Die Zwei von der Talkstelle

Gespräche aus der Selfpublisher- und Buchbubble

Vom Schreiben leben und die Schattenseiten: Warum Dany R. Wood als Vollzeitautor nicht glücklich war

Unzählige Autor:innen träumen davon, vom Schreiben zu leben. Darüber, dass der Beruf Vollzeitautor:in auch seine Schattenseiten hat, spricht hingegen kaum jemand. Dany R. Wood aber schon.

15.01.2026 72 min

Zusammenfassung & Show Notes

Unzählige Autor:innen träumen davon, vom Schreiben zu leben. Darüber, dass der Beruf Vollzeitautor:in auch seine Schattenseiten hat, spricht hingegen kaum jemand.

Dany R. Wood hat sich als Autor in Vollzeit selbstständig gemacht, doch dann ist er zurück in die Teilzeit-Anstellung.

Warum es ihn nicht glücklich machte, nur noch zu schreiben, verrät er ganz offen in dieser Folge.
Wir sprechen über Marktdruck, Einsamkeit, Spaß am Schreiben und vieles mehr. 

Gespräche über das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern, egal ob Selfpublishing oder Verlag. 


Unzählige Autor:innen träumen davon, vom Schreiben zu leben. Darüber, dass der Beruf Vollzeitautor:in auch seine Schattenseiten hat, spricht hingegen kaum jemand.

Dany R. Wood hat sich als Autor in Vollzeit selbstständig gemacht, doch dann ist er zurück in die Teilzeit-Anstellung. Warum es ihn nicht glücklich machte, nur noch zu schreiben, verrät er ganz offen in dieser Folge.

Wir sprechen über Marktdruck, Einsamkeit, Spaß am Schreiben und vieles mehr.

LINKS & Infos:

Buchwerbung:
'Wer bin ich? Warum nicht bunt sein?' von Rosel Haas
https://www.amazon.de/dp/3695144343

Unser Gast:
https://www.instagram.com/dany_r_wood_autor/
https://www.arturo-verlag.de/autor/

Veras Stand auf der LBM26:
Halle 4, Stand A.104

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Transkript

Tamara
00:00:00
Vom Schreiben leben. Ist das wirklich der große Traum? Verkaufsdruck, Einsamkeit, Marktanforderungen statt kreative Freiheit? Heute sprechen wir einmal über die Schattenseiten des Vollzeitschreibens und fragen uns, für wen es sich eigentlich eignet und für wen eher nicht.
Vera
00:00:15
Danny Ereboot ist bei uns. In Folge 111 hat er uns begeistert erzählt, dass er jetzt Vollzeit-Ortor ist. Und jetzt ist er es nicht mehr. Hört auf jeden Fall rein und lasst euch die ganze Geschichte erzählen. Hier sind die zwei von der Talkstelle mit der Folge 294 und wie immer geht es in unserem Podcast um das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern, ganz egal ob im Self-Publishing und Verlag. Und mir gegenüber sitzt die Gymnastikübung machende Tamara Leonhard, mit neuem Mikrofon ausgestattet, heute also nicht nur kristallklar aussehend, sondern auch klingend. Und mein Name ist Vera Nentwig, dagegen kann ich nur abkacken, aber ich tue mein Letztes.
Tamara
00:01:19
Ich dachte jetzt, du sagst, dagegen kann ich nichts tun. Kleine Korrektur, ich sitze nicht, ich stehe. Ich dachte nämlich, weil du dich letztes Mal beschwert hast, dass ich so wenig Schwung habe, fahre ich mal meinen Schreibtisch hoch und stelle mich auf mein Whipboard und bin hier voll aktiv dabei.
Vera
00:01:36
Mein lieber Mann, ich muss auffassen, was ich sage. Das hat ja alles vollgelehrt hier. Hast du denn jetzt richtig viel Schwung?
Tamara
00:01:45
Ja, ich habe ja letzte Woche so stundenweise ein bisschen was gemacht, um nicht so von ich ruhe mich aus in Vollmodus zu rutschen. Und dann habe ich am Wochenende gemerkt, wie ich richtig Bock auf den Montag hatte und habe auch dann losgelegt mit Schreiben und Lektorieren und Tun und Machen und bin bisher sehr zufrieden.
Vera
00:02:08
Ja, sehr schön, sehr schön. Ja, das freut mich, dass der Schwung da ist. Bei mir hat er auch noch nicht nachgelassen, überraschenderweise.
Tamara
00:02:18
Das ist ja großartig.
Vera
00:02:19
Ja, ne, eine ganze Woche schon. Ja, und ja, ja, ich bin ja auch fleißig im Schreibflow und es läuft immer noch.
Tamara
00:02:31
Ja, ich habe gesehen, wir haben quasi einen Tag verzögert oder so quasi dasselbe Bild gepostet, jeweils auf den Bildschirm zeigen, wo unser tolles Manneskript offen ist.
Vera
00:02:43
Ja, wobei ich jetzt gestehe, ich habe das tatsächlich gemacht. Nachdem ich deins gesehen habe, habe ich gedacht, das kann ich auch. Mir war gerade nichts eingefallen, weil ich posten könnte. Und gut geklaut ist halb gewonnen.
Tamara
00:02:55
Also ich habe jetzt endlich mit dem neuen Manuskript angefangen und ich war zuerst super unzufrieden mit der ersten Szene, weil ich habe zwar das letzte halbe Jahr schon geschrieben, ich habe ein paar tausend Wörter Drachengeschichte geschrieben, ein paar tausend Wörter Kurzgeschichten geschrieben und so. Aber so in dem Genre war ich irgendwie gar nicht mehr richtig drin oder vielleicht auch in diesem Format, ganzes Buch, wo dann halt einfach auch die erste Szene so in eine Geschichte reinführen muss. Und da habe ich gemerkt, irgendwie muss der Schreibmuskel gerade nochmal ein bisschen warm werden.
Vera
00:03:34
Nee, also meiner ist richtig warm, um nicht zu sagen, heiß. Und ja.
Tamara
00:03:41
Wobei ich an der Stelle, du musst es mir verzeihen, aber ich muss jetzt etwas an die Öffentlichkeit zerren.
Vera
00:03:47
Okay, jetzt bin ich aber...
Tamara
00:03:49
Liebe Menschen, die ihr in diesem Podcast schon länger lauscht und Veras dezente Abneigung gegen Prologe kennt, sie hat mir gegenüber ganz verschämt zugegeben, dass sie darüber nachgedacht hat, vielleicht doch einen zu schreiben.
Vera
00:04:09
Ja, ja, aber das hat sich jetzt erübrigt.
Tamara
00:04:13
Ja, doch.
Vera
00:04:14
Ja, ja.
Tamara
00:04:15
Mensch, das wäre ein Triumph gewesen.
Vera
00:04:17
Ja, ja, genau.
Tamara
00:04:18
Aber ich meine, allein die Tatsache, dass du es in Erwägung gezogen hast.
Vera
00:04:23
Ja, also das zeigt ja nur, dass ich ja ein offener Mensch bin. Und ich hätte natürlich einen richtig tollen und guten Prolog geschrieben. Und nicht nur 90 Prozent, die völlig unnötig sind.
Tamara
00:04:36
Nein, ich habe den Entwurf hier schon gesehen. Der wäre cool gewesen. Aber inwiefern hat es sich denn erübrigt? Also das ganze Projekt?
Vera
00:04:42
Ich habe ja, jetzt greift mir doch nicht vor. Du machst meine Porte kaputt.
Tamara
00:04:46
Entschuldigung, vergesst alles. Wir blitzdingsen euch jetzt auditiv. Vera, was gibt es denn Neues?
Vera
00:04:55
Ich habe doch, wir haben ja um Feedback gebeten und das haben auch die ein oder anderen haben das dann auch erhört und mir zum Teil sehr ausführliches, sehr hilfreiches Feedback geschickt. Und alle, die mir was geschickt haben, waren sich einig, Und parallel bin ich auch zum selben Schluss gekommen und das Ergebnis ist, ich lasse das mit dem anderen Genre. Schuster bleibt bei deinen Leisten, ich werde voll bei meinem Genre bleiben und habe dann die letzten Tage auch mir dann ganz konkret Gedanken dazu gemacht. Ich habe mittlerweile auch schon so eine Konzeptidee, die ich machen will. Ist noch nicht ganz spruchreif, die muss ich erst noch ein bisschen reifen lassen, ein bisschen nochmal so in der Tiefe so ein bisschen nochmal abchecken. Aber es fühlt sich gerade sehr gut an.
Tamara
00:05:51
Also auch komplett vom Klempner weg?
Vera
00:05:53
Auch vom Klempner weg, von allem weg. Ich bleibe hier bei meinen Cozy Crime und wahrscheinlich auch hier in der Region, weil alles andere fühlte sich irgendwie nicht richtig an. Und seit ich das so für mich so beschlossen habe, ja, merke ich schon, dass da wieder Ideen sprudeln und das irgendwie auch was frei macht. Und im Übrigen waren das also die, die mir ihr Feedback geschickt haben, haben alle genau das auch gesagt, dass ich das tun sollte. Und ja, und das werde ich jetzt tun. Doch dann. Ich werde dann sicherlich in einer der nächsten Folgen, wenn ich jetzt so mich mit dem Konzept ein bisschen noch tiefer beschäftigt habe und das so ein bisschen absacken lassen und davon überzeugt bin, dass es das wird, dann werde ich das sicherlich auch hier kundtun.
Tamara
00:06:45
Aber falls du noch ein bisschen variieren möchtest, ein kleiner Tipp. Ich habe gestern auf Insta ein Video von irgendeinem Menschen, der sich mit Amazon auseinandergesetzt hat. Ich weiß nicht mehr, ich glaube, es wurde mir als Vorschlag eingespielt. Ein Reel gesehen, wo er einige Genres genannt hat, die gerade sehr gut gehen, aber wo es gar nicht so viele Bücher gibt. Und dazu gehörte Cozy Mystery. Also wenn du noch irgendwas Übersinnliches mit reinpackst, dann könntest du in diese Nische springen.
Vera
00:07:17
Ja, ich schaue mal. Mal sehen, wohin es sich entwickelt, was so passt. Also ich habe heute 100 ISBN bekommen. Also für die nächsten zwei bis drei Jahre bin ich ausgestattet. Naja, ich musste neue haben. Ich hatte beim letzten Mal so ein 10er-Paket gekauft. Das kostet 225 Euro, 100 kosten 300 Euro. Und bei 10 ist ja absehbar, dass ich die vielleicht auch aufbrauche. Also macht keinen Sinn. Dann habe ich jetzt direkt 100 gekauft. Da bin ich jetzt, wie gesagt, erstmal für die nächsten Jahre ausgestattet.
Tamara
00:07:56
Wir sind gespannt, was da kommt. Ich meine, wenn du so schnell schreibst wie Andrea, dann brauchst du vier Jahre.
Vera
00:08:02
Ja, das werde ich nicht ganz schaffen.
Tamara
00:08:04
Wer es nicht gehört hat, letzte Folge anhören.
Vera
00:08:07
Ja, genau. Aber wie gesagt, dieses Jahr werde ich definitiv drei Bücher, wenn nicht sogar vier. Und das ist ja schon für mich eine gigantische Quote. Und, Ja, da bin ich auch momentan wirklich sehr zuversichtlich. Also wie gesagt, ich bin meinem Schreibplan völlig voraus, weil ich jeden Tag das Tagesbudget doch um 50 Prozent überschreite. Und von daher, ja.
Tamara
00:08:39
Ja Mensch, die Freude am Schreiben steht dir, Vera.
Vera
00:08:43
Ja, ich merke schon, also was ich wirklich merke, was ich unterschätzt habe, ist, wenn man so drin bleibt, da kommt wirklich so ein Flow auf. Über vielen Sachen, auch mit dem Sport machen genauso. Wenn man einmal drin ist, dann fällt einem das viel leichter. Und dann denkt man, ach, ich ruhe mich was aus, aber das ist gar nicht gut, weil dann ist der Ansatz, der Angang wieder größer, was du ja auch gerade sagtest, wenn man da so mal draus ist.
Tamara
00:09:09
Also ich habe auch letzte Woche in einem 1 zu 1 Gespräch die Zusage gemacht, dass ich jetzt sobald ich angefangen habe mit dem Manuskript, zumindest mal für diesen Monat, werktäglich dran schreiben will. Und ich denke mal, dann hat es sich auch ein bisschen eingeschliffen.
Vera
00:09:26
Ja, ja, das geht dann schnell. Ja, und ich habe jetzt auch letzte Woche die konkrete Info bekommen. Wir haben jetzt unsere Standzuweisung für Leipzig bekommen. Also alle von euch, die vorhaben, zur Buchmesse Leipzig zu fahren, schreibt euch schon mal auf. Halle 4, Stand A104.
Tamara
00:09:46
Kommt in die Shownotes.
Vera
00:09:48
Ich erwarte zahlreichen Besuch. Und ich habe mit meiner lieben Freundin Waltraud gestern telefoniert, die mich ja begleitet. Sie hat dann schon überlegt, sie will jetzt schon Biene-Hagen-T-Shirts machen und will immer abwechseln, einen Tag Biene-Hagen, am anderen Tag mit rotem Hut als Frau Appeldorn auftreten. Also mal sehen, was sie da jetzt so macht.
Tamara
00:10:11
Sehr schön. Dein erstes Cosplay auf der LBM.
Vera
00:10:15
Also ich nicht. Ich nicht. meine Freundin.
Tamara
00:10:17
Nein, das ist doch so besser.
Vera
00:10:20
Ja. Genau. Also, ja, irgendwie momentan fühlt sich alles recht gut an. Ich bin heute sogar mit dem Fahrrad in eine Firma gefahren, weil man nicht ganz so kalt war. Ja, also alles, so kann es jetzt weiterlaufen und aufwärts gehen und ja. Hören wir der Dinge, ne?
Tamara
00:10:42
Jawohl.
Vera
00:10:43
Ja, dann müssen wir jetzt noch eine Überleitung zum Thema hinkriegen.
Tamara
00:10:47
Naja, tatsächlich, unser Gast hat ja so ein bisschen die entgegengesetzte Bewegung zu dir vollzogen oder vollzieht sie gerade.
Vera
00:10:55
Genau, das wollen wir jetzt mal so ein bisschen uns erörtern lassen.
Tamara
00:10:59
Ja, unser Gast war ja schon mal da und zwar, wir haben nachgeschaut in Folge 111, ist schon ein bisschen her und da hat er erzählt, dass er jetzt vom Teilzeit- zum Vollzeit-Autor wechselt. Und nun habe ich gehört, er wechselt wieder zurück. Da wollte ich natürlich wissen, warum. Und das wird er uns jetzt alles erzählen. Und hier ist einer meiner Lieblingskollegen, der liebe Danny Arwood. Hallo.
Dany
00:11:24
Hallo, Servus. Hallo Vera, hallo Tamara. Vielen Dank für die Einladung, vier Jahre später wieder da zu sein. Das freut mich total.
Vera
00:11:33
Ja, also Danny, wir haben natürlich dann direkt gedacht, also ich versuche gerade jetzt hier den Optimismus zu entwickeln. und dann kommst du und sagst, das klappt alles nicht hier. Wie kann das denn jetzt sein? Was ist denn da los?
Dany
00:11:47
Ja, also es war so, dass ich ja 2022 mich quasi hauptberuflich selbstständig gemacht habe als Autor und habe das auch zwei Jahre lang gemacht. Aber ich bin nicht so glücklich damit gewesen. Und zwar habe ich das ein bisschen unterschätzt. Es ist nun mal ein sehr einsamer Beruf. Und mir hat dann doch mit der Zeit irgendwie das gefehlt, einfach Kollegen zu haben, andere Themen zu haben. Ich war nur noch in meiner Buchwelt quasi und ich schreibe hier, wie du auch, Vera, ja Krimis. Das heißt, ich war nur noch am Morden quasi und irgendwie dachte ich, ich werde irgendwie ein bisschen plemplem mit der Zeit und mir haben einfach so Sachen gefehlt, einfach ganz andere Themen zu machen, diesen, Austausch mit Kollegen und so weiter. Und deshalb hatte ich mich dann entschieden, nach zwei Jahren quasi sie wieder zurück zu wechseln und habe mir wieder einen 20-Stunden-Job für dreimal die Woche gesucht.
Vera
00:12:45
Mhm.
Dany
00:12:46
Um dann festzustellen, dass das doch eigentlich mein Ding ist, dass man sich ja gar nicht eigentlich so entscheiden muss, bist du jetzt komplett Autor oder machst du es nur nebenbei oder was auch immer. Also man wird ja immer so schnell gelabelt. Du musst dich anscheinend immer entscheiden. Das habe ich auch gedacht. Und ich hatte da letzte Woche mit einer Kollegin drüber gesprochen und die sagt mir, sie liebt das Autorin sein, weil sie komplett alles so tun und lassen kann, wie sie mag. Und es ist ja auch wirklich, jeder Mensch ist ja anders. Und für mich, ich habe es probiert, ich habe es zwei Jahre probiert. Und ich habe gemerkt, nee, ich habe dann mit einer Lektorin damals gesprochen und habe auch echt gesagt, ich habe so ein bisschen das Gefühl, ich verliere den Spaß am Schreiben. Das ist natürlich dann ganz fatal und deshalb musste ich da irgendwie auch so ein bisschen die Notbremse ziehen.
Tamara
00:13:40
Genau, du hast es mir ja schon im Vorfeld erzählt und deswegen fand ich das halt auch sehr interessant, mal die Seite zu sehen. Weil immer wenn man sagt, ich möchte nicht ausschließlich schreiben, dann klingt das so ein bisschen wie, ich rede mir das halt schön, dass ich es nicht hinkriege. Und ich bin ja jetzt auch wie Vera gerade an dem Punkt, wo ich sage, ich möchte einfach aufgrund dessen mehr mit meinen Büchern verdienen, weil ich mir damit mehr Zeit zum Schreiben erkaufe. Aber ich habe auch immer gesagt, also ausschließlich Schreiben, da stelle ich mir sehr viel Druck darunter vor. War es das auch oder war es wirklich nur dieses Allein-Daheim-Sein?
Dany
00:14:16
Sowohl als auch. Es kam noch hinzu, dass ich dummerweise in der Zeit meinen größten Flop hatte. Das muss man halt auch offen sagen. Das war 23, also 22, die komplett Autor seien und 23 habe ich versucht, mich in einem neuen Genre auszuprobieren und bin halt komplett baden gegangen. Ich wollte das unbedingt machen. Ich war damals 23 in Schweden im Urlaub und dort ist mir eine Geschichte einfach so spontan quasi zugeflogen gekommen. Ich dachte, jetzt muss ich einen Schweden-Thriller machen. Ich kann leider sagen, die Welt hat nicht auf mich gewartet mit Schweden-Thriller. Und ich bin damit, ja, das war ein Flop. Ja, das hat man mir, ich habe, im Nachgang kann man sagen, hätte ich mir ein anderes Pseudonym vielleicht genommen. Ich habe das unter Dania Wood auch veröffentlicht, weil man ja oft sagt, Mensch, die Marke ist schon bekannt. Dann gibt es die Stimmen, die sagen, Mensch, hättest du dich... Daniel Andersson genannt, wäre das vielleicht erfolgreicher geworden. Ja, hätte, hätte. Im Nachgang weiß man es nicht. Letztendlich habe ich so für mich entschieden, ich hatte Bock auf diesen Thriller. Ich finde auch nach wie vor, dass es handwerklich eigentlich eines meiner besten Bücher ist. Aber es hat mich am schlechtesten verkauft.
Tamara
00:15:30
Ja, war dann eine andere Zielgruppe.
Dany
00:15:32
Ja, und die Leute haben mir, ich schreibe ja, wie wäre ja, Cozy Crime, Lustig und diesen Serienmörder aus Schweden, das hat man mir anscheinend nicht so abgekauft.
Vera
00:15:43
Das ist eine andere Leserschaft, definitiv.
Dany
00:15:46
Genau, aber ich lese aber privat, ich lese ja privat auch gerne Cozy Crime, aber ich lese auch gerne Thriller. Und dachte so, meine Leser, denen wird es doch eh nicht gehen, aber das war nicht so. Und genau, also damit bin ich einfach baden gegangen und das war natürlich auch, richtig blöd, weil ich eigentlich Bock drauf hatte und eigentlich hätte ich es schon kommen, hätte ich das irgendwie schon mir denken können, weil ich habe in Thailand überwintert mehrere Wochen, weil als Autor kannst du jetzt ja alles machen, kannst du außer nicht hier im kalten München zu sitzen, also bin ich erstmal nach Thailand, überwintert mehrere Wochen und hab dort im Laptop gehockt und krieg von meiner Lektorin damals, das war so im März 23, eine E-Mail, für diesen Thriller und die sagte so, du, ich habe abgebrochen zu lesen, das musst du komplett neu machen. Ich sagte zuerst, wir hätten den 1. April. Ja, ich habe zuerst gesagt, es ist schon 1. April, weil ich habe ja schon viele Bücher auch geschrieben und das hatte ich so jetzt auch noch nicht gehabt. Das heißt, ich kürze es mal ab, ich habe das komplette Buch neu geschrieben, und dann ist es immer noch ein Flop geworden. Jetzt kann man ja sagen, das wäre denn gewesen, wenn. Also dann wäre es noch ein Riesenreinfall. Ich habe so viel Zeit investiert, habe es komplett neu geschrieben und dann war es nicht wie von mir erhofft, gewünscht erfolgreich. Und dann, das kam noch mit hinzu in dieser Phase.
Tamara
00:17:15
Ja, das ist ja dann quasi so das dritte Thema schon. Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe, aber ich hätte auch mega Bock, mal so einen richtig blutigen Psychothriller zu schreiben. Und ich kann das halt machen, weil wenn ich ein halbes Jahr, ja, anderthalb Jahre verliere, ja, ist ärgerlich, aber es macht mir nicht den Kühlschrank leer. Und das ist natürlich, also ich stelle mir vor, in dem Moment, wo du so viel Zeit zusätzlich investieren musst und dann floppt es noch, also mir wäre da richtig der Arsch auf Grundeis gegangen.
Dany
00:17:47
Ja, also ich habe mich auch mit Kollegen in der Branche unterhalten und dann sagt manche, oder ein Kollege sagt mir, ja, du musst halt eine Reihe draus machen. Ja, aber wenn der erste schon nicht so ganz zieht, ganz ehrlich.
Tamara
00:18:00
Braucht es richtig Mut.
Dany
00:18:02
Genau. Und man muss sagen, in Cozy Crime, den schreibe ich so, runter. Und der Thriller ist halt was ganz anderes. Da brauche ich auch viel mehr Zeit und viel mehr Psychologie. Warum handelt der Täter so und so weiter. Das ist viel schwieriger. Ich habe einen riesen Respekt vor allen, die Thriller schreiben. Das ist dann doch wirklich eine andere Liga, muss ich einfach zugestehen. Und da war mir der Zeitaufwand und das, was ich dann finanziell rausgekriegt habe, das hat einfach in keinem Verhältnis mehr gestanden. Und ich wurde letztens auf einer Lesung gefragt, in Saarlouis, im Saarland, ja, wann kommt denn der neue, wann kommt denn wieder ein Schweden-Pöller? Obwohl ich aus einem Saarland-Krimi vorgelesen hatte. Und dann habe ich halt auch ganz offen gesagt, das mache ich erst, wenn ich so viel Geld verdient habe.
Tamara
00:18:50
Das ist ein Spaßprojekt.
Dany
00:18:52
Dann mache ich das. Dann mache ich so ein Spaßprojekt, wo ich sage, scheiß drauf, da habe ich jetzt Bock drauf. Aber wenn es wirklich darum geht, dass du halt als Autor vom Schreiben leben musst, dann kannst du dir fast, also kann man sich fast nur die Projekte leisten, wo du weißt, die bringen es. Und das fand ich irgendwie, da habe ich irgendwann so den Spaß dran verloren. Also ich schreibe ja zwei Bücher pro Jahr. Ich hätte eigentlich, drei Minimum oder vier schreiben müssen. Und das war dann so, ich habe mal vor Jahren gab es mal so eine Studie, da wurde gefragt, was wollen die Leute an Geld verdienen, dass sie glücklich in ihrem Beruf sind. Das ist schon ein paar Jahre her, da war das so bei 60.000 brutto Jahresgeld, da sind die Leute glücklich. Das ist schon ein bisschen her. Aber dann war es wurscht, ob die Leute 70.000 oder 80.000 nehmen.
Vera
00:19:42
Das ist irgendwann genug, das ist dann irgendwann egal.
Dany
00:19:44
Genau, und so ist es bei mir auch, mit den zwei Büchern bin ich happy, aber von meinem dass ich zufrieden bin, ist es scheißegal, ob ich jetzt drei oder vier Bücher mache. Dann wird es nur noch Druck und Stress. Und deshalb habe ich gesagt, okay, ich mache meine zwei Bücher pro Jahr, ich bin happy. Lustigerweise, das ist jetzt ja die Krux an der Sache, jetzt kann ich vom Schreiben leben, aber ich muss es gar nicht mehr. Das ist natürlich jetzt auch irgendwie ein bisschen verrückt.
Vera
00:20:10
Ja, wieso? Du hast aber jetzt den Zusatz, du lebst doch jetzt auch mit dem Einkommen des Zusatzshops.
Dany
00:20:14
Genau, aber wenn ich das Zusatzeinkommen nicht hätte, könnte ich vom Schreiben leben.
Vera
00:20:18
Okay.
Tamara
00:20:19
Das heißt, durch die Leichtigkeit eventuell verdienst du jetzt mehr? Kann das sein?
Dany
00:20:25
Also A, bin ich nicht mehr so verbissen. Das macht auch ganz viel aus. Und eigentlich habe ich für mich so aus zwei Welten das Beste. Ich habe einen Bürojob dreimal die Woche, könnte aber jederzeit sagen, ich habe keinen Bock mehr, ich höre auf, ich habe meine Bücher. Wenn das mit den Büchern aber nicht klappt, kann ich immer sagen, ich habe ja noch einen anderen Job. Also von daher ist es eigentlich für mich jetzt ganz gut und, Seit 24 kann ich vom Schreiben leben. Und da war ich auch wieder berufstätig. Lustigerweise. Berufstätig in dem Bürojob, den ich da war.
Vera
00:21:00
Ich muss jetzt mal ein bisschen aufholen. Wir haben ganz viele Themen angeschnitten.
Tamara
00:21:04
Tamara hat so ungewöhnlich viel geredet.
Vera
00:21:08
Ich bin zehn Minuten nicht zu Wort gekommen.
Dany
00:21:10
Ich bin auch so blablabla. Ich bin jetzt mal ruhig.
Vera
00:21:14
Du bist ja da.
Tamara
00:21:15
Du darfst.
Vera
00:21:17
Jetzt muss ich mich nur ein bisschen sortieren. Also erstmal ist das witzigerweise eine Bestätigung meiner Entscheidung, die ich im Vorgespräch verkündet habe. Ich weiß nicht, ob du das mitbekommen hast. Ich habe ja auch überlegt, wie ich mein Portfolio erweitere und ob ich vielleicht noch so ein anderes Genre mache, wobei ich da auch schon in Erwägung gezogen habe, das unter Pseudonym zu machen. Aber du bestätigst eigentlich meinen Gedanken, wenn ich das machen würde, dann muss ich auch bereit sein, da richtig viel reinzusetzen, um was aufzubauen. Dann muss es sowas wie eine Reihe sein oder es muss wirklich, also da muss ich einen längeren Atem haben. Und da muss man sich jetzt fragen, ob es das dann wirklich wert ist. Weil mir geht es ja momentan so, ich habe ja auch Spaß an dem, was ich schreibe. Ich habe ja auch Spaß an Cozy Crime. Und ich möchte übrigens dem, was du gesagt hast, dass das jetzt so viel leichter ist, als Zwiller zu schreiben, dem wirklich widersprechen. Ich denke, das ist einfach auch eine gewisse... Eine gewisse Übungssache. Ich glaube, wenn du drei Thriller geschrieben hast, dann läuft der dann auch aus der Hand.
Dany
00:22:27
Ja, das ist von der Recherche. Also beim Cozy Crime finde ich, musste vielleicht, was Polizeiarbeit angeht, nicht ganz so detailliert sein, als wenn ich natürlich einen Thriller aus Schweden, das heißt, ich musste mich auch erstmal, ich hatte Kontakt mit einer Polizistin aus Schweden, also diese ganze Recherche.
Vera
00:22:45
Das ist schwieriger, ja.
Dany
00:22:46
Das ist schon so ein bisschen klar. Natürlich, wenn du eine Reihe hast, dann weißt du das natürlich, aber auch gerade was Obduktionsberichte und sowas. Also das fand ich schon, also wenn ich es mache, wollte ich es gescheit machen. Und bei so einem Cozy Crime, da kann man immer mit so einem Zwinkerauge, so ein bisschen dann...
Tamara
00:23:04
Ja, aber ich glaube auch, wenn du nicht bei jedem Buch dann ganz unspezifisch das Standard, naja, er hat halt ein schweres, Kindheitstrauma-Ding machen willst, sondern auch wirklich echte Gründe oder oder konkrete Traumata irgendwie dir erarbeiten. Da muss der wirklich für jeden Täter, Täterin, so viele sind es nicht, da nochmal ganz psychologisch reingehen.
Dany
00:23:30
Und genau das war der Punkt, den die Lektorin zum Beispiel bei mir bemängelt hat, dass ich eigentlich in der Polizeiarbeit in den Kapiteln ganz gut war. Aber in den Kapiteln, wo es um diese Psychologie ging, das bin ich ja beim Cozy Crime, da ist ja so, ich sag mal, palim palim, wir haben eine Leiche gefunden, so ein bisschen salopp. Und das ist natürlich da ganz anders. Und da habe ich natürlich, das war für mich ja, ja, da musste ich komplett neu, also neu mich reindenken und das war schon schwierig. Und ja, also wie gesagt, ich könnte mir auch vorstellen, das weiterzumachen, aber dann ist es für mich just for fun.
Vera
00:24:05
Ja, so wie gesagt, man muss dann schon wissen, dass man dann längeren Atem haben muss und, also ich habe ja auch im Vorgespräch gesagt, dass ich ja mich jetzt entschieden habe, schon im Cozy-Crime-Bereich zu bleiben, aber ich möchte halt eine neben meinen bisherigen zwei Reihen eine dritte starten, und da, weiß ich schon, dass ich da direkt hintereinander mindestens zwei Teile machen muss, um erstmal so anzufüttern, damit da nicht so lange Pausen sind und damit da wirklich auch ein Effekt zu merken ist. Und dessen muss man sich einfach bewusst sein. Das muss man einplanen.
Dany
00:24:48
Und weißt du auch schon, wo das spielen soll?
Vera
00:24:51
Ich habe schon Gedanken, aber ich muss das noch so ein bisschen feintunen, bevor ich das so an die Öffentlichkeit puste. Aber ich habe schon natürlich ein paar konkrete Ideen. Aber diese Überlegungen, die hatte ich auch. Ich mag ja, ich liebe Paris und habe immer gedacht, vielleicht lasse ich was in Paris schreiben.
Dany
00:25:09
Spielen.
Vera
00:25:10
Aber dann ist es genau derselbe Punkt. Dann müsste ich mich wirklich erst mal da tief eintauchen. Wie funktioniert das? Und wie kriege ich die Atmosphäre rüber? Wie funktioniert die Polizeiarbeit in Frankreich? Klar, man kann natürlich im Kosi-Crime, insbesondere wenn es Privatermittler sind, das ein bisschen umschiffen, aber so ganz ohne geht es natürlich nicht und das bisschen, was da ist, will ich jetzt nicht so komplett falsch beschreiben. Für die deutschen Krimis habe ich hier eine Kriminalkommissarin, die dann immer Test liest und sagt, ja, das ist so aus dramaturgischen Gründen ist das so vertretbar. Ich meine, die Polizeiarbeit, wenn man die in der Praxis schreibt, ist die ja stinklangweilig. Das kannst du gar nicht schreiben. Schon allein, dass da ein einzelner Kommissar ermittelt hat, gibt es ja gar nicht. Da gibt es immer Sonderkommissionen und so. Also, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich muss gestehen, der erste Gedanke, der mir kam, als Damaran mir das erzählte und als du jetzt gerade sprachst und du sagst ja, du hast halt noch zwei, zweieinhalb Jahre versucht. Ich meine, ich kenne das ja so, ne, wenn Leute, die sich selbstständig machen, meistens geben sie im dritten Jahr auf. Und der einfache Grund ist, weil dann sämtliche Fristen bei den Finanzämtern aufgelaufen sind und sie so viel Steuern zahlen müssen und sie nichts zurückgelegt haben. Ich hoffe, das war bei dir nicht der Grund.
Dany
00:26:39
Ich schreibe ja schon seit zwölf Jahren und ich hatte ja diese, also 2022 und 2023 konnte ich nicht vom Schreiben leben, sondern ich habe mich quasi mit dem von den Jahren zuvor immer also was auf Seite gelegt. Also ich bin ja seit 2013 als Self-Publisher an Bord, und das war einfach so und ich war da ja auch schon all die Jahre in meinem früheren Bürojob auch immer Teilzeit, also schon seit vielen Jahren, ich war schon ewig nicht mehr Vollzeit beschäftigt, also ich habe immer früher noch vier Tage Woche und dann jahrelang drei Tage Woche und dann habe ich gesagt, ich will das jetzt machen und das ist halt so oft Man hört immer dieser Traum vom Schreiben und das wird auch sehr so, romantisch, stellt man sich das vor, habe ich auch, aber das war es halt nicht. Und diese, Also ich war, das hast du sogar moderiert, Tamara, auf der Leipziger Buchmesse. Da war ich eingeladen mit Mara Wulff.
Tamara
00:27:39
Ja, ich erinnere mich.
Dany
00:27:40
Genau, und da hat eine Zuschauerin doch gefragt, was für einen Tipp oder was muss man beachten, wenn man Autor, Autorin werden möchte. Und Mara Wulff sagte es, es ist ein sehr einsamer Beruf. Damals habe ich ihr das noch nicht so ganz abgenommen, da war ich gerade so befrischt dabei. Aber das stimmt. Es ist halt ein wahnsinnig einsamer Beruf. Und jetzt habe ich aber für mich so dieses Beste aus zwei Welten. Ich habe das Glück, dass mein Job nur zwölf Minuten zu Fuß von mir hier entfernt liegt. Ich bin auch der Einzige, der kein Homeoffice macht, weil ich das absolut kategorisch trenne. Zu Hause schreibe ich, dort ist das der Job. Und das finde ich eigentlich so für mich okay, aber das muss ja jeder, weißt du, jeder ist ja anders und jeder muss das für sich entscheiden. Vielleicht war ich auch zu früh, ich war Anfang 40, als ich mich dafür entschieden habe. Vielleicht würde ich das mit Mitte 50 anders sehen. Keine Ahnung. Also ist vielleicht auch ein Altersthema. Ich weiß es nicht. Ich sage, ja komm jetzt, ob ich noch 10 Jahre da bis zur Rente irgendwo hin machen. Also weißt du so? Aber ich fand jetzt so mit Anfang 40, vielleicht war ich da zu jung noch zu sagen, ich gebe jetzt komplett Bürowelt auf und man muss dazu sagen, ich hatte jetzt ja auch nicht am Fließband irgendwo gearbeitet und ich hatte ja auch einen Job studiert und so weiter. Ich hatte eigentlich auch einen verantwortungsvollen Job, der auch Spaß gemacht hat und ja, und der hat mir irgendwie auch gefehlt. Und.
Tamara
00:29:07
Also ich finde es ja schon mal sehr schön zu hören, dass mal jemand sagt, mit 40 noch zu jung. Das beruhigt mich ein bisschen. Ja, das sage ich doch immer.
Vera
00:29:17
Dass du mit 40 zu jung bist.
Tamara
00:29:20
Okay, wie formuliere ich es jetzt? Von jemand noch Gleichaltrigeren, was ich eigentlich sagen wollte. Also ich glaube, es ist tatsächlich schon auch eine Typsache, weil ich lebe zwar nicht vom Schreiben, aber mein Lektorat, da gehe ich ja auch nicht irgendwo zu anderen Leuten oder so. Also ich arbeite ja sehr, sehr viel einfach alleine im Büro und ich liebe es und mache halt so mein Coworking viermal die Woche für zwei, drei Stunden, dass man so ein bisschen im Austausch ist. Für mich ist das ein super Modell, deswegen glaube ich, dass das eine Typsache ist.
Dany
00:29:59
Absolut, ja.
Tamara
00:29:59
Was denkst du denn für die anderen Themen, also Druck und, was war das dritte, was wir gesagt haben, auch mal einfach Spaßsachen ausprobieren, was denkst du denn, was bräuchtest du, dass das für dich besser funktioniert hätte?
Dany
00:30:18
Also, mal angenommen, ich hätte jetzt mit zwei Büchern so viel, oder wie jetzt im Moment ist, also 25 lief sehr gut bei mir, das war mein bestes Jahr, wo ich sagen kann, ich könnte, hätte in 2025 vom Schreiben leben können. Aber, um jetzt, ich könnte ja noch drei oder vier Bücher, hätte ich ja dann ja, wenn du Vollzeitautor bist, kannst du ja drei oder vier, aber für mich ist es so, es hat mir nicht mehr so viel Spaß gemacht. Also es wiederholt sich vielleicht dann doch, wenn ich im selben Genre tätig bin. Und es ist einfach so, dass ich gemerkt habe, es ist halt jetzt so ein Pflichtding. Selbst zwei Bücher ist ja auch Pflicht, die kommen mal anspornen, ist es zwei Bücher pro Jahr rauszuhauen. Und ich kenne Kollegen, die machen sechs, sieben pro Jahr.
Vera
00:31:10
Super.
Dany
00:31:11
Aber ich habe da keine Freude dran. Das ist einfach das Ding. Ich bin dann einfach, für mich ist es auch jedes Buch, ich bin danach K.O., ich bin danach fertig, ich bin wie so ein Marathonlauf, ich brauche doch erstmal Abstand und ich kann halt nicht direkt ein Kapitel, ein Buchende drunter schreiben und am nächsten Tag mit neun anfangen. Ich brauche ein paar Wochen Pause einfach.
Vera
00:31:34
Da machen wir jetzt Stichwort Pause, Entschuldigung, da muss ich jetzt reingrätschen. Wir müssen jetzt eine kurze Pause machen, vier zumindest, weil wir haben einen Buchtipp. Ja, heute haben wir wieder einen Buchtipp für euch. Ihr wisst, dass wir gerne auch dein Buch bei uns vorstellen. Schick uns einfach ein E-Mail an alle-at-zweivon-der-tok-stelle.de und wir schicken dir alle Infos. Heute, soweit ich weiß, haben wir einen ganz besonderen Titel, nicht Wörter, Mara?
Tamara
00:32:07
Genau, wie immer erstmal ein paar Worte zum Cover. Und das ist grafisch gestaltet und man sieht einen bunten Farbwirbel. Also es fängt an bei gelb, geht über orange, blau, türkistöne. Und ja, diese Farbe ist auch Thema, denn der Titel lautet Wer bin ich? Warum nicht bunt sein? Unentdeckte Facetten einer einzigartigen Persönlichkeit von Rosel Haas. Und wenn ich das richtig verstanden habe, kannst du ein bisschen was zur Autorin sagen?
Vera
00:32:41
Ja, ich kann das auf jeden Fall, weil Rosel ist meine Imageberaterin, die mir schon sehr, sehr geholfen hat in diesen Bereichen. Also wenn sich jemand da draußen je gefragt hat, warum sieht die Vera immer so toll aus, dann ist das nichts an der Rosel.
Tamara
00:32:59
Genau, also ich habe auch mal ein bisschen reingeschaut in die verschiedenen Themen, die das Buch abdeckt Und da geht es in Richtung Psychologie der Kleidung, Kleide dich glücklich, Oder Chromomorphologie, Komposition von Farbe, Form und Charakter Also jede Menge spannende Themen Und ich lese jetzt natürlich wie immer auch nochmal den Klappentext dazu, der da lautet Musik, Was ändert sich in deinem Leben, wenn du erkennst, wer du wirklich bist? Du befindest dich in der Mitte deines Lebens und hast keine Antwort auf die Frage, wer bin ich, wer will ich sein? Du spürst, dass dir etwas fehlt. Ist es Leichtigkeit, das Gefühl, die eigene Stärke zu spüren, stolz auf dich zu sein? Du wünschst dir einen selbstsicheren Auftritt und einfach du selbst zu sein? Rosel Haas bietet dir umfangreiches Wissen sowie praktische Tipps an, um aufzuräumen und dich von alten Mustern zu befreien. Du erfährst, wie du deine Talente aufspürst, deine Stärken besser nutzt, deine innere Schönheit sichtbar machst, mit neuer Klarheit mühelos deine Ziele erreichst. Rosel Haas erzählt ihre Geschichte von einer Suche nach einem erfüllten Sein. Viele Erkenntnisse haben sie selbstsicherer gemacht und ihrem Lebensweg eine neue Richtung gegeben. Das, was dich anders macht, ist, was dich besonders macht. Vera, dann erzähl mal, du hast zusammen mit Rosel herausgefunden, was dich anders macht?
Vera
00:34:24
Ja, auf jeden Fall. Und vor allen Dingen auch, wo ich mich nicht so nach irgendwelchem Massengeschmack und so richten muss. Ich weiß nicht, ob du das kennst, wenn du zum Beispiel Klamotten kaufst oder sowas, dass man schaut, was die anderen haben, dann gibt es irgendwelche Trends und dann probiert man das an, und hat zwar irgendwie ein komisches Gefühl, aber nimmt es dann trotzdem, weil es ja irgendwie alle machen. Und da habe ich sehr gelernt, wie ich mich abgrenze und worauf ich gucke und was ich überhaupt nicht mehr kaufen brauche. Und auch so festgestellt, wo ich mich dann wirklich wohlfühle. Und bei mir sind es schon mal eher so die, ich mag ja schon Farben und nicht sowas wie Beige oder sowas, so eine Nichtfarbe. Und da hat mir Rose sehr geholfen, mal abgesehen davon, dass sie eine geniale Einkäuferin ist. Sie geht ja auch mit Leuten einkaufen. Also wenn sie steht auf der Etage, das Modehaus guckt einmal und weiß genau, zu welchem Stand man, zu welchem Ständer man gehen muss, wo man was findet oder wo man nichts findet. Die Frau brauche ich.
Tamara
00:35:32
Ich hasse Klamotten kaufen, deswegen trage ich so viele Bandshirts, die nehme ich einfach nach Konzerten mit.
Vera
00:35:39
Ja, ich kann sie dir sehr nahe legen, also sie macht das toll.
Tamara
00:35:43
Ja, also wenn du da draußen auch noch deinen persönlichen Stil brauchst und die fachliche Meinung von Rosel konsultieren möchtest, dann schau doch mal auf das Buch. Wer bin ich? Warum nicht bunt sein? von Rosel Haas.
Vera
00:36:00
So, da sind wir wieder. Und ich wollte darauf zurückkommen, was du vor der Pause gesagt hast, Danny, von wegen diesem, ja, dass man dann so froh ist, das eine Buch ist fertig und dann erstmal eine Pause braucht. Bis vor drei Monaten habe ich das genauso gesagt. Und jetzt gerade stelle ich fest, wenn ich da mit einer etwas anderen Einstellung drangehe, so eine Vision dahinter habe, dann fällt mir das plötzlich total leicht. Ich erkenne mich gerade überhaupt nicht wieder.
Dany
00:36:49
Das ist doch perfekt, oder?
Vera
00:36:50
Weil ich dann so schreibe und ich kann sehr gut verstehen, was du gesagt hast, weil ich das auch immer so erfinde, auch bei anderen Sachen. Wenn da irgendwie das Gefühl ist, ich muss das tun, da ist Druck dahinter, es ist die Existenz dahinter, dann lähmt mich das total und dann ist es halt kein Spaß mehr. Und das finde ich auch ganz wichtig, zu bedenken, wenn Leute sagen, ich habe das ja oft, wenn ich dann so mit irgendwelchen Treffen sind und Leute sage, ach wäre toll, wenn man vom Schreiben leben könnte, dass ich dann auch immer denke ja, aber dann musst du schreiben dann ist das halt eben kein Spaß mehr und das muss man erstmal können und ich glaube, das muss man auch, mental, da muss man eine Einstellung zu finden.
Dany
00:37:39
Ja, und es gibt ja viele, die sagen, sie lieben es zu schreiben und die schreiben halt wirklich dann ihre sechs, sieben Bücher pro Jahr. Toll, finde ich super.
Vera
00:37:49
Letzte Woche hat jemand ja 23,5 geschrieben. Ja, Wahnsinn.
Dany
00:37:56
Großer Respekt.
Vera
00:37:57
Ja, absolut. Das ist weit weg von dem.
Dany
00:38:00
Aber das ist auch nichts, wo ich sage, das würde ich mir jetzt als Vorbild nehmen oder das wäre jetzt was, wo ich sage, man ist ja oftmals, dass man sich vergleicht, da kann man sich ja gar nicht irgendwie von freisprechen. Aber je mehr ich da für mich entschieden habe, nö, das passt jetzt so, bin ich in so einer Leichtigkeit. Und zum Beispiel, ich habe mir dieses Jahr auch gar keine Ziele gesetzt und ich habe mir immer Ziele gesetzt. Und dieses Jahr habe ich gesagt, nö, mache ich einfach nicht, weil ich will mir da jetzt auch keinen Druck machen. Ich mache meine zwei Bücher, ich habe zwei Reihen, das macht mir Spaß und dann schauen wir mal. Und wenn ich Lust habe und Zeit habe, weil ich jetzt ja schon ein bisschen ganz gut, also was jetzt im Mai rauskommt, ist jetzt schon fast fertig. Dann habe ich noch ein Buch, was im August rauskommt. Das sollte ich eigentlich jetzt auch ein paar Wochen schon abgeben können. Und vielleicht mache ich da noch eins für Ende des Jahres. Und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm.
Vera
00:38:59
Wobei ich mir vorhin gedacht habe, als du erzähltest, dass du im letzten Jahr zwei Bücher geschrieben hast und davon hättest leben können. Da denke ich, ja Mann. Also allein, dass du das kannst, ich meine, das ist gigantisch. Ja, ich hatte halt... Dann frage ich mich aber, wieso empfindest du, wenn du mit zwei Büchern, die ja nun wirklich hinzukriegen sind im Jahr, leben kannst, wieso machst du dem ja noch Druck? Da müsstest du doch so was von locker sein.
Dany
00:39:25
Ja, bin ich ja. Ich bin jetzt ja locker.
Vera
00:39:26
Ja, jetzt. Aber du hast ja gesagt, du könntest ja auch davon leben, wenn du den Teil der Job nicht hättest.
Dany
00:39:32
Genau. Aber erst seit 24 wohl gemerkt.
Vera
00:39:37
Also vorher nicht. Ja gut, aber wäre es denn keine Alternative zu sagen, okay, ich meine, du hast ja auch gerade gesagt, wenn du schreibst, bist du unabhängig, kannst du auch Thailand fahren oder sonst was tun. Ich meine, du könntest dir ja auch Aber du könntest dir auch sonst irgendwelche Sachen machen, wo du Leute triffst. Dafür musst du jetzt ja keinen Job haben.
Dany
00:39:53
Ja, aber das, was ich gemacht habe, also ich bin ja, kann man ja sagen, ich bin ja Kampagnenmanager. Das heißt, ich mache Produkteinführung, Projektverantwortung und das habe ich ja schon viele Jahre gemacht und das macht mir auch Spaß. Und einfach, dort arbeite ich in Teams. Ich bin ja doch als Autor eine One-Man-Show. Klar habe ich natürlich eine Lektorin und einen Cover-Designer, aber das ist doch was anderes. Und dort arbeite ich in einem Team und es macht mir einfach auch viel Spaß, dass ich da zusammen ein Produkt auf die Straße stellen kann. Und von daher bin ich jetzt ganz happy damit, was auch wirklich an meiner Wohnung so nah dran ist und ich eine nette Chefin habe. Ich habe es ja eben gesagt, ich bin im Moment gerade im Sabbatical, weil es letztes Jahr so gut lief.
Tamara
00:40:43
Achso, jetzt arbeitest du nicht mehr.
Dany
00:40:45
Im Moment habe ich mir eine Auszeit genommen, weil, im Moment, aber ich habe jetzt schon wieder, am 1. Februar geht es wieder los und ich bin auch immer noch in Kontakt mit Kollegen und sage, ich freue mich auch schon voll wieder. Aber ich habe mir letztes Jahr quasi müssen eine Auszeit nehmen, weil ich ja diesen, Bestseller hatte, der ja ein Fluch und Segen zugleich ist, weil dann muss ich ja eigentlich auch was Neues liefern. Und dann dachte ich, scheiße, also auf der einen natürlich toll, jetzt hatte ich da mit diesem einen Buch so einen ganz guten Erfolg, aber jetzt muss ich ja eigentlich ein neues Buch liefern und dafür brauche ich natürlich Zeit. Und deshalb habe ich einfach mir eine kleine Auszeit von ein paar Monaten genommen, um quasi schon vorzuschreiben, was dieses Jahr auf den Markt kommen soll.
Tamara
00:41:27
Ja, das ist ja super, wenn man einfach auch so flexibel die Möglichkeit hat. Und ich finde, das ist ja eigentlich, also das ist glaube ich das, was so meine persönliche Mission für diese Folge ist, einfach nochmal herauszustellen, dass man sich ganz schlecht mit irgendwem vergleichen kann. Man kennt da nie alle Faktoren und dass jeder einen anderen Weg hat. Und deswegen versuche ich gerade so ein bisschen herauszufinden, für wen ist es sinnvoll, vom Schreiben zu leben, für wen nicht. Eine Frage, die mir vorhin durch den Kopf ging. Angenommen, du hättest, bevor du dich Vollzeit selbstständig gemacht hast, vielleicht noch eine Reihe im Bereich Thriller und was weiß ich, was für ein Genre dich noch interessiert. Also, dass du vielleicht in drei Genres eine Reihe schon etabliert gehabt hättest und hättest wechseln können. Wäre das für dich dann irgendwie eine andere Sache gewesen, dass du nicht so immer nur in die Cozy-Crime-Richtung hättest gehen müssen?
Dany
00:42:24
Ja, ist schwierig zu beantworten, weil ich ja mit dem Thriller gefloppt bin. Tja, wer weiß, was dann gewesen wäre. Ich glaube halt so, es hat halt so alles sein müssen, wie es sein muss. Ja, ja, klar. Genau, und von daher ist es so, wie es jetzt ist, bin ich zufrieden.
Tamara
00:42:43
Also das ist auch, ich will auch gar nicht irgendwie ausdrücken, dass dein Weg blöd ist oder dass du versagt hast oder sonst irgendeinen Quatsch, sondern ich möchte nur irgendwie rausfinden, so, was sind die Stellschrauben, die jeder Einzel für sich entscheiden muss.
Dany
00:42:57
Also es ist halt so, es gehört halt einfach auch ein bisschen Glück dazu. Also ich meine, dieser Bild-Bestseller, das war halt ein Glück. Weil Amazon das bei Prime Reading drin hatte und dann war das für mich ein Sprungbrett, muss man einfach sagen. Kurz zuvor hatte ich noch gedacht, ach, ich glaube, ich habe ja diese Cozy Crime-Reihe aus dem Saarland und eigentlich wollte ich die beenden, weil ich dachte, ja, es geht nicht weiter, es kommt kein neues neue Leser schafft. Ich meine, ich bin jetzt bei, jetzt kommt im Sommer Band 10 raus und wollte eigentlich das letztes Jahr schon beenden. Und dann ist es wirklich kurz später passiert, dass dieses Buch, dieser erste Band von dieser Sylt-Reihe bei Prime Reading war. Und ich hatte schon viele Titel bei Prime Reading, da ist nichts passiert. Und dann ist es halt wirklich bis in die Top 5 vom kompletten Store gegangen, war mehrere Wochen auf der Bild-Bester-Liste. Was dann wiederum, dazu folgt, dass viele Buchhandlungen auch bei mir plötzlich gekauft haben. Also mein Taschenbuchverkauf ist dadurch, also Prime Reading ist ja nur E-Book dann, aber da ist natürlich auch der Taschenbuchverkauf total in die Höhe gegangen. Und da diese Sylt-Reihe ein Spin-off meiner Saarland-Reihe war, hat das natürlich die Saarland-Reihe auch wieder komplett nach vorne gezogen. Und das ist jetzt quasi so, ja, das ist jetzt so quasi ein Riesen, also ich habe mal durchgezählt, das sind über diese Familie, wo ich schreibe, das sind dann mittlerweile 15 Bücher. Also kann man sich lange durchlesen. Und da habe ich zwei Reihen, die eigentlich miteinander verknüpft sind. Und ich sage mal, ich kriege mit Sylt eine ganz andere Leserschaft, die würden sich niemals für das Saarland interessieren. Aber da sie diese Person, diese Ermittlerin, das ist ja die Oma Käthe, ist ja die Schwiegermutter vom Saarlitschen Kommissar. Und diese Oma ermittelt jetzt auf Sylt. Und dadurch sind natürlich viele Leute, ach, die Oma spielt ja aber auch im Saarland mit. Und dann hat sich das so gegenseitig befruchtet. Und das war halt mein Glück gewesen. Das muss man einfach so sagen. Das hätte ich, ja, aber ich hatte schon viele Titel beim Prime Reading und da ist es nicht erfolgt. Und letztendlich, das haben, das war vielleicht, es war Sommerzeit mit dem Strandkorb auf dem Cover. Das hat viele Faktoren. Dann so eine ältere Dame, so eine 81-Jährige, die so ermittelt. Das hat vielleicht irgendwie die Leute interessiert und dann hat das funktioniert.
Vera
00:45:25
Zeitgleich ist meine Frau Appeldorn an der Ostsee gewesen und auch ältere Dame an der Ostsee und das hat überhaupt, Da bin ich sehr weit weg von deinen.
Tamara
00:45:36
Ich fürchte tatsächlich, dass das wieder so ein Ding ist, dass Frauen in Geschichten entweder jung und begehrenswert oder alt und goldig sein müssen. Und die Frau Appeldorn ist halt alt und taff.
Dany
00:45:50
Aber meine Oma ist ja auch alt und taff.
Tamara
00:45:53
Ja, ist ja nicht so eine Oma.
Vera
00:45:55
Aber ist Oma Käthe. Allein da wird es ja schon drollig.
Dany
00:45:58
Ach so, ja, aber Oma Käthe ist jetzt schon eher so, Die ist jetzt nicht so die typische Oma, die man sich so vorstellt, die kocht nicht, die backt nicht, die ist auf Tinder unterwegs. Also es ist so eine andere Oma, sehr technisch affin, die gerne den Leuten über den Mund fährt. Also jetzt nicht so eine Oma, die man sich so im klassischen Sinne vorstellt. Genau und das war ja auch so, dass in dieser Saarlandreihe haben die, ich frage immer oft die Leser, wer ist eure Lieblingsfigur und dann wurde immer diese Oma als Lieblingsfigur die ja eigentlich ja nur die Schwiegermutter des Kommissars ist, die sich immer zoffen, ja, also diese Schwiegermutter wurde im Haus und sie zoffen sich immer, und weil sie halt einfach so ihren eigenen Kopf hat und dann haben die Leser mir immer über viele Bände gesagt, ach die Figur finden sie so super und dann habe ich gesagt, ja dann lass ich doch einfach mal selber ermitteln und da kommt halt jetzt dann im Sommer der dritte Band raus und ja, und das war halt also dieser Bild-Bestseller, das war so ein Game-Changer, muss man einfach sagen. Dann sind die Hörbuchrechte, habe ich dadurch alle verkauft von der Reihe, dann ist es plötzlich gegangen. Aber das war Glück, muss man sagen.
Vera
00:47:07
Aber du hast ja auch vorhin gesagt, dass jetzt das Finanzielle, klar, das wird eine Rolle gespielt haben, weil du sagst, du hast ja bis 24 gebraucht. Ja. Aber du hast ja eigentlich gesagt, so dieses Alleinsein. Wobei, ist es vielleicht auch einfacher, das Allein, man kann ja unter Leuten sein, das Allein zu sein, wenn man Erfolg im Rücken hat, wenn einfach der Druck nicht so schwer spürbar ist?
Dany
00:47:34
Wie meinst du, dass man dann besser Alleines sein kann, wenn man erfolgreich ist?
Vera
00:47:39
Das ist dann, ja, das vielleicht, oder andersrum die Frage, hättest du dann ein Problem mit dem Alleinsein auch gehabt, wenn alles super gelaufen wäre?
Dany
00:47:51
Ich glaube schon, ja. Also ich habe das jetzt, ich habe das auch schon gemerkt, also ich finde schon auch, also Neid und Missgunst, also das ist halt ein Thema, also ich habe da auch einige Freundschaften, sind da auch flöten gegangen, muss man auch sagen.
Vera
00:48:06
Weswegen? Weil du Outdoor jetzt bist oder was?
Dany
00:48:08
Weil ich auch ganz, weil ich nicht mal Vollzeit arbeiten muss, also zum Beispiel. Das sagt dir ja keiner so, aber das merkt man schon so ein bisschen. Also die Freunde, die auch eine tolle Karriere gemacht haben, die nicht, aber die, die so ein bisschen, das habe ich schon so ein bisschen festgestellt.
Vera
00:48:29
Das hat man bei allen Lebensentscheidungen wahrscheinlich. Da passen Leute zu, da passen eben nichts.
Dany
00:48:34
Ja, genau. Aber weiß man ja selber, dass gerade Neid und Missgunst ja eigentlich auch im engsten Feld ja noch viel häufiger Umfeld hier vorkommt.
Vera
00:48:44
Und andersrum hast du dann über so neue Wege lernst du neue Leute kennst. Das stimmt. Wobei ich mir die ganze Zeit überlege, das kann uns gar nicht passieren, Tamara. Wir haben einmal eine Woche, machen wir Therapiegespräch und dann ist wieder alles gut.
Tamara
00:49:00
Aber apropos Therapie, was mich jetzt noch interessieren würde, du hast gesagt, du hattest nicht mehr wirklich Spaß am Schreiben. Hast du das therapiert? Das war die Überleitung. Wie war es quasi, als du wieder gearbeitet hast? Kam das zurück? Kam es schnell zurück oder immer noch nicht?
Dany
00:49:22
Also, ich war nicht in der Therapie.
Tamara
00:49:25
Ja, ja.
Dany
00:49:27
Nein, aber da kann man ja offen drüber reden. Also, ich war jetzt auch nicht depressiv geworden oder sonst was.
Tamara
00:49:32
Nee, nee, so hatte ich es auch nicht verstanden.
Dany
00:49:33
Also, das nicht. Aber ich meine, ich bin gerne unter Leuten. Ich rede gerne. Ich rede, ich so. Ja, genau. Genau, du kennst es, Vera. Und dann sitze ich halt komplett in meiner Wohnung an meinem Schreibtisch. Das war halt einfach nichts für mich.
Tamara
00:49:50
Nee, was ich meinte, also die reine Freude am Schreiben, kam die zurück durch den Job zeitgleich versetzt, vielleicht schon mit der Entscheidung?
Dany
00:50:01
Achso. Ja, ich glaube, als ich dann wieder arbeiten gegangen bin, war natürlich einmal auch dieser finanzielle Druck natürlich mal weg, weil ich sage, okay, gut, ich arbeite 20 Stunden, das deckt ja schon was ab. Ich habe ja auch schon ein paar Bücher veröffentlicht, also eine Backlist verkauft sich auch immer, aber das hat natürlich damit beigetragen, dass man viel entspannter da natürlich rangeht. Und wenn und man kann sich natürlich auch jetzt eher mal so ein Flop-Buch vielleicht mal erlauben, dass man sagt, ja mein Gott, ist jetzt nicht so gut gelaufen, aber ist ja auch nicht so schlimm ich habe ja da noch eine sichere Einnahmequelle. Und jetzt, da ich jetzt zwei Reihen am Start habe, ist das natürlich so dass ich die auch natürlich füttern muss diese beiden Reihen ich hatte auch schon mal überlegt, vielleicht mache ich ja nochmal eine dritte Reihe, mal was Neues auch nochmal, aber schon auch cozy Also nochmal irgendwie einen Genrewechsel würde ich nicht machen. Also das muss ich auch sagen. Könnte ich mir auch vorstellen, aber ich will das spontan machen. Also so wie mir auch dieser Thriller damals spontan vor die Füße gefallen ist, so will ich da auch einfach sagen, ich will einfach mir die Spontanität bewahren und ich will auch nicht so verbissen werden. Also das hatte ich dann schon gemerkt, dass du musst ja wirklich jetzt auch, da muss ja Geld fließen. Also wenn du wirklich hauptberuflich das machst und gut, ich hatte Ersparnisse gehabt, aber trotzdem, man hat ja doch den Anspruch, dass man auf diese Ersparnisse nicht zurückgreifen muss, sondern der Anspruch ist ja schon da, dass man davon leben, also dass man im Monat davon leben kann, was man einnimmt. Jetzt habe ich den Fahnen verloren.
Vera
00:51:41
Dann kann ich jetzt wieder ein bisschen was reden. Also mir kommt gerade so der Gedanke, ich muss gerade mich zurückversetzen in Zeiten, wo Tamara mit der Windel über dem Boden gekrabbelt ist.
Dany
00:51:58
Ich dann auch, oder?
Vera
00:51:59
Du dann auch, ja. Und als ich mich selbstständig gemacht habe. Und ich weiß das damals. Ich meine, da war ich jetzt auch noch jünger. Da ist man ja eh ein bisschen auch, ich sage mal, naiver oder begeisterungsfähiger, als vielleicht, wenn man sich schon ein paar blutige Nasen geholt hat. Aber ich weiß, da waren es wirklich Zeiten, und das mag jetzt tragisch klingen, da wusste ich teilweise nicht, wie ich nächste Woche noch was zu essen kaufen kann. Und trotzdem habe ich immer daran geglaubt und habe nie darüber nachgedacht, das nicht zu machen.
Dany
00:52:35
Aber es hat ja bestimmt Spaß gemacht, ne?
Vera
00:52:38
Ja. Und das ist genau das, wo ich da so hin wollte. Man muss irgendwie den Weg finden, dass man den Spaß an dem hat, was man tut. Jetzt ist es ja, Tamara weiß das, ich habe ja immer gesagt, ich schreibe ja nicht des Schreibens willen. Ich schreibe, weil ich ein Buch haben will und weil das ein Medium ist, mit dem ich sichtbar werde, mit dem ich mit Leuten ins Gespräch komme. Wenn du ein Buch hast, das ist wie Hund oder Baby haben, da kommt man mit Leuten ins Gespräch.
Tamara
00:53:11
Und Hundehaaren halt so.
Vera
00:53:13
Ja, mit Hunden, das kriege ich nicht hin. Und dann mit dem Baby, da wird nichts mehr. Und so, da schreibe ich halt Bücher. Und man kann, und da ist irgendwie so eine Vision vor Augen. Also irgendwann mal, auch mal ein Bild Bestseller haben. Irgendwann in der Talkshow sitzen. Das sind so Bilder, die da entstehen. Und die ich damals auch, als ich selbstständig gemacht habe, Dann hast du eine Firma und dann hast du ein Büro und dann hast du einen Mitarbeiter und all das. Das waren so die Visionen. Damals wollte ich mit 30 aufs Titelbild des Manager-Magazins. Ich habe es nur zu einem Abo geschafft, aber egal. Aber man hat ja so diese Träume. Das sind eigentlich die Dinge, die einen antreiben. Und dann bleibt man dabei und wenn man das nicht hat, Ja, dann gibt man auf.
Dany
00:54:16
Ich hatte diese Träume auch, aber die habe ich nicht mehr.
Vera
00:54:20
Warum nicht? Ich meine, du hast doch den täglichen Beweis. Du schreibst zwei Bücher im Jahr und verdienst da ein Zigfaches von dem, was ich mit Bücherschreiben verdiene. Ich meine, wenn du nicht dran glaubst, wer denn sonst?
Dany
00:54:35
Nein, aber ich hatte auch diese Träume und war am Anfang, ich war ja auch, als ich angefangen habe, ich habe ja wirklich jedes Medium, ob das TV probiert, Frühstücksfernsehen und wo ich überall hingetingelt bin.
Vera
00:54:47
Und das hat sich ja auch gerechnet. Ich meine, du verdienst ja gutes Geld damit.
Dany
00:54:52
Ja, ja, aber mir war das damals sehr wichtig und irgendwie bei voller Kanne oder wo ich Süddeutsche und was weiß ich, wo ich überall geguckt habe, kriege ich ein Interview und so. Das ist mir heute nicht mehr wichtig. Ich habe zum Beispiel im letzten Jahr, ich habe ja auch immer, wenn ich ein neues Buch rausbringe, die Presse informiert, mache ich gar nicht mehr zum Beispiel, weil ich keinen Bock mehr drauf habe. Ich habe, das meine ich, ich habe da auch, wenn du sagst hier NDR Talkshow, auch ich habe davon vor vielen Jahren geträumt. Das ist mir heute einfach nicht mehr wichtig. Es ist mir egal. Also ich habe nicht mehr diesen Traum, ich hatte es aber früher gehabt, und habe übergeguckt, wo kann ich mich platzieren und so weiter. Selbst da die Regionalpresse im Saarland informiere ich nicht mehr, dass ich ein neues Buch rausbringe, weil es und siehe da, ich habe es nicht gemacht und ich hatte letztes Jahr mein bestes Jahr. Also wo ich so dachte, okay, vielleicht bringt es gar nicht so viel und ich habe es mir immer nur eingebildet, dass es so viel bringt, keine Ahnung. Aber mir ist es nicht mehr, oder ich war auch in vielen Radiosendungen, mache ich auch letztes Jahr keine einzige Radiosendung, es ist mir nicht mehr so wichtig.
Tamara
00:55:59
Ich hole mal die Hobbypsychologin raus mit ganz viel gefährlichem Halbissen. Aber ich glaube tatsächlich, ob jetzt der Danny oder die Vera versuchen in ein Fernsehformat oder Radio oder irgendwie zu kommen, ich glaube, dass das Warum dahinter wahrscheinlich ein anderes ist. Und zu der Sache mit dem selbstständig machen, ich glaube auch, das ist so eine Typsache, weil ich habe mich ja auch selbstständig gemacht, eben im Bereich Lektorat und das nicht, weil ich meine Jobs vorher nicht gemocht habe. Ich mochte meine KollegInnen, ich mochte, was ich da gemacht habe, aber für mich persönlich ist Freiheit das höchste, höchste Gut. Und die Tatsache, dass jemand anderes festlegen durfte, wann ich wo zu sein habe, das war für mich so ein Dealbreaker, dass es nicht mehr ging. Und deswegen bin ich halt super happy in der Selbstständigkeit und dass ich nicht wohin fahren muss zu irgendwelchen bestimmten Zeiten, also außer jetzt einzelne Termine. Und wenn man das aber nicht hat, wenn man sagt, das stört mich nicht oder es gibt ja auch Leute, die sagen, ich brauche einen 9-to-5-Job, ich muss wissen, von dann bis dann bin ich gebunden und danach kann ich machen, wie ich will. Wenn man da ein anderer Typ ist, dann ist es auch eine andere Geschichte.
Vera
00:57:17
Brauchst du den 9-to-5-Job oder brauchst du dies, dann Danny?
Dany
00:57:22
Ob brauche ich den 9-to-5-Job? Ja, in gewisser Weise ja schon, sonst hätte ich das ja nicht gemacht, aber mir ist wirklich dieses Sozialkomponente auch total wichtig. Einfach dieses, also auch wenn ich jetzt im Sabbatical war, aber natürlich war ich im Dezember auf die Weihnachtsfeier von der Firma eingeladen. Es gibt das Sommerfest, es gibt die Wiesen hier, wo die Firma hingeht. Man geht zusammen in die Mittagspause und das hat mir einfach gefehlt. Klar, ich mache auch noch den Job, der macht mir jetzt auch noch Spaß. Es ist einfach so, dass ich mich da wohler fühle und ich so einfach das Gefühl hatte, man muss dazu sagen, mein Umfeld, mein Freundeskreis, die sind nicht selbstständig oder fast niemand, sondern die kann ich auch nicht mittags, als ich noch selbstständig war, mittags um eins anrufen, na, gehen wir mal einen Kaffee trinken. Also alle sind in ihren Jobs. Also diese, oh, ich habe jetzt alle Freiheit und ja, ich bin nach Thailand gegangen, gefahren und so. Das machst du halt dann einmal, aber dann ich war, glaube ich, fünf, sechsmal ein Teil, also früher schon und so. Irgendwann ist der Reiz auch weg und ich habe ja früher Reisebücher geschrieben. Das erste war ja aus Australien, danach Südafrika und ich reise heute ja gar nicht mehr so gerne. Ich glaube, ich werde richtig alt. Also ich reise nicht mehr so gerne. Ich gehe nicht mehr gerne in Talkshows. Oh mein Gott, was ist los?
Tamara
00:58:47
Ich glaube, Ich glaube, du probierst gerne Dinge aus und wenn du sie gemacht hast, dann ist gut. Kann das sein?
Dany
00:58:54
Es ist so, manches ist mir, ich glaube, heute sind mir viele Sachen peinlich. Früher war mir, da habe ich gesagt, ja, ich war auch beim Mietenkaufen wohnen. Das war so eine Vox-Show. Da habe ich angemeldet, da war Autor, Münchner Autor sucht eine Wohnung. Da war ich dabei, ja. Nur um einmal mein Buch in die Kamera zu halten. Und das ist mir heute unangenehm. Das würde ich heute nicht mehr machen. Das hat, glaube ich, auch was mit dem Alter zu tun. Und weil du eben gesagt hast, du glaubst, dass warum eine Vera oder ich gerne so drauf uns erhoffen, in eine NDR Talkshow als Beispiel oder so reinzukommen, dass ja das Warum ist, weil wir natürlich irgendwie sagen, okay, dann haben wir es ja geschafft, so nach dem Motto. Dann haben wir es gesagt aber das ist mir, für mich mir ist es nicht mehr wichtig ich bin zufrieden, ich so, hey ich habe zu viele Bücher geschrieben und so weiter aber dieses, ich muss mich präsentieren und zeigen, ich gucke mal wo ich überall war, dort in der Zeitung und so weiter.
Tamara
00:59:59
Ist mir egal eben und ich glaube, selbst wenn die Vera unfassbar viele Bücher, verkaufen würde und nicht wüsste, wohin mit dem Geld, würde sie immer noch in die Talkshow wollen, oder? Ja.
Vera
01:00:10
Definitiv.
Tamara
01:00:12
Aber es ist halt dann einfach eine andere Bewegung.
Vera
01:00:14
Ja, ich habe da andere Traumata zu bewältigen. Wobei ich vorhin da so ein bisschen lachen musste. Also das wird definitiv im Alter besser. Danny, irgendwann werden deine Bekannten Mittagszeit haben, weil die sind dann alle in Rente. Aber das ist genau der Punkt, und da wollte ich auch nochmal drauf eingehen. Tamara, der wichtigste Punkt, das mit der Freiheit, das ist auch mein Punkt. Ich habe ja, Ich habe das ja schon mal angedeutet, letztes Jahr war ja für mich auch in meinem Hauptgeschäft ein sehr schwieriges Jahr, was auch einige existenzielle Fragen aufwirft. Nicht zuletzt deswegen versuche ich ja jetzt gerade mit dem Schreiben mehr Gas zu geben. Und natürlich habe ich auch dann überlegt, ja, vielleicht muss ich jetzt in den sauren Apfel beißen und mir auch irgendwie so einen 20-Stunden-Job suchen. Ich habe sogar auf so ein paar Jobbörsen mal so geguckt, was es so gibt. Und so. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, als ich dann wieder so dachte, nee, ich muss dann zu festen Zeiten irgendwo sein, ich bin seit fast 40 Jahren selbstständig und kann selbst entscheiden, wann ich wo was tue, das geht einfach nicht mehr.
Dany
01:01:23
Ja, das glaube ich auch.
Vera
01:01:24
Das geht einfach überhaupt nicht mehr. Ich meine, klar, irgendwann könnte es sein, dass die existenzielle Situation so tragisch würde, dass man einfach muss. Ich meine, wenn man muss, dann macht man es auch. Aber ich versuche das noch möglichst lange hinaus zu zögern.
Tamara
01:01:40
Ich meine, natürlich gibt es auch Angestelltenjobs, wo man ganz freie Zeitgestaltung oder so hat, aber ich erinnere mich, das ist so ein Moment, an den ich ganz oft denke, ich erinnere mich an eine Situation, wo ich mal ganz, ganz schlecht geschlafen hatte und ich saß dann im Bürojob und ich war so müde, Kaffee, es hat alles nichts mehr genutzt, ich habe angefangen, mir ins Gesicht zu schlagen, dass ich wach bleibe, wo ich gesagt habe, das ist doch völlig bescheuert, daheim würde ich mich jetzt eine Stunde hinlegen und danach funktioniere ich wieder. Und das ist so ein Ding, das mir irgendwie hängen geblieben ist.
Dany
01:02:15
Also ich habe eine gewisse Flexibilität ja schon, da ich mir diese 20 Stunden frei einteilen kann. Ich habe für mich entschieden, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag zu gehen, um dann noch mal mehrere Tage am Stück fürs Schreiben frei zu haben. Aber ich könnte mir diese Stunden auch anders einteilen. Und wie jetzt eine viermonatige Auszeit mir zu nehmen, Also ich finde, da kam man mir auch sehr entgegen. Ich habe da von Anfang auch immer mit offenen Karten gespielt und gesagt, ich bin eigentlich, ich sehe mich als Autor. Und genau. Und dann habe ich gesagt, hier, so sieht es aus. Ich habe jetzt hier so einen Bestseller. Jetzt muss ich eigentlich liefern. Ansonsten jetzt muss ich eigentlich schreiben. Und dann kam man mir entgegen und gesagt, okay, dann nimm dir halt diese paar Monate und schreib. Und von daher finde ich schon, dass ich da schon eine gewisse...
Vera
01:03:06
Da hast du schon eine gute Quetsche.
Dany
01:03:10
Genau.
Vera
01:03:12
Also meine Lösung für, ich hatte ja dasselbe Problem spätestens seit den Corona-Zeiten. Ich lebe ja auch alleine und gerade in den Corona-Zeiten, wo man wirklich sehr wenig Kontakte hatte, da muss ich zu stehen, da bin ich auch sehr in dunkle Löcher abgerutscht. Und ich habe das ja für mich so ein bisschen gelöst, indem ich halt, einen Schreibtisch in so einem Gemeinschaftsbüro habe, wo ich dann mindestens zweimal die Woche hinfahre. Donnerstags gibt es da, das ist so ein urbanes Vorzeigeprojekt mit vielen Büros und Wohnungen. Da gibt es immer Suppentag, da trefft man sich im Nachbarschaftstimmer, einer macht Suppe und dann klönt man mit allen Leuten. Und so, ne, ich schreibe da an dem Stadtteil-Magazin immer mit und so. Also da komme ich halt unter Leute, ne. Also klar, man braucht irgendwas, sonst versauert man. Das ist schon richtig, ja.
Dany
01:04:00
Und ich wollte aber auch einfach andere Themen haben, weil ich natürlich, also wenn man sich mit Freunden, Bekannten trifft und dann wird dann doch schon öfters über den Job gesprochen oder was auch immer. Und ich kann ja, also ich habe halt nicht so viele Schriftstellerfreunde.
Vera
01:04:17
Das kann man ändern.
Dany
01:04:18
Ja, aber hier nicht vor Ort, sage ich mal so.
Vera
01:04:21
Also in München gibbet ein paar.
Dany
01:04:23
Ja, aber ich kenne die dann vielleicht nicht. Wobei ich ja den Autorenstammtisch hier in München organisiere. Aber ich sage mal so, das sind ja doch Freunde, würde ich jetzt nicht bezeichnen. Und wenn man nicht so viele Schriftstellerfreunde vor Ort hat, dann kann ich natürlich sagen, ich habe gestern ein Kapitel geschrieben, aber da kann ja kein Mensch was mit anfangen. Ja, das kenne ich auch.
Vera
01:04:48
Das kenne ich auch.
Dany
01:04:49
Das ist ja wirklich so. Und das ist natürlich, deshalb, da habe ich mich auch schon irgendwie gesagt, ich mache diesen Autorenstammtisch, den ich organisiere in München. Ich bin regelmäßig einmal im Monat online bei den Vollzeitautoren, wo wir uns einmal im Monat austauschen. Das ist vom Self-Publisher-Verband ins Leben gerufen worden, wo wir, glaube ich, jetzt immer so 10, 12 Leute sind. Also es gibt schon natürlich Möglichkeiten, das habe ich auch gemacht, um mich auszutauschen. Das schon, aber es ist halt dann jetzt einmal ein Bugaz.
Vera
01:05:21
Also anders als die Freundin oder den Freund, den man quasi mit einer Nacht anrufen kann. Klar, das kann ich sehr gut verstehen. Da fällt gerade ein, wir haben eine neue Geschäftsführung. Wir sollten eine Kontaktbörse für Autoren und Autorinnen machen, oder?
Dany
01:05:35
Ja, weil natürlich die anderen können damit ja auch gar nicht, also gerade, was wir auch sagen, diese Ängste, den Druck, das können ja andere gar nicht so nachvollziehen. Oder man hat eine Schreibblockade als Beispiel oder man hängt irgendwo oder was auch immer. Das ist dann schon, finde ich, ein bisschen schwieriger, wenn jemand damit gar keine Berührung zu tun hat.
Vera
01:05:58
Für die meisten ist ja das Schriftsteller-Sein so glorifiziert. Die haben immer dieses Bild, was so im Fernsehen von irgendwelchen Schriftstellern gemacht wird, was ja mit der Realität so gar nichts zu tun hat.
Dany
01:06:12
Und entweder sind sie im Fernsehen mega erfolgreich oder sind voll die armen Schlucker. Zwischendrin gibt es ja nichts.
Vera
01:06:18
Die haben immer die Schreibblockade. Und der treusorgende Verleger kommt sechs Monate nach der Deadline, um zu gucken, wie es einem geht. und sowas halt. Ja, lieber Danny, auf jeden Fall wünschen wir, dass du all das Glück der Welt findest oder behältst und dass deine Pläne aufgehen und vielleicht, irgendwann steckt dir auch nochmal ein anderes Genre rein, was dann total durchstartet und du ganz viele nette Leute kennenlernst. Wir können ja mal hier im Podcast den Aufruf machen, der arme Danny in München möchte gerne Menschen kennenlernen.
Tamara
01:06:57
Ich möchte aus dem Belle Bart abgeholt werden.
Dany
01:07:01
Man kann mir gerne schreiben auf Instagram.
Tamara
01:07:06
Nein, also ich freue mich sehr, dass du für dich erkannt hast, was der richtige Weg ist und dass du dich im Moment zumindest wohlfühlst. Und ich bin sehr, sehr dankbar für deine Offenheit, weil die Seite muss man einfach auch mal hören.
Vera
01:07:19
Genau. Dem kann ich mich nur anschließen. Jetzt musst du aber trotzdem dich noch den total kritischen Buchbubble-Fragen von Tamara stellen.
Tamara
01:07:30
Genau. Danny, als Leser, welches Buch hat dich zuletzt Tränen weinen oder lachen lassen?
Dany
01:07:37
Also ich habe mich jetzt auf zuletzt beschränkt und ich habe ja heute vor morgen das Manuskript aus dem Lektorat bekommen von meinem dritten Sylt-Band. Und ich habe das Anfang Dezember abgegeben und ich musste selber über die Szene, die ich vor über vier Wochen geschrieben habe, musste ich einfach selber nochmal lachen. Und von daher ist es mein eigenes Buch, was im Mai erscheinen wird. Ich muss gestehen, die Bücher, die ich zuletzt gelesen habe, musste ich weder lachen noch weinen. Und ich habe sie oft abgebrochen. Weil wenn ich selber schreibe, habe ich nicht so den freien Blick für andere Bücher. Ich habe die wirklich abgebrochen. Ich nenne jetzt nicht die Namen der Autoren. Die haben mich einfach nicht gecatcht. Und ich erwische mich dabei, dass ich oft das lese und denke so, das ist aber jetzt ein Schachtelsatz. Wie ist denn das durchgegangen? Und deshalb habe ich für mich entschieden, ich lese ganz, also wenn, was ganz anderes dann. Aber jetzt nicht in dem Genre, wo ich tätig bin, wo ich schreibe. Das ist echt ein bisschen schwierig. Und von daher sage ich jetzt mal so ganz selbstbewusst, Mein eigenes Schrei muss ich lachen.
Tamara
01:08:48
Lassen wir dir das durchgehen. Dann erzähl doch mal, welche Begegnung in der Buchbubble war für dich besonders inspirierend?
Dany
01:08:56
Also hier würde, ich habe es eben schon mal kurz erwähnt, ich würde wirklich... Den einmal im Monat den Austausch mit den anderen Vollzeitautoren nennen. Das ist für mich schon sehr inspirierend. Einfach, weil wir alle so in einem Boot sind. Ich habe schon letztens gesagt, ich bin ja gar kein Vollzeitautor mehr, weil ich darf trotzdem dabei sein. Aber das ist schon, weil ich auch immer wieder neue Sachen erfahre, wie zum Beispiel, letztens sagt mir einer, das habe ich nicht gewusst, ich habe jetzt ja die Hörbücher, dass man da von der VG Wort zum Beispiel auch eine Ausschüttung bekommt, wusste ich zum Beispiel gar nicht. Also so Sachen, das finde ich total hilfreich. Oder wo die Kollegen dran sind, da ist man auch sehr offen. Man redet auch offen über Flops. Und es ist ja oftmals, wenn du dir das ja anguckst, auf Insta sagt ja natürlich jeder nur, wie geil und toll und so weiter. Und das finde ich eigentlich dann auch inspirierend, dass man in der Runde auch ganz offen einfach Sachen anspricht, wo es hakt, was nicht gut gelaufen ist und so. Und deshalb würde ich jetzt mal diese Runde von unserem Einmal im Monat, den Austausch, der immer so zwei, drei Stunden geht, den würde ich da nennen. Genau.
Tamara
01:10:04
Vom Self-Publisher-Verband, wer noch nicht Mitglied ist, sollte das bitte dringlichst tun. Genau. Und zum Schluss, welches Klischee willst du denn nie wieder in einem Buch lesen?
Dany
01:10:15
Ja, das ist natürlich der alkoholkranke, depressive Kommissar, dessen Frau vor einigen Jahren bei dem Autounfall ums Leben gekommen ist. Also das nervt, sowas nervt mich halt. Also das finde ich jetzt nicht mehr wirklich sehr innovativ. Ja, sowas.
Vera
01:10:34
Nö, kann ich unterschreiben. Ja, lieber Danny, vielen Dank, dass du heute da bist, für deine offenen Worte, für das Vertiefen dieses Themas und der differenzierte Blick darauf. Fand ich sehr hilfreich und nachdenkenswert. Ja, an euch da draußen. Ich hoffe, oder ich bin sicher, ihr konntet auch das eine oder andere mitnehmen. Schickt uns gerne mal eure Gedanken zum Schreiben als Hauptberuf. Ist das euer Traum oder probiert das vielleicht sogar gerade und klappt es oder klappt es nicht? Was sind die Faktoren? Das interessiert uns immer sehr. Wie gesagt, wir freuen uns riesig über Feedback. Und ansonsten wisst ihr, was ihr zu tun habt, uns zu folgen, wo immer es geht. Und natürlich uns auch anderen von uns erzählen, Buchbubble Bulletin abonnieren. Dann kommt auch sicherlich bald mal wieder einer. Und ja, ansonsten, bleibt uns gewogen. Bis nächste Woche. Tschüss.
Tamara
01:11:31
Danke, Danny. Ciao.
Dany
01:11:32
Ciao.