Die Zwei von der Talkstelle

Gespräche aus der Selfpublisher- und Buchbubble

Strategisch von 0 auf Top 100 bei Amazon: Christina Loböcks Bucherfolg ohne Marketing-Budget

Ist Bucherfolg einfach Strategie? Unser heutiger Gast Christina Loböck hat es mit geschlossenem Pseudonym ohne Social Media, ohne Ads oder sonstiges Budget direkt in die Amazon Top 100 geschafft! Einfach so gelang das allerdings nicht.

09.04.2026 74 min

Zusammenfassung & Show Notes

Ist Bucherfolg einfach Strategie? Unser heutiger Gast Christina Loböck hat es mit geschlossenem Pseudonym ohne Social Media, ohne Ads oder sonstiges Budget direkt in die Amazon Top 100 geschafft! Einfach so gelang das allerdings nicht:

Christina hat ihre Hausaufgaben gemacht. Zwei Jahre lang hat sie ihren Erfolgstest vorbereitet, hat Genres, Zielgruppen und Keywords recherchiert, eine Veröffentlichungsstrategie entwickelt und natürlich: geschrieben. Eine vierteilige Reihe mit engem Release-Takt. 

Enthält diese Folge möglicherweise das Geheimrezept zum Autor:innenerfolg?

Hört rein!

Gespräche über das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern, egal ob Selfpublishing oder Verlag. 


Ist Bucherfolg einfach Strategie? Unser heutiger Gast Christina Loböck hat es mit geschlossenem Pseudonym ohne Social Media, ohne Ads oder sonstiges Budget direkt in die Amazon Top 100 geschafft! Einfach so gelang das allerdings nicht:

Christina hat ihre Hausaufgaben gemacht. Zwei Jahre lang hat sie ihren Erfolgstest vorbereitet, hat Genres, Zielgruppen und Keywords recherchiert, eine Veröffentlichungsstrategie entwickelt und natürlich: geschrieben. Eine vierteilige Reihe mit engem Release-Takt.

Enthält diese Folge möglicherweise das Geheimrezept zum Autor:innenerfolg?
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Christinas Buchtipp
'Das unsichtbare Leben der Addie LaRue von V. E. Schwab':
https://www.amazon.de/Das-unsichtbare-Leben-Addie-LaRue-ebook/dp/B08LK8X2Z8/

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Transkript

Vera
00:00:00
Mit geschlossenem Pseudonym von 0 auf Top 100 bei Amazon, ohne einen Cent Marketing. Wie das geht, das erzählt uns Christina Lurek heute. Sie hat eine cozy, wholesome Christmas-Wormons geschrieben und sehr strategisch geplant und gibt uns genaue Einblicke, wie das funktioniert hat.
Tamara
00:00:20
Wir haben über Titel, über Untertitel, Reihentitel, über Cover und Genres gesprochen Und auch wenn ich mich immer ein bisschen sträube, für den Markt zu schreiben, habe ich doch auch sehr spitze Ohren bekommen. Also hört auf jeden Fall rein. Ja, hier ist Folge 306 von die zwei von der Talkstelle, dem Podcast übers Schreiben und Veröffentlichen im Self-Publishing und im Verlag. Wir nehmen an diesem sonnigen Ostermontag auf. Wenn ihr das hört, ist Oster natürlich schon vorbei. Ich hoffe, ihr hattet eine gute Zeit. Und das hoffe ich auch von der lieben Vera Nentwig, die mir wie immer gegenüber sitzt. Und ich bin übrigens Tamara Leonhardt.
Vera
00:01:19
Ja, wenn ich jetzt mit dir reden kann, habe ich natürlich eine gute Zeit. Und ich habe auch noch Schokolade im Haus, also es kann nichts mehr schief gehen.
Tamara
00:01:30
Das ist natürlich nicht schlecht.
Vera
00:01:33
Nein, ich habe eigentlich, wenn ich das so richtig sehe, habe ich sogar eine tierisch gute Zeit.
Tamara
00:01:39
Oh je.
Vera
00:01:39
Ja, wirklich. Also momentan bin ich echt im Flow. Also das ist der Hammer. Aber letztes Mal habe ich ja schon von Leipzig erzählt und wir hatten ja vor zwei Wochen, drei Wochen jetzt, die Anna Kupka bei uns, die ich ja auch wirklich sehr begeistert fand. Und ich habe dann vor acht Tagen mal so angefangen, so das, was sie gesagt hat, mal umzusetzen und habe zuerst jetzt den ersten Teil meiner Bielagen-Reihe, Dote Models Nervendur, für 99 Cent angeboten und parallel dazu dann Meta-Anzeigen aus Facebook, Instagram geschafft.
Tamara
00:02:24
Mhm.
Vera
00:02:26
Und die Theorie von Anna ist ja, wenn man den ersten Teil, dass die Leute ja dann dabei bleiben und die nächsten lesen. Also es greifen erfreulich viele Menschen zu und ich spüre gerade den deutlichen Effekt, dass tatsächlich die nächsten Teile gelesen werden.
Tamara
00:02:45
Sehr schön.
Vera
00:02:46
Und ich habe, als ich das hier schon in der Runde erzählt habe, ich habe ja die E-Books so umgebaut, dass ich immer das erste Kapitel des Folgebands quasi ans Ende so als Leseprobe gesetzt habe. Und das scheint sich gerade sehr auszuzahlen. Also meine Verkaufszahlen sind aktuell so hoch, wie ich sie noch nie hatte in einem Monat, wo ich jetzt keinen neuen Titel ausgebracht habe. Darüber hinaus habe ich dann auch mal dieses Tool mir besorgt, das Anna so empfohlen hat, den Book Report.
Tamara
00:03:20
Okay.
Vera
00:03:21
Ich habe dann auch festgestellt, der ist, wenn man unter 1.000 Dollar pro Monat von Amazon bekommt, ist er sogar dauerhaft kostenlos.
Tamara
00:03:30
Okay.
Vera
00:03:31
Da ich bisher unter 1.000 Dollar bin und ich will dir nicht zu nahe treten, aber ich vermute fast, dass du das auch bist.
Tamara
00:03:38
Ganz knapp.
Vera
00:03:39
Ganz knapp. kann man das noch kostenlos nutzen. Also man kann es sowieso 15 Tage testweise nutzen.
Tamara
00:03:46
Ja.
Vera
00:03:47
Und das wertet halt wirklich aus, wie viele Menschen jetzt vom ersten zum zweiten gehen und so.
Tamara
00:03:56
Ja, cool.
Vera
00:03:56
Das wertet auch aus, berechnet so ein abgekürzter EPR, ich weiß noch nicht, was das bedeutet, also quasi so ein Preis, oder ein Wert, der ein Buchverkauf im ersten Teil dir bringt. So viel ist mir das wert. Und damit kannst du natürlich dann auch so ein bisschen mit deinen Marketingkosten kalkulieren.
Tamara
00:04:23
Estimated Price Return.
Vera
00:04:26
Ja, könnte tatsächlich hinhauen.
Tamara
00:04:29
Keine Ahnung.
Vera
00:04:31
Ja, irgendwie sowas. Und man kann auch da wirklich historische Daten, also die letzten Jahre und so liest er wieder raus. Also schon ziemlich gut.
Tamara
00:04:41
Ja, cool.
Vera
00:04:41
Und ich habe dann halt mal das letzte Jahr analysieren lassen und habe dann festgestellt, dass bei meiner Frau Appeldorn-Reihe tatsächlich 100% der Leute, die den ersten Teil lesen, lesen auch Teil 2 und Teil 3.
Tamara
00:04:56
Wow, das ist ein Kompliment.
Vera
00:04:58
Das ist irre, ne? Bei Biene ist es letztes Jahr gab es ja 8 Teile, da kommen noch so 66% beim letzten Teil an. Das ist auch nicht schlecht. Aber das fand ich schon ziemlich krass.
Tamara
00:05:12
Ja, absolut.
Vera
00:05:14
Und ja, also von daher, sage ich ja, bin ich jetzt gerade, ich gucke ja morgens und teilweise auch tagsüber dann so auf diese Zahlen und ich bin jedes Mal völlig perplex, wie jetzt die gerade abgehen. Ich habe dann jetzt am Donnerstag oder so habe ich dann bei Frau Appeldorn das auch gestartet mit den 99 Cent und die Anzeige geschaltet und da fängt es jetzt auch gerade an. Ja, also das ist mega und ich hatte ja auch das Vergnügen, die liebe Anna jetzt am Samstag hier in Düsseldorf treffen zu können, haben uns nett unterhalten und so. Hat mich natürlich nochmal sehr bestärkt. Sie meinte, wenn ich die erste Million voll habe, sollte ich sie zum Essen einladen. Ich habe gesagt, ich würde es auch schon bei 100.000 tun. Ja, und das Einzige, was überhaupt nicht läuft, sind diese Amazon-Ads. Da verbrenne ich in Geld gerade. Ich habe das ja seit Anfang des Jahres, dass wir das ja von der Helen Schmidt da machen. Und wir haben jetzt auch schon hin und her gemäht. Ich weiß auch nicht so recht, was da passiert. Also ich gehe mal davon aus, wenn wir jetzt da nicht die große Wende hinkriegen, dass ich das stoppen werde. Und jetzt erstmal gucken, wie das andere ohne diese Amazon jetzt läuft. Ja, und das alles motiviert mich natürlich total. Ich bin super im Schreibflow, auch wenn natürlich jetzt so mit neuer Krimi-Reihe das am Anfang schon noch ein bisschen, schwieriger ist das falsche Wort, einfach noch intensiver ist, die ganzen Figuren noch nicht so sitzen wie jetzt bei einer Reihe, wo ich schon ein paar Teile geschrieben habe. Also da ist noch vieles so im Entwickeln und wie es sich so ergibt. Aber es fühlt sich gerade mega gut an und bin gerade total begeistert von dem Ensemble, von der Geschichte. Ja, also um nochmal auf die Anfangsfrage zurückzukommen, mir geht es gerade unfassbar gut.
Tamara
00:07:23
Sehr schön, das freut mich zu hören. Und wer jetzt die ganze Zeit sich fragt, von welcher Folge Vera gesprochen hat, ich habe eben nachgeschaut, das ist die Folge 303 mit dem Titel Die Entscheidung vom Schreiben zu leben mit Anna Kupka, da könnt ihr ja mal reinhören, wenn ihr genau wie Vera jetzt reichend berühmt werden wollt.
Vera
00:07:43
Ja, genau.
Tamara
00:07:44
Ich habe eine ganz andere Entwicklung gemacht in der Woche tatsächlich.
Vera
00:07:48
Okay.
Tamara
00:07:49
Du wolltest gerade was sagen?
Vera
00:07:50
Ja, ich wollte nett sein und fragen, wie es dir geht.
Tamara
00:07:53
Das ist sehr, sehr lieb. Und ein Stück weit bist du sogar dafür verantwortlich. Ich unterstelle mal, dass es keine Absicht war, aber ich glaube, du hast so ein bisschen meine Schreibflaute endgültig beendet.
Vera
00:08:11
Oh, beendet, Gott sei Dank.
Tamara
00:08:15
Wieder auferweckt. Nee, ich meine jetzt die letzten, ich weiß gar nicht, ob ich Wochen sagen darf, aber die letzte Zeit lief es schon so weit, dass ich jeden Tag was geschrieben habe und auch meinen recht kleinen eingestellten Wordcount geschafft habe und dass es mich nicht genervt hat oder so. Aber es war jetzt nicht so diese Lust am Schreiben dabei, die ich sonst eigentlich schon habe. Und dieses tagsüber über die Geschichte nachdenken und irgendwie denken, oh ja, ich will weiterschreiben und so. Und tatsächlich ist das, also ich habe viel über Dinge nachgedacht und das wurde ausgelöst durch deinen Tipp. Den Reihentitel der jetzt anstehenden Reihe eben auch auf das, was ich die ganze Zeit als Pilot bezeichnet habe, mit draufzusetzen. Also ich hatte ja schon vorher mir überlegt, eben jetzt so in Amazon das schon irgendwie als zusammengehörig zu kennzeichnen, aber für mich war halt im Kopf die ganze Zeit Rock in Peace ein alleinstehendes Buch und danach baut dann eine Reihe, die enger zusammengehört, auf diesen Figuren auf. Und dein Tipp, eben diesen Reihentitel damit zu integrieren, hat mich nochmal ins Nachdenken gebracht, ob es denn wirklich so sein muss oder ob ich das nicht doch wirklich als Gesamtreihe aufbauen kann, wo Rock in Peace wirklich Band 1 dann ist. Und habe dann nochmal so ein bisschen über die Gesamtstruktur nachgedacht und auch über die inhaltlichen Zusammenhänge und wie es dann nach dem Buch, an dem ich jetzt schreibe, weitergehen kann und so. Und das hat irgendwie ganz viele Folgegedanken ausgelöst, weil irgendwie fand ich dann Gedanken tatsächlich auch gut, das so umzustrukturieren. Und das brachte mich dann wieder darauf, Rock in Peace hat ja diese Zwischenkapitel, sage ich mal, also diese Tagebucheinträge und diese Online-Artikel dazwischen, was auch von den Leuten, die es gelesen haben, immer sehr gelobt wurde, dass die das so toll fanden. Und das hatte ich jetzt eigentlich für das nächste Buch nicht vorgesehen, weil es ja eben auch in meinem Kopf was Eigenes war. Und dachte halt, gut, wenn ich das wirklich als Reihe integriere, dann muss ich das in irgendeiner Form auch wieder aufgreifen. Wollte es jetzt aber auch nicht eins zu eins kopieren. Also gerade die Tagebucheinträge hätten jetzt auch nicht so gepasst, glaube ich. Und ja, wollte jetzt auch nicht einfach meine eigene Idee nochmal kopieren und habe mir dann eben überlegt, was könnte ich machen, und was die Grundidee von so Zwischenkapiteln aufgreift, aber besser zur Geschichte passt. Und da ist mir was eingefallen, was mir sehr, sehr gut gefällt. Das habe ich jetzt schon eingepflegt in den Teil, den ich schon geschrieben habe. Und das gefällt mir wirklich gut. Und darüber bin ich dann auch nochmal so in Recherchethemen gekommen und habe mich nochmal mit der Grundthematik des Buches befasst und bin da auf einige Informationen und Sachen gestoßen, die auch wieder so Ideen ausgelöst haben. Und dann wurde mir auch bewusst, es war halt die ganze Zeit beim Schreiben so, naja, ich habe den Plot, ich muss es jetzt halt aufschreiben und es war so ein Abarbeiten von Pflichten. Und jetzt durch diese Recherche, in der ich dann auch nochmal war, bin ich eben nochmal näher an dieses Thema rangekommen. Und ich glaube... Die Figur, die jetzt in dem Buch die Perspektivfigur ist, die ist, glaube ich, mit von allen Figuren, die ich je geschrieben habe, am nächsten an mir dran. Und ich habe die Vermutung, dass ich nicht so weit eintauchen wollte, weil es mir zu nahe kam. Und jetzt, wo ich das so zulasse, merke ich, wie dieses Feuer jetzt wieder da ist, wie diese Lust am Schreiben wieder da ist. Und da ist mir halt auch nochmal sehr bewusst geworden, dass ich eben gar nicht so extrinsisch motiviert bin, so von wegen, je mehr Bücher ich verkaufe, desto mehr Lust habe ich zum Schreiben. Das mag bei mir beim Marketing funktionieren, dass ich dann irgendwie motiviert bin, mehr Marketing zu machen. Aber beim Schreiben ist meine Motivation schon sehr, sehr intrinsisch, dass ich was ausdrücken will, dass ich irgendwie was Kreatives erschaffen will und irgendwie mich mit einem Thema beschäftigen will. Und das ist jetzt alles mir nochmal bewusster geworden und bin ich nochmal mehr drin und jetzt habe ich wirklich so dieses Feuer wiedergefunden, was ich eigentlich vom Schreiben kenne und das tut mir gerade sehr, sehr gut und ich würde gerade gerne eigentlich am liebsten den ganzen Tag da dran sitzen und das fühlt sich sehr, sehr schön an.
Vera
00:12:59
Ja, sehr schön. Mit Feuer, wow. Also ich muss gestehen, ich habe dann auch nach meinen Erfahrungen auch nochmal daran gedacht und jetzt gerade aus den aktuellen anfänglichen Marketing-Erfahrungen, auch das spricht ja für Reihenkonzept. Dass du wirklich auch die Verbindung schaffen kannst und das Leser und Leserinnen weiterlesen. Also von daher, da habe ich nämlich auch nochmal dran gedacht. Und das wollte ich dir auch nochmal gesagt haben, dass das sehr dafür spricht, das als ersten Teil der Reihe zu machen. Vielen Dank. Ja, freut mich sehr und dann schauen wir mal, wohin uns das jeweils führt. Und das mit dem Feuer dann so geht. Ja, wir haben ja heute nämlich einen Gast, der das sehr erfolgreich gemacht hat. Der das völlig so aus dem Stand von Null auf Top 100 bei Amazon gebracht hat. Und das wollen wir uns ja jetzt mal erzählen lassen.
Tamara
00:13:54
Jawohl.
Vera
00:13:55
Ja, nämlich heute jemand zu Gast, die wahrscheinlich alle Menschen, die je mit Self-Publishing und speziell mit dem Self-Publishing-Verband zu tun haben, kennen, weil sie schon seit vielen Jahren da die Geschäftsstelle führt und quasi das Herz des Verbandes ist. Die Rede ist von Christina Loböck und dass sie auch eine total erfolgreiche Autorin ist, wissen manche gar nicht und dem wollen wir heute mal so ein bisschen auf den Grund gehen. Ich freue mich sehr, dass sie heute da ist. Hallo Christina.
Christina
00:14:27
Hallo Vera, hallo Tamara.
Tamara
00:14:29
Hallo, wie schön mal wieder mit dir eine Videokonferenz zu haben.
Christina
00:14:35
Das hatten wir jetzt schon lange nicht mehr, aber der Grund ist heute ein erfreulicherer als sonst, sonst war es ja immer Arbeit. Heute ist ja mal Vergnügen.
Vera
00:14:46
Ja, gut, wir schauen mal, wohin es uns führt.
Christina
00:14:49
Ja, mal schauen, ob es ein Vergnügen wird, ne, Vera?
Vera
00:14:52
Genau. Ja, jetzt müssen wir den Hörern da draußen erzählen. Du hast mir erzählt, du hast ein, Weihnachts-Romans geschrieben, du hast da so einen tollen Titel, Cozy, Christmas-Romans, geschrieben und der ist quasi von null in die Top 100 bei Amazon gerutscht. Gebe ich das so richtig wieder und erzähl mal genau, was das jetzt ist.
Christina
00:15:20
Ja, genau. Also im Grunde hast du es jetzt super zusammengefasst. Also ich habe, Cozy Christmas Romance ist das Subgenre, so wie es sich nennt. Und da habe ich im letzten September den ersten Teil rausgebracht und dann noch drei weitere, also drei Folgeteile. Es ist eine Reihe und hat jetzt vier Bände. Und ja, ich bin an das Ganze rangegangen, so ein bisschen als Experiment für mich selber, weil ich mal gucken wollte, wie weit man es bringt, wenn man gar kein Marketing macht. Also nichts in Marketing investiert, mit einem neuen Pseudonym, das keiner kennt, sich einfach aber im Markt so positioniert, dass man sagen kann, ja, ich habe vorher meine Hausaufgaben gemacht, meine Recherche betrieben, ich habe Zielgruppe analysiert etc. Pp. und dann wollte ich einfach mal schauen, wie weit kannst du denn da bei Amazon überhaupt kommen. Und das habe ich tatsächlich zwei Jahre lang gemacht. Also diese Reihe, die ist zwei Jahre lang in Vorbereitung gewesen, kann man sagen. Also es ist jetzt nicht von heute auf morgen so, dass ich total überrascht war und dann ging das alles flott von selbst, sondern da steckte schon ein bisschen Arbeit dahinter. Das heißt, wenn ich jetzt auch sage, ich hatte kein Budget, Im Sinn von, ich wollte da nicht sehr viel Geld in die Hand nehmen für dieses Experiment, aber ich habe zeitlich sehr viel investiert. Und dann ist das aufgegangen. Also dann hat das tatsächlich funktioniert. Und war dann, also der erste Teil oder der erste Band, muss man ja bei einer Reihe eigentlich korrekterweise sagen, war dann über einen Monat in den Top 100 drin, also in den Amazon Top 100. Und der zweite Band gar nicht, interessanterweise. Der dritte dann wieder ein paar Tage und der vierte war dann nochmal zwei Wochen drin. Also in dem Fall, ich will jetzt nicht sagen, ich habe den Stein der Weisen gefunden oder sonst irgendwas. Aber so ein Sandkörnchen habe ich auch nicht gefunden, aber ich habe halt einfach mal alles das umgesetzt, was man ohnehin die ganze Zeit hört. Also man hört ja immer, es sagen ja immer alle Leute, wenn du eine Reihe planst, du musst den Rapid Release machen bei Amazon, also gerade bei Amazon ist das wichtig. Du darfst dann nicht so lange die Leute auf den zweiten Band warten lassen, sonst da geht ja zu viel Momentum verloren. Genauso wie den Newsletter ab Tag 1 aufbauen, genauso wie die Preistrategie genau planen, genauso wie die Zielgruppe genauestens analysieren vorher und eben dieses Right-to-Market, das ja ein bisschen verpönt manchmal ist, weil alle immer glauben, das wird die Kreativität so massiv einschränken, was ich aber gar nicht so stark finde. Aber wenn du das mal alles anwendest, dann kannst du mit dem tatsächlich halt, ja, ist jetzt keine Alchemie oder sonst irgendwas. Dann funktioniert das schon. Ich habe mir lustigerweise gestern nochmal eure Podcast-Episode mit dem Johannes Zumwinkel angehört.
Vera
00:18:35
Auf die wollte ich gerade zurückkommen, weil genau der hat das ja genau so in dem Buch, was wir damals besprochen haben, exakt, da gibt es diese Fragebögen für, dass man genau diese macht. Hast du das mit seinen Methoden gemacht?
Christina
00:18:47
Ich habe das so ein bisschen, ich habe jetzt ehrlich gesagt das Buch nicht, aber ich habe die Podcast-Episode, ich weiß jetzt nicht, ob ich es damals gehört habe, Aber es war so eine von den ersten von euch, die ich gehört habe. Ich dachte immer, wenn das so funktioniert, man müsste es halt einfach mal probieren. Ich muss auch dazu sagen, ich hatte einen Testballon vor dieser Reihe unter noch einem anderen Pseudonym. Mit einer Autorenkollegin gemeinsam, also da haben wir zu zweit geschrieben und da haben wir das halt alles zu zweit gemacht und die, das war auch eine Reihe, das waren sieben Teile, die hat auch gut funktioniert. Die hat jetzt nicht so gut funktioniert wie diese Christmas Romans, aber da hat man schon gemerkt, also wenn man einfach bestimmte Parameter richtig einstellt, und Anführungszeichen, dann ist es nicht so, dass diese Bücher im Nirwana von Amazon verschwinden, sondern da kann man sich schon einen netten Nebenverdienst damit generieren. Also wir hatten es halt damals auch noch durch zwei, dann musst du es teilen. Es ist halt Risiko, ist geteilt, aber auch das, was dann dabei rauskam, ist geteilt. Aber da hatte ich schon mal so ein bisschen probiert, also auch mit Keyword-Recherche etc. Petra Pippi.
Vera
00:20:05
Darf ich da mal reingrätschen? Weil da würde ich jetzt gerne mal so ein bisschen zurückgehen. Du hast gesagt, zwei Jahre lang hast du recherchiert. Da müssen wir jetzt die nächsten zwei Stunden eintauchen. Weil das interessiert mich sehr brennend. Wie hast du angefangen? Wusstest du am Anfang, ich mache Christmas oder war das ganz frei? Wie bist du vorgegangen?
Christina
00:20:29
Nee, ich wusste am Anfang, ich schreibe Romance. Also das wusste ich. Aber Romance ist ja ein sehr breites Feld. Also da fällt ja vieles rein. Das ist genauso wie bei dir bei Krimi. Da ist ja auch erstmal Suspense. Also das ist ja ein großer Markt erstmal, ein großer Anteil. Und zweitens halt dann gliedert sich das halt nochmal auf in Subgenre und Sub-Subgenre. Und was weiß ich, da kannst du mehr Remeta-Ebene gehen.
Vera
00:20:54
Also da ist ja schon die nächste Frage. Wir haben uns ja in Leipzig kurz getroffen. Da hast du mir ja, vielleicht kommen wir nachher noch dazu, noch ganz wirre Subgenres genannt. Die ich noch nie gehört habe, wo findet man diese ganzen Subgenres? Gibt es da irgendwo eine Liste?
Christina
00:21:11
Naja, ich meine, es gibt natürlich die Kategorien auf Amazon.
Vera
00:21:15
Ja, gut.
Christina
00:21:15
Also das sind ja an sich schon mal Subgenre-Einteilungen.
Vera
00:21:18
Aber die sind total ganz komisch. Ich habe bis heute auch nicht begriffen, was ein Landhauskrimi ist.
Tamara
00:21:24
Nicht?
Christina
00:21:25
Ja, ein Krimi, der in einem Landhaus spielt, hätte ich jetzt mal.
Vera
00:21:28
Ja, keine Ahnung. Bei meiner Krimis werden immer Landhauskrimi eingeordnet. Ich habe keine Ahnung, was das ist.
Christina
00:21:34
Okay, da hätte ich es vielleicht jetzt nicht so verortet.
Tamara
00:21:37
Ich denke jetzt so an diese englischen Cottages und sowas.
Vera
00:21:41
Wenn da irgendwie was passiert. Ich weiß es auch nicht.
Christina
00:21:44
Wobei man ja immer auch ganz vorsichtig sein muss, weil die Amazon-Kategorien ja oft übersetzt sind aus dem Englischen. Und dann heißt es ja oft ganz was anderes. Also wenn, auf Amazon Deutschland, Ferienroman oder Ferienliebesroman.
Tamara
00:21:59
Dann ist es eigentlich Feiertag.
Christina
00:22:01
Dann ist es eigentlich Holiday übersetzt vom englischen Feiertag. Im Englischen, wenn du es dann einstellst, also ich bin ja auch gerade dabei, dass ich das Ganze jetzt, ich möchte es auch auf dem US-Markt jetzt probieren, weil jetzt habe ich so Lunte gerochen. Dauert aber bestimmt nochmal zwei Jahre, bis ich es dann tatsächlich mache.
Vera
00:22:17
Das Thema haben wir nächste Woche.
Christina
00:22:20
Genau. Aber wenn du dir, Also wenn du im Amazon-Dashboard tatsächlich mal die Sprache änderst, dann kriegst du auch die Kategorien, also die englischen oder die amerikanischen Kategorien raus bei der Auswahl. Und dann kannst du mal gucken, wo sich das überhaupt überschneidet und wo es da mehr Kategorien und Subgenres auch noch gibt. Aber du wolltest ja wissen, wo ich das her habe. Also jetzt nicht, ich meine Amazon durchsuchen ist die eine Sache. Die andere Sache ist halt, es gibt da ein paar Tools, nenne ich es jetzt mal, wo du natürlich sehr tief in diese ganze Thematik eintauchen kannst. Und das eine ist, das ist der Publisher Rocket.
Vera
00:23:01
Den kennst du, ne?
Christina
00:23:03
Also wo du eben die Kategorien von anderen Büchern auch auslesen kannst, wahnsinnig praktisch. Und dann gibt es aber auch noch englischsprachigen Feld, den jetzt weiß ich nicht, wie er heißt, der das macht, aber Calytics. Kailitics sagt euch auch was?
Vera
00:23:19
Nein.
Christina
00:23:20
Also Kailitics ist jetzt kein Tool in dem Sinn, aber da hat sich jemand hingesetzt und mir fällt jetzt bürgerweise der Name nicht ein, der die ganzen Kategorien, die es gibt auf dem englischsprachigen Markt, untersucht. Und zwar untersucht auf, erstens, welche Kategorien gibt es überhaupt? Und dann aber auch, der bringt Reports raus, jährlich meine ich, wo er dann genau untersucht, ab wann gehen diese Kategorien im Suchvolumen hoch? Was für ein Suchvolumen gibt es da überhaupt? Welche Cover in den Kategorien, das ist auch ein total spannendes Thema, Wie sehen die Cover in den Kategorien aus, die den größten Marktanteil haben bei den Verkäufen?
Vera
00:24:02
Wie sehen die Top 100 aus? Guckt der da auf dem amerikanischen Markt oder wenn die Cover-Geschmäcker sind ja völlig unterschiedlich?
Christina
00:24:09
Genau, der macht das für den amerikanischen Markt, für den englischsprachigen Markt. Aber ich habe mich halt hingesetzt und habe mir das angeguckt und habe dann für mich in der Kategorie, in die ich rein wollte, diese Daten halt auch gesammelt und geguckt. Und deswegen hat es so lange gedauert.
Vera
00:24:28
Du hast jetzt hier bei Amazon dir monatlich oder was auch immer diese Kategorie angeguckt, hast geguckt, welche Bücher sind da vorne, welche Cover sind da, Screenshots gemacht oder was auch immer.
Christina
00:24:41
Genau, also tabellarisch erfasst in Excel und alles.
Tamara
00:24:45
Und ist das so ein webbasiertes Tool oder kann man es mal runterlädt?
Christina
00:24:50
Nee, das ist jetzt eben gar kein Tool, sondern der macht eben diese Reports für den englischsprachigen Markt. Der sammelt die Daten selbst. Die Daten kriegt man jetzt so nicht, aber man kriegt einen sehr detaillierten. Ich glaube, der macht eben auch für Christmas Romance die Reports. Und das ist dann so ein PDF im Umfang von, ich weiß jetzt nicht, 30 Seiten oder so. Dann gibt es auch immer noch ein Video von ihm dazu, wo er erklärt und die ganzen Hypothesen aufstellt und dann sagt, okay, über die letzten fünf Jahre kann man jetzt diese und jene, hat sich das so und so entwickelt. Und wenn man das halt ein bisschen nachbaut, wenn man dann schon weiß, wo man hin möchte und man baut das so ein bisschen nach, dann kriegt man schon eine Idee, was denn gut funktionieren könnte.
Tamara
00:25:37
Schickst du uns mal den Link, dann tue ich den in die Shownotes.
Christina
00:25:40
Den kann ich gern schicken, ja. Es ist aber ein Bezahlmodell. Also das kostet, also man kann sich entweder die Reports einzeln runterladen, je nachdem, welches Genre man halt bedient, wo man da gerne näher eintauchen möchte. Oder es gibt auch so ein Abo-Modell, wo man dann tatsächlich alle Reports und auch immer die Neuesten zugeschickt bekommt.
Vera
00:25:59
Da kann ja jeder für sich entscheiden. Aber wann war denn der Punkt, du hast gesagt, Romans wusstest du, wo war denn der Punkt, dass du gesagt hast, ich mache jetzt Christmas Romans?
Tamara
00:26:08
Und warum?
Christina
00:26:10
Ja, also ich bin ja selber so ein kleines Christkind. Also ich bin ja auch um Weihnachten geboren. Das heißt, ich mag Weihnachten einfach total gerne. Und auch wenn ich da jetzt ganz viele Sachen sage, von wegen, man muss sich am Markt orientieren und man muss das ein bisschen schreiben, was die Leser wollen. Man sollte halt auch immer gucken, was liegt mir denn jetzt besonders.
Vera
00:26:31
Es muss auch wieder eine Schnittmenge geben.
Christina
00:26:33
Genau, es muss eine Schnittmenge geben. Was für mich halt von vornherein klar war, war erstens Romance. Das zweite war, ich kann keinen Spice schreiben. Also da muss ich sehr tief ins Glas geguckt haben, dass ich das kann. Das ist jetzt einfach etwas, das mir nicht unbedingt liegt. Das heißt, das war dann relativ klar, okay, es ist Romance und dann ist es schon mal Wholesome Romance, also diese Wohlfühl-Liebesgeschichte, wo es jetzt nicht weitergeht als Tür zu und dann kann man es sich denken, aber man beschreibt es jetzt nicht im Detail. Und dann war halt irgendwie auch diese saisonale Titel, finde ich immer dann spannend, wenn man merkt, diese Nische ist irgendwie noch undersurft. Also da gibt es noch nicht so viel oder es gibt schon, aber halt nicht so viel, wie die Nachfrage ist. Und da kam ich dann relativ schnell auf die Christmas Romance. Also die ist auch im englischsprachigen Markt anscheinend eben laut Calytics noch undersurft. Also da gibt es noch nicht so viel, wie die Leute eigentlich lesen wollen. Und spannend halt auch für das Experiment, weil ich mir dachte, okay, ich weiß genau, wann das zünden muss, wann du das rausbringen musst, damit du da eine reelle Chance hast, irgendwo im Ranking hochzukommen oder einen gewissen Umsatz zu generieren. Und das erleichtert es dann halt auch. Weil wenn ich jetzt generisch eine Liebesgeschichte schreibe, die ich weiß nicht. Im Frühling genauso wie im Sommer spielen könnte oder vielleicht auch irgendwo dazwischen spielt, dann wird es halt schwierig, dann gebe ich das raus im Februar oder vielleicht dann erst im Juni und so weiß ich halt Christmas Romance, das geht im Herbst los also da, habe ich halt auch mich sehr stark umgehört und umgeschaut und habe halt gemerkt, okay also später als Oktober darf das Ding auf keinen Fall rausgehen, also es braucht einen gewissen Vorlauf und man weiß ja auch der Algorithmus muss erst lernen mit dem neuen Titel umzugehen und wissen, wo er dich dann hintut und wem er dich dann ausspielt und so. Der hat ja auch eine Lernphase. Und das heißt, für mich war dann klar, okay, ich schreibe da eine Reihe. Also für mich war auch klar von Anfang an, das ist nicht ein Standalone, mit dem ich das mal probiere, sondern bei einer Reihe. Also es sind halt viele Vorteile, die so eine Reihe bietet. Wenn der erste Teil nicht funktioniert, dann hast du mit dem zweiten noch immer die Chance, die Leser vom zweiten Teil auf den ersten Teil, dass die dann noch zurückspringen quasi. Und deswegen war es halt für mich klar, also der erste Teil ist im September und der zweite Teil ist dann November und der dritte war im Dezember. Also so war dann eben auf jeden Fall mal.
Vera
00:29:16
Wir hatten das gerade im Vorgespräch das Thema Reihen, weil ich jetzt gerade, da auch so meine Erfahrungen mache und auch mit Book Report, ich weiß nicht, ob du den kennst, gesehen habe, wie hoch die Quote derer ist, die bei mir Teil 1 gelesen haben und dann auch Teil 2 und Teil 3 lesen. Und ich habe gerade Tamara davon, glaube ich, überzeugt, aus ihrem Buch dann doch eine Reihe zu machen. Wobei ich glaube, Tamara, ich sage nichts Falsches, sodass das Gefühl etwas völlig danach zu schreiben, um es dem Amazon-Algorithmus recht zu machen, das würde dir nicht behagen, oder?
Tamara
00:29:54
Das ist, glaube ich, genau das, was dieses Ich-habe-keine-Lust-zu-schreiben in mir auslässt.
Vera
00:30:02
Wobei ich da schon der Christina recht gebe, ich merke das ja auch gerade. Also ich meine, jetzt gerade auch jetzt bei der Konzepte meiner kommenden Krimi-Reihe, natürlich sind da auch strategische Entscheidungen, spielen da eine Rolle. Aber es gibt eben schon auch eine Schnittmenge zwischen strategisch und macht mir Spaß.
Tamara
00:30:19
Das bestreite ich nicht. Ich meine, ich will ja jetzt auch nicht irgendwas völlig Wirres schreiben und hoffen, dass eine Person sich wenigstens findet, die es mag. Also ich überlege mir dann ja schon auch, wie kann ein Cover als Reihe funktionieren und so. Also ich glaube, die Frage ist immer ein bisschen, was ist jetzt die erste Prio, auch gerade beim Schreiben? Will ich wirklich irgendwas, was tief in mir drin ist, rauslassen oder schreibe ich auf ein Ziel hin? Und ich glaube, dass weder das eine noch das andere besser ist. Man muss nur gucken, wie man selbst tickt.
Vera
00:30:54
Ja, klar.
Christina
00:30:55
Ich glaube auch, das ist tatsächlich eine Grundsatzfrage, die sich, glaube ich, auch jeder unbedingt stellen sollte, bevor er anfängt zu schreiben. Also was will ich mit dem Buch eigentlich erreichen? Ist es mir persönlich ein Anliegen, da eine Message auch zu vermitteln? Ich weiß nicht, mich selbst zu verwirklichen. Viele haben ja auch einfach nur den Wunsch, ich möchte mal ein Buch geschrieben haben. Dann bitte mach das. Wenn ich mir aber von vornherein klar bin, ich möchte damit auch kommerziell einen gewissen Erfolg haben, dann muss ich mich halt schon ein bisschen nach dem Markt richten und gucken, was möchten denn die Leute. Und ich finde, das eine schließt das andere nicht immer aus.
Tamara
00:31:35
Es ist mehr so eine Balance, was ist stärker, was ist an erster Stelle, was wiegt ein bisschen höher.
Christina
00:31:43
Genau, aber auch, wenn ich eine Geschichte habe, die ich unbedingt schreiben möchte, ich gehe jetzt einfach immer von Romance aus, weil da bin ich halt drin, ne? Wenn ich da jetzt eine Liebesgeschichte habe und ich denke mir, eine tolle Liebesgeschichte hat es noch nicht gegeben. Aber ich merke dann halt, meine Liebesgeschichte würde jetzt irgendwie, ich weiß nicht, in Russland spielen, keine Ahnung. Und ich merke aber gerade, na gut, aber nachgefragt ist das jetzt nicht so. Also russische Liebesgeschichten, ich weiß nicht, vielleicht kommt es ja auch nochmal irgendwann, aber momentan.
Tamara
00:32:16
Vielleicht löst du gerade den Trend aus.
Vera
00:32:20
Momentan stelle ich das russische etwas, sehe ich fast schwierig.
Tamara
00:32:23
Ja, Liebe unter Bedrängnis.
Christina
00:32:25
Oder lass irgendwie, ich wollte jetzt nicht in die Weltpolitik abtauchen, aber ich kann mir ja dann immer noch überlegen, gibt es nicht vielleicht ein anderes Land, wo die Leser eher drauf abfahren und wo es jetzt nicht so viel Unterschied macht, ob das da oder dort spielt. Und kann ich mich dann vielleicht zu dem Kompromiss überreden lassen, das muss ja nicht gleich an der Nordsee sein, aber vielleicht dann Schweden, keine Ahnung. Oder Irland, glaube ich, ist auch noch immer ganz gut mit dabei. Also vielleicht habe ich auch Bezug zu dem Land, das wäre dann immer noch besser und dann kann ich mich da vielleicht auch in eine Nische setzen, die jetzt noch nicht so prominent ist, in den Köpfen der Leute.
Vera
00:33:09
Jetzt muss ich ja sagen, jedes Jahr um Weihnachten rum, Da denke ich, verdammt, du musst irgendwann eine Weihnachtsroman schreiben.
Tamara
00:33:17
Da bist du dann mal ein bisschen spät dran.
Vera
00:33:21
Wann hast du angefangen zu schreiben und wie war es, im Sommer eine Weihnachtsgeschichte zu schreiben?
Christina
00:33:27
Ich habe nicht im Sommer die Weihnachtsgeschichte. Ich habe die zu Weihnachten geschrieben.
Vera
00:33:32
Aber das Weihnachten davor, also so lange vor war es dann.
Christina
00:33:34
Das Weihnachten davor, genau. Und ich habe es auch, und das ist, glaube ich, auch schon so ein Hebel gewesen. Ich hatte das ein Jahr in der Vorbestellung.
Tamara
00:33:42
Wow.
Christina
00:33:43
Also ich hatte das tatsächlich, sobald die Rohversion fertig war und ich das Cover hatte, habe ich das als Vorbestellung reingetan und habe mir gedacht, das war kurz nach Weihnachten, 24, und habe mir gedacht, gut, ich sammle jetzt einfach noch alles ab, was es an Lesern gibt, die XY-Keyword eingeben und dann auf meine Buchseite stolpern und das dann vorbestellen. Und das war für Band 1 nicht viele. Das waren 60 Vorbestellungen, die der Band hatte.
Vera
00:34:15
So habe ich nie.
Christina
00:34:17
Ja gut, aber du musst halt sagen, das war ja gut elf Monate so in etwa. Nee, nicht elf Monate, war es nicht nur eine Vorbestellung. Es war von Dezember 24 bis September. Im September ist es ja rausgekommen. Also war gar nicht ein Jahr. Aber da habe ich halt alles noch so quasi abgegrast, auch im Sommer. Man würde es nicht denken, aber die Leute lesen auch im Sommer Weihnachtsromane. Und dann nehme ich das halt mit. Und ich glaube, was auch ganz wichtig ist, also nicht nur die Vorbestellung so früh wie möglich rein, sondern auch alles, was du da anlegen kannst schon. Die Reihe anlegen, wenn es eine Reihe wird. Also die Amazon. Amazon kannst du ja angeben, das ist jetzt eine Reihe. Und dann auf jeden Fall auch die Reihe anlegen, damit man auch weiß, okay, das ist Teil 1 von etwas, das da noch kommt. Spannend, was wird es denn sein? Und dann auch die A-Plus-Inhalte. Sobald du die A-Plus-Inhalte hast, kannst du die A-Plus-Inhalte hinterlegen. Und es macht halt einen Unterschied, wenn jetzt ein Leser auf eine Amazon-Seite klickt für eine Vorbestellung, die noch relativ kahl ist, oder wenn du durch die A-Plus-Inhalte schon irgendwie eine Stimmung vermittelst, die der Leser dann im Buch kriegt oder haben soll.
Vera
00:35:31
Ja, das kann ich gut nachvollziehen.
Tamara
00:35:33
Aber da würde ich mal kurz aus eigenem Interesse zwischenfragen. Das hast du jetzt im Vorgespräch nicht mitbekommen, Aber ich bin eben gerade in der Planung, mein Buch, was jetzt seit letztem Jahr Juni draußen ist, eben ein bisschen umzubauen, dass es dann eben Band 1 der neuen Reihe ist. Und ich schreibe an Band 2, weiß aber nicht, ob ich das dieses Jahr noch zur Veröffentlichung bringe oder ob es eher Anfang nächsten Jahres wird. Und mein Kopf sagt mir, wenn ich da jetzt schreibe, also Reihentitel 1, dass das dann den Leuten, die es ja bis dahin trotzdem noch kaufen sollen, eigentlich signalisiert, ach so, das ist 1 und 2 ist noch gar nicht da oder dann warte ich noch.
Christina
00:36:21
Also es kommt darauf an, Teil 1 ist in sich abgeschlossen. Das kann man auch alleine lesen, ohne dass man dann irgendwie noch einen Cliffhanger mit dran hätte.
Tamara
00:36:30
Nee, das war ja nicht mal als Reihe gedacht ursprünglich.
Christina
00:36:33
Ja, aber der schreibt es so in den Klappentext rein.
Vera
00:36:36
Auf jeden Fall.
Christina
00:36:36
Also das machen auch ganz viele. Also jeder Teil oder jeder Band der Reihe ist für sich unabhängig lesbar.
Vera
00:36:44
Absolut.
Christina
00:36:45
Das ist ein ganz wichtiger Satz. Also den kann man schöner formulieren, aber das ist ein ganz wichtiger Satz, den die Leute auch, also da gucken die Leute auch drauf. Also wenn der im Klappentext steht oder vielleicht auch noch in den A-Plus-Inhalten mit drinnen ist, wenn du es da irgendwo schön unterbringst. Nicht jetzt, ja... Nicht jetzt so komisch formuliert, aber vielleicht irgendwie noch ein bisschen netter, das Geschichte 1 oder da geht es jetzt um Person XY, Figur 1, dann ist das auf jeden Fall ein guter Hinweis, den man da setzen kann. Aber wenn du dir nicht sicher bist, auch wenn du dir nicht sicher bist, wann du das rausbringst, setz es rein als Vorbestellung. Gib dir einen Puffer, wo du sagst, da schaffe ich das locker. Du kannst ja...
Tamara
00:37:31
Das habe ich schon mal gemacht. dann ist mein Papa gestorben und dann habe ich es nicht geschafft und dann wurde ich gesperrt von Amazon.
Vera
00:37:37
Ja, du, da musst du rechtzeitig das Datum verschieben. Das kannst du ja verschieben.
Christina
00:37:41
Mach es wirklich mit so viel, bei uns sagt man Spazi, mit so viel Puffer, dass du gut hinkommst. Und wenn das erst in anderthalb Jahren ist, ich weiß jetzt nicht, ob Amazon da irgendwo eine Grenze setzt, möglich wäre es, aber mir wäre sie jetzt noch nicht untergekommen. Aber setze auf jeden Fall Reihen.
Tamara
00:38:04
Also dein Tipp wäre jetzt schon das Cover machen für Teil 2. Und dann auch beim, also da wo der Reihentitel, das ist ja dann im Prinzip der Untertitel, auch eine 1 dazusetzen oder nur den Reihentitel.
Vera
00:38:17
Nein, das muss ja, wenn du das Buch in den KDP eingibst, dann kannst du ja angeben, gehört zur Reihe.
Tamara
00:38:24
Ja, das habe ich schon gesehen, aber halt noch nie bespielt.
Vera
00:38:26
Ja, genau. Du musst halt die Reihe anlegen, die nennst du halt irgendwie. Und dann fragt er, ist das Band 1 der Reihe? Und dann zeigt er das automatisch an. Im Untertitel, nein, da gehört das nicht rein. Das macht Amazon von alleine.
Christina
00:38:39
Den Untertitel, das ist auch so ein unterschätztes Keyword-Ding.
Vera
00:38:43
Das habe ich auch gelernt.
Christina
00:38:44
Ja. Im Untertitel sollst du halt wirklich nur Dinge angeben, die sonst nirgends vorkommen. Oder vor allem halt wieder auf Keyword setzen. Also weil Titel und Untertitel sind, die ersten, ja, also die wichtigsten Positionen, wo du Keywords unterbringen kannst, abseits von diesen sieben Keywords, die du im Backend eingeben kannst bei den Büchern.
Tamara
00:39:09
Da ringt es jetzt schon wieder in mir zwischen, finde ich total logisch, leuchtet mir mega ein und ich möchte doch aber einen Titel haben, der irgendwie was aussagt, aber dann ist, also die kleine Problemlösungstamara in meinem Kopf hat dann gesagt, ja, dann schreib doch ein Titel, bla bla bla, Musikdrama. Dann habe ich quasi beides drin. Ist das schon wieder zu kompliziert?
Vera
00:39:35
Ja, ich habe es nicht verstanden. Aber egal.
Christina
00:39:39
Ich weiß es auch nicht genau, ich weiß, was du meinst.
Vera
00:39:42
Und sie ist Magistra der Philosophie.
Tamara
00:39:46
Also keine Ahnung, wenn jetzt mein reines Titel wäre, lustige singende Menschen auf der Bühne, dann würde ich nicht nur das als Untertitel nehmen, sondern ein lustige, singende Menschen auf der Bühne Musikdrama. Dann habe ich meinen wunderbar klingenden Titel und das Keyword Musikdrama. Ist das sinnvoll?
Vera
00:40:06
Das ist schon besser. Ich würde aber noch ein bisschen mehr in die Emotions gehen. Ich würde sagen, ein mitreißendes Musikdrama.
Christina
00:40:14
Also man muss auch sagen, im deutschsprachigen Raum kommen mir diese Untertitel gar nicht so oft vor. Ich glaube, da haben viele auch Angst davor.
Tamara
00:40:22
Was einzusetzen. Im Moment habe ich das tatsächlich genutzt. Aber ich denke mir dann, wenn ich die Reihe ja irgendwie benenne, dann muss das doch klar als Titel erkennbar sein. Da hakt es gerade bei mir.
Vera
00:40:33
Wie gesagt, das macht Amazon. Also ich habe jetzt bewusst in meinen Krimis, ich habe immer jetzt einen Untertitel, der das Cozy Crime da reinschreibt oder Cozy Krimi und damit ich dieses Genre, dieses Keyword da mit drin habe.
Tamara
00:40:48
Also im Moment habe ich da stehen Rock in Peace als Titel und dann steht da ein Musikdrama über Freundschaft, Verlust und den Weg zurück ins Leben. Ich weiß nicht, ob das jetzt die besten Keywords sind, aber das habe ich schon so nach Inhalt genutzt. Aber wenn ich da jetzt einen Reihentitel reinsetzen will, das hebt sich doch gegenseitig auf.
Vera
00:41:06
Du setzt keinen Reihentitel rein.
Tamara
00:41:08
Natürlich nicht.
Vera
00:41:09
Du setzt denselben Untertitel bei Band 2 genau so reinsetzen.
Tamara
00:41:13
Und wo tue ich dann den Titel der Reihe hin?
Christina
00:41:15
Der kommt automatisch in Klammer dahinter.
Vera
00:41:17
Der kommt automatisch.
Tamara
00:41:18
Ach so.
Christina
00:41:19
Also das hat jetzt gar nichts mit dem Untertitel zu tun eigentlich. Der Reihentitel steht dann in Klammer noch und dann steht eine 1 oder eine 2 dort.
Tamara
00:41:26
Ach so, okay, gut. Gut, dann haben wir das Problem ja gelöst.
Vera
00:41:30
So, jetzt kommen wir nochmal zu den, wir haben jetzt schon mal gelernt, du hast jetzt dann 2024 hast du erst ein Jahr recherchiert, bis irgendwann zum Schluss gekommen, Weihnachten mag ich, Wormits passt, Christmas Wormits ist, wie du das so schön sagst, untersurft. Ich muss da mal in Untervögel denken. Entschuldigung.
Tamara
00:41:56
Overworked und Under-Ownes-Pice.
Vera
00:41:58
Ja. Es untersurft, also fange ich bestenfalls Weihnachten 2024, da bin ich eh in Weihnachtsstimmung, fange ich an Weihnachts-Rommels zu schreiben. Finde ich absolut genial. Super. Wobei, was mich ja immer abhält, ein Buch zu schreiben und zu wissen, dann kommt erst in einem Jahr raus, das macht mich wahnsinnig.
Christina
00:42:23
Das habe ich schon aus euren früheren Podcasts rausgehört. Aber trotzdem ist es halt schon so, hatten wir ja schon gesagt, wenn du eine Reihe planst und du bist ja auch gerade da jetzt drin, eine neue Reihe zu planen, aber es ist echt so, mit einer neuen Reihe rauszugehen und nicht zumindest die ersten zwei, besser drei oder vier Teile davon zu haben, ist halt echt eigentlich blöd.
Vera
00:42:53
Wenn wir diese zwei haben und dann gucken wir weiter.
Christina
00:42:56
Also weil die, ich meine, ich gehe jetzt immer von Amazon aus, weil ich bin ja auch nur, ich bin bei Amazon exklusiv, also ich bin noch nicht wide gegangen mit dem Ganzen. Das wäre ein nächster Step, wie man halt irgendwie vielleicht noch Reichweite generieren kann. Mache ich jetzt gerade aber nicht, weil KU mich noch sehr gut bedient, muss ich sagen. Aber die, so jetzt habe ich den Faden verloren.
Vera
00:43:21
Also dass man mit den zwei, mehrere Teile direkt hintereinander macht.
Christina
00:43:24
Genau, also das ist halt, du bedienst ja auf Amazon schon ein Klientel, das ein bisschen anders tickt als jetzt im stationären Buchhandel auf jeden Fall und auch bei Tolino, wenn man den Aussagen so glaubt, da habe ich jetzt die Erfahrung nicht. Aber das sind die Leute, die Binge-Readen. Also die KU-Leser, die wollen, wenn sie Teil 1 gelesen haben, die wollen sofort ein Teil 2. Und wenn die wissen, da kommt noch ein Teil 3 nach, dann wollen sie das auch lieber gestern als heute auf dem Kindle geladen haben und durchlesen. Und da darf man denen, also wenn man das halt füttern kann, füttern klingt so, ja, Klingt jetzt nicht so nett, aber wenn man das bedienen kann, dann ist es auf jeden Fall besser, als wenn man die Leute ein halbes Jahr oder ein Jahr warten lässt. Weil das sind wir in unserer Gesellschaft einfach nicht mehr gewohnt. Also ich weiß nicht, wie es euch geht. Ich merke das bei mir. Wenn ich bei Netflix eine Serie anfange, dann binge ich die durch. Und wenn dann bei Bridgerton die nächsten Folgen erst in drei Wochen rauskommen, dann bin ich schon mal mh. Ich finde es schon wichtig, wenn man eine Reihe macht und ankündigt, dass die Leute dann auch wissen, wann das nächste Buch rauskommt. Und das ist auch ganz wichtig und das hat auch ja die Anna Kupka im Podcast neulich bei euch gesagt. Also immer hinten im Buch den Link zum nächsten Buch rein und die Leseprobe zum nächsten Buch rein. Und wenn es schon ein paar Bücher gibt, also ich habe das bei allen meinen Büchern, ist das drin, da sind alle anderen Bücher hinten drinnen und vom nächsten Buch kommt die Leseprobe. Das sind ein bis zwei Kapitel, nicht zu lang, weil je länger das alles ist, was hinten noch nach der eigentlichen Geschichte kommt, lesen die Leute vielleicht nicht mehr so und dann könnte das Amazon als Abbruch werten, also wenn es zu lang ist hinten raus und wir wollen keine hohe Abbruchrate, weil das für den All-Star-Bonus nicht gut ist. Also das wird da mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit mit reingerechnet. Deswegen halt nicht zu viel, aber so ein Häppchen, sodass die Leute gleich in der nächsten Geschichte drin sind und wenn die noch nicht rausgekommen ist, dann zumindest der Link zum Vorbestellen. Also ich habe ja auch jetzt den nächsten Teil, der rauskommt, das ist dann der Band 5, der kommt auch wieder im September raus und habe ich jetzt überall als Vorbestellung drin. Also das sind jetzt knapp 1000 Vorbestellungen, die ich bis jetzt schon habe. Und die werden dann wahrscheinlich einen schönen Push geben, wenn das Teil live geht.
Vera
00:45:54
Wow, 1000 Vorbestellungen. Mein Gott, ich hatte bei dem letzten Buch 49. Naja, super. So, aber du hast ja jetzt auch von, wir müssen auch mal ein bisschen zurückgehen, du hast ja auch von relativ lang, was hast du denn noch recherchiert? Also du hast recherchiert, welches Show, du hast recherchiert, wie das Cover auszusehen hat, hast du auch nach inhaltlichen Sachen recherchiert, gibt es Figuren, Konstellationen, die sein müssen?
Tamara
00:46:22
Tropes.
Christina
00:46:24
Stichwort Tropes zum Beispiel, ja. Ja, das ist auch ein Stichwort. Was ich aber auch gemacht habe, war, ich habe mir, wie gesagt, Konkurrenztitel unter Anführungszeichen rausgesucht. Also Leute, die da schon erfolgreich drin sind, die da schon erfolgreich veröffentlicht haben. Und ich habe die halt sehr genau unter die Lupe genommen. Unter anderem auch die Rezensionen. Also du liest dir die Rezensionen durch und du guckst dann genau, was gefällt den Leuten und was vermissen sie vielleicht in dem Buch noch? Oder was hat ihnen vielleicht nicht ganz so gut gefallen? Also das sind die Drei-Sterne-Rezensionen, wenn es es gibt. Also Rezensionen nehmen ja immer mehr ab. Also es gibt ja immer mehr Leute, die nur noch Sternchen klicken. Aber das ist manchmal schon eine Goldgrube, um zu gucken, in welche Richtung soll es denn am besten gehen für die Lisa?
Tamara
00:47:13
Was hat gefehlt? Ja, das ist ein guter Tipp.
Christina
00:47:14
Genau, was hat denen noch gefehlt, was könnte man denn noch besser machen, auch bei diesen Büchern, die sich schon gut verkauft haben oder die viele Leser haben.
Vera
00:47:26
Gibt es da Sachen, die du da konkret entdeckt hast und die du da noch hinsetzt hast?
Christina
00:47:32
Ja, doch, also da gab es schon ein paar so Hinweise. Es gab jetzt auch zum Beispiel Hinweise zur Länge des Buches. Also das ist jetzt auch wieder so ein, da könnte man auch wieder abendfüllen drüber reden, wie lang so ein Buch jetzt bestenfalls ist. Weil ich ja zum Beispiel auch glaube, weil wir vorher gerade mit diesem Binge-Watching und so das hatten, ich glaube zu lange, also zu viele Seiten ist auch nicht gut. Zu wenig Seiten ist nicht gut für K.U., wenn du in K.U. bist. Zu viele Seiten ist aber auch nicht gut, weil die Leute das am liebsten, also in diesem leichten Genre, in dem ich schreibe, die Leute wollen das halt so wegsnacken. So am Abend noch, die lesen nicht ein, zwei Kapitel, die lesen pro Tag am liebsten ein ganzes Buch oder zumindest ein halbes. Und dann haben sie das durch und dann haben sie irgendwie das Gefühl, das sie haben wollten im besten Fall und gehen dann mit einer guten Leseerfahrung raus.
Vera
00:48:28
Was ist denn dann die richtige Länge, also aus deiner Sicht? Auf welche Länge hast du dich denn so eingeschossen?
Christina
00:48:35
Ja, also wie gesagt, bei den Testballonbüchern, die jetzt auch im Romance-Bereich waren, waren es tatsächlich ganz kurz. Also da waren wir bei so 130 bis 170 Seiten.
Vera
00:48:48
Was ist das in Wörtern?
Christina
00:48:49
Ich muss dazu sagen.
Vera
00:48:49
Ich habe keine Prints.
Christina
00:48:51
Also ich kann es immer nur nach den Seiten, die K.U. da berechnet.
Vera
00:48:56
Und weißt du nicht, wie viele Wörter du geschrieben hast?
Christina
00:48:59
Doch, doch, das weiß ich schon. Das kann ich dir schon sagen. Also es sind 30.000 ungefähr.
Vera
00:49:02
Also 25.000.
Christina
00:49:04
Bis 30.000 waren die kurzen. Das war aber ein bisschen zu kurz, weil du tatsächlich für KU einige brauchst, die das lesen, damit du da... Auf eine schöne Anzahl und einen schönen Bonus kommst. Aber das Gute an den kurzen Büchern ist halt auch, die Abbruchrate ist niedriger. Weil die Leute halt dann irgendwie sagen, wenn ich bei Seite 70 bin und ich weiß nicht so genau, ein anderes Buch würde ich vielleicht weglegen, wenn dann noch 200 Seiten folgen. Aber wenn es nur noch 60 Seiten sind, ja, dann lese ich die halt noch mit.
Tamara
00:49:36
Ich könnte mir schon auch vorstellen, dass gerade in diesem Saisonalen die kürzeren Sachen natürlich interessant sind, weil man nicht so eine lange Zeitspanne hat, in der man diese Stimmung auch haben will dann vielleicht.
Christina
00:49:49
Ja, das ist auch möglich, dass das ein Grund ist. Also ich habe jetzt so, bei mir ist so der Sweet Spot jetzt momentan bei der Christmas Romance sind so 230 bis 250 Seiten, beziehungsweise das sind jetzt so, wie viel waren es, 45.000 bis 50.000 Wörter circa.
Vera
00:50:06
Das ist ja auch etwa so eine Krimi-Stärke, ich bin so bei 50.000, 55.000. aus.
Christina
00:50:11
Da kriege ich halt auch die Beats schnell gut unter. Also ich schreibe nach dem Save the Cat. Ich halte mich da relativ rigoros dran. Und da muss ich sagen, alles was drunter ist, da wird es auch mit diesen Beats ein bisschen schwierig, die dann alle tatsächlich noch irgendwie unterkriegen. Aber so mit 50.000 Wörtern ungefähr, die man so anpeilt, kriegt man das alles gut unter, ohne dass jetzt da irgendwas gehetzt ist oder vom Pacing nicht funktioniert.
Vera
00:50:38
Aber jetzt muss ich direkt nochmal nachfragen, Wo kriegst du denn die Abbruchrate mit?
Christina
00:50:43
Die kriege ich ja nicht mit, aber Amazon kriegt die mit.
Vera
00:50:46
Jaja, gut. Das heißt, woher weißt du, ob die Abbruchrate gut oder schlecht ist?
Christina
00:50:50
Weiß ich tatsächlich nicht, aber es ist meine Theorie dahinter, dass Leute halt sagen, das Buch breche ich jetzt nicht ab, weil mir fehlen nur noch 20 Seiten.
Vera
00:51:01
Naja, macht Sinn, macht Sinn.
Christina
00:51:03
Genau. Also die andere Frage... Ich wollte sagen, das sind ja leider Daten, die wir nicht kriegen von Amazon.
Vera
00:51:09
Ja, deswegen frag dich nach, weil du da so, deswegen die Frage. Vielleicht weiß die Christina ja was, was ich nicht weiß. Gut, und dann gibt es sicherlich ein paar Dinge, die du weißt, die ich nicht weiß. Zum Beispiel, ich war ja noch nie in der Größenordnung für den All-Star-Bonus. Ab wann kriegt man den eigentlich?
Christina
00:51:26
Ja, der All-Star-Bonus, das ist so, das ist tatsächlich das geheime Süppchen, das Amazon kommt. Aber ich bin dem jetzt, du weißt ja sicher, dass der Matthias Matting dazu schon ziemlich viel geforscht hat.
Vera
00:51:40
Ja, ja, der hat alles erforscht.
Christina
00:51:41
Mit Umfragen unter, ich weiß nicht wie vielen Autoren, die ihm dann die Zahlen auch gegeben haben und so. Ich habe jetzt tatsächlich meine Daten von den All-Star-Bonnie alle Klot gegeben. Also ich bin Fan von Klot.
Vera
00:51:55
Und du hast All-Star-Bonnie bekommen? Okay.
Christina
00:51:58
Also jedes der Bücher hat bis jetzt in jedem Monat einen All-Star-Bonus gekriegt.
Vera
00:52:02
Oh, wow, gut. Und wie viel sitzt dann so?
Christina
00:52:08
Also der All-Star-Bonus macht bei mir insgesamt circa 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Vera
00:52:15
Ich meine jetzt, ab wie viele Seiten mussten dann bei dir da gelesen werden?
Christina
00:52:20
Das kannst du eben nicht genau sagen.
Tamara
00:52:24
Das ist ja auch abhängig von, was wird sonst noch gelesen in dem Monat.
Christina
00:52:27
Es ist abhängig von mehreren, da gibt es schon mehr, es ist mehr als die Seitenanzahl, die für einen All-Star-Bonus zählt. Also nur mal so ein Beispiel, Band 1 hat bei mir sogar im ersten Monat einen All-Star-Bonus gekriegt, obwohl das nur, ich glaube, das waren nur um die 150.000 gelesene Seiten.
Vera
00:52:46
Nur. Oh Gott, Christoph, wir sind völlig anders.
Christina
00:52:54
Naja, also und da war auch niedrig. Also was wäre jetzt mal grundsätzlich... Das sollte jetzt kein Mimimi sein. Nee, gar nicht. Aber guck mal, warum ich mich ja auch heute hier reinsetze zu euch und im Podcast über diese ganzen Dinge rede, ist ja nicht, ich möchte angeben, sondern ich möchte euch ja zeigen, Wenn ich das schaffe.
Vera
00:53:25
Dann müsst ihr das ja dreimal schaffen.
Christina
00:53:34
Ganz ehrlich, das war halt bei mir auch oft so das Ding, anstatt neidisch zu sein auf Kolleginnen, die erfolgreicher sind als ich, habe ich mir immer gedacht, voll cool, die hat das jetzt geschafft. Irgendwas, was ich halt auch wollte, mal einen All-Star-Bonus oder so. Und dann dachte ich mir, okay, aber jetzt ein Grund, ein, ein nachvollziehbarer Grund, warum, wenn sie das schafft, warum soll es denn für mich nicht möglich sein?
Tamara
00:54:00
Ja, und das Interessante ist ja durchaus eben, dass du es mit einem geschlossenen Pseudonym gemacht hast, dass man jetzt nicht anfängt zu spekulieren, ja gut, guck dir die Christina an, die passt halt auch total zu der Zielgruppe, sympathische, hübsche junge Frau, also das fällt ja alles raus in dem Moment und das ist natürlich schon sehr, sehr spannend.
Vera
00:54:21
Ja, das ist genau die Strategie, Was natürlich dann schon für einen Menschen wie mich, die sich eigentlich bisher mal sehr strategisch gedacht hat, zeigt, okay, irgendwie stimmt da was nicht. Nein, aber, und um das mal zu sagen, Neid ist immer noch die größte Form der Bewunderung. Also von daher macht er da mal keinen Kopf.
Tamara
00:54:41
Neid ist ja nicht Missgunst.
Vera
00:54:43
Genau. Wobei ich jetzt auch, wir machen jetzt seit 305 Folgen, haben wir die tollsten Gesprächsparte ever und sind beide noch nicht reich und berühmt.
Tamara
00:54:52
Na Vera, du bist doch auf dem besten Wege.
Vera
00:54:55
Also das durft dann schon Fragen auf, würde ich sagen. Aber egal.
Christina
00:55:04
Aber um jetzt nochmal zum All-Star-Bundeskut zu kommen, weil ich das noch kurz ausführen wollte.
Vera
00:55:10
Sehr gerne.
Christina
00:55:11
Es ist nicht nur die Seitenzahl, die da reinspielt, das sind andere Parameter auch. Und zwar ist zum einen das Ranking, also dass es einen Ausschlag gibt, Also wie hoch rankt das Ganze? Das heißt, es zählen schon auch die Verkäufe mit rein. Das andere ist die Post-Reader-Engagement. Also was machen die Leute, nachdem sie mit dem Buch fertig sind? Oder lesen sie es überhaupt fertig? Klicken die dann eine Bewertung an, klicken die gleich aufs nächste Buch und kaufen das. Also das sind alles so Dinge, das sind ganz viele Daten, auf die wir auch überhaupt keinen Einfluss haben. Es ist die Konkurrenz in dem Monat. Aber was ich halt jetzt auch rausgelesen habe aus meinen Daten ist, Band 1 kriegt die höchste Quote beim Bonus. Also wenn du dir das runterbrichst, wie viel du, also du kriegst ja einen gewissen Betrag dann als Bonus und du kannst dann einsehen, für welches Buch welcher Bonus ausbezahlt wurde. Ich glaube, das war jetzt im Januar ziemlich deutlich. Also hat Band 1, obwohl es weniger gelesene Seiten hatte als alle anderen Bücher, hatte es die zweithöchste Quote pro tausend gelesener Seiten.
Tamara
00:56:26
Okay, spannend.
Christina
00:56:27
Und das heißt, es sind nicht nur die gelesenen Seiten, die da zählen. Also da zählen ganz viele andere Dinge auch noch nicht.
Vera
00:56:35
Wahrscheinlich ist auch schon das, was wir auch im Vorgespräch, mitbekommen, diskutiert haben, weil ich gerade so, wie gesagt, die Erfahrung mache, zu sehen, den Verkauf eines ersten Teils nicht nur als losgelöst zu sehen, sondern auch, was hat das für einen Effekt, wie viel Laufkauf und dann die weiteren Bücher der Reihe. Das heißt, der Verkauf eines Buches des ersten Teils hat für mich einen ganz höheren Wert. Und ich gehe mal davon aus, dass die das da auch mit berechnen. Aber trotzdem, man braucht schon auch eine gewisse Zahl von Verkäufen und gelesenen Seiten und da bin ich dann, wenn ich das sehe, dann doch noch ein Stückchen von weg, aber wer weiß.
Christina
00:57:15
Aber du kommst dahin, weil du setzt ja jetzt alle Tipps, die du jetzt auch gekriegt hast in letzter Zeit, setzt du ja rigoros um, und hast ja jetzt auch die 99-Cent-Aktion für deinen ersten Band, die ich auch nur unterstreichen kann, also auch das, Preistrategie ist da einfach was ganz Wichtiges. Und da musst du es halt noch unter die Leute bringen, dass das jetzt 99 Cent kostet.
Vera
00:57:37
Genau, das mache ich jetzt gerade mit Facebook, Instagram, Ads. Und das scheint wirklich jetzt gut anzulaufen.
Christina
00:57:45
Ich gebe dir da jetzt noch einen gratis Insider-Tipp dazu.
Vera
00:57:49
Super, jetzt, jetzt.
Christina
00:57:52
Ich habe ja gesagt, ich habe kein Budget für Werbung. Das stimmt nicht ganz. Ich habe mir einen Euro gegönnt.
Vera
00:57:59
Okay.
Christina
00:58:00
Und zwar gibt es den, den kennt ihr auch sicher, den Kind of Book Newsletter.
Tamara
00:58:06
Ja.
Christina
00:58:07
Der ist ja rein für Amazon-Bücher, also Bücher, die es auf Amazon gibt oder in KU gibt, Wenn du da eine Preisaktion hast, dann kannst du dein Buch in diesen Newsletter für einen Euro reinsetzen. Und das ist was, wo ich sage, ja, das gönne ich mir mal. Also das habe ich auch gemacht und das hat ganz gut gezogen. Also ich mache das nicht zum Release Day, sondern ich mache das dann immer ein paar Tage verzögert, damit gewisse Dinge dann auch schon eingestellt sind, weil Sachen wie Ranking und sowas kommt ja erst ein paar Tage nach dem Release und dann bist du erst dann in den Kategorien so richtig drin. Und dann mache ich immer den Kind-of-Book-Newsletter, weil der halt genau die Lesergruppe erreicht, die ich erreichen möchte.
Vera
00:58:57
Aber du machst das dann nicht nur für den Ersten, du machst das dann wirklich für jeden dann?
Christina
00:59:00
Ja, genau. Also wenn der Nächste rauskommt, dann auch für den Nächsten. Kannst du auch ganz praktisch vorplanen, also eben, wenn du weißt, mein Buch kommt dann und dann raus. Kannst du diese Kampagne auch vorplanen. Aber wie gesagt, das ist 1 Euro oder 1,20 Euro, wenn man es jetzt genau nimmt mit der Arbeitssteuer. Aber das kann man sich mal gönnen. Da macht man jetzt auch nicht viel falsch.
Tamara
00:59:28
Aber apropos Preise, wie ist denn da deine Strategie? Also wo liegst du preislich? Machst du regelmäßig Aktionen oder wie stellst du dich da auf?
Christina
00:59:40
Ich bin mit 99 Cent reingegangen, weil dir als No-Name auch fast nichts anderes übrig bleibt. Da müssen wir jetzt einfach mal ganz, ich weiß schon, dass da auch immer die Diskussion vorherrscht, ja, wenn ihr eure Bücher irgendwie verramscht, das macht die ganze Preispolitik kaputt und so. Aber du hast halt tatsächlich nicht so viel, du hast ja keinen Social Proof. Also du hast keine Leserschaft, die schon weiß, ach, die Bücher von Autoren XY, die sind super. Da gebe ich gern 3,99 für aus. Das heißt, die ganze Vorbestellung über auf 99 Cent war ja auch Off-Season. Also wenn das im Sommer, kauft das auch selten jemand zum vollen Preis. Ich hatte dann die erste Preiserhöhung bei Teil 1, sobald ich in den Top 100 war. Also ich bin in die Top 100 gekommen und dachte mir so, super Christina, das hast du jetzt erreicht. Da kannst du jetzt auf die Schulter klopfen, mehr wolltest du auch gar nicht. Jetzt kannst du mit dem Preis raufgehen. Und dann habe ich den Preis auf 3,99 erhöht und habe dann aber gemerkt, dass sobald du einmal die Sichtbarkeit in den Top 100 hast, ist es den Leuten relativ egal, ob da 99 Cent steht oder 3,99. Du hast von vornherein ein bisschen einen Hebel, weil sehr viele KU-Leser dann auf das Buch aufmerksam werden. Das heißt, die KU-Seiten steigen, Und das gibt dem Ranking dann nochmal so ein bisschen einen Push, wenn du Glück hast. Und ja, also wie gesagt, es hat dem Ranking keinen Abbruch getan. Also das Ding ist noch weiter raufgegangen sogar. Aber ich habe immer die Vorbestellung auf 99 Cent. Also es war auch bei Band 2 und bei Band 3, die hatte ich für 99 Cent in der Vorbestellung. Und dann auch nochmal, aber da bin ich jetzt gerade noch so, also da muss Claude meine Daten auch nochmal genauestens auswerten. Also beim ersten Teil war ich wirklich lang auf 99 Cent. Also bis das dann, hat ja auch lange gedauert, bis das in den Top 100 war. Das war nämlich erst nach einem Monat circa, wo ich dann eigentlich schon gar nicht mehr damit gerechnet hatte. Und bei Band 2 waren es, glaube ich, drei Wochen. Und ich habe es jetzt immer so ein bisschen verkürzt. Band 3 war dann nur noch zwei Wochen nach Release, nach 99 Cent und dann Vollpreis. Und beim vierten Band war ich tatsächlich nach einer Woche schon so, der ist aber auch relativ knapp erschienen zum Peak, also wo ich den Peak erreicht habe. Also Band 4 ist irgendwie sowieso so eine Ausnahme, Der war am dritten Tag auf Platz 49, weil der einfach innerhalb von zehn Tagen 200 Vorbestellungen generiert hat. Und dann hatte ich dann noch das Glück, dass ich am Release-Tag bei der Schnulze der Woche nominiert war. Schnulze der Woche ist auch so ein Geheimtipp, weil das kostet nichts. Ich weiß nicht, ob euch das was sagt. Romance ist das. Die nominieren halt wöchentlich da fünf Romance-Titel.
Tamara
01:02:50
Ich glaube, da war ich mal mit meinem ersten Buch drin.
Christina
01:02:53
Genau. Und die bespielen halt vor allem Facebook und Instagram. Und ich habe ja gar kein Social Media für dieses Pseudonym. Also erreiche ich da nochmal Leute, die ich sonst nicht erreiche. Und da hat mir das, die Schnulze der Woche hat mir da schon sehr geholfen. Und das hat auch nochmal einen Hebel gemacht für den Einstieg. Aber wie gesagt, beim vierten Band war ich dann eine Woche auf 99 Cent und dachte mir, alles, was jetzt noch kommt, ist Bonus. Aber wie gesagt, ich verstehe die Diskussion dahinter, dass man sagt, verramscht die Bücher nicht und die Preispolitik macht alles. Man wird so gezwungen dazu, diese Angebote zu machen, aber mann.
Tamara
01:03:36
Ja, ich verstehe beide Seiten total.
Vera
01:03:39
Naja, klar. Ich habe mich da auch schwer mit getan. Also ich kann jetzt noch die Argumentation von der Anna Kupke halt wirklich auch jetzt verstehen und jetzt mittlerweile auch nachvollziehen, um Leute halt für so eine Reihe anzufüttern. Ja, macht es Sinn, weil ich, wie gesagt, in einer hohen Quote davon ausgehe, dass sie die nächsten Reihen kaufen. Und es sieht jetzt nach den ersten zehn Tagen tatsächlich auch so aus.
Christina
01:04:01
Du musst ja auch den Lifetime-Value dann immer beachten. Also du hast ja der Leser, der dranbleibt, der bringt dir ja mehr Geld.
Vera
01:04:09
Ja, genau.
Christina
01:04:12
Das ist jetzt wirtschaftlich betrachtet.
Tamara
01:04:14
Ja, klar.
Christina
01:04:16
Und da muss man halt sagen, ja, Es ist ja auch so ein gutes Recht, finde ich, von den Lesern, dass die da mal reinlesen können für einen günstigeren Preis und dann gucken können, ist das überhaupt was für mich.
Tamara
01:04:29
Aber jetzt nochmal, du hast gar keine Amazon Ads geschaltet. Also du hast wirklich nur auf Metadaten, Cover, Genre und so weiter geachtet.
Christina
01:04:39
Ja, war alles organisch. Also Amazon Ads, da sträube ich mich immer so dagegen. Erstens finde ich, es ist ein wahnsinniger Aufwand. Ich meine, sicher, man kann es machen. Andererseits grassiert die Urban Legend ja auch so rum, wenn du einmal Ads geschaltet hast, kommst du nie wieder ohne Ads auf irgendeinen grünen Zweig. Da bin ich abergläubisch und ich weiß nicht was. Also ich halte mir Ads im Hinterkopf, weil ich mir denke, okay, wenn es jetzt in der nächsten Saison nicht ganz so funktioniert, wie ich es gern hätte, kann ich immer noch Ads schalten. Aber jetzt für das Experiment eben auch, Ich wollte ja gucken, wie weit kommst du ohne Ads und ohne sowas. Also darum war das außen vor. Aber es ist eine Option, die man immer noch fahren kann, wenn man sagt, man möchte jetzt noch ein bisschen weiter skalieren.
Tamara
01:05:30
Und wie ist jetzt dein Plan? Willst du das Pseudonym irgendwann öffnen, damit du da noch ein bisschen personalisierte Reichweite sozusagen kriegst? Oder machst du jetzt so weiter? Da machst du jetzt tausend verschiedene geschlossene Pseudonyme und wirst ganz reichig gewünscht.
Vera
01:05:46
Unter falschem Namen, das ist meine Horrorvorstellung.
Christina
01:05:51
Nee, das auch nicht. Also mich stört es nicht. Und ich habe mich ganz, ganz bewusst für das geschlossene Pseudonym entschieden, weil ich erstens, ich hatte so ein halb geöffnetes Pseudonym mit meinem ersten Buch und das hat mir nicht so ganz behakt. Also vielleicht die Vorgeschichte auch, ich war ja früher mal Lehrerin in der Schule und dann schreibst du Romance und das war zwar cleane Romance, also cleaner geht es eigentlich gar nicht, weil wie gesagt Spice liegt mir jetzt weder beim Schreiben noch beim Lesen sehr, aber dann hast du halt immer die Angst im Nacken irgendwie, irgendjemand kommt da drauf, du schreibst es und was denken die, du unterrichtest Deutsch und dann schreibst du da leichte Lektüre. Du müsstest, wenn es jetzt was Nobelpreisverdächtig gewesen wäre, wo du sagst, der nächste Buchpreis ist mein und so, ja, wieder was ganz anderes. Aber darum hatte ich mit diesem, ja, es war eh schon ein offenes Pseudonym eigentlich, da hatte ich nicht so die besten Erfahrungen mit. Und dann muss man halt auch sagen, jetzt bist du in einer etwas exponierten Position, wenn du halt auch beim Self-Publisher-Verband irgendwie arbeitest, dass dann halt viele sagen, ja, tschau mal, was die eigentlich so weiß und was die eigentlich so kann.
Tamara
01:07:09
Oder die hat meine Wünsche nicht erfüllt, jetzt kriegt sie einen Stern.
Vera
01:07:13
Naja.
Christina
01:07:14
Naja, also das ist tatsächlich auch was, was mich schon sehr befreit hat, auch wenn ich jetzt eine negative Rezension kriege oder eine Ein-Sterne-Bewertung. Es hat nichts mit dir zu tun. Es hat nichts mit mir zu tun und hat halt wirklich das Buch nicht gefallen. Also diesen Abstand, diese Distanz musst du erst mal hinkriegen, wenn du vielleicht im Hinterkopf hast, die Kollegen und ich weiß nicht. Die Self-Publisher-Bubble ist eine schöne Bubble und ist reich an Kontakten, die ich nicht missen möchte. Aber es gibt halt auch immer wieder Leute, die... Einem vielleicht nicht so wohlgesonnen sind und dann denkst du, war das jetzt wirklich, ist das jetzt wirklich ernst zu nehmen oder hat mir, da wollte mir da jetzt jemand einfach mal ans Bein pinkeln oder sonst irgendwas. Und das befreit dann schon und vor allem auch, ich muss niemandem was beweisen damit, weil keiner weiß, dass ich das bin oder wer ich bin. Also für mich hat es den Druck irgendwie auch rausgenommen, so was beweisen zu müssen. Oder den Kopf in den Sand stecken zu müssen, hätte ja auch nicht funktionieren können. Was wäre denn dann gewesen? Da hätten alle gesagt, ha, ha, ha, ha, sie.
Vera
01:08:27
Ja, liebe Christina, sehr, sehr, sehr interessante Einblicke, die mich nochmal bestärken. Und jetzt habe ich Ziele. Ich will jetzt auch mal diesen Bonus kriegen.
Christina
01:08:42
Du kriegst den auch. Vertrau mir doch mal.
Vera
01:08:45
Ja, ich vertraue dir. Ich vertraue dir jetzt sowas von. Aber so ganz den Druck können wir noch nicht loslassen, denn jetzt gibt es doch die total kritischen Buch-Bubble-Fragen von Tamara.
Tamara
01:08:56
Jawohl. Christina, welches Buch hat dich als Leserin denn zuletzt im aller allerbesten Sinne überrascht?
Christina
01:09:03
Und da musste ich nachdenken, weil mir die Anna Kupka meine Antwort leider geklaut hat.
Tamara
01:09:09
Was war das?
Christina
01:09:10
Das war die Mitternachtsbibliothek.
Tamara
01:09:12
Ah ja, gut.
Christina
01:09:12
Das ist auch wirklich toll. Kann ich jetzt nicht nochmal, aber das war so ein Buch. Aber was mich auch total überrascht hat im positiven Sinn war Das unsichtbare Leben der Adi LaRue von V.I. Schwab. Und das ist so ein, ist das Urban Fantasy, weiß nicht, historische Fantasy, glaube ich, so kann man es einordnen. Da geht es um eine Frau im 18. Jahrhundert in Frankreich, die einen Deal mit dem Teufel, glaube ich, abschließt, dass sie nicht stirbt, aber dass sie nicht erinnert wird. Also sie wird vergessen. Sobald die Leute sie nicht mehr sehen, haben sie sie vergessen. Und die lebt dann eben 300 Jahre lang und ist die Muse von allen möglichen Künstlern. Aber keiner kann sich mehr erinnern, wer war denn eigentlich die Frau, die da gemalt wurde? Oder dreht sich um, die haben eine Liebesnacht miteinander verbracht und der weiß nicht mehr, was machst du denn da? und so.
Tamara
01:10:12
Sehr einsam.
Christina
01:10:14
Ja, total. Und nach 300 Jahren in einem Antiquariat in New York, glaube ich, trifft sie dann auf jemanden, der sich plötzlich an sie erinnert.
Tamara
01:10:23
Okay.
Christina
01:10:24
Und mir ist das Buch deswegen so voll positiv in Erinnerung geblieben, weil das Ende so total bittersüß ist. Also ich möchte jetzt nicht spoilern, vielleicht mag es auch noch jemand lesen, aber das ist einfach ein Buch, das hinterlässt dich mit so einem Gefühl. Also mit einem Gefühl von, es war jetzt schön, aber irgendwie auch traurig.
Tamara
01:10:46
Er klingt sehr außergewöhnlich.
Vera
01:10:49
Ja, klingt so richtig.
Tamara
01:10:50
Ja, die zweite Frage habe ich gerade vergessen. Lass mich nachdenken. Achso, ja, genau. Die zweite Frage, was hast du denn aus deinem größten Fehler gelernt?
Christina
01:11:05
Das ist eine total philosophische Frage.
Vera
01:11:08
Du bist ja Philosophin, haben wir gelernt. Also passt doch.
Christina
01:11:13
Ja, ich glaube, ich bin ein totaler Fan davon, aus Fehlern zu lernen und Fehler nicht nochmal zu machen. Aber ich glaube, was auch ganz wichtig ist und was man oft übersieht, ist, dass auch irgendwann mal der Zeitpunkt kommt, an dem man sich seine eigenen Fehler verzeihen muss. Und einfach auch mal sagen muss, ich wusste es damals nicht besser. Ich habe da mein Bestes versucht, ob es jetzt bei einem Buchrelease ist oder sonst irgendwas. Das ist ja auf viele Ebenen im Leben anwendbar. Und ich verzeih mir das jetzt auch einfach mal und ich kann es eh nicht mehr ändern. Also ich bin ja gern so ein Typ, der ganz lang noch über Fehler nachdenken kann. Ich kann mir da noch einen Kopf drüber machen, Wochen später. Aber irgendwann muss man halt einfach auch mal sagen, es ist Zeit, jetzt loszulassen. Das bringt jetzt auch niemanden mehr weiter, wenn man sich weiter Schuldgefühle macht oder sowas. Aber ich finde es auch relativ schwer. Also ich finde es nach wie vor auch immer schwer, so einfach mal zu sagen, ja, du wusstest es halt nicht besser. Oder du hast halt das Beste gemeint, aber das Gegenteil erreicht, keine Ahnung.
Tamara
01:12:23
Und zum Schluss, welchen Satz sollten sich deiner Meinung nach alle AutorInnen über den Schreibtisch schreiben?
Christina
01:12:31
Es gibt ein schönes Zitat von Salvador Dalí, kennen bestimmt auch viele. Der soll, der einst gesagt haben, have no fear of perfection, you'll never reach it.
Tamara
01:12:44
Sehr gut.
Christina
01:12:45
Also übersetzt so in etwa, keine Angst vor der Perfektion, die wirst du ohnehin nie erreichen. Und ich denke, das ist auch ganz wichtig, dass man, wenn man ein Buch schreibt, irgendwann ist mit Überarbeiten genug, irgendwann muss man auch mal loslassen können und sagen können, ja, das ist jetzt so gut und es sollte mir in zwei Jahren nochmal was einfallen, was ich da ausbessere oder noch einen Tippfehler auffallen oder so, dann kann ich das ja noch ändern.
Vera
01:13:15
Hast du gehört, Tamara, ne? So. Ja, vielen, vielen Dank, liebe Christina, dass du heute Zeit für uns hast, am Ostermontag, dass die Inspiration, um das Wort immer zu nehmen, passt perfekt zu diesem Feiertag und wir jetzt keinen Bezug zum Heiligen Geist nehmen, das wäre etwas übertrieben, aber...
Tamara
01:13:38
Das wäre der falsche Feiertag.
Vera
01:13:40
Ja, der falsche Feiertag, ne, ja, ja. Aber ist da dran. Egal, jetzt habe ich mich genug im Kopf und Kahn geredet. Vielen Dank, dass du da warst und an euch da draußen. Wir hoffen natürlich, dass ihr viel mitnehmt. Gebt uns gerne mal eure Feedback, was ihr vielleicht umgesetzt habt, wie eure Erfahrungen sind. Vielleicht habt ihr auch ganz andere gemacht. Da freuen wir uns immer sehr. Ansonsten folgt uns, wo ihr uns folgen könnt. Abonniert unser Pub-Bubble-Bulleton und bleibt uns gewogen. Bis nächste Woche. Tschüss.
Tamara
01:14:13
Danke, Christina. Ciao.
Christina
01:14:14
Danke euch. Tschüss.