Selfpublishing als Business denken: Risiken und große Entscheidungen
Vom Schreiben leben: Zwei erfolgreiche Autorinnen verraten, wie sie Auflagen, Druckkosten und Lager kalkulieren. Marah Woolf und April Wynter sprechen offen über Zahlen, Risiken und Vertriebswege.
15.10.2026 80 min
Zusammenfassung & Show Notes
Mit Marah Woolf & April Wynter
Vom Schreiben leben: Zwei erfolgreiche Autorinnen verraten, wie sie Auflagen, Druckkosten und Lager kalkulieren. Marah Woolf und April Wynter sprechen offen über Zahlen, Risiken und Vertriebswege.
Eigene Auflagen mit Druckkosten von bis zu 90.000 Euro, frühzeitiges Sichern der Druckslots und Kalkulation von Ausstattung, Vorbestellungen und Zahlungszielen. Wer Selfpublishing als Business versteht, sollte Entscheidungen und Risiken nicht scheuen.
Der Lohn? Marah Woolf kann inzwischen gar nicht mehr so genau sagen, wie oft sie schon auf der Spiegel-Bestsellerliste stand!
April Wynter setzt eher auf den Direktverkauf auf Mittelaltermärkten und im eigenen Shop: So bleiben ihr pro Buch wesentlich höhere Margen.
Für die Auslieferung in die Buchhandlungen nutzen beide Dienstleister. Gemeinsam vergleichen wir Nova MD, Wunderzeilen sowie tolino media, BOD und KDP und sprechen über Gewinne, Lagerkosten, den Besitz der ISBN und die Frage, ab welcher Menge sich ein Lagerservice lohnt.
Beim Thema 'eigener Stand in Leipzig' zeigt sich: Mit großem Erfolg kommt auch ein großes Denken ganz anderen Ausmaßes! Ein Sechs-Quadratmeter-Stand ist nicht, was sich Marah vorstellt …
Zum Schluss die Gretchenfrage: Muss man für großen Erfolg manchmal das opfern, was man eigentlich gerne schreiben würde?
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Transkript
Vom Schreiben leben, für viele ein Traum, aber wie sieht's aus,
wenn dann plötzlich 80.000 Euro Druckkosten anstehen?
Es sind große Entscheidungen, die man treffen will, wenn die Autorinnenschaft
Autorinschaft als Business gesehen wird. Und darüber haben wir heute mit zwei
Autorinnen gesprochen, die wissen, wie es geht.
April Winter und Spiegel-Bestseller-Autorin Mara Wolff.
Ja, und ich habe mir sehr genau angehört, wie die beiden ihre Geschäfte machen.
Weil irgendwann will ich ja auch mal so groß sein. Hört also auf jeden Fall rein.
Hier ist Folge 332 von die 200 Talkstelle, dem Podcast rund ums Schreiben und
Veröffentlichen. Ganz egal, ob im Self-Publishing oder im Verlag.
Und mir gegenüber, die überraschend dynamisch rüberkommen, Mara Leonard,
immerhin war sie ja mehrere Tage auf der Buchmesse Frankfurt.
Und ja, ich bin wie immer Vera Nentwig. Ich lasse jetzt mal jedes Adjektiv weg.
Und schaue in das lächelnde Gesicht meiner Podcast-Partnerin und es sieht ja
so aus, als ob die Messe prima war. Du wirkst so dynamisch.
Also ich würde für dich das Adjektiv gnädig heute vorschlagen,
weil wenn das hier schon dynamisch ist, okay.
Ja gut, im Vergleich zu bisher.
Also ich fühle mich noch nicht so dynamisch. Also wir haben es jetzt heute Dienstagmittag.
Ich bin am Montagmittag erst aus Frankfurt wiedergekommen und,
habe dann gestern erstmal ein bisschen Pause gemacht den Nachmittag und heute
den ganzen Vormittag damit zugebracht, hier wieder alles halbwegs in Ordnung
zu bringen, weil von jetzt zuletzt drei Messen und immer Packen und Umpacken,
war hier völliges Chaos.
Und ja, das im Kombi mit einer Woche FBM, ich wäre schon noch etwas müde.
Okay, dann versteckst du das gerade gut.
Ja. Aber nee, um auf deine Frage zurückzukommen, ich würde durchaus die Messe
als erfolgreich einschätzen.
Wir hatten ganz tolle Gespräche, wir haben neue KundInnen für unsere Dienstleistungen
gewonnen, Wir hatten vier richtig tolle Workshops.
Wir hatten Lesungen, die auch schön waren. Und ja, doch, ich bin zufrieden.
Das freut mich zu hören, auf jeden Fall. Ja, ich war ja nur mal einen Tag da
am Donnerstag und war dann auch nett, all die Leute zu treffen.
Und ja, ich habe dann auch gemerkt, für mich reicht so einen Tag Frankfurt,
weil dann habe ich, glaube ich, alles abgehackt.
Und ja, es war interessant für mich, ich habe ja mit ein paar Leuten gesprochen,
ich habe mir auch überraschenderweise einige angesprochen, die jetzt da im Podcast,
ich immer schon gehört habe, wie ich von meiner App erzählt habe.
Und zu meiner großen Bestürzung hatten die immer irgendwie Probleme,
diese App dann auch zu installieren, wobei das ja gar kein wirkliches Installieren ist.
Und ich habe mir das dann auch in ein, zwei Fällen mal so angucken können,
wie die Menschen, und da habe ich dann doch wichtige Erkenntnisse rausgeschöpft,
sodass ich das jetzt auch vereinfacht habe,
weil man, wie gesagt, die App ja gar nicht so installieren muss aus dem Playstore,
wie man das so bei anderen Apps kennt.
Und man muss einfach nur die Adresse aufrufen. Und bei Android ist es jetzt
so, dass man dann einen Button kriegt, da klickt man drauf und dann ist die App da.
Bei iPhone musst du drei Klicks machen. Man muss zum Homescreen hinzufügen und
dann kann man das machen.
Ja klar, wenn man immer nur App hört, dann geht man davon aus,
es läuft genauso wie mit klassischen Apps und dann kann das natürlich schief gehen.
Es ist eigentlich einfacher, aber ich habe dann wieder gemerkt,
das ist halt immer so meine Technikerinnenbrille, die ich dann da so sehe.
Für mich ist das ja immer irgendwie einfach, aber andere Menschen denken schon mal völlig anders.
Insofern war das eine wichtige Erkenntnis und ich hoffe natürlich, dass jetzt die,
die Installationsquote, spätestens nach Ausstrahlung dieser Folge, exponentiell steigt.
Weil jetzt alle denken, ach, ist ja gar nicht so kompliziert,
ich muss nur einmal klicken.
Oder dreimal.
Oder dreimal, genau.
Im Gegensatz zu dir war ich dann am Sonntag in Gladbeck, in den Gladbecker Lesetagen,
also so einer glitzekleinen Buchmesse, die war auch nur so auf Einladung und
man musste auch keine Standgefüße bezahlen,
Und dann habe ich gedacht, komm, das machst du.
Gut, klar, man verbringt die Zeit, aber das ist ja meistens auch nett. Man trifft ja Leute.
Die Zeit darfst du sowieso nicht gegenrechnen mit dem, was wir machen.
Nee, sowieso nicht. Und ja, ich gehe ja immer mit dem Ziel, in so kleine Messen
zehn Bücher zu verkaufen. Da habe ich das Ziel knapp gerissen. Ich habe neun verkauft.
Damit war ich aber, glaube ich, in der absoluten Spitzengruppe der Anwesenden.
Autorinnen und Autoren.
Also der Besucherzuspruch war, naja, es war mal überschaubar.
Aber die haben das mit viel Leidenschaft noch nett gemacht und man hat sich
an der Seite erhalten und es könnte sogar sein, dass sich daraus ein oder zwei
Lesungen für mich ergeben. Insofern ist soweit ja immer ganz okay.
War ein angenehmer Tag und hat Spaß gemacht und ich konnte mein neues Messetischkonzept
austesten, was wirklich sehr, sehr gut angekommen ist.
Sehr schön.
Ich muss sagen, haben viele davor
gestanden und gelobt, dass er richtig professionell und toll aussieht.
Ja. Hast du was aus der Leiche am Standort machen können?
Nee, das ist ja erst am kommenden Samstag.
Ach so, das ist eine andere Messe.
Okay. Das war ja ein Gladbeck. Meine Leichen liegen ja in Krefeld.
Ja, meine Güte. Ja, ist für dich alles eins.
Ja, ja. Nee, das ist jetzt am Samstag. Und da bin ich mal gespannt.
Ja, insofern habe ich so, und ich hatte ein bisschen den Schreibflow verloren, muss ich gestehen.
Letzte Woche war ja noch relativ viel und ist immer noch so ein bisschen hakelig,
weil ich ja quasi jetzt den Titel aufs Auge gedrückt bekommen habe.
Und sonst ist es ja so, wenn ich loslege, dann habe ich ja schon eine gegorene
Idee im Kopf. Die hatte ich jetzt nicht.
Deswegen musste ich mich jetzt erstmal so ein bisschen eingerufen.
Ich habe aber heute Morgen, glaube ich, jetzt so den Durchbruch geschafft,
dass ich jetzt so eine grobe Idee habe, die ich gut finde und der ich jetzt
erst mal folgen werde und dann schauen wir mal,
wohin das uns führt. Also von daher...
Ich habe den, der Veröffentlichungstermin ist festgelegt. Ich habe das schon,
mit der billigen Buchhandlung abgesprochen, wegen der Buchstattpacht.
Die wird am 25. Februar sein und die Veröffentlichung dementsprechend am nächsten
Tag, am 26. Februar 2027.
Also, bevor ich das Buch geschrieben habe, ist das Cover und der Titel schon fertig.
Und jetzt muss ich auch mal das Buch schreiben. Das ist mal eine für mich sehr
ungewöhnliche Vorgehensweise. Ich muss mal gucken.
Woher ich mich fühle. Ja, ich hoffe, dass so ein bisschen Termindruck von außen
bei mir jetzt auch wieder zu mehr Früchten führt. Es waren doch einige Leute,
auf der Messe, die gesagt haben, ich finde es toll, dass du eine Reihe draus machst.
Wann kommt denn der nächste Teil? Oder auch Leute, die dir das Buch mitgenommen
haben. Ja, wie lange muss ich denn dann auf den nächsten warten?
Und ich habe mich dann hinreißen lassen, zu sagen, naja, es spielt im Festivalsommer,
also strebe ich vor dem nächsten Sommer an.
Also sprich, irgendwann späten Herbst, äh, späten Frühling.
Und ja, habe es jetzt auch hier nochmal gesagt und hoffe, dass das jetzt der
Ansporn ist, der mich zum Schreiben nötigt, weil ich eigentlich liebe ich es
ja, aber gleichzeitig arbeite ich halt immer Dinge nach Dringlichkeit ab.
Und was mehr Dringlichkeit hat, kommt immer zuerst.
Ja, wobei Schreiben ja dann irgendwann auch eine Dringlichkeit bekommt.
Ja nicht, wenn ich keine Daten angebe.
Das ist klar. Wobei jetzt vor dem Sommer ja dann auch schon noch sehr viel Spielraum reinlässt.
Wenn du jetzt konsequent wärst, dann würdest du jetzt ja schon mal den Titel
und das Cover und den Termin und das Buch schon mal mit ISBN ins VLB eintragen, so wie ich das mache.
Ja, ich muss erst mal das Cover noch fertig machen. Ich habe ja jetzt das Reihenkonzept,
das heißt, ich muss da auch gar nicht mehr so viel bauen, aber...
Ich bin noch nicht ganz mit dem zu verwendenden Foto einig.
Ja, das mit den Fotos. Ja, da sind wir ja eigentlich schon mitten im Thema.
Jetzt geht es ja voll in die businessmäßigen Entscheidungen.
Genau, jetzt höre ich mal, wie das die richtigen Profis machen.
Genau, jetzt lernen wir das mal.
Ja, wir haben heute nämlich zwei tolle Gästinnen, die wirklich wissen,
wie es funktioniert und beide super erfolgreich sind.
Die eine sehe ich im Moment nur von einem Markt zum nächsten düsen und dort
tonnenweise Bücher verkaufen.
Und der anderen dürfen wir auch, glaube ich, gerade ganz frisch gratulieren
zum neuen Spiegel Bestseller.
Herzlich willkommen einmal April Winter und die wieder frisch gebackene Spiegel
Bestseller-Autorin Mara Wulf. Schön, dass ihr da seid.
Hallo.
Hallo.
Mara, der wievielte Spiegel-Bestsellerplatz ist das jetzt?
Das ist eine sehr, sehr gute Frage. Ich weiß es tatsächlich nicht.
Ich habe nicht mitgezählt.
Das ist Routine, wenn man sagt.
Ach, schon wieder.
Ich weiß es. Ich weiß, dass ich zweimal Platz eins war, falls das auch zählt.
Das habe ich mir gemerkt.
Das ist auch eine relevante Information.
Man kann das tatsächlich nachträglich auch nicht so richtig mehr rausfinden.
Früher konnte man bei irgendeinem Plattform, die es aber nicht mehr gibt,
da war dann die Historie so drin.
Das gibt es aber, glaube ich, nicht mehr. Das war nicht mehr öffentlich zugänglich.
Uns hat mal jemand gesagt, man würde dann auch immer angeschrieben,
dass man in der Liste ist.
Naja, das machen ja meistens die Verlage oder bei mir in dem Fall jetzt Nova MD.
Aber man kann ja montags schon mal in das Börsenblatt reinlugen.
Und dann sieht man ja schon, ob man drauf ist oder nicht. Das kann sich nochmal
um ein, zwei Plätze ein bisschen verschieben, weil Buchmarkt irgendwie anders zählt. Aber ja.
Okay. Ich dachte, man würde immer offiziell von denen angemählt.
Nee.
Und gleichzeitig angepriesen, dass man dann für 900 Euro das Logo kauft.
Es sind 200 Euro.
Oder 200, ja. Oder 500. Das ist so wie beim Nobel Peace-Preis,
dass man so morgens um sechs angerufen wird. Nee, so ist es nicht.
Das ist auch alles nicht mehr so glanzvoll, wie man sich das vorstellt.
Nee, tatsächlich ist es das nicht, ja. Muss ich auch ehrlich zugeben.
Ist nicht mehr ganz so glanzvoll.
Ist vielleicht auch so ein bisschen wie mit dem ersten, mit dem zweiten oder
dritten Kind. Beim ersten sind sie dann noch ganz aufgeregt und später dann
so, ja, da ist sie halt wieder schwanger.
Ja, ja. Ja, ist ja auch so mit den Kindern. Man wird auch immer routiniert.
Also ich habe ja nur drei. Ich kann das bestätigen. Mit den Kindern ist es ein
bisschen wie mit dem Spiegel-Bestseller aufklicken.
Das ist doch ein schöner Teaser für die Folge. Was haben Kinder und Spiegel-Bestseller gemeinsam?
Ja, absolut. Ja, was sagst du da dazu, April?
Ich will dir jetzt nicht zu nahe treten, aber ich glaube, du hattest noch keinen
Spiegel-Bestseller. Aber du bist nah dran.
Ich hätte es drauf schaffen können, hätte ich in einer anderen Woche veröffentlicht,
weil es geht ja immer um die Verkäufe innerhalb von einer Woche und ich hatte
genug Verkäufe gehabt, um in einer schlechten Woche draufzukommen.
Aber ich hatte leider in einer Woche erwischt, wo ich glaube ich 6.000,
7.000 Verkäufe gebraucht hätte, um überhaupt draufzukommen und ich hatte 1.500.
Deswegen habe ich es nicht geschafft. Aber auch eine spannende Spanne.
Ja, ja.
Aber es ist okay.
Da habe ich es dann zirft.
Dass ich hinarbeiten kann.
Genau, 1500 Verkäufe ist ja auch ein guter Trost, würde ich mal sagen, oder?
Ich kann mit leben.
Ja. Ja, aber apropos, wir wollen ja heute mit euch ja mal so richtig in Medias Res gehen.
Das Geschäft hinter dem Autorinnen-Dasein, speziell dem Self-Publishing.
April, das war mal gerade bei dir. Was war denn so die letzte größere Geschäftsentscheidung,
die du treffen musstest?
Eine vierteilige Reihe neu aufzulegen und zwar innerhalb von einem Jahr.
Das hat mich gerade finanziell ein bisschen in die Bredouille gebracht,
weil natürlich dann die ganzen Ausgaben und die ganzen Drucker alles in einem
Jahr kamen und normalerweise mache ich immer so zwei Bücher pro Jahr,
sodass die Ausgaben dann ganz gut verteilt sind und jetzt hatte ich natürlich
alles innerhalb von einem halben Jahr an Kosten, was ich sonst,
eigentlich auf zwei Jahre aufteile.
Also wir sprechen da von Auflage, genau. Wo sind wir da ungefähr? Mengen ist.
Kannst du meine Größenordnung sagen, in Betrag? Was ist das?
Genau, also bei mir waren es jetzt so um die 20.000 Euro, die ich jetzt investiert
habe. Plus, ich habe mir noch ein Auto gekauft, was ich brauche,
um auf die Mitleidermärkte zu fahren. Das ist so ein ausgebauter Van.
Der hat theoretisch nur 12.000 gekostet, aber die ganzen Werkstattkosten fressen
mich da jetzt auch gerade auf. Das heißt also, ich glaube, dieses Jahr bin ich
jetzt so bei 30.000, 40.000 Euro, was ich ausgegeben habe.
Und ja, das Geld kommt zwar nach und nach wieder rein. Steuerlich muss ich mal
gucken, weil ich vermute mal, die ganzen Einnahmen werden eher nächstes Jahr kommen,
wenn die ganze Reihe dann komplett erschienen ist und dann muss ich natürlich
gucken, dass ich entsprechend wieder Ausgaben habe zum Gegenrechnen,
dass ich dann, also dieses Jahr werde ich keine Steuern zahlen müssen,
weil ich im Minus bin, aber nächstes Jahr wird es sehr wahrscheinlich so weit
sein, dass ich dann die ganzen Steuern nachzahlen muss, weil dann natürlich
die ganzen Einnahmen kommen.
Ja, das ist ja immer die Krux. Mara, wie ist das? Sind das so Beträge?
Ist das für dich mittlerweile Peanuts oder sind das auch noch Sachen, wo du zusammenzuckst?
In der Peanuts ist es natürlich nicht, aber ich muss schon mit ein bisschen
höheren Ausgaben natürlich rechnen.
Aber bei mir kommen wahrscheinlich die Einnahmen schneller wieder rein,
weil ich halt eben, ja, natürlich auch, ich habe die höchsten Druckkostausgaben,
logischerweise, bevor ich eine Ausgabe rausbringe.
Das ist aber jetzt bei Finidre, wo ich ja meistens drucke, dann tatsächlich,
die liefern das aus und dann stellen sie mir die Rechnung und dann kommen ja
schon die Vorbesteller, sodass meine Zeitspanne, die ich das jetzt vorstrecken
muss, ist tatsächlich nicht so groß.
Das macht es vielleicht jetzt dann so ein bisschen einfacher.
Dann die Signia-Aktion bei der Buchhandlung Kraft, das rechne ich separat ab
und so weiter und so fort.
Und da ist es dann für mich wahrscheinlich zeitlich ein bisschen besser zu kalkulieren.
Das verstehe ich total bei der April, wenn man sozusagen, man muss so in Vorleistung
gehen und muss dann so warten, bis sich das abverkauft.
Das ist dann schon nochmal ein bisschen deutlich schwieriger,
ja. Und ich meine, bei mir ist es natürlich auch ein Risiko,
weil ich jetzt nie weiß, okay, mit welcher Auflage muss ich jetzt rechnen?
Wann muss ich, wie schnell muss ich nachdrucken, damit sozusagen das Buch weiter lieferbar bleibt?
Also das sind alle so Sachen, die mir auch nicht so klar waren,
bevor ich anfing, selbst sozusagen auch mit Druckauflagen in den Markt zu gehen.
Das ist halt eben ein Lernprozess, ja. Und der hört auch so richtig nie auf.
Ich verstehe Verlage jetzt ein bisschen besser, wie schwierig das für die ist,
sowas zu kalkulieren tatsächlich.
Und ich glaube, das wissen viele Autoren auch nicht, wie das funktioniert.
Es wäre schön, wenn die, wünsche ich mir ja immer, dass die Verlage ihrer Autoren
mal ein bisschen mehr mit an die Hand nehmen und die auch so eine Zeit mal sehen
lassen, wie das, was nach dem Bücherschreiben da eigentlich alles so passiert.
Ja, dafür machen die ja unseren Podcast. Dann kriegen die jetzt alle von den
Verlagen als Pflichtprogramm unseren Podcast.
Aber jetzt auch mal, wir müssen das noch ein bisschen konkretisieren.
Kannst du auch mal bei dir sagen, wenn du jetzt sagst, du von so einer Erstauflage
sprichst, über welche Beträge reden wir da?
Naja, dieses Jahr war ich ein bisschen vorsichtiger mit meinen Auflagen.
Wenn ich jetzt so eine 30.000er Auflage drucken lasse, dann bin ich da schon
so bei 80.000, 90.000 Euro.
Oh, wow.
Also, wie gesagt, es kommt aber ein bisschen drauf an, was das Buch für eine
Ausstattung hat und wie die Auflagenhöhe halt eben ist und so.
Aber in diesem Größenordnung bewege ich mich dann da schon.
Wonach entscheidest du das? Also Auflagenhöhe und Ausstattung?
Also Ausstattung entscheide ich, was schön aussieht und was gerade so,
wo ich denke, das funktioniert ganz gut. Also jetzt letztes Jahr zum Beispiel
meine Schmuckausgabe von den Engeln, da habe ich auch wieder einen Schutzumschlag genommen.
Das mache ich normalerweise zum Beispiel nicht mehr. Klar, da muss man nur bei
der Veredelung ein bisschen gucken.
Farbschnitt ist ja Usus mittlerweile. Lasse ich eine Overlay-Page einbinden oder nicht?
Oder tue ich dem nur bei der Sonderausgabe dabei, das muss ich dann immer entscheiden,
Lesebändchen, ja oder nein,
lasse ich es einschweißen, mache ich jetzt mittlerweile auch nicht mehr,
kostet ja auch nochmal extra und so weiter und so fort, Auflagenhöhe,
tatsächlich ist es ein bisschen nach Gefühl, ein bisschen Marktbeobachtung,
ein bisschen gucken, okay, was schätze ich, was hoffe ich, was glaube ich,
Weil die Vorbesteller von Thalia mittlerweile ja doch auch relativ spät kommen,
sodass man dann in der Regel schon den Druckslot sich gesichert hat.
Das Papier ist schon bestellt, da kann man dann nicht mehr großartig noch rum
überlegen, ob man jetzt doch mehr oder weniger.
Klar, man kann mal plus minus 5000, aber das muss man dann relativ früh tatsächlich
entscheiden, um einfach die Slots dann noch bei der Druckerei frei zu haben,
damit die dann das auch so umsetzen können, dass es dann noch pünktlich im Laden liegt zum Schluss.
Aber jetzt muss ich nochmal den Lieferweg, ich bin ein bisschen überrascht,
dass du sagst, das Vorbestellergeld kommt ja dann schneller.
Wie funktioniert denn die Lieferung? Du machst das ja, wie du vorhin angedeutet hast, über Nova MD.
Wo bestellt denn dann der Buchhandel? Bestellt der direkt dann bei Nova?
Der bestellt bei Nova, genau. Also der kann natürlich ganz normal über die Barsortimenter,
aber zum Beispiel die Absprache, was möchte jetzt Thalia als Erstbestellung haben?
Das machen die mit Nova MD oder mit mir persönlich dann.
Und was haben die da für Zahlungsfristen? Also ich frage deshalb,
weil Libri hat bei mir eine Zahlungsfrist von 60 Tagen Monatskonto.
Das heißt, wenn wir jetzt im Oktober bestellen, kriege ich mein Geld Ende Dezember.
Ja, das wickelt ja alles Nova für mich ab und da habe ich auch 60 Tage Frist natürlich.
Aber 60 Tage, das kann ich schon noch überbrücken. Es ist jedenfalls kein halbes Jahr.
Nee, gut, halbes Jahr. Also das rechnet dann alles, mit den einzelnen Auslieferern
oder mit den einzelnen Zwischenhändlern habe ich dann nichts zu tun,
ich kriege dann das Geld direkt von Nova.
Wie ist das bei dir, April? Was sind denn dann jetzt, wenn du da so ein 1500er,
also welche Auflagen lässt du erstmal drucken und über welche Kanäle kommen dann die Einnahmen?
Bei mir ist es ein bisschen anders. Ich habe auch ein Buch bei NovaMD und ich
habe jetzt auch die Reihe beim Wunderzeilen Verlag über die Auslieferung für
Self-Publisher halt veröffentlicht.
Und bei mir war es so, bei der vierteiligen Reihe bin ich sehr vorsichtig vorgegangen
und ich bin eigentlich auch mal ganz froh, wenn die nicht so viel online bestellt
wird, damit ich nicht so schnell nachdrucken muss, weil ich verkaufe meine Bücher
größtags auf Mittelalter-Märkten.
Das ist so inzwischen mein Standbein geworden, weil ich auf Mitleidermärkten
wirklich direkt an Endverbraucher verkaufe und natürlich dann auch eine deutlich
höhere Marge habe, weil ich jetzt zum Beispiel kein Barsortiment habe,
keinen Buchhandel, der mitverdient, keinen Auslieferer oder Dienstleister, der noch mit drin ist.
Also das heißt, wenn ich jetzt mal gucke, ich habe jetzt, wenn das Buch online
bei Amazon oder dergleichen bestellt wird, bekomme ich so zwei,
drei Euro pro verkauftes Buch.
Wenn ich es auf dem Markt verkaufe, habe ich so 13, 14 Euro pro verkauftes Buch.
Das heißt, wenn mir Blaubteil deutlich mehr hängen, ich muss weniger Bücher
verkaufen, um über die Runden zu kommen.
Und da habe ich jetzt zum Beispiel auch von der Mondlinien Drachenfeuer-Reihe
500 Stück pro, also ich habe ja vier Teile und dann habe ich von jedem Teil
für ein Stück drucken lassen.
Muss aber jetzt den ersten Teil tatsächlich nach drei Monaten schon wieder nachdrucken
lassen, weil er schon wieder ausverkauft ist. Also das, ja, das war eigentlich
jetzt ganz gut. Aber es funktioniert bei mir auch nur, weil ich diesen Direktverkauf
habe durch diese Mittelalter-Märkte.
Ja, ich habe jetzt auch mal geschaut bei dir. Hier auf der Insta-Seite sind
ja deine Termine für dieses Jahr. Also wenn ich jetzt richtig gezählt habe,
22 Stück. Das ist ja auf 12 Monate gerechnet extrem.
Das sind nicht alle. Ich habe tatsächlich, glaube ich, noch fünf neue Termine
reinbekommen, die bisher nur auf der Webseite zu finden sind.
Ja, ich bin eigentlich jedes zweite Wochenende unterwegs.
Wonach entscheidest du das? Also du hattest jetzt keinen Stand auf der Frankfurter
Buchmesse zum Beispiel, aber eben auf vielen Mittelalter-Märkten.
Wie ist da die Entscheidungsfindung? wo du hingehst und wo nicht.
Da habe ich zum Glück Geschäftspartner, die Ahnung davon haben.
Die machen das schon seit zehn Jahren. Ich bin ja bei einer Drachenmanufaktur
unterwegs, bei denen bin ich mit am Stand, weil auch so ein Mitleidermattstand
ist A, nicht leicht zu transportieren, nicht so einfach zu lagern und kostet auch jede Menge Geld.
Und deswegen bin ich da ganz dankbar, dass ich mich da bisher ein wenig drum
kümmern musste. und die haben natürlich auch Erfahrung, welche Märkte laufen
gut, welche Märkte laufen schlecht.
Und wir sind eigentlich schon so bei Märkten, wo so 20.000 Besuchende auch hinkommen.
Und das Schöne ist, meistens bin ich die einzigste Autorin. Ich hatte jetzt
vor zwei Wochen einen Markt, da waren wir mit drei Autorinnen da.
Das ist schon sehr, sehr viel, weil normalerweise achten die Veranstalter schon
darauf, dass nicht zu viele von einer,
Branche, also die gucken schon, dass man halt Schmuckstände eine Anzahl hat,
dass man Essensstände so eine bestimmte Anzahl hat und dass man auch nicht zu
viele Autoren und Autorinnen dann auch gleichzeitig hat, damit einfach der Umsatz
halt eben auch stimmt bei allen.
Und genau, das hat mir ein mit drei und ich dachte eigentlich,
das könnte jetzt schlechter laufen, aber tatsächlich war es mein bester Markt
auf der Veranstaltung, weil es das dritte Jahr in Folge war.
Die Leute mich schon kannten, die haben dann zweite und dritte Bände geholt.
Ich habe jetzt auch schon direkt noch ein paar Bestellungen auch über den Shop
bekommen. Die haben dann den ersten Band geholt und haben dann jetzt auch den
Rest nachbestellt, weil es ihnen gefallen hat.
Und da hat man natürlich auch mal so einen direkten Draht zur Kundschaft.
Also du machst auch einen eigenen Shop, einen eigenen Online-Shop.
Genau. Den wollte ich eigentlich gar nicht mehr betreiben, aber ich merke halt
einfach, da bleibt bei mir am meisten Geld hängen. Und ich hatte jetzt im Sommer
eine ziemliche Flaute, da sind die Märkte nicht so gut gelaufen,
weil wir halt Hitzewelle hatten mit über 45 Grad im Stand.
Da hat man auch einfach keine Bücher mehr verkauft. Und dann habe ich gesagt,
okay, ich muss jetzt aber irgendwie Geld verdienen, um den nächsten Druck zu finanzieren.
Und dann habe ich gesagt, ich eröffne meinen Online-Shop, hat ein paar ganz
gut laufende TikTok- und Instagram-Videos.
Und dann habe ich auch tatsächlich nochmal die fehlenden 1.000 Euro reinbekommen.
Wobei Online-Shop hat ja wieder ganz andere Sachen. Da muss man sich an alle
möglichen rechtlichen Gebenheiten hier halten. Das schreckt mich bisher immer ab.
Wahrscheinlich werde ich auch nicht so die Zugkraft haben, wie du die vielleicht
hast. Ich muss aber jetzt nochmal zurückkommen, was Mara gesagt hat.
Ja, wenn du sagst so 80.000, 90.000 Investitionen, du sagst das ja auch so,
als ob das so quasi dein tägliches Business ist und schwingt da noch sowas wie
Angst mit, dass das mal schief gehen könnte oder ist das mittlerweile wirklich Routine?
So, ja, man muss ja so ein bisschen Augen zu und durch natürlich,
ja, also Angst darf man tatsächlich nicht haben, dann hätte ich das wahrscheinlich
auch gar nicht angefangen. Dass sich das so entwickelt, habe ich natürlich,
also meine erste Auflage waren 8.000 Stück. Ich weiß gar nicht mehr,
was das damals gekostet hat.
Das ist dann natürlich deutlich teurer, als wenn ich jetzt eine höhere Auflage
mache. Das wird aber auch so 25.000 Euro oder sowas gekostet haben damals.
Das war ja 2020, war dann auch direkt mein, das war mein allererstes Buch,
was ich im Druck selbst produzieren habe lassen.
Und das kam dann raus am ersten Tag, wo wegen Corona die Buchhandlung erstmal zugemacht hat.
Das war ein bisschen ungünstig tatsächlich, aber das war auch das einzige Mal,
dass ich sozusagen für die Printbücher in Vorkasse gegangen bin.
Also ich habe immer darauf geachtet, dass die Printbücher sich selbst finanzieren.
Und also jedes Buch musste sozusagen den Druck für das nächste dann finanzieren.
Und das hat eigentlich ganz gut geklappt, also dass ich sozusagen meine freiberufliche
Tätigkeit mit meinen Hörbüchern und meinen E-Books. Das ist der eine Part.
Und die Prints sind sozusagen die andere Seite der Medaille.
Und die müssen sich finanzieren. Die sollen natürlich auch Gewinn abwerfen.
Das tun sie aber tatsächlich auch. Jetzt hatte ich zwei super Jahre.
Also ich habe 2020 angefangen.
Das lief dann so lala. Dann hatte ich 24, 25, zwei Topjahre,
die natürlich auch viel eingespielt haben, sodass ich jetzt,
wenn jetzt dieses Jahr es nicht
so gut läuft, also ich sage mal so, ich habe die Druckkosten relativ schnell drin mit den Verkäufen.
Aber ich will natürlich auch Geld damit verdienen. Das ist jetzt in diesem Jahr
vermutlich genauso schwierig wie 2022, 2023.
Da muss ich halt eben mal ein bisschen schauen.
Ich habe natürlich jetzt auch keine 50.000er-Auflage gemacht,
wie eben in den zwei Jahren zuvor, sondern halt eben jetzt nur 30.000 und 20.000.
Das muss man natürlich dann auch immer so ein bisschen überlegen.
Was für eine Staffel macht man für einen zweiten oder dann vielleicht für einen dritten Band.
Das ist ja auch immer so ein bisschen unterschiedlich. Das ist eigentlich das
große Risiko, was man da so ein bisschen handeln muss.
Aber ja, nee, weil ich ja genau weiß, okay, was ist jetzt da in meiner Kasse
sozusagen, was kann ich mir leisten und ich einfach nicht mehr so zurücklaufe,
dass ich irgendwie ins Risiko gehe.
Klar, ich kann Geld verlieren, ja, wenn sich das nicht verkauft entsprechend.
Da muss ich eben im Zweifelsfall beim nächsten Buch wieder ein bisschen vorsichtiger sein.
Aber das ist das Risiko, was man halt eben eingehen muss, weil man halt eben
flächendeckend im Buchhandel dann auch vorrätig liegen möchte. Ja, klar.
Und wie ist das? Ihr habt da jetzt beide gesagt, also du machst ja Nova,
hast du gesagt, und April, wie hieß dieser Verlag? Winter?
Also auch Nova MD und auch beim Wunderzeilen Verlag.
Wunderzeilen Verlag. So, da kommen ja auch Kosten auf einen zu.
Was muss man da bezahlen für so einen Service?
Also Zahlen tue ich zum Beispiel im Vorhinein nichts, sondern ich gebe halt
was vom Umsatz ab, wenn halt eben so viele Bücher verkauft worden sind.
Und beim Wunderzahlenverlag, das ist so der Vorteil im Vergleich zu Nova,
bei Nova MD weiß ich immer nie, wie viele Bücher nehmen die jetzt von mir an.
Also je nachdem, welche Vorbestellerzahlen ich habe, kann ich dann halt eben
anliefern. Und bei mir war es so, ich hatte zum Beispiel erst mal eine Tausende-Auflage
drucken lassen und hatte dann aber 2000 Vorbestellungen fast.
Und da war dann das Problem, dass ich halt nochmal nachdrucken musste und dann
nochmal nachdrucken musste und dann habe ich halt eben am Ende 3000 Bücher,
quasi erst auf Lager gehabt, aber in drei verschiedenen Druckstaffelungen,
weil es immer mehr Bestellungen waren und Nova MD hat vorher gesagt,
wir nehmen nur so und so viel an, wie auch bestellt werden, plus noch ein bisschen was am Top.
Und das war jetzt beim Wunderzeilen Verlag anders. Da zahle ich Lagerkosten.
Also da habe ich immer so, je nachdem wie viel Kilo Bücher ich dort auf Lager
habe, desto höher sind auch meine Lagerkosten.
Das heißt aber auch, wenn ich sage, hey, ich glaube an das Buch und ich weiß,
die werden jetzt 10.000 Exemplare verkaufen, dann kann ich auch 10.000 ein Stück
anliefern und habe halt höhere Lagerkosten, wenn sie nicht verkauft werden.
Okay. Gibt es?
Ich weiß nicht, ob das bei Mara ähnlich ist, ob die das auch oder ob Nova MD
bei dir direkt schon sagt, liefere uns an, wir nehmen.
Ein bisschen ist das so. Ja, tatsächlich. Also ich habe jedenfalls noch nie
Bücher zurückbekommen, also ich hoffe.
Dass das auch nicht so ist. Das war mir aber gar nicht, war jetzt vielleicht
auch ein bisschen meiner Naivität geschuldet, als ich damit anfing.
Und wie habe ich dann gesagt, naja, ich würde hier bei Fluch der Aphrodite würde
ich mal so 8000 Stück drucken lassen.
Und da hat auch keiner mit der Wimper gezuckt. Aber ich wusste nicht,
dass es sozusagen, dass es nicht so funktioniert, weil selbst wenn sie jetzt
gesagt hätten, okay, zahl dafür deine Lagerkosten, das ist dann dein Risiko,
hätte ich das ja wahrscheinlich gemacht.
Aber wie gesagt, ich bin so in den sechs Jahren da auch so ein bisschen in dieses
Business reingewachsen.
Am Anfang ist man da ja auch so ein bisschen blind, man weiß nicht so richtig,
worauf man sich da so einlässt.
Und ich habe mit denen gesprochen, die haben gesagt, naja, machen wir das so
und so und so und so und dann habe ich gesagt, probieren wir es erstmal aus und so.
Dabei ist es dann ehrlich gesagt auch so ein bisschen geblieben.
Klar, spreche ich schon mit ihnen, ich sage, was denkt da 30.000,
40.000, keine Ahnung und ich muss es dann im Endeffekt entscheiden,
aber es ist mir jetzt noch nie passiert, dass sie gesagt haben,
schicke uns gerne 5.000, die anderen 35.000 kannst du in die Garage stellen oder so.
Aber ich sage mal niemals nie. Also klar bin ich jetzt gerade irgendwie ganz
gut gefragt, aber ich gehe jetzt nicht davon aus, dass ich jetzt ewig und drei
Tage so erfolgreich bleibe, wie ich es jetzt bin.
Und auch, ich meine, welche Autoren kennt man schon, die über 20,
30 Jahre lang super erfolgreich sind? Das sind ja jetzt nicht gerade so viele.
Wäre natürlich schön, wenn ich dazugehöre, aber auch diese Geschäftsbeziehung
kann sich natürlich im Laufe der Zeit irgendwie mal ändern, dass sie sagen,
pass auf, Mara, das geht so nicht mehr oder so.
Das ist mir auch klar. Also da denke ich jetzt nicht, dass ich da jetzt irgendwie.
Super privilegiert bin. Das bin ich jetzt wahrscheinlich da bei denen so ein
bisschen, aber das muss ja auch nicht so bleiben.
Aber das ist natürlich dann immer eine Frage, wie man dann da mit einer spricht
und wie man das dann macht und so.
Aber wie hoch sind jetzt so deine Margen, wenn du das mitberechnest?
Also klar, du musst bei Nova was abtreten und wenn du jetzt Antalya lieferst,
die werden ja auch wahrscheinlich 40, 45 Prozent kriegen.
Na, das ist bei Nova relativ einfach, weil ich sage ihnen einen Verkaufspreis,
wie ich das Buch verkaufen möchte und sie sagen mir, was sie mir dann geben.
Also es ist ein fester Preis, den ich dann pro Buch von ihnen bekomme und das
liegt so bei, was ich bekomme, ich würde mal so sagen, zwischen...
Ist immer ein bisschen unterschiedlich, aber um die zwischen 37 und 40 Prozent.
Also eher ein bisschen unter 40 Prozent, was ich sozusagen dann pro Buch bekomme.
Also unabhängig davon, über welchen Kanal es weggeht.
Das ist ganz egal.
Hast du quasi, okay.
Genau, genau.
Also das Risiko liegt dann quasi bei Nova MD in dem Moment.
Na gut, du weißt ja nicht, wie die das kalkuliert haben.
Da ist halt eben alles eingepreist. Da ist eben die Auslieferung,
da sind die Margen des Buchhandels, da sind die Lagerkosten,
das ist eben alles so mit drin.
Und Nova bietet tatsächlich, anders als andere Auslieferer, auch noch so ein
paar Dienstleistungen. Die machen jetzt halt noch Amazon-Werbung für mich.
Ich kann auf den Messeständen da bei ihnen Signierstunden machen.
Bevor sie umgezogen sind, konnte
ich bei ihnen vor Ort große Signieraktionen für Talia und so machen.
Also da kommt schon mal nochmal so ein bisschen was zusammen,
wo ich sage, okay, das Gesamtpaket stimmt für mich. Ich hatte auch mal mit Runge
tatsächlich gesprochen und da ist es halt eben anders.
Möglicherweise würde ich da mehr bekommen, aber ich konnte das nicht so gut
vergleichen, weil die ein anderes Abrechnungssystem haben.
Da hast du halt eben so verschiedene Staffelungen, da hast du nochmal Lagerkosten
dazu und so weiter und so fort.
Das war für mich nicht so schön transparent. Darum konnte ich jetzt nicht sagen,
oh, jetzt kriege ich, keine Ahnung, bei Nova kriege ich eben pro Buch 9,25 Euro,
da würde ich jetzt 10,25 Euro kriegen, darum ziehe ich um.
Das lässt sich nicht so leicht vergleichen, aber wir haben ja viele Kollegen,
die sind auch direkt bei Runge, das ist natürlich auch ein super professioneller Auslieferer.
Aber ich bin jetzt derzeit mit Nova sehr zufrieden, also ich kann da jetzt auch nichts sagen.
Ich weiß aber, dass es viele Kollegen gibt, die das jetzt dann alles nicht so
toll finden, was jetzt bei Nova oder die eben so Probleme mit Nova haben,
mit verschiedenen Abwicklungen.
Ich glaube, der Unterschied ist, bei Rumme ist klar, es ist nur ein Auslieferer,
das ist eben nur ein Dienstleister.
Bei Nova hatte man von Anfang an so ein bisschen das Gefühl,
die kümmern sich auch um, keine Ahnung, dass man irgendwo im Buchladen liegt oder so.
So ist es halt eben nicht. Eigentlich sind sie auch nur ein Auslieferer. liefere.
Ja, aber da kommen ja jetzt immer mehr nach. Also Artaria gibt es ja jetzt auch
und jetzt habe ich schon wieder vergessen, April Zeilen, Traum?
Ja genau, Wunderzeilen, das ist eigentlich ein Verlag und die bieten halt aber
auch wirklich nur für eine Handvoll Self-Publishing-Titel das an,
die machen. Da wollen wir jetzt auch gar nicht in den großen Vertrieb gehen.
Genau, die haben wirklich nur so eine Handvoll, vielleicht fünf bis zehn Leute,
die sie mit aufnehmen, wo sie sagen, da machen wir das noch mit dafür.
Aber die wollen gar nicht so extrem groß werden, wie jetzt zum Beispiel Nova MD.
Aber es gibt zum Beispiel noch Impera von Falkirum, die machen ja auch sowas in die Richtung.
Und überlege gerade, ich habe letztens auch noch irgendeinen gesehen.
Grace O'Malley gibt es noch vom Drachenwund Verlag. Aber ich glaube,
die machen das auch nur für Autoren, die sowieso schon Drachenwund-Autoren sind,
dass sie das sozusagen mit anbieten, sowas.
Also da gibt es nicht viele tatsächlich.
Aber es gibt doch die klassischen Verlagsauslieferer, die gibt es doch.
Und wenn da irgend so ein kleiner Wald wird. Es gibt auch andere Verlagsauslieferer.
Aber die nehmen wahrscheinlich auch nicht jeden.
Also bei Libri und Umbreit reinzukommen, ist teilweise ein bisschen kompliziert.
Das musst du dann auch noch selber machen. Wenn du jetzt mit Runge einen Vertriebsvertrag
machst, dann musst du eben selber einen Vertriebsvertrag mit KNV,
Zeitfracht und Umbreit abschließen.
Und Libri, oder ihr wisst schon, was ich meine.
Zeitfracht ist KNV. Die heißen aber jetzt Kolibüge 360.
Ja.
Und das muss man sich halt eben überlegen, ob man das dann auch noch möchte.
Du musst eigene ISBN und so.
Also klar, wenn man das einmal aufgesetzt hat, dann funktioniert das ja auch wieder.
Das kann man schon machen.
Das heißt, bei Nova MD gilt Nova MD als Verlag, nicht du.
Sie sind dann sozusagen der Herausgeber oder wie immer man das auch.
Also der Besitzer der ISBN quasi.
Genau, Sie sind der Besitzer der ISBN. Das ist auch tatsächlich etwas,
was mich so ein bisschen stört.
Auch das war mir natürlich beim ersten Mal, als ich das dann ausprobiert habe,
hatte ich mir da nicht so Gedanken drum gemacht.
Aber wie gesagt, 2020 oder 2019 habe ich den Vertrag mit ihm gemacht.
Man kann aber tatsächlich wohl so eine Art Imprint eintragen lassen.
Das werde ich jetzt mal in den nächsten Tagen, aber jetzt gerade auf der Buchmesse auch gesprochen.
Und dann würde halt eben dann ein Name, der eben mir passt, da als Imprint drin stehen.
Dann werden die ISBN sozusagen unter diesem Imprint gelistet.
Also bei mir ist ja so, deswegen schließe ich jetzt gar nicht die Frage,
bei mir ist es so, ich habe,
seit 2013 ja eigentlich schon Verträge mit dem Barsortiment,
auch wenn Umbereit schon länger nicht mehr bestellt hat und Zeitfracht mich
irgendwann mal ausgelistet hat, wenn ich gewagt habe, mal E-Mail zu schicken.
Aber Lirui bestellt immer brav. Und jetzt sind natürlich meine Anfangsauflagen,
weit unter euren. Also ich habe jetzt bei meinem letzten Krimi war ich mutig
und habe mal 200 Bücher bestellt statt 150.
Und die sind auch Gott sei Dank schon direkt verkauft. Ich musste direkt 100 nachdrucken lassen.
So, ab wann würdet ihr sagen, lohnt sich denn so ein Service,
ob es jetzt Nova, Runge oder sonst was, oder ab wann nehmen die einen überhaupt?
Weil mein Keller ist langsam voll.
Also Autaria war glaube ich ab 500, das erinnere ich mich dran.
Ja, ja, ich habe mir auch von Autaria ein Angebot geben lassen.
Wir hatten ja den Christian hier, und das rechnet sich für mich vorne und hinten
nicht, da muss ich ja fast noch drauf zahlen.
Ja, ab wann? Also wie viel Lagerplatz müsste ich mir selbst besorgen,
bevor sich so eine Firma lohnt?
Also bei Nova MD war ich auch schon direkt mit meinem Debütroman.
Und da habe ich damals auch, ich dachte, ich drücke mal 300 Bücher und dann passt das.
Und dann sind die aber so gut bestellt worden, dass ich dann schnell bei 1000 war.
Also da war ich auch selber überrascht. Ich dachte eigentlich auch so,
mich kennt kein Mensch und das bestellt sowieso dann keiner.
Und dann lief es dann doch eigentlich ganz gut. Also man kann auch schon mit
dem Debütroman bei NovaMD anfangen, wenn man halt bereit ist,
diese Auflage zu drucken.
Und was man dabei auch bedenken muss, dass viele von den Bestellungen auch Leerbestellungen
sind. Also da ist keine echte Bestellung dahinter, sondern Amazon sagt dann
zum Beispiel hier, wir nehmen 500 Bücher, legen die bei uns aufs Lager.
Dann musst du auch diese 500 Bücher drucken und auch bei Amazon aufs Lager legen
lassen, aber du weißt gar nicht, ob sie sich verkaufen. Im Worst Case kriegst
du diese 500 Bücher irgendwann wieder zurückgeschickt.
Naja, klar. Ja gut, also ich mache es ja momentan noch so, dass ich ja,
Das Buch im selben Format mit selber ISBN bei KDP Print einrichte,
sodass das dann bei Amazon, die bestellten Bücher bei Amazon gedruckt werden.
Aber das würde ich dann zum Beispiel, da würde ich dann BOD nehmen, wenn ich ehrlich bin.
Nee, BOD ist viel teurer. Die Lieferbarkeit auf Amazon ist nicht.
Und ich bin ja dann exklusiv, dann kann ich ja nicht parallel Auflagen druck machen.
Du kannst bei BOD ein Taschenbuch einstellen, dann bist du überall und kannst
trotzdem mit deinen E-Books exklusiv bei Amazon sein.
Ja, E-Books, ja. Aber ich mache ja bewusst den Auflagendruck,
weil ich ja nun auch eine größere Menge selbst verkaufe.
Und das konnte ich nicht. Ich müsste die dann alle bei BOD bestellen.
Das ist viel, viel teurer.
Mal abgesehen davon, dass die Lieferbarkeit von BOD-Büchern bei Amazon nicht sonderlich gut ist.
So. Meine Marge wäre auch viel geringer. Also das rechnet sich vorne und hinten nicht.
Also ich habe das ein bisschen anders gemacht, weil ich war vorher auch bei
BOD und da ist halt diese Exklusivität vom Druck.
Deswegen habe ich die dort inzwischen rausgenommen, weil ich ja halt so viel
in den Direktverkauf gehe, weil an sich habe ich nichts gegen BOD. Ich mag die auch gerne.
Es war einfach nur, dass dieser Direktverkauf für mich halt wichtig war.
Und deswegen bin ich jetzt bei Tolino Media, weil Tolino Media hat keine Exklusivität.
Das heißt, ich kann mein Buch dort veröffentlichen im Print-on-Demand.
Die listen das auch überall im Buchhandel. Und ich kann aber trotzdem für mich
selbst, für meine Mittealtermärkte, für meine Messen woanders eine Auflage drucken
lassen, die günstiger ist als die Tolino-Bücher und die dann verkaufen.
Und deswegen habe ich zum Beispiel auch bei manchen Büchern halt diese Kombination
Tolino-Media für den Handel einen Auflagendruck für mich selbst.
Natürlich kannst du dann nicht noch zu Nova. Aber du kannst nicht nebenbei noch
zu Nova gehen, weil dann hast du zweimal dasselbe Taschenbuch mit unterschiedlichen ESPNs im Laden.
Das geht nicht.
Aber ich fand Tolino so kompliziert.
Das ist ein bisschen kompliziert und die haben auch immer noch kein Abrechnungssystem,
wo du Zahlen sehen kannst, das haben sie immer noch nicht drinnen.
Das nervt mich so ein bisschen. Die sind aber auch total lieb.
Wenn ich irgendwie Fragen habe zu meinen Zahlen, schreibe ich dir eine E-Mail,
dann kriege ich auch eine Antwort.
Aber mich würde es auch freuen, wenn da vielleicht mal irgendwie so ein System
wäre, wie bei den E-Books, dass ich auch sehen kann, wann ich was verkauft habe.
Und was mich gestört hat, dass ich da irgendwie nur diese 99-Cent-Preise eingeben kann.
Genau, man hat auch Preise, man hat immer nur 7,99 Euro, 8,99 Euro und so fort.
Man kann keine glatten Preise oder so nehmen.
Deswegen habe ich auch einen Cent Beträge, also einen Cent in meiner Kasse,
damit ich das Wechselgeld rausgeben kann, sodass die einzigsten einen Cent.
Ach so, ja stimmt, denn wenn du das dann direkt verkaufst, dann musst du ihn
selber im Buchpreis nehmen und dann musst du da dieses... Boah.
Ja.
Und ich habe halt auch so mit den Buchhandlungen, mit denen ich Kontakt habe,
gesprochen und die haben mir alle gesagt, dass sie viel lieber glatte Preise haben.
Und ich mache jetzt auch immer glatte Preise. Also ist auch so,
wie gesagt, ich habe damals, als ich anfing 2013, so in völliger Selbstüberschätzung
ja sämtliche Baso-Ordimente angeschrieben und die haben mir,
damals tatsächlich alle Verträge gegeben und jetzt habe ich sie halt und jetzt läuft das.
Und ich habe mir jetzt auch ein Set von 100 ISBNs gekauft. Da komme ich ja jetzt
mal zwei, drei Jahre mit klar.
Und das spielt jetzt alles irgendwie keine Rolle mehr. Von daher.
Meine Bücher haben immer das gleiche Format. Das heißt, ich habe die dafür passenden
Kartönchen in verschiedenen Mengengerüsten im Keller.
Die KI ist mittlerweile in der Lage, mir auszurechnen bei einer Libri-Bestellung,
in welchen Kästen ich packen soll und wie ich das am günstigsten verschicke.
Also von daher bin ich da schon ganz gut organisiert.
Aber ich habe Anfang des Jahres ja mein Profi-Schwerlast-Lagerregal für meinen Keller gekauft.
Und das wird jetzt langsam voll.
Und ich werde auch nicht jünger und ich werde Buchkartons immer schleppen.
Also irgendwann habe ich halt so Angst, nachdem jetzt, wie gesagt, mein letzter Krimi,
die schon für mich höhere Erstauflage sehr schnell ausverkauft war,
habe ich gedacht, was passiert denn jetzt, wenn ich jetzt plötzlich,
was weiß ich, Libri stellt, schicken sie mir mal 500 Bücher.
Ja.
Und ich könnte jetzt mit meiner Drogerei reden, die machen auch so einen Lagerservice,
die würden auch 500 Bücher direkt nach Libri schicken oder so.
Muss ich dann halt auch bezahlen.
Aber bevor wir zu dem Thema weitersprechen, haben wir jetzt einen kurzen Buchtipp für euch.
Ihr Lieben, wir haben heute wieder einen Buchtipp für euch.
Ihr wisst ja, dass wir gerne auch dein Buch bei uns vorstellen.
Schicke einfach ein E-Mail an alle-at-zweivon-der-talk-stelle.de und wir schicken
dir die dazu notwendigen Infos.
Und ja, und gelegentlich tut das jemand. Und auch jetzt wieder,
liebe Tamara, du hast dir das Werk angeschaut. Worum geht es denn heute?
Ja, wie immer, liebe Vera, zuerst einmal ein paar Worte zum Cover.
Und da sehen wir ein, ich würde sagen, ein Aquarell-Gemälde.
Den großen oberen Teil nimmt ein sehr strahlend blauer Himmel mit nur so ganz
leicht angedeuteten Schönwetterwölkchen ein.
Und unten sehen wir eine Landschaft, die aus wüstenartigen Bergen besteht.
Ich kann auch ein paar Kakteen erkennen.
Und durch diese Landschaft schlängelt sich eine Straße, auf der ein Auto fährt.
Ich würde sogar sagen mit einem Dach.
Wie heißt das Ding, was man da drauf packt für Gepäck?
Ein Dachgepäckträger.
Das war nicht das Wort, was ich meinte, aber das macht nichts. Okay.
Ja, genau. Also wir sehen sozusagen eine Reise.
Interessant ist auch, dass die Straße hinter dem Auto sich in zwei Richtungen
teilt sozusagen. Also er könnte entweder von links oder von rechts gekommen
sein. Gabelt. Sehr gut, danke für das Kurzlektorat.
Ja, also wir sind unterwegs, wir sind in warmen Gefilden unterwegs und der Titel
zu diesem Gemälde lautet Hinterm Dschungel liegt das Meer.
Eine Erzählung über das, was wir finden, wenn wir uns verlieren.
Geschrieben hat das der Autor Marc Stolp.
Aber es klingt schon sehr philosophisch, dass man was mitnehmen kann aus dem Werk.
Ja, also man kann auf jeden Fall sagen, der Autor Marc Stoll,
der arbeitet auch als Psychologe, Mentaltrainer und Psychotherapeut,
übrigens aus der Schweiz.
Und ja, es geht auch um ein ernstes und ein psychologisches Thema.
Insofern bist du da gar nicht falsch.
Ich lese dir mal den Klappentext vor.
Max hat kein Ziel, nur einen alten VW-Bus namens Chico, eine Handvoll Fragen und Mexiko vor sich.
Nach dem Tod seiner Mutter reist er ans andere Ende der Welt,
nicht um zu fliehen, sondern um zu finden.
Was er antrifft, türkisfarbene Cenoten, den magischen Dia de los Muertos,
Menschen, die ihn mehr berühren als irgendjemand daheim und Eine stille Ahnung,
dass das Leben größer ist als alles, was er bisher gewagt hat.
Eine warmherzige Roadtrip-Geschichte über Verlust, Mut und Neuanfang,
leicht zu lesen, schwer zu vergessen.
Und das perfekte Buch für alle, die diesen Sommer nicht nur verreisen wollen, sondern ankommen.
Ich sag ja also doch was psychologisches,
sodass ich das, wenn ich das gelesen habe, mir wahrscheinlich auch viele Gedanken
über mein eigenes Leben mache und Anregungen bekomme, wie ich vielleicht die
ein oder andere Herausforderung aus meinem eigenen Leben angehen könnte.
Ja, also ich würde es tatsächlich sogar in diese Richtung Healing Fiction einordnen,
über die wir ja schon mal in der ganzen Folge gesprochen haben.
Da steht auch noch zusätzlich für Leserinnen und Leser von Das Café am Rande
der Welt, Hektors Reise und der Alchemist. Hast du was davon gelesen, Vera?
Das Café am Rande der Welt habe ich gelesen.
Mhm. Und würdest du dann anhand dessen sagen, dieses Buch ist auch was für dich?
Ja, auf jeden Fall. Doch, fand ich schon jetzt sehr ansprechend.
Nur ich mag es ja, wenn ich so über so Sachen nachdenken kann und so.
Ja, und so Roadtrips mag ich auch. Also von daher.
Sehr schön. Ich wäre wahrscheinlich Zielgruppe und ich gehe mal davon aus,
der oder die ein oder andere von uns hier draußen,
oder von euch hier draußen besser gesagt, ja, fühlen sich vielleicht auch angesprochen,
dann auf jeden Fall zugreifen, sag nochmal Titel und Autor.
Genau, das Buch heißt Hinterm Dschungel liegt das Meer, geschrieben von Marc
Stoll und wer anstatt zu lesen lieber hören möchte, es ist auch als Hörbuch erschienen.
Ja.
So, da sind wir wieder. Wo waren wir stehen geblieben?
Ich habe tatsächlich, weil ich jetzt von der Frankfurter Buchmesse komme und
überlege, ob ich nicht in Leipzig auch mal einen eigenen Buchmesse-Stand mache.
Machst du das eigentlich auch, April? Einen Buchmesse-Stand?
Ja, in Leipzig bin ich jetzt und auch auf sonst ein paar Messen wie München,
Stuttgart und dergleichen.
Und Leipzig ist jetzt auch das erste Mal. Ich war schon mal während der Corona-Zeit
einmal da in der Gestandgemeinschaft und diesmal habe ich auch einen eigenen
Stand dann auch in Leipzig.
Aber ich muss tatsächlich sagen, wenn ich bedenke, wir zahlen jetzt um die 2.000
Euro für diesen Stand, wenn ich bedenke, was ich an den Mitleidermärkten an
Standkosten habe, das ist ja meistens ein Prozentual vom Umsatz,
das heißt, man zählt meistens 10 Prozent vom Umsatz.
Das heißt, wenn ein schlechter Markt ist, zahle ich wenig, wenn ein guter Markt
ist, zahle ich viel, ist das natürlich deutlich weniger als das,
was ich auf Buchmessen bezahle.
Aber jetzt muss man mal sagen, also die Kollegen, die Fantasy machen,
und du bist ja nur mitten im Fantasy-Bereich, die sagen alle,
dass die alle so um die 300 Bücher verkauft haben.
Dann rechne mal aus, wenn du 300 Bücher bei deinen Margen verkaufst,
hast du die 2000 Euro da locker rein.
Ja klar, aber wenn sie 300 Euro auf dem Mittelaltermarkt verkauft,
dann hat sie halt noch viel mehr gewonnen.
Ja, das ist immer nochmal, wo man mehr gibt. Ich kann es nur empfehlen,
ich war ja die ist ja zum ersten Mal mit einem Bestand in Leipzig,
also mit der Kulé, mit der Kerstin Rachwald zusammen, mit unserer Chemie-Kombo,
Ich habe 162 Krimis verkauft.
Super.
Das fand ich für mich super. Und wir haben uns die Kosten ja geteilt.
Also ich habe alles drin, inklusive Übernachtung.
Und man hat 162 neue Leser und
Leserinnen und ist auch sehr viel noch nachgekommen, auch Rückmeldungen.
Also ich fand es einfach toll.
Das habe ich halt eben auch so gedacht, man muss das auch ein bisschen als Werbeveranstaltung
sehen. Nicht nur als, ich verkaufe da jetzt meine Bücher, die ich hier sowieso
habe, sondern so ein bisschen als Werbung.
Und ich habe es auch total, Also wenn ich ja gerade auch in so einem Scheidepunkt
da stehe, ich habe es auch wirklich als Seelenmassage empfunden.
So viele Menschen, die mit leuchtenden Augen da vor deinem Messestand stehen
und sich die Cover begeistert angucken und sagen, oh, dann nehme ich da gleich alle drei oder so.
Das tut der Autor in der Seele schon sehr gut.
Ja, voll. Kann ich mir vorstellen.
Ja, gut. Ihr seid das gewöhnt. Für mich ist das selten.
Naja, nee, trotzdem. Warum ich aber eigentlich mit der Messe anfing,
ist, weil du das sagst, mit dem Lager.
Und ich dachte mir jetzt, okay, wenn ich jetzt ein paar Bücher als Schmuckausgaben
extra dafür drucken lasse, für die Messe, weil ich war ja dieses Jahr auf der
Buchmesse in Wels, da in Österreich, das ist ja auch eine kleine Buchmesse,
und war aber total begeistert und war dann so angefixt.
Ich dachte, du könntest auch mal so auf Messen fahren, so auf zwei,
drei Metern. Lässt du dir Schmuckausgaben machen? Hab ja auch nicht genug zu tun.
Und dann dachte ich aber, okay, was mache ich denn jetzt mit den Schmuckausgaben?
Dann müsste ich mir hier irgendwo ein Lager suchen in der Nähe.
Dann habe ich mal gegoogelt nach Lagerflächen.
Das ist entweder auch gar nicht so günstig, weil es dann halt eben diese professionellen
Lagerkammern, nenne ich sie jetzt mal, sind.
Oder hier irgendwelche Hallen, die unbeheizt sind. Wahrscheinlich feucht im
Winter, kann ich meine Bücher auch nicht reinstellen.
Ich könnte meinem Mann sagen, er soll die Garage komplett entrümpeln.
Also würde ich mal mit der Druckerei sprechen. Also meine Druckerei bietet das an.
Ja, aber meine Druckerei sitzt in Tschechien.
Ja, meine sitzt in Polen.
Und dann behalten die das da, das Zeug, bis du es abforderst.
Ah.
Und sie liefern auch teilweise direkt auf die Messe. Das werde ich wahrscheinlich
auch so machen, dass ich mir auch direkt von, entweder von Nova MD auf die Messe
liefern lassen. Also Nova MD liefert auch direkt auf die Messe,
dass du es selber gar nicht transportieren musst. Und holst soweit ich weiß auch wieder ab.
Und wo stehst du denn auf der Messe unter?
Dann muss es ja, es gibt ja da irgendwelche Lagerräume auf der Messe.
Ich habe einen großen VW-Bus, in dem ich dann nicht schlafen werde.
Das heißt also, ich werde es wahrscheinlich im Bus dann zwischenlagern.
Also das ist das eine, Problem. Ich habe so einen kleinen Budget 208.
Der hat jetzt nicht so eine Riesenladefläche. Ich habe extra in Leipzig dann,
die KI ausrechnen lassen, wie viele Bücher ich mitnehme, welche Euroboxen ich
verworre und wie viele in meinem Auto passen.
Da hätte auch kein Kissen mehr reingepasst in mein Auto.
Wobei ich jetzt auch gelernt habe, ich habe wahrscheinlich von einigen Büchern
viel zu viele, weil die Leute bei Reihen doch eher die ersten oder die neuesten
kaufen. Die mittleren braucht man gar nicht so viel. Und so Sachen hat man jetzt schon gelernt.
Und so ein Messestand hat ja auch nun mal, wenn du so sechs Quadratmeter Stand
hast, hat der einfach nun mal ein Fassungsvermögen.
Da kriegst du dann eh nicht alles unter.
Ja, das war jetzt mein nächster Punkt gewesen. Es gibt auch Lagerfläche auf
der Messe, aber ich glaube, die war relativ teuer. Oder du buchst dir halt einen
größeren Messestand und baust da halt noch ein Lager mit rein,
dass du da irgendwas mit dem Vorhang zuhängst.
Ja, aber das ist dann teuer. Da bezahlt sie ja 500 oder mehr.
Da muss man halt kalkulieren.
Erzähl doch kurz.
Nee, man muss halt kalkulieren. Lagerfläche, größerer Stand oder teures Auto
oder Sprinter oder dergleichen, wo man halt dazwischen lagern kann.
Also das sind so die Optionen.
Und da muss man halt gegenrechnen, was lohnt sich da für einen am ehesten.
Ja, aber wenn du mal von so einem Verkauf, Ich meine, du kannst ja mal bei ein
paar Kollegen, Kolleginnen sprechen.
Ich habe ja mit einigen gesprochen. Also wenn du mal von einem Verkauf von 300
Büchern ausgehst, dann kannst du ja
anhand der Aufbau deiner Reihen und der Sachen kannst du ja gerade jetzt aus
deiner Markterfahrung kannst du schon relativ genau ermitteln,
wie viele Bücher du mitnehmen musst, damit du so alles abdeckst.
Und wenn dann mal ein Band nicht mehr da ist, ja, Herrgott, ist das auch keine
Katastrophe, die kaufen den anderen.
Also von daher kannst du schon aus Baldur waren und wenn du das in dein Auto
kriegst, in so einen Sprinter, kriegst du das sicherlich rein,
dann hast du da kein Lagerproblem.
Außer Mara geht richtig durch die Decke, dann hat sie doch ein weiterer Problem.
Also jetzt auf der Frankfurter Buchmesse wurde das ja sehr heiß diskutiert,
diese Leipziger Buchmesse. Und ich weiß nicht, ob ihr davon schon gehört habt,
von diesem Leseland, Lesianer.
Nee.
Das ist ein Messebauer, Daniel Klein heißt der. Und der hat jetzt auch für einige
Kollegen schon die Messestände gebaut, unter anderem für Freya und für Emily.
Und der hat jetzt für Leipzig die Halle 4 zur Hälfte oder Dreiviertel oder was
weiß ich auch gebucht, also der hat die schon sozusagen gebucht von der Messe
und bietet dort den Service an, dass er dort die Messestände baut,
so wie man das halt eben haben möchte mit der Deko und so weiter und so fort,
also auch individualisiert.
Und dann kauft man von ihm sozusagen oder bucht man bei ihm das Gesamtpaket.
Das finde ich schon mal super, weil da muss ich mich nicht um jeden Stromanschluss
und was weiß ich kümmern.
Ich brauche da also rein, dass ich nur mit meinen Büchern ankommen.
So, das, was ich mir jetzt so vorstelle als Messestand, da müsste ich schon
wahrscheinlich, gut, da müsste man mal gucken, welche Marge hat man dann pro
Buch, wenn man es eben direkt verkauft. Ja, aber die ist ja relativ hoch.
Du sagst ja auch 13 Euro, ne?
Etwa. Ich denke auch, wenn man mit 15 Euro rechnet, wenn ich mit 15 Euro rechne,
dann müsste ich schon 2000 Bücher verkaufen, damit dieser Messestand,
den ich mir da vorstelle, dann sich eins zu eins nach rauskomme.
Wie groß ist denn der Messestand deiner Träume, liebe Mara?
30.000.
Euro Messestand? Also mein 6-Quadrat-Meter-Stand kostet 2000 oder noch manchmal 1700.
Ja, das darfst du nicht vergessen, das ist ja ein individuell gebauter Stand
mit eigenen Möbel und dergleichen von einem Messebauer. Und wenn man jetzt mal
guckt von Freya, Emily und der hat 25.000.
Euro gekostet.
Genau, aber der spielt das auch ein. Also wenn ich bedenke, was die für einen
Umsatz gemacht haben und was die für Anstehschlangen haben, das ist glaube ich
auch eher Maras Größenordnung.
Wo es dann auch hingehen wird.
Ich glaube, unsere kleinen, süßen 6 Quadratmeter Messeständchen,
die wir für 2.000 Euro, wo wir dann 300 Bücher verkaufen, ist kein Vergleich damit.
Aber da würde ich jetzt auch mal wagen zu behaupten, du brauchst schon einen
gewissen Namen und einen Ruf in der Branche, um dann auch genug Kunden anzuziehen.
Andererseits so ein großer Stand macht natürlich auch mehr Eindruck und zieht
dann auch mehr Kunden ein.
Ja, und wo Leute stehen, stellen sich noch mehr Leute hin. Aber was mir gerade
so durch den Kopf geht, also man hat jetzt gerade ein wunderbares Beispiel von Großdenken.
Mara, musstest du das lernen oder hast du das schon immer getan oder gab es
da irgendwie so einen Moment, wo du gedacht hast, so jetzt muss ich anders denken?
Äh...
Ich glaube, ich habe nicht immer groß gedacht, ich hatte nie Angst.
So rum vielleicht, weißt du?
Also und es ist jetzt nicht so, dass ich jetzt irgendwie aus einer super begüterten
Familie komme. Logischerweise nicht, ich bin ja schließlich eine DDR-Bürgerin.
Also wir hatten keine großartigen, aber vielleicht macht es das auch leichter.
Mein Mann und ich, wir waren beide, sind da so reingestolpert in diesen Kapitalismus.
Er fand das schon immer gut. Und ich war eher nicht so eine gute Kapitalistin.
Aber wir haben uns da immer beide, er hat groß gedacht, ich habe mit groß gedacht.
Ihn unterstützt. Und wir sind da beide so in diese Sache so reingewachsen.
Und wir sind wahrscheinlich ein
bisschen risikofreudiger, als jetzt jemand anders das wäre, tatsächlich.
Und trotzdem, mein Mann ist ja auch selbstständig deine Firma, wir haben drei Kinder.
Und so, da muss man natürlich auch mal ein bisschen gucken, dass man jetzt hier
nicht alles total über den Jordan wirft.
Mit irgendwelchen Risiken, aber ja, das ist glaube ich schon,
da haben wir uns immer sehr ergänzt, ja, also wie gesagt, wir haben keine Angst.
Das ist, glaube ich, eher so, nicht, dass ich mir jetzt eingebildet habe,
boah, ich werde sowieso die super, super Bestseller-Autorin und darum kann ich
jetzt hier aus dem Vollen schöpfen, das kommt schon alles wieder zurück.
Also sowas definitiv nicht, aber ich habe natürlich, ich habe jetzt tatsächlich
diese Woche in zwei Tagen, habe ich mein 15-jähriges Autorenjubiläum,
also am Donnerstag vor 15 Jahren, habe ich mein erstes E-Book bei Amazon hochgeladen,
ohne zu wissen, in welchem Blackbox ich da mein Ding da schicke.
Und ich hatte natürlich jetzt auch diese 15 Jahre einfach auch Zeit.
Also jetzt kommt einem das, 15 Jahre klingt nach viel, aber eigentlich sind
diese 15 Jahre ja wie im Fluge vergangen.
Ich konnte da so Stück für Stück reinbatzen. Ich glaube, heute haben viele junge
Autoren das Problem, sie denken halt eben, okay, ich habe jetzt ein Buch ausgewertet,
ich muss da sofort eine Auflage drucken, ich will sofort auf den Spiegelbessestand.
Verstehst du? Und das ist natürlich ein ganz anderes Agieren,
als ich da so erstmal schön gemütlich nur meine E-Books bei Amazon,
und dann mal bei BOD was und dann mal ein Hörbuch mal vergeben.
Du konntest mit dem Self-Publishing zusammenwachsen.
Genau, genau. Ich konnte eben damit groß werden und dann nach und nach größer denken.
Wenn man natürlich heute das alles sofort auf einmal will, dann ist das ein
ganz anderes Risiko sicherlich, was man da eingeht.
Allgemein bei Unternehmen. Also ich habe ja auch so ein bisschen einen firmentechnischen
Hintergrund, weil ich ja bei der Bank gearbeitet habe und auch einen blutigen
Schwerpunkt Richtung Firmenkundengeschäft habe, war cool.
Ja, und da ist auch das Thema, dass zu schneller Wachstum auch zu Insolvenzen
führt, weil die ganze Infrastruktur muss mitwachsen.
Das heißt, wenn du sagst, du machst jetzt einen kleinen Versandhandel auf,
packst deine Pakete selber und auf einmal gehst du viral und dann hast du auf
einmal eine Millionenbestellung und dann weißt du gar nicht,
wie du das alles verpacken sollst, weil du auf einmal Angestellte brauchst,
so schnell findest du kein Personal.
Und deswegen ist auch so ein kontinuierlicher Wachstum meistens deutlich gesünder
als so Erfolg über Nacht.
Jane ist ja so ein gutes Beispiel. Ja, mit ihrem Black Edition Verlag.
Zu schnell, zu groß geworden. Und dann hast du da plötzlich Strukturen,
die du irgendwie nicht mehr so richtig händeln kannst.
Und ja, wie du schon sagst, vielleicht auch nicht immer unbedingt das richtige
Personal. Das kann ich jetzt nicht einschätzen. Aber da hat man das ja sehr schön gesehen.
Wir wissen ja nicht alle, was jetzt da so im Endeffekt draus wird.
Aber sie ist wahrscheinlich definitiv zu schnell, zu groß geworden.
Kannst du mal, ich weiß nicht, welche Janes von welcher Jane ist.
Ach so, Janes Wanda von hier Black Edition Verlag.
Okay.
Ja. Da war jetzt gerade die große Diskussion jetzt mit den Autoren,
kriegen die Rechte zurück oder nicht, aber das ist so bewundernswert,
wenn eine Frau so was, gerade eine Frau,
jetzt da so was auf die Beine stellt, aber ja, das war wahrscheinlich jetzt,
wie du sagst, klar, alles ein bisschen zu schnell, zu groß.
Ja gut, also dann bin ich zumindest vor Insolvenzen gefeilt,
weil schnell geht bei mir überhaupt nichts.
Aber so ein bisschen Wachstum wäre schon auch nicht übel.
Na, also wenn du der Vera vor einem Jahr erzählen würdest, wo du jetzt bist,
dann wäre sie, glaube ich, ganz fröhlich.
Ja.
Da muss man drüber nachdenken.
Also eben hast du noch ganz stolz von deinem Leipziger Buchmessestand erzählt.
Ja, das stimmt allerdings.
Also ich muss sagen, das war für mich auch richtig so eine Initialzündung.
Also Leipzig war richtig so ein Motto, ja, tschakka, da geht ja doch noch mehr.
Ja, ja.
Das war auf jeden Fall, das stimmt. Ja doch, wenn er jetzt so sagt, bin ich dann doch drauf.
Wie ist das denn, April? Du warst ja auch schon bei uns, als das so mit den
Vorbestellungen in neue Sphären ging.
Gibt es jetzt noch so Ziele, wo du sagst, okay, jetzt will ich die 10.000 auch
knacken oder jetzt will ich auch mal Bestsellerliste? Oder was ist das Ziel?
Ich hatte vorhin noch eine andere Podcast-Aufzeichnung, wo wir über das Thema
Rente geredet haben. Und da habe ich noch so Spaß gesagt.
Ich mache momentan gar nichts für die Rente, außer halt über die Künstler-Sozialkasse
in die gesetzliche Rente einzahlen.
Und ich habe noch gemeint, naja, bis ich meine Rente gehe, habe ich 100 Bücher
veröffentlicht. Und dann kriege ich ja weiterhin Tantiemen und dann bezahlen die meine Rente.
Das wäre so ein Ziel von mir. Ja, daran arbeite ich auch noch.
Bei mir ist es näher.
Ich weiß nicht, ob das so aufgeht, diese Rechnung.
Weil ich finde schon.
Man muss eben so kontinuierlich sein. Ich wette, wenn du jetzt 100 Bücher veröffentlicht
und zwei Jahre nichts machst, dass dann da auch nicht mehr viel kommt.
Ja, das befürchte ich auch so ein bisschen, aber vielleicht habe ich auch irgendwie
noch mal so eine... Also nicht jetzt du.
Sondern wir alle, also weil jetzt nicht...
Vielleicht habe ich inzwischen durch nochmal ein Millionenbesterland,
kann da mal so eine Einmalzahlung in so eine Rentenkasse machen,
das wäre ja auch nochmal eine Idee.
Ja, nein, also das wäre jetzt mal so ein Beispiel, aber ansonsten klar,
weiterhin so ein Wachstum wie bisher, das wäre schön.
Allgemein hätte ich ganz gerne irgendwann einen neuen VW-Bus,
weil den Bus, den ich mir ja dieses Jahr gekauft habe, der ist 20 Jahre alt,
hat 300.000 Kilometer runter, der wird irgendwann, also 600.000 schafft der auf jeden Fall,
aber ich würde mir dann schon ganz gerne irgendwann mal was Neues kaufen,
da brauche ich auf jeden Fall auch Geld für und aktuell habe ich das Gefühl,
ich wachse und je mehr ich wachse, desto mehr Geld brauche ich,
weil ich habe jetzt aktuell vier,
ne, fünf Bücher bald in Auflage draußen und dann habe ich irgendwie jetzt momentan
das Problem, Alle Auflagen sind gleichzeitig aus. Ich muss auf einmal alle Bücher
gleichzeitig nachbestellen.
Das heißt, ich muss jetzt auch, ich weiß jetzt, nächstes Jahr brauche ich 12.000
Euro, um noch Lektorat, Drucke, die Nachdrucke, Nachdrucke alle finanzieren zu können.
Das heißt also, aktuell ist nicht viel mit Geld ausgegeben, weil ich das alles
wieder zurückhalten muss für dann im Januar, wenn dann auch die Leipziger Buchmesse
ihr Geld haben möchte und so weiter und so fort.
Das heißt also, je mehr ich wachse, desto mehr Geld brauche ich einfach, weil...
Nachgedruckt werden muss, dann wieder neu investiert werden muss,
dann ist das nächste Lektorat, das nächste Buch.
Momentan, ich kann zwar davon leben, aber das liegt auch nur daran,
dass ich sehr geringe Lebenshaltungskosten habe.
Wie groß ist deiner Meinung nach da so die Gefahr, dass man in so einen Hinterherrennen-Modus gerät?
Oder wie verhinderst du das? Das ist vielleicht die bessere Frage.
Ja, also zum einen beobachte ich so ein bisschen auch den Markt,
mit was läuft gerade aktuell. Und ich habe zwar, keine Ahnung,
100 Buchideen. Und dann gucke ich natürlich schon, dass ich jetzt aktuell das
schreibe, wo ich auch weiß, das verkauft sich.
Und die Buchideen, wo ich sage, boah, eigentlich habe ich da richtig Lust drauf,
aber da gibt es nicht so wirklich viel Markt für, die stelle ich aktuell einfach hinten an.
Und das wäre natürlich auch schön, wenn ich irgendwann sage,
hey, den Buchideen könnte ich auch mal wieder Raum geben. Oder ich bin,
keine Ahnung, so bekannt und beliebt, dass die Leute die Bücher wegen mir kaufen
und es egal ist, was ich schreibe.
Das wäre natürlich auch noch mal nett. Dann könnte man auch mal neue Trends
setzen. Ich weiß nicht, Mara, wie das bei dir ist.
Ob du da auch überhaupt auf Trends auf dem Markt achtest oder ob du einfach
auch schreibst, auf was du verpasst.
Ja, doch, total. Nee, nee, das tue ich auch tatsächlich immer noch.
Und mir fällt auch auf, wenn ich da mal so ein bisschen von abweiche,
dass das schon auch bei mir mit Risiken verbunden ist. Das ist einfach so.
Und da muss man auch wirklich genau aufpassen, dass man nicht,
und ich sage das ja jedem, der mich fragt oder auch nicht fragt,
bleib bei deinem Genre, in dem du erfolgreich bist.
Ich springe jetzt hier nicht von dem Genre zu dem Genre. Da habe ich genug Kollegen
in der Vergangenheit erlebt, die mit mir irgendwie angefangen haben,
die heute entweder nicht mehr da sind oder eben nicht mehr so erfolgreich sind
wie am Anfang, weil sie einfach sich verzettelt haben.
Und klar, das, was du sagst, ich habe so Ideen, die würde ich so total gerne schreiben.
Und das kann man so leicht sagen, naja, als Autor schreib doch das Buch,
worauf du Lust hast. Und so, nee, wir müssen ja genau so auch gucken,
wenn wir davon leben wollen, dass wir eben Sachen schreiben,
die halt eben auch im Markt gerne angenommen werden.
Und da mache ich mir schon auch viel Gedanken drüber. Was schreibe ich jetzt
als nächstes? Was wollen die Leser jetzt doch? Egal, was sie vielleicht draußen
behaupten, was wird dann doch besser verkauft.
Da muss man schon einen Blick drauf haben. Und deswegen sage ich das ja.
Egal, wie erfolgreich jemand ist, wenn er zwei, drei Jahre nichts veröffentlicht,
dann verschwindet er auch vom Markt.
Fizek kann sich das vielleicht leisten, wenn er da jetzt Lust zu hätte,
mal drei Jahre nicht zu schreiben. Aber das sind die wenigsten Autoren.
Da braucht man sich gar keine Illusionen machen, weil da gibt es genug andere,
die dann halt eben nachrücken.
Aber wie ist das denn? Du hast ja jetzt wirklich eine große Fanschar und es
sind ja auch Reihen, die du dann hast.
Wie ist das, fühlst du dich manchmal gezwungen, eine Reihe weiterschreiben zu
müssen, weil du weißt, das wird gekauft, aber du hast eigentlich keinen Bock mehr drauf?
Nee, das mache ich nicht tatsächlich, weil ich schreibe ja in der Regel Trilogien und dann ist es auch gut.
Ich hatte jetzt mal eine Diologie, das habe ich jetzt mal ausprobiert und das
fand ich jetzt eigentlich auch gar nicht so schlecht.
Nee, gezwungen fühle ich mich gar nicht, aber das nächste Projekt,
das muss ich mir dann natürlich schon ganz genau überlegen, okay,
in welche Richtung soll das jetzt gehen? Und ich möchte schon,
dass alle meine Reihen auch unterschiedlich sind. Also ich will nicht immer
in demselben Saft selbst sozusagen schmoren.
Und dadurch versuche ich immer mal wieder, da neue Sachen auszuprobieren.
Und dann funktionieren Reihen halt eben mal besser, mal schlechter.
Das ist einfach auch bei mir so.
Gibt es denn so einen Mara-Wulf-Faktor, der neben dem Autorennamen auf dem Cover
noch jedem Buch sein muss, von dem du weißt, den muss ich so machen,
damit meine Fans das Buch auch gut finden.
Also ich glaube, aber das weiß ich natürlich nicht genau, warum meine Bücher
doch recht gut funktionieren.
Ich habe in jedem meiner Bücher, verarbeite ich eine echte, tatsächliche Mythologie.
Und also ich schreibe zwar natürlich Romentezi, aber ich schreibe jetzt nicht
nur so ausgedachte Geschichten um der Liebesgeschichte willen,
meinetwegen. Also das wird ja dem Romentezi sehr oft vorgeworfen,
dass Worldbuilding funktioniert nicht so.
Da möchte jemand eigentlich eine Liebesgeschichte schreiben und verpackt das
dann in so ein fantastisches Setting und meistens am besten noch auf irgendeiner
Academy. Das läuft ja immer gut.
Und meine Bücher sind, glaube ich, schon, sie sind immer unterfüttert mit echten
mythologischen Hard Facts, sage ich jetzt mal, die ich mir auch nicht ausgedacht
habe, sondern die ich wirklich,
auch so originalgetreu versuche, wie sie überliefert sind, einzubinden.
Und ich glaube, dass dadurch meine Bücher sich dann schon von der breiten Romantasy-Masse,
also das ist jetzt überhaupt nicht respektierlich gemeint, aber das vermute ich.
Ich weiß sonst nicht, warum ich jetzt erfolgreicher bin als andere Romantasy-Authorne.
Das ist jetzt so das, wo ich mir denke, okay, das könnte jetzt sozusagen das
verbindende Element sein.
Wie ist das bei dir, April? Also du hast ja verschiedene Genres geschrieben.
Wenn ich das richtig einschätze, sind so die Drachen und Meerjungfrauen doch ganz vorne mit dabei.
Gehst du jetzt nur noch Richtung Fantasy oder wie machst du da weiter?
Das ist tatsächlich eine finanzielle Frage. Mein Konto sagt aktuell,
ich sollte Fantasy schreiben, weil ich damit auch wirklich am meisten Geld verdiene.
Und meine ganzen anderen Geschichten, die ich so schreibe, so mit Ahrtal,
Flutkatastrophe, Lockdown in Australien oder Wandern in Schottland mit einer
chronischen Krankheit, das sind Sachen, die liegen mir im Herzen,
aber damit verdiene ich kein Geld.
Also wenn die Bücher gerade so die Kosten einspielen, ist das nett,
aber ansonsten habe ich mit denen noch nicht wirklich Gewinn gemacht.
Und ich mache die ganz gerne, weil ich kann dann immer so, also mein Plan ist
eigentlich so eine Reisevortragslesung zu haben, also immer Reisevortrag plus
eine Lesung aus dem Buch.
Das klappt auch ganz gut, das kommt auch gut an und da kommen auch mehr Leute,
als wenn ich nur eine Lesung mache.
Das ist auch schon mal eine Sache, aber ich habe auch überlegt,
ob ich eventuell mit solchen Sachen eher zu einem Verlag gehe,
damit ich mich da nicht mehr ums Vermarkten selbst kümmern muss,
weil meine Fantasy-Sachen laufen auf Mittelalter-Märkten.
Die kommen da gut an, das macht Spaß, ich bin da auch zu Hause,
ich habe da noch tausend Ideen, das ist überhaupt gar kein Thema.
Nur die anderen Sachen, die ich ganz gerne noch machen würde,
da fehlt mir dann so ein bisschen die Zeit fürs Marketing und auch ich weiß
nicht, ob ich eventuell vielleicht noch ein zweites Seudonym aufmache für die
Sachen, um die ein bisschen auszulagern, damit das nicht so,
da bin ich mir immer noch ein bisschen unsicher.
Aber ich merke halt, die bekommen nicht so die Aufmerksamkeit,
die sie bekommen könnten, wenn ich es vielleicht anders angehen würde.
Aber wäre das jetzt mal aus geschäftlicher Sicht, wäre es da nicht sinnvoller,
sich wirklich auf einen Punkt zu fokussieren?
Aus geschäftlicher Sicht definitiv, aus meiner Herzenssicht.
Weil ich muss auch sagen, Fantasy, ich brauche so ein halbes Jahr,
um so ein Buch auch zu schreiben. Weil man recherchiert ja viel,
man plottet, man macht Worldbuilding.
Ich habe ja immer eine eigenständige Welt, so mit mittelalterlichem Setting.
Da mit eigenen Kulturen, mit eigenen Religionen, mit eigenen Währungssystemen
und so weiter und so fort. Also da bin ich eigentlich in der Vorbereitungszeit
viel mehr involviert als im Schreiben selbst.
Und wenn ich jetzt so einen Wandern-in-Schottland-Roman schreibe,
den schreibe ich dir in einem Monat runter.
Das heißt, sowas kann ich auch einfach deutlich schneller schreiben als ein Fantasy-Roman.
Aber ja, von geschäftlicher Sicht wäre Fantasy halt besser, aber das andere,
ich schreibe es einfach gerne, ich habe auch Spaß dabei und ich sehe,
es funktioniert bei anderen ja auch.
Teilweise.
Also das Herz will das noch nicht so ganz loslassen.
Also wenn, dann schreibe ich irgendwann die Geschichten einfach für mich,
dann veröffentlich es halt nicht. Wäre auch eine Option.
Oder so mal zwischendurch im Urlaub. Aber Mara, die Frage habe ich dir jetzt
noch nicht gestellt, aber vielleicht gibt es da auch nie. Also bei April wissen
wir, sie will mal ihre Rente in, ich weiß nicht, in 30 Jahren oder 40,
ich weiß nicht, mal sichern.
Was hast du denn für Träume, Mara? Eine Insel im Pazifik oder so?
Nö, was habe ich denn für Träume? Das weiß ich gar nicht. Ich glaube,
darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich mache mir mehr Gedanken darüber,
dass ich wirklich ausreichend Zeit habe, meine Bücher, also meine Ideen,
die ich so habe, alle so zu Papier zu bringen. Und jetzt sind ja meine drei Kinder aus dem Haus.
Jetzt hoffe ich, dass ich ein bisschen mehr Zeit habe.
Klar wünsche ich mir natürlich weiter, dass es so gut läuft,
aber mir ist natürlich auch klar, dass es an Autoren-Dasein Hochs und Tiefs hat.
Und ich glaube, was ich mir wünschen
würde, dass ich wirklich noch lange einfach auch davon leben kann.
Also, dass meine Leserinnen mich noch weiterhin so begleiten,
wie sie das jetzt in den letzten 15 Jahren gemacht haben. Aber die Insel wünsche
ich mir jetzt nicht unbedingt.
Bevor wir gleich jetzt noch zu den total kritischen Buchbubble-Fragen kommen,
habe ich noch für jede von euch eine Frage, die mir sehr auf dem Herzen brennt.
Dann fange ich mal bei dir an, Mara. Wenn jetzt so jemand vor dir steht und
sagt, so, ich möchte unbedingt Autorin oder Autor sein und vom Schreiben leben,
was würdest du dem oder der sagen?
Was er jetzt machen soll oder wie?
Ja, oder sich einen anderen Job suchen.
Naja, ich würde dem oder derjenigen in jedem Fall sagen, ich habe jetzt,
das ist schön, dass du mich das fragst, weil mein Sohn schreibt nämlich gerade ein Buch.
Der hat ja Filmmaking und Drehbuchschreiben und sowas studiert und möchte jetzt
halt eben auch gerne ein Buch schreiben.
Und was sage ich ihm? Ich sage ihm, dass es harte Arbeit ist.
Ja, ist ihm aber jetzt auch schon aufgefallen, dass das, was ich hier seit 15
Jahren mache, ja doch Arbeit ist oder war.
Und dass man auch nicht zu früh, man darf nicht zu früh an einen Erfolg glauben
und man darf aber auch nicht zu früh an einen Misserfolg glauben.
Also man muss wirklich der Sache eine Chance geben.
Und in unserer schnelllebigen Welt ist das, glaube ich, etwas,
wofür viele Menschen nicht mehr unbedingt so die Geduld haben.
Also entweder es geht schnell oder es wird dann gelassen.
Und man braucht schon ein langes Durchhaltevermögen.
April, wie ist es bei dir, wenn bei dir da jemand steht auf dem Mittelmeistermarkt
und sagt, ach, das ist ja so toll, so erfolgreich Auto und sein wie du möchte
ich auch und ja, was sagst du dann?
Die Frage kriege ich tatsächlich häufig auf Mitleidermärkten gestellt.
Und ich versuche erstmal den Leuten Mut zu machen, einfach auch dran zu bleiben
und es einfach zu versuchen.
Aber noch ein anderer Tipp, auch zum Business-Thema jetzt hier bezogen,
ist, dass Bücher schreiben und Bücher veröffentlichen zwei verschiedene Paar Schuhe sind.
Wenn du total gerne Bücher schreibst, aber überhaupt keinen Bock auf diesen
ganzen Veröffentlichungsprozess, keinen Bock auf Marketing hast,
keine Lust hast, dich mit dem Buchmarkt zu beschäftigen, dann bleibt der Erfolg
wahrscheinlich eher aus, weil das einfach eine ganz eigene Geschichte ist.
Und ich finde auch vielen AutorInnen fehlt so ein bisschen dieses Business-technische Denken.
Also auch mal so ein bisschen mit Zahlen zu kalkulieren, mal zu gucken,
okay, wo will ich eigentlich hin und wie will ich das erreichen?
Wenn ich jetzt sage, ich möchte unbedingt jetzt in dem nischigen Genre richtig
erfolgreich werden, ist es eher unwahrscheinlich, dass man das schafft.
Deswegen, wenn man sagt, man will vom Schreiben leben, muss man halt auch gucken,
entweder schaffe ich es irgendwie durchs Marketing, die Leute auf mein nischiges,
Subgenre neugierig zu machen, gibt es ja auch. Also es gibt so viele unterschiedliche Wege.
Es gibt Leute, die haben das total geschafft, weil sie zum Beispiel auf TikTok
viral gegangen sind und da total tolles Marketing machen.
Da ist es einfach wichtig, den richtigen Weg für sich zu finden und da gibt
es viele verschiedene und ja, es gibt da jetzt keine pauschale Antwort.
Nee, leider nicht. Und man muss auch, ich muss dir ja nur beipflichten,
man muss auch wirklich sagen, dass man auch, wenn man sagt, ich möchte über
einen Verlag veröffentlichen,
sollte man mehr über die Hintergründe, über Marketing und die Techniken wissen,
weil auch bei Verlagen komme ich heute nicht mehr ohne damit.
Das stimmt.
Ja, vielen, vielen Dank für diese tollen Einsichten, auch wenn ich mich jetzt
wahrscheinlich ein bisschen im Schlaf weine, weil ich von euch noch weg bin,
aber gut, morgen stehe ich wieder auf, voll motiviert.
Aber ihr seid noch nicht entlassen, weil Tamara schacht schon mit den Hufen,
euch die total kritischen Buchbubble-Fragen zu stellen.
Unbedingt. Ja, April, Mara, welches Buch hat euch als Leserinnen denn zuletzt
im positivsten Sinne überrascht?
Im positivsten Sinne. Das kann ich jetzt gar nicht so sagen,
aber mich hat ein Buch tatsächlich lange beschäftigt. Das war tatsächlich Elke Meist.
Ich lese normalerweise oder höre auch sehr, sehr wenig Selbst-Olemente-Sie oder
Fantasy und ich fand das ganz spannend.
Also ich habe da ganz viele kritische Punkte zu diesem Buch,
die ich jetzt mir, also die ich diskussionswürdig fand.
Ich fand es aber wahnsinnig gut, wie die Autorin es geschafft hat,
dass diese Geschichte, die ja wirklich, also das Buch ist ja,
keine Ahnung, zu dick oder so. Ich glaube, es waren 40 oder wenn nicht noch mehr Hörbuchstunden.
Und diese Geschichte spinnt sich um die beiden Hauptprotagonisten.
Fast ausschließlich. Und da die Leser so bei der Stange zu halten,
wenn sozusagen relativ wenig so drumherum, also es passiert natürlich wahnsinnig
viel, aber ich finde dieser Kontakt zu den beiden Hauptprotagonisten,
das fand ich faszinierend.
Bei mir passiert, da gibt es immer so viele, bei mir gibt es immer so viele
Casts, was damit vorangeht.
Und sie hat einfach das mit zwei Leuten geschafft und das fand ich Wahnsinn.
Wie war der Titel?
Elgemeist.
Das ist der Titel.
Das ist der Titel, ja. Achso, das kennt jeder.
Das ist so ein schwarzes Cover. Alchemist wird geschrieben.
Ach, ich habe schon Elke wie der Frauenfrau und Meist als Nachnamen.
Also Alchemist, das kenne ich.
Ich habe auch gedacht.
Ein Buch, das heißt Elke Meist.
Ja, das kenne ich dann doch.
Okay, Alper, was ist bei dir?
Sehr schön.
Tatsächlich, ich bin auch nicht so gefreit von Vorurteilen. Jetzt kam letztens
bei einem Großverlag von einer sehr bekannten Bloggerin ein Buch raus, wo ich so dachte,
naja, vielleicht hat sie den Vertrag nur wegen ihrer Reichweite bekommen und
habe das Buch aber dann trotzdem gelesen, weil es, ich glaube,
drei oder vier Wochen in Folge auf der Spiegel-Beste-Liste sich gehalten hat.
Und das war von der Ronja Madeline, Love is like a Thunderbolt.
Nichts mit Fantasy und ich fand den Schreibstil richtig gut.
Vor allem dafür, dass sie die Debütroman-Autorin ist und es ihr erstes Buch
war, fand ich das richtig, richtig gut. Das war so, ich habe es nicht erstes Buch.
Sie hat vorher schon zwei, drei andere Bücher geschrieben.
Okay, das habe ich jetzt nicht gewusst. Aber ja, ich glaube,
das Erste, was jetzt veröffentlicht war, gell?
Nee, ich glaube, aber die anderen waren, glaube ich, bei einem kleinen Verlag.
Ah, das kann nicht sein.
Aber sie hatte schon zwei oder drei Bücher, war, glaube ich, auch eine Serie.
Aber ich fand es auf jeden Fall schön, dass Verlageleute nicht nur wegen der
Reichweite einkaufen, sondern da auch mal Substanz dahinter ist. Das fand ich schön.
Ja, sehr schön. Ja, und jetzt, wir haben viel über Erfolge gesprochen.
Was habt ihr denn aus euren jeweils größten Fehlern gelernt?
Ja, Laura.
Also, ich anfange mit dir.
Naja, ich muss, diese Frage wird mir öfter mal gestellt, aber ich kann mir,
es klingt jetzt ein bisschen, die Antwort ist jetzt doof, weil ich habe jetzt
keinen größten Fehler gemacht.
Also, ich habe vielleicht Sachen gemacht, die ich, wo ich nachher gesagt habe,
ach, das war jetzt ein bisschen kacke. Aber, weißt du, aber ich habe jetzt nicht,
ich kann jetzt nicht sagen, oh, ich habe jetzt, das war so ein Riesenfehler,
danach habe ich alles umgeschmissen, mein ganzes Konzept.
Und das ist mir einfach nie passiert. Also mein größter Fehler war wahrscheinlich
mal falsche ISBN auf einem Buch gelassen, was dann 30.000 Mal gedruckt wurde oder so.
Aber ich glaube, das ist auch ein Mindset-Ding, weil für andere wäre das ein Weltuntergang.
Ja, aber dann wurde das da überklebt und dann war das dann auch nicht so dramatisch.
Aber ich kann mich jetzt nicht daran erinnern, dass ich jetzt wirklich sagen
würde, das war so ein riesen, riesen Fehler.
Wie gesagt, es passieren ja immer mal Sachen, wo du denkst, das ist jetzt irgendwie
ein bisschen doof gelaufen, das hättest du doch besser anders gemacht oder so.
Aber ja, dann lernt man da draußen, nimmt das mit, macht es beim nächsten Mal
hoffentlich besser. Ich glaube, das mit der ISBN ist mir tatsächlich zweimal passiert.
Aber ich kann jetzt nicht sagen, dass ich jetzt was so wahnsinnig falsch gemacht
habe. Und ich denke, das gehört natürlich dazu in diesen 15 Jahren.
Klar macht man nicht alles richtig oder auf Anhieb.
Und man unterschreibt vielleicht mal einen Vertrag, der jetzt nicht so Bombe
war oder so. Aber ja, nee, ich kann mich jetzt nicht daran erinnern,
dass jetzt mir sowas Gravierendes passiert ist, dass ich am liebsten ausgewandert wäre.
Mhm.
Mhm.
Ja, April.
Also meinen größten Fehler mache ich auch tatsächlich immer noch regelmäßig.
Und zwar meinem Leben so ein bisschen davon zu laufen, indem ich immer nur mal
so dem nächsten größten Meilenstein hinterher renne.
Also früher fing das an mit, wenn die Schule fertig ist, dann fange ich an.
Und wenn die Ausbildung fertig ist, dann fange ich an zu leben.
Wenn das Studium fertig ist, dann fange ich an. Und jetzt ist es aktuell so,
wenn das nächste Buch draußen ist, dann gönne ich mir mal eine Pause.
Und das ist so ein bisschen das, worauf ich jetzt auch aktuell versuche zu achten,
dass ich auch sage, hey, ich genieße das Leben jetzt. Ich gönne mir auch jetzt
mal eine Pause, auch wenn das Buch noch nicht fertig ist.
Weil nach dem nächsten fertigen Buch kommt das nächste.
Da schiebe ich eigentlich immer so die Pause, das Pause machen und das einfach
mal Leben genießen so ein bisschen von mir her.
Och Gott, das klingt ja jetzt ein bisschen tragisch.
Aber ich finde immer, wenn das Buch fertig ist, dann fängt doch der Spaß an,
weil das veröffentlicht und der ganze Drummond, das macht mir ja so einen Spaß,
ich könnte da dir ein Dach machen.
Also ich glaube, ich schreibe lieber. Tatsächlich. Dann dieses,
jetzt musst du dann TikToks machen, weil jetzt geht es ja bald los.
Ja gut, TikTok sind nicht sauber.
Ja, oder Instas oder was weiß ich.
Ja, genau, was man so macht.
Ich mag es überarbeiten nicht. Schreiben ist okay, aber überarbeiten ist mal
ganz, sogar nicht meins.
Ja, gut. Also ein Buch haben und dann veröffentlichen, das fände ich gut. Das wäre schön, ja.
Müsstest du nicht vielleicht Verlegerin werden?
Für andere, nee. Dann hätte ich ja mit so Autoren und Autorinnen zu tun. Das geht gar nicht.
Vielleicht sollten wir zusammen tun. Mara und April schreiben,
ich überarbeite, wäre verliebt.
Dann macht jeder, woran er am meisten Spaß hat.
Bei Maras Umsetzen, da verdiene ich wahrscheinlich mehr, als wenn ich selbst schreibe.
Ich brauche nur keine Verlegerin.
Das ist das Problem. Da war es schon genau. Probleme.
Naja, muss ich dann doch wieder selbst versuchen, reich und berühmt zu werden. Naja, wir lassen.
So, dann jetzt aber ganz schnell zur letzten Buchbubble-Frage und die lautet,
was sollte eurer Meinung nach jeder Autor, jede Autorin über dem Schreibtisch stehen haben?
Das zahlt jetzt ein bisschen ein, was Elbke gesagt hat, dass man immer der nächsten
Pause hinterher rennt und trotzdem würde ich immer sagen, Glück ist der Erfolg des Tüchtigen.
Und damit meine ich nicht, dass die, die wirklich tüchtig sind,
immer zwangsläufig Erfolg haben, aber wenn man sich gar nicht anstrengt,
und nicht einfach dann morgens früh am Schreibtisch sitzt und da durcharbeitet
und halt eben da ständig so dran ist, dann wird es glaube ich auch nur mit sehr,
sehr, sehr viel Glück zu einem Erfolg führen.
Wohl wahr, wohl wahr.
Ich habe einen Spruch, der hängt bei uns in der Boulder-Halle. Da steht nämlich drauf,
wenn du nicht aufhören kannst, darüber nachzudenken oder daran zu denken,
dann hör auch nicht auf, dafür zu arbeiten.
Sehr schön.
Sehr schöner Spruch. Das machen wir ja bei unserem Podcast auch schon seit 6.5
Jahren. Wir denken ständig dran und können nicht aufhören, Tamara.
Obwohl wir jetzt für heute tatsächlich aufhören müssen. was mir tatsächlich
bei diesem tollen Gespräch echt schwerfällt. Ihr habt mir ja so viele Eindrücke gegeben.
Und ich sage mal so, wenn ich so die Größenordnung von euch höre,
habe ich natürlich auch wieder so ein paar Träume und Ziele vor mir.
Und mein Apartment in Paris könnte vielleicht ja doch noch möglich werden. Wer weiß, ne?
Ja, ich danke euch sehr für diese Einblicke und das offene Gespräch zum Business als Autorin.
Und ich bin sicher, dass ihr da draußen einiges mitgenommen habt.
Lasst uns gerne hören, welche Gedanken das bei euch ausgelöst habt und ob ihr
vielleicht auch aufgrund dieser Informationen jetzt Entscheidungen getroffen
habt. Wir freuen uns da immer über Feedback.
Ansonsten wisst ihr ja, was ihr zu tun habt, uns zu folgen, wo immer es geht
und natürlich auch unser Buchbubblebullet zu abonnieren. Ich verspreche auch,
dass es bald jetzt mal wieder einen gibt.
Ja, und dann hören wir uns hoffentlich nächste Woche wieder.
Bis dahin bleibt uns gewogen. Danke an April und danke an Mara.
Danke ihr zwei.
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