Die Zwei von der Talkstelle

Gespräche aus der Selfpublisher- und Buchbubble

Vorbestellung, Tolino, Buchhandel: Was deine Bücher wirklich verkauft

Zurück zu Amazon: Warum Kerstin Rachfahl ihre E-Books wieder exklusiv anbietet und was Vorbestellungen bewirken. Vera spricht mit der Thriller-Autorin über Band 7 ihrer Themis-Reihe, tolino, den Buchhandel und den Wert treuer Fans.

01.10.2026 54 min

Zusammenfassung & Show Notes

Zurück zu Amazon: Warum Kerstin Rachfahl ihre E-Books wieder exklusiv anbietet und was Vorbestellungen bewirken. Vera spricht mit der Thriller-Autorin über Band 7 ihrer Themis-Reihe, tolino, den Buchhandel und den Wert treuer Fans.
Nach fünf Jahren Pause setzt Kerstin ihre Reihe mit „Sondereinheit Themis: Pipeline“ fort. Das Buch landet direkt in der Amazon-Bestenliste, obwohl kurz vor dem Erscheinen 219 von 254 Vorbestellungen storniert wurden. Schuld war eine Preiserhöhung während der Vorbestellphase, die mit der deutschen Buchpreisbindung kollidierte.
Außerdem erzählt Kerstin, warum sie nach mehreren Jahren mit tolino ihre E-Books wieder in KDP Select gibt und seitdem deutlich mehr umsetzt. Vera hält mit ihren eigenen Erfahrungen dagegen: Sie beliefert den Buchhandel selbst über Libri und rechnet vor, was bei 50 Prozent Rabatt, Druck und Porto am Ende übrig bleibt.
Zum Schluss geht es um Kerstins Sonderedition ohne ISBN, die sie nur über ihren Newsletter verkauft, um alte Fehler, die zur Strategie werden, und um die Messetermine der Krimicombo.
Tamara ist in dieser Folge krankheitsbedingt nicht dabei. Gute Besserung!
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Zurück zu Amazon: Warum Kerstin Rachfall ihre E-Books wieder exklusiv anbietet und was Vorbestellungen bewirken. Vera spricht mit der Thriller-Autorin über Band 7 ihrer Themis-Reihe, Tolino, den Buchhandel und den Wert treuer Fans.

Nach fünf Jahren Pause setzt Kerstin ihre Reihe mit „Sondereinheit Themis: Pipeline“ fort. Das Buch landet direkt in der Amazon-Bestenliste, obwohl kurz vor dem Erscheinen 219 von 254 Vorbestellungen storniert wurden. Schuld war eine Preiserhöhung während der Vorbestellphase, die mit der deutschen Buchpreisbindung kollidierte.

Außerdem erzählt Kerstin, warum sie nach mehreren Jahren mit tolino ihre E-Books wieder in KDP Select gibt und seitdem deutlich mehr umsetzt. Vera hält mit ihren eigenen Erfahrungen dagegen: Sie beliefert den Buchhandel selbst über Libri und rechnet vor, was bei 50 Prozent Rabatt, Druck und Porto am Ende übrig bleibt.

Zum Schluss geht es um Kerstins Sonderedition ohne ISBN, die sie nur über ihren Newsletter verkauft, um alte Fehler, die zur Strategie werden, und um die Messetermine der Krimicombo.

Tamara ist in dieser Folge krankheitsbedingt nicht dabei. Gute Besserung!

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Transkript

Vera
00:00:00
Im Vorbestellungsrausch gleich in die Amazon-Bestenliste gerauscht. Das ist Kerstin Rachfall. Sie ist heute mit mir beim Gespräch und wir unterhalten uns über unsere verschiedenen Voraussetzungen, die Wege, die wir in den Buchhandel nehmen und Erfahrungen mit Tolino, die wir gemacht haben und warum es bei ihr so richtig heute abgeht und welche Fehler ich gemacht habe. Und wenn ihr euch wundert, warum Tamara nicht dabei ist, die liebe Tamara ist krank, aber ich hoffe, ihr bleibt trotzdem dran. Hört auf jeden Fall rein. Hier sind die zwei von der Talkstelle mit Folge 330 und mein Name ist Vera Nentwig und ich habe vergessen zu sagen, dass wir der Podcast sind rund ums Schreiben und Veröffentlichen, ganz egal ob im Self-Publishing oder im Verlag und ihr merkt, mir fehlt meine Partnerin. Die liebe Tamara ist nicht da und jetzt muss ich das alleine machen und schon verhagel ich den Anfang. Aber ich habe gedacht, so jetzt die ganze Zeit nur mich hören, das wollt ihr nicht. Deswegen habe ich mir eine liebe Autorinnenkollegin an die Seite geholt, mit der wir, wie wir gerade festgestellt haben, vor fast drei Jahren schon einen, höchst inspirierenden und tollen Austausch hatten. Und heute ist sie wieder da und wir schauen mal, was sich in drei Jahren getan hat. Sie hat mir heute schon erzählt, dass sie eigentlich im Rausch ist. Was das zu bedeuten hat, werden wir auch gleich rausbekommen. Ich freue mich riesig, dass sie da ist. Die Rede ist von der wunderbaren Kerstin Rachfahl. Hallo Kerstin.
Kerstin
00:02:07
Ja, hallo Vera. Ich freue mich auch, dass ich nochmal bei euch im Podcast sein darf. Liebe Grüße an Tamara, die heute nicht dabei sein kann. Wir drücken sie ganz feste.
Vera
00:02:17
Absolut. Und ja, wir müssen jetzt auf den Rausch eingehen. Das hat nichts damit zu tun, dass du zu viel der wunderbaren Hallenberger Bierspezialitäten gefrönt hast.
Kerstin
00:02:28
Nein.
Vera
00:02:28
Sondern der Rausch hat einen anderen Grund. Magst du mal erzählen, was der Grund ist?
Kerstin
00:02:33
Ja, ich habe heute, oder eigentlich gestern, was ganz, ganz Spannendes erlebt. Und ja, da können wir auch dann später nochmal tiefer eingehen, weil ich glaube, das ist auch...
Vera
00:02:42
Das werden wir bestimmt machen.
Kerstin
00:02:44
Ja, aber was ist passiert? Ich habe eine Reihe angeknüpft von mir, wo das letzte Buch 2016, glaube ich, erschienen ist. Das ist schon eine ganze Weile her. Und weil das so gut passte mit dem Nord Stream und das ist heute erschienen. Das war Sondereinheit Themis Pipeline. Und ich habe da so lange dran gesessen, lange dran gearbeitet und das war vorbestellt. Also vorbestellbar seit Februar 2026 und ja und zwar für 2,99 Euro. Und dann habe ich gemerkt, okay, das funktioniert alles gar nicht mehr Und habe dann recherchiert bei Amazon, ob ich die Möglichkeit habe, den Vorbestellungspreis zu erhöhen. Und das war möglich. Und habe das auch schön recherchiert, dass dann die anderen, die bis dahin vorbestellt haben, auch alle schön ihre Bücher bekommen. Und ja, und dann... Schaue ich gestern in diese Auslieferung und dachte, naja, jetzt habe ich die ganzen schönen Vorbestellungen bei mir auf dem Plus. Und auf einmal hatte ich 219 Stornierungen. Und ich dann so, oh Gott, oh Gott, was ist jetzt passiert?
Vera
00:03:54
Ja, da war ich auch Panik.
Kerstin
00:03:55
Oh Gott, ja. Und dann bin ich rübergegangen oder in meine E-Mail und da kriegte ich schon die erste Nachricht von einem Fan. Ja, ich habe das Buch vorbestellt, aber Amazon hat es storniert und zwar wegen der deutschen Buchpreisbindung. Und auf die Idee bin ich gar nicht gekommen. Also das ist eine Vorbestellung. Also wir dürfen ja als Self-Publisher schon die Preise ändern von unseren Büchern. Und ab dem Datum, wo es geändert ist, ist es ja in dem Shop überall geändert. Damit entsprechen wir der Buchpreisbindung. Aber das gilt offensichtlich nicht für Vorbestellungen. In allen anderen Ländern geht das, aber nicht in Deutschland. Und ja, dann habe ich in meiner Panik, bin ich dann hingegangen und habe schnell eine E-Mail geschickt, habe meinen Fehler gebeichtet, habe mich tausendmal entschuldigt. Und als ich heute Morgen dann reingeschaut habe in meinen Umsatz, in meinen KDP-Reports, ja, da hat es mich umgehauen, weil ja, da haben die Leute gekauft. Und als ich dann reingeschaut habe, war ich auf einmal Bestseller in Pulitzerilla, also in einer Kategorie und bin in der Gesamtliste von Kindle auf Platz, 326, glaube ich, als höchstes jetzt gewesen. Irrer.
Vera
00:05:16
Ich muss aber die Zusammenhänge jetzt noch mal so ein bisschen sortieren. Also fangen wir mal an bei dem Buch. Du hast gesagt, von Themis, das letzte Buch ist 2016 erschienen.
Kerstin
00:05:27
Ja, genau.
Vera
00:05:28
Jetzt das Themis Pipeline, das ist aber jetzt ein neues Buch.
Kerstin
00:05:32
Ganz genau, das ist ein neues Buch und das war eine große Herausforderung für mich, weil ich wollte ja, dass jetzt Menschen, also für die Leute, die die Reihe kennen, ist es ja ganz klar. Aber für diejenigen, die jetzt dann, weil es ja ein neues Buch ist, zum ersten Mal bei diesem Buch sind, die wissen ja gar nicht, dass, also was vorher alles, ach 2021, ich muss mich korrigieren, die Reihe fing 2016 an, also das letzte Buch war 2021.
Vera
00:06:00
War auch noch fünf Jahre schon her.
Kerstin
00:06:03
Ganz genau. So, und da war ich vor dieser Herausforderung, dass ich gesagt habe, ich möchte, dass jemand, der in die Reihe mit Buch 7 einsteigt, wirklich auch einsteigen kann, ohne die ganzen anderen vorhergehenden Bücher zu kennen.
Vera
00:06:16
Das mache ich immer.
Kerstin
00:06:17
Ja, du machst das immer, genau. Ich habe da ja immer so gerne Beziehungen drin und dann das Team und dann die Dynamik innerhalb des Teams und dann kommt ein Hund dazu, dann fliegt ein Hund raus.
Vera
00:06:32
Okay.
Kerstin
00:06:35
Das ist dann immer schon mal eine Herausforderung. Und ja, genau.
Vera
00:06:40
Okay, aber nach fünf Jahren bringst du ein neues Buch einer Reihe raus und wenn ich das richtig gerade mitbekomme, passt du 219 Vorbestellungen dafür?
Kerstin
00:06:51
Nee, ich hatte 254.
Vera
00:06:54
Okay, das macht das auch nicht besser.
Kerstin
00:06:55
Nee, genau. Und 219 sind weg gewesen.
Vera
00:06:58
Weil die schon vorbestellt hatten, als es noch 2,99 war.
Kerstin
00:07:02
Als es noch 2,99 gekostet hat, ganz genau.
Vera
00:07:05
Trotzdem, worauf ich hinaus wollte, ist, da kommt nach fünf Jahren ein Buch, endlich mal wieder ein Buch aus einer Reihe rein, und du hast 254 Vorbestellungen. Soll ich dir mal sagen, wie viele Vorbestellungen ich für Band 2 von Weber und Vosnick habe?
Kerstin
00:07:18
Bitte, sehr gerne.
Vera
00:07:20
Das sind neun.
Kerstin
00:07:23
Ja, aber das ist, weil du da ja noch keine Fangruppe so aufgebaut hast.
Vera
00:07:27
Ja, aber ich fall ja jetzt auch gerade nicht gerade. Also meine höchste Vorbestellungszahl bei dem letzten Biene-Hagen-Band waren 60.
Kerstin
00:07:35
Ja.
Vera
00:07:36
So. Was mache ich falsch? Also keine Ahnung.
Kerstin
00:07:39
Ja, die gute Frage ist ja, machst du diese Vorbestellung aus deinem Newsletter? Also als dieser, weil das ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Punkt, über den wir mal heute sprechen sollten, über das Konzept 1000 Fans oder wie die heißen. Ich weiß nicht, ob du dich erinnerst, mal an diesen Blogpost, der mal rausgegangen ist vor vielen Jahren. Also bewirbst du diese Vorbestellung über deinen Newsletter oder auch anders?
Vera
00:08:05
Sowohl als auch. Ja, klar. Ich habe jetzt nicht, ich habe so roundabout 600, 700 Newsletter-Abonnenten.
Kerstin
00:08:15
Ja, da hast du mehr wie ich.
Vera
00:08:16
Ja, das schockiert mich jetzt umso mehr. Wobei ich jetzt ja, du bist ja nicht die einzige Kollegin, wo ich dieses Gespräch mitführe ich hab da auch so ein paar andere, und was die alle, glaube ich mit dir gemeinsam haben und wo ich mich dummerweise unterscheide ist ihr habt beide ihr habt alle, so relativ früh losgelegt. Gut, das habe ich auch. Aber ihr habt damals schon vieles, wenn nicht sogar alles richtig gemacht. Und das habe ich absolut nicht.
Kerstin
00:08:50
Nee, das glaube ich nicht.
Vera
00:08:51
Also ich denke immer so. Also wenn ich das von dir sehe, du bist ja wesentlich konsequenter. Du hattest relativ klar dein Genre. Du bist da konsequenter dran geblieben. Du hattest ja auch eine viel höhere Quote damals als ich. Also was veröffentlicht wurde. Und dann hattest du natürlich die Chance, dir schon früh eine Fanbase aufzubauen, was bei mir jetzt quasi erst anfängt.
Kerstin
00:09:18
Also ich glaube, diese Fanbase, das ist wirklich das Allerwichtigste. Und zwar so richtig treue Fans. Und ich musste da jetzt nochmal widersprechen, weil ich habe ja auch den Fehler gemacht, dass ich eben nicht im gleichen Genre geblieben bin. Sondern ich habe ja meine ersten zwei Bücher, oder mein erstes Buch war ja ein Liebesroman, ein Pferderoman. Und dann kam im Prinzip der erste Thriller. Und ja, und dann habe ich immer wieder mal auch abgewechselt und habe auch sogar eine Fantasy-Reihe geschrieben, die ganz bekannt mal war, also die ganz groß mich mal mitfinanziert hat. Und ja, also ich habe auch viele, viele Fehler gemacht in der Richtung und vielleicht ermutigt das dann auch andere zu sehen, ja, man kann Fehler machen, aber man kann auch trotzdem, erfolgreich dann sein hinterher.
Vera
00:10:07
Ja, wobei, man muss jetzt mal ein bisschen aufpassen, welche Art von Fehlern. Du hast Fehler gemacht, indem du eine Fantasy-Serie schreibst, die dich zum großen Teil finanziert hat. Ich habe Fehler gemacht, ich habe auch irgendwie Fantasy geschrieben, das wusste ich damals noch nicht, was überhaupt Dix Fantasy finanziert hat. Und also völlig in kein Genre passte und so wirklich die klassischsten Self-Publishing-Beginnerfehler habe ich gemacht, nicht an irgendwelche Genre-Konventionen. Ich habe einfach losgelegt und irgendwas gemacht. Dann habe ich mich später, als dann der erste Bienen-Hagen-Krimi kam, habe ich mich völlig verzettelt. Ich habe alles marketingmäßig ausprobiert, was ging, zum dabei Zeitpunkt völlig dämlich war, sowas zu machen nach dem ersten Buch einer Reihe. Da ist das fatale Liebesmüh. Ich hätte erst mal drei Bücher schreiben sollen.
Kerstin
00:11:04
Das stimmt. Das war relativ früh ein Buch, was ich aus Amerika auch gelesen habe, wo es eigentlich darum ging, dass das Wichtigste ist, immer das nächste Buch. Also das nächste Buch zu schreiben, das nächste Buch. Und irgendwie Werbung dazwischen zu packen, aber das sagt sich immer so einfach.
Vera
00:11:22
Ja, genau. Ich meine, ich mache das ja heute auch, sehe ich das ja bei anderen Autoren, Autorinnen, die so ihr erstes Buch haben, da ist man natürlich mit einem ganz anderen Herzblut dran. Und jetzt denkt man so, jetzt geht's los und so. Und dann zu sagen, ja, vergiss das erste Buch, mach direkt das nächste, das ist irgendwie in dem Stadium kaum verständlich. Außer man ist dann so sachlich und routiniert wie du und macht es.
Kerstin
00:11:53
Aber würdest du nicht sagen, dass du auch heute noch mit Herzblut deine Bücher schreibst? Denn ich glaube, das ist ja das, was dich vielleicht auch unterscheidet von anderen Autorinnen oder Autoren, wo das jetzt mehr manchmal so eine Art Produktion wird.
Vera
00:12:10
Ja, nein, also da ist schon noch Herzblut drin, aber das kann man vielleicht ein bisschen vergleichen wie mit dem ersten Kind. Ich meine, du hast ja Kinder. Und dem siebten. Also irgendwie, man liebt alle Kinder, aber man wird doch auch routinierter, oder?
Kerstin
00:12:30
Ja, ich glaube, beim siebten Kind wird man routinierter.
Vera
00:12:34
Naja, und das sind ja jetzt schon 18, wenn man das mal so sieht bei mir. Bei dir sind es ja, glaube ich, ein paar mehr. Aber ja, und jetzt, ich habe ja vorhin nochmal geguckt, du warst ja in Folge 178 schon bei uns und da hast du ja damals doch sehr beeindruckende Umsatzzahlen genannt und so. Wie ist es dir denn seitdem ergangen?
Kerstin
00:12:57
Also das war mein zweiter ganz großer Fehler, den ich gemacht habe, ist die Entscheidung zu sagen, dass ich weit gehe. Und ich wollte unheimlich gerne in den Buchhandel reigen. Und das war so meine Zielsetzung. Und ich habe mit den Tolino-Leuten auch sehr gerne zusammengearbeitet. Aber ich habe es nie geschafft, mit meinen Büchern mich auf dieser Buchhandelsplattform weder als E-Book noch als Taschenbuch, zu etablieren. Und das ist für mich auch ein ganz dickes Fragezeichen, was ich hatte. Und ich habe dann jetzt entschieden, nach vielen Gesprächen mit dir, und wir hatten ja auch Zusammenstand auf der Leipziger Buchmesse, und da ist man ja so wirklich mitgenommen worden von diesen Menschen und der Begeisterung an Büchern. Und ich habe mich dann noch sehr schwer getan. Also du hast dann gesagt, du hast diese Konsequenz schon für dich gezogen und ich habe gesagt, nee, ich will nicht, ich will nicht, dass die Leute meine Bücher dann nur noch auf Amazon bekommen können und bin dann aber doch finanziell auch unter Druck geraten. Und weil ich schon jetzt mehrere, das dritte Jahr dann hatte, also 2025 war zwar nicht mehr so ein großes Minusjahr, ich habe dann so ein paar Minusjahre hingelegt, so zwei, drei, Aber letztendlich habe ich dann, als ich meine Zahlen habe analysieren lassen, habe ich gemerkt, also mein Amazon-Umsatz schwindet, mein Tolino-Umsatz schwindet, auch mit neuen Büchern, auch mit neuen Genres, wo ich dachte, die würden eher auf Tolino laufen. Und habe dann tatsächlich entschieden, ich gehe zurück nach Amazon, die Exklusivität. Also die Taschenbücher sind drauf geblieben bei Tolino, aber eben die E-Books sind jetzt alle zurück in Kindle Select und, Ich weiß, dass Amazon nie, nie, nie was sagen würde und man nie über diesen Algorithmus irgendwie was mitbekommt oder so. Doch ich merke, seit die Bücher zurück sind, dass da auf einmal wieder ein ganz anderer Schwung ist. Ich hatte also nach einem Monat schon im Prinzip die doppelten Zahlen, wie ich sie früher hatte mit Tulino, wie ich die Monat zuvor hatte mit Tulino und Amazon. Und jetzt merke ich natürlich auch, dass was passiert, dass Dinge passieren. Ob da Werbung gemacht wird. Ich habe auch sehr viele Follower auf Amazon, auf meinem Autorinnenprofil, ob die dann informiert worden sind. Ich habe ja mit diesem Buch auch das schon vorbestellt im Februar. Mit diesen Vorbestellungen bin ich auch immer nie happy, weil ich weiß eigentlich nicht, ist das sinnvoll oder ist das nicht sinnvoll. Und dann kam er noch hinzu, dass ich dummerweise, weil ich habe eine neue Lektorin gehabt, und als dann das Lektorat von ihr zurückkam, habe ich gedacht, ach du Schande. Sie hatte die Aufgabe, das Buch zu beurteilen, dass Leser, die die Reihe nicht kennen, es auch lesen können. Und da sieht man auch, mit was für einer Naivität man als Autorin da manchmal drangeht. Ich mache da eine Geburtstagsparty, wo dann mal eben die ganzen 20 Protagonisten feiern. Und das überfordert natürlich alle. Ich habe ein bisschen geweint, dass ich diese erste Szene jetzt weglassen musste. Vielleicht kann ich sie als Zusatzszene nochmal irgendwo reinpacken für die Leute, die es gerne lesen möchten. Aber das war dann schon hart. Und ich musste es dann nochmal einen Monat, nach hinten verschieben. Jetzt musst du dir mal vorstellen, erstmal enttäusche ich die Leute mit den Vorbestellungen. Da sind natürlich auch dann welche abgesprungen. Kann ich ja nachvollziehen, wenn die vom Februar an warten. Und dann passiert mir das doch mit den 2,99.
Vera
00:16:48
Euro. Aber trotzdem bist du da in den Bestseller-Ringen. Aber wir müssen noch mal anfangen.
Kerstin
00:16:53
Dankeschön an die Fans. Ja, absolut.
Vera
00:16:58
Ich muss das jetzt mal Stück für Stück aufarbeiten. Vielleicht zwischendurch, wie viele Follower bei Amazon hast du denn, um mal da die Zahlen zu vergleichen?
Kerstin
00:17:05
Ach, das muss ich jetzt selber gerade mal gucken. Das kann ich dir jetzt gar nicht so sagen. Ist ja immer, ja, du erwischst mich hier. Wie viel hast du denn?
Vera
00:17:14
370.
Kerstin
00:17:15
Oh ja, aber das ist schon eine gute Zahl. Also das darf man nicht vergessen.
Vera
00:17:19
Ist auch in diesem Jahr jetzt wirklich gut gestiegen. Also ich bin mit 320 eingestiegen und man merkt deutlich, dass ich da aktiver geworden bin. Es wächst.
Kerstin
00:17:28
Ach, 1000. Oh Gott. 1586.
Vera
00:17:30
Ach ja, okay, das erklärt einiges. Ja, ein bisschen.
Kerstin
00:17:37
Ja, und die werden ja angeschrieben.
Vera
00:17:39
Ja, ja, genau. Die werden angeschrieben, wenn ein neues Buchreis kommt. Und es ist erwiesen, dass Bücher, die im Kindle Unlimited sind, besser gerankt werden als ohne. Das ist eindeutig so. Selbst, ich habe ja im letzten Jahr dann schon für mich die Entscheidung getroffen. Und selbst bei meinen sehr bescheidenen Umsätzen hat sich das deutlich bemerkbar gemacht und ich hatte sofort mehr bei Amazon, als ich früher mit Amazon und Tolino zusammen hatte.
Kerstin
00:18:12
Also ging es dir genauso?
Vera
00:18:13
Ja, ja, absolut.
Kerstin
00:18:14
Wenn du die Summe nimmst?
Vera
00:18:16
Ja, ja. Was bei mir ein Unterschied ist, das habe ich gerade jetzt am Wochenende, auch für mich durchaus überraschend festgestellt, ist, dass gerade in diesem Jahr der Buchhandelskanal für mich doch sehr an Bedeutung gewonnen hat.
Kerstin
00:18:33
Aber dann als Taschenbuch, oder?
Vera
00:18:35
Als Taschenbuch, ja, E-Book nicht. Nee, gut. Nein, als Taschenbuch. Wobei der Unterschied zwischen uns beiden ist, ich belieferte den Buchhandel ja selbst. Auch das war so eine Sache, die ich damals, als ich anfing, in meiner Euphorie so gemacht habe. Wobei man weiß nie, ob es jetzt gut oder schlecht war. Und ich habe jetzt mal, mit der KI und so kann man ja auch mal so große Mengen auswerten. Und das habe ich machen lassen. und gesamt seit Anbeginn meiner Tage von Anfang 2013 bis heute macht der Buchhandel 14% meines Deckungsbeitrages aus.
Kerstin
00:19:17
Ja, Wahnsinn. Das ist doch toll.
Vera
00:19:19
Das ist schon. Und in diesem Jahr, 2026, sind es sogar 20%.
Kerstin
00:19:24
Ja, Wahnsinn. Also für die Leute, die das jetzt nicht so kennen, das sind wirklich richtig gute Zahlen. Wo denkst du denn, dass es bei dir herkommt?
Vera
00:19:34
Naja, auch das ist natürlich auch einfach der Zeit geschuldet. So steht da Tropfenhöht den Stein. Und jetzt aktuell ist es natürlich im Wesentlichen die neue Reihe, die mit Standort Krefeld, mit größerem Einzugsgebiet. Ich habe ja auch seit Anfang des Jahres wesentlich mehr Marketing in Richtung Buchhandel gemacht, indem ich die regelmäßig anschreibe, indem ich den Waschstädchen schicke. Und das alles zusammen führt dann schon dazu, dass dann mehr bestellt wird. Und es ist ja so, dass ich hatte ganz am Anfang auch Verträge mit allen drei Barsortimentern. Also die Verträge habe ich im Prinzip immer noch, aber außer Libri bestellt keiner mehr bei mir. Zeitfracht oder jetzt heißen sie ja Kolibri 360, glaube ich. Die haben mal vor drei, vier Jahren, da haben die noch immer ab und zu ein paar Bücher bei mir bestellt. Die haben schon, als sie damals diese Übernahme hatten von K&V zur Zeitfracht, da haben die ja schwer ausgedünnt. Und dann waren die auch knatschig, weil ich ja Kleinunternehmer bin und dann ja die Umsatzsteuer nicht abrechnen kann. Und dann wollten sie die auch noch immer erstattet haben. Und dann haben die mal eine, das vergesse ich nie, einen Tag verheiligt, haben die ein Biene-Hagen-Buch bei mir bestellt.
Kerstin
00:21:05
Eins. Eins. So.
Vera
00:21:09
Ich meine, da kann man ja daran fühlen, da muss ja irgendwo ein Mensch in einen Buchladen gegangen sein und wollte das Biene-Hagen-Buch doch wahrscheinlich noch für Weihnachten haben. Ja. Was ich natürlich bei einem Tag vor allem unmöglich pünktlich dahin kriegen konnte. So. Dann habe ich das natürlich dahin geschickt und habe zeitgleich an den Einkauf ein Mail geschrieben, dass ich mich für die Bestellung bedanke und ob es nicht für so Fälle Sinn machen würde, wenn Sie sich bei drei, vier davon auf Lager legen würden. Sie hätten ja ein Remissionsrecht, Sie können sie mir ja wieder zurückschicken. Einen Tag später, also an Heiligabend morgens, bekam ich ein E-Mail, dass ich ausgelistet sei. Das darf ja wohl nicht wahr sein. Und seitdem ist es halt nur noch Libri, die wir bestellen, aber die jetzt in zunehmender Zahl. Vielleicht ist diese Bündelung auch ganz gut, dass dadurch, dass dann der Buchhandel, wenn er denn kann, bei Libri bestellt. Und dadurch dann da eher Zahlen kommen, die dann auch für Libri sich irgendwie rechnen. Ich meine, es ist mir klar, dass die bei so Kleinstbestellungen eher draufzahlen. Das Handling und Lager kostet ja alles Geld.
Kerstin
00:22:22
Ja, aber weißt du was, habt ihr das jemals darüber gesprochen, was eigentlich dieser Unterschied ist? Also wenn du jetzt sagst, du bist also bei Libri gelistet, das heißt, du musst dich selbst als Autorin sozusagen bei den anmelden. Das ist ja, glaube ich, heute vielleicht auch gar nicht mehr so einfach, oder?
Vera
00:22:40
Ja, ich habe jetzt vermehrt auch von Fällen gehört, wo das ging. Also das geht nicht mehr mit nur einem Buch. Also du musst schon ein paar mehr Bücher haben. Du musst dann halt dein Portfolio hinschicken und so. Und wenn die da eine gewisse Verkaufschance sehen, dann kannst du schon noch einen Vertrag kriegen. Ja. So, aber das heißt ja, genau, das heißt, also die kriegen im Regelfall 50 Prozent Rabatt. Die Portokosten... Liegen bei mir.
Kerstin
00:23:10
Du kaufst die ISBN?
Vera
00:23:13
Ja, gut, das mache ich sowieso. Ja, ja, klar. Klar, es ist meine ISBN, ich lasse selbst drucken, ich trage auch selbst ins VDB ein und die zwei Kopien Nationalbibliothek, geschenkt. Und wenn jetzt Libri, meistens kommen abends um 9 Uhr die Mails, so ein automatisches Bestellmail, brauchen und acht Exemplare fadenscheinig. Dann bin ich am nächsten Morgen dabei und packe ein Kartönchen mit acht Büchern, druck die Rechnung aus, leg die da rein und schicke das nach Libri.
Kerstin
00:23:51
Das heißt, der Unterschied ist jetzt eventuell, wenn man nochmal sowas, ich weiß gar nicht, wie die heißen, wenn man da dieses Nova MD dazwischen noch schaltet oder wir heißen die Autaria, dann ist es so, dass die praktisch diese Auslieferung machen und die Lagerhaltung. Also du wirst im Prinzip jetzt als eine Kleinstverlag, in Anführungsstrichen, bist du eigentlich Autorin, wirst du jetzt nicht im Lager von Libri. Das gibt ja auch, dass sie sagen, hey, hier von den Verlagen kommen die großen Namen.
Vera
00:24:22
Doch, doch, meine Bücher liegen im Lager von Libri.
Kerstin
00:24:25
Ach doch, die liegen im Lager von Libri. Ach okay, das heißt ja nie mehr.
Vera
00:24:30
Dafür schicke ich die ja dahin, genau. Die liegen da im Lager und wenn ein Kunde jetzt in eine Buchhandlung kommt und sagt, ich hätte gern hier tote Models Nerven, nur von Vera Nentwig, dann gucken die in den Computer und dann steht da, bei Libri noch drei Teile vorhanden, kann über Buchhandels, wie heißt das, diese tägliche Buchhandel, Buchkiste, ist morgen da. Oder steht es nicht vorrätig, muss bestellt werden, dauert mal länger.
Kerstin
00:25:02
Also im Prinzip hast du aber die Situation oder die Herausforderung, dass du im Prinzip erst eine Nachfrage erzeugen musst im Buchhandel, damit dein Libri letztendlich die Daten bekommt und merkt, oh, Vera Nentwig ist hier in dieser Region interessiert und dann bekommst du, die Nachfragen oder wie würdest du den Zusammenhang sehen?
Vera
00:25:22
Also es ist so, dass früher war es noch, als ich anfing, war es noch so, dass man da noch so einen Zugang auf deren Server bekam, für dich als Fachfrau einen FTP-Zugang. Da musste man die Daten in einem speziellen Format da in einen Ordner legen und der wurde dann von deren wahren Wirtschaftssystem eingelesen. Das ist mittlerweile nicht mehr so. Heute genügt es, dass ich mein Buch ins VWB eintrage. Das muss ich ja sowieso tun. Und meistens einen Tag oder zwei später, mittlerweile, am Anfang nicht, aber mittlerweile kommt dann ein Tag oder zwei später kommt dann automatisch so eine Erstbestellung von Libri, weil Libri sich die Daten aus dem VWB holt. Und weil die dann mittlerweile wissen, ein paar von meiner Bücher werden im Buchhandel bestellt, also holen sie sich dann ein paar, auch wenn jetzt ein Buch, wie jetzt aufgetrennt, der zweite Teil von Weber und Wozniak, der erscheint ja erst offiziell am 30. Oktober und den habe ich jetzt schon vor drei Monaten oder so ins VWB eingetragen. Da kam auch direkt die Bestellung. Gut, aber kriegen die natürlich jetzt, ich habe das Buch ja noch gar nicht.
Kerstin
00:26:30
Ja, aber es würde ja schon mal helfen von der Kalkulation her. Also wenn du ja Bücher drucken lässt, ist es ja so, ich mache ja gerade auch eine Sonderedition und das ist ja so, ob du 50 Bücher druckst, ob du 100 Bücher druckst oder 150 Bücher und gut, es gibt dann Autorinnen, die ja noch viel, viel mehr haben wir ja schon oft gehabt in deinem Podcast. Die Mega-Autorinnen, die dann quasi 3.000, 4.000 Auflagen haben. Wobei ich glaube, dann ist es auch nicht mehr so eine Preisdifferenz. Es gab so in den Anfangsstaffelungen ist da schon ein erheblicher Preisdifferenz. Das heißt, dass du das Buch dann irgendwann für die Hälfte drucken kannst. Aber du musst natürlich auch in Vorleistung gehen. Du musst es ja auch bezahlen. Und dann ist es ja auch bei Libri so, ich weiß nicht, was für ein Zahlungsziel hast du, bis du bezahlt wirst, 60 Tage?
Vera
00:27:18
60 Tage Monatskonto. Also das heißt, wenn die jetzt im September bestellen, bekomme ich mein Geld Ende November.
Kerstin
00:27:26
Das ist halt auch immer das, was man so betrachten muss. Also ich weiß, dass viele Autorinnen immer nur ihr, oder nur ist ja nicht, also eigentlich will man ja schreiben, schreiben, schreiben und sich auf die Bücher konzentrieren. Aber die Thematik ist ja auch heute, egal wie du veröffentlichst, du musst ja sichtbar sein und du musst schon auch so ein bisschen so ein kaufmännisches Gefühl bekommen, um das einzuschätzen. Ja, wo bist du, wo stehst du, was sind meine Zahlen wert? Also das muss man auch immer so sich mal ein bisschen betrachten, oder findest du nicht?
Vera
00:27:58
Ja, absolut. Wobei, das ist sicherlich eher eine Spezialität des Self-Publishing. Beim Verlagsautor ist es ein bisschen anders. Aber wobei auch da ein gewisses Verständnis für das Geschäft schon auch hilfreich ist. Aber es ist nicht ganz so essentiell. Klar, bei uns ist es, und ich meine, das spielt ja noch ganz andere Aspekte in der Rolle, die ich jetzt mittlerweile auch ein bisschen betrachten muss. Ich habe jetzt alle drei Monate ein neues Buch rausgebracht. Ich bestelle im Regelfall immer so zwischen 150 und 200. Bei fadenscheinlich hatte ich 200 bestellt, die sind aber schon weg. Dann habe ich 100 nachbestellt und einen Tag, nachdem ich den Druckauftrag gegeben habe, kam die Bestellung von Libri für 49-Bücher.
Kerstin
00:28:45
Oh Gott.
Vera
00:28:47
Dann habe ich nochmal mit der Druckerei gesprochen, können wir noch aufstocken? Nee, sagt sie, läuft schon. Ich sage, okay, dann müsst ihr 49 direkt an Libri schicken, das machen die ja dann. Das heißt, ich habe nur noch 51 gekriegt. Ich hoffe mal, da komme ich jetzt ein paar Tage. Dann muss ich direkt wieder nachbestellen. Und das Thema ist ja, wohin mit den Büchern? Ja, das kommt ja auch hinzu. Ich wohne ja nur zur Miete, ich habe ja nur so ein Riesendomizil wie ihr. Ich habe da so meinen Keller, da ist mein Profi-Schwerlastregal, was ich mir Anfang des Jahres zugelegt habe. Und größere Mengen würde ich da gar nicht unterbekommen. Jetzt könnte ich auch da, also neben Nova MD und Autaria, die das ja als spezielle Services für Self-Publisher machen, Es gibt ja auch klassische Verlagsauslieferungen, die das auch für Verlage machen. Im Prinzip bin ich ja nichts anderes als ein Verlag. Und auch meine Druckerei würde das machen. Also ich könnte denen sagen, Druck 1000 Bücher, aber schickt mir erstmal nur 50 und lagert die erstmal ein. Müsste ich natürlich alles bezahlen, dann müsste sich alles rechnen. Und wenn man jetzt mal rechnet, Libri, wie jeder Barsortimenter, kriegt 50 Prozent. Meine Taschenbücher kosten 14 Euro.
Kerstin
00:30:03
Davon musst du jetzt noch die Umsatzsteuer raus? Oder Mehrwertsteuer raus?
Vera
00:30:06
Bei mir ja aktuell nicht. Ich bin ja Kleinunternehmer. Das heißt, ich berechne Libri 7 Euro. Da geht dann aber noch das Borto ab. Und je nachdem, also ich habe gerade gestern die Statistik hat mir gezeigt, dass ich so als ich anfing, da habe ich bei dem Druck für Bücher in den kleinen Auflagen so um die 2,50 Euro bezahlt. Jetzt liege ich da bei eher 4 Euro oder manchmal auch 4,50.
Kerstin
00:30:35
Euro. Das ist durch die Papierpreise gekommen.
Vera
00:30:37
Genau. Und das heißt, wenn ich jetzt, nehmen wir mal 4 Euro, dann bleiben wir bei 7 Euro, 3 Euro, da kommt noch Porto ab. Da würde es langsam eng.
Kerstin
00:30:47
Ja.
Vera
00:30:49
Und da muss man also auch schon sehr kalkulieren. Deswegen, mich ärgert dann immer, wenn die dann wirklich nur ein Buch bestellen. Weil ein Buch kann ich den, wenn ich Glück habe, als Großbrief checken, das ist dann 1,90 Euro Porto.
Kerstin
00:31:03
Da könnten aber auch zwei Bücher drin sein. Das schafft der Maxi-Brief auch noch.
Vera
00:31:07
Das ist dann der Maxi-Brief. Der kostet 2,70 Euro. Oh, okay. Ich habe aber auch extra Ketönchen dafür, dass ich zwei Bücher da reinbekomme. Aber dann bei 2,70 Euro bist du immer noch bei 1,35 Euro pro Buch. Also da bleibt dann irgendwann nicht mehr richtig viel hängen. Nee.
Kerstin
00:31:28
Also seine Arbeitszeit rechnet man da ja sowieso nicht. Muss man auch schon. Muss man auch schon ganz ehrlich sein.
Vera
00:31:33
Deswegen sage ich ja auch immer, wenn mich jemand fragt, rein betriebswirtschaftlich weiß ich gar nicht, ob das Sinn macht. Wenn ich wirklich Arbeitskosten, Lagerkosten und wenn ich das alles mitrechnen müsste, dann ist das eigentlich Blödsinn.
Kerstin
00:31:48
Ja, aber man macht ja das, was man liebt. Also das ist ja auch immer das, was man so mit reinkalkulieren muss. Es ist nur wichtig, dass einem das auch bewusst ist und dass man auch seine Arbeit wertschätzt Und das, was mich persönlich ja immer noch ärgert, ist, dass viele Autoren so in dieser Haltung sind. Ja, danke, dass ihr mich veröffentlicht. Danke, dass ihr mich veröffentlicht. Das ist einfach ein großes Business. Das darf man auch nicht vergessen. Also viele Verlage, viele Dienstleister leben von uns, von unseren Self-Publishern. Und das ist auch ein Markt, der da ist, der Arbeitsplätze schafft.
Vera
00:32:29
Absolut, absolut. Also das ist natürlich auch, ich habe ja jetzt bei den mörderischen Schwestern zum Beispiel ja auch sehr viel Austausch mit reinen Verlagsautorinnen. Und man merkt schon, dass das auch ein Mentalitätsunterschied ist. Wie Tamara vergleicht das ja immer gerne zwischen angestellt und selbstständig. Ja, das stimmt. So ein bisschen alles das, so ein bisschen vom Denken. Ist es das. Aber ich wollte noch auf einen anderen Aspekt raus, weil du das ja vorhin auch gesagt hast, Du hast gesagt, du gehst zu Tudino, um im Buchhandel präsent zu sein. Und das wäre ja die Alternative, wobei ich mich jetzt immer nur rein auf Print beziehe.
Kerstin
00:33:11
Nee, also ich meine halt auch die Online-Shops. Also wir haben ja in Deutschland eigentlich, was wenige wissen, in allen anderen Ländern ist Amazon völlig dominant. Da gibt es keine großartigen Alternativen. Teilnehmer. Und in Deutschland ist es tatsächlich so, dass Tolino ja durch diese Allianz schon einen, glaube ich, einen 30-prozentigen Markt hat in den E-Books. Es wurde jedenfalls immer so gesagt, ich habe die Zahlen jetzt, die neuesten, nicht so vervoll. Hast du da andere?
Vera
00:33:43
Ja, ich bin bei 25 Prozent, aber so irgendwie Pi mal Daumen passt das.
Kerstin
00:33:48
Genau. Und letztendlich wollte ich ja schon auch den, Lesenden auch die Möglichkeit bieten zu sagen, okay, ich habe halt kein Kindle und es war ja so, dass man vom Kindle die Bücher, wenn man die bei Amazon gekauft hat, nicht anders lesen konnte als entweder über die Kindle-App oder über ein Kindle, und dass ich da eben den Leuten die Freiheit lassen wollte. Doch ich weiß nicht, ob du das auch so empfindest, aber ich habe das Gefühl, dass die Leser, die über Kindle sind, ganz andere Leser sind, wie die über Tolino. Also ich merke, dass Kindle-Leser Viel Leser sind, Schnellleser sind, viele auch eben über dieses Kindle Unlimited gehen. Ich habe ja selber mal jetzt, als ich Urlaub hatte dieses Jahr, habe ich gesagt, okay, jetzt wurde mir so ein Sonderpreis für das Kindle Unlimited Abo angemeldet. Und da muss ich ganz ehrlich sagen, da habe ich dann gedacht, okay, so, dann lese ich jetzt auch mal ganz viel, habe ganz viele meiner befreundeten Autorinnen und Autoren aus der Self-Pops Schwingblase, habe ich dann erstmal alle durchgelesen, die im Kindle Unlimited waren, immer so Bücher. Und da habe ich in dem Monat auch wirklich so 20 Bücher locker, 20 bis 30 Bücher locker so mir weggezogen. Und das mache ich halt bei den Büchern im Buchhandel nicht, weil erst mal da oft ich auch Autoren nehme, die Verlagsautoren sind. Und da ist es letztendlich, die sind immer hochpreisiger, die sind ja auch im EPUB sehr hochpreisig, finde ich. Und von daher habe ich das Gefühl, es sind nicht so viele, die da lesen oder auf Abo lesen.
Vera
00:35:33
Ja, das stimmt. Ich würde auch sogar sagen, dass die Tolino-Leserschaft im Schnitt... Die ältere von beiden ist. Okay. Wobei ich habe genau das mal so gedacht, weil ich schon auch merke, dass so die Leserschaft meiner Krimis, zumindest wenn ich das so bei Events und so mitbekomme, auch eher die, etwas Älteren sind, also nicht die Jüngeren. Und deswegen habe ich an das Zeitlang gedacht, wäre Tolino genau meine Plattform. Aber wie gesagt, das hat sich nicht bestätigt. Ich wollte aber vorhin tatsächlich nur mal gezielt jetzt auf das Taschenbuch zurück. Weil ja auch der Unterschied ist jetzt zwischen dir und mir mit dem Zugang des Printbuches in die Läden. So, bei Tolino besteht natürlich der Vorteil, dass die ja direkt mit Thalia und Hugendubbel und so zusammenhängen, und es gibt ja auch genügend Beispiele von erfolgreichen Kollegen und Kolleginnen, die dadurch dann wirklich auf die vorderen Tische bei Thalia kommen und natürlich dann auch entsprechende Umsätze machen. Aber das ist zumindest mein persönliches Empfinden, ist glaube ich sehr genre-spezifisch. Es gibt genau ein paar Genres, wo das zutrifft. Ich glaube, Swiller ist da nicht drin. Mein Cozy Crime glaube ich auch nicht unbedingt.
Kerstin
00:37:04
Also auf jeden Fall Liebesromane.
Vera
00:37:06
Ja, ja, Liebesromane, solche Sachen. Also Wohlfühlromane würde ich jetzt auch eher sagen. Und wenn du mich vorhin angesprochen hast, was so dazu geführt hat, dass ich da jetzt doch zumindest einen gewissen Zuwachs beim Buchhandel merke. Ich glaube, dass der Buchhandel schneller ein Buch kauft, das ein Auflagendruck ist und wo zumindest das Gefühl ist, das ist jetzt genau wie jedes Verlagsbuch, auch wenn da letztlich ein Self-Publisher-Autor hinhängt. Im Gegensatz zu einem Print-on-Demand-Buch.
Kerstin
00:37:42
Also ich glaube, da kann ich mich sogar an einen Podcast von euch erinnern, wo zwei Buchhändlerinnen mal drin waren. Und ich glaube, die haben das auch gesagt, dass sie sehr ungern diese Tolino-Bücher nehmen. Weil wenn sie diese Tolino-Bücher bestellen müssen, dann müssen sie erstmal ein paar Tage warten. Und dann ist es, glaube ich, auch so, dass sie die nicht remittieren können. Ja, das stimmt aber nicht. Jetzt ist es so. Ne? Ah, okay.
Vera
00:38:07
Also man muss halt dazu sagen, dass der Kenntnisstand über Self-Publishing und Print-on-Demand im Buchhandel in weiten Teilen immer noch erschreckend schlecht ist. Da wird immer behauptet, dass man Print-on-Demand-Bücher, wobei die sich meistens auf BOD und nicht auf Tolino beziehen, dass man die nicht remittieren könnte, was absoluter Blödsinn ist. Die kann man remittieren.
Kerstin
00:38:31
Okay, das wäre jetzt für mich.
Vera
00:38:33
Aber dass die Bestellung etwas länger dauert, ist klar. Also wenn es nicht gerade auf Lager liegt, wobei man ja schon sagen muss, BOD und Libri sind ja ein Unternehmen. Also da kann es schon auch sein, dass ein viel bestelltes BOD-Buch auch bei Libri auf Lager liegt. Aber das ist nicht die Regel. Und dass das länger dauert, ja. Aber das ist genau der Punkt. Es gibt so wahrscheinlich kaum zu erhärtende Vorurteile gegenüber Print-on-Demand-Titeln im Buchhandel und das, könnte im Einzelfall schon auch einen Ausschlag geben, warum es bei mir, die ich dann ja direkt liefere und im Prinzip ja wie ein kleiner Verlag aussehe, vielleicht ein bisschen besser klappt. Wobei, es sind meine Zahlen auch jetzt nicht so riesig, dass ich das jetzt wirklich sagen kann, dass ich jetzt da wirklich besser klappe, nur weil ich jetzt gerade mal ein gutes Gefühl habe.
Kerstin
00:39:26
Nein, ich würde das schon sagen, weil ich habe ja jetzt meine Taschenbücher, die für den Buchhandel erwerbbar sind, nur bei Tolino noch. Also die Taschenbücher. Ich habe einmal Taschenbücher bei Amazon und einmal Taschenbücher bei Tolino. Und im Moment, seit ich mit den E-Books raus bin, verkaufe ich komischerweise auch kein einziges Taschenbuch. Also das ist wirklich im Moment auch ganz seltsam. Jetzt sind da natürlich die älteren Bücher drin, nicht die neuen. Und für mich macht das jetzt mit dem Buch 7 auch keinen Sinn. Da müsste ich alle sechs Bücher praktisch rüberschieben in Tolino, damit ich dann mit der Sondereinheit Themis da eine Chance habe. Da bin ich auch unsicher, ob ich das mache oder nicht. Jeder fragt sich jetzt, warum nicht, wo ist das Problem? Naja, es ist halt immer das Coverdesign, weil das Coverdesign muss halt entsprechend an der Buchgröße angepasst werden und der Buchinhalt ist auch dann nicht ganz identisch. Klar, weil es ja die Größe anderer ist. Also es ist auch schon, es steckt auch schon...
Vera
00:40:24
Kannst du die Größe nicht gleichsetzen? Doch.
Kerstin
00:40:27
Nee, weil die internationale Buchmaße sind und Tolino tatsächlich, glaube ich, nicht diese internationalen hat. Also es ist ein Ticken anders.
Vera
00:40:36
Also ich habe ja jetzt gelernt, ich habe das ja eine Zeit lang auch so gehabt oder bei den Pinagenbüchern und so ist es ja noch, weil ich ja auch da schon früh angefangen habe und damals bei Amazon die ersten Printbücher schon damals über CreateSpace gemacht habe, erinnere ich mich vielleicht noch, als es das direkt über KDP ja noch nicht ging. Das war ja damals noch amerikanisch und so. Und da gab es halt nur so amerikanische Formate. So, ich habe meine Taschenbücher, die ich hier mache, ja immer im gleichen Format schon. Allein wegen der Kartonchen und so.
Kerstin
00:41:09
Ja, das ist doch kein Problem. Bei Druckereien kann man drucken lassen, was man drucken möchte.
Vera
00:41:12
Ich habe aber jetzt auch gemerkt, dass ich bei Amazon kann ich auch ein beliebiges Format einstellen. Und ich habe jetzt die neuesten da immer auf das gleiche Format gesetzt, wie ich hier die Taschenbücher mache. Und das ist uns dann ja super.
Kerstin
00:41:27
Ja gut, aber du hast natürlich jetzt ein Thema, dir gehört die ISBN. Du musst für ein Format, also ein Taschenbuchformat, brauchst du eine ISBN. Wenn jetzt dein Taschenformat sich ändert, dann brauchst du eine zweite ISBN.
Vera
00:41:41
Korrekt.
Kerstin
00:41:42
So, und da ich jetzt die ISBN ja mir nicht gehören, das heißt Amazon, ich verwende bei meinem Taschenbuch die Amazon ISBN, benutze bei Tolino die Tolino ISBN und damit müssen die Formate schon unterschiedlich sein, sonst habe ich auch ein Thema mit der Buchpreisbindung, weil Taschenbücher sind für mich bei Tolino sehr viel teurer, das heißt ich habe eine viel geringere Marge bei den Büchern, ja, und bei Amazon habe ich eine größere Marge. Das heißt, deshalb habe ich diese zwei Formate. Ich denke, das kann sein, dass es bei mir auch daherkommt, weil ich für die zwei unterschiedlichen ISBN-Größen und für die zwei unterschiedlichen Buchpreise ich praktisch zwei verschiedene ISBN habe. Und das geht nur, wenn es unterschiedliche Maße sind.
Vera
00:42:26
Ja, ja, klar. Wobei, bei mir ist ja auch umgekehrt der Fall. Ich habe ja zu den Zeiten... Ich habe dem Amazon-Buch immer die gleiche ISBN gegeben wie das Printbuch. Ich kann es ja bei Amazon, deine eigene ISBN eingeben. Schon allein, damit das Matching passt, damit er das mit dem VLB eintrage und so alles matcht.
Kerstin
00:42:45
Ja, das hast du auch ein Problem.
Vera
00:42:47
Von daher, ich habe das einfach gemacht, damit der Amazon-Algorithmus weiß, das Buch, was er aus dem VLB übernimmt, die übernehmen die ja auch immer direkt in ihren Shop, ist das Buch, was ich da einstelle. Ich glaube, spätestens jetzt haben wir alle, die irgendwie am Anfang stehen, völlig verwirrt.
Kerstin
00:43:04
Völlig verwirrt, oder? Aber das ist eben auch so... Also, wo ich immer ermutigen möchte, ist, man hat immer Angst, dass man Fehler macht, ja. Aber man kann solche Sachen auch immer wieder rückgängig machen. Das ist also überhaupt kein Thema, ja. Also, wenn man sagt erst, man muss es halt nur durchdenken für sich und auch wissen, was die Konsequenzen letztendlich sind. Aber wenn du jetzt, wie jetzt du, Vera, dass du das jetzt eben selber machst und mit ISBN, und wenn du sagst, Mensch, für mich war am Anfang das Taschenbuch immer nur so ein Zusatzprodukt, damit das E-Book billiger ist, ja. und. Ich könnte auch jetzt hingehen und sagen, Moment, ich will jetzt hier meine Bücher selber übernehmen, kann eine eigene ISBN mir kaufen, die sind ja auch heute wesentlich günstiger, wenn man die in Paketen kauft, als das mal früher war, und dann kann man das auch selber machen. Also man darf nicht immer so verbissen sein. Ich denke, wir Deutsche sind immer sehr regelkonform und haben immer Sorge, dass wenn wir einmal was gemacht haben, dass wir nicht wieder umdrehen können. Und das können wir ja auch. Und wir können auch ganz neue Wege gehen. Also ich habe mich ja jetzt dieses Jahr einfach gesagt, ich habe jetzt 15-jähriges Autorinjubiläum und habe gesagt, ich wollte so gerne, als ich auf Leipziger Buchmesse, weißt du noch, wo wir da diesen Stand hatten, da kamen wir immer an diesen wunderschönen Dark-Romance-Geschichten dabei, die so wunderbar gestylt waren mit Farbschnitt und allem drum und dran. Und ich habe dann gesagt, eigentlich möchte ich mir einmal diesen Traum erfüllen. Und dann habe ich auch erst so wahnsinnig kompliziert gedacht. Und ich arbeite ja auch mit der AI. Das ist für mich ein Werkzeug, das ich einsetze, so wie ich andere Werkzeuge in meinem Berufsalltag als ITlerin einsetze. Und ich habe dann irgendwann mal gesagt, okay, wie sieht das denn aus? Und dann hat die AI gesagt, also ich hatte das dann auch gesagt, bremse mich und ich habe immer tolle Ideen, aber durchdenke die nicht und so habe ich mir so als Personalität angelegt, damit die AI weiß, wie sie mit mir arbeiten muss. Und dann hat die gesagt, ja, du denkst viel zu kompliziert, gell? War ich ja selbst. Ich habe das seit vorher hinterlegt, dass ich so kompliziert bin. Und jetzt habe ich gesagt, weißt du was, es ist scheißegal. Ich mache gar keine ISBN-Nummer drauf auf diese Sonderedition.
Vera
00:45:28
Wenn du die nur selbst verkaufst, brauchst du ja keine.
Kerstin
00:45:30
Genau, ganz genau. Und ich verkaufe die jetzt selbst. Und ich habe auch keinen Webshop, wie ich immer früher gedacht habe. Oh Gott, du brauchst einen Webshop. Nee, ich mache das über meine E-Mail-Liste. dann sollen sie mir auf meinem Bankkonto die Sachen überweisen. Ich brauche kein Zahlungssystem dahinter. Ich brauche nichts Kompliziertes dahinter. Und das ist einfach auch das, wo wir uns mal als Autorin sagen müssen, hey, werdet mal locker, Leute. Es gibt auch andere Möglichkeiten.
Vera
00:45:59
Ja, also ich bin voll bei dir, locker. Ich meine, wir ähneln uns da ja auch. Ich mag es ja auch gern sehr durchdacht und kompliziert. Aber wie ich ja vorhin schon mal kurz erwähnte, habe ich dadurch schon auch mir einiges an Momentum genommen.
Kerstin
00:46:21
Also du denkst, es hat dich blockiert, dass du deine eigene ISBN-Nummer genommen hast?
Vera
00:46:25
Das nicht, das im Konkreten jetzt nicht, aber viele andere Entscheidungen, die ich vor Jahren gemacht habe. Wie gesagt, ich habe ja 2013 angefangen, als so der große Hype anfing. Und ich kenne ja viele Autoren, Autoren, die damals quasi die Basis ihren jetzigen Erfolgs gelegt haben. Damals war es ja viel einfacher, auch in den Verkaufslisten nach vorne zu kommen, weil der Wettbewerb war ja bei Weitem nicht so groß wie heute.
Kerstin
00:46:51
Du wurdest auch gebauchpinselt von Amazon, weil die brauchten für ihre Plattform, für den deutschen Markt, brauchten die Autorinnen.
Vera
00:46:58
Ja, ich weiß noch gut, mit meinem ersten Büchlein, was damals noch rausgekickt Weiße Sterne hieß, also schon ein bescheuerter Titel. Da habe ich dann damals so eine XTME Newsletter-Aktion gemacht. Und da war ich, auf Verkaufsrangliste 50 bei Amazon.
Kerstin
00:47:16
Ja, krass.
Vera
00:47:17
Das ist heute quasi nicht mehr möglich. Und so mit meinem kleinen Büchlein, ich habe ja vorhin die Auswertung gemacht, eigentlich kaum Leute gekauft haben, aber damals reichte das. Und da habe ich dann, ja, und das habe ich viel zu ernst genommen und ich habe gedacht, ich weiß alles, statt wirklich mal zu gucken, wie geht das richtig und auch ein bisschen strategischer zu denken. Ich wäre heute viel weiter, wenn ich das damals richtig gemacht hätte.
Kerstin
00:47:50
Ja, Strategie ist schon, also das ist eben das Wichtige. Viele, und da sagt man auch immer wieder, viele fokussieren sich so auf so Einzelsachen, auf so einzelne Taktiken. Ich gehe auf Instagram, ich gehe auf das. Und solche Plattformen sind da und sind wieder weg, sind da, sind wieder weg. Aber diese Strategien, das ist schon was Langfristiges, wo man eben das durchdenkt, es geht um die Autorinnenmarke, es geht um, also wenn man Reihen macht, ist es halt immer, habe ich jetzt gesehen, obwohl ich jetzt 2001, aber wirklich fünf Jahre lang eine Reihe habe ruhen lassen. Ja, und ich wirklich das Ende so geschrieben habe.
Vera
00:48:28
1.500 Amazon-Followern, da muss ich jetzt nicht wundern.
Kerstin
00:48:33
Nein, nein, das ist richtig. Also dafür ist es dann schon wieder wenig, wenn du so willst.
Vera
00:48:37
Ja, jetzt komm.
Kerstin
00:48:38
Dafür ist es dann ja schon wieder wenig vorgestellt.
Vera
00:48:40
Jetzt hast du mein Mitleid. Nein, aber das zeigt ja, das ist genau das, was ich ja meinte. Du hast es halt besser gemacht als ich. Du hast da zu diesen Zeiten, wo es zum Teil auch noch einfacher war, eine gute Basis geschaffen. Und das habe ich verkorkst. Ich meine, du hast recht mit dem, was du vorhin gesagt hast. Natürlich kann man Fehler, also wir machen ja sowieso alle Fehler, es ist nie eine Katastrophe, man kann umsteuern und was anderes machen, aber manchmal wird es dadurch eben auch anstrengender. Und wenn man es vermeiden kann, das sage ich halt immer vielen, die dann vor mir stehen mit ihrem ersten selbstgemachten Buch, mit dem selbst gemalten Cover von der Nichte oder so und sagen, es gibt nur eine Chance auf einen guten ersten Eindruck und alles andere wird schwerer. Also überlege dir. Und was ja heute auch viel viel einfacher ist als damals es gibt ja ungeheuer viele Stellen an denen man sich schlau machen kann in denen man sich Informationen holen kann das gab es ja damals alles noch gar nicht so richtig nein, das war alles im englischsprachigen Raum und der tickt.
Kerstin
00:49:51
Anders das muss man.
Vera
00:49:52
Auch dazu sagen weil ich habe ja alle möglichen amerikanischen Ideen versucht umzusetzen und bin nicht da auf die Nase gefallen ne, so, Also das ist ja heute alles, du warst ja genug Beispiele, du kannst Leute fragen, es gibt Leute, die dir helfen. Also du hast es viel einfacher, es richtig zu machen heutzutage.
Kerstin
00:50:10
Das auf jeden Fall. Und das, was man sich wirklich merken muss, ist jetzt zum Beispiel so, also ich wollte, also die Reihe war eigentlich abgeschlossen und dann habe ich gesagt, ich mache das siebte Band wegen dieser Nord Stream Geschichte, weil das einfach so super gut da reinpasste in die Reihe. Und beim Schreiben habe ich dann gesagt, okay, jetzt schreibe ich auch, ich habe das so in Season eingeteilt und eine Season hatte immer drei Bücher. Hätte ich jetzt die zwei anderen Bücher fertig und könnte die jetzt in den nächsten zwei Monaten veröffentlichen, so wie du, ja, wie du das jetzt richtig machst. Ja, holla die Waldfee, dann ging es mir gut.
Vera
00:50:44
Ja, aber was willst du denn noch mehr? Ich meine, dann schreib sie jetzt, dann veröffentlicht sie dir es kurz vor der Leipziger Buchmesse, wahrscheinlich bist du dann trotzdem wieder in den Top-Listen. Ja, was so gut. Also von daher.
Kerstin
00:50:56
Hoffen wir ja mal, da wollen wir ja hin, wir beide.
Vera
00:50:58
Ja, da sowieso.
Kerstin
00:50:59
Wir wollen ja erfolgreiche Autorinnen sein.
Vera
00:51:01
Also wenn ich eins...
Kerstin
00:51:01
Du willst in den NDBR-Talk, da will ich nicht rein.
Vera
00:51:07
Also ich sage mal so, wenn ich, also erstmal freue ich mich ich natürlich sehr zu deinem Erfolg und ich muss auch sagen, er tut mir auch gut, weil er mir zeigt, es geht. Es geht auch heute noch. Und das mir auch zeigt, okay, es ist richtig, auf dieses Pferd zu setzen und das anzugehen und mit aller Energie, auch wenn ich alles schon hätte vielleicht ein paar Jahre eher haben können, so ist es nun mal, aber ja, Und ich sage mal so, dass wir zwei da jetzt zusammen die Messen rocken, das macht natürlich auch großen Spaß. Ja, da haben wir echt Spaß bei. Ich habe ja auch festgestellt, dass die Leipziger Buchmesse mit 21 Prozent meines bisherigen Deckungsbeitrages dieses Jahr noch etwas mehr als der Buchhandel dazu beigetragen hat. Das muss man mir auch mal vorstellen. Und ja, wir sind ja dann, wenn man uns dann live sehen will, Ende des Monats auf der Buch-Berlin. Die Krimi-Kombo.
Kerstin
00:52:09
Die zwei Tage. Der Stand steht auch schon fest. D8.
Vera
00:52:15
Dürfen wir es jetzt nennen? Du hast gesagt, am Anfang durften wir es noch nicht nennen.
Kerstin
00:52:18
Nee, den Stand dürfen wir nennen. Nur die Talk-Runden dürfen wir noch nicht drüber reden.
Vera
00:52:22
Also D8 bei der Buchmesse Berlin. Und in Stuttgart Anfang des Jahres werden wir ja auch sein.
Kerstin
00:52:29
27. Februar. Genau. Da sind wir in meinem Heimatländler, wo ich geboren bin.
Vera
00:52:35
Und dann wieder natürlich in Leipzig.
Kerstin
00:52:37
Und dann sind wir in Leipzig, ganz genau.
Vera
00:52:39
Also die Krimi-Kombo auf Tour.
Kerstin
00:52:42
Die ist auf Tour, das kannst du doch laut sagen. Und wir steuern auf Erfolgskurs zu.
Vera
00:52:47
So machen wir das. Liebe Kerstin, toll, dass du heute so spontan Zeit hattest für dieses anregende Gespräch und ich hoffe sehr, dass du da draußen einiges mitgenommen hast, und so von unserem doch immer noch positiven Vibe, also von Kerstin sowieso und ich bin wieder voll auf der Linie, dass wir dich da mitgerissen haben oder mitreißen. Wir freuen uns darauf, dich vielleicht auf einer der Messen persönlich zu sehen. Und ja, und bei der nächsten Folge von die 200 Talkstelle wird Tamara dann sicher auch wieder dabei sein. Also, wir freuen uns auf nächste Woche. Bleib uns gewogen. Bis dann. Ciao.
Kerstin
00:53:29
Ciao.