Die Zwei von der Talkstelle

Gespräche aus der Selfpublisher- und Buchbubble

Whodunit-Krimis schreiben: Beatrix Mannel über starke Plots und falsche Fährten

Wie schreibt man einen guten 'Whodunit', also einen Krimi, bei dem die Suche nach dem Täter im Zentrum steht? Mit Autorin, Drehbuchautorin und Coachin Beatrix Mannel sprechen wir über falsche Fährten, vielschichtige Figuren und den Schreibprozess.

11.06.2026 63 min

Zusammenfassung & Show Notes

Wie schreibt man einen guten 'Whodunit', also einen Krimi, bei dem die Suche nach dem Täter im Zentrum steht? Mit Autorin, Drehbuchautorin und Coachin Beatrix Mannel sprechen wir über falsche Fährten, vielschichtige Figuren und den Schreibprozess.
Was macht das Genre des Whodunit aus und wie fängt man am besten an? Was ist wichtiger: Figuren oder Tat? Und wie gelingt ein wirklich rundes Ende?
Beatrix erklärt, wie Motive, Verdächtige und Figurenentscheidungen zusammenspielen und warum Gespräche mit Fachleuten bei der Recherche mehr bringen als Stunden im Internet. 
Eine Folge, die durchaus auch Autor:innen anderer Genres inspirieren wird!

Gespräche über das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern, egal ob Selfpublishing oder Verlag. 


Wie schreibt man einen guten 'Whodunit', also einen Krimi, bei dem die Suche nach dem Täter im Zentrum steht? Mit Autorin, Drehbuchautorin und Coachin Beatrix Mannel sprechen wir über falsche Fährten, vielschichtige Figuren und den Schreibprozess.

Was macht das Genre des Whodunit aus und wie fängt man am besten an? Was ist wichtiger: Figuren oder Tat? Und wie gelingt ein wirklich rundes Ende?

Beatrix erklärt, wie Motive, Verdächtige und Figurenentscheidungen zusammenspielen und warum Gespräche mit Fachleuten bei der Recherche mehr bringen als Stunden im Internet.

Eine Folge, die durchaus auch Autor:innen anderer Genres inspirieren wird!

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Buchwerbung:
'Blaues Blut' von Elias Ries
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Unser Gast:
https://www.beatrix-mannel.de/

Beatrix' Buchtipp:
'Der Gott des Waldes' von Liz Moore
https://www.amazon.de/Gott-Waldes-Roman-York-Times-Bestseller/dp/3406851673

Unsere Folge zur Meerschreibzeit:
'DZVDT 177 - Zusammen schreiben und fachsimpeln: Schreib-Retreat am Meer'
https://zweivondertalkstelle.de/dzvdt-177-meerschreibzeit.htm?open

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Transkript

Vera
00:00:00
Wer hat's getan? Ein klassischer Who Done It? Wer sucht den Mörder oder die Tatperson? Was muss ich tun, um das richtig aufzubauen? Wir haben Beatrix Mangel gefragt, auf welche Details zu achten.
Tamara
00:00:14
Ja, und auch für Schreibende, die nicht unbedingt im Krimi unterwegs sind, wie zum Beispiel ich, war jede Menge Anregung dabei, also hört so oder so rein. Die 2, Hier ist Folge 315 von Die 2 von der Talkstelle, dem Podcast übers Schreiben und Veröffentlichen im Self-Publishing und im Verlag. Diese Woche ist wieder alles ganz normal, wie es sein soll. Ich stehe an meinem Pult zu Hause. Vera ist mir nur virtuell zugeschaltet. Und ja, wir sind alle wieder da, wo wir sonst immer sind.
Vera
00:01:03
So ist es.
Tamara
00:01:03
Mir geht es dir, Vera? Hallo.
Vera
00:01:05
Mir geht es gut.
Tamara
00:01:06
Siehste, vor Laute habe ich gar nicht uns vorgestellt. Genau, Vera nennt mich mir gegenüber und ich bin Tamara Leonhard.
Vera
00:01:12
Ja, haben wir das auch abgehakt. Und es geht gut, denn quasi heute, also zumindest an dem Tag, an dem dieser Podcast erscheint, erblickt ja auch Frau Appeldorn und die tote Diva das Licht der Welt. Endlich startet es und ich kann sehen, wie es bei den Leserinnen und Lesern ankommen wird. Ich bin schon sehr gespannt und sehr aufgeregt, aber auch gedämpft optimistisch, würde ich sagen.
Tamara
00:01:43
Das ist doch schön.
Vera
00:01:44
Ich bin eigentlich voll optimistisch. Ich bin gerade überhaupt nicht bedenkt.
Tamara
00:01:50
Umso besser. Dann hoffe ich, dass das alles auch berechtigt ist.
Vera
00:01:55
Ja, aber das ist ja der Kern des Optimismus. Es ist einfach so. Und nein, also fühlt sich gerade alles sehr rund an. Und ja, gerade gestern jetzt habe ich den ersten Teil von Weber und Wozniak ins Lektorat geschickt. Beim zweiten Teil bin ich jetzt schon bei Kapitel 3.
Tamara
00:02:19
Kommt denn deine Lektorin überhaupt noch hinterher, wenn du auf einmal so viele Sachen schreibst?
Vera
00:02:24
Ja, ich habe sie ja vorgewartet. Sie hat es ja eingeplant. Aber es fühlt sich, wirklich gerade richtig gut an, dass Action ist, dass ich dranbleibe. Und ich habe jetzt auch das Gefühl, um das Thema der letzten Folge mal aufzugreifen, dass sich das mit den Amazon Ads jetzt doch zu entwickeln scheint. Ich habe sogar berechtigte Hoffnung, dass ich in diesem Monat zum ersten Mal die hunderttausend gelesenen Seiten knacken könnte. Also zumindest aktuell, wenn ich das, was bis heute da ist, hochrechne, sollte das zu schaffen sein. Und ich erhoffe mir natürlich durch Frau Appeldorn Band 4 natürlich auch noch einen kleinen Kick, aber auch so ganz organisch müsste ich da eigentlich drankommen. Und man weiß nicht, kann in fünf Tagen wieder einen Einbruch geben, man steckt da ja nicht drin. Aber gerade aktuell sieht das doch alles sehr positiv aus. Ich habe den Schwung auch gleich mitgenommen und habe mich jetzt zur Meerschreibzeit im November angemeldet und gebucht.
Tamara
00:03:31
An welches Meer geht es?
Vera
00:03:33
Ja, Schreibzeit, oder das nicht? Die war ja bei uns der Gast. Die sind ja immer in so einem Club in Tunesien.
Tamara
00:03:40
Ach so, ist immer am selben Ort. Ja, das wusste ich nicht mehr. Ist ja schon ein bisschen her. Falls ihr euch für Schreiburlaub interessiert, ich suche mal die Folgennummer raus und schreibe sie in die Shownotes. Dann könnt ihr euch das auch anhören nochmal.
Vera
00:03:54
Ja, habe ich jetzt auch einfach gedacht. Komm, ich mache jetzt Nägel mit Köppeln und mache das. Und es irgendwie, ja, passt es gerade.
Tamara
00:04:02
Ja, ist auch eine schöne Belohnung.
Vera
00:04:03
Ja, ich hoffe, dass es bis dahin was gibt, mich zu belohnen. Also ein Grund dafür.
Tamara
00:04:07
Ja, allein das Dranbleiben ist schon was, wofür man sich belohnen sollte.
Vera
00:04:12
Ja, das stimmt schon, ja. Aber... Wie gesagt, ich kann eigentlich nur schwärmen gerade. Wie sieht es denn bei dir aus?
Tamara
00:04:21
Ja, ich habe ja nach der letzten Folge zwei ganz liebe Sprachnachrichten bekommen zu meiner Frage, ob es Sinn ergibt, meine Romance-Titel, die an sich unabhängig sind, aber eben mit gemeinsamen Figuren funktionieren, zu einer Reihe umzubauen. Und da wurde ich sehr ermutigt und habe auch ein paar Tipps bekommen und plane, das jetzt auch zu tun. Wird noch ein bisschen dauern, aber es auf jeden Fall steht mit auf der Liste. Und ansonsten, ja, ich habe, nachdem ich bei dir war, etwas flach gelegen, habe mich auch noch nicht so ganz erholt.
Vera
00:04:56
Aber ich sagte es nicht an mir, hoffe ich.
Tamara
00:04:59
Ich habe es in den Magen bekommen, merke es jetzt auch gerade wieder ein bisschen, dass ich Magenschmerzen habe, aber ich hoffe, das legt sich bald. Ich glaube auch nicht, dass es das Essen war. Das möchte ich nicht unterstellen. Vielleicht war es tatsächlich auch so in so kurzer Zeit zweimal so lange in der Bahn und hin und her. Und du hast ja auch gemerkt, dass ich in der Zeit, als ich da war, trotz ausreichend Schlaf sehr müde war. Also vielleicht war es alles ein bisschen viel, ich weiß es nicht. Aber ansonsten hatte ich am Samstag, da ging es mir zum Glück etwas besser als Freitag und Sonntag, hatte ich ein schönes Interview bei einem Podcast. Das erscheint jetzt am kommenden Sonntag und zwar bei dem Podcast ganz normal vegan und zwar ganz mit Ess, also wie das Tier. Und da haben wir anderthalb Stunden geplaudert, also nicht nur über das Essen oder Lebensweise, sondern auch ganz viel über meine Bücher, über meine Musik, was ich so mache. Und ich durfte mich da sehr ausgiebig präsentieren. sind hier. Das ist ein Videopodcast und ja, das war sehr, sehr schön.
Vera
00:06:08
Aber warum hat ein Veganer-Podcast eine Gans immer?
Tamara
00:06:12
Ja, weil wir Tiere lieben und sie nicht aufessen. Ja, ansonsten bin ich natürlich noch fleißig am Üben. Nächste Woche ist ja die Premiere von meinem abendfüllenden Programm. Und ja, ansonsten, so viel war ja gar nicht, wie gesagt. Also zwei Tage habe ich ja, oder drei Tage fast, habe ich ja flach gelegen.
Vera
00:06:34
Oh, ja. Wobei, ich kann es ja gar nicht erwarten, bis du deine Reihe hast, weil ich ja darauf brenne, dir zu helfen mit den Amazon-Ads.
Tamara
00:06:43
Ja, da musst du dich ein bisschen in Geduld üben.
Vera
00:06:46
Ja, natürlich. Naja, also wie gesagt, sollte das dann irgendwann mal soweit sein, dann stehe ich parat.
Tamara
00:06:53
Sehr schön, da freue ich mich drauf.
Vera
00:06:55
Ja, wie gesagt, bin da gerade voll im Thema und freue mich immer morgens auf meine Analyse. Ja, aber nichtsdestotrotz muss man am Schreiben bleiben. Und das muss natürlich, dass jemand schreibt den Lesenden auch gefallen. Das ist natürlich immer eine Herausforderung. Ich bin auch immer, wenn etwas Neues rauskommt, auch immer noch einigermaßen nervös, wie so die ersten Testlesenden reagieren. Bis jetzt, toi, toi, toi, ging es noch jedes Mal gut. Also wo jetzt die ersten Rezensionen, die ich schon gelesen habe, zu Frau Appel, Neutode Diva, waren sehr, sehr schön. Und auch das erste Feedback jetzt zu dem Rohmanuskript von Fadenschein, war gut. Es haben ja auch einige, dass das die Rohfassung des ersten Kapitels gewesen ist. Das ist ja immer noch anzufordern. Und auch da habe ich bisher nur positives Feedback bekommen. Also das freut einen schon. Es scheint da nicht alles falsch zu machen. Aber ich habe mich gefragt, jetzt schreibe ich ja den 14. Und 15. Krimis, ich habe selbst schon den Überblick verloren, mache ich das eigentlich richtig? Also es sind, so habe ich ja gelernt, das, was ich schreibe, sind sogenannte Wudanets, also wo man rausbekommen will, wer es getan hat. Aber was gehört eigentlich zu einem guten Rudanit? Und gibt es vielleicht Elemente, die ich noch einbauen sollte? Und dann habe ich ein bisschen recherchiert, wer kennt sich denn da aus? Und da hat die geballte Intelligenz des Internets mir gesagt, da musst du unseren heutigen Gast einladen. Sie ist Autorin, sie ist Drehbuchautorin und sie ist Coach in diesen Themen. Und heute ist sie da, die redet von Beatrix Mannel. Hallo Beatrix, toll, dass du da bist.
Beatrix
00:08:53
Hallo Vera, hallo Tamara. Mara, schön bei euch zu sein. Danke für die Einladung.
Vera
00:08:58
Ja, sehr schön, dass du dich direkt bereit erklärt hast. Sturzmutz direkt ist Thema. Du hast, wenn ich das richtig sehe, auf deiner Webseite ist so ein schönes Bild, wo du auch einen ganzen Stapel Bücher lehnst. Da bin ich ein bisschen neidisch drum, wo sich eigentlich steht. Wie viele dieser Bücher sind Krimis und wie viele davon sind Houdalits?
Beatrix
00:09:16
Also es sind eine Menge Jugendthreller und das sind aber, die im Erwachsenen-Bereich sind eigentlich alle, würde ich sagen, immer so Mischformen aus who done it und historisch oder vielleicht auch ein bisschen cozy. Also das ist ja heute auch schwierig, so eine ganz reine Sherlock Holmes-Variante gibt es eigentlich kaum noch. Also deshalb würde ich sagen, im Erwachsenen-Bereich sind die meisten... Gehen in Isn't Who Done It, aber immer mit noch so einem anderen Element bei.
Vera
00:09:47
Was sind denn die klassischen Who Done It Elemente?
Beatrix
00:09:50
Ja, also für mich sind das in jedem Fall, also halt der Kriminalfall, der auch nichts zu tun hat mit den Ermittlern. Also anders wie jetzt in vielen modernen Romanen, wo ja immer die Ermittler, schon selbst schwer geschädigt seine Vorgeschichte haben und dann am Ende doch mit dem ganzen Verbrechen irgendwie was zu tun haben. Sondern das Verbrechen steht für sich. Die Ermittler ermitteln dieses Verbrechen, haben natürlich aber auch ein Privatleben. Und das Verbrechen ist, sage ich jetzt mal, kein, nicht jetzt die Mafia oder, also da stecken nicht böse Weltverschwörer dahinter, sondern das sind Verbrechen, die aus den klassischen Motiven wie Liebe, Neid, Eifersucht, Gier und so weiter, sich erklären lassen, würde ich mal sagen so.
Vera
00:10:38
Das heißt, wenn ich jetzt, ich schreibe ja Krimis, bei mir sind es ja auch Hobbyermittler, so wenn die jetzt dann da ein Mordermittel und stellt sich raus, das war ein Mord im Mafiamilieu, ist das ab dann dann keine Udannet mehr?
Beatrix
00:10:51
Würde ich interessieren, würde ich gemein, weil ja, also das kommt darauf an. Also ich meine, inwieweit ist diese Mafia-Verschwörung, diese Welt, also diese umspannende, größere Macht, die dahinter steckt, ist sie dann ein Gegenspieler? Ich meine, die Sherlock Holmes hat ja auch diesen einen Gegenspieler, aber der ist ja keine Mafia-Verschwörung, aber letztlich ist er natürlich auch verstrickt mit vielen Beamten und Behörden und so weiter. Und der läuft ja auch dauerhaft mit. Die einzelnen Fälle sind aber doch, lassen sich leichter erklären. Also ich denke, das wäre dann so ein bisschen so eine leichte Mischform.
Tamara
00:11:27
Ja, also der Täter darf schon zufällig zur Mafia gehören, aber der Fall ist quasi so ein Ding, was einfach mit ihm zu tun hat, weil ihm jetzt irgendwas nicht gepasst hat.
Beatrix
00:11:38
Nein, ich denke, wenn der Täter aus dem Mafia-Milieu kommt und die Mafia eine Rolle spielt, dann wäre es eben irgendeine Mischform. Wenn der Täter zur Mafia gehört, hätte aber aus anderen Gründen, also das wäre vielleicht erstmal so eine falsche Fährte nur die Mafia, also so retaring in die andere Richtung. Und dann stellt sich raus, ja, der gehört zur Mafia, aber die Mafia hat gar nichts damit zu tun, weil er nämlich aus ganz privaten Gründen diese Frau ermordet hat, ja, dann wäre das ein ganz klassischer Houdanit aus meiner Sicht.
Vera
00:12:05
Gibt es denn verschiedene Spiraten von Houdanit?
Beatrix
00:12:08
Ja, also ich würde schon sagen, es hängt sehr stark davon ab, welche Ermittler du hast. Also zum Beispiel, du hast ja gesagt, du hast sehr viele private Ermittler. Dann gibt es ja tatsächlich diese ganz klassischen Polizeiermittlungen. Dann gibt es aber auch wieder noch ganz andere Formen. Was ich sehr genial finde, ist Antony Horowitz. Der hat ja die Morde von Pye Hall. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt. Antony Horowitz ist einer der wenigen, der auch erlaubt ist, Sherlock-Holmes-Romane zu schreiben. Die Sherlock-Holmes-Gesellschaft ist ja sehr streng und es gibt nur wenige Autoren, die das dürfen. Aber diese Morde von Pye Hall, das ist kein Sherlock-Holmes-Roman, sondern ein Roman, in dem eine Lekturin einen Krimi-Autor hat, der einen Krimi schreibt über einen Ermittler, Der Name ist mir jetzt gerade entfallen, fällt mir aber sicher gleich wieder ein. Und das ist quasi der Einfall dieses Ermittlers, der in einem englischen Landhaus was ermittelt. Und es fehlt aber das letzte Kapitel von diesem Krimi. Und die Lektorin bekommt, dieses Manuskript, das fehlt das letzte Kapitel, der Autor stirbt. Und es geht also fördergründig erstmal um die Morde in Pai Hall, also die in dem Manuskript vorkommen, aber dann findet sie eben raus, dass der Autor lauter Hinweise versteckt hat, die mit seinem eigenen Tod zu tun haben, die in dem Roman sind. Und sie wird quasi, wir folgen ihr dabei, wie man einen solchen klassischen Houdanit schreibt, wir folgen ihr, wie der Roman aufgeklärt wird und dann folgen wir ihr dabei bei der Aufklärung des Mordes von ihm. Aber trotzdem, ja, es ist wirklich, also das finde ich, das empfehle ich auch immer zu Schülern, die was lernen wollen über das Kami-Schreiben, weil man wirklich ganz viel daran lernen kann. Und das ist aber spannend. Es ist jetzt nicht so, dass man das liest und denkt, ah ja, klar, abgehakt. Also das finde ich super.
Tamara
00:13:56
Mega.
Vera
00:13:58
Das stellt natürlich dann die Frage, wie vielschichtig muss so ein Udanit sein?
Beatrix
00:14:03
Ja, das hängt ja natürlich von dir als Autor ab. Also ich meine, du kannst natürlich einen ganz schlichten Udanit schreiben, der sehr wenige Nebenplots hat, der einfach sehr straight ist und darauf verzichtet, dass Figuren noch ein Eigenleben haben. Oder man verzichtet auf ein Thema, was sich widerspiegelt in vielen Szenen. Da finde ich zum Beispiel ein sehr gutes Beispiel die Tana French. Das sind ja eigentlich auch klassische Houdanit bei ihr. Trotzdem hat da jede Figur, die sind so dicht und die haben so viele Tiefe, dass ich finde, dass es eine ganz andere Ebene von Houdanit dann wird. Und das liegt ja ganz klar beim Autor. Man muss einfach fragen, für welche Zielgruppe schreibe ich? Oder was interessiert mich selbst am meisten und dafür schreibe ich dann. Und dann kann man ja entsprechend die Figuren anders gestalten oder vielschichtiger anlegen.
Vera
00:15:03
Ich stelle mir das schon auch schwierig vor, gerade so eine komplexe Sache zu schreiben, da jetzt den Überblick zu behalten und zu wissen, wo es so hingeht. Das ist ja immer so mein größtes Problem. Ich habe zwar anfangs immer schon so eine Idee, wo es hingeht, aber dann auf dieser Spur zu bleiben, nicht so schnell zum Ziel zu kommen, das ist immer die größte Schwierigkeit. Und in 90 Prozent der Fälle entscheide ich mich am Ende ja dann doch mit völlig anderen Täter. Wie ist das denn bei dir, wenn du schreibst?
Beatrix
00:15:37
Da wollte ich gerade sagen, das war bei einem von meinen Jugendstörern so, das war jetzt natürlich kein klassischer Whodunit, aber hat sehr viel von Whodunit gehabt, aber da war es so, ich hatte, ich musste ja mein Exposé machen und so und dann hatte ich das der Lektorin schon gegeben und dann habe ich beim Schreiben gemerkt, also das stimmt hinten und vorne nicht, das Opfer ist überhaupt falsch. Und dann habe ich ihr gesagt, das Opfer ist ein anderes. Dann schreibe ich weiter und merke, hey, mein Täter ist auch völlig, und ist vor allen Dingen so billig und so, also es geht gar nicht. Und dann habe ich den Täter geändert, da habe ich aber nicht mehr Bescheid gesagt, weil ich dachte, ich schicke ihr das jetzt einfach und wenn sie dann beim Lesen das Gefühl hat, dass das stimmt, dann ist ja gut. Und so war es dann auch. Und das war auch eine gute Entscheidung, eine richtige Entscheidung, das so zu lösen und nicht sich da krampfhaft daran festzuhalten. Das ist ja, das habt ihr ja auch in eurem Podcast schon oft über Figuren gesprochen und Die Figuren haben natürlich dann schon auch ein Leben und das finde ich ja auch gut. Und wenn man einfach merkt, nee, so ist die ja gar nicht, dann muss man dem, finde ich, auch nachgeben. Auch wenn das für den Plot natürlich viele Konsequenzen hat und gerade beim Krimi ist es ja besonders bitter, weil man ja dann die ganzen Hinweise und Spuren, also wenn man das jetzt relativ spät merkt, nee, das stimmt so nicht, dann muss man ja vorne so viel ändern, damit eben diese Hinweise schön gesät werden, damit man dann nicht eine große Überraschung am Ende ja überlebt.
Vera
00:16:55
Wobei ich habe meistens die Erfahrung gemacht, also das ist dann schon immer einer, von denen ich auch zu den Verdächtigen gezählt habe, dass ich oft nur vorne einen Satz ändern muss und alles funktioniert wieder.
Beatrix
00:17:07
Echt? Wahnsinn.
Vera
00:17:09
Wahrscheinlich hat mein Unterbewusstsein immer schon gewusst, dass der so ist.
Beatrix
00:17:12
Ja, das kann natürlich sein.
Tamara
00:17:17
Das geht mir jetzt gerade durch den Kopf, weil wir das ja schon öfter hatten, diese Diskussion, dass Vera das nicht so sieht, dass Figuren ein Eigenleben haben. Aber vielleicht ist es ja wirklich eher, dass wir vorher den Plot so ein bisschen mit dem Kopf, uns zurechtlegen und beim Schreiben aber die Figur intuitiver kennenlernen und einfach mehr ein Gefühl dafür kriegen, wie würde die funktionieren. Und dann merkt man halt, das würde die nicht tun.
Beatrix
00:17:47
Ja, also ich glaube ganz, ganz bestimmt, dass das so ist. Also weil, klar, beim Krimi muss man ja auch, finde ich, schon plotten, weil du kannst ja nicht die ganzen falschen Pferden legen und sehen, wenn du nicht dir vorher Gedanken machst. Aber ich habe wirklich gemerkt, dass die Figuren, Und selbst wenn ich denke, ich wüsste alles über die, ich weiß nie alles über die. Und die wachsen mir auch erst beim Schreiben immer mehr ans Herz. Und ich finde das total wichtig. Ich hatte da auch mal einen Kollegen, der dann gesagt hat, ja, das ist alles Bock, Mist. Also die Figuren, die sie machen, was ich sage und ich bin hier der Chef. Ja, das stimmt auch am Anfang. Aber aus meiner Sicht ist es total wichtig und auch das Spannende. Und ich finde es auch klasse, wenn die dann ein Eigenleben entwickeln und mir sagen, nee, das machen sie hier nicht. Und hier reagieren sie so und hier reagieren sie so und ich finde auch, da gibt es so eine ganz tolle Übung von Donald Maas mit zwei A und zwei S, der hat ja so sehr viel, sehr gutes Self-Help-Schreibratgeber geschrieben und eine von den Übungen, die finde ich wirklich super und die mache ich jetzt auch immer mit meinen Figuren und das ist auch klasse, weil man da auch so viel erfährt, nämlich, man muss sich ja immer überlegen mal, was will meine Figur? Also, ne, diese One Need, bla bla bla und so, aber wenn die Figur jetzt, wenn ich denke, ich weiß alles über die Figur und dann weiß ich ja auch, was diese Figur niemals, never ever tun würde. Never. Nie. Und dann ist die Aufgabe die, dann darüber zu schreiben, wie die Figur doch dazu kommt, dass sie genau diese eine Sache machen muss.
Tamara
00:19:16
Ja.
Beatrix
00:19:16
Dass sie genau diese eine Sache macht.
Tamara
00:19:19
Die Fallhöhe.
Beatrix
00:19:20
Ja, oder sei es zum Beispiel, du weißt, deine Figur würde niemals ihren Partner anlügen, zum Beispiel, weil das wäre für sie das total No-Go aus verschiedenen Gründen. Und was könnte es sein, dass sie dazu bringt, genau das doch zu tun und welche Konsequenzen hätte das? Und das fände ich eine super Übung, wo ich immer merke, dass das in meinem Gehirn ganz viele Sachen lostritt, wo die Figur auch nochmal ganz andere Facetten bekommt. Das finde ich super.
Tamara
00:19:48
Ja, cool.
Vera
00:19:51
Wobei ich jetzt nochmal ein bisschen nachfragen muss, du hast gerade vorhin gesagt, bei deinem Jugendzwiller hast du Täter und Opfer geändert. Ist es nicht beim Zwiller so, dass man da am Anfang den Täter und Opfer schon weiß? Nö. Ich dachte, das machen die Thriller immer aus.
Beatrix
00:20:08
Nee, nee, der Thriller ist ja so, ist ja eher so, dass quasi oft ist der Thriller quasi die Hauptfigur selbst betroffen von irgendetwas Schrecklichem, was passiert. Aber man weiß ja trotzdem nicht, was passiert und was dahinter steckt. Und man weiß ja auch manchmal nicht, das ist ja auch manchmal beim Thriller, ist es ein zuverlässiger oder ein unzuverlässiger Erzähler. Also, Gun Girl funktioniert ja genau so, dass man sich total täuscht, wer erzählt hier und wird total reingelegt und nachher ist es nochmal ganz anders. Genau, also deshalb weiß man es nicht immer, beziehungsweise ich dachte damals, ich wüsste es und habe davon ausgeht geschrieben und habe dann eben gemerkt, nee, so funktioniert es nicht und ja.
Tamara
00:20:51
Also mein Gefühl ist eher, ich habe auch die Thriller gelesen oder oft auch gehört, wo man von Anfang an den Täter kennt oder, wo tatsächlich ein großer Teil sogar vom Täter erzählt wird und dann nur so zwischendurch mal Szenen eben von Ermittlern oder so. Aber mein Gefühl ist halt, dass es beim Thriller eher darum geht, etwas zu verhindern, was noch droht. Und beim Krimi ist halt eine Tat passiert und jetzt müssen wir rausfinden, wer und warum.
Beatrix
00:21:23
Genau. Und deshalb ist ja beim Thriller der Ermittler meistens auch das Opfer. Also die sind ja meistens identisch. Und das Opfer spürt, was weiß ich, zum Beispiel, dein Kind ist entführt worden. Ja, dann ist natürlich das Kind das Hauptopfer, aber du als Mutter bist auch ein Opfer. Und dann wirst du natürlich verhindern, dass das Kind ermordet wird und nicht mehr zurückkommt. Und das glaubt dir aber keiner, du willst die Polizei nicht einschalten und so weiter. Ja, genau, also das ist genau wie du sagst. Und dann bist du total betroffen und du ermittelst und du willst aber noch mehr Gefahr für Leib und Seele verhindern mit deinen Ermittlungen, weil du persönlich, du oder deine Familie oder jemand, den du liebst, betroffen ist.
Vera
00:22:00
Genau.
Beatrix
00:22:01
Und das ist schon ein großer Unterschied zum Houdanet, weil beim Houdanet klassisch ist der Ermittler nicht persönlich betroffen.
Tamara
00:22:10
Ja, und diese ständige Gefahr ist halt auch nicht so groß, die halt beim Thriller den Thrill ausmacht.
Beatrix
00:22:16
Genau, ganz genau.
Vera
00:22:18
Ja, da habe ich das tatsächlich immer falsch. Ich habe immer gedacht, beim Thriller würde man vorher schon wissen, wer Täter ist und beim Krimi halt nicht. Wobei das mit dem Täter, der Ermittler ist nicht persönlich betroffen, weil mein Hobbyermittler nicht so ganz funktioniert. Ich brauche ja immer so einen persönlichen Bezug, damit sie überhaupt ermitteln.
Beatrix
00:22:38
Das ist auch die Schwierigkeit, finde ich, bei Privatermittlern, also auch das sind eben Privatdetektive, also da ist es die Putzfrau, die Journalistin, die immer über was oder die Cateringfrau, die irgendwie immer über was stolpert. Das ist natürlich immer so ein bisschen schwierig, das, herbeizuführen, aber wenn man an Miss Marple denkt, dann weiß man ja, dass das einwandfrei funktioniert und eine wirklich großartige Gestalt und Figur ist, finde ich, und da hinterfragt man ja nie, warum die jetzt schon wieder in einen Mordfall gestoppert ist. Null.
Tamara
00:23:13
Also an der Stelle muss ich mich echt mal als geisterter Miss Marple-Fan-Out nicht liebe sie.
Beatrix
00:23:20
Ich liebe sie auch, wobei ich mochte die Verfilmungen überhaupt nicht. Die habe ich gehasst. Ich fand, da kommt sie wie so eine tattrige Alte und dann immer dieser Typ, der eher an die Seite gestellt wurde, der in Büchern ja überhaupt nicht vorkommt. Die heißt ja noch, dieser, so ein länger...
Vera
00:23:36
Ja, weiß ich nicht.
Beatrix
00:23:37
Aber kann man ja auch nicht sagen.
Tamara
00:23:38
Die ist jetzt so lange her bei mir, dass ich das noch sagen könnte.
Beatrix
00:23:41
Ja, also das fand ich echt, ich hatte mir Miss Marple immer irgendwie ein bisschen cooler vorgestellt. Ich habe die gelesen und war dann enttäuscht, wie die da im Film umgesetzt waren.
Vera
00:23:52
Ich wollte mal kurz erzählen, weil heute ja, wo der Podcast rauskommt, mein neuer Krimi, Frau Appel, damit die tote Diva erscheint. Und in der ersten Rezession hat die Rezendentin geschrieben, Hurra, Miss Marple ist wieder da.
Tamara
00:24:06
Oh, wie schön. Das ist ja schön.
Beatrix
00:24:09
Das ist ja toll. Ja, Gratulation. Das ist ein super Kompliment.
Vera
00:24:13
Ja, finde ich auch. Da haben wir mich auch sehr drüber gefreut.
Beatrix
00:24:15
Ist aber auch ein toller Titel, finde ich. Würde mich sofort auch ansprechen.
Tamara
00:24:19
Hurra, Miss Marple ist wieder da?
Beatrix
00:24:20
Nein, Miss Marple ist wieder da. Ja, der ist auch gut. Aber ich würde es nie auf den Titel schreiben, weil dann sehe ich schon die Amazon-Rezerzenden, die schreiben, haha, von wegen Miss Marple haben wir die Latte ein bisschen hochgelegt.
Vera
00:24:37
Ja, da kriegst du ja auch direkt eine Abmahnung wahrscheinlich.
Beatrix
00:24:39
Ja, wahrscheinlich, genau.
Vera
00:24:42
Ja, also dann hoffen wir mal, dass meine Frau Appeldorn da auch in die Fluchtstab vertreten kann. Jetzt muss ich ja mal fragen, wenn ich so, du hast ja auch Drehbücher geschrieben. Hast du eigentlich auch Drehbücher für Krimis geschrieben?
Beatrix
00:24:54
Nee. Nee, also meine Drehbuchkarriere ist auch sehr lange her. Und ich habe zwar während Corona nochmal mit einer Kollegin, haben wir auch Filmförderung gekriegt. Aber das war ganz ein anderer Stoff. Das war historisch. Also weil ich mag ja auch historisch sehr gerne. Also meine Krimis sind ja teils auch historisch. Und das war ein, das hieß Charlotte und die fabelhaften Grimms. Da ging es um die Schwester der Grimm-Brüder, weil das verfasste sich damit. Und genau, also wir haben Förderung gekriegt, aber bisher ist da weiter nichts passiert. Das ist ja auch das Traurige immer beim Drehbuch. Es wird einfach eher ein Buch veröffentlicht als ein Drehbuch, weil einfach das kostet halt doch ein paar Millionen mehr als ein Buch.
Vera
00:25:38
Aber da sind wir, wenn wir historisch sind, sind wir, glaube ich, haben wir den richtigen Moment für unseren kurzen Werbe-Break. Heute haben wir wieder einen Buchtipp für euch. Ihr wisst, dass wir gerne auch dein Buch bei uns vorstellen. Schreib einfach ein E-Mail an alle-at-zweivon-der-talk-stelle.de und wir schicken dir alle Infos. Und wenn ich jetzt frage, was es denn heute gibt, weiß ich, liebe Tamara, dass du mir ja erstmal was vom Cover erzählst. Wie sieht es denn heute aus?
Tamara
00:26:11
Das finde ich persönlich ganz besonders schön, muss ich gestehen. Das catcht einen irgendwie. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Also sehr zentral auf dem Cover sehe ich auf jeden Fall eine güldene Krone. Und in der Krone steckt aber eine Heugabel. Und das Ganze wird so umrangt von Blättern. Die sind aber nicht, wie wir es erwarten würden, in einem saftigen, sommerlichen Grün, sondern in einem sehr schönen, royalen Blau. Und im Hintergrund ist noch so ganz leicht angedeutet ein Dorf und was ich jetzt auch gerade entdeckt habe, eines dieser blauen Blätter, da tropft sowas runter, also sieht sehr zähflüssig aus, und das deckt sich auch mit dem Titel des Buches, das heißt nämlich Blaues Blut.
Vera
00:27:08
Ich habe jetzt schon fast gedacht, das ist gar keine Krone, also eine Kronentochter mit einer Gabel drin.
Tamara
00:27:16
Nee, nee, also gar nicht Ja, das Ganze ist so auf einem weißgräulichen Hintergrund gehalten Also es sieht sehr edel aus, es passt wirklich super zum Titel Und das Buch wurde geschrieben von Elias Ries Und wie du dir vielleicht schon denken kannst, ist es eine historische Fantasy, Und dann würde ich dir einfach mal gerade den Klappentext vorlesen.
Vera
00:27:38
Ja, sehr gerne.
Tamara
00:27:40
Ein Reich, getränkt in Blut. Ein Aufstand, der alles zu verschlingen droht. Im Reich Eindal entscheidet die Farbe des Blutes über das Schicksal der Menschen. Doch die Ordnung wankt, als der rote Sturm ausbricht. Brom betrachtet seine magere Ernte und fürchtet den Zorn des Lehnsherrn. Während er um seine Familie bangt, erwartet seine Frau ein zweites Kind. In der letzten noch standhaften Festung kämpft das adelige Geschwisterpaar Fian und Lisella um ihr Überleben. Doch die Vorräte schwinden und Kapitulation bedeutet den Tod. Inmitten dieses Chaos wird der lebensverneinende Söldner Roen für einen brisanten Auftrag angeheuert, der den Ausgang des Krieges entscheiden könnte. Drei Schicksale, verwoben durch den Kampf um Freiheit, Gerechtigkeit und das eigene Überleben.
Vera
00:28:34
Ja, das klingt auf jeden Fall sehr packend und scheint auch tief, an die Emotionen zu gehen. Oder sehe ich das falsch?
Tamara
00:28:45
Das würde ich mal so deuten. Und was ich persönlich sehr spannend finde, also oft hast du ja so bei Fantasy-Romanen, dass es so um das große Ganze geht, die Rettung des ganzen Volkes. Und ich finde es sehr schön, dass wir hier so drei ganz persönliche Schicksale haben. Das spricht mich sehr an. Wie gesagt, dieses Cover, das müsst ihr euch unbedingt anschauen. Das ist wirklich, wirklich toll.
Vera
00:29:10
Ja, wir haben ja auch gerade schon gesehen, die ersten Verkaufsränge auf Amazon sind ja auch schon sehr gut.
Tamara
00:29:16
Genau, das Buch ist ja relativ neu erschienen am 1. Juni und ist in den entsprechenden Rängen schon sehr schön nach oben geklettert. Herzlichen Glückwunsch an der Stelle. Und ich würde sagen, Leute, greift zu, wenn euch dieses Genre interessiert. Dann können wir da noch ein paar Ränge weiter dazugeben.
Vera
00:29:33
Wenn man das schaffen möchte, die Talkstelle bringt das. Also sag nochmal, damit jeder weiß, wo er zugreifen muss.
Tamara
00:29:40
Jawohl. Blaues Blut, ein historischer Fantasy-Roman von Elias Ries.
Vera
00:29:47
Ja, da sind wir wieder. Ja, ich wollte nämlich mal so fragen, vielleicht gänze ich ja trotzdem aus, ich muss ja gestehen, dass ich doch schon auch mal gerne so zum Entspannen, so vorabend Krimis im Fernsehen gucke, so Großstadtrevier oder meine Soko. Und das sind ja eigentlich immer klassische Udannits, bilde ich mir zumindest ein. Und ja, gibt es, wenn du jetzt so ein Udannits schreibst, dann ist ja eigentlich das Wichtigste, ist ja so die verschiedenen Fährten zu legen. Und so, wie gehst du da vor? Wie planst du das?
Beatrix
00:30:24
Also ich überlege mir als erstes mal, welches Verbrechen es gehen soll und dann überlege ich mir natürlich auch, was hat das Verbrechen mit mir zu tun, warum fasziniert mich dieses Verbrechen? Welche Aspekte daran faszinieren mich? Und was schafft es für ein Thema für meinen Roman? Und wenn ich das weiß, dann überlege ich mir, welche Figuren das transportieren können. Und wenn ich das weiß, also diese verschiedenen Figuren, dann kann ich natürlich auch sehr gut falsche Fährten legen, weil erst wenn man ja weiß, was das Verbrechen ist, dann kann man, und dann weiß, also er könnte das getan haben, weil sie könnte das getan haben, weil er, also man braucht ja viele Verdächtige. Und die müssen ja aber alle irgendwie was im weitesten Sinne damit zu tun haben und irgendwie damit in Verbindung gebracht werden können. Also fange ich so rum an, weil das für mich am logischsten ist. Manchmal fange ich aber auch mit der Figur an, wenn ich irgendeine Figur im Kopf habe, die mir total gut gefällt, Und wie das dann, dem ich gerade momentan schreibe, da ging das total von der Figur aus und nicht vom Verbrechen. Und da ist das Verbrechen dann auch eher nicht so wichtig, sondern da steht dann die Figur mir im Mittelpunkt.
Vera
00:31:30
Also wenn du Figur sprichst, heißt du das Opfer oder die ermittelnde Figur?
Beatrix
00:31:33
Da meinte ich die ermittelnde Figur.
Vera
00:31:35
Genau, die ermittelnde Figur.
Tamara
00:31:37
Und wenn du sagst, das Verbrechen, hast du da auch manchmal Sachen, die nichts mit einer Leiche zu tun haben? Oder meinst du jetzt einfach die Art und Weise, wie jemand zu Tode gebracht wird und das Motiv oder so?
Beatrix
00:31:49
Ich meine eigentlich ehrlich gesagt erstmal das Motiv. Also das Motiv, wie sich was entwickelt, warum irgendwas passiert. Und eigentlich ist das Motiv einfach für mich das Wichtigste. Und dann, wie man das dann macht, ob jemand, was weiß ich, dann mit Pilzen oder vergiftet wird oder mit Kalium oder mit was auch immer, ist dann irgendwie, finde ich, zweitrangig. Also für mich ist das Motiv einfach sehr wichtig. Und ich finde es auch echt schwierig, weil ich finde die, also wir alle wissen ja, dass Krimi-Leser lesen viel und kennen auch alles. Und die, dass die nicht sofort auf der dritten Seite schon wittern, ja, ist ja eh klar. Klar, danke. Und tatsächlich ist so, dass mir das schon oft geht. Also, dass ich bei manchen Sachen denke ich so, okay, klar. Und das finde ich sehr schwierig. Und das hängt natürlich auch oft mit dem Motiv zusammen. Also wenn das zu einfach ist, dann ist es schwierig. Ach ja, genau, da finde ich es auch eine gute Sache, die John Rowling, die unter Robert Gabriel schreibt, sie ja diese Detektiv-Romane mit dem Detektiv, der nur ein Bein hat. Also der ein Bein verloren hat und seiner Assistentin, der Robin und das sind ja auch ganz klassische Houdanits, die aber, so großartig sind, dass ich jedes Mal so aufs Glatteis geführt werde. Also ich muss das auch immer am Wochenende lesen, weil ich bin ja nicht ansprechend war für meine Familie von Krimi-Autistin, weil ich wissen will, wie das ausgeht. Und der gelingt es wirklich immer wieder auch, finde ich, überraschende Drehungen und Wendungen zu machen. Und das ist wirklich großartig.
Vera
00:33:24
Also ich überlege ja immer, also bei den letzten bin ich tatsächlich immer von der Titel-Idee ausgegangen. tatsächlich.
Beatrix
00:33:30
Das war auch super.
Vera
00:33:32
Ja, weil ich habe halt, wenn es Reihen sind, gibt es ein festes Titelmuster. Jetzt bei Frau Appeldorn war es zuerst der tote Maler, der tote Bademeister und dann der tote Kapitän. Und beim vierten Fall habe ich gesagt, jetzt muss es meine Frau sein. Aber welcher weibliche Begriff? Und da fiel mir halt Diva ein. Und dann habe ich überlegt, ja, tote Diva, was fällt einem da ein? So eine richtig so eine füllige, alternde Opernsängerin im Kaftan. Und von da komme ich dann so zu den Örtlichkeiten und wie sie um Tode kommen können und dann ist es mir aufgefallen, je schlechter, das Opfer als Mensch ist desto mehr Verdächtige kannst du herausfinden also du solltest nie wirklich guten Menschen umbringen den haben alle geliebt, da findest du ja keiner Verdächtige, oder die Untiefen kommen sich nachher raus und der hat dann doch noch eine zweite Seite oder sowas sonst hast du die Motive, du brauchst ja auch unterschiedliche Motive für die verschiedenen Verdächtigen. Das suche ich mir dann zusammen. Und dann sage ich, welche Motive könnte es geben bei so einer Operndiva? Neid, Liebe, Geld, was auch immer. Also die klassischen halt. Und so komme ich dann zu Figuren und, Und es eigentlich dann letztlich wert sein könnte.
Tamara
00:34:48
Das erscheint mir sogar ein Vorteil des Genres zu sein, dass es da völlig okay ist, wenn das Opfer unsympathisch ist. Sonst so bei Romanen ist es ja wichtig, dass man irgendwie sich identifizieren kann mit der Hauptfigur. Und ich denke mal, auch beim Thriller ist es ja wichtig, dass man eben diese Gefahr, die noch da so im Schatten schwebt, dass man möchte, dass das nicht passiert. Und dafür brauchst du irgendwie Figuren, die sympathisch sind. Aber ja, so ein Opfer im Houdan ist ja eigentlich wurscht, wenn das ein Arschloch war.
Beatrix
00:35:18
Nee, aber das würde ich jetzt nicht so sagen.
Tamara
00:35:21
War zu meinem Gefühl.
Beatrix
00:35:23
Ja, also du hast natürlich vollkommen recht. Also beim Thriller geht es gar nicht. Also da muss dringend positive Emotionen mit dem Opfer verknüpft sein, weil dann auch alle mehr leiden. Aber ich finde, wenn das jemand ist, der wirklich nur unsympathisch ist, dann ist man ja auch nicht so wirklich interessiert an der Aufklärung, weil man sich dann denkt, ja, der sollte noch einen Orden kriegen dafür, dass er diejenige... selber über die Orte angebracht haben. Und was sind die da so eifrig überhaupt, wenn der so blöd ist? Deshalb... Also sagen wir mal so, was dann schon gut wäre, wenn dann im Umfeld des Opfers vielleicht jemand wäre, der sehr liebenswert ist, in dem man sehr entherrt fließt. Also weil ich persönlich bin jetzt kein Fan immer von Hauptfiguren, die alle nur unsympathisch sind. Das finde ich schrecklich. Und das finde ich, das mag ich nicht lesen, weil da denke ich, ist meine Zeit zu knapp. Ich möchte gerne, es kann schon jemand dabei sein, den ich nicht sympathisch finde, aber der muss dann irgendwie anders faszinierend sein, aber nur einfach so einen Arsch. Ich mag auch nicht so Ermittler, die einfach nur sich so arslig benehmen. Das gefällt mir überhaupt nicht. Also das mag ich nicht. Ich finde, die sollten schon irgendwas haben, was mich bei der Stange hält und mir Spaß macht. Oder wesentlich Humor, wenn sie schon eklig sind.
Tamara
00:36:34
Also du würdest schon auch sagen, die Spannung braucht trotzdem auch Identifikation mit dem Opfer?
Beatrix
00:36:39
Unbedingt, ja, finde ich schon. Und auch mit den Ermittlern. Also ich finde auch Ermittler, mit denen ich mitgehen kann, auch immer viel interessanter zu lesen als Ermittler, wo ich denke, oh nee, ist der schon wieder.
Vera
00:36:53
Ja, absolut. Also gerade, wo ich Reihen schreibe mit immer dieselben ermittelnden Figuren, da ist das essentiell. Sonst würden die Leute ja gar nicht weiterlesen. Und wie ist das denn, wenn du jetzt, du hast ja vorhin gesagt, du überlegst über das Verbrechen, über das Motiv. Und jetzt musst du dich aber dafür sorgen, dass über 300 oder 400 Seiten du nicht so viel verrätst, dass die Lesenden das schon zuvor herausbekommen. Wie kriegst du das hin, wenn man das ja selbst im Hinterkopf hat?
Beatrix
00:37:26
Ja, indem ich mir also entsprechend viele falsche Fährten überlege. Und die falschen Fährten hängen ja auch immer an Personen. Und am besten ist natürlich eine falsche Fährte, die dann nochmal eine falsche Fährte ist, die noch eine falsche Fährte ist. Also wo man erst denkt, ah ja klar, und dann kommt raus, der hat gelogen. Ah okay, aber dann ist das auch wieder nicht das Richtige. Das heißt, weil sonst müsste man ja irgendwie hunderte von Figuren haben, das würde ja den Rahmen sprengen. Und das finde ich eben sehr wichtig und je mehr ich halt über das Verbrechen weiß, also wer da getötet ist und warum, desto besser kann ich das auch dann steuern und vorantreiben und natürlich, die Beweise und die falschen Fährten, auf die die Ermittler stoßen, müssen natürlich gut eingeführt werden. Also ich meine immer, also man sät das ja ganz bewusst immer mal hier ein bisschen und hier ein bisschen. Und das finde ich eigentlich, für mich ist das nicht so schwer, weil in dem Moment, wo ich weiß, also schwer finde ich sich das zu überlegen, also was das alles sein kann und wo das auch alles hinführt. Aber wenn es mal feststeht, das dann so zu strukturieren, weil dann kann man ja einfach so ein Plotmodell nehmen und sich überlegen, also wo muss die Kurve raufgehen, wo muss sie runtergehen, wo ist meine Mitte? Und dann kann man das ja so stricken, dass es sich bis dahin in den Szenen so fügt.
Vera
00:38:53
Ja, wobei ich ja immer so, wenn es, zur Auflösung geht, also ich habe immer das Problem, wenn ich am Anfang eine Idee habe, wer Tatperson ist, dass ich höllisch aufpassen muss, mich viel zu schnell auf das Ziel zuzusteuern. Also das heißt, ich muss dann gucken, dass ich Kurven fliege und trotzdem dafür sorgen, dass die Auflösung zwar überraschend ist, aber trotzdem noch organisch und nachvollziehbar ist. Und das ist ja, glaube ich, immer das Schwierigste, was auch zu beurteilen, wenn man ja selbst so im Thema drin ist, was würden die Lesenden jetzt noch als organisch erwarten oder einstufen und nicht, dass sie völlig überrascht sind.
Beatrix
00:39:43
Ja, das ist tatsächlich das Problem mit dem Schluss, finde ich, beim Krimi, weil wir alle wissen, der Schluss verkauft den nächsten Krimi, weil man kann ja oft sehr tolle Spannung aufbauen und wenn dann, das, was am Ende rauskommt, man denkt, oh nö, und dafür habe ich jetzt diese 300 Seiten mir angetan für diese publische Erklärung da hinein. Ja, aber das liegt glaube ich schon, also das ist ja dann, also wenn der Schluss eben sehr früh vorhersehbar ist, das merkt man ja auch selbst, also wenn man, also das merkt man, finde ich, schon beim Schreiben, Und dann bedeutet das einfach, dass das ganze Figurenpersonal, was da ist, einfach ein bisschen mehr, dass da noch mehr passieren muss. Und zwar, weil es ist ja schon so, dass wenn wir uns dem Schluss nähern und selbst wenn man dann weiß, wer der Täter ist, sollten ja noch ein paar Nebenplots aufgelöst werden. Und die können ja auch dann im Vorfeld dazu führen, dass eben die Überraschung dann größer ist. Aber wichtig ist eben, aber das machst du ja auch, sonst hättest du ja nicht eine Reihe und Fans, dass die Auflösung an den richtigen Stellen gesät wird. Also das ist klar. Aber ja, also ich finde, das hängt an den Figuren und an den falschen Pferden damit, wie man die aufpimpt. Und da denke ich, man hat ja auch immer ein Thema, um das es geht in dem Buch. Also ich meine, was würdest du denn sagen, was ist denn das Thema in deinem Appeldorn und die Diva? Was ist das Thema so?
Vera
00:41:05
Was würdest du sagen? Das Thema ist ja eigentlich die alternde Diva, die jetzt am Ende ihrer Karriere in der Schulaula auftreten muss.
Tamara
00:41:16
Das ist aber auch hart.
Vera
00:41:17
Ja, deswegen tut einem schon auch ein bisschen leid. Und die Parallele zu Frau Appeldorn, die in den Ruhestand getrieben wurde und natürlich in Morgen ermittelt, um irgendwie eine neue Aufgabe zu finden. Wo ist da so das Thema, würde ich sagen.
Tamara
00:41:34
Ja, das heißt, die haben eigentlich auch was gemeinsam, ne?
Vera
00:41:36
Ja.
Beatrix
00:41:37
Also das ist ja quasi, würde ich mal sagen, da spiegelt sich ja das Thema. Also bei der einen ist es halt tragisch gespiegelt, weil es geht tragisch aus. Bei der anderen bringt es ja neue Aktivität und neue Energie in ihr Leben. Das heißt, das Thema wäre dann, wie man im Alter mit Rückschlägen umgeht. Genau, und wenn man so ein Thema hat, dann kann man das ja auch noch in den Nebenfiguren spiegeln. Und das macht dann oft was sehr rund und sehr spannend, auch für die Leser.
Vera
00:42:04
Finde ich. Ich bemühe mich immer, die Auflösung, wer jetzt die Tatperson ist, möglichst weit hinten zu haben. Manchmal gelingt es mir einfach nicht. Dann weiß ich, ich müsste eigentlich, um meinen Word-Count zu erreichen, mindestens drei Kapitel schreiben. aber ich muss jetzt eigentlich, bin ich soweit, dass die Leser erfahren, wer die Tatperson ist. Dann gibt es manchmal so Sachen, wo dann die nächsten zwei Kapitel davon handeln, wie man jetzt dieser Tatperson habhaft wird. Ich bin immer ein bisschen unsicher, wenn mir das geschieht. Bis jetzt, toi, toi, toi, es gibt so zwei, drei von den krimistischen Schienenpapuren, das der Fall ist. Habe ich da noch nie negative Resonanz bekommen. Aber es verunsichert mich immer. Wie siehst du das? Würdest du das auch so machen und es dann da durchziehen? Oder würdest du sagen, dann muss ich alles ändern, damit die Tatperson wirklich am Ende erst klappt?
Beatrix
00:43:02
Ja, das kommt darauf an, was aus deiner Sicht das Spannendste ist. Also ist das Spannendste, dass man erfährt, wer der Täter ist? Oder ist das Spannendste, dem Täter habhaft zu werden? Also dem Täter auch zu fassen. Wenn das das Spannendere ist, dann ist es vollkommen in Ordnung, finde ich, wenn man schon weiß, wer der Täter ist. Und also mal angenommen, wir wissen, der Entführer setzt sich dann, wenn der das Land verlässt, dann kann der woanders dasselbe wieder machen, mal angenommen und das ist lebenswichtig, den davon abzuhalten, diesen Flieger zu betreten. Dann finde ich das natürlich super spannend. Und dann finde ich, kann das auch dann noch, nachdem man weiß, wer es ist, kommen. Aber ich mag dann schon lieber, man weiß, wer es ist. Dann wird nach dem Täter gesucht und dann, bam, kommt aber nochmal, la la, reingelegt und es ist doch ein anderer. Das ist, was ich wirklich sehr gerne mag. Also, sodass ich dann wirklich nochmal überrascht werde, aber eben nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern das muss dann natürlich im Nachhinein Sinn machen, ah, da habe ich das überlesen, da war doch der Hinweis, la, so. Dann finde ich das in Ordnung. Also, ich würde tatsächlich auch erwarten, also, wenn der Täter klar ist und es geht dann um das Erfassen, da würde ich tatsächlich denken, da kommt noch was. Da, da kommt noch was. Da hat er noch was für mich. So, der Autor.
Tamara
00:44:19
Sonst hat es ja eigentlich auch ein bisschen Thriller-Vibes dann wieder.
Beatrix
00:44:23
Ja.
Tamara
00:44:23
Weil wir wissen, wer es ist und es geht darum, den irgendwie zu fassen und womöglich noch irgendwie vor weiteren Schritten abzuhalten.
Vera
00:44:29
Ja, ich schiebe ja meine Hauptfiguren dann schon mal gerne in irgendwelche gefährlichen Situationen, dass sie dann vom Täter entführt werden oder sowas.
Tamara
00:44:43
Da stippst du doch zumindest einen Zeh schon in den Thriller.
Vera
00:44:47
Ja, gut, bei mir ist es ja alles cozy. Die sitzen dann im Einmachkeller und sinnieren darüber, ob in dem Marellen Einmachglas da jetzt Leichenteile liegen oder so.
Tamara
00:45:00
Ja, ein bisschen Horror auch noch. Vera, du machst hier einen Genre-Mix, das ist aber nicht Amazon-Comfort.
Beatrix
00:45:10
Ja. Aber ich glaube wirklich, dass die meisten sind auch, tun immer irgendwelche anderen Genres auch ankratzen. Also ich glaube, das ist einfach spannender. Und ich glaube, die Leser mögen das eigentlich auch sehr gerne.
Tamara
00:45:26
Ich muss nur meine Chance nutzen, wenn ich Vera schon mal ein bisschen aufziehen kann. Aber so mit dieser späten Auflösung, also ich muss gestehen, meine, als Konsumentin, meine Krimi-Erfahrungen sind alle schon eine ganze Weile her, meistens so Jugendalter. Und ich erinnere mich, ich war mal so mit 15 oder so, war mal im Familienurlaub, zusammen mit einer anderen Familie und da hatte jemand ein Buch von Mary Higgins Clark dabei, hat es gelesen, war total begeistert und dann haben wir es alle reihum gelesen. In diesem Urlaub und waren auch alle sehr begeistert, weil die da halt sehr lange in eine Richtung gezeigt hat und dann kurz vor Schluss eine Umkehr und es war dann jemand völlig anderes. Und ich war auch völlig baff und dachte, boah, das hätte ich nicht erwartet und habe mir dann mehrere Bücher von ihr gekauft. Und so ab dem dritten oder vierten war es dann aber so, dass sie das halt immer gemacht hat. Und dann verging mir dann auch wieder die Lust, weil ich dann dachte, ja gut, wozu lese ich das alles? Der ist es ja sowieso nicht.
Beatrix
00:46:29
Ja, also das ist natürlich schon, das fand ich tatsächlich im Übrigen auch bei Agatha Christie, die ich sehr geliebt habe, ich habe alles verschlungen, aber als ich dann mal so ein Muster erkannt habe, dann habe ich mir gedacht, ich nehme den Unwahrscheinlichsten und der ist es dann, und so war es dann auch und das ist bei Mary Higgins Clark war das auch so, die habe ich übrigens auch geliebt, die habe ich verschlungen, aber genau, wenn man dann mal, dann denkt man sich ja genau, es ist der heiß geliebte Ehemann, weil der ist so, der kann es ja nicht sein und genau, der ist es dann, das ist dann halt so ein Muster, Aber viele Leser mögen ja auch das. Also viele Leser mögen ja genau, dass sie wissen, was sie kriegen. Also diese, dass man auch mitraten kann. Genau, dass man mitraten kann und dass man auch nicht enttäuscht wird, dass dann das, was man geraten hat, dann auch tatsächlich stimmt. Also manche mögen das. Andere mögen lieber wieder nochmal so überrascht werden. Und so wie ich. Ich mag dann gerne nochmal so eine kleine Wendung und finde das gut.
Tamara
00:47:25
Ja, wie ich neulich irgendwo gelesen habe und jeder, der nicht gespoilert werden möchte, muss jetzt weghören, dass angeblich in Amerika, also bei Krimis aus Amerika, vielleicht auch in Europa, ich weiß es gar nicht, man direkt erkennt, dass jemand nicht der Böse sein kann, wenn er ein iPhone hat, weil Apple das nicht erlaubt.
Beatrix
00:47:45
Ach echt?
Tamara
00:47:46
Habe ich gelesen, ob es jetzt so ist, weiß ich nicht, aber es waren sich viele einig, es wäre so.
Vera
00:47:52
Okay, also in meinem nächsten Krimi haben sie alle ein iPhone.
Beatrix
00:47:56
Ich wollte gerade sagen, in meiner letzten Kurzgeschichte, glaube ich, da hat die Böse ein iPhone, natürlich, aber die Heldin hat auch ein iPhone.
Tamara
00:48:05
Ich spreche jetzt von Filmen, da ist natürlich nochmal eine ganz andere Sache mit Produkten, die du zeigst.
Vera
00:48:12
Bei Filmen ist es immer so, der bekannteste Schauspieler, der am ersten auftaucht und nicht der mitleuchtendste Peter. Ja, genau. Und das ist ja überhaupt das Problem. Kannst du jetzt als Fachfrau, die ja tief in die Strukturen von solchen Romanen und Krimis eingetaut ist, kannst du überhaupt noch unbedarften Krimi lesen?
Beatrix
00:48:36
Es kommt drauf an, wenn er sehr gut geschrieben ist, dann werde ich ja auch eingesaugt in die Welt, die mir da entgegentritt und dann bin ich total dabei, aber tatsächlich wird man kritischer. Aber ich glaube, das hängt auch damit zusammen, weil ich schon wirklich immer schon, seit ich denken kann, mein ganzes Leben lese ich Krimis und Thriller, und da wird man natürlich dann auch kritischer und fühlt sich dann auch auf Arm genommen, wenn es irgendwie zu billig ist. Also da oder so, und ich finde, es ist, also das, was weiß ich, wenn jetzt das Verbrechen eher ein bisschen schlicht ist, dann finde ich es gut, wenn da ein guter Humor ist, oder wenn das Setting irgendwie irgendwie mich verzaubert, also da gibt es ja viele Möglichkeiten, so ein Krimi auch besonders zu machen, ja. Also ich glaube, man wird schon kritischer, und man hinterfragt auch, dass, also, das handwerklich, also wenn man es dann zu Ende liest, und sich fragt, warum hat es mir jetzt nicht gefallen, dann findet man dann schon auch Gründe. Also ich hatte jetzt so einen französischen Krimi und da habe ich von Anfang an gedacht, ja, der ist es. Und ganz am Ende war der das dann auch. Ja, es war aber sehr dicht und atmosphärisch geschrieben und spielte in so einer, merkwürdigen Berkatmosphäre. Das fand ich dann okay.
Vera
00:49:58
Du coachst ja auch Autoren und Autorinnen beim Schreiben. Hast du da auch schon mal Krimi-Autoren und Autorinnen gecoacht? Und was war der größte Fehler, den man da machen kann?
Beatrix
00:50:14
Also der größte Fehler war aus meiner Sicht auf, also gerne die Figur. Also dass die Figuren einfach nicht gut genug entwickelt waren und dadurch das Ganze so ein bisschen flach geblieben ist. Und es gibt ja dann, also zum Beispiel habe ich das relativ oft, dass dann immer so Szenen sind, die trinken Kaffee und dann sitzen sie da und dann trinken sie Kaffee und dann sitzen sie da und dann trinken sie Kaffee und warum ist das so? Weil sie überhaupt nichts wissen, was diese Figuren denken, fühlen, wie es ihnen geht und es wird auch nicht drüber nachgedacht, was man im Leser emotional in einer Szene erreichen will, sondern es wird halt nur so. Das, was man sagen will, in knappe Szenen geschrieben, die dann aber, also auch keine Details, die irgendwie wichtig sind, das bleibt so flach. Und das gilt auch, selbst wenn die Idee für das Verbrechen durchaus vielleicht ganz großartig ist, also da hat sie jetzt zwei wirklich super Idee, wo man denkt, hey, Mist, warum bin ich da nicht drauf gekommen? So aber eben in der Umsetzung nicht so richtig gelungen, weil zu wenig über die Figuren nachgedacht wurde. Also die, Oder auch vielleicht denen hingespürt wurde, was will die Figur mir sagen, wie kann die reagieren und dann sind es dann so Szenen, wo die Figuren so inkonsistent handeln und da ist sie mal so und mal so die Figur und dann denkt man sich so, nein und dann geht man einfach nicht mit. Und dann auch immer wieder einer der wichtigen Fehler ist, dass eben nicht über Setting nachgedacht wird. Also wenn ich jetzt diese Info rüberbringen will in einem Dialog, wo kann ich das machen, dass es richtig spannend ist? Mache ich das bei einer Autofahrt, wo dann halb einer noch totgefahren wird, oder mache ich das in einem Schwimmbad und mein Kind hat ein Problem, das fällt vom Sprungbrett und ich habe es nicht gesehen, weil ich so mit der geredet habe. Also, wie mache ich das so, dass es nicht nur Talking Heads die ganze Zeit sind, sondern wirklich auch was passiert und natürlich möglichst was passiert, was am Ende hinten links auch mit der Handlung oder mit dem Thema meines Romans was zu tun hat.
Tamara
00:52:24
Oder zumindest die Emotionen des Gesprächs irgendwie hervorheben können.
Beatrix
00:52:28
Ja, genau.
Vera
00:52:29
Ja, ja. Da ich jetzt zumindest zwei Reihen an realen Örtlichkeiten spiele, ist das immer, oder spielen lasse sogar, habe ich schon immer die Schwierigkeiten, was würde jetzt eine normale Figur machen. Klar, ich habe auch schon Szenen beim Aquafit gehabt und so und darüber nachgedacht, wie viele Synonyme es für Poolnudel gibt. Aber, das kann man jetzt auch nicht so häufig machen. Wenn du mit den Menschen so gehst, ja, was machen sie? Wir laufen auf die Straße entlang oder trinken Kaffee. Ich muss schon darauf aufpassen, dass die nicht so oft bei mir essen gehen oder so. Aber das finde ich echt schwierig, da...
Beatrix
00:53:11
Ist es auch. Aber das ist ja gerade...
Vera
00:53:14
...ein Pool zu finden.
Beatrix
00:53:17
Ja gut, aber du kannst ja selbst auch, wenn du jemanden mit dem Hund Gasse gehen lassen lässt, kann da was passieren. Wenn jemand über die Straße geht, kann was passieren. Also ich meine, da muss man eben halt einfach nochmal zweimal drüber nachdenken. Und meistens ist es ja so, das erlebe ich immer wieder, diese Gefahr der deep hanging fruit. Also halt, du hast die erste Idee, denkst du, ist die beste. Pustekuchen, die erste Idee, ist niemals die erste. Die erste Idee ist die, die am einfachsten ist und über die muss man sacken lassen, nochmal drüber nachdenken und dann kommt man zu einer viel besseren Idee, weil die erste Idee ist auch das, was die Leser sofort denken. Und deshalb wollen die ja Geschichten lesen, wo dann jemand nochmal ein zweites Mal so drüber nachgedacht hat.
Tamara
00:53:58
Ja, man kann ja auch alltägliche Sachen, da kann ja auch was schief gehen. Wenn ich Kaffee trinke, kann ich den komplett verschütten und habe hinterher lauter Flecken auf der Hose. Oder ich gehe mit dem Hund und merke, ich habe, oder ich gehe mit dem Hund und der macht da auf die Straße und ich stelle dann fest, als ich es aufheben will mit dem Kackbeutel, dass da ein Loch im Kackbeutel ist und jetzt ist es auch schon mal entfriert. Aber es ist doch mal was anderes.
Beatrix
00:54:24
Ja, absolut. Ja, und daraus könnte dann wieder was anderes passieren. Dann trifft man jemanden, der, und so weiter, ja, also das, genau, das ist.
Tamara
00:54:33
Also Alltag muss ja nicht langweilig sein.
Beatrix
00:54:35
Ich kann dann denken.
Vera
00:54:36
Dass Tamara immer gerne noch beschreibt, wie es riecht.
Beatrix
00:54:39
Ja, das auf jeden Fall.
Tamara
00:54:43
Und da könnte man auch noch schön auf die Temperatur eingehen.
Vera
00:54:48
Jetzt wird es eklig.
Beatrix
00:54:49
Ja, aber ihr wollt ja auch noch sagen.
Vera
00:54:53
Wenn man Tamara mal loslässt, da kommen die Tiefen raus. Ja, liebe Beatrix, ich muss ein paar Sachen, tatsächlich jetzt nochmal angucken, gerade in meinem Manuskript. Das ist auch immer so ein bisschen bei Reihen, wenn die ermittelte Figuren, mit denen wächst man ja, die sind dann irgendwie ein festes Bestandteil. Irgendwann denkt man ja gar nicht mehr so richtig drüber nach. Man lässt die einfach machen, tief drin. Aber gerade da ist dann die Gefahr, dass es sich wiederholt. Ich habe sowieso immer das Gefühl, dass ich alles schon tausendmal geschrieben habe.
Beatrix
00:55:32
Aber ist es nicht Ich meine, da machte ich das nicht fertig. Also das fand ich immer schrecklich.
Vera
00:55:36
Ja, macht mich fertig.
Beatrix
00:55:38
Ja, aber da habe ich mir dann immer, also ich habe ja auch immer Jugend und Kinder und Erwachsenen geschrieben und das war genau gut, weil, wenn ich dann das Gefühl hatte, ja, dieser Satz habe ich jetzt schon, nein, ich will nicht bis an mein Lebensende immer dieselben Sachen schreiben, sondern ich will auch was anderes schreiben. Also deshalb finde ich das gut, wenn es dir bewusst ist, und da dann was anderes zu machen, weil es ist ja auch für dich als Autorin nicht so prickelnd an.
Vera
00:56:06
Also momentan macht es Spaß und ich will jetzt erstmal reich und berühmt werden und dann schreibe ich mal.
Beatrix
00:56:10
Ach so, ja dann. Alles klar.
Vera
00:56:16
Wenn ich dann mal auf meiner Webseite auf so vielen Büchern lesen kann wie du, dann kann ich auch mal was anderes machen.
Beatrix
00:56:24
Wir sind ja auch nicht von jetzt auf heute, sondern da gibt es ja eine Zeit auch, ich war da eine Zeitspanne, die das umfasst. Also das geht ja nicht so schnell auch. Genau.
Vera
00:56:34
Ja, liebe Beatrix, auf jeden Fall musst du da jetzt noch eine Herausforderung lösen. Du musst dich jetzt noch den total kritischen Buchfragen von Tamara stellen.
Tamara
00:56:44
Ja, und die schließen ja perfekt ans Thema an, nämlich Dinge, die geschrieben wurden, die eben nicht langweilig oder schon tausendmal vorgekommen sind. Welches Buch hat dich als Leserin in der besten Weise positiv überrascht?
Beatrix
00:57:02
Da muss ich tatsächlich sagen, das war in letzter Zeit ein Krimi. Und zwar, es ist jetzt oder Spannungsroman oder Spannungsroman mit Familiendrama. Und zwar war das von Liz Moore, Der Gotteswahl. Ich weiß nicht, ob ihr das gelesen habt. Ich war, ich hatte, also wenn mir jemand gesagt hätte, du, ich habe da hier so ein Krimi-Buch mit Familiengeheimnis mit sechs Perspektiven oder acht Perspektiven und sieben Zeitebenen, hätte ich gesagt, ja, viel Spaß auch. Also kauft niemand schön für dich, liest erst recht niemand. So, und dann habe ich also dieses Buch angefangen zu lesen und war... Ich bin begeistert, wie, also nie im Leben hätte ich das für möglich gehalten, dass das funktioniert, dass es funktionieren kann. Ich meine, dankenswerterweise hat die Autorin immer oben drüber geschrieben, wer redet und in welcher Zeitebene wir uns befinden, weil die Zeitebenen, also es ist eigentlich zwischen 1961 und 1975, das ist die Jetztzeit, aber da gibt es dann nochmal Monate, Wochen, Tage, also das hätte ich tatsächlich nicht mehr geschafft, das auseinanderzuhalten sonst. Aber weil diese Figuren, die du erzählst, und ehrlich gesagt, ich glaube, es sind acht, also acht Perspektiven, sieben Zeitebenen oder umgekehrt, ich weiß jetzt nicht mehr ganz genau auswendig, aber. Ich mag eigentlich keine Bücher mit so vielen Perspektiven, das überfordert mich, da bin ich raus, aber die waren so gut und so gut geschrieben und jede für sich hat so eine spannende Geschichte erzählt. Das fand ich wirklich unglaublich. Da war ich sehr beeindruckt, dass das geht. Und dachte mir, ja, man muss sich vielleicht auch mehr trauen. Man muss sich vielleicht als Autorin auch mehr trauen und einfach mal so Sachen machen, weil das fand ich gut. Und im Übrigen, die Ermittlerin kommt auch erst weit hinter der Mitte des Buches. Was ja auch ein völliges No-Go ist. Normalerweise musst du ja schon gleich am Anfang durchs Bild hüpfen, so ungefähr. Also das fand ich, so gesehen ist das natürlich kein klassischer Whodunit, Aber ich würde schon sagen, dass es im weitesten Sinne ein Krimi ist oder ein Buch mit Krimi-Elementen ist. Und das fand ich wirklich, und ich war erst so ein bisschen, ja, es wurde so gehypt, das lese ich jetzt nicht. Und dann habe ich es aber geschenkt gekriegt und dann habe ich es gelesen und dachte, hey, wow. Und dann habe ich verstanden, da findest du es zu Recht auch ein bisschen gehypt worden.
Tamara
00:59:22
Ja, cool.
Vera
00:59:22
Ja, schön. Ja, schön.
Tamara
00:59:24
Und was würdest du sagen, hast du persönlich aus deinem größten Fehler gelernt?
Beatrix
00:59:30
Also mein Fehler war zum einen, dass Recherche doch sehr immens wichtig ist. Und auch, dass zur Recherche es immer noch wichtiger ist, mit Menschen zu sprechen, als nur im Internet oder geschweige denn KI.
Tamara
00:59:48
Also das muss man sowieso überprüfen. Das ist dann Next Level.
Beatrix
00:59:51
Ja, das muss man überprüfen. Also KI ist schön für Anregungen und so, aber bitte nicht ernst nehmen. Und genau, das habe ich gemerkt, da habe ich am Anfang gedacht, das reicht, wenn ich, also ich bin so jemand, der geht in Bibliotheken, in die Stabi, liest sich die Sachen durch und so weiter. Aber es ist immer noch mal besser, also vor allem gerade was Setting angeht, hinzugehen, vor Ort zu sein und es anzugucken. Weil da hätte ich zum Beispiel einmal eine Szene beinahe geschrieben, die dann an diesem Ort niemals so hätte stattfinden können, obwohl das durchaus auf Fotos so aussah. Weil, was ich nicht auf dem Schirm hatte, war die Lärmkulisse da. Es sollte so eine romantische Szene sein, völlig unmöglich. Und es war gut, dass ich dann vor Ort war. Und genauso die Sachen, die dir Menschen erzählen, also ein ehemaliger Kommissare oder Ärzte oder Krankenschwester oder was auch immer, wen du brauchst für deine Geschichte, ist so viel mehr wert und so viel wichtiger. Und verhindert auch, dass man eben Fehler in der Geschichte macht. Das finde ich peinlich. Das heißt nicht, dass man nicht trotzdem manchmal noch Fehler dann drin hat, gerade bei historischen Sachen. Ich habe mich neulich jemand aufmerksam gemacht, dass die Parksituation in Berlin 1961 anders war, als von mir beschrieben. Ja, der Mann war ein Professor, ja, also das war echt überraschend für mich, habe ich dann aber Besserung gelobt. Ja, genau. Also das, finde ich, ist einfach dieses, ja, mit Menschen reden, ja.
Tamara
01:01:18
Ja, bin ich sehr bei dir. Und zum Abschluss, was sollte deiner Meinung nach über dem Schreibtisch aller AutorInnen stehen?
Beatrix
01:01:27
Also an meinem Schreibtisch, weil was bei allen stehen soll. Also auf meinem ist ein Zettel, also eigentlich sind bei mir drei Zettel, aber ich erwähne jetzt nur einen, weil mir das eben auch immer wieder auffällt, gerade so bei den Coachings, dass manche nicht über die Details nachdenken. Und Details heißt nicht, dass man stundenlange Beschreibungen von irgendeinem Gebäude macht, sondern dass man das Detail findet. Und da gibt es von Nabokov, von Wladimir Nabokov, einen Ausspruch, der heißt Liebkose, die göttlichen Details. Und das steht, das klebt hier bei mir, also ich habe es hier, das ist schon total ausgeblichen und, wappt schon kaum noch, aber ja, weil das so, und das sage ich mir dann auch immer wieder und das ist so toll, weil wenn ich es mir dann klar mache, das muss ja zwischendurch auch nur an der Klamotte eine Sache sein. Und schon, bam, geht ein ganzes Bild auf, ohne dass du zehn Zeilen schreiben musst. Und darüber nachzudenken, finde ich, macht jeden Krimi noch brillanter und besser, spannender, schneller. Ja, genau.
Tamara
01:02:32
Sehr schön.
Vera
01:02:33
Ja, vielen Dank, liebe Beatrix, für deine Zeit und für die tollen Hinweise. Ich werde jetzt gleich mein aktuelles Projekt daraufhin nochmal deutlich überprüfen, und sehen, was ich dann auch optimieren kann. Ja, ihr da draußen, ihr wisst, was ihr zu tun habt, wie immer, folgt uns auf Instagram, Facebook und wo es sonst noch geht und in den Podcast-Apps eures Vertrauens. Vergesst nicht, unser Buchbubble-Politon zu abonnieren und uns weiter zu empfehlen und natürlich auch zu hören. Gerne wieder nächste Woche. Danke Beatrix, danke Tamara. Danke an euch. Bleibt uns gewogen. Bis nächste Woche. Tschau.
Tamara
01:03:15
Danke, tschau Beatrix.
Beatrix
01:03:16
Tschau. Tschüss.