Die Zwei von der Talkstelle

Gespräche aus der Selfpublisher- und Buchbubble

Verlags-PR bei Droemer Knaur: Wie Autor:innen in die Presse kommen

So bringst du dein Buch in die Presse: Patricia Keßler ist Presseleiterin bei Droemer Knaur und erklärt, wie Redaktionen Bücher auswählen und wie du als Autor:in in die Medien kommst.

10.09.2026 70 min

Zusammenfassung & Show Notes

So bringst du dein Buch in die Presse: Patricia Keßler ist Presseleiterin bei Droemer Knaur und erklärt, wie Redaktionen Bücher auswählen und wie du als Autor:in in die Medien kommst.
Wie geht gute PR-Arbeit fürs Buch? Diese Folge gibt Insiderwissen direkt aus der Praxis eines großen Publikumsverlags.
Patricia weiß dank 25 Jahren Erfahrung genau, nach welchen Kriterien sie Medien für ein Buch auswählt und wie Redaktionen angesprochen werden müssen. Sie verrät, wie Pressearbeit auf Buchmessen abläuft und welche Rolle Spezialthemen, Anlässe und regionale Bezüge für eine erfolgreiche Medienplatzierung spielen.
Die Zwei von der Talkstelle haben genau nachgefragt: Wie wichtig ist das Personenmarketing? Wie geht man mit einem Shitstorm um? Wie wird sich Pressearbeit in Zukunft verändern? Und: wie kommt Vera endlich in die NDR-Talkshow?
Copyrighht Foto Patricia: Markus Roeleke
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https://www.amazon.de/Die-Passantin-SPIEGEL-Bestseller-Autorin-Nina-George/dp/3036950737/
Abstimmung Vera in der App: https://vera-nentwich.de/app?open 
Ohne App: https://vera-nentwich.de/umfrage?open
Tamaras Stand auf der FBM 2026: 
Halle 4.0, J94 
Workshop im Raum Concorde: Messedonnerstag und -freitag, jeweils 14 und 16 Uhr (90 Minuten)
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So bringst du dein Buch in die Presse: Patricia Keßler ist Presseleiterin bei Droemer Knaur und erklärt, wie Redaktionen Bücher auswählen und wie du als Autor:in in die Medien kommst.

Wie geht gute PR-Arbeit fürs Buch? Diese Folge gibt Insiderwissen direkt aus der Praxis eines großen Publikumsverlags.

Patricia weiß dank 25 Jahren Erfahrung genau, nach welchen Kriterien sie Medien für ein Buch auswählt und wie Redaktionen angesprochen werden müssen. Sie verrät, wie Pressearbeit auf Buchmessen abläuft und welche Rolle Spezialthemen, Anlässe und regionale Bezüge für eine erfolgreiche Medienplatzierung spielen.

Die Zwei von der Talkstelle haben genau nachgefragt: Wie wichtig ist das Personenmarketing? Wie geht man mit einem Shitstorm um? Wie wird sich Pressearbeit in Zukunft verändern? Und: wie kommt Vera endlich in die NDR-Talkshow?

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Transkript

Vera
00:00:00
Seit 25 Jahren PR für Drömer Knauer. Sie ist die Presseleiterin. Patricia Kessler ist heute bei uns zu Gast und hat uns Einblicke gegeben, wie die PR-Arbeit für so einen Publikumsverlag funktioniert.
Tamara
00:00:14
Wir haben natürlich genau nachgefragt, wie kommt man in welche Medien, wer passt überhaupt, welche Medien sind für mein Buch interessant. Und sie hat uns erzählt, wie sie herangeht, um die Bücher ihrer AutorInnen am besten zu platzieren. Hier ist Folge 328 von die 2 von der Talkstelle, dem Podcast übers Schreiben und Veröffentlichen im Self-Publishing und im Verlag. Mir gegenüber sitzt die liebe Vera Nentich, mit der es heute, glaube ich, ganz lustig wird. Und ich bin Tamara Leonhard. Vera, was ist los?
Vera
00:01:03
Ja, ich bin völlig unter Dampf. Und ständig rattern mir Gedanken, was ich noch alles tun muss. Und entgegen meiner sonstigen Art, weil ich mich doch eigentlich als sehr zuverlässig, betrachte, habe ich momentan irgendwie Terminchaos. Ich habe Sachen nicht im Kalender eingetragen, was mir so gar nicht bei mir so üblich ist.
Tamara
00:01:28
Entspricht.
Vera
00:01:28
Ja, entspricht, das war das Wort. Genau, ich habe Wortfindungsstörungen. Also es ist, ich muss mal durchatmen.
Tamara
00:01:36
Ja.
Vera
00:01:36
Ja, so. Andererseits natürlich alles auch sehr lebendig und voller Energie und so, also so zweischneidiges Schwert. Aber es ist gerade aufpassen, dass es nicht was zu viel wird.
Tamara
00:01:50
Ja, ja. Unsere Begegnung heute war ja schon ein wenig verwirrend, aber wir sind jetzt am Start und alles wird toll. Und ja, was gibt es denn Neues?
Vera
00:02:02
Ja, was gibt es Neues? Hier fadenscheinlich läuft wirklich sehr gut an im Buchhandel. Ich hatte ja letztes Mal schon erzählt, dass meine Erstauflage ja schon weg war. Dann hatte ich ja letzte Woche schon einen Druckauftrag, weitere 100 Stück gemacht. Und dann kam gestern die Bestellung von Libri, dass die nochmal 50 haben wollen. Ich habe gesagt, super, hätte da nicht ein paar Tage eher sagen können. Ich dann mit der Druckerei, ob die vielleicht die Auflage noch erhöhen können, geht leider nicht mehr, aber die müssen jetzt 50 Stück direkt an Libri schicken.
Tamara
00:02:38
Okay.
Vera
00:02:40
Na ja, dann habe ich nur noch 50. Und da ich ja noch auf der einen oder anderen Event bin und davon ausgehe, dass noch die eine oder andere Buchhandlung bestellt, werde ich wahrscheinlich direkt wieder die nächste Druckbestellung loslassen.
Tamara
00:02:55
Das ist doch super.
Vera
00:02:57
Nein, ich habe ja auch mir angewöhnt, jetzt so die Buchhandlungen hier im weiteren originalen Umfeld jetzt regelmäßig zu informieren. Und zu meiner großen Überraschung bekomme ich doch jetzt regelmäßig Feedback von mir eigentlich völlig unbekannten Buchhandlungen, die dann wirklich das Mail gelesen haben. Jetzt gerade gestern kam noch einer aus Aachen, Die hat sich das Buch jetzt mal bestellt, um reinzugucken und dann wird sie halt entscheiden, ob sie das auf Lager nimmt und so. Und solche Rückmeldungen habe ich jetzt schon vermehrt bekommen. Also irgendwie scheine ich mit dem Buch da doch so den Buchhandelsnerv getroffen zu haben.
Tamara
00:03:37
Ja, cool.
Vera
00:03:38
Was natürlich einerseits logistische Herausforderungen bringt, wobei das ist noch am einfachsten zu handhaben, weil im Extremfall kann meine Druckerei auch Bücher lagern und die dann halt ausschicken, muss ich zwar bezahlen, aber ist dann nur noch besser als, ich wüsste jetzt nicht, wenn ich jetzt plötzlich 400 Bücher bestellen müsste, Ich wüsste gar nicht, wohin damit. Das würde auch mein Profi-Schwerlastregal nicht ausreichen. Also würde ich die dann sicherlich eher bei der Druckerei zwischenlagern lassen und daraus immer ausliefern lassen. Aber das viel wesentlichere Problem ist momentan, dass das so gerade in dem Moment kommt, wo ich ja sehr, sehr, sehr, sehr viel vorinvestiert habe. Und auch wenn jetzt Libby heute bestellt, dann bezahlen die, also wir haben jetzt September, das Geld kriege ich erst Ende November. Das heißt, ich muss die ganzen Druckauflagen ja vorfinanzieren. Und ich sag mal so, da muss ich jetzt, was den Cashflow angeht, schon sehr genau jonglieren, dass ich da noch irgendwie über die Runden komme, ne? Und das beschäftigt mich aktuell sehr. Einerseits ist es ja toll, dass so Sachen passieren, aber andererseits ist dann auch viel zu tun.
Tamara
00:05:00
Ja, das ist ja so ein Thema, was man immer wieder hört. Also ich erinnere mich, dass Sandy Mercier uns das ja, glaube ich, erzählt hatte, dass er halt vor dieser hohen Auflage so unterbewusst doch ein bisschen ihre Sorgen hatte. Und ich habe jetzt gerade die Tage von April Winter einem Post gesehen, POV, dein Buch verkauft sich richtig gut und du hast trotzdem kein Geld, weil du für 5.000 Euro nachdrucken musst.
Vera
00:05:22
Ja, genau.
Tamara
00:05:24
Ja, das Problem habe ich zum Glück, Schrägstrich leider nicht. Aber ja, es ist natürlich eine Herausforderung, das glaube ich dir.
Vera
00:05:33
Ja, und parallel habe ich natürlich dann die weiteren Pläne. Ich hatte ja schon beim letzten Mal angekündigt, dass ich ja so eine Auswahl von Titelideen für den nächsten Wiener Hagen Band zur Abstimmung stellen werde. Ich meine, wir haben jetzt heute Mittwoch, also die Abstimmung für die Leute, die meine App haben, die ist jetzt schon da online. Morgen am Donnerstag geht der Newsletter raus und dann können die Leute abstimmen. Und wir werden das ja, denke ich, auch in die Shownotes tun, also am besten direkt meine App aufrufen und installieren, dann hasse sie. Es wird aber auch eine Möglichkeit geben, ohne App abzustimmen. Ja, und das ist ja dann auch der zehnte Band, Bienehagen, das ist ja schon ein Jubiläum.
Tamara
00:06:23
Jubiläumsband.
Vera
00:06:25
Und ja, da bin ich dann sehr gespannt, welchen dieser, ich finde alle zehn Titel toll, welchen dieser, zehn Titel da die meisten Stimmen bekommt und wie dann mein Zehnter Fall für Bienehagen aussehen wird.
Tamara
00:06:41
Ja, das wäre ja schon schön, wenn du so zur Feier der Ausgabe in Crossover nicht nur mit den Fadenscheinig-Jungs, sondern auch noch mit Frau Appeldorn einbauen würdest.
Vera
00:06:52
Das, ja, müsste ich mir mal überlegen. Ja, wäre ja durchaus ja denkbar. Ist wohl wahr, ja.
Tamara
00:06:58
Ich gucke mal, aber wie gesagt.
Vera
00:07:00
Da ich ja noch gar nicht weiß, der Titel bestimmt ja im Regelfall mit, wer da stirbt und dann das bestimmt ja noch ein bisschen was über das Setting und das Umfeld mit.
Tamara
00:07:12
Aber da bist du ja einfallsreich.
Vera
00:07:15
Ja, da wird man schon Wege finden und von daher habe ich da kein Problem da keine Geschichte zu finden, aber das wird in Details ja das ja verändern und, insofern bin ich sehr gespannt Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass jetzt, nachdem ich ja jetzt auch schon so zwei Wochen kein Schreibprojekt habe, in dem ich arbeite, dass es jetzt tatsächlich auch wieder in den Fingern juckt und ich große Lust habe, da loszulegen.
Tamara
00:07:37
Sehr schön.
Vera
00:07:38
Ja, ich bin echt im Flow. Keine Ahnung, wohin das noch führt. Das macht mir ein bisschen Angst. Naja, aber du bist ja, was macht deine Tournee? Wie war die Lyrik-Lesung? Die ist ja jetzt erst. Die ist erst, ja.
Tamara
00:07:52
Genau, also wenn die Folge rauskommt quasi heute Abend, man kann noch kommen, und ansonsten bin ich generell gerade ein bisschen im Reiseflow sozusagen, also genau jetzt 11.9. Lesung zusammen mit Jennifer Hilgert in Oppenheim in der Literaturkulturlounge, kommt noch schnell vorbei. Dann morgen sozusagen, am 12.09. bin ich in Darmstadt auf der Klischeebuchmesse. Die Woche drauf, am 19.09. bin ich auf der Kapitel-Taunus-Messe. Und dann steht ja schon quasi direkt im Anschluss die Frankfurter Buchmesse vor der Tür, wo ich noch super viel vorzubereiten habe für unseren Stand. Und wir haben ja nicht nur einen Stand, sondern es wird ja auch eine richtig coole Aktion geben. Also einmal, wir hatten ja die Standnummer nochmal getauscht. Also wir sind jetzt direkt gegenüber der Imagination Stage in Halle 4.0 und zwar jetzt an Stand J94. Und wir haben nicht nur diesen Stand, sondern wir machen donnerstags und freitags geben wir auch einen Workshop im Raum Concord. Den gibt es viermal und zwar jeweils um 14 Uhr für anderthalb Stunden und um 16 Uhr. Und das Coole ist, also wir behandeln da das Thema Atmosphäre schreiben, was mir ja sehr am Herzen liegt. Und da arbeiten wir an konkreten Texten und diese Texte sollen dann, Also man hat dann die Möglichkeit, mit diesem Text in ein gemeinsames Buch zu kommen, das wir zusammen mit der Frankfurter Buchmesse als Partner rausbringen. Das ist natürlich eine super coole, aufregende Sache.
Vera
00:09:37
Ja, super.
Tamara
00:09:38
Genau, also da gerne alles im Auge behalten. Ich schreibe es auch nochmal in die Shownotes und vorbeikommen. Und dann haben wir vielleicht bald ein gemeinsames Buch.
Vera
00:09:47
Ja, super. Ja, ich werde ja auch am Messe Donnerstag da sein, an dem 8. Oktober. Also, wer jemand mal Hallo sagen möchte oder ein Käffchen trinken oder sowas, gerne melden. Da kriegen wir sicherlich irgendwie hin.
Tamara
00:10:01
Da müssen wir uns dann gut koordinieren, dass ich dann nicht gerade weg bin.
Vera
00:10:04
Ja, natürlich, ja. Aber das werden wir hinkriegen, ne?
Tamara
00:10:08
Ja, auf jeden Fall.
Vera
00:10:09
Also, da steht ja einiges an und wir beschäftigen uns ja heute mit einem Thema, was ich glaube...
Tamara
00:10:16
Was da reinpasst.
Vera
00:10:18
Auf jeden Fall, das passt eigentlich immer. und vor allen Dingen, wenn ich jetzt so gerade die Geschichte mit Faden scheinlich sehe, Sowas wie auch der Schlüssel zum Erfolg sein könnte bei mir gerade. Klingt das arrogant?
Tamara
00:10:32
We'll see.
Vera
00:10:33
Ja, wir schauen mal. Na ja, ihr wisst ja, dass ich durchaus gerne mit der Presse arbeite und da ja auch schon die eine oder andere Veröffentlichung erreicht habe. Aber ich bin wahrscheinlich sehr weit weg von den Profis und heute haben wir jemanden zu Gast, die da seit 20 Jahren auf professioneller Ebene für einen Verlag arbeitet. Sie ist bei Drömer Knauer und doch die Presseleiterin. Ich freue mich sehr, dass sie heute da ist. Die Rede ist von Patricia Kessler. Hallo Patricia.
Patricia
00:11:04
Ja, hallo. Ich freue mich, dass ich da sein darf. Und zum Thema Professionalität, das war schon sehr professionell, wie wir im Vorfeld vor der Aufnahme angefangen haben. Also von daher, ich freue mich sehr.
Vera
00:11:14
Okay, wow. Ich erröte gerade zart. Jetzt ist ja so PR so ein Begriff, wo jeder so ein bisschen was drunter vorstellt. Was sind so die Kerrentätigkeiten, wenn man PR für einen Verlag macht?
Patricia
00:11:31
Also mein Team und ich, wir sorgen dafür, dass Medien, also für die Medienarbeit, dass Autoren und ihre Bücher, ob eine Neuerscheinung oder ein zweites Buch oder eine Reihe, dass die Bücher und Autoren in den Medien sichtbar werden. Bei uns ist es so, dass wir das Thema Social Media separat behandeln. Das ist nicht bei uns in der Presse angedockt, sondern wir machen bei uns im Presseteam klassische Pressearbeit. Also wir sprechen mit Medien aus TV, Hörfunk, Podcasts, Online-Medien und Printmedien, und haben wahnsinnig viel auch trotzdem Endkundenkontakt auch. Wir beantworten auch Leserfragen. Aber in der Hauptsache arbeiten wir sehr eng mit den Medien, mit Journalisten zu tun, auch freien Journalisten und vermitteln eben zwischen Journalisten und Autoren und eben zwischen dem Verlag und den Medien.
Tamara
00:12:26
Jetzt hast du gerade Podcast gesagt und wir bekommen ja inzwischen auch alsmal Mails von Verlagen eben über neue Bücher. Und da dachte ich nämlich auch gerade so, herkömmlich denkt man eben an Zeitungen, Radio und so weiter. Wenn jetzt Podcasts mit reinfallen, ich glaube ja, die Grenzen sind so ein bisschen verschwimmend. Dann gibt es ja eben auch Long-Formate auf YouTube. Dann sind wir ruckzuck wieder bei den Blogs und plötzlich stehen wir wieder mitten in Social Media. Warum und wie separiert ihr da? Nach welchen Kriterien?
Patricia
00:13:00
Ja, also es ist so ein bisschen, nicht kompliziert ist es nicht. Im Grunde genommen ist es eigentlich relativ klar. Ja, wir haben ja gemerkt, wie sich das Thema Blogger oder mittlerweile muss man ja auch Creator sagen, wie sich das verändert hat. Ich habe in der Presse mit meinem Team, wir haben über 15 Jahre das Thema Blogger Relations bei uns in der Presse betreut, als es aufkam. Das war, glaube ich, 2010. Da kamen eben die ersten Blogs auf. Das waren ja alles noch schriftliche, also richtige Blogs. Das waren ja keine Instagram-Accounts, sondern es waren wirkliche Blogger-Accounts, die eben sehr viele schöne Rezensionen gemacht haben. Wir haben wirklich von Anfang an auch dran geglaubt. Sehr eng haben wir mit den BloggerInnen zusammengearbeitet und es war irgendwie eine sehr, sehr gute Zusammenarbeit und dann hat sich das aber verändert. Dann ist es ein bisschen mehr in den Bereich. Auf Instagram, dann natürlich auch TikTok gegangen und das ist anders. Also es ist anders als die klassischen Rezensionen. Das waren dann einfach Kurzrezensionen. Dann hat das natürlich damit begonnen, dass wir dann mit Creatoren, mit Instagramern zusammengearbeitet haben und dann hat sich das so ein bisschen verändert. Also es ist so ein bisschen mehr Marketing geworden, würde ich sagen. Also eine Bloggerbox zu bestellen, das ist eben ein anderes Budget als das, was wir eben in der Presse haben und wir haben da gesagt, weil sich so viel verändert hat, ist es jetzt auch Zeit, es woanders anzudocken, und dann gibt es eben, wie auch bei vielen anderen Verlagen, gibt es natürlich dieses Portal, Bloggerportal, wo eben die kompletten Bloggerrelations angedockt sind und das haben wir dann irgendwann entschieden, das so auch zu machen und ich bin mit ganz vielen Blogger eben noch weiter in Kontakt. Wir treffen uns auf der Buchmesse. Es ist einfach eine langjährige Beziehung entstanden und man freut sich immer, wenn wir uns auf der Messe noch sehen. Aber die Verantwortung liegt jetzt einfach bei anderen KollegInnen. Und was auch in dem Fall gut ist und nochmal, um da auf deine Frage zurückzukommen, das Thema ist, vermischt sich so ein bisschen. Natürlich könnte man jetzt sagen, ein Podcast, der findet auch auf Social Media statt, der findet auf YouTube statt, manche nur auf YouTube, manche sind bei klassischen Medien direkt angedockt. Wir haben einfach gesagt, Hörfunk und Podcast, das sind für uns klassische Medien und so behandeln wir sie eben auch. Und alles das, was, sage ich mal, TikTok ist, Pinterest, Instagram, das betreut eben das Marketing-Team und die machen das auch eben ganz wunderbar und da kommen viele neue Ideen und es gibt einfach auch viele neue Entwicklungen in diesem Bereich, denen das Marketing-Team, die Marketing-Kolleginnen sehr, sehr gut abdecken.
Vera
00:15:33
Ja, klar. Ich denke auch, dass das gerade für diese klassischen Social-Media-Kanäle eine andere Art des Arbeitens ist. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Jetzt versuche ich ja natürlich als Autorin auch mit Bloggern, mit Creatern zusammenzuarbeiten und mittlerweile habe ich da glaube ich auch einen ganz guten Stand erreicht. Aber es ist natürlich ein sehr, sehr heterogenes Feld. Wie du gerade schon gesagt hast, ist ja alles da vertreten. Wie entscheidet ihr, wen ihr da in die Betreuung nehmt, jetzt bei euch, bei Podcasts? Ich meine, wir sind dankenswerterweise in den Verteiler geraten, aber jetzt, wenn ich mal ehrlich bin, unsere Hörerzahl ist zwar durchaus gut, aber bei weitem nicht wie Hotel Matze oder so. Ja. Jetzt könnte ich ja direkt fragen, warum wir oder was sind die Kriterien?
Patricia
00:16:25
Also Kriterien, sage ich mal, wenn wir jetzt wirklich von klassischer Presse reden, dann bin ich gar kein Freund davon zu sagen, der hat eine große Reichweite oder der hat eine kleine Reichweite. Das war auch schon damals bei den BloggerInnen so. Ich habe immer das geguckt, wo ich das Gefühl hatte, das sind gute, gut geführte Blogs. Da passiert was, da haben wir und auch AutorInnen einen Mehrwert davon. Das sind schöne Rezensionen und wo man auch merkte, da haben sich Menschen mit dem Buch auseinandergesetzt. Das kann eine kleine Reichweite sein und das kann eine große Reichweite sein. Das ist mir persönlich jetzt erstmal egal. Von daher, also das kann wirklich der kleine Blog sein, das kann ein großer Podcast sein, es kann ein kleiner Podcast sein. Also mir kommt es ein bisschen drauf an, also geht es um die Menschen dahinter, ob die sich wirklich für das Buch interessieren und ob sie sich wirklich damit auseinandersetzen und auch etwas für das Buch tun wollen. Also das ist mir wirklich das Wichtigste. Und dann kommt es auch immer noch ein bisschen auf Sympathie an. Und wenn man eine besondere Sympathie für Menschen hat, die in den Medien arbeiten, dann vielleicht fragt man dann sogar nochmal extra oder als erstes dort an, weil man irgendwie auch die Erfahrung gemacht hat, das war ein richtig tolles Gespräch. Und das kann ich mir für eine bestimmte Autorin, einen bestimmten Autor eben nochmal vorstellen. Aber man muss auch sagen, das ist harte Arbeit. Also das ist nicht einfach so, ich rufe irgendwo an und ich sage, ich habe jetzt mal hier den Autor für euch, den könnt ihr doch eigentlich mal in euren Podcast nehmen. Ich muss natürlich mir vorher überlegen, passt der Autor in den Podcast, wenn wir jetzt nur von Podcast reden. Passt der Autor, passt das Buch überhaupt zu dem Podcast? Wird überhaupt in dem Podcast ein Autor eingeladen? Werden überhaupt Bücher besprochen? All das müssen wir vorher natürlich recherchieren. Und dann müssen wir uns natürlich auch inhaltlich darauf vorbereiten, dass wir den Medien, jetzt mal gesamt gesprochen, eben auch ein gutes Paket liefern, das es interessant für die Medien macht, einen Autor einzuladen oder ein Buch zu besprechen. Also das ist uns sehr gut ausgewählt. Also wirklich nicht einfach, wir drücken nicht einfach auf den Knopf und da springt ein Verteiler von 30 Podcasts raus, wo wir sagen, die gehen wir jetzt alle mal an, sondern es ist tatsächlich wirklich ein längeres Sondieren, anschauen nochmal wirklich auch, wir machen uns ja auch Notizen in unseren Verteilern, wer was bespricht, wie die aufgestellt sind, die jeweiligen Redaktionsteams. Also von daher, da geht schon dem, sage ich mal, der E-Mail oder dem Anruf, da geht schon einige Arbeit eben voraus.
Vera
00:18:56
Ja, absolut. Das kenne ich. Das versuche ich bei meinen Blogger-Relations und Rezendenten-Relations genauso zu machen. Und muss jetzt ganz ehrlich sagen, bei den letzten Büchern merke ich da auch wirklich, dass da viel passiert. Wenn wir jetzt mal von den Blogs, Podcasts weg zur Richtung klassische Medien gehen. Ich habe das ja am Anfang schon gesagt, ich liebe so die klassische Pressearbeit. Liegt vielleicht auch daran, dass ich schon was älter bin und zu Zeiten angefangen habe, als das mit dem Netz noch nicht so war. So, jetzt würde ich natürlich auch gerne mal ins Feuerton der FAZ kommen oder so. Ist für mich aber quasi unmöglich. Wie schafft ihr das?
Patricia
00:19:35
Das ist von Autor zu Autor verschieden, muss man wirklich sagen. Ich merke gerade, manchmal gender ich und manchmal gender ich nicht. Es ist eigentlich auch egal.
Vera
00:19:44
Das ist bei uns auch so.
Patricia
00:19:45
Ja, man vergisst es manchmal. Ich lege da schon durchaus Wert drauf, aber manchmal ist es einfach nicht so präsent. Deswegen bitte ich, das zu entschuldigen. Das ist wirklich ganz unterschiedlich. Also ich sage mal so, man muss sich ein bisschen davon lösen, dass man mit Unterhaltungsliteratur in das gehobene Föhrtung kommt. Und das passiert in solchen Momenten, wo ein Autor, eine Autorin zu einem Phänomen wird. Also ich sage jetzt mal am Beispiel von Lili Lukas Beispiel. Also die hat sich entwickelt über viele Jahre, hat sie sehr gute Bücher geschrieben, war sehr viel auf den Bestsellerlisten, ist, ihrer Schrei betreu geblieben, hat sich dennoch weiterentwickelt und hat eben sehr viel verkauft. Und nach und nach wird dann eben auch die klassischen Medien aufmerksam auf sie. Also jetzt beispielsweise Deutschlandradio oder eben auch gehobenere Medien, so nenne ich es jetzt einfach mal. Aber das würde ich sagen, dann ist man als Autor ein Phänomen. Da wird jetzt nicht das einzelne Buch, sage ich mal, im Bereich nur Dalt oder der absolute, sage ich mal, die Schlachtplatte bei den Thrillern unbedingt besprochen. Man muss schon auch als Presseabteilung auch, die Medien so gut kennen, dass man bestimmten Medien einfach nicht alles anbietet. Das ist ja die Kunst, das ist ja unsere Aufgabe, dass wir im Vorfeld überlegen, welche Medien passen zu welchen Büchern. Und wir bei Drömer-Knauer sind natürlich ein klassischer Unterhaltungsverlag. Ich sage es jetzt mal, vor allen Dingen der Belletristik. Im Sachbuch fällt sich das noch ein bisschen anders. Aber alles, was Belletristik angeht. Wir haben durchaus Bücher mit einer. Wie soll ich sagen, für alle eigentlich alle Zielgruppen von Leuten, die einfach sich die Zeit vertreiben wollen und einfach eine schöne Geschichte lesen wollen, bis hin zu Menschen, die eben vielleicht auch innerhalb eines Romans noch etwas lernen wollen über die Geschichte Deutschlands oder eines anderen Landes, was eben in einem beispielsweise historischen Roman verarbeitet ist. Also das ist ganz, ganz unterschiedlich. Und ich bin immer froh, wenn in der heutigen Zeit überhaupt auch Medien auf Unterhaltungsliteratur aufmerksam werden, Weil eben die Medienlandschaft sich auch unfassbar, stark verändert hat in den letzten drei bis fünf Jahren, würde ich sagen. Also da ist es nochmal deutlicher geworden. Und da ist es, also dieses, ich kann das als Autorin, wenn ich Autorin wäre, ich kann das irgendwie ein bisschen nachvollziehen, dass man irgendwie das Feuilleton anstrebt. Es kann aber auch genauso gut sein, dass nur uns, also wenn wir, wir haben wahrscheinlich etwa dasselbe Alter, dass wir, ich konsumiere eben auch noch klassische Medien, ich habe noch einen Fernseher, ich könnte mir gar nicht vorstellen, das heute Journal nur in der App zu schauen. Oder für mich ist das immer noch so ein Viertel vor zehn abends heute Journal schauen. Ich mag das einfach. Das kenne ich aber, dass eben viele Jüngere, auch KollegInnen beispielsweise gar keinen Fernseher mehr haben. Das ist auch in Ordnung. Das ist alles gut. Alles hat seine Zeit. Jede Generation hat bestimmte Medien, die sie konsumiert. Das ist auch in Ordnung. Und ich glaube, man muss sich so ein bisschen von dem Gedanken verabschieden, dass ich, wenn ich ein Buch schreibe als Autor, als Autorin, dass ich in allen Medien stattfinde. Ja, also das ist irgendwie, man muss sich wirklich auch, und da muss man auch ehrlich zu sich sein. Wirklich gucken, schreibe ich denn wirklich? Also wer liest denn die FAZ? Wer liest denn die Zeit? Also das sind doch wahrscheinlich nicht Leute, die jetzt eben auch unbedingt Fans von You Adult Romanen sind oder von den absoluten Thrillern. Das glaube ich einfach nicht. Da gibt es sicherlich Beispiele, Menschen, die alles lesen, das ist gar keine Frage, aber wenn wir mal wirklich von der Hauptzielgruppe ausgehen, da muss man doch wirklich sich überlegen, was konsumiert die Zielgruppe, die auch die Zeit, das Feuilleton der FAZ oder der FAS oder NZZ etc. liest. Also ich sage immer so, als Autor, Autorin sollte man vielleicht sich auch einfach mal diese Medien anschauen, bevor man irgendwie die Ambition hat, dort auch stattzufinden. Und dann wird, einem sehr schnell klar, dass man vielleicht da gar nicht reinpasst unbedingt. Und das muss ja auch gar nicht sein. Es gibt ja hunderte von anderen Medien, wo Bücher stattfinden können und die vielleicht auch einfach ein bisschen besser passen.
Tamara
00:24:04
Ja, ich glaube, es ist immer so eine Frage zwischen, was ist eigentlich sinnvoll für mein Buch und was hätte ich ganz gern für mein Buch.
Patricia
00:24:12
Ja, na klar, na klar.
Tamara
00:24:14
Aber wie handhabt ihr das denn ganz praktisch? Also du hast vorher gesagt, bei den Podcasts hast du nicht einfach einen Verteiler, aber die Presselandschaft ist ja auch riesig. Habt ihr da einfach verschiedene thematische Verteiler oder schreibt ihr wirklich mit jeder Pressemitteilung jedes Medium einzeln an? oder wie läuft das bei euch ab?
Patricia
00:24:36
Also jedes Mittel einzeln, das ist fast unmöglich. Aber wir versuchen schon bei bestimmten Titeln, also wir treffen eben auch eine Auswahl an Titeln, wo wir sagen, das sind sehr presseaffine Titel, sowohl in der Belletristik als auch im Sachbuch- oder im Ratgeberbereich. Da haben wir einen besonderen Fokus auf diese Titel, weil wir glauben, dass man hier eine gute Pressearbeit machen kann. Und dann geht man natürlich, ja, man geht schon auf einzelne Medien direkt zu. Das kann man nicht zeitlich auch schaffen auf 100 Medien. Aber ich würde jetzt mal sagen... Zwischen 15 und 30 Medienpartner, die wir schon einzeln kontaktieren. Und wir fangen ja relativ früh an. Also wir fangen immer mit den jeweiligen Buchmessen, also Buchmesse Leipzig als auch Buchmesse Frankfurt, fangen wir damit an, mit ausgewählten Medien auch auf den Messen zu sprechen und unser neues Programm vorzustellen. Also wenn wir jetzt auf die Buchmesse Frankfurt blicken, werden wir dort zum ersten Mal das Frühjahrsprogramm JournalistInnen vorstellen Und dort eben unsere Titel. Bewerben, hört sich ein bisschen komisch an im Pressebereich, aber wir werden natürlich schon für diese Titel werben. Also ob das jetzt Frauenmagazine sind, ob das politische Talkformate sind, ob das die Entertainmentformate, der beispielsweise Freitagsabends Talkshows sind, ob das Fachmagazine sind oder auch Hörfunkmedien. Also da versuchen wir, auch haben wir dort vorher eine Auswahl getroffen, welche Medien wir präsentieren. Ich präsentiere nicht die komplette Vorschau, sondern ich mache mir vorher für jedes einzelne Medium Gedanken, welche Bücher werden dort besprochen, welche kommen vor oder aber auch, wo kann man es nochmal versuchen. Vielleicht ist es ja nicht immer stringent, dass es immer schwarz oder weiß ist, sondern es gibt immer Ausnahmen und plötzlich, man möchte vielleicht eine Seite überblättern der Vorschau und dann bleibt der Redakteur, die Redakteurin eben doch hängen, weil es eben ein außergewöhnliches Cover ist oder ein außergewöhnliches Thema. Also das ist nicht immer gleich, aber grundsätzlich gilt ja, auch dort auf jedes Medium sich auf das Gespräch vorbereiten, und dann irgendwie auch wirklich nicht mit Titeln anzukommen, die für das Medium eigentlich uninteressant sind. Oder uninteressant ist vielleicht auch zu viel gesagt, aber vielleicht weniger, die dort eigentlich gar nicht stattfinden. Da klempert man viel zu viel Zeit, um anstatt auf die Bücher zu setzen, die ja eben wirklich das Medien uminteressieren.
Vera
00:27:10
Ja, wo das passt. Wobei, das impliziert gleich eine ganze Kette von Fragen. Ich fange mal vorne an. Was macht denn ein Buch presseaffin?
Patricia
00:27:20
Das ist auch unterschiedlich. Also das kann einmal das Thema sein. Das kann ein Thema sein, also eine Geschichte, die vielleicht auch noch eine sogenannte Sachebene hat. Also wenn man jetzt davon ausgeht beispielsweise, man hat einen Roman geschrieben, der aber, in dem es sich um beispielsweise Demenz dreht, dann ist das natürlich durchaus noch eine Möglichkeit, am Tag der Demenz oder Alzheimer-Tag, wie auch immer, dann durchaus nochmal ein Themen-Mailing. Zu machen oder einen Themenaussand zu machen oder verschiedene Medien anzusprechen und sagen, wissen Sie, wenn Sie Menschen, die sich, mit dem Thema Demenz, mit dem Thema Alzheimer beschäftigen und vielleicht eine Bücherliste machen wollen oder Buchtipps geben müssen, haben wir hier den ein oder anderen Roman, der für Sie interessant sein könnte. Also das ist beispielsweise auch, wo man sagt, hier gibt es noch eine Sachebene, da hat man noch eine andere Möglichkeit, also eine andere Art des Storytellings. Dann natürlich eine persönliche Geschichte spielt auch immer eine große Rolle wenn ich jetzt auf dem Bauernhof lebe und lebe dort mit meiner Katz und meinem Hund. Ist es vielleicht nett, aber für die Medien vielleicht auch nicht so wahnsinnig interessant. Wenn ich aber einen Thriller geschrieben habe, beispielsweise Sophie Czerny, die hat gerade einen Debütroman veröffentlicht, Totensee. Und Frau Czerny war, das ist ihr erster Roman, inspiriert auch so ein bisschen von den Romanen von Stephen King. Und die war eben vorher als Rechtsanwältin tätig. Und diese Kenntnisse als Rechtsanwältin sind eben auch in ihren Romanen eingeflossen. Und das macht natürlich für die Medien einen Autor, eine Autorin eben nochmal spannender, dann vielleicht mit ihr über andere Themen zu sprechen. Oder eben natürlich, wenn wir jetzt ein Sachbuch bewegen, da gibt es dann Promi-Bücher, Promi-Biografien, die sind ja per se schon durch ihren Status für Medien total interessant. Und dann kommt es manchmal auf die Brisanz eines Themas an, auf das Spannende. Es gibt aber auch, und das muss man ehrlich sagen, es gibt Titel oder Bücher, wo wir glauben, das könnte für die Presse wahnsinnig interessant sein. Und wir merken nach einiger Zeit, es interessiert niemanden. Das passiert auch und damit muss man auch umgehen und das gehört genauso zum Pressealltag dazu, wie den großen Erfolg beim ersten Anruf. Also das ist ein Auf und Ab, aber das macht es aus. Das ist so manchmal diese Überraschungstitel, wo man denkt, na weiß ich nicht, ob das so funktionieren kann. Und dann plötzlich interessieren sich alle dafür. Da freut man sich nochmal umso mehr. Bei den Titeln, wo man es erwartet, ist es natürlich dann sehr zufriedenstellend. Und dann gibt es aber eben auch die Titel, wo man vielleicht am Ende ein bisschen enttäuscht ist. Wo man das Gefühl hatte, Mensch, es wäre doch schön gewesen, da wäre noch mehr gegangen. Und man überlegt dann auch, habe ich da eigentlich genug für gemacht? Ja, und man kommt dann auch manchmal so ein bisschen, das ist einfach was Persönliches, man kommt dann auch ins Zweifeln, habe ich mich eingesetzt für einen Titel, weil es gibt ja unterschiedliche Erwartungen. Es gibt Erwartungen innerhalb des Verlags, es gibt Erwartungen der AutorInnen und es gibt auch Erwartungen der Literaturagenturen. Und da versucht man aber wirklich, also wenn man auch ehrlich, man darf auch mal, ich nenne es mal scheitern, es darf auch mal ein Titel nicht gelingen. Das liegt dann nicht unbedingt an der Person selbst, also an mir selbst oder an den Kollegen selbst, sondern das sind manchmal einfach Umstände, vielleicht auch nicht das Buch zur richtigen Zeit.
Vera
00:30:44
Das passiert alles. Da hängt vieles, ja.
Patricia
00:30:46
Genau. Und das darf sein. Und da bin ich also wirklich auch mit meinem Team, so sind wir gut aufgestellt, dass wir das auch, ich sag jetzt mal, verkraften. Es ist nicht immer schön, aber der nächste Titel kommt bestimmt, wo es dann wieder gut laufen wird.
Vera
00:31:01
Das ist ja euer Vorteil. Ihr habt dann direkt den nächsten, wenn man das für das eigene Buch macht und da spürt man dann, dass es vielleicht gerade nicht so ankommt, dass... Das tut dann schon weh. Das muss man schon merken.
Patricia
00:31:13
Auf jeden Fall.
Tamara
00:31:15
Es ist ja dann aber trotzdem ja auch ein Autor dahinter, der dann vielleicht so den Eindruck hat, boah, die haben ja gar nichts für mich gemacht. Ich habe mir vorgestellt, wenn ich beim Verlag bin, dann wird hier für mich Presse gemacht und so. Habt ihr da irgendwelche Vorgehensweisen, um so jemanden dann nochmal aufzufangen?
Patricia
00:31:33
Also das kommt vor, tatsächlich. Wir versuchen wirklich für jeden Titel oder jeden Titel in irgendeiner Weise zu betreuen. Manchmal ist es nicht, sage ich mal, immer die große Pressearbeit, sondern wir überlegen uns, manchmal ist es, also ich sage mal, jeder Autor kommt natürlich bei uns in die Vorschau. Das ist ja schon mal eine schöne Werbung und wir nehmen es auch bei Redaktionsbesuchen, eben habe ich gesagt, ausgewählte Titel mit, aber die Chance besteht eben auch durchaus eben vorgestellt zu werden. Wir versenden ja eben auch die Vorschau an einen großen Medienverteiler, wo eben wir schon mal zum ersten Mal hinweisen auf die Neuerscheinung. Das ist ja für AutorInnen eine tolle Sache, weil sie das, wenn sie jetzt, sagen wir mal, im Self-Publishing unterwegs sind, ja eben vielleicht auch nicht haben. Das ist diese, sage ich mal, Presse-Power. Und dann, natürlich kommt es auch vor, dass man gesagt bekommt, ach, ich hatte mir das anders vorgestellt, ich dachte, hier wird Presse gemacht. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man für jeden Titel in irgendeiner Weise Presse machen kann, aber wir müssen alle realistisch sein. Wir sitzen in der Presseabteilung, da sitzen keine 20 Leute, auch wenn man ein großer Verlag ist und man muss da natürlich auch eben auswählen und dann ist es einfach so, es gibt unterschiedliche Maßnahmen, die einen AutorInnen bekommen das. Das ganze Paket gibt es auch. Dann gibt es Teilpakete, wo man sagt, das ist bei uns beispielsweise eher im Blogger-Relations-Bereich angedockt. Das andere sehen wir schon hier sehr stark in der Printpresse. Wir gucken, es ist auch nicht jedes Buch für Print, Hörfunk, TV, Podcast geeignet, sondern es gibt manche Titel, die sind einfach eben sehr stark im Printbereich unterwegs und andere sehr, sehr stark im TV. Genau, das ist auch wirklich von Titel zu Titel ganz unterschiedlich und, das ist ja das, was mir besonders Spaß macht eben an der Pressearbeit, dass man nicht den Knopf drückt und alle machen alles zu einem Buch, sondern man muss rausfinden, welche Medien sich für welches Buch interessieren und, dann eben nochmal versuchen und ich mag es auch sehr gerne, wenn man sagt, ich überlege mir nochmal, beim ersten Weg hat es nicht funktioniert, ich überlege mir jetzt nochmal eine zweite Möglichkeit. Was könnte ich denn noch anders erzählen? Wie kann ich denn meinen Pitch anders gestalten? Was macht es denn sonst noch für die Medien interessant?
Vera
00:33:50
Ich habe gerade schon diese Überlegung, gerade schon zu meinen Büchern, was wäre, und dann ist mir nämlich eine Idee gekommen, die ich als Aufhänger nehmen könnte. Was ist er? Aber ich würde es jetzt gerne noch mal so ein bisschen konkretisieren. Wie viele Titel umfasst so ein Halbjahresprogramm bei euch und wie viele davon, kriegen dann wirklich jetzt so die Vollpower-Presse-Arbeit?
Patricia
00:34:13
Das ist eine gute Frage. Man sieht immer so seine ganze Liste an Pressetiteln. Also das sind schon, würde ich jetzt mal sagen, pro Halbjahr bestimmt 60, 70 Jahre. Man muss vielleicht anders, man muss auch da unterscheiden. Es gibt bestimmte Titel, die sind vielleicht sehr Marketing- oder Vertriebsgetrieben. Da muss man sich wirklich auch fragen, ist dann noch die Presse so stark, also ist es wirklich wichtig, bei diesen Titeln so stark in die Pressearbeit reinzugehen, wenn sie eben so viel Vertriebs- und Marketing-Power bekommen. Bei manchen AutorInnen ja und bei manchen eben weniger. Da kann ich auch gar nicht in Prozent sagen, wie viel oder wie viel weniger das ist, sondern man muss wirklich auch von Titel zu Titel und von den Maßnahmen her schauen, welches sind denn wirklich presseaffin oder welches sind denn sehr, sehr marketinggetriebene Titel. Und deswegen kann ich auch ganz schlecht sagen, wie viel Titel bei uns Pressearbeit bekommen. Wir versuchen, so viele Titel wie möglich in den Medien sichtbar zu machen. Und das ist... Manchmal sind es auch Themen-Newsletter, wo wir verschiedene Titel reinnehmen und gucken, welches können sind denn gerade die Themen, die für Medien interessant sind. Und das hat sich eben auch in den letzten Jahren verändert. Also das Thema Einzelpresse-Aussendungen, das hat sich auch verändert. Die Medien wollen diese Aussendungen von Einzelmailings oder Einzel-E-Mails, das wollen sie gar nicht mehr. Also wir haben auch gar keine Luft für diese hunderttausende Spälder. Sondern das, was uns immer wieder zurückgespiegelt wird, sind, schickt uns Themen. Und dann irgendwie vielleicht passende Bücher und dann gucken wir. Mal klappt das, mal wird irgendwie ein Buch davon genommen und mal kommt gar kein Rücklauf oder ist gar kein Interesse da. Ja, es passiert auch, ist auch gar kein Problem. Überlegen wir uns halt beim nächsten Mal das neue Thema. Also das heißt, anlassbezogene Pressearbeit eben auch zu versuchen. Und da auch nicht, sage ich mal, sofort aufzugeben, wenn es mal nicht funktioniert. Man muss sich immer auch das Gegenüber vorstellen, wie überlastet eben die Medien sind. Also sie haben ihren eigenen Job zu erledigen, Sendungen vorzubereiten, Artikel zu schreiben, was noch zu machen, Hörfunk vorzubereiten. Und dann kommen in ihren Postfach täglich, ich würde jetzt mal fast sagen, zwischen 200 und 300 Mails, weil wir sind ja nicht der einzige Verlag, der Bücher ankündigt. Und das muss man sich auch überlegen. Also was ist denn da das Hauptaugenmerk, worauf sich dieser Sender oder diese Redaktion befindet? Also sein Hauptaugenmerk richtet. Und wenn man natürlich irgendwie, also dadurch muss man auch die Redaktionen kennen. Ich kann ja schlecht einer Wissensredaktion einen historischen Roman schicken. Aber das passiert auch. Also die Redaktionen bekommen unfassbar viele Angebote, die einfach gar nicht passen.
Vera
00:37:10
Gerade so jetzt in Zeiten von KI, wo irgendwelche Leute, die sich auskennen und was generieren. Also ich habe die, also bisher muss ich verstehen, ist ja mein Aufhänger in die Presse, Abkommen meistens einfach der regionale Faktor. Und ich habe da schon die Erfahrung gemacht, dass ich es bei verschiedenen Medien, denen so einfach wie möglich machen muss. Also ich schreibe immer eine Pressemitteilung, die eigentlich schon ein Artikel ist. Und in 75 Prozent der Fälle wird die dann auch einfach so abgedruckt.
Patricia
00:37:38
Ja, man muss sich überlegen, die Redaktionen werden auch kleiner.
Vera
00:37:42
Ja klar, die müssen dann ihre Seiten voll machen und so. Und wenn man es denen dann einfach macht und bildet und alles ist direkt verwendbar dabei, dann kommt man da eher rein.
Patricia
00:37:53
Ja, eine gute Headline, auch wenn man jemanden anschreibt. Eine gute Headline ist wichtig. Die Mail wird ja nicht angeklickt. Wenn die Headline nicht spannend genug ist, dann wird sie weggeklickt. Und bei den Mengen an E-Mails, die eben in das Postfach des Redakteurs, der Redakteurin einlaufen, ist dann eine, sag ich mal, so eine catchy Headline ist schon wichtig. Oder so gut überlegt, was ist denn das Interessante an dem Buch? Ich würde auch keine Fake-Headline machen, die dann am Ende nichts mit dem Buch zu tun hat, nur damit eine E-Mail aufgemacht wird. Weil das führt ehrlicherweise dazu, dass beim nächsten Mal der Redakteur, die Redakteurin es eben nicht klickt. Also ich sage mal, auch hier das Thema bei der Wahrheit auch bleiben, authentisch sein.
Vera
00:38:36
Ja, man baut ja auch letztlich kontinuierlich ein Image auf und ich merke, dass ich das ja viele Jahre mache, dass die, wirklich sehr viel direkter auf meine Nachrichten reagieren, weil die kennen mich und wissen und dann ist die Bereitschaft der Zusammenarbeit auch viel, viel größer.
Patricia
00:38:52
Ich bin auch ein großer Fan von regionaler Pressearbeit, weil ich glaube, bei AutorInnen, die gerade am Anfang sind, da fangen wir immer bei der regionalen Presse an. Ich sage mal, von der kleinen Regiopresse kann sich das dann entwickeln. Das hat sich beispielsweise, das wäre wirklich ein gutes Beispiel, wenn ihr Sabine Ebert kennt, die historische Romane schreibt, die hat. Angefangen vor 20 Jahren und da haben wir Regionalpresse gemacht, Freiberger Presse, Sachsenpresse. Und irgendwann hat sich das entwickelt mit dem Erfolg natürlich auch, der Hebammenreihe in dem Fall, ist es dann eben über Sachsen hinausgegangen. Und das dauert aber auch ein bisschen. Es geht auch nicht von heute auf morgen, sondern es ist kontinuierliche Arbeit am Buch, an der Reihe, Arbeit mit AutorInnen, der Kontakt zu den Medien. Und das dauert manchmal ein paar Jahre. Und da muss man auch ein bisschen, ja, man muss ein bisschen Geduld haben. Ich weiß, dass vielen, ein bisschen viel Geduld, das weiß ich auch, die fehlt vielen. Und man möchte natürlich von heute auf morgen gerne berühmt sein oder bekannt sein. Aber das ist, wie gesagt, man muss es auch manchmal ein bisschen runterbrechen, ein bisschen realistischer sehen. Und auch das Thema Geduld ist nicht mehr ganz so, ganz so gegeben auch.
Vera
00:40:10
Ja, ich kenne das. Aber ich verstehe es.
Patricia
00:40:11
Ich kann es aber auch verstehen. Ich kann es oft sehr gut nachvollziehen.
Vera
00:40:15
Ja, aber da hast du ein anderes Thema angesprochen. Ich muss jetzt eine Frage, die ich jetzt schon länger im Hinterkopf habe, da habe ich nicht vergessen, aber da würde ich direkt eingehen. Du hast das Thema Autor, Autorin angesprochen. Wie wichtig ist die Person und auch, ich sage mal, die, Öffentlichkeitsfähigkeit, es gibt das Wort, einer Person? Eines Autors, einer Autorin. Wenn ich jetzt an TV denke, du kannst ja wahrscheinlich nicht jeden Autor, jede Autorin in ein Talkshow setzen. Nee, genau. Also wie entscheidend für eure Pressearbeit ist die Person des Autors oder der Autorin?
Patricia
00:40:51
Ja, das ist durchaus entscheidend. Also zunächst einmal ist, also wenn wir mit Redaktionen eben sprechen und Bücher und AutorInnen vorstellen, kann denn ein Autor, also in der Talkshow kannst du halt nicht nur Ja und Nein sagen, auf eine Anfrage. Da musst du schon ein bisschen ausführen. Du musst in der Lage sein, dein Thema zu pitchen. Du musst in der Lage sein, mehr. Als einen Satz zu formulieren. Es gibt aber eben auch Autoren, die können das sehr gut. Die sind das gewohnt. Und dann gibt es eben vielleicht auch introvertierte Autoren. Darf es auch geben. Aber vielleicht sind sie dann eben nicht für einen Talk geeignet. Und dann gibt es aber auch viele andere Dinge. Wir reden bei Freitagsabend-Talks, reden wir von Unterhaltungstalks. Da ist es, schwere Themen haben es da, muss man sagen, schwer. Also schwere Themen, da ist sehr viel Entertainment eben im Spiel. Und das ist eben auch nicht ganz so einfach, auch vielleicht nicht nur unseren Autoren, sondern AutorInnen generell verständlich zu machen, warum jetzt das Buch nicht in der Talkshow vorkommt. Dann muss man aber auch sagen, es gibt ja hunderte von Autoren, die auch mit den Talkredaktionen sprechen. Also auch da findet eine Auswahl statt. Auch da sind natürlich Gedanken dahinter, wie denn irgendwie dann die Quote sein könnte. Also mittlerweile ist es ja auch so, dass man auch so Männer und Frauen, weibliche und männliche Gäste, so muss ich sagen, weibliche und männliche Gäste oder divers natürlich auch, paritätisch hat. Also dass man nicht irgendwie einen Männerüberschuss hat oder so. Da wird auch Wert gelegt. Dann gibt es Themen, die vielleicht bei einer Talkshow, im Osten vielleicht sehr stark mit Ostthemen getrieben ist. Oder ich sag mal, dass man da vielleicht nicht mit Ostthemen. Irgendjemand aus Süddeutschland so wahnsinnig gut punkten kann, obwohl die Person, doch eigentlich in Bayern bekannt ist oder Baden-Württemberg, aber vielleicht dann eben in Sachsen oder Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg, wie auch immer, Vorpommern, dann eben nicht so ganz bekannt ist.
Vera
00:42:58
Aber bevor ich dich jetzt gleich nach konkreten Tipps frage, wie ich denn jetzt endlich in die NDR Talkshow komme, noch die eine Frage, die ich jetzt schon eine halbe Stunde mit mir rumschleppe. Als du vorhin gesagt hast, dass ihr die Pressekontakte auf der Frankfurter Buchmesse, ja besonders mit denen redet. Wie muss ich mir das konkret vorstellen? Sprecht ihr vorher Redakteure, Redakteurinnen an, macht Termine mit jedem Einzelnen oder macht ihr eine PK oder wie funktioniert das?
Patricia
00:43:28
Wir machen Einzeltermine und also entweder sprechen wir vorher die JournalistInnen an oder die Redaktionsmitglieder an oder sie sprechen uns an, weil das schon gelernt ist, dass man sich auf den Messen trifft und das sind dann Einzeltermine. Also wir machen jetzt keine Art Pressekonferenz oder Programmvorstellung für, alle Redakteure, die da sind, weil das sind ja unterschiedliche Bedürfnisse. Und wie ich eben ja auch schon gesagt hatte, wir müssen uns ja auf jeden Einzelnen vorbereiten. Nicht jede Redaktion interessiert jeder neue Titel. Und deswegen finden da Einzeltermine statt, wo man einfach sich austauscht. Und wichtig ist eben auch, gar nicht nur die Präsentation des neuen Programms, sondern auch ein bisschen zu hören, was hat sich denn in den Redaktionen verändert. Also werden das auch weniger Leute, hat sich da programmatisch etwas verändert, fallen bestimmte Ressorts weg. Also alles das, das ist ja für uns als Presseabteilung extrem wichtig zu wissen. Und dass wir da auch Bescheid wissen, kann ja sein. Ich meine, man hat das gehört, in den letzten Monaten sind ja verschiedene Redaktionssendungen eingestellt worden und das sind manchmal, das ist sehr bedauerlich, sehr oft. Weil es ja oft an der Kultur zunächst als erstes gespart wird. Was wir als Verlage natürlich sehr bedauern. Dann gibt es natürlich eben auch Gründe, die manchmal für uns nicht so nachvollziehbar sind, aber für einen Sender, der weiterhin bestehen muss, wo sich eben auch die Hörerschaft verändert. Das haben wir nicht immer so im Blick. Ich habe eben vom Thema Fernsehen gesprochen. Wenn jetzt die jüngeren Generationen gar keinen Fernseher mehr haben, wer schaut denn dann? Da kommt es ja darauf an. Wen erreiche ich denn mit der Sendung? Überhaupt, natürlich kann ich alles in der Mediathek nachgucken, aber ich rede jetzt mal vom, wirklich, ich sitze abends um 22 Uhr und gucke Talkshow XYZ oder wie gesagt das Heute-Journal und ich gucke es nicht in der Mediathek nach. Also da sind ganz unterschiedliche Gründe manchmal für Veränderungen und wir, um da auf deine Frage zurückzukommen, wir machen Einzeltermine und das sind auch gewachsene Beziehungen sehr oft. Aber eben auch durchaus Newcomer, wo man sich zum ersten Mal trifft und irgendwie erstmal die Beziehung aufbauen muss. Aber das ist eben das Wichtigste, dass du Beziehungen aufbaust. Dass man Beziehungen und vertrauensvolle Beziehungen hat, die über Jahre dauern und wo man eben auch weiß, ich verspreche, ich mache meinen Kontakten, denen mache ich nichts vor. Das geht in die Hose, das kann ich jetzt schon sagen. Wenn ich sage, das ist ganz toll, sondern das, wo ich das Gefühl habe, das passt, das wird gesehen, das wird angenommen. Ich kann immer wieder Versuche starten, wenn ich aber merke, da ist schon irgendwie so fast gar kein Interesse, dann mache ich da auch nicht weiter. Also, dass irgendwie etwas ein X für ein U vormachen, wie man so schön sagt, das bringt überhaupt nichts. Oder da habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, das sollte man einfach nicht tun.
Vera
00:46:39
Würdest du jetzt, ich meine, du regst mich natürlich jetzt zu Gedanken an, würdest du sagen, dass ich als selbst publizierende Autorin von heiteren Krimis, die in NRW spielen, eine Chance hätte, einen Termin mit Presse auf der Frankfurter Buchmesse zu kriegen?
Patricia
00:46:59
Hm, das glaube ich nicht. Hört sich jetzt so schlimm an, wenn ich das jetzt so sage. Ich habe da fast mit gerechnet. Ja, die Medien machen die Termine mit, das machen sie tatsächlich mit den Verlagen. Aber was man dir mitgeben kann, wenn du eben die heiteren Krimis NRW, also das ist ja eine tolle Geschichte und wenn du eben noch deine persönliche Geschichte erzählen kannst, das ist ja, was ist denn die persönliche Geschichte dahinter? Da gab es einen Auslöser, dass du dich für heitere Krimis entschieden hast. Also gab es da irgendwie eine besondere Geschichte? Die Geschichten dahinter, dem Autor oder hinter den Büchern, das ist mit einer der wichtigsten Aspekten, wenn man über Pressearbeit auch nachdenkt. Also die inhaltliche, weil wenn ich jetzt eine Reihe von Krimis schreibe, dann hast du Band 1, Band 2, Band 3 und dann verändert sich jeweils der Inhalt, des jeweiligen Krimis, aber auch die Geschichte hinter dem Buch. Oder des Autors, der Autorin, das ist natürlich das Spannende. Und das ist ja das, was man auch erzählen will.
Tamara
00:48:01
Aber kann man das denn ewig lange, ich sag mal, mitschleppen, das Thema? Also klar, wenn man jetzt irgendwie neu rein startet und sagt, das ist jetzt meine Nische und das verbindet mich persönlich damit. Aber wie ist das dann beim fünften, beim zehnten, beim fünfzehnten Buch? Also immer wieder mit derselben Zugsgeschichte kommen, ist ja wahrscheinlich problematisch.
Patricia
00:48:22
Richtig, ja, genau. Also irgendwann sollte sich die persönliche Geschichte natürlich verändern. Also irgendwann, man hofft ja mit einer Pressearbeit einen Erfolg zu generieren, dass man sagt, mit jedem Buch und immer, wenn ich sichtbarer in den Medien werde, dann steigern sich auch meine Verkäufe und dann wird es ja irgendwann eine sogenannte Erfolgsgeschichte oder im Idealfall, so muss man sagen, im Idealfall wird es eine Erfolgsgeschichte, dass man mit Pressearbeit zur Sichtbarkeit oder Sichtbarkeit erlangt und dann, ja. Dass man am Ende vom Schreiben leben kann, dass man plötzlich ganz viele Bücher verkauft, dass man unzählige Lesungen hat, dass man auf der Messe angefragt wird. Vielleicht auch nochmal einmal zurückzukommen, ich will es jetzt nicht ganz niedermachen, dass es keine Chancen gibt. Es gibt vielleicht die ein oder andere Chance, auf einer Messe mit der Presse zu sprechen. Das kann ich aber nicht, sagen, dass es tatsächlich so ist. Wenn du das versuchen möchtest und du weißt, da gibt es Menschen, die auf die Messe kommen. Ich würde aber sagen, dass es bei den Talkshows eher so ist, dass die Verlage beispielsweise, wenn ein Autor gerade auf der Messe ist und man hat einen Termin und man hat beispielsweise einen Sachbuchautor da, der den Messestand besucht, weil er im Frühjahr sein Buch veröffentlicht, nehmen wir manchmal den Autor mit und stellen ihn kurz vor. Dann lernt die Redaktion den Autor, die Autorin kennen. Machen wir aber auch selten. Also wenn es sich gerade ergibt, würde ich jetzt mal sagen. Ja, man muss immer wieder neu überlegen, was die Geschichte ist. Wenn du jetzt sagst, das ist meine Reihe, die schreibe ich so weiter und ich möchte auch den 15., 16. Band schreiben, dann ist das doch eine tolle Sache. Wenn du aber sagst, ich möchte eigentlich nochmal was Neues schreiben, beginnt ja auch eine neue Geschichte, die man erzählen kann.
Vera
00:50:07
Ja, wobei das jetzt bei den Reihen ja auch so, ich mache das ja so, dass ich dann dafür so suche, ich sage mal, es ist etwas provokant, die Leiche immer in ein besonderes Umfeld zu setzen, wenn ich dann mal, was weiß ich, den örtlichen Chor mit einbeziehe oder irgendwelche Themen und dann habe ich wieder Presseaufhänger. Das ist doch super, genau.
Patricia
00:50:26
Aufhänger, das ist genau der wichtige Aspekt, Presseaufhänger suchen, ja.
Vera
00:50:30
Aber jetzt mal konkret, wie könnte ich denn jetzt endlich in die NDR Talkshow kommen?
Patricia
00:50:37
Das ist eine gute Frage. Also ich würde jetzt mal sagen, bei der NDR Talkshow, man sollte dann überlegen, welches ist denn die Talkshow, die bei dir am nächsten ist. Es ist ja nicht die NDR Talkshow, es wäre die WDR Talkshow.
Vera
00:50:50
Den nehme ich aber auch.
Patricia
00:50:51
Den nimmst du auch, genau. Kölner ist auch eine tolle Sendung, immer tolle Gäste, tolle ModeratorInnen. Da spielt auch eben der Bezug zum Westen, also zum Deutschlands Westen, eine große Rolle. Und eben dann noch eine persönliche Geschichte, die man zu erzählen hat. Also da ist die persönliche Geschichte wichtiger als das, was inhaltlich in deinen Romanen eben dann vorkommt. Das ist so die Eintrittsgrad.
Vera
00:51:21
Wie nehme ich denn jetzt mal, ich meine, klar, ich kann jetzt irgendwelche Redaktions-E-Mail-Adressen raussuchen und da ein E-Mail hinschicken. Wie würdest du denn jetzt, wenn du so eine neue Autorin wie mich nimmst, die schreibt heitere Krimis in NRW, wie würdest du angehen, um mich in den Körner Treff zu bringen?
Patricia
00:51:40
Also wenn du jetzt, sagen wir mal, im Verlag angedockt wärst.
Vera
00:51:43
Ja, bei dir müsste ich das ja sein.
Patricia
00:51:45
Dann, sagen wir mal, du wärst jetzt meine Autorin und ich habe hier eine tolle Autorin. Die hat eine tolle persönliche Geschichte, finde ich ganz wichtig.
Vera
00:51:53
Habe ich.
Patricia
00:51:54
Interessante persönliche Geschichte. Dann würde ich sagen, hier, liebe Redaktion, wir haben eine tolle Autorin, tolle Autor.
Vera
00:52:03
Also wie würdest du den auch in E-Mails schicken oder anrufen?
Patricia
00:52:07
Die würden wir ja auf der Messe schon treffen. Das wäre so der erste Pitch. Dann nimmt man schon mal die ersten Titel mit und dann geht man natürlich nochmal danach. Es gibt noch viele weitere Titel oder AutorInnen, die wir eben dort vielleicht sehen. Wir gehen dann nochmal nach und telefonieren dann nochmal oder schreiben nochmal. Und dann würde ich nochmal erst den ersten Auftakt machen und dann würde ich aber nochmal Zusatzmaterial. Das ist ganz wichtig. Also gibt es ein Video, gibt es ein Interview, gibt es schon irgendwie bestimmten Content, der dich für eine Redaktion interessant macht. So würde ich fangen. Und wenn ich dann aber höre, ach ja, also ja, könnte ich mir mal vorstellen, bleibt man natürlich auch dran. Bei dem direkten Nein, sorry, macht auch gar keinen Sinn, dann nochmal nachzubohren. Man kann dann nochmal versuchen oder nochmal irgendwie, es gibt nochmal einen bestimmten Anlass. Also, das habe ich eben ja auch schon gesagt, nach Anlässen suchen. Aber das würde ich so, also ich würde jetzt immer mal sagen, die persönliche Geschichte ist zum Beispiel bei Belletristik-Autoren. Wir sprechen von Belletristik-Autoren. Bei Sachbuch-Autoren ist das Thema, die persönliche Geschichte, die Bekanntheit eines Autors und muss auch gar nicht bekannt sein. Also jetzt kürzlich im Kölner Treff, da war der, das fand ich total spannend, da war Jürgen Vogel mit seinem, ich glaube, seinem Cousin da. Und den davon hatte ich noch nie gehört, der eben von, ich glaube, davon erzählte, dass seine Frau gestorben war und der hatte einige Schicksalsschläge und ich fand diese persönliche Geschichte total spannend und schön und sehr bewegend. Das hat mich sehr berührt und das ist das, was mir persönlich an solchen Talkformaten stellt.
Vera
00:53:50
Wobei der war dann da, weil er der Cousin von Jürgen Vogel ist.
Patricia
00:53:53
Ja, na klar, auch. Aber ich fand eigentlich...
Vera
00:53:55
Wenn er ohne nicht der Cousin, dann wäre er nie in die Talkshow gekommen.
Patricia
00:53:59
Das würde ich jetzt mal noch nicht sagen. Also das würde ich jetzt mal nicht sagen. Also wenn du irgendwie eine persönliche Schicksalsgeschichte oder so zu erzählen hast, kannst du auch als Nicht-Promi, kannst du in eine Talkshow kommen. Das ist ja nicht ausgeschlossen. Es muss das, was du erzählst, das muss spannend sein. Und das muss, ich sage immer so, wenn ich vor dem Fernseher sitze, es muss mich berühren. Also es muss mich, das können komplett unbekannte Personen sein, wenn die eine Geschichte erzählen, die mich als Zuschauerin so berühren, dann ziehe ich doch los und würde mir das Buch kaufen. Das ist ja das, was ich...
Vera
00:54:34
Das ist das Ziel.
Patricia
00:54:35
Genau, das Ziel. Oder würde eine, muss ja gar nicht ein Buchautor sein oder Autorin, sondern würde vielleicht eine Organisation unterstützen, weil ich finde, dass diese Person in dem Moment wahnsinnig gut für die Arbeit, die er macht, die sie macht, Werbung gemacht hat. Und wenn ich das für unterstützenswert halte, dann mache ich das. Das ist ja auch so ein bisschen das Ziel, dass man da was auch bei den ZuschauerInnen auslöst.
Vera
00:54:58
Ja, also Kölner Treff, zieht euch warm an, ich werde mir was überlegen.
Patricia
00:55:01
Ja, auf jeden Fall.
Vera
00:55:03
Und jetzt bist du ja, wenn ich das sagen darf, glaube ich, richtig recherchiert habe, so 20 Jahre schon so in dem Business.
Patricia
00:55:09
Ja, letztes Jahr waren es 25.
Vera
00:55:11
25 sogar schon. Das heißt, du hast ja wirklich auch die Vielveränderung mitbekommen. Wie schaust du jetzt in die nahe Zukunft? Gibt es Dinge, wo du sagst, das wird jetzt die große Herausforderung, macht mir vielleicht sogar Angst?
Patricia
00:55:27
Also Angst würde ich jetzt nicht sagen, das wäre zu groß. Ich glaube, die Medienlandschaft wird sich weiterhin verändern und die Presseabteilungen, müssen einfach darauf reagieren. Also du kannst jetzt keine Strategie mehr für fünf, sechs Jahre festlegen, sondern du musst jedes Jahr neu schauen, was hat sich denn verändert? Was sind denn die neuen Anforderungen an uns, an unsere Titel, an unser Programm, an unsere AutorInnen? Da muss man jedes Jahr schauen. Und das ist eine Herausforderung, aber die auch Spaß macht. Das ist ja genau das, was bei der Pressearbeit so spannend ist. Es ist nie so planbar. Und wenn ich meinen Tag plane, stehen im Kalender verschiedene Dinge oder auf meiner To-Do-Liste verschiedene Dinge. Und es kann sein, es gibt einen Tag, da kommt nichts davon in Frage. Weil 100 andere Dinge wichtig sind oder von außen an einen herangetragen werden. Aber das macht die Arbeit natürlich total spannend und so abwechslungsreich. Das liebe ich. Also ich liebe eigentlich fast eher das Unvorhergesehene als das Harnbare. Das finde ich irgendwie total spannend, dann irgendwie auf eine Anfrage zu reagieren und irgendwie zu handeln und mir was zu überlegen oder eine Antwort zu überlegen. Das finde ich ja viel spannender, als wenn ich weiß, ich muss heute eine Pressemitteilung schreiben. Ja, ist auch spannend, aber nicht ganz so spannend, wie wenn was kommt, was vielleicht, wo ich irgendwie, keine Ahnung, vielleicht kann ich einen Shitstorm vermeiden oder irgend so was. Also da kann alles, ist vieles denkbar. Aber das finde ich persönlich, und ich spreche da wirklich nur für mich, das finde ich persönlich an der Pressearbeit spannend.
Tamara
00:57:07
Aber da hast du gerade ein interessantes Stichwort reingegeben. Was macht man denn, wenn sich ein Shitstorm anbahnt? Was ist denn da dein Tipp?
Patricia
00:57:15
Also als allererstes mal Ruhe bewahren. Das ist wirklich wichtig. Ruhe bewahren, sich erstmal, wenn man das schon merkt, da braut sich was zusammen. Das merken wir als allererstes mittlerweile in den sozialen Medien. Da merkt man es ja. Dann erstmal Ruhe bewahren, sich erstmal alles genau angucken, sich dann eben mit den KollegInnen, die, es betrifft, also dass man sich erstmal verabredet und das ganze Thema bespricht und dann irgendwie überlegt, wie gehen wir denn darauf ein. Manchmal ist es auch richtig, dass man reagiert. Manchmal muss man vielleicht auch mal Stille aushalten. Das ist ganz unterschiedlich. Also ich finde nicht, dass man auf jede Sache reagieren muss, nur weil es von außen gefordert wird. Also das gibt es für mich nicht immer einen Grund dafür. Aber bei ganz klaren Dingen, natürlich muss man auch reagieren. Und das muss man besonnen machen und das muss sehr gut überlegt sein. Und da muss man eben auch KollegInnen an der Seite haben. Und da kann ich für uns sprechen, das habe ich oder das haben wir gemeinsam, wo wir wirklich gut zusammenarbeiten im Falle eines kleinen Shitstorms, der sich zu einem Größeren aufbauschen könnte oder der gerade im Beginn ist. Also das weiß man ja nie vorher so richtig. Und dann plötzlich sind es so unvorhergensehene Dinge. Aber das habe ich ja eben gesagt, das macht ja auch Spaß. Also da zu gucken, was ist denn da die Lösung? Wie können wir das denn möglichst klein halten oder möglichst deeskalieren? Also das finde ich total spannend. Also ich sage mal so, jeder Verlag hofft natürlich, dass es keinen Shitstorm gibt, aber die gibt es immer wieder und vor allen Dingen bei Dingen, wo man es nicht vorher dachte.
Vera
00:58:57
Ja, ich habe das auch schon erlebt, was manche Leute da auf Social Media posten, da kommt man nicht drauf. Wobei, ist es nicht letztlich so, dass so ein Shitstorm irgendeinen wieder nach vorne spürt und eigentlich auch gute Werbung ist?
Patricia
00:59:11
Ja, ich sag mal, da gibt es andere gute Werbung als den Shitstorm. Den wünscht man sich jetzt nicht unbedingt.
Vera
00:59:17
Aber natürlich, ja klar.
Patricia
00:59:19
Ist man auch in der Sichtbarkeit und da kann man natürlich die Haltung haben, dass man sagt, Sichtbarkeit ist Sichtbarkeit, es ist egal wie. Da gibt es sicher auch so, aber ich würde jetzt mal sagen, Shitstorm muss nicht sein. Nein, klar. zu werden, aber man sollte jetzt auch nicht die mega Angst haben, dass mal was passiert, das gehört im heutigen Leben dazu. Die Menschen schreiben heute in den sozialen Medien, was aus ihnen herauskommt und da wird auch manchmal nicht überlegt und man schreibt heute und in der großen, zum Teil großen Anonymität schreiben Personen Dinge, ob auf Facebook, auf Instagram und sonstigen Twitter, es ja gar nicht mehr, X heißt es. Medien einfach viele Dinge, wo ich mir denke, ey, geht's noch? Dann aber auch nicht das wahre Gesicht zeigen, sondern wirklich einfach raushauen, Menschen beleidigen und das ist ja das, was heute Mode geworden ist. Ich kann das Schöne der Anonymität, kann ich alles raushauen, was ich denke, was ich meinem Nachbarn über die Hecke so gar nicht sagen würde. Das finde ich keine gute Entwicklung, das kann ich ganz ehrlich sagen.
Vera
01:00:28
Da bin ich voll bei dir. Jetzt muss ich irgendwie den Bogen schlagen, Bei uns gibt es natürlich auch Sichtbarkeit und die Hörer und Hörerinnen freuen sich immer darauf, weil sie wissen, am Ende muss sich unser Gast den total kritischen Buch-Bubble-Fragen von Tamara stellen. Ich finde, ich habe die Cova richtig toll gekauft.
Patricia
01:00:48
Da freue ich mich schon drauf.
Tamara
01:00:50
Ein Traum. Ja, genau. Bei Frage 1 kannst du ja quasi direkt auch ein bisschen Werbung verstecken, wenn es denn passt. Welches Buch hat dich als Leserin denn zuletzt im besten Sinne überrascht?
Patricia
01:01:02
Ja, das ist jetzt die Frage, macht man Werbung für den eigenen Verlag oder überlegt man sich oder nennt man ein Buch, ich sag mal, eines Fremdverlags?
Tamara
01:01:12
Was auch immer dich überzeugt hat.
Patricia
01:01:15
Also es gibt wirklich tatsächlich zwei Bücher. Eins aus dem Verlag, was aber erst kommt. Das ist die Ballade des Ronan McCoy von Colin Morgan. Colin Morgan ist ein irischer Schauspieler, der eben eine Coming-of-Age-Geschichte geschrieben hat. Es geht um zwei Schulfreunde, die wirklich durch dick und dünn gehen. Der eine passt auf den anderen auf und an einem Tag kommt eben einer der Freunde nicht am Schultor und wartet auf den anderen, sondern er hatte einen Unfall. Und es dreht sich so ein bisschen die Situation um, dass man. Ja, ist man, also das hört sich jetzt ein bisschen durcheinander an, also die Frage am Ende ist, Die Freundschaft hat weiterhin Bestand, aber das, was man sich vorher überlegt hat, wie man durchs Leben gehen will als Freund oder als Freunde, da trennen sich irgendwann die Wege, weil man aus den benannten Gründen nicht mehr denselben Weg gehen kann. Und da stellt sich am Ende die Frage, darf man das? Also muss man ein schlechtes Gewissen haben? Ist es erlaubt, auch den eigenen Weg zu gehen, auch wenn das der Freund oder die Freundin nicht mehr mitgehen kann? Das fand ich eine essentielle Frage, hat mich sehr berührt, dieser Roman. Er scheint aber erst im Oktober. Aber es gibt so immer in so einem Programm so einen Roman, der mir so sehr ans Herz geht. Und der mich sehr, sehr durch ganz viele Monate trägt. Ich lese ja dann schon sehr, sehr früh. Und das ist so einer, den ich immer wieder nenne. Also wenn mich mal irgendjemand fragt. Und dann gibt es natürlich einen Roman, den habe ich tatsächlich jetzt im Juni im Sommerurlaub gelesen erst. Der ist schon, ich glaube, im Frühjahr oder letzten Herbst sogar schon erschienen. Das ist Die Passantin von Nina George. Hat mir sehr gut gefallen. Ich kenne natürlich Niederge Orge, weil sie eben auch bei Knauer Bücher veröffentlicht hat. Aber die Passantin ist, glaube ich, bei Kein und Aber oder ich weiß nicht mehr genau wo erschienen. Und da mochte ich schon die, wie soll ich sagen, das Setting, also Barcelona. Ich habe dort in Barcelona studiert. Ich bin da sehr oft in Barcelona für Workation. Und deswegen ist immer ein Roman, der in meiner absoluten Herzenstadt spielt, natürlich erregt meine Aufmerksamkeit. Und dass eben die Passantin, da geht es um eine berühmte Schauspielerin, die in Barcelona ist und im Fernsehen erfährt, dass ihr Flugzeug abgestürzt ist. Und in dem Moment, dass man sie für tot hält. Und in dem Moment überlegt sie sich, es wäre doch der beste Augenblick für mich zu verschwinden, tatsächlich. Und das vermacht sie aus, sie vergibt sich eine andere Identität und kommt in ein Haus, wo eben ganz viele Frauen ganz unterschiedliche Schicksale haben und sie lernt nach und nach die Schicksale kennen. Und hadert auch manchmal mit dieser Entscheidung, das gemacht zu haben. Und das Buch spielt so auf zwei Zeitebenen. Einmal ihr Entscheidungsweg und dann eben diese andere Zeitebene, wo sie in Barcelona durch die Boqueria schlendert und plötzlich ihrem Mann begegnet. Also nicht Auge in Auge, sondern sie sieht ihn mit einer anderen Frau und das zeigt so ein bisschen, sie erzählt dann auch die Geschichte ihrer Beziehung und, ja, ich erzähle immer so ein bisschen durcheinander, weil mich etwas begeistert hat, aber also die Passantin von Nina George finde ich persönlich einen sehr, sehr lesenswerten Roman, hat mir sehr gut gefallen und ja, also hat mich auch berührt, kann ich auch nicht anders sagen, ja.
Tamara
01:04:38
Sehr schön. Und zur zweiten Frage, was hast du denn aus deinem größten Fehler gelernt?
Patricia
01:04:44
Aus meinem größten Fehler, das kann ich eigentlich direkt sagen, immer auf das eigene Bauchgefühl hören. Also das ist wirklich, das hat mich schon oft, wo ich dachte, man müsste, man sollte. Und eigentlich hatte ich ein schlechtes Gefühl und ich habe es dann in manchen Situationen anders gemacht, weil man müsste und man sollte. Und dann hat sich fast in jeder Situation gezeigt, hätte ich mal auf mein Bauchgefühl gehört, also meine innere Stimme und da vertraue ich mittlerweile sehr drauf. Also da... Diese Einflüsse von außen und was andere sagen, das ist meine eigene innere Stimme, mein Bauchgefühl. Wenn ich eine Unsicherheit spüre, dann denke ich mir so, na, Achtung. Und das ist so, das nehme ich so, so gehe ich durch mein Leben.
Vera
01:05:31
Sehr schön.
Tamara
01:05:33
Und abschließend, was sollte deiner Meinung nach über dem Schreibtisch aller AutorInnen stehen?
Patricia
01:05:39
Das ist eine sehr, sehr gute Frage. Da gibt es eigentlich auch sehr, sehr viele Antworten drauf, auch ganz unterschiedlicher Art, weil Autoren auch eben sehr unterschiedlich sind. Aber ich würde mal sagen, das, was für alle gilt, ist, sei authentisch. Sei authentisch beim Schreiben, sei authentisch im Umgang mit deinen LeserInnen, im Umgang mit Medien. Immer authentisch sein, sich nicht verstellen, weil ich glaube, das geht nach hinten los. Also das ist so, wenn beispielsweise, wenn jemand, sollte ich vielleicht mal irgendwie Instagram machen und sollte ich Facebook machen, wenn du nicht der Typ bist dafür, das zu machen, dann mach es halt nicht. Lass dich nicht von außen treiben zu etwas, was dir überhaupt nicht liegt und mach das, was du kannst und wie du bist und verstell dich auch nicht. Aber verstell dich, das sollte man grundsätzlich nicht nur Autoren nicht machen, sondern jeder irgendwie, auch in seinem Job, also sich da so zu verstellen, wie man eigentlich nicht ist. Also ich bin, wie ich jetzt hier bin, so bin ich auch in meinem Job.
Vera
01:06:42
Ich sage immer so.
Patricia
01:06:43
Ich persönlich fahre damit gut und ich fühle mich damit gut. Es gibt bestimmte Situationen, da muss man vielleicht anders agieren, da kann man nicht so, ganz locker sein, aber grundsätzlich das, was wichtig ist, dass man authentisch ist, ob als Privatperson oder im Job oder eben auch als Autor, als Autorin.
Vera
01:07:02
Ich glaube auch, dass man das anders gar nicht lange durchhalten kann, wobei ich schon ergänzend gerne würde, dass, man gerade so Dinge mal erstmal ein bisschen ausprobieren soll, bevor man beurteilt, ob man dafür geschaffen ist. Viele sagen immer von vornherein, das kann ich nicht und haben Wissen überhaupt nicht, worum es geht. Das finde ich immer schlimm, wenn sie sich so selbst um Möglichkeiten begrenzen.
Patricia
01:07:23
Ja, ne, ausprobieren finde ich auch total gut. Und wenn man dann aber wirklich merkt, das ist nicht meins, dann macht es ja auch nichts, wenn man das dann wieder aufhört und was Neues versucht. Also das ist ja irgendwie das Spannende.
Vera
01:07:36
Mir ist noch eine Sache eingefallen, wenn du Nina angesprochen hast. Nina schwärmt immer so von euren Buchmesse-Partys, wo es Cocktails gibt. Oder ist so, glaube ich, Nina, die die Cocktails macht, oder?
Patricia
01:07:47
Ach, ich weiß es. Also wir haben schon lange keine richtige Buchmessen-Party mehr gehabt. Das gab es noch vor Corona. Lang vor Corona, glaube ich, wir hatten früher mal so genau immer Freitagabend, oder Donnerstagabend war die Buchmessen-Party in der Unionhalle oder im Südbahnhof. So war das immer. Die gibt es aber bei uns gar nicht mehr tatsächlich. Also bei uns gibt es, wir kommen nach unseren Gesprächen, dann kommen wir mit Kollegen nur noch bei uns am Messestand zusammen und trinken da vielleicht das eine oder andere ein Bier oder auch nicht alkoholische Getränke natürlich. Das ist jetzt nicht öffentlich, aber es gibt leider nicht mehr die, es gibt fast gar nicht mehr so viele Buchmessenpartys.
Vera
01:08:24
Habe ich festgestellt.
Patricia
01:08:26
Jeder spart und jeder sagt irgendwie. Trotzdem ist es auf den Messen immer noch so gemütlich und so schön. Also es ist nicht nur, weil die Partys weggefallen sind. Man kann ja dann abends einfach mit KollegInnen schön essen gehen. Das ist doch auch toll. Wann hat man schon mal so viel Zeit, mit Kolleginnen zu sprechen?
Vera
01:08:41
Absolut, genau. Also für uns ist und war es definitiv eine Party, dass du heute hier bei uns bist.
Patricia
01:08:48
Ich kann das nur zurückgeben. Das hat so viel Spaß gemacht. Ich hätte ja noch eine Stunde weiterreden können. Also mit euch, weil das so toll ist. Ich danke wirklich vielen Dank von meiner Seite auch. Es hat Spaß gemacht. Und ich wünsche euch für euren Podcast ganz, ganz viel Erfolg weiterhin. Und also ich sehe dich demnächst im Kölner Treff. Dann machen wir nämlich nochmal eine Extra-Party, wenn das mal klappt.
Vera
01:09:13
Ja, so wie du bist, eingeladen. Das ist sehr schön. Und wir machen auch mal irgendwann den Termin für die andere Stunde, die du noch erzählen konntest. Das kriegen wir auch hin.
Patricia
01:09:20
Super, also machen wir.
Vera
01:09:21
So machen wir das. So, und ihr da draußen, liebe Hörerinnen und Hörer, ihr wisst ja, was ihr zu tun habt, uns zu folgen, wo immer es geht und natürlich auch unser Buch Bubble Bulletin zu abonnieren. Ich bin auch dabei, wieder ein Neues zu verfassen. Also stay tuned. Und empfehlt uns natürlich weiter. Ansonsten hören wir uns nächste Woche. Bleibt uns gewogen. Bis dann. Tschüss.
Tamara
01:09:45
Tschüss. Danke dir.