Die Zwei von der Talkstelle

Gespräche aus der Selfpublisher- und Buchbubble

PR, Booking & Management für Autor:innen – Einblicke in die kulturagentur

Wie eine Agentur Autor:innen bei PR, Booking und Honoraren unterstützt, verraten uns Gisela Thomas und Paula Döring. Sie erklären, wie Presse und Veranstaltungen zusammenspielen und welche Medien und Formate für Bücher und Schreibende sinnvoll sind.

17.09.2026 65 min

Zusammenfassung & Show Notes

Wie eine Agentur Autor:innen bei PR, Booking und Honoraren unterstützt, verraten uns Gisela Thomas und Paula Döring. Sie erklären, wie Presse und Veranstaltungen zusammenspielen und welche Medien und Formate für Bücher und Schreibende sinnvoll sind.
Gisela und Paula haben sich als 'die Kulturagentur' zusammengeschlossen und bieten Unterstützung von klassischer Pressearbeit über Lesungs-Booking bis hin zu Management und langfristiger strategischer Betreuung an. Dazu gehört auch, Anfragen zu bündeln und gemeinsam zu entscheiden, wann ein Auftrag sinnvoll ist und wann nicht. 
Auftraggebende sind oft Verlage, zumal der klassische Buchhandelsmarkt stark darauf ausgerichtet ist. Doch Vera und Tamara wollten natürlich auch wissen, wie es denn mit Angeboten für Selfpublisher aussieht.
Neben Einblicken in die Zusammenarbeit zwischen Agentur, Schreibenden und Medien sowie Lese-Locations geben Gisela und Paula im Gespräch auch sehr konkrete Einschätzungen zu Honoraren für Lesungen. 
© Foto Gisela, Paula: Maya Claussen
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'Schön, dass du da warst' von Eva Sichelschmidt 
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Gespräche über das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern, egal ob Selfpublishing oder Verlag. 


Wie eine Agentur Autor:innen bei PR, Booking und Honoraren unterstützt, verraten uns Gisela Thomas und Paula Döring. Sie erklären, wie Presse und Veranstaltungen zusammenspielen und welche Medien und Formate für Bücher und Schreibende sinnvoll sind.

Gisela und Paula haben sich als 'die Kulturagentur' zusammengeschlossen und bieten Unterstützung von klassischer Pressearbeit über Lesungs-Booking bis hin zu Management und langfristiger strategischer Betreuung an. Dazu gehört auch, Anfragen zu bündeln und gemeinsam zu entscheiden, wann ein Auftrag sinnvoll ist und wann nicht.

Auftraggebende sind oft Verlage, zumal der klassische Buchhandelsmarkt stark darauf ausgerichtet ist. Doch Vera und Tamara wollten natürlich auch wissen, wie es denn mit Angeboten für Selfpublisher aussieht.

Neben Einblicken in die Zusammenarbeit zwischen Agentur, Schreibenden und Medien sowie Lese-Locations geben Gisela und Paula im Gespräch auch sehr konkrete Einschätzungen zu Honoraren für Lesungen.

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Transkript

Vera
00:00:00
Deine Lesereise wird gebucht und alles wird für dich gemanagt. Dafür sind sie da. Sie nennen sich die Kulturagentur. Gemeint sind Gisela Thomas und Paula Döring, die beiden Gründerinnen und Geschäftsführerinnen der Agentur, sind bei uns und erzählen uns genau, wie dieses Geschäft mit Autorenevents funktioniert.
Tamara
00:00:21
Genau, es ging um Lesungen, es geht aber auch um Pressearbeit, um Management für Autorinnen allgemein. Und ja, hört rein, ob das vielleicht auch was für euch sein könnte. Die zwei, Hier ist Folge 329 von die 200 Talkstelle, dem Podcast übers Schreiben und Veröffentlichen und alles, was darüber hinausgeht im Self-Publishing und im Verlag. Mir gegenüber Vera Nentwig. Ich bin Tamara Leonhardt. Hallöchen.
Vera
00:01:07
Ja, schönen guten Morgen. Wir haben Morgen, liebe Tamara. Und wir können ja direkt zum Einstieg sagen, dass unsere liebenden Hörenden da draußen die nächste Woche auf eine frische Folge verzichten müssen. Wir machen ein Wöchenschen Pause, aber dann sind wir auch wieder mit vollem Elan da.
Tamara
00:01:29
Genau, wir atmen mal durch und sammeln Kraft für noch tollere Folgen.
Vera
00:01:35
Wobei wir heute nochmal richtig Gast gehen, glaube ich, in der heutigen Folge. Und ich habe gerade gedacht.
Tamara
00:01:43
Bei der Ankündigung, wir müssen das eigentlich erweitern. Es geht ja nicht nur ums Schreiben und Veröffentlichen. Es geht ja auch danach um das Marketing, um die Lesungen, um das ganze AutorInnenleben. Eigentlich müssen wir da noch einen dritten knackigen Punkt erwähnen.
Vera
00:01:58
Ja, wobei das für mich quasi alles zu veröffentlichen gehört. Aber du hast natürlich recht, wir können das noch, ja, wir können ja mal überlegen. Wir haben ja jetzt eine Woche Zeit und ihr könnt gerne natürlich auch ein paar Anregungen geben, was wir da noch so reinsetzen sollten.
Tamara
00:02:13
Weil ich fühle mich gerade, also ich hatte eine sehr intensive Autorinnenwoche, die aber nichts mit Schreiben oder Veröffentlichen zu tun hatte.
Vera
00:02:25
Ja, das kann ich nicht ganz so sagen, aber Veröffentlichen schon, zum Schreiben gerade nicht. Und ja, jetzt interessiert mich natürlich brennend, liebe Tamara, was das bei dir alles war.
Tamara
00:02:37
Ja, jetzt musst du aber nachher, musst du mir auch sagen, warum nicht zum Schreiben. Ja, nee, aber ich hatte ja am Freitag die Lesung mit der Jennifer Hilgert zusammen, da waren wir ja in Oppenheim in der, Lektur-Lounge von Sissi und haben einen ganz besonderen Abend gemacht, eben nicht meine reguläre Konzertlesung, sondern anstelle der Lieder zwischen den Szenen hat Jenny Gedichte, ich muss sagen, mit vollem Körpereinsatz vorgetragen. Also da flog sie dann auch schon mal auf die Knie und, Oh, wow. Das war sehr intensiv, sehr bewegend. Teilweise eigene Gedichte, die zu meinen Szenen gepasst haben. Da haben wir uns vorher abgesprochen. Und auch drei Gedichten, die sie eben für das Buch geschrieben hat. Das war ja der Aufhänger, warum wir das geschrieben haben. Und sie hat ja ein Gedicht geschrieben, das im Buch bei der Beisetzungsszene gelesen wird. Und ich lese diese Szene normalerweise immer und lese dann eben auch dieses Gedicht. Aber das jetzt mal von ihr dann vorgetragen zu hören, also ich habe die Szene gelesen bis an der Stelle und bin dann einen Schritt zurückgetreten, dann hat sie das gelesen, also ich hatte so hart Gänsehaut.
Vera
00:03:51
Ja, cool.
Tamara
00:03:53
Intensiv.
Vera
00:03:53
Das klingt toll.
Tamara
00:03:55
Und war ein toller Abend, waren auch Menschen dabei, die über den Podcast dahin gekommen sind. Ah, schön. Und an der Stelle muss ich auch nochmal einen ganz lieben Gruß rausgeben, weil ich hatte wieder mein Gästebuch dabei und habe es dann danach eingepackt und weil so viel Trubel war, habe ich auch nicht gleich reingeschaut. Und ich hatte dann Anfang dieser Woche einen Tag, der ist ziemlich scheiße gelaufen, und dann kam ich heim und dachte so, jetzt kannst du ja mal noch die Gästebucheinträge lesen, was generell, also alle Beiträge haben da sehr gut getan, aber... Dieser eine Besucher hat tatsächlich was super Liebes reingeschrieben und dazu notiert für die Tage, an denen es nicht so gut läuft. Also lieber Gruß an dieser Stelle, ich habe es genau im richtigen Moment gelesen. Ja, also war wirklich eine tolle Truppe. Es war auch so eine schöne Verbindung zum Publikum, so sehr intim und mit sehr viel Interaktion. Das war sehr, sehr, sehr schön. Und genau, dann hatte ich ja noch einen ganz besonderen Moment, wo ich auch gesagt habe, den gibt es tatsächlich in meinem Leben nur exakt dieses eine Mal.
Vera
00:05:05
Oh wow, jetzt bin ich gespannt.
Tamara
00:05:08
Weil das habe ich tatsächlich vorher gar nirgends erzählt gehabt. Mich hat letztes Jahr schon eine liebe Autorenfreundin, die Tanja Liebermann, gefragt, ob ich für ihr Buch ein Lied schreiben würde. Sie hat einen Roman geschrieben, lustigerweise auch über einen Simon. Der durchs Leben geht mit dem Tourette-Syndrom und sie hat da eigene Verbindungen, also hat lange selbst einen jungen Mann mit Tourette begleitet und weiß deswegen, wovon sie spricht. Und da hatte ich damals gesagt, ich kann dir einen Text schreiben, aber ich muss gucken, wer das mit der Melodie macht, weil ich habe noch nie eine Melodie komponiert, so. Und dann hatte ich auch diesen Text geschrieben und wir waren beide sehr glücklich damit und da lag der erst mal. Und irgendwann vor ein paar Wochen habe ich gedacht, verdammt, jetzt hast du doch so viel intensiv mit der Gitarre gearbeitet. Jetzt fragst du mal deine Lehrerin, wie man denn da rangeht. Und sie hat mir ein paar Tipps gegeben und ich habe einen Entwurf gemacht und dann hat sie mir nochmal ein paar Tipps gegeben, wie ich das vielleicht verfeinern kann. Und dann habe ich tatsächlich jetzt über die letzten Wochen diesen Song komplett selbst geschrieben, eben mit der Melodie, mit der Begleitung. Wir haben dran zusammen gefeilt am Arrangement, wie man das alles noch ein bisschen aufpeppen kann. Und den Song habe ich dann zum ersten Mal vor Publikum gespielt am Freitag. Also wirklich zum ersten Mal einen Song, wo ich nicht nur den Text, sondern alles geschrieben habe. Eine Premiere, die es so nie wieder geben wird. Und es war ganz, ganz toll. Ich habe das Lied halt nicht so explizit nur auf Tourette ausgelegt, sondern es geht eher so ums Anderssein, ums Nicht-akzeptiert-werden und um diese Erkenntnis, dass man halt trotzdem okay ist, so wie man ist, auch wenn man anders tickt. Das Lied heißt wie das Buch, Tick mich doch, was ich einen sehr coolen Titel finde. Und es kam so gut an, dass hinterher haben mich ein paar Leute nochmal angesprochen, wie toll ihnen das Lied gefallen hat. Und einer meinte dann auch, ich muss das jetzt erstmal auf der Heimfahrt verarbeiten und so. Das war ein sehr, sehr besonderer Moment in meinem Leben, sehr, sehr schön.
Vera
00:07:12
Wow, das klingt ja toll. Da bin ich jetzt richtig traurig, wenn ich nicht dabei war.
Tamara
00:07:15
Ja, ich habe zum Glück zwei Aufnahmen, die muss ich noch aufbereiten, aber die werden dann auch ihren Weg in die Öffentlichkeit finden. Und ich habe auch vor, das Lied richtig aufzunehmen, um das dann überall auf den gängigen Plattformen verfügbar zu machen.
Vera
00:07:29
Weil lieber Mann, die Karriere geht los hier.
Tamara
00:07:33
Also das hat mir auch sehr, sehr viel Spaß gemacht, mich damit zu beschäftigen. Ja, und dann habe ich ja abends bei der lieben Sissi übernachten dürfen und wir haben nach ganzen vier Stunden Schlaf, sind wir morgens um viertel vor sechs losgefahren nach Darmstadt, wo die erste Klischeebuchmesse stattgefunden hat. Da hatten wir zusammen einen Tisch. Wir hatten beide einen Tisch, aber halt nebeneinander. So in der Kombi, ich als Autorin, wir zusammen als Autor in den Lounge und sie als Autorin. Und dafür, dass das die erste Messe war, ich war wirklich beeindruckt. Das war sehr groß, das war super organisiert. Und da war auch, also als ich auch vorher nochmal auf die Namensliste geguckt habe, also wirklich so viele tolle Leute, auch die teilweise hier schon waren, wurde ganz oft von HörerInnen angesprochen. Auch ganz süß, mehrfach wurde mir das Handy gezeigt, guck, ich habe euch auf der Fahrt noch gehört. Ja, und war ein wirklich schöner Tag und bin auch sehr zufrieden mit den Verkäufen soweit.
Vera
00:08:38
Ja, super.
Tamara
00:08:39
Ja, ich bin ein bisschen auf dem Zahnfleisch gegangen, eben durch so wenig Schlaf und die Luft war auch nicht so gut. Ich habe Zucker in mich reingeschoben, um ein Ende, um nicht umzukippen und musste ja dann abends auch nochmal drei Stunden heimfahren. Aber ja, war ein toller Tag und jetzt am Samstag bin ich schon wieder auf Messe. Da bin ich in Hofheim im Taunus auf der ersten auch. Im Moment schießen ja Messen aus dem Boden, das ist ja Wahnsinn. Auf der ersten Kapitel-Taunus-Messe stand 41, bitte vorbeikommen. Genau, das war ein Teil meiner AutorInnen-Woche. Es gibt auch noch ein paar andere Sachen, die passiert sind, die erzähle ich aber noch nicht. Heute Abend gehe ich aber noch auf eine Lesung. Und zwar kommt Christian Handel nach Saarlouis zu mir in meine Heimatregion. Und den hatten wir auch schon im Podcast. Und den wollte ich schon immer mal persönlich treffen. Da werde ich auf jeden Fall heute Abend hingehen und freue mich sehr.
Vera
00:09:32
Ja, da stelle ich schöne Grüße.
Tamara
00:09:35
Das war mein Part.
Vera
00:09:36
Ja, das ist ja auch mal andersrum so, dass ich jetzt mal kaum noch Zeit zum Reden habe. Also dann noch so in Kurzform, dass du gefragt hast, warum gerade kein Schreiben. Es läuft ja noch die Titelentscheidung zum Nächsten, die Lina Hagenband. Bis wann? Bis Sonntag noch. Es kristallisiert sich schon ein Favorit heraus, den ich interessanterweise überhaupt nicht auf dem Zettel hatte. Da sieht man mal wieder, dass Autorinnen und Lesende doch völlig anders denken.
Tamara
00:10:09
Ja, spannend.
Vera
00:10:11
Der mich auch, glaube ich, noch ein bisschen vor Herausforderungen bringt. Eine tolle Geschichte, aber ich kriege das hin. Ansonsten habe ich gerade heute, den Band 2 von Weber und Vosniak aufgetrennt, aus dem Lektorat zurückbekommen. Das heißt, da überarbeite ich jetzt die Sache noch ein.
Tamara
00:10:29
Er heißt aufgetrennt. Ich habe jetzt überlegt, was ist das für ein Fachwort, was ich nicht kenne? Ich habe ihn aufgetrennt aus dem Lektorat zurückbekommen.
Vera
00:10:39
Nein, der heißt aufgetrennt.
Tamara
00:10:40
Jetzt wurde es an mir gezweifelt.
Vera
00:10:41
Ja, ja, klar. Sodass der noch zügig jetzt auch in Druck gehen kann. Am 17. Oktober brauche ich ihn ja Ja, weil, ich habe das vielleicht schon mal erzählt, der Mord geschieht auf dem sogenannten Spätmart. Das ist ein Design-Vintage-Markt, der da in Krefeld an der alten Samtweberei, wo ich auch mein Büro habe, stattfindet. Und dieser Markt findet genau am 17. Oktober wieder statt. Und da habe ich mir jetzt schon einen Tisch reserviert. Und da will ich natürlich dann mit dem passenden Buch ganz frisch stehen und gucken, dass ich die unter die Leute bringe. Ja, dann ist gerade heute angekommen, ich habe es noch nicht in Händen, weil es im Büro angekommen ist, der erste Probedruck von meinem Sammelband, Tote kommen doppelt gut, der ja auch dann Ende Oktober erscheinen soll.
Tamara
00:11:33
Hast du das Cover schon gezeigt?
Vera
00:11:36
Nein, habe ich noch nicht. Das würde ich auch noch mal machen. Die Kampagne dafür läuft jetzt so langsam an. Aber der hat ja fast doppelt so viele Seiten als ein anderes Buch. Also ich bin da 560 Seiten, da sind da so dicke Bücher, mache ich da im Regelfall gar nicht. Das heißt, der Druckpreis war natürlich auch entsprechend teurer. Ich habe dann aber jetzt von so einer neuen Druckerei ein super Einstiegsangebot bekommen und habe gedacht, komm, das nutzt du mal aus.
Tamara
00:12:07
Okay.
Vera
00:12:08
Habe mir aber jetzt mal einen Probedruck schicken lassen. Wie gesagt, der ist heute angekommen. Ich muss ihn ja gleich mal angucken.
Tamara
00:12:13
Wie Torte kommen doppelt gut. Cooler Titel.
Vera
00:12:17
Ja, genau. Für den Sammelband passt das ja.
Tamara
00:12:19
Ja, toll.
Vera
00:12:22
Und... Ja, Messen. Ich habe gerade gestern die Zusage bekommen für die Stuttgarter Buchmesse, dass wir da sind. Wir haben auch den ersten Stand für die Berliner Buchmesse bekommen.
Tamara
00:12:35
Wer ist wir?
Vera
00:12:36
Immer die Kerstin Rachfall und ich, die Kribbi-Kombo. Wir waren ja auch zusammen in Leipzig. Ja, also ich sag mal so, es geht voran und meine Amazon-Kampagnen-Sachen laufen in Wellen. Ich habe einiges auch gelernt, worauf ich in Zusammenarbeit mit KI achten muss. Das erzähle ich aber nicht jetzt, das machen wir in 14 Tagen. Jetzt so langsam müssen wir mal zu unseren Gästen kommen. Weil die haben auch total Spannendes zu erzählen, weil die sich sehr gut auskennen, wie man Autorinnen und Autoren hinaus in die Welt zu den Lesenden bringt. Ihr Lieben, heute beschäftigen wir uns wieder mit PR. Ihr wisst ja, das ist sowieso eines meiner Lieblingsthemen. Und nachdem wir jetzt ja schon die Verlagsseite mal näher beleuchtet haben, haben wir heute gleich zwei Damen zu Gast, die das von einer Agentur alles machen. Die Rede ist von der Kulturagentur und wir haben beide Herzen, Gründerinnen, Geschäftsführerinnen zu Gast gleichzeitig und das verspricht ein sehr lebendiges und interessantes Gespräch. Ich freue mich sehr, dass Sie heute da sind. Die Rede ist von Gisela Thomas und Paula Döring. Hallo zusammen.
Gisela
00:13:56
Hallo. Hi.
Paula
00:13:57
Hallo.
Gisela
00:13:58
Danke für die Einladung.
Vera
00:14:00
Jetzt erstmal, ihr macht ja, wenn ich das richtig habe, verbessert mich gerne PR für Autoren, Autorinnen, meistens so im Verlagsauftrag, wenn ich das so richtig verstanden habe. Gisela schützt den Kopf.
Gisela
00:14:15
Ja und nein. Also wir machen sehr, sehr viel tatsächlich für einen Auftrag von Verlagen. Die Verlage Kampagnen rausgeben und AutorInnen. Da kommen wir bestimmt auch gleich noch zu. Aber wir sind tatsächlich auch, werden auch tatsächlich von einigen AutorInnen direkt gebucht, wenn die mehrere Verlage haben oder aus anderen Gründen sagen, wir brauchen hier eine Agentur, die PR und Booking für uns macht.
Vera
00:14:39
Ja, da kommen wir sicher auch gleich zu. Das finde ich sehr spannend. Ich möchte ja vorausschicken, ich weiß nicht, ob ihr schon mal eine Folge von uns gehört habt, ich möchte ja immer noch in die NDR Talkshow oder wie ich seit letzter Woche weiß, vielleicht doch eher in den Kölner Treff. Und da kann ja vielleicht so eine Agentur, so Profis wie ihr, helfen. Aber, Jetzt muss ich erst mal fragen, eure Agentur, wie lange gibt es die jetzt schon und was hat euch dazu bewogen, genau dieses Thema machen zu wollen?
Paula
00:15:05
Uns gibt es, also sowohl Giesel als ich haben uns vor, glaube ich, inzwischen fünf oder sogar sechs Jahren selbstständig gemacht und haben vorher auch schon mit einer kleinen Zweitagentur Sachen, Aufträge gemeinsam betreut. Und weil wir uns so sehr schätzen und mögen und haben wir uns Anfang dieses Jahres überlegt, dass wir, beziehungsweise Ende letzten Jahres, dass wir unsere Kapazitäten bündeln möchten und seit 2026 sind wir zusammen die Kulturagentur.
Vera
00:15:35
Ist ja noch ganz frisch.
Paula
00:15:37
Ja, ist noch ganz frisch und es ging zum Glück direkt gut und wild los. Und vielleicht nochmal, weil du das eingangs sagtest mit der Pressearbeit, vielleicht nochmal so zur Einordnung. Wir haben eigentlich drei Standbeine. Das ist einmal die klassische Pressearbeit, dann machen wir ganz viel Veranstaltungsmanagement. Im besten Fall beides zusammen und eben wie Gisela gerade auch sagte, das direkte Management von Autorinnen und Autoren.
Tamara
00:16:06
Mit dem zweiten kriegt ihr mich ja auf jeden Fall, was Booking und sowas angeht. Da habe ich bestimmt noch ganz viele Fragen. Aber das dritte interessiert mich jetzt gerade, wenn du sagst, das Management von Autorinnen und Autoren. Was deckt das denn noch alles ab?
Paula
00:16:21
Das deckt ab, vor allem auch bei Autorinnen, die AutorInnen, die sehr viel beschäftigt sind. Eben genau das, was Gisela Eingrass sagte, das Bündeln von Anfragen, das Sortieren, also dass wir ganz klassisch ihre Booking-Agentur sind. Die Organisation von Terminen, die Kontaktstelle dann auch tatsächlich zwischen AutorInnen und den Verlagen, eben eine ganzheitliche strategische Betreuung über einen längeren Zeitraum im besten Falle.
Gisela
00:16:50
Und wir sind dann auch diejenigen, die vielleicht mal sagen, wenn jemand ganz, ganz, ganz viele Lesungen macht und das nächste Buch ist schon so am Horizont, dass wir auch durchaus mal sagen, jetzt ist mal Stopp. Also es ist tatsächlich auch so ein bisschen, ja, so als Sparings-Partnerin sind wir da auch gerne und sagen auch, was empfehlen wir, was sind vielleicht auch Termine, die man jetzt nicht unbedingt machen muss, wenn man dafür durch die ganze Republik düst, wie kann man das so ein bisschen auf sich, so ein bisschen Zeitmanagement sagen jetzt mal. Also ihr kennt das alle, es gibt AutorInnen, die haben dann, was natürlich toll ist, wahnsinnig viele Anfragen, dann wohnt man vielleicht im Norden und muss in den Süden und dann Westfalen und dann doch wieder nach Franken und so. Und das wäre dann auch so ein bisschen im Überlegen, was macht man, was macht man nicht, wie plant man das so, dass alle das auch gut durchhalten am Ende.
Vera
00:17:37
Wobei das Szenario, was ihr da jetzt schildert, ist ja mehr so das, wo ich mich ja mal hinträume, dass ich so viele Anfragen habe, dass ich ständig durch die Gegend reisen muss. Könnte ich euch denn jetzt auch engagieren, wenn ich diese Anfragen noch nicht habe und ihr sorgt dafür, dass die kommen?
Paula
00:17:53
Im besten Falle ja.
Vera
00:17:56
Was heißt im besten Falle? Weißt du, welche Kriterien müsste ich erfüllen, damit es der beste Fall ist?
Paula
00:18:01
Naja, ich glaube, wichtig ist entsprechender zeitlicher Vorlauf, also dass man wirklich frühzeitig sich darum kümmert. Also wir haben manchmal auch Anfragen, dass in vier Wochen erscheint mein Buch. Hilfe.
Gisela
00:18:16
Macht mal.
Paula
00:18:18
Macht mal. Das versuchen wir in Ausnahmefällen auch wirklich sehr gerne, aber dadurch, dass gerade im Veranstaltungsbereich nochmal mehr im Gegensatz, zur Pressearbeit einfach dass der Vorlauf wahnsinnig groß geworden ist. Also wir beginnen jetzt quasi schon mit der Akquise für die Frühjahrstitel 2027. Das heißt, wenn du jetzt wüsstest, du hast deinen Buchvertrag unterschrieben und du weißt irgendwie in einem Jahr erscheint mein nächstes oder mein erstes Buch, dass man da eben frühzeitig diese ganze Presse- und Marketing-Sache mitdenkt, und uns das einmal vorstellt und man darüber spricht, Wie sehen denn die Möglichkeiten aus? Was kann man denn da tun? Besteht vielleicht die Möglichkeit einer Beauftragung eben durch den Verlag? Macht man das selber? Also es kommt ein bisschen darauf an, an welchem Punkt seiner beruflichen Kaufmann ist.
Vera
00:19:14
Gut, aber dann konkretisieren wir das. Ich mag es ja gern konkret. Also du hast mir natürlich jetzt den Flow ins Ohr gesetzt, dass ich dann vielleicht doch endlich mal meine Deutschland-Tournee machen kann. Und ich kann dir auch sagen, welche Bücher ich nächstes Jahr geplant habe oder gern auch den Plan mit dir aus Marketing- und PR-Sicht noch optimieren. Ich bin ja da flexibel, habe aber keinen Verlag. Ich mache das ja alles selbst, habe aber schon 13 Jahre Hintergrund und ein bisschen was an Fundament auch. So, jetzt komme ich auf dich zu. Würdest du dann sagen, mit der rede ich überhaupt nicht, weil die Selbstverlegerin ist? Oder was würdest du mir denn vorschlagen?
Paula
00:19:57
Oh, das ist eine gute Frage.
Vera
00:19:59
Wie gesagt, dafür ist es mir bekannt.
Paula
00:20:02
Also da muss ich vorneweg sagen, Gisela, bitte korrigiere mich da. Chef-Publishing ist immer schwierig. Also weil der Markt quasi schon so hart umkämpft ist und eben halt klassische Veranstaltungsorte wie Literaturhäuser, wie Lesefestivals und so. Und da weißt du aus eigener Erfahrung oder vielleicht auch von Kolleginnen und Kollegen, wie schwer das ist. Also ich würde dich dann vor allem daran bestärken, dass man einmal zusammen überlegt, welche Literaturagentur könnte denn infrage kommen und dass man wirklich schaut, ob man nicht gemeinsam doch einen Verlag findet mit Vertriebssystemen und so weiter und so fort, der dich dabei unterstützen kann und dann eben den klassischen Weg zu gehen.
Gisela
00:20:47
Es gibt so zwei Aspekte. Also ich glaube, das fühle ich vielleicht noch ein bisschen aus, dass natürlich dadurch, dass die Lesereisen im Buchhandel, die werden natürlich am liebsten für den Buchhandel über die Verlage gebucht, sage ich jetzt mal. Natürlich ist es für Festivals und für Literaturhäuser und so, die sind da so ein bisschen unabhängiger, sage ich jetzt mal. Der Handel ist natürlich, das weißt du als Self-Publisher, sehr auf die Verlage spezialisiert. Die andere Sache ist natürlich einfach, dass wir ja auch von was leben wollen. Und da ist es dann halt so, dass uns entweder die Verlage beauftragen oder wir müssen halt dann mit den Autoren einfach einen Deal finden. Das ist dann halt bei den AutorInnen, dass die uns dann für unsere Tätigkeit entlohnen.
Vera
00:21:31
Ja, dann sag doch mal, ich meine, du musst jetzt nicht alle Preise exakt sagen, aber dann sag doch mal, wenn ich jetzt, also, dass du mich überredest, dass ich jetzt noch Verlage suche, da sind die Chancen sehr gering.
Gisela
00:21:42
Okay.
Vera
00:21:43
Also, ich sag mal so, wenn jetzt Wendemhaus käme und sagt, hier, Vera, endlich hast du erst mal 20.000 Vorschuss und wir investieren 100.000 in Marketing, dann würde ich sicher drüber nachdenken.
Paula
00:21:53
Aber, wenn ich da kurz reingehen darf.
Vera
00:21:55
Ja.
Paula
00:21:58
Also wenn du jetzt als Self-Publisherin unfassbar viele Bücher verkaufst, dann kann es ja auch andersrum sein, dass die Verlage auf dich zu kommen und sagen, Vera, deine Zahlen gehen durch die Decke.
Gisela
00:22:08
Komm zu uns.
Vera
00:22:09
Ja, aber dann sagt ja die Vera.
Tamara
00:22:11
Warum sollte ich meine Zahlen mit euch teilen?
Gisela
00:22:15
Das stimmt.
Vera
00:22:17
Und damit ich unfassbar viele Bücher verkäufe, möchte ich ja jetzt eure Dienste haben. Okay. Die Frage ist natürlich schon, was Gisela schon berechtigterweise anmerkt, kann ich mich euch leisten. Mit welchem Budget müsste ich denn rechnen, damit ihr sinnvoll für mich arbeiten könnt?
Gisela
00:22:34
Provision. Bei Veranstaltungen reden wir ganz einfach wie bei allen Bookern über eine Provision.
Vera
00:22:38
Also das heißt, ihr macht das rein auf Provisions, auf Erfolgsbasis.
Gisela
00:22:42
Wenn du jetzt sagst, ich kenne alle Buchhandlungen so gut, ich lese bei allen immer umsonst, weil sie meine Freunde sind, dann ist das für uns ein schwieriger Deal. Und ansonsten ist das ganz klassisch, Provision, beziehungsweise PR Und Beratung und solche Sachen, das müsste man dann einfach nochmal separat verhandeln. Das ist jetzt auch kein, also da muss man einfach gucken, was willst du, was willst du nicht, was sollen wir machen. Bei PR, klar, fließt kein Geld, keine Provision. Aber die Lesung, das ist wie bei anderen Booking-Agenturen ganz normal, das geht dann über eine Provision.
Vera
00:23:10
Aber da haben wir doch einen Deal. Und gut, jetzt sehe ich meine Zielgruppe tatsächlich nicht unbedingt bei Buchhandlungen, sondern mehr so Kultur, Veranstalter, Cafés, was es da so gibt. Ich habe ja auch ein Kabarettprogramm und so, macht ihr sowas auch?
Paula
00:23:25
Ja, auf jeden Fall. Also es gibt ja, da gibt es ja viele Autorinnen, ne? Also es gibt natürlich Themen, die sind prädestiniert für auch Theaterbühnen, ne? Also wenn du jetzt irgendwie Italienbücher schreibst zum Beispiel, ne? Da bieten sich natürlich irgendwie auch Italo-Festivals an, italienische Weinrestaurants. Also wir gucken wirklich individuell, was passt zu den Leuten.
Gisela
00:23:51
Krimi-Festival bei dir, das passt dann ja gut.
Paula
00:23:54
Und im besten Falle ist jede Zusammenarbeit eben auch eine Zusammenarbeit, dass wir sozusagen individuell gucken, was können wir uns für dich vorstellen. Die Frage ist dann aber auch, wen kennst du schon? Wo gehst du vielleicht selber gerne hin? Welche Veranstaltung findest du toll? Und dass man dann einfach als Autor sagt, als Autorin, hier, guck mal, die 30 Orte finde ich total klasse. Das ist meine absolute Wunschliste. Die 25 Leute kenne ich. die können mich ruhig mal einladen, ja, und dann ist es eben auch unsere Aufgabe zu recherchieren, wo passt du denn hin, wo passt das rein, wo sieht man gute Chancen, wo kennt man jemanden, wo kann man vielleicht auch mehrere Autoren gleichzeitig unterbringen, dass wir uns auch überlegen, mit wem könnte das vielleicht zusammenpassen, man bekäme einen Themenabend hin, also das ist wirklich eben diese Strategieleistung, die wir erbringen und jedes Buch ist anders, jeder Autor ist anders, jede Vernetzung ist anders, ja, das ist unsere Aufgabe.
Tamara
00:25:00
Aber da muss ich nochmal einhaken und nochmal auf diese Verlagsthematik eingehen, weil, also wenn ich jetzt mal mein Beispiel mit reinbringe, Ich schreibe Romane, die mit Musik zu tun haben und gebe eben Konzertlesungen. Das heißt, ich habe ein Programm aus abwechselnd Szenen aus dem Buch, dann kommt ein dazu passendes Lied, dann wieder eine Szene und so weiter. Das heißt, es ist natürlich auch sehr abwechslungsreich und hat bestimmt auch eine... Zielgruppe, die so über dieses klassische, ich lasse mir mit Wasserglas aus einem Buch vorlesen, hinausgeht. Und da wäre jetzt meine Frage ja schon, ist da diese Thematik Verlag tatsächlich so relevant, wenn man eigentlich sagt, ich habe hier ein Konzept, das ist total unterhaltsam.
Gisela
00:25:47
Mit dem Verlag, das hatte ich jetzt eingebracht, weil die Buchhandlungen deren Lieferanten sind nun mal die Verlage. Also die Buchhandlung buchen, das ist einfach so am allerliebsten natürlich AutorInnen, die ein Buch ein neues mitbringt. Aber bei dir wäre das ja schon rein technisch nicht ganz so einfach in der Buchhandlung, wenn du da mit dem Hintergrund da, das sehen jetzt die Hörerinnen nicht, aber wir sehen, dass da deine Gitarren stehen. Also du müsstest ja wahrscheinlich so ein anderes Bühnensetting haben. Und da müssen Paula und ich jetzt dann schon mal gründlicher überlegen, weil unsere Kernzielgruppe an Veranstalten und Veranstalterinnen sind natürlich schon eher die, ich sag mal, im weitesten Literatur-Sachbuch- Bereich. Also wir haben jetzt auch keine Angst, wenn jemand singt. Das haben wir auch immer mal, dass Autoren sagen, ich bin aber auch Musiker oder Musikerin, das kann ich auch machen, aber das ist jetzt nicht unser Hauptkerngeschäft. Da müsste man sich wahrscheinlich an eine andere Booking-Agentur wenden, die genauso wie du jemand dann eher auf die Bühnen schickt, die dann Musik und Wort, sage ich jetzt mal, mitbringt.
Tamara
00:26:45
Das heißt, wer ist so eure, es gibt ja immer diese Kunden-Avatare, wie sieht denn so eure ideale Autorin, euer ideale Autor aus?
Paula
00:26:55
Das ist aber total unterschiedlich.
Gisela
00:26:57
Da gibt es viele.
Paula
00:26:59
Also das ist ja schon ganz klassischer Billetristikbereich, Romane, aber jetzt auch wirklich nicht.
Gisela
00:27:09
Sachbuch aber auch.
Paula
00:27:10
Sachbuch auch. Ja, also ich, also die Bühnensituation dadurch, dass ich, beziehungsweise, also Bühnensituation haben wir tatsächlich manchmal auch, dass Leute, eben auf Bühnen auftreten und man sich da ein bisschen anderes Konzept und so, das ist ja auch eher tatsächlich was für Kleinkunstbühnen, das machen wir auch, aber eher in den seltenen Fällen. Aber den klassischen Klienten, den haben wir eigentlich nicht. Also alles, was der Buchmarkt gibt.
Gisela
00:27:41
Also Krimi und Sachbuch, Literatur, gerne eine Neuerscheinung. Aber wir haben auch Sachbuchautoren, die einfach durch ihr Thema so besetzt sind, dass sie dann einfach auch zu Panels eingeladen werden. Auch wenn die jetzt kein brandaktuelles Buch haben, aber einfach das Thema auf der Hand liegt.
Vera
00:27:59
Ja klar, bei Sachbuch bietet es sich das an. Okay, aber ich sage mal, ich bin ja eh schon angefixt, das wird gemerkt. Und nach dem Gespräch, dann machen wir einen Termin. Wie geht das denn jetzt, wie würde es denn jetzt so losgehen, wenn ich jetzt sage, okay, ich möchte mit euch zusammenarbeiten. Ihr wisst vielleicht, ich schreibe heitere Krimis, die zum Teil hier regional im NRW verordnet sind. Kann mich durchaus als Bühnenerfahren bezeichnen und so. Wie würden wir uns mal in Köln auf ein Käffchen treffen? Oder wie genau wird das dann losgehen?
Gisela
00:28:36
Auf ein Käffchen treffen wäre schon mal gut. Und dann, also jetzt wirklich ganz konkret, würden wir dann eine Vereinbarung schließen natürlich, geschäftlich, also einen Vertrag. Dann brauchen wir gute Fotos von dir, Texte, Vita, zu deinen Büchern, Infos, so Buchcover und dann würden wir losgehen. Wir würden jetzt, die Frankfurter Buchmesse steht jetzt vor der Tür, 7. Oktober zu eröffnen und das ist ja immer so ein bisschen Startschuss, sage ich mal, für die Planung. Frühes Programm bei dir, wenn du auf die Bühnen willst, müssten wir vielleicht eher den Herbst nächsten Jahresrassen ins Auge fassen, weil die Theater ja so ein bisschen mehr Vorlauf haben, also wenn das so ein bisschen Kabarett sein soll. Und dann würden wir unsere Kontakte anmailen, anrufen, dich mit in die Gespräche nehmen mit unseren VeranstalterInnen, Und im weiteren Verlauf, wir telefonieren und sprechen ja ziemlich viel, nicht nur hier für euren Podcast, sondern auch so. Die Leute rufen an, sagen, wen habt ihr denn da im Programm? Und dann überlegen wir, wo passt das gut hin? Und dann verkaufen wir dich.
Paula
00:29:34
Genau, und wenn wir quasi das volle Programm machen würden, also wir bräuchten natürlich auch wirklich schnell was zu lesen, also gerne auch schon eine frühe Fassung. Das heißt, wenn wir sozusagen mit der, wir überlegen uns eine Strategie gemeinsam für dich, schicken uns die Kontakte hin und her, wo willst du hin, wo wollen wir dich hinbekommen, was sind unsere gemeinsamen Wunschorte, ja, dann legen wir dich mit auf die Messen. Wir brauchen mindestens ein halbes Jahr Planungsvorlauf für die Veranstaltung. Und wenn du sagst, ich möchte auch noch, dass ihr Pressearbeit macht, was ja bei der Veranstaltungsarbeit, was eigentlich das Wichtigste ist und für uns alle den Auftakt bilden sollte, ist eine Premierenlesung. Also eine große Auftaktlesung, großer Startschuss, Trommelwirbel. Ja, jetzt geht's los. Am besten bei Selfpublishern zum Erscheinungstermin, bei Verlagsbüchern kurz nach Erscheinungstermin, dass man vielleicht schon die Chance hat, dass erste Pressesachen erschienen sind, dass da auch die Wude voll wird und dann würden wir drei bis vier Monate vorher mit der klassischen Pressearbeit anfangen. Erst die Langlaufmedien, dann ich glaube.
Vera
00:30:45
Ich sehe gerade eine sehr lukrative und gewinnbringende Beziehung auf uns zukommen.
Tamara
00:30:51
Ich gieße mal ein bisschen Essig in den Wein. Jetzt auch für die ganzen Menschen, die uns zuhören und natürlich genauso begierig gerade drauf sind. Also das klingt ja fast zu gut, um wahr zu sein, wenn ihr sagt, hier, dann bringen wir euch in die Veranstaltung und wir kriegen halt eine Provision. Ich nehme mal an, Pressearbeit, da wird das ja anders funktionieren. Also ich kann mir jetzt fast nicht vorstellen, dass ihr euch hinsetzen könnt und da eine große Strategie aufbauen für die Lesungen und viele Anfragen rausschicken und am Ende funktioniert es dann nicht und dann habt ihr das ja umsonst gemacht. Also welche Mindestanforderungen braucht es denn, dass ihr überhaupt sagt, dieses Risiko gehen wir ein und wie sieht das bei der Pressearbeit aus? Weil da wird ja sicher dann der Autor, die Autorin oder der Verlag eben, erst mal investieren müssen? Oder wie ist das da ausgestellt?
Gisela
00:31:46
Ja, also sagst du was zur Presse, Paula?
Paula
00:31:49
Achso, ja. Also ich würde sagen, für dieses Strategiegespräch, du bist jetzt Self-Publisherin, dass kein Verlag dahinter nix. Da würde man auf jeden Fall sagen, oder der Autor oder die Autorin beauftragen uns direkt, da muss man natürlich für den Arbeitsaufwand schon mal ein Pauschalhonorar verhandeln. Und bei Pressearbeit ist es natürlich so, dass es gegenüber Verlagen feste Sätze gibt, also die wir dann eben aufrufen und berechnen und bei Autorinnen und Autoren, die uns direkt beauftragen, ist es so, dass man sagt, okay. Wie viel Zeit investieren wir denn? Also sagt man zum Beispiel, man fängt an mit sowas wie, Zwei, drei Tage setzen und guckt jetzt ein Pressemailing auf, das an unseren großen Verteiler mit tausenden von Journalisten geht und dann geht ja quasi die Arbeit los. Nachfassen, Bücher verschicken, Infos verschicken, individuell gucken, zu wem passt das denn. Also so wirklich vorstellen, Klinken putzen, viel nachfassen. Ja, ich meine, also wir bekommen alle schon furchtbar viele E-Mails. Ich glaube, die Journalisten bekommen noch viel mehr E-Mails. Die haben gar nicht Zeit. Die melden sich meistens automatisch, wenn sie was interessiert. Das passiert manchmal auch. Das ist natürlich dann der schönste Moment. Das passiert aber eben in sehr vielen Fällen auch einfach nicht, weil es so wahnsinnig viele Titel gibt, die erscheinen parallel. Und dass man dann wirklich einfach sehr viel nachfassen muss. Ja, wir halten das alles nach in Listen. Also wir arbeiten ganz transparent mit den Autorinnen und den Verlagen, halt nach, wo haben wir denn nachgefasst, wo haben wir den Text hingeschickt und dann sagt man, okay, wir haben jetzt hier irgendwie die vereinbarten zwei, drei Tage, haben wir jetzt unseren Job gemacht, wie machen wir weiter? Ja, also da kam jetzt das und das zurück, dass es Feedback gab, es gab vielleicht auch gar kein Feedback, ja, und dann muss man eben auch sagen, okay, wir haben jetzt hier wirklich alles versucht, wir müssen jetzt der Dinge harren, ja, was da noch passiert, aber mehr können wir dann auch nicht tun, ne?
Vera
00:33:46
Ja, klar, Aber wenn ihr von Tagessätzen sprecht, könnt ihr meine Größenordnung nennen, wie hoch ist ein Tagessatz?
Paula
00:33:54
Boah, das ist immer nach Aufwand. Aber es sind jetzt keine 5.000 Euro, ne?
Vera
00:34:00
Auch 4.000 wären viel.
Paula
00:34:02
Also sind auch keine 5.000, noch keine 3.000, noch keine 2.000.
Gisela
00:34:05
Ne? Also bei Autoren sind wir im dreistelligen Bereich. Und dann muss man einfach gucken. Und das, was Tamara eben fragte, Paula ist da auch schon so ein bisschen drauf eingegangen im Vorfeld. Oder wir haben es, glaube ich, schon so gestriffen. Also wenn jetzt Vera mit der Lesetour zu uns kommen will, dann würden wir natürlich auch vorher mal ein bisschen fragen, was hast du denn schon gemacht? Du hast da jede Menge Bücher geschrieben, sagst du, du hast Bühnenerfahrung. Was heißt denn das so? Optimalerweise bringst du dann auch irgendwie ganz viele Kontakte mit, die wir auch nochmal natürlich aufgreifen können. Und natürlich müssen wir dann auch über Honorare reden. Ich sagte eingangs schon, wenn du jetzt bei jedem umsonst liest, wird es schon schwierig. Wenn du bei jedem für 200 Euro liest auch. So, das muss man dann einfach mal sich rantasten.
Vera
00:34:44
Was ist denn heute so ein Leselonorar, was man als Autorin verlangen kann?
Gisela
00:34:51
Das ist ein bisschen schwieriger. also wenn du jetzt gerade ein Debüt hast und legst los und der Verlag schickt dich auf Tour, da gibt es auch welche, die lesen für, ich sage mal, 400 Euro. Also relativ nur Summen nennen ist immer eine schwierige Sache. Das kann sich jetzt jeder ausrechnen, wenn man dann einen Prozentsatz nimmt, die üblichen Provisionen, das ist dann irgendwie nicht allzu viel. Da müsste man dann schon einfach gucken, ist das ganz viel, sind das ganz viele Termine oder kann man das Honorar auch mal ein bisschen hoch verhandeln? Und, das muss man auch mal sagen, wie arbeitsintensiv ist die Zusammenarbeit mit dir, liebe Vera? Also wenn man jeden Tag drei Stunden telefonieren muss, damit du abends die Lesung hinkriegst, lohnt es sich nicht. Wenn wir jetzt jemand haben, wo wir sagen, wir machen Termine, Akquise, zack, und dann ziehst du los, dann funktioniert das gut. Und dann, um Tamara, deine Frage zu beantworten, dann würden wir irgendwann einfach, Nach ein paar Monaten einfach uns alle tief in die Augen schauen und sagen, finden wir das gut oder finden wir das nicht gut?
Paula
00:35:45
Und es ist ja auch so, wenn du sagst, ich nehme mir drei, vier Monate frei und ich setze darauf, dass ich quasi meinen Lebensunterhalt durch die Termine bestreite. Du kennst wie ein Haufen von Leuten, du kriegst für jede Lesung irgendwie 300 Euro. Für dich als dein Honorar, du sagst, die kriege ich halt eh hin. Ja, und da jetzt irgendwie nochmal Provisionen abzugeben, das ist so ein bisschen, ne, streichst du die lieber selber ein, was natürlich bei einer langfristigen Zusammenarbeit auch, manchmal ist es ja so, man startet gemeinsam und merkt, okay, cool, das funktioniert. Und dass man natürlich gemeinsam auch sukzessive die Möglichkeit hat zu sagen, okay, hier beim letzten Mal hat es irgendwie 400 Euro bekommen, der Laden war rumsvoll, da saßen 200 Menschen, jeder hat irgendwie 15 Euro Eintritt bezahlt, rechnen kann ich auch. Da wollen wir beim nächsten Mal aber gerne mehr. Also dass man eben, wenn man jetzt merkt, okay, ihr beiden, Vera, Tamara, seid der Knaller, der Laden ist sofort ausverkauft. Dann verhandelt man natürlich beim nächsten Mal anders. Und das ist eben im besten Falle...
Vera
00:36:51
Also wir sind der Knaller, ob du mit dem Ausverkauf bist, das ist das Problem.
Paula
00:36:54
Ich habe nie mit etwas anderem gerechnet.
Tamara
00:36:57
Aber was ist denn da so ein Anhaltspunkt? Also wenn ihr mich jetzt fragen würdet, was nimmst du? Das ist ja eine schwierige Frage, weil natürlich habe ich überhaupt kein Problem, damit 2.000 Euro zu nehmen. Aber man muss sie ja auch bekommen. Also irgendwie beratet ihr da auch? Oder habt ihr da so einen Anhaltspunkt? wo er sagt, das ist die Person in großen Anführungszeichen wert.
Paula
00:37:20
Also es wird ja gesagt, dass es quasi im besten Falle, glaube ich, das wurde mal vorgeschrieben, dass, glaube ich, ein Mindestsatz irgendwie bei 350 Euro liegen sollte für eine Lesung.
Vera
00:37:29
Ja, das war der vom VS, der hat den aber mittlerweile erhöht auf 500 Euro.
Tamara
00:37:32
Auf 500.
Paula
00:37:33
500, ne? Weil es ist ja auch, also wir sagen Veranstaltern auch oft, ne? Keine Ahnung, Tamara, du musst jetzt irgendwie übermorgen nach Bostock. Ja, sitzt irgendwie 100 Jahre im Zug, kannst deine anderen Tätigkeiten, mit der du sonst dein Geld verdienst, nicht nachgehen. Das heißt, du musst dir zwei Tage Urlaub nehmen, ja. Dann bist du juckelt oder irgendwie rum, kannst in der Zeit nicht arbeiten und sollst dann abends für irgendwie Profi lesen. Ja, das ist natürlich... Das rechnet sich überhaupt nicht. Das wäre so ein Argument. Aber ich würde tatsächlich, versuchen, halt eben mit diesen 500 Euro zu starten oder zumindest irgendwie 400 Euro, ja, gucken, dass irgendwie Reisekosten noch gedeckt sind. Im besten Falle, dass die dir noch ein Zimmer zahlen, ja. Oder ich meine, wenn du jetzt auf Bühnen unterwegs bist, dann ist natürlich auch immer die Frage, was ist denn mit dem Door-Deal? Also, dass man eben die Ticket-Einnahmen irgendwie teilt. Ja, dann, ne, und sagt, ein Teil der Einkünfte geht einfach an dich. Du hast irgendwie Reiseübernachtung, man vereinbart vielleicht noch ein kleines Mindesthonorar von 300 Euro oder so, dass du die schon mal sicher hast. Also, so, ne?
Vera
00:38:40
Da kann ich dich aber beruhigen. Also für mein Carbide-Programm habe ich normalerweise 800 Euro aufgerufen. Ja, guck mal, das klingt doch schon ganz schön. Und für die Lesungen rufe ich auch 500 Euro auf.
Gisela
00:38:50
Das geht doch schon in eine gute Richtung. Und natürlich, Taramara beraten wir dann. Und es gibt auch immer mal VeranstalterInnen, die sagen, ich kann aber wirklich nur 400 zahlen. Und wenn wir die dann kennen und wissen, hier, das ist aber so ein geiles Ding, das ist so nett und die sind halt irgendwo auf dem Land, da kommen halt nicht 800 hin, dann können wir das unseren AutorInnen auch sagen und sagen, hier geht trotzdem hin, es passt gerade auf den Weg. So, das machen wir natürlich auch. Von wegen Beratung natürlich gucken wir auch, dass unsere Leute, unsere Autorinnen dann irgendwie, wenn sie in Baden-Württemberg sind, vielleicht zwei, drei am Stück machen. Und dann ruft man halt auch nochmal jemand an. Und wenn der oder die sagt, ich würde gerne, habe aber irgendwie mein Budget vergeben und es passt genau in die Lücke, klar. Aber es ist schon, wir sind da schon seriös und zuverlässig und denken uns da keine Fantasiehonorare für alle Beteiligten aus. Das besprechen wir ja auch immer. Und am Ende entscheiden die AutorInnen natürlich. Wenn wir sagen, hier, du bist eingeladen, die können aber nur x zahlen oder zwei Nächste im Hotel und du sagst, mach ich, dann ist das am Ende ja so.
Tamara
00:39:51
Ja klar.
Paula
00:39:52
Und wir schauen natürlich immer, dass halt überall auch deine Bücher sind. Also, dass einfach wirklich einfach überall ein Büchertisch ist. Ob du jetzt sagst, Pack mir jetzt selber irgendwie ein Köfferchen, einen Kofferraum voll mit Büchern und verkauf die, ne? Oder ob man nicht tatsächlich auch, ne, also auch wenn es ein Theater ist, wenn es ein Restaurant ist, wenn es irgendwas Fachfremdes ist, vielleicht hat die lokale Buchhandlung, die um die Ecke ist, ja, im Zweifelsfall kennen sich ja auch immer alle, an dem Abend Zeit und Lust irgendwie mit, deine Bücher zu verkaufen, den Büchertisch anzubieten, weil natürlich das auch nochmal die Reichweite erhöht, ja? Also in dem Moment, wo ich auch eine Buchhandel mit im Boot habe, was ja eh total schön ist, den lokalen Buchhandel zu fördern. Aber die können natürlich auch Mitbewerbender machen. Die vielleicht auch nochmal ein Posting bei Social Media, könnten das an. Man kann Collab-Posts machen. Die Reichweite erhöht sich einfach. Und es ist halt wirklich, es geht ja um dich und dein Buch. Und das Buch soll ja auch verkauft werden, damit du auch darüber Geld verdienst.
Vera
00:40:52
Ja, klar, natürlich.
Paula
00:40:53
Und das heißt, wenn du irgendwie 200 Leute da hast, oder selbst wenn du 100 hast, davon kaufen wir irgendwie 30 ein Buch.
Tamara
00:40:58
Ja, aber das schließt jetzt nochmal die andere Seite quasi mit ein. Also zum einen muss natürlich für euch irgendwie der Autor, die Autorin Sinn ergeben in dem Kontext, aber ja auch die Locations. Also wonach wählt ihr denn aus? Und du hast ja jetzt auch gerade so das Thema, Bewerbung, also Bewerbung des Events angesprochen. Also da hatte ich auch schon Lesungen bei Veranstaltern, die wirklich, in Gemeinden eingebunden waren und so weiter, die eigentlich eine gute Reichweite hatten, aber die halt einfach nichts gemacht haben und sich hinterher beschwert haben, warum ich den Laden nicht alleine vollkriege. Auf der anderen Seite hatte ich schon Buchhandlungen, die waren super engagiert, die haben ständig gepostet, die haben mit mir Collabs gemacht und so weiter, aber die hatten natürlich nicht diese Reichweite. Das heißt, das ist ja auch ein relevanter Punkt. Nicht nur ist es eine schöne Location, die Geld hat, sondern auch, wie kriegen die den Laden voll.
Gisela
00:42:00
Das sind Erfahrungswerte, also das können wir nicht garantieren. Also wir haben natürlich jetzt, du hast gefragt, Vera, wie lange sind wir im Business, also im Veranstaltungsgeschäft sind wir, also ich schon über 25 Jahre, Paula mittlerweile auch schon, wie lange, ich weiß gar nicht. Weniger, weil Paula viel jünger ist. Aber auch durch unsere Agentur tätig, kennen wir natürlich schon, würde ich sagen, sehr, sehr viele VeranstalterInnen. Es gibt immer mal wieder positive, aber auch negative Überraschungen. Wir können nur begleiten, wir können dafür sorgen, sagen, Ankündigungen, Bilddaten schicken. Wenn man dann merkt, drei Tage vorher ist da immer noch nichts online und wenn du anrufst, weiß keiner wovon. Das ist natürlich ein schlechtes Zeichen. Aber es gibt immer dann doch das Halbfinal-Endspiel oder das Feuerwehrfest parallel, irgendeinen Regenschauer oder eine doofe ausgegangene Wahl. Man versucht es zu vermeiden, gerade in kleineren Gemeinden kann es bei Doppelung schwierig werden, aber auch in Städten wie Berlin, wo an jeder Ecke, wir haben gerade gesagt, wir haben neue Gespräche intern, im September, da ist so viel los. Also das ist einfach so. Das beilt und knubbelt sich und du weißt nie, wer parallel irgendwas hat.
Vera
00:43:09
Das ist leider so.
Gisela
00:43:10
Aber wir versuchen natürlich dafür zu sorgen und mit den Veranstaltern und Veranstalterinnen zu arbeiten, wo wir die Erfahrung gemacht haben, dass die das gut ankündigen und dass die auch so ein bisschen wissen, wer kommt bei ihnen.
Vera
00:43:21
Man kriegt ja auch ein Gefühl dafür, das habe ich ja auch, man kriegt schon ein Gefühl dafür, ob da eine gewisse Professionalität hinter ist und ob die zuverlässig sind und das merkst du schon, wie die so auf Anfragen reagieren und so.
Paula
00:43:33
Genau, und manchmal gibt es ja auch so Sachen, so gelernte Systeme. Auch Veranstaltungsreihen und so, dann verlassen sie sich drauf, ah, das Ding läuft schon, man selber bucht, aber beruhnt irgendwie Veranstaltungen ein, merkt dann, die machen überhaupt gar nicht richtig Werbung, die Orte werden nicht voll und so, dann hält man natürlich irgendwie Rücksprache und muss dann mal gucken, okay, vielleicht justiert man da nochmal, geht beim nächsten Mal vielleicht doch woanders hin. Aber genau wie Sila sagt, das sind einfach totale Erfahrungswerte. Also ich habe vorher ganz früher mal beim Emmerns Verlag gearbeitet, die ja auch viel so Regionaltitel machen und so. Das ist natürlich dann auch viel so im ländlichen Bereich. Aber mein Gefühl ist, dass es wirklich in seltenen, also es passiert uns wirklich sehr selten, Ich meine, wenn auch Buchhandlungen, Veranstaltungsorte, die wollen ja auch verkaufen, die wollen ihren Laden vollbekommen. Also gerade in den kleineren Gemeinden, dass die halt auch super engagiert sind. Da kennt man sich, da kennt man das Programm, man hilft sich. Man ist dann auch richtig Fan, ja, also gerade auch bei so Musikgeschichten und so, wo Leute dann auch schon einfach länger bekannt sind. Oder ich sage, ich bin immer da, das ist eigentlich auch immer bumsvoll. Also das ist dann eher so in den Großstädten, das ist dann einfach so wie Berlin, das weiß man einfach nicht, man denkt, man hat irgendwie ein Thema oder man bekommt ein Autor von einem Verlag und stellt fest, der liest ja irgendwie jetzt schon zum 48. Mal in Berlin, klar, kommt beim 49. Mal niemand mehr. Das ist dann zwar schade.
Vera
00:45:07
Aber eigentlich war es schon immer.
Paula
00:45:09
Woran es liegt.
Vera
00:45:10
Jetzt müssen wir auch mal den Schwenk kriegen. Wir sind ja schon so ein bisschen in der Richtung, wir haben jetzt viel über die Veranstaltungen, Events gesprochen, über das Booking. Aber ihr habt ja das andere Thema, das wirkliche PR ist ja auch ein wichtiges Thema. Was ist denn PR für euch? Welche Medien sind da so eure Zielrichtung?
Paula
00:45:35
Ja, PR ist, also leider muss man ja wirklich sagen, dass, einfach die Medien geschrumpft sind. Ja, also ich weiß, als ich vor... 20 Jahre mit Pressearbeit angefangen habe, da gab es einfach noch total viel. Da gab es, glaube ich, die doppelte Anzahl von Magazinen, von Reichweite, von Platz schon alleine. Also wenn ich das verfolge, irgendwie in der Süddeutschen Zeitung sind irgendwie mit Ach und Krach, ist da mal irgendwie eine Literaturbesprechung oder vielleicht mal drei drin. Der Raum ist einfach sehr klein geworden. Das ist halt ganz klassische Langlaufmedien wie die ganzen Frauenmagazine, Fernsehzeitstöpfen, die es ja immer noch gibt, natürlich die großen Talkformate, die Fachmedien, natürlich Radio, was für Buchverkäufer halt super wichtig ist nach wie vor. Und dann ist es natürlich so, wir sind jetzt keine klassische Social-Media-Agentur, die da, aber es ist natürlich auf der anderen Seite, bieten wir das auch mit an. Und viele Journalisten haben mittlerweile auch einfach große Instagram-Accounts oder TikTok-Accounts, wo sie eben auch Bücher besprechen. Also so ganz auseinanderklamüsern lässt sich das gar nicht mehr so wie früher. Aber es ist, also wirklich, wir fangen an mit den Langlaufmedien und arbeiten uns dann vor. Dann wird natürlich zum Erscheinungstermin das Buch verschickt, dann auch nochmal in die Redaktion. Vorher gibt es die digitale Fahne. Und dann heißt es wirklich einfach nachtelefonieren, nachfragen, austauschen. Wir machen auch Redaktionsmeeting mit Redakteurinnen, alle zu jedem Frühjahrs- und Herbstprogramm. Dass man halt frühzeitig da einfach auch nochmal die Titel vorstellt, sagt, was könnte denn für euch passen, wann klaren die die Sommerspecials. Also auch da, dass man einfach im regelmäßigen Austausch ist und schaut, dass man das Passende für die Leute, man kriegt ja auch so ein Gefühl, was liest jemand gerne, was mag jemand, was für Texte, wo bin ich denn da richtig, auch bei dem Podcast, wo könnte das hinpassen. Aber es ist leider so, also ich habe früher lange Schauspieler-PR gemacht Und da war es schon so, dass man auch nochmal die Möglichkeit hatte zu sagen, okay, das ist irgendwie der Hotshot nächstes Jahr, so, ne, könnt ihr nicht jetzt schon mal vielleicht ein kleines Interview machen und so, dafür, für solche Geschichten wird der Platz immer geringer, also man merkt schon einfach, das kennt ihr ja selber, ne, die großen Namen ziehen, die spitzen Titel, ne, wenn. Karowal ein neues Buch hat, das klaut ja dann für uns sozusagen den Platz in der Zeitung, wenn die ZE nur ein großes Literaturinterview macht, dann muss man wirklich einfach kämpfen und hoffen, dass der Text auch gefällt.
Vera
00:48:21
Aber jetzt sind ja so die großen Volltonks, die man so kennt, ja, die sind ja für die Masse der Autoren, Autorinnen gar nicht unbedingt die richtige Zielgruppe. Also wenn ich jetzt mit meinen heiteren Cozy Crimes aus NRW, ja, ich würde mich zwar wäre zwar schön, wenn ich in meinem FAZ-Feuertor drin stände aber es wäre wahrscheinlich für meine Leserschaft völlig irrt egal, Also da gibt es ja ganz andere Medien, die für mich eine Rolle spielen. Wie wählt ihr die aus und auch in Richtung der Online-Medien? Was sind Kriterien dafür, dass ihr sagt, wo da in die Richtung arbeiten wir?
Paula
00:49:00
Also ich gucke erst mal, woher kommst du? Also wo wohnst du, wo lebst du, wo bist du geboren? Ist das das Gleiche? Kommst du eigentlich irgendwie aus Norddeutschland oder so? Dann nehme ich irgendwie NRW und dann nehme ich Norddeutschland. Und dann gucke ich wirklich, was sind die regionalen Medien vor Ort? Aber auch da, ich meine, du weißt ja, wie vielseitig das früher war. Also wenn ich jetzt hier, ich wohne in der Kölner Innenstadt, das ist aber so ein bisschen ausgefüttelt. Also es gibt von den, keine Ahnung, 50 Kiosks, die es hier gibt, wo man sich irgendwie an Red Bull ertränken kann, gibt es einen, der noch Zeitungen hat. Also das ist schon krass. Die regionalen Medien werden, also hier gab es ja in Köln früher Express, Stadtanzeiger, Kölnische Rundschau. Die Rundschau gibt es nicht mehr. Es wird alles zu einer Gesamtredaktion zusammengezogen. Also ich gucke quasi, was gibt es noch, wen kenne ich noch. Super wichtig für uns sind halt nach wie vor freie Journalisten und Journalistinnen. Also jemand, der ein Journalist aus deiner Region, der gut vernetzt ist und der mag deinen Titel und der mag dich, das ist für mich quasi der Hauptgewinn, weil dann führt er ein Interview mit dir oder macht eine Besprechung und im besten Falle, kann er das platzieren in den lokalen Medien. Und dann kommt man vielleicht im nächsten Schritt auch dann doch nochmal, weil Presse bringt für gewöhnlich Presse, das kennst du selber, du hast von irgendwas nicht gehört, dann liest man aber das eine, dann denkt man, ach guck, da ist die auch. Das muss ja irgendwie was sein, dann greife ich das wieder auf. Und dann ist irgendwann der Punkt, wenn man so einen Tipping-Point erreicht hat, dann läuft es quasi von selber. Das passiert im besten Falle. Aber sonst gucke ich mir wirklich an, weil ich meine, du kennst das ja auch, wenn ich jetzt irgendwie komme aus Düsseldorf, ja, wenn man da irgendwie mal eine kleine Buchbesprechung irgendwie in der Rheinischen Post hat, dann sagt jeder, ach, guck mal, was da in der Rheinischen Post, oder hier, ach, Buchtipp und so. Dann ist man ja direkt in so einem, dann erreicht man ja eine richtige Zielgruppe, Leute haben regionalen Bezug, also ich würde immer vom Regionalen ausgehen und mich dann von da nach vorne arbeiten. Das ist ja auch, da wirst du auch schnell Veranstaltungen haben und so weiter und so fort. In dem Moment, wo du sagst, ich habe jetzt in Norddeutschland ein Knallaufprogramm, ja, das ist auch das Gute in der Zusammenarbeit von Gisela und mir. Ja, also Gisela macht jetzt, wir haben Aufträge, dass das aufgeteilt, da macht Gisela die Veranstaltung, ich mache die Pressearbeit Und dann freue ich mich natürlich, wenn Gisela sagt, du, die Vera, die liest sich quer durch Norddeutschland.
Vera
00:51:32
Da freut sich die Vera auch, ja.
Paula
00:51:34
Oben ist die Hölle los. Dann sitze ich natürlich sofort am Telefon und rufe beim NDR an und beide Hamburger Mopo. Hast du nicht gesehen? Und guck natürlich, dass sie Tipps machen, dass sie deine Lesung ankündigen, dass sie dich einladen. Wenn ich weiß, du bist jetzt in Hamburg, will ich dich doch auch erstmal vielleicht ein kleinerer Hamburger Sender einladen, dein Programm vorstellen. Ich brauche ja im besten Falle immer einen Aufhänger. In Zusammenarbeit mit der Gisela. Gisela gibt mir dann wunderbare Presseaufhänger und da hänge ich mich natürlich hinten dran.
Tamara
00:52:10
Wie ist das denn, Veranstaltung und Pressearbeit, also in Bezug Veranstaltungsankündigung, aber auch JournalistInnen einladen zu einer Lesung, macht man das überhaupt noch oder haben die sowieso einfach zu viel zu tun, um sich sowas anzuschauen?
Gisela
00:52:26
Doch, das gibt es schon noch. Also auch da kommt es natürlich darauf an. Also wollen natürlich die meisten zu den gleichen Veranstaltungen. Da gibt es immer die, die ausverkauft sind, Prominenz. da hast du dann irgendwie jede Menge Akkreditierung, aber doch, doch, das gibt es schon noch, klar. Was machen allerdings bei uns meistens die Veranstalter?
Tamara
00:52:45
Okay.
Gisela
00:52:45
Also wir machen jetzt keinen, also im seltensten Fall laden wir für eine, also das ist eigentlich klassisch aufgeteilt, dass das die Veranstalterinnen machen, da müsste es Sonderabsprachen, irgendeinen Grund geben, warum wir das jetzt machen, genau.
Paula
00:52:58
Aber es ist zum Beispiel, ich hatte letzte Woche eine Buchpremiere in Berlin Und dann ist es so, wir sind vom Verlag beauftragt für die Veranstaltung und die Pressearbeit. Und wenn ich dann eh die Tagespresse abtelefoniere, ganz Berliner Zeitung, Radiosender, dann sage ich natürlich, ach und übrigens, wenn du Lust hast, die Premierlesung findet statt, wenn du Zeit hast, komm vorbei, wir würden uns freuen. Das mache ich dann schon mit oder dass ich weiß irgendwie, keine Ahnung, Tipp Berlin, die kündigen ja auch Sachen an, dass ich dann irgendwie sage, lieber Kollege, magst du nicht nochmal irgendwie hier ankündigen oder das vorstellen? Aber wir verschicken jetzt keine extra Pressemailings oder so für mehr Veranstaltungen oder Veranstaltungen.
Vera
00:53:41
Wenn du sagst, die Verlage beauftragen, welche Art Verlage beauftragen euch denn? Wir hatten letzte Woche die Patricia Kessler von Drömer Knauer bei uns.
Paula
00:53:50
Ach ja, Grüße gehen raus.
Vera
00:53:55
Und sind es eher die kleineren, die keine eigenen Presseverabteilungen haben oder welche Art Verlage sind das?
Gisela
00:54:02
Also bei den Veranstaltungen ist es wirklich unterschiedlich. Unterschiedlich. Also es gibt zum einen Verlage, wie du gerade sagst, die keine eigene Veranstaltungsabteilung haben. Für die sind wir dann die Veranstaltungsabteilung ausgelagert. Das ist eine enge Zusammenarbeit über Jahre hinweg. Das ist bei uns im Moment zum Beispiel kein und aber in Zürich. Das ist Archäatrium. Es ist ein neuer noch in Werden, eine neue Kooperation. Und die einfach sagen, wir können das in-house nicht abbilden, sondern wir geben das dann an euch raus. Und dann gibt es Verlage, die haben, da wird jemand krank, da ist jemand schwanger, da gibt es irgendwie Autorinnen und Autoren, die sprengen jegliche Kapazitäten und dann sagen die, entweder konzentrieren die sich auf die oder sie geben die raus. Das haben wir auch sehr viel. Oder auch Autorinnen und Autoren, die einfach anspruchsvoll sind. Oder zeitintensiver, da hat sich herausgestellt, dass die oft in der Agentur ganz gut aufgehoben sind. Irgendwie läuft es dann nochmal anders, als wenn die immer einen Verlag anrufen.
Vera
00:55:06
Das heißt, ihr habt das Sammelsurium der schwierigen Fälle?
Gisela
00:55:09
Ja, oft sind die bei uns. Aber komischerweise, ich habe ja lange beim Fischer Verlag gearbeitet und auch die Regenfälle. Aber bei uns sind die komischerweise gar nicht. Das liegt jetzt nicht daran, dass wir so wahnsinnig freundlich sind, sondern es ist irgendwie, glaube ich, immer noch mal was anderes, wenn der Verlag sagt, pass auf, Wir im Verlag haben einfach auch so viele andere Sachen, rechts und links. Wir können ja nicht da und ans Telefon gehen und dann können wir irgendwie als Agentur nochmal anders oft mit den Autorinnen sprechen, sagen, wie oft sprechen wir, was besprechen wir. Man weiß es nicht. Manchmal ist das ja so.
Paula
00:55:40
Und es ist tatsächlich, also wie Fälle für dich jetzt zum Beispiel, Tamara, wenn du sagst, ich habe hier ein ganz besonderes Programm. Also die Autorin, der Autor will mit Musik auf die Bühne. Ja, da muss man sich ja auch um GEMA kündigen. Wer zahlt das denn? Es braucht einen Beamer, es braucht eine Leinwand, es braucht, hast du nicht gesehen. Das sind natürlich Sachen, die im alltäglichen Verlagsgeschäft nochmal einen anderen Aufwand bedeuten. Du musst einen anderen Verteiler anlegen und so. Das sind eben auch Projekte, die dann oft an uns rausgegeben, weil wir planen ja zum Beispiel auch Podcast-Touren oder so. Also wir haben dann eh auch die Kontakte. Wir können dann mit dir einen Tech-Rider erstellen, das irgendwie weitergeben. Das ist ja dann für Verlagskolleginnen oft nochmal ein anderer Prozess. Anderer Herangehensweise. Aber also Giesel und ich, wir haben wirklich das Glück, dass wir eigentlich querbeet beauftragt werden, ob von großen oder von kleinen Verlagen. Es ist ja auch oft so, dass kleinere Verlage sagen, die dann irgendwie vielleicht eine Person in der Presse und eine in Veranstaltungen haben, die haben dann wirklich einen tollen Titel eingekauft, ja. Der teuer war, der groß ist, der vielleicht nochmal, dann sagen die auch, die kommen, wir geben jetzt hier einfach mal Budget X raus, übernehmt ihr das mal und gebt voll Gas, Wir können das von hier gar nicht stemmen. Das heißt, ob das jetzt die Kleineren oder die Größeren sind.
Gisela
00:57:01
Und das ist auch ziemlich spannend eigentlich. Und das merken wir auch, dass das hilft auch gegenseitig. Das ist natürlich auch das, was uns wahnsinnig Spaß macht, was aber auch durchaus dann am Ende erfolgreich ist für die Verlage, aber auch für die AutorInnen. Dass man natürlich gefragt wird wegen einem Bestseller-Autor, Bestseller-Autoren und hat dann aber vielleicht noch jemand, Und jetzt vielleicht durch einen kleinen Verlag gar nicht so eine Aufmerksamkeit erlangen würde, weil einfach nicht dieses Marketing-Ding dahinter steckt. Oder jetzt haben wir wieder unsere Self-Publisherin und dann können wir die aber mitnehmen einfach. Und sagen, hier, da haben wir noch Vera. So, wie sieht es aus?
Vera
00:57:34
Ja, finde ich gut. Hört sich gut an.
Gisela
00:57:38
Paula, wir müssen die Prozentsätze höher setzen.
Paula
00:57:40
Ja.
Vera
00:57:46
Ich bin gut verkäuflich beständig. vergeben. Jetzt habe ich völlig den Faden verloren.
Gisela
00:57:51
Entschuldigung.
Vera
00:57:52
Nein, da bin ich ja selbst schuld. Ich wollte jetzt die total geniale Überleitung zu den ebenso total kritischen Buchbubble-Fragen von Tamara machen. Habe ich jetzt zusammen geklöppelt. Muss jetzt so funktionieren.
Tamara
00:58:05
Metaebene.
Vera
00:58:06
Ja, genau.
Tamara
00:58:07
Ja, genau. Die erste Frage, Gisela, Paula. Welches Buch hat euch als Leserinnen denn zuletzt im positivsten Sinne überrascht.
Gisela
00:58:18
Überrascht?
Tamara
00:58:19
Jawohl.
Gisela
00:58:21
Das heißt ja, dass wir schlechte Erwartungen hatten. Oder gar keine Erwartungen hatten.
Vera
00:58:26
Gar keine.
Tamara
00:58:27
Oder euch nicht vorstellen konntet, dass es so gut ist.
Paula
00:58:31
Ich weiß es.
Gisela
00:58:32
Dann fang du schon mal an.
Paula
00:58:33
Also ich liebe wirklich den neuen Roman von Eva Sichelschmidt. Schön, dass du da warst, der jetzt gerade bei Ruhrwold erschienen ist. Ich habe erst gesagt, ah, schon wieder ein Familiengenerationen-Roman. Mütter, Töchter, Großmütter. Aber der ist wirklich, wirklich, wirklich zauberhaft. Es geht um, es ist sehr literarisch, wahnsinnig lustig, es geht um eine, es fängt an mit dem 103. Geburtstag der Großmutter und das Buch ist geschrieben aus der Sicht der Enkelin, die bei ihrer Großmutter groß geworden ist, weil die Mutter so verstorben ist. Der Vater ist nicht wirklich fähig und es geht darum, wie altert man eigentlich, was nimmt man mit, was will man auf gar keinen Fall so machen, wie man selber groß geworden ist oder was Großeltern und Eltern mit einem gemacht haben. Und dann stellt man fest, bei meinem eigenen Kind habe ich das einfach genauso gemacht oder die eigene Tochter erinnert einen dran. Und das sind 250, Seiten. Das ist einfach ein sehr feiner, sehr lustiger, sehr berührender Text, den ich wirklich wahnsinnig gerne gelesen habe. Weil wir bekommen ja auch viele Bücher auf den Tisch und auch gerade, wenn man Pressearbeit macht, wir haben ja die Beauftragung oft, bevor wir die Texte bekommen. Und den habe ich wirklich in einem Nachmittag durchgelesen und das ist eine große Empfehlung, wirklich für Jung, Alt, Mittel, Alt, Uralt.
Vera
00:59:58
Ja, auch neugierig auf jeden Fall.
Paula
01:00:00
Und ja, genau, den kann ich sehr empfehlen.
Vera
01:00:02
Dankeschön.
Gisela
01:00:03
Und bei mir war es tatsächlich ein Debüt und zwar von Céline Edinger, die Austernfischerin. Da war ich so wahnsinnig überrascht, dass sie als Debutantin und junge Frau, schon so schreiben kann. Also das ist eine queere Liebesgeschichte und die eine Protagonistin ist dann eher mein Alter, also eher so Mitte 50. Und das hat mich immer wieder beim Lesen gesagt, das kann gar nicht sein. Wieso hat sie das denn so, wie kann die das denn so schreiben? Also da war ich, ja, das hat mich wirklich sehr beeindruckt.
Vera
01:00:35
Tolles Buch.
Tamara
01:00:37
Sehr schön. Und Frage Nummer zwei, was habt ihr denn jeweils aus eurem größten Fehler gelernt?
Paula
01:00:44
Nicht nochmal machen.
Tamara
01:00:48
Im besten Falle.
Gisela
01:00:51
Tief durchatmen. Also es gibt ja, das ist jetzt eine schwierige Frage, da müsste man ja erstmal den Fehler erklären. Also ich habe mir so für meinen Beruf, ich ziehe das jetzt mal voll aufs Berufsleben, diese Frage, dass man sich nicht aufregt über Sachen, dass man tief durchatmet und auf keinen Fall spontan reagiert. Das Schlimmste, was man machen kann, ist, welche Mails verschicken. Man kann die Mails schreiben, aber nicht abschicken. Tipp in die Welt an alle und am nächsten Tag lesen und manchmal muss man sie dann ganz mehr abschicken. Also einfach so und so ein bisschen Sachebene, ein bisschen von sich abprallen lassen, weil wir arbeiten alle mit so vielen Menschen zusammen oder es ist auch so emotional, dass man manchmal, dass man manchmal einfach denkt, das lasse ich jetzt nicht so an mich rankommen, sodass ich mich immer bemühe, dann tief durchatmen, sachlich bleiben. Und dann geht das eigentlich ganz gut.
Vera
01:01:43
Ja, kann ich nur unterschreiben, ja.
Tamara
01:01:47
Und abschließend, was sollte eurer Meinung nach über dem Schreibtisch aller AutorInnen stehen?
Gisela
01:01:53
Wie stehen?
Tamara
01:01:55
Also als Merkspruch, als Leitspruch.
Paula
01:01:58
Ruhe bewahren. Weil ich finde, es ist halt, also erstmal sitzt man da und schreibt dieses Buch. Also, dass man das überhaupt schreibt und dass man das zu Ende schreibt, das finde ich ja wahnsinnig mutig und bewundernswert, weil das ja auch so viel Disziplin bedarf. Und dann ist es fertig und dann geht man mit dem Ding raus. Und du weißt es nicht. Und es ist immer persönlich, es ist immer nah, es ist immer, ja, man weiß es nicht, ob es funktioniert, ob es nicht funktioniert, ob es auf einmal zu viel ist, ja, auf einmal bekommt es wahnsinnig viel Aufmerksamkeit, man will Gesprächung, ja, dann auf einmal wird es gesprochen, man denkt, oh Gott, wir sind vielleicht nicht gut oder so viel oder es überfordert einen emotional. Und ich glaube, in jedem dieser Prozesse einfach Ruhe bewahren, geduldig sein. Das wäre so meine Beine-Empfehlung.
Gisela
01:03:00
Ich glaube, das ist eine gute Empfehlung. Weil diese Ungeduld kennen wir natürlich. Und dass auch viele AutorInnen, die jetzt vielleicht nicht, wir sprachen anfangs darüber, nicht unbedingt gleich von Anfang an 40 Lesungstermine haben. Das Buch muss erst mal in die Welt. Es gibt auch, wir planen oder wir reden immer so aus unserer Bubble raus und wissen, das Buch erscheint. Vera, dein neues Buch ist 7. November und du willst jetzt schon 30 Lesungen haben. Da muss man ab und zu mal sagen, das muss erst mal in die Welt. Die Buchhändler müssen es erst mal sehen, die Leute müssen es lesen und dann wird man vielleicht auch eingeladen oder dann kommen, wie Paula sagt, die Besprechung. Also ich glaube, Ruhe bewahren ist ein guter Spruch.
Vera
01:03:37
Ja, es ist sehr schön, auch passt hier zum Ende, nicht? Und ja, also vielen, vielen Dank, dass ihr heute bei uns seid. Das ist ein großes Vergnügen und viele Einblicke. Und ja, an euch da draußen, wie immer, ihr wisst, was ihr zu tun habt, uns zu folgen, wo immer es geht. Unser Buch-Bubble-Bulleton abonnieren.
Tamara
01:04:01
Und nächste Woche machen wir eine Woche Urlaub.
Vera
01:04:05
Genau, haben wir doch schon im Vorgespräch gesagt. Genau, eine Woche Pause danach und dann sind wir aber wieder frisch für euch da und wie gesagt, ihr hört uns dann wieder und bis dahin bleibt uns gewogen. Bis dann, tschüss.
Tamara
01:04:23
Danke Paula, danke Gisela.
Gisela
01:04:25
Vielen Dank für die Einladung.