mir auf jeden Fall auch gut gefallen, das werde ich beibehalten. Und warum ich halt ein bisschen zögere, dann gleich in die erste Szene zu gehen, die ist recht lang. Und ich stehe halt eigentlich total auf so ein Cold Open, wenn man einfach auf die Bühne kommt und macht. Aber wenn ich das jetzt noch machen würde, dann wären es insgesamt sicher zehn Minuten, bevor ich erstmal sage Hallo übrigens. Und das erscheint mir ein bisschen arg lang, deswegen bin ich da noch so ein bisschen unentschlossen. Aber muss man mal schauen. Aber vielleicht können wir an der Stelle einfach mal über das Thema sprechen. Generell die Auswahl und in welcher Reihenfolge man was liest. Also wenn du sagst, du hast da auch mit einer Dramatur darüber gesprochen, wie gehst du denn da dran?
Vera
00:18:49
Also erstmal möchte ich da nochmal zu dir einhaken. Also ich finde zehn Minuten überhaupt nicht lang. Und ich weiß nicht, du besuchst ja auch viele Konzerte. Ich finde immer so Konzertanfänge besonders geil, wenn dann erstmal irgendwie Licht und Musik fängt an, und dann irgendwann taucht der Sänger oder die Band auf und übernehmen den Rhythmus und es geht gleitend los und du bist drin und da machen sie erstmal ein Stück. Und dann erst, wo du dich so richtig, du bist so richtig auf 100, dann erst kommen die und sagen so Hello Düsseldorf oder was auch immer. Das finde ich mega. Also wenn ich mal irgendwo in der Arena auftrete, dann will ich das genau so haben.
Tamara
00:19:38
Hello Düsseldorf.
Vera
00:19:39
Ja, was auch immer. Und, Also von daher, wie gesagt, das hat mich halt bei deinem Beginn so daran erinnert und ich fand, du hast halt, also ich würde das echt mal probieren und du wirst merken, die Leute sind viel tiefer drin.
Tamara
00:19:56
Ja, vielleicht probiere ich es einfach mal.
Vera
00:19:59
Ich habe ja kein so ein Intro, aber ich versuche das ja auf andere Weise. Klar, ich fange mit Erzählen an, weil ich habe ja kein Intro, nichts was spielt. Und das habe ich ja damals mit der Regisseurin auch so durchgespielt. Ich versuche den Übergang von dem Erzählen zu dem Lesen so möglichst smooth, so möglichst weich hinzubekommen. Die hat damals mir empfohlen, ich sollte am besten alles auswendig vortragen, was bei so einem Buch nicht möglich ist. Aber seitdem bemühe ich mich, ich schaffe es nicht immer, bemühe ich mich zumindest, die ersten Absätze auswendig zu machen. Das heißt, ich kann aus dem Erzählen rübergehen. Ich versuche dann auch so das Erzählen so zu gestalten, dass ich quasi direkt schon in dieser Figur rüberleite und dass der erste Satz quasi aus dem Erzählen kommt. Und dann erzähle ich ja weiter, ohne sichtbar mein Buch zu nehmen. Bin aber schon in der Geschichte. Und dann suche ich mir meistens, geht nicht immer, auch eine Stelle, bis zu der ich auswendig kann, wo es auch einigermaßen organisch ist, dass ich zum Beispiel jetzt die Position ändere oder, dass ich dann an den Stetig gehe und das Buch nehme, was dann im besten Fall wirklich direkt schon so aufgeschlagen da liegt, dass ich nicht noch blättern muss, dass ich das nehmen und, direkt übergangslos weitermachen kann, dass da keine Unterbrechung drin ist.
Tamara
00:21:38
Ja, okay.
Vera
00:21:39
Du hast natürlich jetzt mit deinem Intro da viel bessere Chancen für. Also wenn ich merke, jede Unterbrechung reißt die Leute aus der Stimmung. Und du willst dir ein positives Gefühl am Ende hinterlassen.
Tamara
00:21:55
Ja, das ist halt bei mir die Schwierigkeit. Wenn ich sie immer in der Stimmung lasse, dann haben wir ein ziemliches Leben.
Vera
00:22:00
Naja, Stimmung heißt ja nicht, dass sie jetzt dauerhaft traurig bleiben, aber Stimmung heißt ja, dass da so eine Spannung zwischen dir und dem Publikum ist. dass dieser Faden nicht reißt. Und wenn ich da jetzt so weiter, wo wir gerade so dran sind, das war zum Beispiel bei dir so, dass du dann, immer wenn du seine Zähne gelesen hast, man war gerade drin, dann kam immer dieser Moment, du musstest Gitarre greifen, du musstest erstmal wieder gucken, musstest deinen Capodaster aufstellen. Da würde ich daran arbeiten, dass du das viel fließender hinkriegst. Am besten, ich weiß gar nicht, warum du die Gitarre überhaupt abnimmst, dann halt sie doch, dass du direkt greifen kannst oder wie auch immer das geht Ja.
Tamara
00:22:46
Ich hatte auch schon überlegt, also bei der einen Kurzlesung in der Kneipe habe ich die Gitarre tatsächlich angelassen, aber irgendwie fand ich das auch blöd Ja.
Vera
00:22:56
Oder man kann sie auch vielleicht auch auf dem Rücken oder sie einfach nur nach vorne ich weiß es nicht, was für Möglichkeiten es da gibt, aber dass das, oder diese Bewegung hat wirklich so einstudieren, dass die wirklich, so weich und übergangslos ist und nicht immer wie eine Unterbrechung wirkt. Damit dieses Band, was du einmal aufgebaut hast, nicht zerreißt. Und jetzt komme ich dazu dem Thema, was du gerade angesprochen hast, zu der Auswahl der Zähnen. Ich lese konsequent den Anfang des Buches.
Tamara
00:23:33
Ausschließlich oder wie?
Vera
00:23:35
Ja, ausschließlich. Kommt ja drauf an, wie weit ich den Anfang lese. Manchmal, lasse ich ein paar Szenen zwischendurch weg, die sich zum Lesen nicht so eignen. Aber das macht jetzt für die Handlung nichts. Also ich bleibe in dem chronologischen Handlungsverlauf. Weil zum einen hat der Anfang eines Buches ja dieselbe Funktion wie bei der Lesung. Er zieht die Säule, die Leute reinziehen. Wenn er das nicht macht, dann ist der Anfang falsch.
Tamara
00:24:01
Ja, ja, da zweifle ich auch gar nicht. Also ich lese ja auch den Anfang. Aber eben nicht nur. Aber du springst.
Vera
00:24:07
Aber du springst auch. in der Zeitfolge, was ich persönlich sehr irritierend fand.
Tamara
00:24:13
An welcher Stelle?
Vera
00:24:14
Du hast zum Beispiel eine Szene, wo du sagst, so jetzt sind wir wieder vorne. Ich hatte mich gerade...
Tamara
00:24:19
Ja, aber wenn ich das nicht gesagt hätte, hättest du es, glaube ich, gar nicht gemerkt, weil ich habe...
Vera
00:24:24
Ja, nee, aber ich würde es, warum denn so rumlesen, warum denn nicht in der Reihenfolge lesen?
Tamara
00:24:27
Weil ich habe versucht, eine Stimmung, einen Stimmungsverlauf über die ganze Lesung aufzubauen. Also erst mal von dem Unfall, dann wieder ein bisschen leichter werden mit dem Kindheitsrückblick. Dann geht es eben so in die Tiefen, dann kommt die Beisetzung. Und dann möchte ich aber nochmal was Hoffnungsvolles zeigen, dass man so mit einem positiven Gefühl rausgeht. Und ich muss natürlich Szenen auswählen, die nicht unnötig spoilern. Und dieses Gespräch am Ende zum Beispiel, das ist nicht ganz am Ende, aber die vorletzte Szene, die ich lese, das Gespräch mit der Schwester des Verstorbenen, da ist ja das Thema so ein bisschen eben, dass der eigentlich ein glückliches Leben hatte und dass man sich darauf auch fokussieren kann. Das finde ich einen positiven Moment, so langsam zum Ende zu kommen. Und die letzte Szene, da geht es ja dann so ein bisschen darum, dass er so drüber nachdenkt, was ihm die Bühne bedeutet und ob er da nochmal hinkommt. Also da sind wir dann wieder bei der Musik. Und das finde ich halt, ich sage mal, eine emotionale Dramaturgie. Und ich glaube, dass es für die Handlung, habe ich die Szenen so ausgewählt, dass sich das nichts tut. Also ob ich jetzt erst mit der Schwester darüber spreche, wie die letzten Momente, mit dem Verstorbenen waren und dann darüber nachdenke, was mir die Bühne bedeutet oder andersrum. Das ist gehupst wie gehibbelt in dem Moment. Es geht ja auch nicht darum, dass ich den Leuten das Buch vorlese, sondern dass ich den Leuten Eindrücke gebe, was einen erwartet in dem Buch und dass ich eben, wie gesagt, mir war wichtig, die mit einer positiven Stimmung rauszugeben. Und deswegen habe ich mich bewusst entschieden, auch mal ein bisschen weiter nach hinten zu gehen, ein bisschen wieder zurückzugehen, weil das für mich von der Emotionalität her chronologisch egal ist.
Vera
00:26:25
Dann würde ich das aber anders einbetten. Dann würde ich dafür sorgen, dass, ich weiß, ich habe die Zähne jetzt nicht mehr genau so vor Ohren, aber, dass nicht in späteren Zähnen Dinge oder Situationen vorausgesetzt werden, von denen man eigentlich schon weiter war. Ich verstehe das. Also, dass ich das in meinem Kopf doch irgendwie sortiert bekomme. Wenn du sagst, die zeitliche Abfolge ist nicht wichtig, dann musst du sie auch nicht deutlich machen.
Tamara
00:26:56
Ja, das ist richtig.
Vera
00:26:59
Dann ist das einfach die Szene mit der Schwester, Punkt. Und dann würde ich beim Lesen so aufpassen, dass da nichts drin vorkommt, was irgendwie das Vorhergelesene damit kollidiert.
Tamara
00:27:12
Das ist korrekt. Ich habe mir einen Ablaufplan geschrieben, welche Szene, welches Lied und dann auch bei den Sprechteilen, was ich gerne sagen möchte. Und an zwei Stellen dachte ich dann aber in dem Live-Moment so, ja, aber warte mal, das ist doch noch wichtig, das hast du wohl auf deinem Ablaufplan vergessen, habe mir selbst da nicht vertraut, habe das dann erzählt und dann gemerkt, ach nee, das hast du gerade verwechselt, das ist gerade gar nicht wichtig, das wäre nachher wichtig gewesen und da stand es dann auch auf dem Ablaufplan. Also das war dann wahrscheinlich so eine Mischung aus, ich habe an mir selber gezweifelt, an meiner Vorbereitung und einfach der Live-Moment, dann vielleicht doch auch die Aufregung, haben mich dann irgendwie durcheinander gebracht.
Vera
00:27:55
Ja, das kenne ich.
Tamara
00:27:55
Aber rein von der Szenenauswahl ist es relativ, also klar, du brauchst erstmal die Grundlage legen, da ist dieser Unfall und so weiter, aber die anderen Szenen, das ist ja auch nicht wie bei dir mit einem Krimi, dass man das so aufbauen muss und da gibt es, erst passiert der Mord und da sind die ganzen Hinweise, sondern es geht ja am Ende um Trauerbewältigung. Und ob ich jetzt erst wütend auf mich selber bin und dann etwas Positives empfinde oder andersrum, das ist ja so individuell, das kannst du ja so nicht in den Ablauf zwängen.
Vera
00:28:29
Ja, ja, da bin ich ja bei dir. Worum es mir geht, ist, dass ich als Hörende, dem Ganzen folgen kann und einen Bezug dazu entwickeln kann. Und wenn ich, ich habe das auch bei anderen Lesungen, wo dann Leute irgendwie sagen, ich lese jetzt diese Szenen und dann wurde mir erst erklärt, wer da alles ist und warum der da ist. Da bin ich längst raus. Dann weiß ich überhaupt nicht mehr, wo wir sind.
Tamara
00:28:56
Das ist eine absolut berechtigte Kritik. an meiner Person in dem Moment, in dem Live-Moment, dass ich dann auch nicht das Vertrauen habe, dass man irgendwie versteht, was passiert. Dabei würde es auch völlig reichen, zu sagen, Juli ist die Schwester des Verstorbenen, Punkt. Das würde ausreichen. Und das sind so Details, an denen arbeite ich noch. Ja, da hast du völlig recht.
Vera
00:29:17
Und ich versuche das halt, gut, jetzt, wie gesagt, ich mache wirklich tatsächlich den Anfang, Ich habe mal bei einem Buch, weil ich da das sechste Kapitel besonders toll fand, habe ich dann so die ersten anderthalb zwei gelesen und dann bin ich ins sechste gesprungen. So, habe das aber nicht groß thematisiert. Ich habe das einfach gelesen, weil es sich im Grunde auch selbst erklärt. Wie gesagt, manchmal überspringe ich auch größere Bereiche, weil da jetzt irgendwie eine andere Figur vorkommt, die aber dann in dem Teil, den ich lese, keine Rolle spielt. und sowas. Also das mache ich dann schon. Aber im Prinzip, also ich fange immer mit dem Anfang an.
Tamara
00:30:03
Ja, das mache ich, glaube ich, bei anderen Büchern immer gemacht, absolut.
Vera
00:30:07
Und ich versuche halt, wie gesagt, den ersten Absatz nach Möglichkeit auswendig zu machen. Denken ja, wie gesagt, nicht immer. Für morgen muss ich auch noch lernen. Wobei, morgen habe ich mir etwas Besonderes überlegt. Das fängt ja an mit dem Satz noch ein Käffchen. Das ist die, der sitzt in seinem Café und die Wirtin fragt noch ein Käffchen. Ich bin ja morgen im Café und die Wirtin ist ja da. Und ich muss mal morgen mit ihr reden, ob sie das schafft. Ich habe so überlegt, dass ich dann erzähle und dass ich so ein Stichwort gebe und dass sie dann sagt noch ein Käffchen und ich dann quasi so reagiere wieder in dem Buch.
Tamara
00:30:47
Dass sie dich fragt.
Vera
00:30:49
Ja, dass sie so in den Raum fragt. Noch ein Käffchen. Und dann geht es weiter. Lutz sitzt an seinem Stammplatz und so weiter.
Tamara
00:30:58
Ja, ich glaube, das kann richtig cool werden oder total untergehen und in die Hose gehen. Aber im Zweifel ist es ja nicht so schlimm.
Vera
00:31:06
Versuch macht klug. Ich liebe ja solche Sachen, solche irgendwie so ein bisschen inszenierter zu kriegen. Und dass das so ein bisschen ein Gesamterlebnis wird. Wenn ich bei Lesungen war, insbesondere wenn das dann so diese klassischen Autositzt hinter Stehlampe am Tisch, Lesungen sind, wo dann ich lese jetzt dieses Kapitel. Und da kommt der Walter vor, der ist das. Und da kommt der Otska vor, der ist das. Und dann, kannst du mir auch was an, da kannst du mir auch ein Kochrezept vorlesen, da wüsste ich auch nicht mal. Deswegen sage ich auch immer in so also ich versuche immer, dass da nicht so viele Personen vorkommen, das verwirrt du kannst du als Zuhörende überhaupt nicht mehr differenzieren.
Tamara
00:31:58
Wobei das durchaus klar am Schluss eines Buches wenn da alle möglichen Figuren vorkommen dann kennt man die schon, aber das sollte man ja schon beim Schreiben irgendwie beachten, dass man die Figuren langsam.
Vera
00:32:09
Einführt deswegen sage ich ja im Prinzip erfüllt der Anfang eines Buches eigentlich genau die Voraussetzungen.
Tamara
00:32:17
Ja, ich würde das nicht so allgemein sagen, weil wenn ich jetzt deine Taktik nehmen würde und einfach, keine Ahnung, die ersten drei Kapitel am Stück vorlesen, das würde, glaube ich, nicht dem gerecht werden, was ich zeigen möchte, weil ich verschiedene Stimmungen, auch verschiedene Formate zeigen möchte, diese Tagebucheinträge und so. Ich glaube, das muss man schon von Buch zu Buch unterscheiden, irgendwie, was da sinnvoll ist.
Vera
00:32:43
Ja, will ich jetzt nicht widersprechen. Wobei, es sollte ja schon so sein, wenn man von dem Buch die ersten drei Kapitel liest, dass man dann auch wirklich Lust hat, weiterzulesen. Ja klar, klar. Von daher. Also.
Tamara
00:32:58
Ich meine, es gibt ja halt so einen Punkt, den hat man wirklich so gar nicht im Griff und das, also was heißt im Griff, ganz wenig Einfluss drauf und das ist halt die Leute, die da sind. Und wie gesagt, das waren jetzt sehr, sehr herzliche Menschen am Donnerstag und wir hatten dann eine kleine Pause gemacht. Im Vorfeld habe ich die Buchhändlerin gefragt, ob sie gerne eine Pause machen möchte, weil zum Beispiel in der letzten Buchhandlung war das so, dass ich explizit darum gebeten wurde, damit die dann auch so ein bisschen Verkaufszeit noch haben. Sie hat jetzt gesagt, ich soll es entscheiden und dann habe ich die Entscheidung auf das Publikum abgewälzt, weil ich das doch ganz sinnvoll finde. Die einen wollen dann vielleicht doch lieber durchhören, die anderen möchten eine Pause machen. Und in der Pause ist ja auch so ein bisschen Dynamik entstanden, wo dann der eine Kollege mit einem anderen in die Diskussion kam und sich den Stuhl da rumgedreht hat und so. Und da musste die Leute ja irgendwie wieder einfangen. Und ich erinnere mich, vor zwei Jahren oder so hatte ich eine Lesung, das war bei einem Seniorenkreis und. Die hatten sich, ich glaube tatsächlich damals noch aufgrund von Corona, Monate nicht gesehen, es war so ein Frühstücksevent und die hatten mich gebucht, und dann habe ich eine Pause gemacht und dann fingen die an zu quatschen miteinander. Und dadurch, dass die sich so lange nicht gesehen haben, ich habe die fast nicht mehr eingefangen bekommen. Also ich möchte sogar sagen, nicht. Allein, dann kam vielleicht noch das Alter dazu, dass die nicht so gut gehört haben. Und die, die es gehört haben, haben trotzdem nicht gehört. Also ich weiß, dass ich da sicher fünf Minuten am Mikro rumgehampelt bin und gesagt habe, jetzt hier geht weiter und so. Und selbst als dann wieder alle an ihrem Platz saßen, wurde weitergequatscht. Also das war sehr, sehr anstrengend. Und das, also sowas, manchmal hast du Leute, die gehen halt mit. Ab und zu stelle ich ja auch Fragen ins Publikum. Da hatte ich schon die Situation, dass jeder weggeguckt hat. Manchmal wird dann von allen Seiten reagiert. Ich hatte auch schon, dass Leute Sachen reingerufen haben. Also das kann ja alles passieren. Wie gehst du denn damit um?
Vera
00:35:12
Oh, ja, komplexes Thema. Also das mit den Senioren, also ich glaube, Senioren sind ein ganz spezielles Publikum. Da hatte ich ja auch schon so, ich hatte das ja auch schon, dass die schon nach 20 Minuten unruhig wurden und ich dann gefragt habe, ob sie eine Pause wollten und dann haben alle Ja gesagt, da habe ich eine Pause gemacht, da sind sie alle aufgestanden und gegangen. Oder Senioren stehen auch schon mal mitten und auf, weil es eine halbe Stunde im Heim im Abendessen gibt, dann gehen die einfach. Also das ist schon ein spezielles Publikum, muss man darauf gewachsen sein. So, Also wenn du da fünf Minuten redest, hört keiner zu, das ist ja sowas von respektlos. Wahrscheinlich hätte ich da eingepackt und wäre einfach gegangen. Ich weiß nicht, oder hätte mit dem Veranstalter, der dich da gebucht und hoffentlich auch bezahlt hat, gesprochen, das geht gar nicht. So, da muss man sich jetzt auch nicht unter Wert verkaufen. Klar, also du hast schon manchmal so ein Publikum, das ist schläfrig, das geht gar nicht mit, das finde ich ganz schlimm. Bei Publikum, das zwischendurch rein, das macht ja eigentlich Spaß, also da versuche ich halt darauf zu reagieren, sobald es jetzt nicht Unflätiges ist, was ich bisher noch nicht hatte, aber, so, ne, dann baue ich das halt ein, ne, ich meine, ich zeige ja auch Anekdoten zwischendurch und da wirkt dann auch umgeflaxt, also ja, und also üblicherweise ist es Sache des Veranstalters, das Publikum wieder zur Ruhe zu bringen, nicht deine, ne, so, und dann musst du jetzt, um zu müssen, die zur Not ran, Ja, also dass ich sie gar nicht mehr so zur Ruhe bekommen habe, habe ich jetzt bis jetzt noch nicht erlebt. Außer bei Senioren. Also Senioren sind speziell.
Tamara
00:36:55
Also ich habe auch schon, wenn ich gemerkt habe, es ist sehr, sehr viel Unruhe, habe ich auch schon abgekürzt, muss ich ehrlich sagen. Dann habe ich beim Lesen schnell gescannt und ganze Abschnitte übersprungen oder so.
Vera
00:37:06
Habe ich auch schon gemacht.
Tamara
00:37:07
Oder auch mal dann eine Szene einfach noch weggelassen, weil man muss sich dann auch nichts aufzwingen, wenn man merkt, es ist gerade nicht die richtige Stimmung. Zum Glück ist das der seltenere Fall und halt auch oft wirklich, wenn irgendwie so eine Mixed-Show ist, dass man irgendwie einfach das Gefühl hat, das passt vielleicht nicht zusammen.
Vera
00:37:26
Jaja, genau. Das habe ich auch öfters schon gehabt. Und da merkt auch, die Leute sind jetzt nicht wegen mir gekommen, die sind irgendwas wegen anderen. Dann ist es manchmal schwierig. Deswegen mache ich so Sachen auch nicht so gerne.
Tamara
00:37:39
Wobei ich musste da auch an mir arbeiten. Ich erinnere mich an meine, ich glaube, das war meine zweite Lesung. Das war bei einem Verein und da stand die Tür offen und ich habe gelesen und in dem Moment kamen noch Leute rein, wo dann zwei aufgestanden sind, um die zu begrüßen. Dann haben die da in der Tür gequatscht und ich habe dann immer schneller, immer schneller gelesen, weil ich so diese Emotion hatte, ich störe hier gerade. Und das ist, glaube ich, das Beschissenste, was du auf einer Bühne fühlen kannst. Und ich habe aber festgestellt, wenn man dieses Gefühl quasi überwindet und dann einfach noch mehr auf die Kacke haut, dann kommt. Reguliert sich das meistens so ein bisschen.
Vera
00:38:29
Ja, aber ich würde auch in so einer Situation, das habe ich auch schon gemacht, dann habe ich aufgehört zu lesen und habe die Leute angesprochen. Ob sie auf die Bühne kommen wollen oder irgendwie so eine Flopse.
Tamara
00:38:40
Ja, im Zweifel.
Vera
00:38:43
Dann sind sie meistens ruhig. Und wenn sie dann nicht ruhig sind, dann tritt wieder Plan A und dann würde ich mal hinterfragen, ob ich da noch weitermachen soll. Dafür sind wir jetzt nicht da.
Tamara
00:38:53
Ja, im schlimmsten Fall würde ich, glaube ich, heute auch einfach mal fragen, Entschuldigung, störe ich sie gerade? Dann können wir tauschen. Aber ja, ich glaube, das musste halt auch erst mal, am Anfang denkst du, du bist ja super aufgeregt und bist irgendwie froh, dass du überhaupt irgendwo lesen darfst und hast ja die ganzen Selbstzweifel und dann ist das natürlich sehr, sehr schwierig.
Vera
00:39:15
Ja, absolut. Nö, da muss man schon. Also es hängt ja auch immer von der Situation ab und so im Regelfalle. Dann würden wir ja von irgendeinem Veranstaltenden angefragt und der sollte ja auch ein Interesse haben und dann muss der oder die das entsprechend regeln.
Tamara
00:39:36
Hattest du denn schon größere Pleiten, außer das Bier über den ganzen Boden kippen?
Vera
00:39:41
Nö, solche. Also klar, dass ich irgendwo hinfahre, sind nur zwei Leute da. Das hat ja jeder schon mal erlebt oder auch nur eine. Aber dass jetzt irgendwelche Unfälle passiert sind, da kann ich mich nicht erinnern.
Tamara
00:39:52
Okay, dann bin das nicht.
Vera
00:39:54
Aber ich meine, ich habe ja auch nicht viel. Wenn ich fahre allein, du hast ja noch Equipment dabei und sowas, das habe ich alles nicht. Ich habe mein Buch dabei und das ist es. Und ich komme da mit allem klar. Ich brauche ja im Regelfahren auch nicht mal einen Stuhl.
Tamara
00:40:09
Also du hast auch keine Technik, die du selbst mitbringst?
Vera
00:40:11
Nö, überhaupt nichts. Ja. Das versuche ich zu vermeiden, wenn das immer Aufwand ist.
Tamara
00:40:20
Ja, es gibt einem halt auch gewisse Freiheiten. Ich bin jetzt gerade dabei, also ich hatte ein Gespräch mit einer VHS und die wollte dann auch wissen, was ich brauche und was ich habe und so. Und ich hatte schon so einen Tech Rider, wo genau draufsteht, was mein eines Equipment quasi ist. Aber zwischenzeitlich habe ich ja andere Konstellationen schon ausprobiert und habe mir jetzt überlegt, dass ich diesen TechRider nochmal neu mache mit quasi großes Besteck für größere Räume, Akustik, Setup, so Dinger dazwischen. Und ich glaube, wenn man das halt hinschicken kann, also zum einen hat es schon so einen gewissen professionellen Touch, wenn man klar sagt, hier, ich habe entweder das oder das Mikro, ich habe den oder den oder den Verstärker, ich kann akustisch, ich kann mit Mikro oder wie auch immer. Und zum anderen öffnet es, denke ich, schon bei der einen oder anderen Veranstaltungslocation Türen, wenn jetzt zum Beispiel ein größeres Café sagt, ja, würde ich schon gerne mal machen, aber ich habe gar nichts, was ich da anbieten könnte oder so.
Vera
00:41:23
Also erstmal ist es eine Tatsache, ich brauche nur ein Mikro und irgendwie so ein Mikro braucht man ja irgendwie Verstärkung, Lautsprecher. Das sind alles Sachen, die man locker mieten kann. Und wenn die Interesse haben, dann sollen die ja für ein Fuffi mieten. Deswegen muss ich das jetzt nicht kaufen und immer mitschleppen.
Tamara
00:41:40
Ja gut, das ist halt, was ich meine. Das ist völlig in Ordnung, wenn man diese Entscheidung trifft, wenn man sagt, ich lese nur, sofern mir alles gestellt wird. Aber damit verschließt man sich halt gewisse Türen. Und da mein Ziel halt gerade ist, so oft wie möglich lesen, würde ich das ungern für mich so entscheiden. Aber das ist halt abhängig davon, wo man hin will.
Vera
00:42:00
Also ich wüsste nicht, dass mir das bisher irgendwelche Türen verschlossen hätte. Also könnte ich mich nicht daran erinnern. Wie gesagt, ist bei Musik noch ein bisschen was anders. Da hast du Instrumente, da brauchst du ja Sachen. Die Anforderungen größer. Du hast ja auch das GEMA-Thema, was ich nicht habe. Aber für mich, ich meine, bei den meisten Cafés brauche ich überhaupt kein Mikro. Also von daher. Und wenn die wirklich sagen, bis jetzt war es immer so, dass die dann, entweder hatten sie tatsächlich was oder sie haben gesagt, sie besorgen es. Also ich kann mich nicht erinnern, dass das ein Grund gewesen wäre. Also im schlimmsten Falle hätte ich es halt für 50 Euro bei Bolz gemietet oder so und jetzt mitgebracht. Also das kann eigentlich nicht das Problem sein. Vielleicht müssen wir auch nochmal kurz für die Hörenden draußen sagen, was ein Tech Rider ist. Also bei mir heißt das Bühnenanforderungen. Ich bin da ein bisschen älter. Und auch die habe ich natürlich. Also man muss ja auch gerade für das Kabarettprogramm irgendwie, welches Licht du brauchst, auch wenn da eigentlich nicht viel drinsteht. Bei mir steht immer drin Scheinwerfer mittig. Ich brauche bevorzugt ein Headset, aber Mikro mit, ein abnehmbares Mikro mit Stativ, tun es auch und dann ist es. Mehr brauche ich ja nicht. Wenn sie haben, noch ein Stehtisch, damit ich da mal mein Buch drauflegen kann.
Tamara
00:43:15
Ja, den habe ich zum Beispiel drauf. Also ich habe zwei Tische drauf stehen. Ich habe stehen, dass ich ein kleines Tischchen bei mir auf der Bühne brauche, um Sachen abzulegen und dass ich ein Tischchen an einer irgendwo, an einer sinnvollen Stelle brauche, wo ich meinen Büchertisch aufbauen kann.
Vera
00:43:30
Ja gut, Büchertisch ist noch extra, ja klar, den habe ich auch. Aber ich habe halt gerne den Stehtisch, den finde ich auch ganz lässig, da kann man sich mal so anlehnen und so, ne? Und so, dort Wasserglas auch noch drauf tun oder die Wasserflasche, so, aber das ist es. Die habe ich natürlich auch, also das heißt, dass ich sowas habe, das ist die Professionalität, nicht unbedingt, dass da drinsteht, weil ich ja so eine Kütme mitschleppe.
Tamara
00:43:58
Wie gehst du denn das Proben an? Also ich habe bei mir festgestellt, ich muss ja quasi an zwei Stellen proben. Einmal die Lieder und das mache ich recht intensiv, weil ich da natürlich gefühlt auch den Punkt habe, wo ich noch am meisten verkacken kann, einfach mit der Gitarre und da übe ich regelmäßig. Aber das Lesen, muss ich ehrlich sagen, so allein in meinem Zimmerchen hier stehen und Szenen lesen, da komme ich mir irgendwie so wahnsinnig blöd vor. Und ich habe tatsächlich vor der Lesung im Juni, wo ich quasi zum ersten Mal dieses Zwei-Stunden-Programm dann hatte, mit Musik, mit den vielen Szenen und so, habe ich mir tatsächlich zwei Leute eingeladen, die mir virtuell zugeschaut haben, damit ich einfach das Gefühl habe, ich kann jemanden adressieren, weil ich mir sonst so blöd vorkam, laut irgendwie Szenen vorzulesen. Und wie machst du das? Und vor allem, wie machst du das auch mit den Sachen, die du zwischendurch erzählst?
Vera
00:44:59
Also ich lese die Sachen, die ich lesen will, einmal für mich laut und stoppe die Zeiten, damit ich weiß, wie sind die Zeiten, wie komme ich da hin. Während dem Lesen markiere ich mit verschiedenen Markenstiften die unterschiedlichen Stimmen. So, also da sind ja Figuren, die ich mit anderer Stimme sprechen will, dann markiere ich mir die und wenn ich die dann so gelesen habe, dann weiß ich ja so, welches welche Vorgeschichte passt zu welcher Szene, und dann mache ich mir da so kleine Anmerkungen dran, hier, was weiß ich, Oma Trudi einführen oder hier Wahlbuch machen oder so.
Tamara
00:45:43
Ja, einfach im Buch direkt.
Vera
00:45:45
Ja, ja, ich mache ja immer das alles direkt im Buch. Und das reicht für mich. Den Rest improvisiere ich. Und das ist jetzt auch nicht, ist ja auch mehr oder weniger immer dasselbe. Jetzt bei der Neuen, da bin ich jetzt tatsächlich noch, wollte ich eigentlich heute noch machen, weil es gar nicht so kommt. Weil es ist ja jetzt ein ganz neues Thema, ein ganz neues Ensemble. Da wollte ich jetzt noch so ein bisschen gucken, was ich da noch so an Anekdoten erzählen kann. Aber ich muss gestehen, dass das meiste kommt bei mir so aus dem Bauch. Weil du gerade einen Kippen drin hast. mache ich relativ frei. Ich muss halt jetzt die Übergänge so, dass ich dann halt wie kriege ich den Einstieg am besten und was bei mir überhaupt nie funktioniert, ist das Ende. Okay. Ich habe es noch nicht geschafft, irgendwie mal so ein ordentliches Ende hinzukriegen. Ich haspele mir immer einen zusammen und dann ist es irgendwie vorbei.
Tamara
00:46:40
Ja.
Vera
00:46:42
Fürchterlich. Ja. Ich habe das schon geübt, auch wie ich dann so mittendrin mal Hinweise auf Gästebuch, auf Buchverkauf und so weiter. Da habe ich ganz tolle Sachen mir notiert, aber wenn es dann soweit ist, klappt das nie. Dann haspele ich da immer rum. Das ärgert mich jedes Mal. Keine Ahnung, wie ich das hinkriege.
Tamara
00:47:04
Kann ich nachfühlen, hatte ich auch öfter Probleme mit. Ich habe jetzt dieses Mal, habe ich mir da wirklich nochmal die Punkte gezielt aufgeschrieben und vorher auch geguckt und habe es, glaube ich, einigermaßen hinbekommen.
Vera
00:47:15
Ja, ich fand es sehr gut, ja.
Tamara
00:47:17
Wobei irgendwas hatte ich, glaube ich, trotzdem vergessen. Was ich mir halt langfristig wünsche, also ich habe zum Schluss ja ein Lied, wo es eben auch so darum geht, dass man irgendwo, also von Clueso so sehr dabei, wo der Sänger so ein bisschen erzählt, er war so mittendrin im Geschehen und jetzt so diese Stimmung ist so dieses nach dem Event, also ich habe das Lied auch bei einem Konzert schon mal am Ende gespielt, weil ich das als Schlusslied total schön finde. Und da ist am Ende halt diese sich immer wiederholende Stelle, wo einfach nur so sehr dabei, so sehr dabei sich immer wiederholt. Und bei einer Lesung, wo ich halt noch einen Gitarristen dabei hatte, habe ich gesagt, du spielst bitte einfach die Begleitung immer weiter, dann spreche ich quasi die Abmoderation und dann singen wir noch zweimal so sehr dabei, so sehr dabei.
Vera
00:48:05
Cooles Ende, ja.
Tamara
00:48:06
Das war super cool und das möchte ich gerne auch machen, aber ich muss gestehen, ich kriege es noch nicht hin. Aber das ist langfristig das Ziel. Ich glaube, das würde mir dann schon sehr viel besser gefallen als das Lied und dann, also das Lied zu Ende spielen und dann nochmal was sagen.
Vera
00:48:22
Ja, also du hast meine volle Hochachtung. Ich habe es ja auch mal versucht, so mit Gitarre, wir hatten ja mal so einen kleinen Gitarrenbandversuch da und ich habe dann auch schon mal versucht, so ein Stück da zu machen und, also oh Gott, das würde mich da würde ich sowas von verkacken also meine Hochachtung, dass du sagst, mir reicht das mit dem Reden schon, also mehr geht nicht.
Tamara
00:48:48
Ja, ich meine, also den Ärzte-Song habe ich ja grandios verkackt. Aber ich glaube, da greift dann wenigstens das Glück, dass ich ganz gut über mich selber lachen kann. Und ich glaube, es kam trotzdem noch halbwegs charmant dann rüber.
Vera
00:49:04
Ist ja so. Und das hast du aber am Anfang auch gut gemacht, dass du halt weißt, wenn ich verkacke, dann kriege ich Applaus. Super. Man darf nur nicht darin verfallen, das zu oft zu machen.
Tamara
00:49:17
Ja, ja, ja, ja. Also ich hatte tatsächlich einmal auch bei einer anderen Lesung dann gesagt, oh Gott, es tut mir so leid. Das ist nicht die geschickteste Variante, glaube ich, aber auch da wächst man rein.
Vera
00:49:30
Wenn man das einmal zusiert und dann auch thematisiert, okay, die nächsten Haspler dann möglichst professionell darüber weggehen und gar nicht hochziehen, weil das wird dann zu viel.
Tamara
00:49:42
Und ich habe tatsächlich, also an der Stelle, zwei Sachen wollte ich noch sagen, an der Stelle war ich sehr, sehr froh, dass du mich auch nochmal daran erinnert hattest, dieses Gästebuch anzulegen, weil tatsächlich direkt nach dem Auftritt war mein Gefühl nur noch, Tamara hat ein Lied verkackt und Tamara hat Bier verschüttet. Das war alles, was noch in meinem Kopf war, so ist das ja in der Regel.
Vera
00:50:05
Mit dem Bier verschütten ist mir gar nicht, ja, da war mal so ein Moment, aber der ist mir gar nicht so tragisch.
Tamara
00:50:10
Ja, am Ende, da war es schon rum, vielleicht hast du das gerade nicht mitbekommen. Es war so dumm. Ich hatte die Bierflasche in der linken Hand und wollte die Gitarre hinstellen und habe einfach die Hand mit der offenen Flasche umgedreht und das über einer Steckdosenleiste.
Vera
00:50:26
Ist ja nichts explodiert.
Tamara
00:50:28
Ja, zum Glück. Aber das waren so die zwei Dinge, die mir in Erinnerung geblieben sind, wie es halt so oft ist. Du kriegst 50 gute Rezensionen, eine schlechte, die merkst du dir. Und da war ich sehr, sehr froh, dass ich dieses Gästebuch hatte, was ich dann später nochmal lesen konnte, wo wirklich sehr viel berührende Nachrichten drin waren und viel Lob und so. Das hat sehr gut getan. Und das andere ist, oft kriegt man ja dann so gesagt, das kriegen die Leute gar nicht so mit, wenn du dich irgendwie vergreifst mal oder so, was ich mir gar nicht vorstellen konnte. Und da war es gut, dass ich am Wochenende auf diesem Festival war. Da hat eine Band gespielt, die eigentlich recht bekannt ist und die haben sich noch ein, zwei Leute dazu geholt für so ein Special, wo dann zwei aus einer anderen Band was mitgesungen haben. Und es war schön und danach sagte der Gitarrist dann ins Mikro und ich habe das Intro verkackt. Und da dachte ich so, okay, habe ich nicht mitbekommen, hättest du mir jetzt auch gar nicht sagen müssen. Und das war ein sehr erhellender Moment für mich.
Vera
00:51:25
Publikum weiß ja nicht, wie es richtig sein soll.
Tamara
00:51:27
Ja, also das war ein schönes Beispiel für das, was man mir schon oft gesagt hat und was ich nie glauben konnte.
Vera
00:51:34
Naja, das ist so. Also auch nicht zu sehr thematisieren, Das kann man mal so als einmal, wenn es sehr deutlich war, ich meine, bei dem einen Mal war es ja deutlich.
Tamara
00:51:43
Ja, also ich meine, ich habe dreimal angesetzt. Das kriegt man dann schon mit.
Vera
00:51:48
Man muss halt aufpassen, da hat einem auch nicht die Gesichtshüge da immer entgleisen. Das sieht halt blöd aus. Aber ansonsten, ja. Und Gästebuche finde ich auch schön. Ich gucke immer, ich habe ja schon eins voll und so, da guckt man gerne mal rein und erinnert sich wieder dran.
Tamara
00:52:07
Ja, total.
Vera
00:52:10
Ja, ist schon schön. Also ich bin mal gespannt, wie das jetzt dann morgen, wir nehmen heute Mittwoch auf, morgen ist mal der Buchstattparty, wie es da wird. Ja, und dann werden wir weitersehen, wie das so klappt. Also momentan bist du ja wahrscheinlich eher auf Tournee als ich. Aber mal sehen. Ich habe jetzt schon, jedenfalls schon am 12. November gibt es die nächste Lesung dann schon von Band 2 von Feber und Bosniak, jetzt schon konkretisiert. Also auch da passiert langsam was, das ist doch schön.
Tamara
00:52:42
Sehr schön. Und ich hoffe, dass unser Austausch ein wenig inspirierend war und die ein oder andere Frage geklärt oder die ein oder andere Idee angezettelt hat.
Vera
00:52:53
Und wenn nicht, dann wisst ihr ja, wo ihr uns erreicht, einfach mal schicken, dann werden wir versuchen, das mal anderweitig zu thematisieren und für euch dann zu vertiefen.
Tamara
00:53:05
So sieht's aus.
Vera
00:53:06
Und ansonsten, folgt uns, wo immer es geht, abonniert das Buch Bubble Bulletin und bleibt uns gewogen. Bis nächste Woche. Ciao.